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mit Dem Kreisblati für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend".Fürs Hous" undLandwirtschaftliche Seilcae".

DieOberhrsfijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, Ji frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. T. Hitzeroth). Markt 21. - Telephon 55.

Marburg

Montag, 24 Februar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 L. bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

18. Javrg, 1913.

«Srttks Blatt.

Kliegefurckt unb Sparkassen.

Wir haben schon vor längerer Zeit auf die Unsinnigkeit hingewiefen, mit der viele deutsche Sparer vorgehen, die in der Befürchtung, bei Aus­bruch eines Krieges ihr bei einer öffentlichen Sparkasse angelegtes Geld zu verlieren, ihr Guthaben bei der Sparkasse abheben, um das Geld im Hause aufzubewahren oder anderweitig anzulegen. Allem Anschein nach ist diese ArtKriegsfurcht" trotz aller Mahnungen und Warnungen in der Presse bei der Bevölkerung Deutschlands bisher nicht zu be­siegen gewesen, und die abenteuerliche Vorstellung, dah der eigene Staat die Gelder der Sparkassen zur Kriegführung verwende, oder der fremde Staat im Falle einer Niederlage Deutschlands diese Gelder einstecke, daß also in einem Kriege die Guthaben der Sparkasseneinleger auf jeden Fall für diese verloren seien, scheint unausrottbar zu sein, und zwar edenlo- wohl bei der ländlichen Bevölkerung wie bei denintelligenten" Ber­linern. Sowohl im November wie im Dezember des verflossenen Jahres haben die deutschen Sparkassen einen erheblichen Rückgang der Einlagen im Vergleiche zu den entsprechenden Monaten des Vorjahres zu ver­zeichnen gehabt, der in der Hauptsache aus der Abhebung von Spar­kassenguthaben entstanden ist. Für den Monat November berechnet man den ausschließlich durch die Balkankrisis verursachten Abfluß aus den Sparkassen auf 60 bis 70 Millionen Mark, und für den Monat Dezember ergibt sich ein solcher von 50 Millionen Mark. Der Eesamtzuwaibs der deutschen Sparkassen im vergangenen Jahre dürfte um eine Viertel­milliarde hinter dem des Vorjahres zurückbleiben. Die städtische Spar­kasse Berlin allein hatte im letzten Vierteljahre 1912 ein Minus von rund 7V2 Millionen Mark an Einlagen gegenüber den Rückzahlungen zu verzeichnen. Die Zurückziehung von Sparkassenguthaben war in den letzten Monaten noch weit größer als während der Marokkokrifis im Jahre 1911. Diesen Verhältnissen gegenüber kann nur immer von neuem betont werden, daß Spargelder nirgendwo so sicher angelegt sind, auch im Falle eines Krieges, wie bei den deutschen Sparkassen, und daß derjenige, der aus übergroßer Kriegsfurcht sich verleiten läßt, sein Guthaben von der Sparkasse abzuholen, die größte Dummheit begeht, die er in bezug auf die Sicherheit seiner Spargelder begehen kann. Für die Einlagen der Sparer haften bekanntlich das eigene Vermögen der Sparkasse, das gesamte Vermögen der Körperschaften, die die Haftung übernommen hat. die gesamte Steuerkrast der betreffenden Gemeinde, des Kreises, des Landes usw., sowie die Forderungen der Sparkassen selbst. Im Kriegs­fälle darf weder der eigene Staat die Gelder der Sparkassen antasten, noch darf nach den Grundsätzen des Völkerrechts ein fremder Staat die Hand auf diese Gelder legen, und keine Sparkasse kann zu Zahlungen an eine fremde Macht angehalten werden. Für eine etwaige Wert- niinderung an verpfändeten Grundstücken durch einen Krieg hätte das Reich vollen Ersatz zu leisten. Angesichts dieser Verhältnisse sollten die deutschen Sparer sich doch durch keinerlei Kriegsbefürchtungen ins Bocks­horn jagen lassen und nicht ihre Spargelder dadurch, daß sie dieselben aus der sicheren Sparkasse zurückziehen, selbst gefährden. Ein klein wenig Patriotismus sollten sie auch dadurch beweisen, daß sie dem Auslande nicht zeigen, daß die gänzlich unbegründete Sorge um ihr Geld ihnen neben dem Kopfe auch gleich das Herz für das Vaterland nimmt.

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Tie Lage auf dem Balkan.

Die Feindseligkeiten.

Konstantinopel. 22. Febr. Der gestrige amtliche Kriegsbericht besagt: Das Artillerieduell vor Adrianopel dauerte 20 Stunden. Ein von dem russischen Leutnant Nikolai gelenkter bulgarischer Aeroplan fiel gestern innerhalb der Verteidigungs­linie von Adrianopel nieder. Der Leutnant mitsamt seinem Flugzeug wurde gefangen genommen.

Konstantinopel. 22. Febr. Daß Preßbüro teilt mit: Sei den Angriffen auf Bardagnol am 7. und 8. Februar verloren die Montenegriner 6000 Tote und Verwundete. Mch die Ver­luste der Serben waren beträchtlich. Die ottomanischen Truppen haben Dardagnol wieder eingenommen.

Belgrad, 22. Febr. Hier eingetroffenen Nachrichten zu­folge erlitten die Bulgaren auf der Halbinsel Gallipoli eine Niederlage. Der Kampf war ungemein heftig und forderte auf beiden Seiten sehr große Verluste.

Die Fremden in Adrianopel.

Konstantinopel, 22. Febr. Der Kommandant von Adrianopel teilte den Konsuln den Beschluß der Regierung mit, daß es den Ausländern freistehen solle, sich in die in der Vorstadt Karagatsch eingerichtete neutrale Zone zu begeben. Die Konsuln legten den Botschaftern funkentelegraphisch dar, daß der Auszug der Fremdenkolonie auf die einheimische Bevölkerung einen pein­lichen Eindruck machen werde und fragten an, ob sie von der Er­laubnis der Regierung Gebrauch machen sollten. Die türkische Presse warf schon vor mehreren Tagen die Frage auf, warum die Erlaubnis zum Auszuge in die neutrale Zone nur für die Aus­länder und nicht auch für die Frauen und Kinder der Ein­heimischen verlangt werde.

Die Aktion der «ächte.

Sofia, 23. Febr. Die Vertileter der Großmächte unter­nahmen heute nachmittag 1 Uhr einzeln eine Demarche bei dem Ministerpräsidenten und Minister des Aeußern Eeschow, dem sie den dringenden Rat erteilten, die Lösung der bulgarisch-rumäni­schen Streitfrage der Entscheidung der sechs Großmächte zu unter­werfen. Eeschow erwiderte, er werde darüber dem Ministerrat be­richten und sodann antworten. Die Regierung brachte den Ver­tretern der Mächte zur Kenntnis, daß sie dem türkischen Beschlüsse, ,als neutrale Zone Karagatsch für die fremden Kolonien von Adrianopel zu schaffen, nicht zustimmen könne und in dieser Frage »ach wie vor an der von der Pforte selbst vorgeschlagenen ur­sprünglichen Lösung festhalte, nach der die Fremden die Bewil­ligung erhalten sollten, die türkischen Linien zu verlassen. Diese ^Lösung sei übrigens menschlicher, da sie alle Gefahren ausschlietze.

dir aus Epidemien, Hungersnot und den Unbilden der Jahreszeit entstehen könnten.

Oesterreich und Rußland. *

Paris, 22. Febr. DemMatin" wird aus London ge­meldet, daß die zwischen Oesterreich und Rußland bezüglich der Abgrenzung Albaniens aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten nunmehr fast vollständig verschwunden seien. In berufenen Kreisen zweifle man jetzt nicht mehr daran, daß in der für den 27. Februar anberaumten nächsten Botschafterversammlung ein vollständiges Einvernehmen über die Frage erzielt werden wird.

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Paris, 22. Febr. Der frühere türkische Minister des Aeußern Noradunghian, der vorgestern in Nizza eingetroffen ist, erzählte einem Berichterstatter, der ermordete Kriegsminister Nazim Pascha sei so arm gestorben, daß die gegenwärtige Regie­rung seinen Kindern eine Pension angeboten habe, die von diesen jedoch mit Abscheu zurückgewiesen worden sei. Eine Tochter Na­zims sei im Wahnsinn gestorben, eine andere lebe im tiefsten Elend in Konstantinopel.

Politische Umschau.

Die Steuerabzugsfähigkeit der Offiziers- und Seekadettenzulage.

Ueber die Cteuerabzugsfähigkeit der Offiziers- und See­kadettenzulagen vom väterlichen Einkommen sind neuerdings meh­rere höchstgerichtliche Urteile ergangen, die für Offiziere und ihr« Angehörigen von großer Bedeutung sind. Während das Oberver­waltungsgericht im allgemeinen anerkannt hat, daß die Zulagen für Offiziere und Seekadetien abzugssähig seien, hat der Verwal­tungsgerichtshof in Braunschweig nur eine bedingte Abzugsfähig­keit zu gegeben. Bei den Offizierszulagen hängt die Abzugsfähig­keit davon ab, ob und wie weit die Zulagen über die Grenze der gesetzlichen Unterhaltungspflicht hinausgeht und ob das Dienst­einkommen des Offiziers zur Bestreitung des standesgemäßen Un­terhaltes in einer Garnison genügt. Dazu ist zu bemerken, daß dies bei jungen Leutnants niemals der Fall fein dürfte, was schon daraus hervorgeht, daß von jungen Offizieren die häusliche Zulage verlang: wird. Aehnlich liegt der Fall bei den Seekadetten. Es ist entschieden worden, daß die Zulagen nicht abzugsfähig seien, sobald sie auf der gesetzlichen Unterhaltungspflicht des Steuerpflich­tigen beruhen. Die Unterhaltungspflicht besteht nicht, wenn der Seekadett volljährig ist und sich aus dem Stamm feines eigenen Vermögens unter Zuhilfenahme seines Diensteinkommens unter­hält, vorausgesetzt, daß dieser Vermögensstand mit dem beruflichen Einkommen zur Bestreitung des Lebensunterhaltes genügt. Auch bei minderjährigen Seekadetten, deren Einkünfte aus privatem Vermögen neben dem Diensteinkommen zu den Kosten des Unter­haltes ausreichen, besteht keine Unterhaltungspflicht. Der vom Steuerpflichtigen darüber hinaus geleistete Zuschuß ist deshalb ab­zugsfähig, nicht aber die Zulagen an Kadetten ohne jedes oder ohne ausreichendes Vermögen, denn in diesem Falle besteM. die Verpflichtung für den Vater, den standesgemäßen Unterhalt ourch Zulagen zu ermöglichen.

Die Lage in Mexiko.

Mexiko, 22. Febr. Huerta erklärte mehreren Journalisten, der Friede in Mexiko werde um jeden Preis wiederhergestellt. Er fetze seinen Ehrgeiz darein, daß in dem Augenblick wo er sein Amt niederlege, die Ordnung wieder hergestellt und Leben und Eigentum der Ausländer und Mexikaner gesichert sei. Huerta gab zu, daß einige Gruppen der neuen Regierung noch ablehnend gegenüberständen. Es würden Unterhändler und wenn nötig, Truppen zu ihnen gesandt, um eine Verständigung zu erzielen. Weiter erklärte sich Huerta für Preßfreiheit.

Mexiko, 22. Febr. Der Expräsident Madero und der Exvizepräsident Suarez sind heute er­schossen worden, als man bei ihrer Ueberfüh- rung nach dem Gefängnis versuchte, sie zu be­freien. Von den Angreifern wurden bei dem Kugelwechsel zwei erschossen. Huerta hat diese Nachrichtbestätigt.

Berlin, 23. Febr. Zu den Vorgängen in Mexiko schreibt dieNordd. Allg. Ztg.": In Mexiko ist durch die Ereignisse der letzten Woche der Sturz der Regierung Maderos besiegelt worden. Seinem Nachfolger, dessen erstes Auftreten sich unter günstigeren Auspizien vollzog, begegnet man mit dem Wunsche, daß es ihm gelingen möchte, dem schwergeprüften Lande den inneren Frie­den wiederzugeben und geordnete Zustände herzustellen. Damit würde auch der Erwartung entsprochen, die von den mit Mexiko in freundlichen Beziehungen stehenden Mächten im Interesse ihrer dort lebenden Angehörigen gehegt wird.

Deutsches Reich.

Besuch des dänischen Königspaares in Berlin. Berlin, 23. Febr. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt zu dem Besuch des dänischen Königspaares: Ihre Majestäten der König und die Königin von Dänemark treffen am Montag in Berlin ein, um als Gäste des deutschen Kaiserpaares mehrere Tage bei uns zu verweilen. Der Besuch bekundet erneut die Freundschaft, durch die seit dem Regierungsantritt Kaiser Wilhelms das Haus Hohen- zollern mit der dänischen Herrscherfamilie nunmehr in der dritten Generation verbunden ist. Wie sein Großvater Christian IX., dessen ehrwürdige Königsgestalt in Deutschland unvergessen bleibt, wie sein Vater Friedrich VIII., an dessen erschütterndem Hin­scheiden auf deutscher Erde im Mai des Vorjahres unser Volk innigen Anteil nahm, ist König Christian X. oee dem Wunsch

erfüllt, gute Beziehungen Dänemarks zum Deutschen Reich zu unterhalten und zu festigen. Diese Gesinnung wird auf deutscher Seite aufrichtig erwidert. In der Königin Alexandrine von Dänemark begrüßen wir mit besonderer Freude die erlaucht« Schwester unserer Kronpttnzessin. Mögen sich die dänish.-n Moje- stäten während ihres Hierseins überzeugen, wie mannigfache Bande Deutschland und Dänemark in ihrem K.'..urleben mitein­ander verknüpfen, mögen sie bei der Rückkehr in ihre Heimat da» Bewußtsein mitnehmen, unter Freunden geweilt zu haben.

Der neue deutsche Botschafter in Rom. Berlin, 22. Febr. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie wir hören, ist als Nach­folger des zum Botschafter in Rom bestimmten bisherigen Ge­sandten in Brüssel, v. Flotow, der derzeitige Gesandte in Sofia, v. Below-Saleske, ausersehen. Er wird seinen bisherigen Posten erst verlassen, wenn die politische Lage es gcft tet.

150 Millionen fiir Wehrzwecke. Wie nach Meldung Ber­liner Blätter verlautet, sind nunmehr im Reichsschatzamt zwei Besitzsteuervorlagen ausgearbeitet worden, eine Reichsvermögens­zuwachssteuervorlage und eine Erbsihaftssteuervorlage, die in allernächster Zeit dem Bundesrat zugehen sollen. Auch der Inhalt der neuen Wehrforderung steht nunmehr endgültig fest, obwohl die Höhe der einzelnen Posten noch nicht mit Sicherheit übersehen werden kann. Die gesamten Neuforderungen würden sich auf rund 150 Millionen Mark belaufen. Die Flugvorlage soll erst mit der großen Heeresvorlage zusammen dem Reichstage vor­gelegt werden. Weiter schreibt dieNordd. Allg. Ztg.", daß an allen maßgebenden Stellen eine llebereinstimmung dahin besteht, daß die Militärvorlage und die Vorlage über die Deckung der neuen Forderungen gleichzeitig dem Reichstag '-geben soll

Negierung und Jesuitengesetz. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt in ihrem Wochenrückblick:Dor Reichstag hat am ver­gangenen Mittwoch den Zentrumcantrag auf Aufhebung des Iefuitengefetzes angenommen. Das war zu erwarten und ist nur die Wiederholung früherer Beschlüsse. Erfre"*ich ist nur die Ruhe, mit der diesmal die Verhandlungen, die neue, fachlich« Gesichtspunkte nicht gebracht haben unb wohl auch nicht bringen konnten, geführt worden sind. Solche erscheint doppelt notwendig in einer Frage, die nur zu oft schon die Angehörigen beider christ­lichen Konfessionen leidenschaftlich erregt hat. Wem es ehrlich darum zu tun ist, daß die verschiedenen Konfessionen für die religiösen Bedürfnisse ihrer Angehörigen ihren Elaubenesatzungen entsprechend eintreten und sorgen, ohne daß der konfessionelle Friede untergraben wird, der wird es begrüßen, daß wir uns so wieder dem Zustand nähern, der bis in das Jahr 1912 bestanden hatte. Dieser Zustand gab uns immerhin einen von leidenschaft­lichen Erregungen freien Modus vivendi, der sich in einer, aller Engherzigkeit abgewandten Handhabung des Gesetzes kenn­zeichnete. Daß der Vundesratsbeschluß vor: 28. November hieran nichts hat ändern sollen, und nichts geändert hat, ist gegenüber anderweitigen unrichtigen Auffassungen vom Reichskanzler im Reichstage ausdrücklich feftgefteHt worden." Demnach scheint bet Bunbesrat nicht gewillt, bem Beschluß bes Reichstags irgend­welche Folge zu geben.

Ein deutscher Offizier unter Spionageverbacht in Ruß­land verhaftet. Nach derFranks. Ztg." wurde in Dünaburg (Kurland) ein deutscher Offizier unter Spionageverdacht ver­haftet.

Aus Versehen." Darmstadt, 22. Febr. In der Zweiten Hessischen Kammer ist die Zivilliste des Großherzogs und die Ordenskosten einstimmig angenommn worben. Nunmehr er­klärt der sozialdemokratische Abgeordnete Ulrich, daß er und seine Freunde nuraus Versehen" für diese beiden Etatsposten ge­stimmt hätten.

Der erste Sozialist als Stadtrat in Preußen. Große Freude ist beimB. T." eingekehrt, weil der Frankfurter Magi« stratsausschuß der Stadtverordnetenversammlung die Wahl bes Sozialdemokraten Schmidt als Stadtrat empfohlen hat. Da nur die nationalliberalen Stadtverordneten weiße Zettel abgeben unb die Freisinnigen dafür find, und da ferner Frankfurter Stabträte eine Negierungsbestätigung nicht bedürften, so werbe Preußen in Herrn Schmibt bemnächst seinen ersten sozialdemokrattschen Stabtrat erhalten. Sehr richtig bemertt bieD. Tagesztg.": Daß Frankfurt a. M. in bemfelben Augenblicke, wo fein llni- versitätsplan offenbar enbgültig genehmigt wird, dem preußischen Vaterlande den ersten sozialdemokratischen Stadtrat zu präsen­tieren sich anschickt, ist überaus bezeichnend." Aber die Re­gierung hats so gewollt!

Ein Dementi. Neustrelitz, 22. Febr. DieNeustrelitzer Zeitung" erfährt von unterrichteter Stelle zu der Meldung des Berliner Tageblatts" über die eventuelle Ausübung der Union zwischen den beiden Großherzogtümern Mecklenburg, daß dies« Meldung selbstverständlich jeden tatsächlichen Hintergrundes ent­behrt.

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Ausland.

** Albanien. DieVoss. Ztg." meldet aus Triest: Das vor- bereitende Komitee des am 1. März hier tagenden Albanesen- Kongresses hat das Kompromißprogramm ausgearbeitet. Darin wird ein unabhängiges, politisch unb wirtschaftlich lebensfähiges Albanien sowie bas Enbe bes Krieges unb bet Blockabe in Al­banien gefordert: ferner bie Kutzowwallachen unb alle anderen Nationen, bie im unabhängigen Albanien leben wollen, al, Brubervölker begrüßt unb es wirb erklärt, daß der Kongreß ent* scheidende Beschlüsse über die Regiernngssorm Albanien» fasse« wird.