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Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Beilagen: ..Nach Feierabend", „Fürs Haus" and „Landwirtschaftliche Beilage".
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| Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungssteilen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Znh.: Dr. C. Hitzeroths, Markt 2t. — Telephon 55.
Marburg
Dienstag 25 Februar
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48. Jahrg,
1913.
Erstes Blatt.
Tie Laae auf dem 9'ylkan.
Konstantinopel, 24. Febr. Ein offizielles Kriegs- kulletin besagt: Zm Laufe des gestrigen Tages bombardierte der Feind Adrianopcl, doch war die Kanonade nur schwach. Zwischen der Hauptlinie und den feindlichen Batterien entwickelte fich ein kleineres Artilleriegefecht. Die militärische Lage vor Bulair ist unverändert. Bei Tschataldscha treten die Bäche aus den Ufern und erschweren die Bewegungen der Rekognoszierungskolonnen. In dem Kampfe, der westlich von Albasian bei Tschataldscha stattfand, hatten unsere Truppen 5 Tote und 22 Verwundete. Die Verluste des Feindes sind bedeutend größer.
Sofia, 24. Febr. Nachrichten von dem Kriegsschauplätze besagen, daß auf allen Operationslinien große Schneemengen vorhanden sind, durch die die militärischen Operationen einige Tage gehindert werden.
Sofia, 24. Febr. Die Negierung übergab den Vertretern der Mächte die Antwort auf deren gestrigen Schritt. Die Regierung erklärt, daß sie im Vertrauen auf den hohen Gerechtigkeitssinn der Großmächte deren Vorschlag, sich bezüglich der Lösung des rumänisch-bulgarischen Streitfalles der Entscheidung der sechs Mächte zu fügen, annehme, falls ihn auch Rumänien akzeptiere.
Die deutsche Bundestreue.
Wien, 23. Febr. In einer Besprechung der Lage sagt das „Wiener Tageblatt": In den Momenten, wo Ocstorreich-Ungarn das Ziel ungerechtester Angriffe war, sahen wir unseren deutschen Alliierten treu an unserer Seite. Nicht einen einzigen Augenblick ließ uns Deutschland in diesen schweren Tagen die Superiorität fühlen, sondern bot immer nur das Bild eines mächtigen starken Freundes, auf den man mit Sicherheit rechnen kann. Aus diesem Gefühl heraus kann man nicht anders, als jenen feindseligen Elementen in ganz Europa entgegenzutreten, die alles, was nur irgendwo in einem Staate geschieht, als gegen Deutschland gerichtet ausgeben möchten. Zum Glück für die Welt ist aber Deutschland so stark, daß alle Feindseligkeiten an dem deutschen Kraftbewußtsein scheitern müssen, daß alio Deutschland seine Ruhe und Würde in Ehren bewahren kann. Die europäischen Unruhe stifter werden vielleicht noch erkennen, wie nutzlos es ist, sich das Deutsche Reich zur Zielscheibe aller möglichen Machinationen zu wählen. Es ist ganz vergeblich, Deutschland so hinstellen zu wollen, als ob es immer nur die ganze Welt bedrohen wollte, während unzweifelhaft erwiesen ist, daß Deutschland seit 42 Jahren selbst dort, wo seine Interessen sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, den Weg des Friedens gewählt hat, solange es mit der Würde und Ehre nur zu vereinen war. Und gewiß ist auch jetzt, daß die große Ruhe, welche Deutschland bewahrt, ihren Ursprung nicht in dem Gefühl irgendeiner Besorgnis hat, sonoern einzig im Gefühl seiner reellen Kraft, welche jeder an sich zu spüren bekäme, der es wagen würde, vom Spiele mit spitzen Worten zur Tat Lberzugehen. Das wissen wir hier in Oesterreich- Ungarn und darum trägt dies auch zur Stärkung unseres Kraft- und unseres Sicherheitsgefühles bei, weil uns bekannt ist, daß man mit papierenen Hieben und rednerischen Ausfällen dort nicht auskommt, wo das Wort gilt: wir wünschen den Frieden und gehen gegen niemand los; wenn sich aber jemand an uns vergreifen wollte, dann wird er schon sehen, wohin er kommt.
Politische Umschau.
Das dänische Königspaar in Berlin.
Das dänische Königspaar ist gestern, Montag, zu einem offiziellen Besuche des Kaiserpaares auf dem Lehrter Bahnhof eingetroffen. Auf dem Perron war zum Empfange das Kaiserpaar erschienen, das die hohen Gäste auf das herzlichste begrüßte. Dann begaben sich die Herrschaften in das Fürstenzimmer des Bahnhofes, wo Oberbürgermeister Wermuth die Begrüßungsansprache hielt, auf die der König mit Dankesworten erwiderte. Der König von Dänemark trug die Uniform des Husarenregiments Landgraf Friedrich II. Hessen-Homburg (2. Kurhessisches) Nr. 14, besten Chef der König ist. Vor dem Bahnhof hatten sich inzwischen tausende von Menschen angesammelt, die, als die Fürstlichkeiten die Equipage bestiegen, in Hoch- und Hurrarufe ausbrachen. Im ersten Wagen nahmen der König und der Kaiser Platz, im zweiten die Königin und die Kaiserin; in zahlreichen Wagen schlosten sich das Gefolge, die Begleitung und die übrigen Herrschaften an. Der glänzende Zug bewegte sich durch das Brandenburger Tor nach dem Schloste. Als die beiden Wagen mit den Majestäten am Denkmal Friedrichs des Großen sichtbar wurden, erschollen drei Hurras von den Spalier bildenden Mannschaften der Garnison, vermischt mit den Hochrufen des Publikums. Die Leibbatterie des Eardefeldartillerie-Regiments schoß Salut. Ueber dem Lustgarten kreuzte das Luftschiff „Hansa". Die Kaiserin und die Königin begaben sich in die erste Etage des Schlostes, während der Kaiser und der König zunächst die Ehrenkompagnie des Alexander- Earde-Erenadier-Regiments abschritten. Alsdann fand im Garde du Corps-Saal Empfang unter großem Vortritt statt. Hiernach begaben sich der Kaiser und der König wiederum in den Lustgarten und nahmen vor dem Portal des Schlostes den Vorbeimarsch der gesamten Garnison von Berlin entgegen. Die Kaiserin «nd bte Königin sahen dem gläzenden militärischen Schauspiele mk de« valkonfenster au« zu.
Der Etat der Frankfurter Universität.
Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses begann gestern vormittag die Beratung des Etats des Ministeriums der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten. Hinsichtlich der Universität Frankfurt a. M. erklärte der Minister, es sei noch nicht sicher, ob die Universität schon zum 1. Oktober 1914 eröffnet werde. Bei der Besprechung der finanziellen Verhältniste der Universität führte ein Regierungskommissar aus, daß die wesentlichen Einrichtungen bereits vorhanden feien, so die Akademie für Sozialund Handelswissenschaften, die naturwistenschaftlichen Institute (Senckenberg), die Krankenanstalten und Bibliotheken (Stadt und Rothschild). Schon jetzt würden 600 000 bis 700 000 M ohne Krankenhäuser jährlich aufgewendet. Künftig würden jährlich 1,4 Millionen, wiederum ohne Krankenhäuser zur Verfügung stehen. Die letzteren würden nach den Verhältnissen der Universität Breslau berechnet und jährlich etwa 700 000 M erfordern, sodaß jetzt im ganzen 2100 000 -ft jährlich zur Verfügung ständen. Dazu komme ein gesicherter Kapitalbestand von 8,3 Millionen Mark. Hieraus seien für Bauten 2ya bis 3 Millionen Mark zu entnehmen, 2 Millionen Mark zu einem festen Reservefonds unter Zuwachs der Zinsen, während der Rest zinstragend angelegt werde und tatsächlich als Reservefonds für spätere Bedürfnisse diene. Von mehreren Seiten der Kommission wurde hervorgehoben, daß trotz allem Wohlwollen für die neue Universität, die der Anregung und der Tatkraft des Oberbürgermeisters Adickes zu danken sei, seitens des Abgeordnetenhauses Gewicht auf die Prüfung der finanziellen Seite zu legen sei, weil der Staat bei später erwachsenden Bedürfnisten eventuell eintreten mäste. Die vorjährige Resolution habe neben Wahrung des Charakters als Universität, der Rechte des Staates und der akultäten und der Freiheit der Wissenschaften auch betont, daß weitere Unterlagen dafür zu geben seien, daß in absehbarer Zukunft keine Staatsmittel erforderlich würden und die Vorlegung der Verträge gefordert werde. Wenn auch die Regierung erklärte, daß die Mittel ausreichend gesichert seien, so sei doch eine Nachprüfung, namentlich in rechtlicher Beziehung, und die Vorlegung der Verträge erforderlich. Auch der Vorsitzende der Kommission hob als solcher den vorjährigen Beschluß betr. bte Vorlegung der Vertrage hervor und ersuchte, namens der Kommission um deren rechtzeitige Kenntnisgabe. Der Minister sagte, die Vorlegung einer Zusammenstellung der zur Verfügung stehenden Beträge in Form eines Gesetzentwurfs zu. Von einer Seite wurde hervorgehoben, daß sich die Ausgaben der Universität Breslau in 20 Jahren verdoppelt hätten. Demgegenüber wurde von Regierungsseite erwidert, daß die Gestaltung der Universität Frankfurt ganz besonders gut sei.
Deutsches Reich.
— Ordensverleihung. Berlin, 24. Febr. Dem Prinzen Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, ist der Shwarze Adlerorden'verliehen worden.
— Die Ausländerfrage in der Budgetkommission. Berlin, 24. Febr. Im Verlaufe der heutigen Beratung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses fand eine Aussprache über die Zulassung von Ausländern an den Universitäten statt. Auf mehrere Beschwerden aus der Mitte der Kommission wegen ungenügender Vorbildung und besonderer Rücksichtnahme auf ausländische Doktoranden erklärte der Kultusminister, das weitgehende Eastrecht an den Universitäten sei für Deutschland von großem Werte, da durch die studierenden Ausländer für spätere Zeiten nützliche Beziehungen zum Auslande angeknüpft würden. Voraussetzung sei aber, daß die Ausländer das Eastrecht zu würdigen wüßten und das Studium der Heimischen nicht beeinflußten. Die Gebühren für die Zulastung zu den Instituten seien letzthin verdoppelt worden und es würden in neuerer Zeit bezüglich der Vorbildung tunlichst die gleichen Anforderungen gestellt wie bei den Inländern. Der Hallesche Studentenstreik sei veranlaßt worden durch unrichtige Handhabung eines Ministerialerlastes aus dem Jahre 1896. Remedur sei geschaffen worden. Jetzt würden an <rllen Universitäten die Studenten zu den Kliniken nur zu- gelasten, welche das Physikum bestanden hätten. Weitere Maßnahmen zur Beschränkung der Besuche der Ausländer an den Universitäten seien erwogen worden, doch seien sie noch nicht abge- schlosten. Mehrfach werde alsdann noch verlangt, daß, wie in München, nur ein bestimmter Prozentsatz der Studierenden Ausländer sein dürften.
— Kaiser Wilhelm II.-Stistung. Dllsteldorf, 24. Febr. Die Stadtverordneten beschlossen heute, anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers eine Kaiser Wilehlm II.-Stistung in Höhe von einer halben Million für Zwecke der Jugendpflege zu machen und genehmigten ferner anläßlich der hundertjährigen Zugehörigkeit Düsteldorfs und des Rheinlandes zur Krone Preußens im Jahre 1915 eine große Ausstellung unter der Devise „Aus 100 Jahren Kultur und Kunst" zu veranstalten.
— Di« Mecklenburger Berfasiungsreform. Rostock, 24. Febr. Zur Verfastungsfrage wird dem „Rostocker Anzeiger" von zuständiger Seite mitgeteilt: In Verfolg der dem Lande bekannten Bestrebungen bet großherzoglichen Regierung, eine Reform bet bestehenden Landesverfassung, tunlichst im Einvernehmen mit bet derzeitigen Landesvertretung, also in Gemeinschaft mit den beiden Ständen, Ritterschaft und Landschaft, zustande zu bringen, fanden in der jüngsten Zeit erneute Besprechungen mit den Mitgliedern der beiden Stände statt, welche die Herbeiführung des vorgedachten Zieles zum Gegenstände haben. Die Besprechungen werden fortgesetzt und voraussichtlich noch längere Zeit dauern. Alle Pressemitteilungen über die bisherigen (krgebnisie und an
geblich geplanten Maßnahmen find unrichtig und entbehren feg- lichet Begründung.
— Die Festlegung des Osterfestes. Berlin, 24. Febr. In bet Budgetkommission des Abgeordnetenhauses wurde zu Beginn der Beratung des Kultusetats die Frage der Festlegung des Osterfestes erörtert. Der Kultusminister erklärte, die bisherigen Verhandlungen in Rom hatten keine Geneigtheit für eine Aenderung seitens der katholischen Kirche ergeben. Zur Zeit sei Hoffnung auf eine Aenderung nicht vorhanden.
— Der Abgeordnete Schiffer und di« Präsidentenwahl. Die „Köln. Ztg." schreibt: Die sozialdemokratische Chemnitzer Volksstimme hat vor einiger Zeit mitgeteilt, der nationalliberale Abgeordnete Schiffer habe ihr wegen ihrer Behauptung, er habe Bebel zum Reichstagspräsidium verhelfen wollen, Klage angedrobt, diese Klage aber wohlweislich unter« lasten. Der Abgeordnete Schiffer läßt nun, wie uns drahtlich berichtet wird, der Chemnitzer Volksstimme durch andere Abgeordnete mitteiten, er habe, trotz der gegenteiligen Behauptung, gegen sie Strafanzeige erstattet wegen der Unterstellung, daß er bei der Präsidentenwahl Bebel gewählt habe. Der Staatsanwalt, der Eeneralstaatsanwalt und der Justizminister hätten jedoch die Klageerhebung im öffentlichen Intereste abgelehnt. Vor dem Schöffengericht hätte aber Herr Schiffer keine Möglichkeit gehabt, persönlich unter Eid zu bekräftigen, daß er Bebel nicht gewählt habe.
— Wahlfreihrit im Zukunstsstaate. Dresden, 21. Febr. Wolffs „Sächsischer Tagesdienst" teilt folgenden, amtlich festgestellten Fall aus einer sächsischen Stadt mit, in der sämtliche Stadtverordnete der Sozialdemokratie angehören: „Am 30. Dezember 1912 nahm das Stadtverordnetenkollegium' die Wahl eines Stadtrates vor; die nach der Geschäftsordnung geheime Abstimmung ergab, daß von zehn sozialdemokratischen Stimmen zwei auf einen Kandidaten gefallen sein mußten, der dieser Partei nicht angehörte. Der Stadtverordnetenvorsteher nahm darauf die zehn amtlichen Stimmzettel an fich und legte sie, als man sich hinterher im Ratskeller versammelt hatte, feinen Parteigenosten in einem Nebenzimmer mit der Aufforderung vor. jedes Fraktionsmitglied möge „den Mut haben, zu erklären, wen es gewählt habe", und feinen Stimmzettel vom Tische nehmen. Dabei stellte sich natürlich heraus, wer die beiden „nicht genügend zielbewußten" Fraktionsgenosten waren. Der eine von ihnen, der zu Kreuze kroch — er hatte seine Stimme seinem Hypothekengläubiger gegeben —, erhielt Verzeihung, der andere wurde in „geheimer" Abstimmung aus dem sozialdemokratischen Wahlvereln ausgeschlossen und aufgefordert, fein Stadtverordnetenamt niederzulegen. Der Stadtverordnetenvorsteher erklärte sein Verhalten für ganz in bet Ordnung. Unter seinen Genossen herrsche der Fraktionszwang, und sobald ein Verstoß gegen diesen vorliege, könne ihn von weiteren Grotte« rungen hierüber auch der Umstand nicht abhalten, daß eine Wahl geheim sei . . ." Gin niedliches Pröbchen sozialdemokratischer Freiheits
— „Brüderliches." Unter der Ueberschrift „Rotkoller im toten Hause" bespricht der „Vorwärts" die Szenen im Berliner Stadtparla- ment und fällt über die Freisinnigen in folgender Weise her: „Die sozialdemokratische Erklärung war ebenso selstverständlich wie leicht verständ« lich. Aber zwei der berüchtigsten Schaumschläger des Berliner Kommunalliberalismus, Herr Castel und Herr Mommsen, der dekorierte Justizrat und der dekorationsbedürftige Bankdirektor, verstanden sich nichtsdestoweniger dazu, das Opfer ihres Intellektes zu bringen, um sich in lärmender Entrüstung gegen die angeblich unpatriotifche Haltung bet Sozialbemokraten zu ergehen. Zm Namen des Volkes wagten biefe Ver- freier eines schnöden kommunalen Eeldsackwahirechts, hinter dem — wie *e doch selbst am allerbesten wisten! — nur eine Handvoll Besitzender steht, der Sozialdemokratie vorzuwerfen, daß sie das Gedenken nationaler Großtaten schmähe, wenn sie dem hurrapatriotischen Gottesdienst zu Ehren des läppischsten Hohenzollernkults ihre Beteiligung und Mitwirkung versage." Die Post schreibt dazu: Wir empfehlen der Fortschrittlichen Volkspartei, dieses liebenswürdige Dokument ihrem Parteiarchiv einzuverleiben und der Urschrift des nächsten rosaroten Stichwahlabkommens als Anlage beizuheften.
— Das „Militärprogramm bet Linken" hat bie bekannte Zeitschrift „März" festgestellt. Und was besagt das „Militärprogramm der Linken"? Es sind folgende drei Bedingungen, die man als „Voraussetzung einet demokratischen Verstärkung der deutschen Wehrkraft aufstellen kann": 1. Einführung der einjährigen Dienstzeit für die Fußtruppen. 2. Deckung bet Kosten burch birekte Steuern auf hohe Einkommen, Vermögen und Etbschasteo. 3. Beseitigung des Ofsiziermonopols, Ausrückung bet Offiziere aus bem Gemeinen unb Unteroffizieren. Diese „Bedingungen" so töricht sie angesichts der Weltlage und der französischen Rüstungen mit ihrer Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit sind, sind politisch besonders dadurch interesiant, weil sie eine Etappe auf dem Wege zum Milizsystem sind, das jeder rechte Demokrat von Herzen wünscht. Sonst freilich — wird man lachen! Ein Mitarbeiter bet „Lpz. 31. 31.“ meint sehr richtig: Ich finbe, das Programm ist reichlich bescheiden. . Warum nicht die einjährige Dienstzeit für die Kavallerie und Feldartillerie? Das Programm bleibt ja auf dem halben Wege stehen!
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Ausland.
** Die französischen Heeressotgen. Paris, 24. Febr. Offiziös wirb gemeldet, daß der Rat der Direktoren des Kriegsministeriums wahrscheinlich sich für Wiedereinführung des dreijährigen Dienstes aussprechen werde, da die andere Lösung, dreijährig« Dienstzeit der Berittenen und 30monatiger Dienst der übrigen Waffengattungen, als wenig wirksam angesehen werde. Doch würde der dreijährige Dienst nicht nach dem Gesetz von 1889, sondern für alle Rekruten ausnahmslos eingefiihrt werden, ohne jede Begünstigung für Studenten, Lehrer und Stützen der Familie. Man würde den Studenten lediglich gewiße Erleichterungen dadurch gewähren, daß sie gruppenweise das dritte Jahr in Städten mit Hochschulen abdienen könnten. Sobald das Kriegsministerium mit seinen Vorschlägen hervortreten wird, wird das Unterrichts Ministerium über diese Frage seine Ansichten aussprechen. ^Auch die Stützen der Familien würden wahrscheinlich volle drei Zahre dienen und ihre Familien Unterstützungen von Staatswegen er- halten. _ , , ,, , .
** Schwarze Truppen in Paris. Paris, 24. Febr. Heber den Plan, die schwarzen Truppen an bet Parade von Longchamps am 14. Juli teilnehmen zu taffen, wird gemeldet: Es sollen Abtei- langen aller Senegal- und madagassischen Schützenregimenter «ckh