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Crites Blatt.

Die Heereevnstllrkuniteu.

Der frühere französische Krisgsminister Millerand erklärte einem Berichterstatter u. a., er billige die von der Regierung geplanten mili- tärischen Mahnahmen umsomehr, als er die Kredite für die in Rede stehenden materiellen Verbesserungen selbst verlangt und deren Ver­wendung im Einvernehmen mit dem Generalstab geregelt habe, llscnn die Zeitungsnachrichten über die von der deutschen Regierung beschlosse­nen Mahnahmen richtig seien, dann mühten die Franzosen handeln, ohne ihre Kaltblütigkeit, aber auch ohne Zeit zu verlieren. Er zweifie nicht «inen Augenbliä daran, dah das Parlament seine Psncht erfüllen werde, wie es dies stets in kritischen Zelten getan habe. Die geeinigten Sozia- listen schienen zwar entschlossen, die beabsichtigte 5ieeresverstärkung nach­drücklich zu bekämpfen, aber sie entbehrten stichhalriger Argumente Sie werden auch nicht sagen können, dah ste die deutschen Sozialdemokraten nachahmen denn wenn sie deren Beispiel wirklich befolgen würden, dann würden sie stillschweigend beobachten.

Auch die französischen Sozialdemokraten lassen sich jetzt zu den be- nbfichtigten Heeresvermehrungen aus. Der Ausschuh der französieren sozialdemokratischen Partei veröffentlicht in derHumanitö einen Auf­ruf, in dem erklärt wird, dah die Sozialisten angesichts der allgemeinen Rüstungen gleich den deutschen Soz'oldemokraten unter den gegenwärti­gen kritischen Umständen ihre volle Pflicht erfüllen würden. Die fran­zösischen sozialistischen Deputierten würden in der Kammer mit ganzer Kraft die Bewilligung der ongekündigten Militärkrcdite und den Wahnsinn der Wiedereinführung der dreijärigen Dienstzeit" zu be­kämpfen. Wenn die leitenden Klassen sich wirklich des nationalen In- teresies be ,"cht wären, dann würden sie durch das Milizsystem. durch die allgemeine Bewaffnung des Volkes, das Land mit einer Verteidigung ausstatten, die es unangreifbar macht und seine Sicherheit und Freiheit beschützen würde.

Interessant ist, was von englischer Seite zu den Heeresvermehrungen gesagt wird. DasDaily Ehronicle" führt in einem Leitartikel aus, dah kein Grund vorläge den Heeresvermehrungen in Deutschland und Frankreich eine zu große Bedeutung beizulegen. Das Blatt zieht den Schluh, dah wenn England den Ratschlägen von Lord Charles Beres­ford und Lord Roberts folge, vermehrte Rüstungen sofort durch ander­weitige Vermarkungen ausgeglichen würden. DasDaily Chronirle fährt fort' Wenn Kräfte tät'g sind, die kriegerische Tendenzen zu haben scheinen, so sind auch noch andere Kräfte vorhanden, die für den Frieden wirken. Bei Gelegenheit haben wir daraus hingewiesen, welche hervor­ragende Rolle Deutschland während der Balkankrise, bei der Verhinde­rung eines europäischen Konflikts gespielt haben. Offenbar sind seine Staatsmänner in der Haltung zu England von demselben Geiste beseelt. Jedermann wird die eben veröffentlichten Berichte über die Erklärungen des Herrn von Jagow und des Admirals v. Tirpitz aufrichtig willkommen heißen. Es ift'in höchstem Mähe befriedigend, zu erfahren, dah der Meinungsaustausch, der stattgefunden bat, zur Beseitigung von Schwie­rigkeiten führte und dah Deutschland Berührungspunkte und gemeinsame Interessen mit England hat. Mihstimmungen zwischen beiden Ländern schaffen von selbst dunkle Wolken am europäischen Horizont. Ihre Freund­schaft wird jedem Budget und dem Ministerium in Europa Erleichte­rungen verschaffen. Indem wir die vorhandenen Mihoerständnisie lösen werden, ebnen wir einem dauernden europäischen Frieden den Weg.

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Tie Lcme auf dem Halfan.

Konstantinopel, 19. Febr. Enver Bey ist ja*i Eeneral- stabschef des auf Gallipoli operierenden 10. Ärmeekorps, der frühere Marineministcr Hurschid Pascha zum Kommandanten von Gallipoli ernannt worden.

Paris, 19. Febr. Pon offiziöser Seite wird gemeldet: Die von der russischen Regierung ausgegangene Anregung, den bul­garisch-rumänischen Zioist in friedlicher Weise durch einen Schieds­spruch zu lösen, habe die Zustimmung der Mächte gefunden, Bul­garien sei geneigt, einen solchen Schiedsspruch anzunehmen. Die Mächte dürften übrigens von dieser Bereitwilligkeit schon Kennt­nis gehabt haben, bevor sie in Bukarest einen Schritt unternahmen, durch den sie der rumänischen Regierung dringend empfahlen, nicht zu dem äußersten Mittel zu greifen, ohne vorher den Beistand der Mächte angerufen zu haben. In Sofia sei gestern ein ähnlicher Schritt unternommen und der bulgarischen Regierung der Rat er­teilt worden, die Regelung des Zwistes den Mächten zu überlassen.

Cetinje, 19. Febr. (Aus amtlicher montenegrinischer Quelle.) Die Beschießung Skutaris wird mit Erfolg fortgesetzt. Gegen den linken Flügel der Kolonne Martinowitsch, die das Dorf Zuos besetzt hält, eröffnete der Feind von Vrditza aus ein heftiges Artilleriefeuer. Die Montenegriner erwiderten es energisch und brachten die türkischen Geschütze zum Schweigen. Das Feuer der türkischen Artillerie blieb wirkungslos. Auf den übrigen Punkten herrscht bis auf einige unbedeutende Scharmützel Ruhe. Die Monte­negriner rüsten sich zum Angriff.

Berlin 19. Febr. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ueber angebliche Mißhandlungen türkischer Kriegs­gefangener in der Festung Belgrad veröffentlichen mehrere deut­schen Blätter Angaben, denen in Serbien sofort und mit Entrüst­ung widersprochen wurde. Ein deutscher Gewährsmann, der als Arzt in der Festung tätig ist, bestätigt, daß jenen für Deutschlands Jnteresien in Serbien schädlich wirkenden Pretzmeldungen nichts tatsächliches zu Grunde lag. Die türkischen Gefangenen in der Bel­grader Festckstg werden menschlich behandelt. Sie erhalten die gleiche Kost wie die verwundeten Serben. Besondere Streitig­keiten mit den serbischen Wachen find nicht vorgefallen. Vor meh- reren Wochen gab es einmal eine größere Prügelei, wobei auf der einen Seite gefangene Türken, auf der anderen Gefangene eines nichttürkifchen Stammes beteiligt waren. Dabei wurde ein serbi­scher Wachtposten, als er die Streitenden trennen wollte, an der Hand verletzt. Der Gesundheitszustand der türkische« Gefangene« in der Festung Belgrad ist al» günstig zu bezeichnen.

Marburg

J3 43

1913.

Tonne1 Stau, 20 Februar »'»«'"iX

Zahlungen unter Nr. 5015 des

Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Vom Heer in Tschataldscha

wird derKöln. Ztg." aus Konstantinopel geschrieben: Ich hatte jüngst Gelegenheit, Einblick in einen Brief zu tun, den ein deut­scher Offizier in türkischen Diensten aus Tschataldscha vom 11. Fe­bruar hierher-sandte. Er schreibt:Während des Waffenstill­standes ist hier fleißig gearbeitet worden. Die Truppen sind in Baracken und Erdhöhlen gut untergebracht und auch vorzüglich verpflegt. Kranke gibt es sehr wenige. Die Eesamtlage hat sich wesentlich geändert. Die Bulgaren haben sich mit ihren Haupt­kräften jedenfalls nach Rodosto, Gallipoli oder Adrianopel zurück­gezogen, und es steht heute dem 2. und 3. Armeekorps höchstens eine starke Division gegenüber. Wir sind daher auf der ganzen Linie mit kleinen Abteilungen vorgegangen, haben die verlassenen Stellungen eingenommen und kämpfen jeden Tug mit feindlichen Nachtruppen. Machmud Schewket Pascha wurde bei seiner letzten Besichtigung hier mit großer Begeisterung von den Truppen be grüßt und drückte sich über das Gesehene sehr lobend aus. Die Wege haben sich, da die letzten Tage schönes Wetter war, bedeutend gebesiert, und es wird tüchtig daran gearbeitet. Leider ist es nun seit heute wieder kalt, mit Regen und Schnee. Wir haben die Bulgaren leicht bis zur Anastasifchen Mauer zurückgedrängt. Rur der linke Flügel hatte größere Verluste: 8 Offiziere und 150 Mann. Die Leute schlugen sich wie die Löwen und sind nur mit Mühe zu- rückzuhalten. Die Stimmung ist vorzüglich. Proviant und Mu­nition gibt es reichlich. Ich war zweimal im Feuer. Hoffentlich wird sich Adrianopel halten, bis wir zum Entsatz heranrücken."

Vornahme der Abgeordnetenwahlen. Solange bei den Urwahlen Terminwahl stattfand, reichte ein Zwischenraum von 8 Tagen zwi­schen den Ur- und den Abgeordnetenwahlen aus. Seitdem aber ein Teil der Urwahlen in Form von Fristwahlen vollzogen wird, muh dieser Zeitraum soweit verlängert werden, daß die bei Fristwahlen vorkommenden engeren Wahlen vorher wahrgenommen werden können. Als frühest möglicher Termin für die Urwahlen kommt bei 14. Mai, d. h. der Mittwoch nach Pfingsten in Betracht. Gewichtig« praktische Gründe sprechen aber dafür, den Urwahlentag nicht in die Zeit der Pfingstferien fallen zu lasten. Die Urwahlen werden daher sicher ein paar Tage später vorgenommen werden.

Das Iesuitengesetz im Reichstag. Berlin, 19. Febr. Der Reichstag beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit der Be- ratung des vom Zentrum eingebrachten Gesetzentwurfs betreffend die Aufhebung des Zefuitengefetzes. Dieser wurde bei der Ge- tamtabstimmung mit den Stimmen des Zentrums, der Sozialdemo­kraten. Polen, Elsäster, des Dänen Hansen, der Fortschrittlichen Abgeordneten Payer, Vraband, Kerschensteiner in allen drei Le­sungen angenommen. Das Ergebnis wurde vom Zentrum mit leb­haftem Beifall ausgenommen.

Aus der Budgetkommifsion. Berlin, 19. Febr. Die Budget­kommission des Reichstags nahm folgende Resolution des Zen­trums an, den Reichskanzler zu ersuchen, im Reichshaushaltsetat 1914 die Neuregelung der Bordabzüge in der Weise vorzunehmen, daß ihre Abstufung der Höhe des Gehalts angepaßt wird. Die Kommission bewilligte im Lause der Beratungen für den Bau der kaiserlichen JachtErsatz Hohenzollern" als erste Rate fünf Mill. Mark gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Polen und El­säster.

Ungültige Wahl. Berlin, 19. Febr. Die Wahlpri'.fungs- kommission des Reichstages beschloß einstimmig die Wahl des Abg. v. Oertzen (Reichspartei) Potsdam 9 (Ziiterbog-Luckenwalde- Zauch-Belzig) für ungültig zu erklären.

Generalversammlung der Bereinigung zur Hebung des Zuckerverbrauchs. Berlin, 18. Febr. Unter zahlreicher Beteili.-uma ihrer Mitglieder trat heute nachmittag im Künstlerhebs. . die Vereinigung zur Hebung des Zuckerverbrauchs zu ihrer dies­jährigen Generalversammlung zusammen. Gutsbesitzer Bock (<sr.- Vrütz) erstattete sodann ein eingehendes Referat überDie Be- ieitigung der Zuckersteuer bei Konservierung von Früchten in ge­werblichen Etablistements". Er legte zum Schluffe seiner Aus­führungen folgende Resolution vor:Die Vereinigung zur Hebung des Zuckerverbrauchs beauftragt ihren Vorstand, den Reichskanzler zu bitten, gemäß den Wünschen des Reichstags demselben baldigst einen Gesetzentwurf betreffend die Beseitigung der Zuckerste'.wr bei Verarbeitung von Früchten in gewerblichen Etablistements zu unterbreiten unbeschadet der weitergehenden und aufrechterhal­tenen Forderung der Beseitigung der Zuckersteuer überhaupt." Di« Versammlung erklärte sich hiermit einverstanden.

Der neue Tarif im Schneidergewerbe. Berlin, 18. Febr. Eine stark besuchte Versammlung der Kostüm-Schneider und Schneiderinnen Groß-Berlins erklärte sich mit den Zugeständnisten der Arbeitgeber, die in der Hauptsache den männlichen Arbeitern eine wöchentliche Zulage von vier Mark, den selbständigen weib­lichen Arbeitern eine solche von drei Mark, und den Zuarbeiterin­nen von 2,25 Mark gewährt, einverstanden. Der Tarif tritt am 1. März 1913 in Kraft.

Deutsches Reich»

Zur Landtagswahl. Für die jetzt wieder erörterte Frage der Termine der llr- und Abgeordnetenwahlen kommen folgende Erwägungen in Betracht. Soll das Abgeordnetenhaus nach den Neuwahlen vor dem am 15. Juni stattfindenden Regierungsjubi­läum konstituiert lei«, so ist der 2. Juni der späteste Termin für die

Politische Umschau.

Kriegsschauplatz und Heeresousmarfch in einem rumänisch-bulgarischen Kriege.

Angesichts der Spannung zwischen Rumänien und Bulgarien dürfte cs von Intereste sein, den für einen rumänisch bulgarischen Krieg in Frage kommenden Kriegsschauplatz und die wichtigsten Erenzplätze kennen zu fernen, in deren Nähe sich der Aufmarsch in diesem Kriege entwickeln würde. Da der bei weitem größte Teil des bulgarischen Heeres sich auf dem türkischen Kriegsschauplatz befindet, ist für den Fall des Aus­bruchs der Feindseligkeiten wohl damit zu rechnen, daß der Kriegsschau­platz in dem nördlichen Teil Bulgariens verlegt werden würde. In Frage kommen in diesem Falle die Gebiete an der Donau zwischen den bulgarischen Festungen Widin und Nustschuk. Die breite Donau bildet die natürlichen Erenzteile zwischen den beiden Nachbarstaaten. Aus beiden Seiten ist die Grenze naturgemäß gut befestigt, und ein Ein­dringen des Heeres hat gleich am Anfang bedeutende Schwierigkeiten zu überwinden. Besonders für ein rumänisches Heer dürfte ein Einmarsch in Bulgarien unter normalen Kräfteverhältnissen recht schwer sein. Der Hauptangriff gegen Bulgarien müßte sich gegen die Festungen Widin, Saitschar Akzar, Lom-Palanska, Nahovo, Nikopol, Nustschuk, Trutukei und Silistria richten. Sollte es einem rumänischen Heere gelingen, diese Festungskette zu durchbrechen, so dürfte sich ein rumänisch-bulgarischer Krieg zunächst etwa in der Gegend abspielen, in der im Jahre 1877 im russisch-türkischen Kriege die großen Kämpfe stattfanden, d. h. in der Gegend von Plewna. Mehr läßt sich im Augenblick schwer Voraussagen. Das rumänische Heer befindet sich in sehr gutem Zustande. Es ist gut ausgebildet und glänzend. organisiert. Das Heer besteht aus zwei Teilen: der aktiven Armee mit ihren Reserven und der Miliz. Aktive Armee und Reserven bilden im Kriege das Feldheer, die Miliz schützt das Land, sie kann auch zu selbständigen Formationen tm Feldheere zusammengesaßt werden. Die Friedensstärke des rumänischen Heeres beträgt gegenwärtig rund 100 000 Mann. 21000 Pferde, 530 Geschütze und 150 Maschinengewehre. Die Kriegsstärke der Feldarmee soll unge­fähr 210 000 Mann, einschließlich Ersatztruppen und der Besatzungs­formationen 450 000 Mann betragen. Die Stärke der einzelnen Trup­pengattungen ist die folgende: Die Infanterie besteht aus 40 Regimen­tern, von denen 32 je 3 Bataillone zu 4 Kompagnien, eine Depot-Kom­pagnie und t**en Zug Maschinengewehre zu 2 Gewehren haben. Acht Regimenter haben 2 Bataillone, im übrigen dieselben Bestandteile und ein Kader von 5 Offizieren für ein drittes Batai^on. Ferner sind noch 0 Jäger-Bataillone vorhanden. Die Kaders für 40 Refervebataillone bestehen schon im Frieden. Die Kavallerie wurde «m 1. Oktober vorigen wahres so vermehrt, daß die Aufstellung von zwei aus je 5 Regimentern zu 4 aktiven und einer Depot-Eskadron mit 3 Maschinengewehrzügen bestehenden Kavalleriedivisionen möglich ist. In Rumänien besteht die allgemeine Wehrpflicht. Sie beginnt mit dem 21. Jahre und dauert bis zum 43. Jahre,

Die Revolution in Mexiko.

Mexiko, 19. Febr. Kaum ein Stadtbezirk ist unbeschädigt. Durckllöcherte Seitenwände, das zerstörte Innere hunderter Gebäude bezeugen die destruktiven Qualitäten der modernen Artillerie. Wie viel Bkenichen tatsächlich getötet wurden, wird sich nie feststellen lasten. Bekannt ist. daß vielfach Abteilungen non 50 bis 100 Mann, in engen Gasten eingekeilt, von den Maschinengewehren niedergemacht wurden. Fortwährend sah man mit Toten beladene Wagen den Vororten zu- streben, wo die Leichen verbrannt wurden.

Rvwyork, 19. Febr. Rach einem Telegramm aus Mexiko ist Präsident Madero tm Nationalpalast von General Blanquet gefangen genommen worden. General Huerta ist zum Präsidenten proklamiert worden. Darauf hat eine Kon­ferenz zwischen Huerta und Diaz stattgefunden. In den Straßen kam es zu Kundgebungen für Huerta und Diaz. Sämtliche Mitglieder des Kabinetts, mit Ausnahme des Finanzministers Ernuto Madero, bet rechtzeitig entkam, sind, verhaftet worden. Als die Verhaftung erfolgen sollte, versuchten einige Anhänger des Präsidenten Madero, ihm zu Hilfe zu kommen. Es wurden Schüste gewechselt, wodurch bet größte Teil des militärischen Gefolges Madero verwundet wurde.

38.Hanp1versammlttNfl des TentHfn HandtMaaes.

s. & H. Berlin, 19. Februar.

3n Gegenwart des preußischen Handelsministers sowie von Ver­tretern zahreicher Reichs- und Staatsbehörden, Handelskammern uno kaufmännischen Organisationen aller Art trat heute vormittag im Langenbeck-Haus der Deutsche Handelstag zu seiner ^.Vollversammlung zusammen Der Vorsitzende, Reichstagspräsident Kaempf (Berlin), begrüßte die Erschienenen und wies auf die politischen Sorgen des letzten Jahres hin, wo wir nur um Haaresbreite an einem Kriege mit England votbeigekommen seien. In solchen Zeiten sei der feste Zusammenschluß an Kaiser und Reich nötig. Dann werde es dem Kaiser rote bisher tu seiner 25jährigen Regierungszeit auch weiter gelingen, uns einen ehren­vollen Frieden zu bewahren. Redner schloß mit einem Hoch auf den xaifet, an den ein Huldigungstelegramm abgesandt wurde. De» Preußische Handelsminister betonte in seiner Begrüßungsrede, daß das deutsche Volk sich eines steigenden Wohlstandes erfreue. Dazu beige« tragen zu haben, mäste Handel und Industrie ein stolzes Bewußtsein der Genugtuung fein. Nach Eintritt in die Tagesordnung wurde zunächst der Geschäftsbericht des Generalsekretärs Dr. Soetbeer entgegengenom­men. der sich im wesentlichen mit den Arbeiten des Handelstages im letzten Geschäftsjahr befaßt. Hierauf beschäftigte sich die Versammlung mit dem ThemaDer Verkehr mit Leuchtöl", wozu eine Ausschuß-Reso­lution vorlag in der gesagt wird, daß der Deutsche Handelstag grund­sätzlich der Schaffung von Staatsmonopolen abgeneigt sei, er erblickt indessen in der Entwickelung, die der Leutchölvertrieb unter der Herr­schaft der Standard Oil Company genommen hat, eine Gefahr, der das Reich entgegentreten sollte. Der vom Bundesrat beschlostene und dem Reichstag vorgelegte Entwurf eines Gesetzes über den Verkehr mit Leuchtöl kann nur bann als Grundlage dafür dienen, wenn für die Ver- triebsgesellschast die Beschaffung einer ausreichenden Menge von Leucht­öl zu müßigen Preisen gewährleistet ist. Außerdem ist für eine ange- mestene Entschädigung des Zwischenhandels und der Angestellten, eine hinreichende Berücksichtigung des Kleinhandels und dafür juJorgen, daß das Bestreben der chemischen Industrie nach Entwicklung £ne® heimischen Raffinationsgewerbes gefördert wird 2" der Diskusiwn über dieses Thema machte Regierungsrat Dr. Kestner -om R-ichsschatz- amte die Mitteilung, daß als Ergebnis der °b^^^uen Dorvettrage feststehe. daß die Versorgung Deutschlands mit Petroleum auch ohne btt Standard Oll Company möglich sei. Die Reichsregierung roi|,e wohll bah es für den Deutschen Handelstag schwer sei, einem Staatsmomopol zuzustimmen. Aber es habe sich gezeigt, daß es keinen anderen Weg gebe, al» wen« ba» Reich settst »le Versorgung »U Leucht»! U b:e Hamb

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