Marburg
1913.
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.Tasviri Efkier" sagte:
unmöglich.
einem entehrenden Frieden zustimmen, großem Nachdruck geführt werden." —
„Mr werden niemals Der Krieg mutz mit Trotz dieser Tendenzen
versehen. Schukri Pascha und seine Offiziere und Soldaten verteidigen die Festung heldenhaft.
glaubt man in unterrichteten diplomatischen Kreisen, datz der Gedanke an eine Notwendigkeit des Friedens in leitenden Kreisen täglich an Boden gewinne. — Der offizielle Kriegsbericht sagt, datz wegen des schlechten Wetters gestern die kriegerischen Operationen geruht haben. Der Gesundheitszustand der Truppen sei befriedigend. — Auf dem Kriegsschauplätze in Thrazien herrschen augenblicklich Nachttemperaturen bis zu 10 Grad Kälte. Die Truppen haben außerordentlich zu leiden. — Paris, 26. Febr. Der „Ma- ttn" erhielt aus Adrianopel folgende vom 22. Februar datierte Privat-Depesche: Seit dem 3. d. M. unternehmen die Bulgaren verzweifelte, aber fruchtlose Anstürme. Sie beschießen die Stabt in grausamer und unmenschlicher Weise. Die Konsuln haben bei ihren Botschaftern gegen dieses unmenschliche Bombardement Einspruch erhoben und für ihre Staatsangehörigen die Errichtung einer neutralen Zone verlangt. Die Stadt ist mit Lebensmitteln
Ausland.
* * Rußland und Oesterreich. Wien. 26. Febr. Von maßgebender politischer Seite wird zu einer gestrigen Meldung der „Reichspost" bemerkt, datz eine Verständigung Oestereichs mit Rußland über die beiderseitige Aufhebung bezw. Einschränkung der besonderen militärischen Vorkehrungen an der galizischen Grenze an sich nicht ausgeschlossen ist, zur Zeit darüber aber noch nichts feststeht.
- ** Die französischen Heeressorgen. Pari», 26. Febr. Nach einer offiziösen Meldung dürfte der Kriegsminister entsprechend dem Vorschlag der Abteilungsdirektoren seines Ministeriums der Regierung demnächst einen Gesetzentwurf vorlegen, durch welchen die dreijährige Dienstzeit für alle Waffengattungen und ohne jede Begünstigung eingeführt werden soll. — Aus Lion wird gemeldet: Bei der gestrigen Rekrutenaushebung gab der Generalsekretär der Präfektur den Gestellungspflichtigen die Vorteile und Vergünstigungen bekannt, die denjenigen Rekruten zuteil würden, die sich zu einer dreijährigen Dienstzeit bet der Kavallerie verpflichteten. Von den 205 Gestellungspflichtigen ließen sich aber nur drei verlocken, sich zu einem solchen dreijährigen Dienst zu melden. Der „Matin" führt aus, datz die Infanterie-Kompagnien der französischen Armee nach der Verabschiedung einer Jahresklasie vom 26. September bis 1. Januar anstatt 115 nur 16 wirklich ausgebildete waffenfähige Soldaten zählen.
* * Tripolis. Paris, 26. Febr. Aus Tunis wird dem „Echo de Paris" gemeldet, daß eine Abordnung von Tripolitanern aus Eadanes, die dem italienischen Konsul ihre Unterwerfung bekannt geben wollte, auf geheimnisvolle Weise verschwunden sei. In den Kreisen der Eingeborenen werde erzählt, datz diese Abordnung von dem Scheich El Baruni, dem Führer der Aufständischen, gefangen genommen und zum Teil ntedergemacht worden sei. Eine Summe von 30 000 Franks, sowie zahlreiche Geschenke, die für das Konsulat bestimmt gewesen waren, seien den Aufstän-^ bischen in die Hände gefallen.
* * Die Führerin der Suffragetten. London, 26. Febr. Frau Pankhurst ist von dem Polizeigericht in Epsom dem Schwurgericht überwiesen worden. Der öffentliche Ankläger betonte die Ungeheuerlichkeit des gegen das Haus Lloyd George gerichteten Anschlages, der der Anklage nach von unbekannten Personen verübt worden ist, die Frau Pankhurst dazu angestiftet habe. — Frau Pankhurst weigerte sich, bis für den im Mai angesetzten Prozeß die Verpflichtung des Wohlverhaltens auf sich zu nehmen. Sie wurde daher ins Gefängnis abgeführt.
* * Mexiko. Mexiko, 26. Febr. Es ist wenig Hoffnung für einen sofortigen Frieden vorhanden. Die Tätigkeit der Aufständischen nimmt im Norden zu. Im Süden steckten die Zapatisten mehrere Haciendas in Brand und plünderten sie, sogar ein Militärzug wurde von ihnen angegriffen.
* * Der Ballankrieg. Konstantinopel, 26. Febr. Der „Tanin" widerlegt in einem Leitartikel, der anscheinend den Standpunkt des jungtürkischen Komitees wiedergibt, ausführlich die Darlegungen, daß die Fortführung des Krieges unnütz fei. „Die Wiederaufnahme des Krieges — erklärt das Blatt — war nicht nur für Adrianopel, sondern auch für die nationale Ehre nötig. Selbst wenn Adrianopel fällt, werden wir die Waffen nicht niederlegen: die Bulgaren werden die Hauptstadt nich! bedrohen können." Der „Tanin" hält eine Intervention und einen Druck der Mächte für
Wartung Ausdruck, daß es den neueingetretenen Mitgliedern des Pro- vinzial-Landtages gefallen möge, für die Arbeit im Interesse der Heimatprovinz ihr bestes Wollen und Können einzusetzen. Dann begrüßte er in besonders herzlichster Weise die Mitglieder aus dem Bezirk Rasiau; es sei eine Freude für die Kurbesien, mit den Nassauern im edlen Wett- streit zum Wohle der schönen Provinz Hesien-Naifau hier zu arbe Nun ließ der Vorsitzende di« eingegangenen Vorlagen und sonstige Ein« gänge durch den Schriftführer Kammerherrn v. Ditsurtb bekanntgeben, worauf Abq. Landrat und Kammerherr von Heimburq-W-esbaden den Antrag stellte, die Vorlage betr. den Entwurf eines Gesetzes zur Aufhebung der kurhessischen Verordnung vom 14. November 1827 und der nasiauischen Verordnung vom 2. und 6. März 1811 in einer besonderen Kommission vorberaten und dann erst im Plenum behandeln zu lasten. Dieser Antrag wurde mit sehr großer Mehrheit abgelehnt, vielmehr be- schlosten, schon morgen diesen Gesetzentwurf, der im Endergebnis eine Verlegung des Landgestüts von Dillenburg nach einem Orte im Regierungsbezirk Eastel, wahrscheinlich Ziegenhain, bedeuten wird, in der öffentlichen Sitzung des Provinzial-Landtages zu behandeln. Diese Eile scheine umlo mehr geboten, so führte der Vorsitzende aus, weil morgen ein Kommistar des Landwirtschaftsministers aus Berlin hier an den Verhandlungen des Vrovinzial-Landtages teilnehmen werde. Damit wurde die Sitzung auf Donnerstag vormittag 10 Uhr vertagt.
Bürgermeister Fink aus Hadamar, Gutsbesitzer Keßler aus Rübesheim, Fabrikbesitzer Franz Gleim aus Melsungen, Landrat Freiherr Rudolf Schenk zu Schweinsberg aus Kirchhain: der Vorsitzende widmete de« Verstorbenen Worte ehrender Anerkennung für ihre Mitarbeit und stellte fest, daß das Haus ihr Gedenken in üblicher Weife geehrt habe. Dann teilte er mit, daß Abg. Oberbürgermeister a. D. Müller zu Eastel sein Mandat niedergelegt habe. Seit der Wiesbadener Tagung sind neu eingetreten die Abgeordneten Landrat Abicht-Westerburg. Hofjägermeister Freiherr Eberhard von Brandis-Biebrich. Amtsrat und Kreisdeputierter Buchsieb aus Runkel lOberlahnkreis), Bürgermeister und Kreisausschuß- mitglied Peter Christian-Altstadt s.Kr. Oberwesterwaldf, Hofrat Herz- Weilburg, Stadtverordneter Emil Goll-Frankfurt a. M.. Hotelbesitzer Franz Schmitt sen.-Ems, Landrat Dr. Klauser-Höchst a. M., Iustizrat Dr. Häuser, Arbeitersekretär und Stadtverordneter Eduard Gräf. Reib^-an- walt und Stadtverordneten-Vorsteher in Vertretung Dr. Moritz Hertz, Kaufmann und Stadtverordneter Fritz von Lasaulx, Weißbindermeister und Stadtverordneter Fritz Rupp, Stadtrat Gustav Schaumann, Redakteur und Stadtverordneter Otto Zielowski und Stadtrat Dr. Woell, sämtlich aus Frankfurt a. M., Landrat von Grunelius-Hersfeld, Statt« desherr Fürst Franz Joseph von ysenburg, Durchlaucht, aus Blerstein, Kommerzienrat und Stadtverordneter Gustav Plaut-Castel, Landrat Dr. jur. Graf von Wartensleben-Eelnhaufen. Landrat Freiherr Laur von Münibhofen-Hanau, Konsistorialpräfident Freiherr Schenk zu Schweins- berg-Castel, Rittergutsbesitzer Ernst Heydenreich-Malsfeld, Bürgermstr. I. Breitftadt-Hastenhaufen, Kaufmann Karl Felde-Schmalkalden, Bürgermeister H. Senzel-Bieber (Kr. Gelnhausen) und Sanitä'-r't - d Stadtverodneter Dr. med. von Wild-Castel. Der Vorsitzende gab der Er-
Deutsckes Reich.
— Zum Besuche des dänische« Königspaares in Berlin. Potsdam, 26. Febr. Anläßlich der Anwesenheit des Königs von Dänemark wurde heute vormittag auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam eine Gefechtsübung gemischter Waffen abgehalten, wozu die Potsdamer Garnison ausgerückt war. Der Kaiser in der Uniform des 1. Earderegiments und der König von Dänemark in der Uniform des 14. Husaren-Regiments trafen im Automobil von Berlin kommend gegen 10 Uhr an dem Gehölz in der Nähe der Artilleriekasernen bei Nedlitz ein. Die Herren des Hauptquartiers, das dänische Gefolge und der Ehrendienst folgten in wei- teren Automobilen. Die Majestäten stiegen sofort zu Pferde und ritten auf das Feld, gefolgt u. a. von dem Kommandierenden General des Eardekorps v. Löwenfeld. Punkt 10 Uhr fier der erste Kanonenschuß vom Ruinenberge her, von wo sich die rote Partei entwickelte, während die blaue Partei von Nedlitz aus vorging. Es entwickelte sich ein lebhaftes Gefecht mit Reiterattacken, Maschinengewehrfeuer und abgesessener Kavallerie in Schützenlinie. Das Wetter war sehr schön. Nach 11 Uhr endete das Gefecht, während dessen auch Flugzeuge und das Zeppelinluft- schiff „Hansa" über dem Bornstedter Felde erschienen. Der Kaiser ritt darauf mit dem König an der Spitze des 1. Earderegiments zu Fuß in die Stadt Potsdam ein, am Brandenburger Tor vorüber bis zum Regimentshause. Die Stadt ist festlich geschmückt. Ein zahlreiches Publikum bereitete dem Kaiser und dem König von Dänemark herzliche Kundgebungen. Um %1 Uhr trafen die Majestäten mit dem Regiment vor dem Regimentshause ein, wo Frühstückstafel stattfand.
— Der Kaiser und fein Pächter. Anläßlich der Aeußerung des Kaisers im Deutschen Landwirtschaftsrat, daß er einen seiner Pächter, da dieser nichts getaugt habe,, „hinausgeschmisien" habe, war bekanntlich von westpreußischen Landwirten die Behauptung aufgestellt worden, daß in dieser Angelegenheit, ebenso wie über andere landwirtschaftliche Fragen der Kaiser von seiner Umgebung falsch informiert sei, und es waren für den Pächter des Kaisers, Herrn Sohst, Bertrauenskundgebnngen veranstaltet worden. Jetzt nun soll der Kaiser angeordnet haben, daß ihm über die tatsächlichen Verhältnisse in Sabinen und über die Bewegung in den Kreisen der westpreußischen Landwirtschaft eingehend Bericht erstattet werde.
— Die Emundener Reise bet Kaiserin. Gmunden, 26. Febr. Die deutsche Kaiserin trifft am Samstag um 3% Uhr nachmittags hier ein. Der Aufenthalt dauert voraussichtlich 2—3 Tage. Am Donnerstag trifft das Eroßherzogspaar von Mecklenburg-Schwerin und am Freitag das Prinzenpaar Max von Baden ein. Prinz Ernst August ist nach Berlin abgereist.
— Die Hochzeit der Prinzessin »iktoria Luise mit dem Prin- zen Ernst August von Cumberland soll nach den neuesten Informationen bestimmt am 24. Mai stattfinden. Aus diesen Gründen soll auch die Reise des Kaiser» nach Korfu aufgegeben worden sein.
— Staatssekretär Kühn in Karlsruhe. Staatssekretär Kühn ist in den letzten Tagen in Karlsruhe und Stuttgart gewesen, um mit den dortigen Ministern zu unterhandeln. Man glaubt diese Reise mit schweren Bedenken Badens und Württembergs gegen die Einführung einer Vermögenszuwachssteuer anstelle einer Erbanfattsteuer in Verbindung bringen zu müßen.
— Ungiltige Wahl. Berlin, 26. Febr. Die Wahlprüfungs- kommisston des Reichstages beschloß, die Wahl Kröchers (Kons.) im Wahlkreis Magdeburg I (Saldwedel-Gardelegen) für ungiltig zu erklären.
— Anklage wegen Landesverrats. Wie verlautet, sollen nun doch die Herren Preiß und Laugel, die kürzlich in Frankreich nach dem Muster Wetterlös deutschfeindliche Reden hielten, in den Anklagezustand versetzt werden. Die Akten über die beiden Fälle sind angeblich bereits an den Oberreichsanwalt nach Leipzig ge-
12. PromnMlandtag der Provinz Hessen-Nassau.
§§ Cassel, 26. Febr. Im großen Sitzungssaale des Ständeh. >-se, wurde heute nachmittag gegen %6 llhr der zwölfte Prouinzial-Landta- der Provinz Hessen-Nassau in feierlicher Weise eröffnet, Der Eröffnung, die durch die zahlreichen ordensgeschmückten Abgeordneren. sämtlich in Frack und weißer Binde erschienen waren, ein f.'.r.>che« Bild bot, wohnten auf den Galerien zahlreiche Damen und Herren der Eesellschast bet. In zwanglosen Gruppen plaudernd standen die Abgeordneten zusammen sich lebhaft begrüßend, da seit dem letzten Provinzial-Landtag in Cassel sieben Jahre vergangen waren, während welcher Zeit nur ein Provinzial-Landtag in Wiesbaden abgehalten worden war, sodaß die kurze Zeit vor Beginn der Eröffnung gern benutzt wurde um Bekanntschaften zu erneuern. Kurz vor %G Uhr trat d'r Oberpräsident der Pro- vrnz Hessen-Nasiau, Wirklicher Geheimer Rat Exzellenz Hengstenberg, gefolgt von seinen Räten und Kommisiaren in den Saal ein; sofort erhoben sich sämtliche Abgeordnete und Oberpräsident Hengstenberg als Königlicher Kommissar für den Provinzial-Landtag der Provinz Hesien- Nassau eröffnete die Tagung mit einer Ansprache. Den Vorsitz übernahm nunmehr der Alterspräsident, der 85jährige Bürgermeister Christoph Hold aus Obermeiser (Kreis Hofgeismar), der die an Jahren jüngsten Mitglieder des Provinzial-Landtages, die Abg. Landrat von Zitzewitz aus Dillenburg und Landrat Abicht aus Westerburg zu Schriftführern berief und in einet kurzen Ansprache die Ergebenheit des Provinzial- Landtages zu Kaiser und König zum Ausdruck brachte, worauf er das Kaiserhoch ausbrachte. Dann schritt er zur Bildung des Bureaus, wobei er nasführte, daß eine Wahl des Vorsitzenden wie besten Stellvertreter und der Schriftführer durch Zuruf itatj t-'. wem' e:*i W ^erforuch von keiner Seite sich erhebe. Er erbat Vorschläge zur Wahl. Abg. Geh. -Iustizrat Dr. Alberti beantragte Wiederwahl des seitherigen, bewa. i n Vorsitzenden, des Abg. Kammerherrn von Pappenheim auf ßiebenau sowie besten Stellvertreter Abg. Geh. Iustizrat Dr. Humser-Frankfurt a. M. Die Versammlung wählte einstimmig Abg. Kammerherrn Rabe vor Pappenheim auf Liebenau zum ersten und Geh. Iustizrat Dr. Humser- Frankfurt zum zweiten Vorsitzenden des Provinziai-L""--^ Schriftführern wurden die Abg. Landrat von Ditfurth-Rinteln und Oberbürgermeister Vogt-Biebrich (Rhein) zu deren Stellvertretern die Abg. Bürgermeister Vocke-Eschwege und Bürgermeister Groos-Ofsenbach ge- . .wählt. Roch k**r Bildung des Bureaus gedachte der Vorsitzende, Kam- ’ merherr von Pappenheim zunächst der verstorbenen Mitglieder des Hauses; die Versammlung hatte sich während der Nenmmg der Namen von den Plätzen erhoben, um das Gedächtnis der Verstorbenen zu ehren; die Namen der verstorbenen Abgeordnetn sind: Eheimer Regierungsrat Generaldirektor und Kreisdeputierter Dr. Gustav von Brüning in Höchst,
Nundl^ciu.
Das Handschreiben des Zaren an Poincarsi.
Paris, 26. Febr. Mehrere Blätter bemühen sich, dem Handschreiben des Zaren an den Präsidenten PoincarS und der Antwort des Letzteren besondere Bedeutung beizumesten. So schreibt der „Temps", welcher in der Veröffentlichung der beiden Schriftstücke eine ebenso ungewöhnliche, wie beispiellose und erfreuliche Kundgebung erblickt, u. a.: Niemals hat Kaiser Nikolaus so unzweideutig das Wesen des französisch-russischen Bündnistes gekennzeichnet, niemals war das französisch-russische Bündnis bester ausgerüstet und man darf von seiner kraftvollen Reife die besten Ergebniste erwarten. Die'innige Vereinigung Frankreichs und Rußlands, welche in der europäischen Lage ein so entscheidendes Gewicht haben wird, wird das wert sein, was in der öffentlichen Meinung Europas die militärische Kraft der beiden verbündeten Länder wert ist. Mit Rücksicht auf die politische Lage beträgt der Friedensstand der russische« Armee, welcher sonst 1400 000 Mann stark ist, 1 700 000 Mann. Die geplante Vermehrung des deutschen Heeres verpflichtet Rußland ebenso wie Frankreich zu einer Krastanstrengung, zu welcher beide bereit sind. Wir wissen, daß unsere Verbündeten,' welche sich über unsere ungesäumte Ent- schlostenheit zu dieser Kraftanstrengung freuen, auch ihrerseits alles Notwendige tun werden. Sobald die französisch-russische Allianz über einen Friedensstand von 2y2 Millionen Mann verfügen wird, wird es keine Gefahr für den Frieden geben, zu welchem Rußland und Frankreich jetzt entschlossen sind, wie niemand mehr sich schmeicheln kann, ihnen denselben aufzuzwingen.
fanbt worben, ber die Erhebung einer Anklage wegen Landesverrats für gerechtfertigt hält. Besonders für Laugel soll das Material recht belastend sein.
— Havarie des „L I". Johannisthal, 26. Febr. Das Marineluftschiff „L I" erlitt heute mittag beim Einbringen in die Halle eine Beschädigung am rechten vorderen Propeller. Auf telephonische Bestellung sandte die Werft in Friedrichshafen sofort ein Ersatzstück ab, das morgen eintreffen und montiert werden wird. Das Luftschiff ist übrigens auch mit drei Propellern durchaus verwendungsfähig.
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I« Ost-Afrika gefallene Deutsche. Berlin, 26. °Febr. In der Budgetkommission des Reichstages wandte sich Staatssekretär Dr. Sols bei der Beratung des Etats für Deutsch-Ostafrika gegen die Behauptung eines Zentrumsabgeordneten, daß der Arbeitermangel u. a. auch dadurch verursacht wurde, daß während der verschiedenen Strafexpeditionen etwa 50 000 Mann erschossen worden seien. Die Zahl der seit 1903 anläßlich der Expeditionen der Schutz- und Polizeitruppen Umgekommenen betrage 10 797.
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalarlikel ist gemäß H 1R des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberbest Zkg " aeitutef >
Marburg, 27. Februar.
• Städtisches. Am nächsten Montag, event. auch noch am Dienstag, wird der städtische Etat von den Stadtverordneten durchberate«.
* Oberrealschule. Heute begannen an der Oberrealschule die Reifeprüfungen. Wie wir hören, haben sich hierzu 14 Ober» primaner gemeldet. Auf Grund guter schriftlicher Leistungen wurden zwei Abiturienten von der Prüfung befreit. <
nut oem Kreisblati für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Rach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage". ____