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Marburg

Sonnabend, 22 Februar -----«°°°«--» °°'°e"

l^rkes Blatt

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18. goto

1913.

gegen Oesterreich sowie von Gefahren sprechen, mit denen DelcasfL de« Frieden bedrohe. Diese Gerüchte habe Delcaffe in seiner Kammerred« im Jahre 1908 mit Erfolg zurückgewiesen. Jaures schreibt in der Jöw manite": Delcasie hat mindestens zwei Jahre lang unermüdlich bn hauptet, daß auch Kaiser Wilhelm seine friedfertigen Absichten kenn«. Es wäre ein dreifaches Verbrechen von Delcasie, wenn er nach Peters« bürg ginge, um dort die Rolle eines Störenfrieds zu spielen. Der Figaro", der zu den entschiedensten Gegnern Delcasses gehört, schreibt: Sein einziger Platz ist in Petersburg, die übrigen Hauvtstädte stnd ihm verschlossen wegen der Erinnerung an seine famose Einkreisungspolitik gegen Deutschland, die so kläglichen Schiffbruch erlitten hat, sowie wegen seiner Sucht, Eeheimoerträge abzuschließen. In Kammerkreisen hat die Ernennung Delcaffes viel Befriedigung aber auch große Ueberrasch« ung hervorgerufen, da ihm noch vor wenigen Tagen die Präsidentschaft der radikalen Linken angeboten worden war und er zur Uebernahm« dieser Stellung geneigt schien. Es heißt, daß der gegenwärtige Botschaf­ter Louis die Absicht habe, um seine Versetzung in den Ruhestand nach­zusuchen, doch glaubt man, daß die Regierung sich bemühen werde, ihn dem aktiven Dienst zu erhalten und ihm eine dem Range entsprechende Stelle im Ministerium des Aeußern zu geben.

Interessant ist, wie die Ernennung Delcasies in England ausgenom­men wird. Die offiziöseWestminster Gazette" schreibt: Delcasie g lt mit Recht als einer der Haupturheber der Entente. Die Ereignisieten ihn zeitweise zum Sturmzentrum zwischen Frankreich und Deutsch­land. Aber mit der Erledigung der Marokkofrage darf dies Kapitel o!» geschloffen betrachtet werden. Wenn die Entente unter den Umständen des letzten Jahrzehntes für ihre Partner großen Wert hatte, so tonnen wir jetzt keinen größeren Vorteil für sie und die ganze Welt denken, < 's daß eine Detente zwischen der Entente und dem Dreibund Platz greise.

Die Jahrhundertfeier.

Die Sozialdemokratie hat im Berliner Rathause wieder ein­mal ihren Standpunkt mit solcher Gehässigkeit außerhalb dieses deutschen Volkes genommen, daß ein Schrei der Entrüstung durch die Lande gehen müßte, wenn man es nicht im Gegenteil mit einer gewiffen Befriedigung zu begrüßen hätte, daß gerade bei einer solchen Gelegenheit, welche die Gemüter des wirklichen deut­schen Volkes aufs tiefste bewegt, die vaterlandslose Gesinnung der Sozialdemokratie in ihrer ganzen Kraßheit und Häßlichkeit sich offenbart. Denn die Sozialdemokratie verliert tatsächlich den größten Teil ihrer Gefährlichkeit in dem Augenblick, wo sie die Heuchlerlarve fallen läßt, die Heuchlerlarve, mit der sie leider im­mer noch Millionen von Mitläufern an ihre Fahne zu fesseln ver­steht.

Wie bekannt ist es der 10. März, der Todestag der Königin Luise, an dem Preußens Landheer und Marine das Andenken an die Befreiungskriege festlich begehen werden. In allen Garnisonen werden feierliche Eotesdienste mit anschließender Parade abgehal­ten werden. In Breslau, der geweihten Ursprungsstätte der ge­waltigen Erhebung und des AufrufsAn mein Volk", wird Prinz Eitel Friedrich als Vertreter des Kaisers erscheinen und an den Denkmälern König Friedrich Wilhelms III. und des Feldmar- fchalls Blücher Kränze niederlsgen. In Berlin aber werden die höchsten Vertreter des Heeres und der Flotte um den Kaiser sich scharen zu einem machtvollen Akte der Erinnerung, deffen sym­bolische Kraft gerade in diesen Tagen mit elementarer Kraft auf die Seelen des deutschen Volkes wirken muß. Der Kaiser selbst wird Kränze niederlegen an den Grabstätten König Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise. Die Feierlichkeiten werden in Gottesdiensten im Dom und in den Earnisonkirchen, in einer Gedenkfeier am Denkmal König Friedrich Wilhelms III. und in einer Parade im Lustgarten und in der Umgebung des Königlichen Schlaffes bestehen. Neben dem Heere wird, wie sich von selbst ver­steht, den Kriegervereinen der Ehrenplatz eingeräumt sein, auf den sie gerade bei dieser Gedächtnisfeier Anspruch haben.

Der Erundton aller dieser Feierlichkeiten wird bei allem Hoch­gefühl ein st sein müssen, wie es die Zeiten sind. Es ist ja charakteristisch, daß die Pariser Börse die Meldung von der Ernennung Delcaffös zum Botschafter in Petersburg als ein sehr bedenkliches Ereignis gewertet hat. Wir sind nicht so nervös, und wenn man auch an den maßgebenden deutschen Stellen die subjektive Bedeutung dieses ersten Schrittes des neuen Präsidenten nicht verkennt, so ist man dort doch augenscheinlich überzeugt, daß die Grundmauern der deutsch-russischen Freundschaft und der euro­päischen Friedenspolitik selbst der verbrüderten Tätigkeit der Herren Iswolski und Delcaffö standhalten werden.

Aber die Berufung Delcaffös ist ja nicht das einzige Symptom. Noch tobt der Ballsnkrieg, noch stehen Rußlands und Oesterreichs Heere gerüstet an den Grenzen, noch ist die Welt an allen Ecken angefüllt mit Zündstoff. Täuschen wir uns nicht, die Nachrichten, die aus Frankreich über die neuen großen militärischen Anstren­gungen zu uns herüberdringen, müffen bei uns doch den Gedanken wachrufen, daß dieser westliche Nachbar den jetzigen Zeitpunkt zu einer Auseinandersetzung mit uns für gekommen erachtet. Jetzt oder nie. Aber wenn schon, gerade die Erinnerung an die Zeit vor 100 Jahren zeigt uns, daß ein Volk, das im Innersten gesund ist und das den Willen hat, seiner Kraft und Freiheit zu leben, auch vorwärts kommt gegen die mächtigsten Feinde. Aber ge­rüstet wollen wir sein, innerlich und äußerlich. Wir wollen uns vorhalten, daß heute jeder Tag Opfer wie vor 100 Jahren von uns fordern kann. Von der Regierung aber verlangen wir, daß

Deutsches Reich.

Der Kaiser und Cadineu. Bekanntlich liebt es der Kaiser, in stark zugespitzter Weise über seine Erfahrungen zu reden. Er hat es auch auf der letzten Versammlung des Landwirtschaftsrats getan. Es ist ja natürlich, daß das, was der Kaiser dort vor­bringt, mehr oder minder auf dem beruht, was feine V-tt* 1 - in Cadinen ihm vortrugen. Was der Kaiser da über leinen Pächter sagte, gab derBerliner Morgenpost" Veranlaffung, die Verhältnisse eingehender zu prüfen, und es stellte sich heraus, daß der Pächter, ein Herr Sahst, mit der Kündigung der Gutsverwal« hing durchaus nicht einverstanden ist und mit ihr im Prozeß liegt. Jetzt wird folgende Meldung verbreitet: In einer Versammlung des landwirtschaftliche« Lokalvereins von Elbing und Umgegend, dem zumeist die Gutsnachbarn von Cadinen angehören, wurde gestern Stellung genommen gegen die zügellose Weise, mit der der Kaiser belogen worden sei. Es müffe dafür gesorgt werden, daß die betreffenden Ohrenbläser mundtot gemacht würden. Der Pettkuser Roggen ist schon vor 20 Jahren, also länger bevor der Kaiser Gutsherr von Eadinen wurde, von Vereinsmitgliedern angebaut worden. Dem angeblich untauglichen kaiserlichen Pächter Sahst wurde einstimmig ein Vertrauensvotum erteilt, das u. a. die Unterschrift des Landrats des Kreises Elbing, des Sohnes des früheren Staatssekretärs v Posadowsky, trägt.

Sozialdemokraten und die Gedenkfeier für 1813. Berlin, 21. Febr. Die städtischen Gedenkfeiern für 1813, wie sie der Magistrat vorgeschla- gen hat, erregten in der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversamm­lung einen Sturm, bei dem die Geister heftig aufeinander platzten. Di« Sozialdemokraten erklärten, daß die Mehrheit des preußischen Volkes und der Berliner Bürger keine Veranlaffung haben jener Zeit feierlich zu gedenken. Unmitelbar nach der Erklärung der Sozialdemokraten gab der liberale Stadtverordnete Caffel dem Eefiihl der Empörung Ausdruck, welches die Mehrheit der Versammlung und die Bürgerschaft erfüllen müffe angesichts der Regierung deffen, was das Volk als Dankbarkeit empfinde. Auch Stadtverordneter Mommsen erklärte, daß die Sozial- demokraten bei diesem Vorgehen garnicht zu verstehen seien. Die Er­regung zitterte noch lange nach, sodaß der Vorsteher bei den nächsten Punkten der Tagesordnung mit Hilfe der Glocke wiederholt Ruhe schaf­fen mußte. _______________________

neu entstanden. Am Abend der festlichen Wiedereröffnung gab man di« OperetteDie beiden Husaren", eine nett erfundene drollige Geschichte zweier Zwillingsbrüder, von denen der eine schneidiger Husarenleutnant, der andere ehrsamer Schneider ist. Das Publikum folgte den darauf entstehenden Verwechselungen mit anhaltendem Jntereffe. Von den Darstellern erzielte besonders Gustav Matzner, der die Doppelrolle statt und frisch spielte, wohlverdienten Beifall.

Es gibt noch Idyllen in der Weltstadt Berlin. Mitten im Verkehrs­strom liegt die stille kleineKirchgaffe", die von der Dorotheenstädttfcken Kirche, zu der sie führt, ihren Namen hat. Dott hat sich ein Unterneh­men etabliert, das, abgesehen von der Neuartigkeit seines Geschäfts- betriebes, ein bezeichnendes Licht auf das Ruhebedürfnis wirst, das sich in dem mit Volldampf arbeitenden Berlin immer mehr geltend macht. Manche von den vielen Tausenden Angestellter, die über ein eignes Heim verfügen, können bei einiger Fixigkeit im Schnelleffen Mittags immer noch ein Viertelstündchen zu einer Siesta erübrigen, aber viele können ihre entfernt gelegenen Wohnungen nicht erreichen, find auf Cafes oder Restaurants angewiesen und haben nicht Gelegenheit zu einer Erholung. Diesen, während ihrer Tischzeit Heimatlosen will das Unternehmen in der kleinen KirchgaffeSiesta", E. m. b. h., eine Stätte bereiten, ein« richtige ordentliche Schlummerstätte, wo man fich wie zu Hause auf dem Sofa gründlich ausruhen kann. 60 Kabinen stehen den Erholung und Ruhe Suchenden zur Verfügung, aber es kostet mindestens 60 4 für bi« Stturde, für zwei Stunden eine Mark in der zweiten Klaffe. So nett der Gedanke ist, so wenig ist denen geholfen, die der Hilfe am ehesten be­dürfen. Der Bürobeamte aus Pankow mit*150 <M. monatlich, die Tipp­mamsell aus Sadowa mit Tagesverdienst von 3 cM, sie können nicht jede« Monat 15 bis 20 M für ihre Siesta ausgeben! Und so werden^ wohl nach rote vor, namentlich zur Sommerzeit, diese Hunderte von blassen Laden­mädchen, schmalschultrigen Handlungsgehilfen und anderen Angestellte« in gewerblichen oder kaufmännifchen Betrieben auf den Banst« der wenigen schattigen Plätze in Berlin kurz- Rast zwischen den Arbeit«, stunden pflege« müffen, gestört von dem ununterbrochen brausend«« Donner des Verkehr». "»

Mll Dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Rach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"._______

Politische Umschau.

Zur Ernennung Delcaffes.

Die Ernennung Delcaffes zum Botschafter in Petersburg wird von der französischen Presse im allgemeinen günsttg beurteilt. DasEcho de Paris" erklärt, Delcasie sei der rechte Mann am rechten Platz. Seine Wahl habe in Petersburg so lebhafte Befriedigung hervorgerufen, daß Sasonow seine Ernennung noch am selben Tage, an dem die Zusttmmung des Zaren erfolgte, auch nach London telegraphiert habe. In anderen Hauptstädten werde man aus diesem Anlaß vielleicht von neuem wider­sinnige Märcken wachrufen wollen. Man werde vielleicht von neuem von einer Einkreisung Deutschlands und von ruffisch-französischen Jntriguen August Wilhelm, Prinz Karl von Rumänien und zahlreiche andere Fürstlichkeiten der Feier bei.

Berlin steht in dieser Woche im Zeichen der Landwirte.Die Land­wirte sind in Berlin", so hört man überall. Gerne gesehen sind diese wetterharten Gestalten mit den gebräunten Gesichtern, die mit ihrem bodenfaffenden, behäbigen Schritte durch die Straßen der Reichshaupt­stadt wandern, vor den Sehenswürdigkeiten verweilend, mit verwunder­tem Blick erfassend, wie in diesem Eroßstadttrubel in einer kurzen Spanne öon zwölf Monaten Neues entsteht und ebenso schnell wieder verschwindet. In wie Kohltuendem Gegensätze zu den von Eroßstadtlust angekränkelten Asphalttretern stehen diese frischen kräftigen Landwirts­gestalten! Sie bringen aus Ost und West, von Nord und Süd des deut­schen Vaterlandes ein Hauch von gesunder Landluft und Kraft mit in die von tausend nervösen Zerrüttungen erfüllte Atmosphäre der Millionen­stadt. Und wenn die liberale Eroßstadtpreffe über diegrüne" Woche spöttelt und überDöllerei und Ueppigkeit" derAgrarier" witzelt, soll man doch nicht vergessen, daß der Landwirt draußen bereitwillig das ganze Jahr hackt und pflügt und hart arbeitet, und daß er, wenn er zur Landwirtschaftswoche in Berlin ist,' nur sozusagen im Fluge genießen kann, was der Berliner täglich jahraus jahrein zur Verfügung hat, jene großstädtische Bevölkerung, die nicht mehr weiß, wie sie ihr tägliches Der- gnügungsquantum bewältigen soll.

Die zur Bundesversammlung in Berlin eingetroffenen Landwirte konnten so am Sonntag gleich ihr Jntereffe für den Pferdesport zeigen, denn zum ersten Male in diesem Jahre hatten sich im Sportpalast in der Potsdamer Straße die Preisreiter mit ihren Pferden aus Anlaß des 6. Turniers deutscher Pferde versammelt und rangen um die Sieges­palme. Die Beteiligung an den einzelnen Konkurrenzen war sehr zahl­reich und das Material durchweg recht gut. Die schnelle Abwicklung des Programms bot für die Zuschauer reiche Abwechslung. Wie immer fan­den die Jagdspringkonkurrenzen besonderes Jntereffe.

Im Berliner Theaterleben hat eine bewährst Stätte der Kunst ihre zeitweilig geschloffenen Pforten wieder aufgetan. Das Theater des Westens. Nachdem es länger als ein halbes Jahr außer Betrieb gesetzt war, ist es aus der Asche des Brandes schöner und behaglicher als zuvor

DieOberheffifche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch W6 4e) die Post bezogen 2.25 M. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen * 2, <* frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch

(Inh.: Dr. C. Hitzeroth), M^rkt 21. Telephon 55.

Berliner Brief.

Eine Exiranummer, oder bester gesagt eineEinlage" in dem Fest­programm der Woche war der Einzug des prinzlichen Brautpaares in Berlin. Erst Extrablätter am späten Borabend des Einzuges oder die Morgenblätter verkündeten der Bevölkerung das unerwartete Fefstr- eignis; doch die Hauptstadt bestand dieseProbemobilmachung" nicht weniger gut wie die Rathenower Ziethenhusaren, die auch erst nach­mittags ihren ehrenvollen Auftrag erfuhren, das prinzliche Brautpaar vom Bahnhof ins Kaiserschlotz zu geleiten. Leise rieselt noch der Regen nieder, der in den frühen Morgenstunden die Stadt in seine grauen Schleier gehüllt Hai, aber nicht wie an jedem Werktage eilen die Tau­sende fleißiger Arbeitsbienen durch die Straßen: am Einzugsmorgen scheinen alle Zeit zu haben. Ungezählte Tausende halten inne auf dem Wege zu der Stätte ihrer Wirksamkeit und umsäumen in dichten Scharen die Einzugsstraße am Potsdamer Bahnhof, Siegesallee und Unter den Linden, die historische Prachistrcße Berlins, auf der nach alter Ueber- lieferung die in das kaiserliche Haus einheiratenden fremden Prinzef- finnen feierlich zum königlichen Schloß einziehen. Kurz vor neun Uhr ertönen Hurrarufe, die Wache am Brandenburger Tor tritt ins Gewehr, und bald erscheinen in dem mittleren Vogen des Tores die Husaren mit ihren Lanzensähnchen. Bewegung kommt in die Masten, und als der offene vierspännige Wagen mit dem prinzlichen Brautpaar und dem Kaiserpaar durch den Torbogen einfährt, da gibts kein Halten mehr: die Schutzmannskette wird überrannt, und das Publikum drängt fich hurrarufend, mit Tüchern wehend, um den kaiserlichen Wagen, der in flotter Fahrt seinen Weg die Linden entlang nach dem königlichen Schloß nimmt.

Noch eines anderen frohen Ereigniffes in unserem Kaiserhause sei hier gedacht: der Taufe des jüngsten preußischen Prinzen. Alexander- Ferdinand Albrecht-Achilles Wilhelm Joseph Viktor Karl Feodor das find die Namen, die dem jungen Hohenzollernsproffen bei seiner Taufe »eigelegt wurden ist bekanntlich der Sohn des Prinzenpaares August Wilhelm. Mit de« Kaiserpaar wohnte» die Ettern bet Prinzessin

sie gerade jetzt mit dem großen Gedanken der allgemeinen Wehr­pflicht völlig ernst macht, koste es, was es wolle. Je voller sich dieser Gedanke verwirklicht, um so ruhiger dürfen wir sein.

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Tie Lane auf dem Balkan.

Konstant in opel, 21. Febr. Vor Gallipoli stehen etwa 30 Transportschiffe mit türkischen Truppen, die vorgestern einen vergeblichen Landungsversuch bei Scharköi unternommen haben. Sie warten, an Land gebracht zu werden.

Konstantinopel, 21. Febr. Die Einnahmen der Türki­schen Tabakregiegesellschaft betrugen im Monat Januar 1913 18 600 000 Piaster gegen 19 800 000 Piaster in der gleichen Periode des Vorjahres.

Konstantinopel, 21. Febr. Nach Aussagen von Reisen­den, die aus Vogados eintrafen, bildet Bogados den äußersten von den Türken besetzten Punkt an der Meeresküste. Die türkischen Linien dehnen sich bis zur Anhöhe von Arabtape, die Vogas be­herrscht, aus, dagegen halten die Bulgaren die gegenüberliegenden Anhöhen, welche Silivri beherrschen, besetzt. Auch Silivri befindet sich in den Händen der Bulgaren.

C e t i n j e, 21. Febr. Der Feind versuchte bei Skutari ver­geblich, einige der verlorenen Stellungen wiederzunehmen. Zwi­schen den Borposten fand ein lebhaftes Feuergefecht statt. Der Feind wagte keine ernsthaften Angriffe. Das Bombardement der Stadt dauert an. Die montenegrinische Artillerie soll dem Feind ernsthaften Schaden zugefügt haben. Am nachmittag ging die tür­kische Artillerie gegen die montenegrinischen Stellungen von Brditza vor. Die Türken beschoffen den rechten Flügel der Abtei­lung Martinowitsch erfolglos. Der Gesundheitszustand der monte­negrinischen Truppen ist trotz des schlechten Wetters ausgezeichnet. Große Scbneemassen bedecken den Tarabosch und die Umgegend.

B u k a r e st, 21. Febr. Heute findet ein Ministerrat statt, der über die Haltung Rumäniens gegenüber dem letzten Schritt der Mächte entscheiden soll.

London, 20. Febr. Wie das Reutersche Büro erfährt, er­schien heute nachmittag der montenegrinische Delegierte Popowitsch auf Weisung seiner Regierung im Auswärtigen Amt und gab eine Erklärung in dem Sinne ab, daß er um die Haltung der montenegrinischen Regierung vollständig klar zu machen, angewie­sen sei, die Situation, wie sie heute sei, darzulegen. Montenegro habe bei den Angriffen auf Skutari bereits viel verloren. Der Besitz Skutaris stelle für Montenegro den hauptsächlichsten Grund zum Kriege dar. In kurzer Zeit würden Montenegros Bemüh­ungen von Erfolg gekrönt und die Stadt genommen fein. Unter diesen Umständen sei er angewiesen, der brittschen Regierung kate­gorisch zu erklären, daß Montenegro auf keinen Fall mit einer Transaktion einverstanden sein könne, die das Ziel hätte, daß Skutari nicht montenegrinisch werde. Selbst wenn der Vorschlag von einer Macht kommen sollte. Montenegro sei entschloffen, nie­mals Skutari zu räumen. Wenn es angegriffen werde, so sei es entschloffen, eher Gefahr zu laufen, vernichtet zu werden, als die Stadt aufzugeben.