Hs A?) die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei uujertn Zeitungsstellen »'=• 2,— M. frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch
1913.
(Inh.: Dr. L. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
SH
(trittes Blatt
Marburg
Mittwoch, 19 Februar
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Die „Oberhessijch« Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Tonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch
gierigen besetzt waren, wehten Fahnen. Auf den Durchzugsstraßen waren Vereine, Delegationen und Musikkapellen auf gestellt. Als der Zug an den Tuillerien vorüberkam, spielten die Vereinskapellen die Marseillaise. Eine zahllose Menge begrüßte Poincare. Die Vereins- delegierten überreichten eine Adresse. An vielen Stellen wurden Blumen auf den Zug geworfen. Der Zug traf um 4 Uhr im Rathaus ein. Fallieres und Loubet, die beiden letzten Präsidenten, wohnten dem Empfang bei. Das Rathaus war für Poincares Empfang prächtig geschmückt und beflaggt. Die Jnnenhöfe waren in Wintergärten umgewandelt worden. Der Munizipalrat empfing Poincare, dem der Groß- kanzler des Ordens der Ehrenlegion, Florentin, das Eroßkreuz der Ehrenlegion umlegte. Die Militärmusik spielte die Marseillaise. Galli, der Präsident des Munizipalrates, und der Seinepräfekt Delanney sprachen Präsident Fallieres den Dank der Stadt und des Seine-Departements aus.
Herrn Fallieres schreibt die „Rordd. Allg. Ztg." folgenden Nachruf: Die politische Entwickelung brachte es mit sich, daß während der Amtszeit des früheren Präsidenten Fallieres die deutsch-französischen Beziehungen wiederholt von Schwierigkeiten nicht frei geblieben find. Es wird allgemein anerkannt, daß Fallieres in solchen Augenblicken, ohne die Interessen seines Landes zu verleugnen, eine einer friedlichen Verständigung günstige Haltung einnahm und bewahrte. Wo er sonst Frankreich dem Deutschen Reiche gegenüber zu vertreten hatte, geschah das würdig und sympathisch. Bei seinem Uebertritt in das Privatleben können wir mit dem Ausdruck aufrichtiger Hochschätzung n rfrt zurückhalten.
HeeressolverullgtN.
Jin Mittelpunkt des politischen Interesses steht trotz Balkan- kriegs und allgemeiner Spannung der Lage die Aufregung, die unsere beabsichtigten Rüstungsanstrengungen in Frankreich hervorgebracht haben, und die Eegenmaßregeln, die man dort trcs sen will. Eins ist jedenfalls dabei von den Franzosen zu lernen; die Selbstverständlichkeit, mit der man sich für die Durchführung der nationalen Notwendigkeiten einsetzt, ist zu bewundern. Man hat in Frankreich noch nichts von den Deckungsfragen gehört, wie bei uns, wo derartige Dinge so gern zu parlamentarischen Machtproben u. ä. benutzt werden. Wohl aber liest man in Zeitungen aller Richtungen, daß das Parlament, welches sich der Durchführung der Heeresverstärkung widersetzte, einfach vom Volkswillen weggefegt wurde. Richt uninteressant ist außerdem, daß bei allen Eegenplänen der Franzosen mangels anderer Mittel sofort wieder die Idee der größeren Ausnützung der Kolonialtruppen vom Mutterlande auch für eventuelle europäische Kriege ausgesprochen wird. Von unserem Auswärtigen Amt wurde uns bekanntlich immer gesagt und zuletzt noch bei dem Marokkohandel, daß Frankreich daran in größerem Umfange nicht denken könne. Aber freilich, was will Frankreich machen. Das Mißverhältnis der Vevol- lerungsziffer Frankreichs und Deutschlands liegt zu sehr auf der Hand. Sobald wir wirklich den Versuch machen, das Volk in Waffen zu sein, das wir vor nunmehr 100 Jahren zum ersten Male wirklich waren, werden die Franzosen ein für allemal darauf verzichten müsien, uns gewachsen zu sein. W'.r Deutsche aber denken nicht daran, die Uebermacht, die uns die Volkszahl gibt, auszunutzen zu Eroberungszügen. Wir sind bescheiden, viel zu bescheiden, haben wir doch in den letzten Jahrzehnten zugesehen, wie sich andere Völker ein Stück Kolonialbesitz nach dem anderen genommen haben — gerade auch die Franzosen. Wenn wir aber täglich hören, wie in Frankreich gegen die Ergebnisse des Frankfurter Friedens geschürt wird, mit welchem Enthusiasmus die Reden Wetterns aufgenommen werden, mit einem Worte, wie man fieberhaft daran denkt, uns das Elsaß wieder zu entreißen, dann bleibt uns gar nichts anderes übrig, als an die Verteidigung zu denken. Je stärker wir aber sind, desto eher ist die Möglichkeit vorhanden, daß die Feinde es gar nicht wagen werden, mit uns selbst anzubinden. Wer den Frieden erhalten will, rüste zum Kriege! Wir haben kein Interesse daran, Volk gegen Volk aufzuhetzen. Jedes Land trifft die Maßregeln, die es zu feiner Verteidigung nötig zu haben glaubt.
Ueber die französische Seeresteform werden der Korrespondenz „hup" von militärischer Seite folgende Mitteilungen gemacht: Der erste Entwurf betrifft eine sofort durchzuführende Ausgestaltung der französischen Festungen, die Umgestaltung der Artillerie- geschosie und die Vermehrung der Transportmittel. Hierfür ist ein Aufwand von 70—80 Millionen notwendig. In dem zweiten Entwurf werden 500 Millionen gefordert. Es handelt sich dabei vor allem um den Ausbau der Militärluftfahrt nud um Reformen in der Munition der schweren Artillerie. Der dritte Entwurf betrifft die Verlängerung der Dienstzeit. Dieser letzte Entwurf ist der für Deutschland interessanteste. Wenn sich, was mit Bestimmtheit zu erwarten ist, die Regierung zur Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit entschließen sollte (zur Wahl steht noch das Projekt der Einführung eines dreitzigmonatigen Dienstes für sämtliche Waffen), so läge darin deutlich ausgesprochen die zu- gegebene Unmöglichkeit, die Rekrutenzahl zu erhöhen. Es wäre der klare Beweis, daß Frankreich resigniert, daß es die Hoffnung auf Erhöhung der Geburtenzahl gänzlich aufgibt. Der wichtigste Faktor für die Wehrfähigkeit eines Volkes ist aber ohne Frage die Fähigkeit der ständigen verstärkten Ergänzung und Auffrischung des Heeres. Nichtsdestoweniger muß die Absicht, die dreijährige Dienstzeit wieder einzuführen, als ernstes Zeichen gewertet werden. Die dreijährige Dienstzeit würde den Friedensstand der französischen Armee auf 750 000 Mann erhöhen können, eine Zahl, von der der deutsche Friedensstand nicht nur erreicht, sondern sogar ganz bedeutend übertroffen werden würde. Dazu kommt naturgemäß, daß die dreijährige Dienstzeit auch die Diensttauglichkeit der Truppen wes-ntSch erhöhen wird.
Tie Lacse auf dem Balkan.
Konstantinopel, 18. Febr. Die türkischen Militär-Behörden beschlossen, die Errichtung einer neutralen Zone in Adtia- nopel zu gestatten, in der die Angehörigen anderer Staaten schütz vor dem Bombardement finden können. Dagegen werden die Behörden, um die Festung gegen Spionage zu schützen, nicht gehalten, daß Ausländer Adrianopel verlassen und die bulgarischen Linien passieren. M
Köln, 18. Febr. Ein Telegramm der „Köln. Ztg." aus Berlin meldet, die Aussichten auf Beilegung des rumänisch-bulgarischen Streites erscheinen etwas gebessert. Die Hoffnung, daß es nicht zum Bruch kommt, stützt sich namentlich darauf, daß den Großmächten von Seiten einer Macht bereits ein Vermittlungsvorschlag jugegangen ist, der einen Ausweg aus den noch bestehenden Schwierigkeiten zu eröffnen scheint.
SB l e n, 18. Febr. Der „Neuen Freien Presse" zufolge werden sowohl die aus Paris verbreiteten Gerüchte über den Inhalt des Antwortschreibens auf das Handschreiben des Kaisers Franz Josef, als auch das gestern in London verbreitete Gerücht, die in England »ahnende« Offiziere der österreichisch-ungarischen Armee feie» ein«
berufen worden, von unterrichteter Seite als gänzlich unrichtig bezeichnet.
S a l o n i k, 18. Febr. Die Gerüchte über blutige Zusammenstöße zwischen griechischen und bulgarischen Soldaten in Serres bewahrheiten sich nicht. Sie sind darauf zurückzuführen, daß ein verhafteter griechischer Lehrer dem ihn begleitenden Gendarmen entfloh und bei der in Serres liegenden griechischen Kavallerie- Eskadron Zuflucht suchte. Die griechischen Soldaten glaubten, den Flüchtling nicht ausliefern zu müssen. Der bulgarische Platzkommandant ließ darauf die Quartiere der griechischen Eskadron umstellen, worauf sich der griechische Kommandant zum bulgarischen Kommandanten begab und ihn über den Vorfall aufklärte. Hierauf wurde das bulgarische Militär zurückgezogen.
Konstantinopel, 17. Febr. Obwohl das Blatt „Jfham" deswegen suspendiert worden ist, weil es sich übermäßig für den Frieden eingesetzt hat, fährt der „Nazif", der an Stelle des „Isham" erscheint, in der Kampagne zu Gunsten des Friedens fort. Das Blatt hebt hervor, daß Mahmud Schefket Pascha bewiesen habe, daß er kein Politiker sei, der sich von Volksstimmungen hin- reißen laste, sondern ein wahrer Staatsmann, der das Wohl des Landes anstrebe. Das Blatt warnt Mahmud Schefket vor denjenigen, die den Krieg bis zum Aeußersten wollen.
Petersburg, 18. Febr. Die in ausländischen Blättern verbreitete Nachricht des „Kurjer Krakowski" vom 16. Februar über einen angeblichen Zusammenstoß zwischen der russischen und der österreichisch-ungarischen Grenzwache beruht auf Erfindung. Ein derartiger Zusammenstoß hat nicht stattgefunden.
Wien, 18. Febr. Die Kreuzer „Maria Theresia" und „Kaiserin Elisabeth" sind, wie die „Militärische Rundschau" meldet, nach Smyrna abgegegangen. Von dort wird der Kreuzer „Kaiserin Elisabeth" als zweites Stationsschiff nach Konstantinopel gehen, während „Maria Theresia" die Wahrung der öfter« reichisch-ungarifchen Interessen im ägäischen Meere obliegt, zu welchem Zwecke er Kreuzungen in den dortigen Gewässern vornehmen wird.
Konstantinopel, 18. Febr. Alle Meldungen von einem Anschläge auf Enver Bey beruhen auf Erfindung. Enver Bey befindet sich vollkommen wohl in Gallipoli.
Ceti n i e, 18. Febr. Eine amtliche montenegrinische Quelle meldet: Die Beschießung von Slutari dauert fort. Die türkischen Truppen versuchen nicht, die Montenegriner in den von ihnen eingenommenen Stellungen anzugreifen. Sie placieren Infolge Mangels an Geschützen alte Kanonen, die jedoch gegen unsere Positionen wirkungslos sind, da sie nicht weit genug tragen.
Konstantinopel, 18. Febr. Einem amtlichen Kriegsbericht zufolge bombardierte der Feind gestern Adrianopel mit großen Zwischenräumen. Bemerkenswertes ereignete sich nicht; in der militärischen Lage bei Bulair trat keine Aenderung ein. Die Rekognoszierungen und die Verstärkung der Stellungen bei Tscha- taldscha dauern an.
Konstantinopel, 18. Febr. Die Gerüchte von einer Verwundung Enver Beys in Rodosto werden amtlich dementiert. In gleicher Weise werden die Meldungen der ausländischen Preste dementiert, wonach die Türken in dem Kampfe bet Bulair 15 000 Mann verloren hätten, sowie andere böswillige übertriebene Gerüchte, die seit einigen Tagen hier über die militärischen Operationen im Umlauf find. Auch das Gerücht, daß die Griechen 10 000 Mann in der Beschiko-Vai gelandet hätten, beruht auf Erfindung.
London, 18. Febr. Der „Daily Telegraph" schreibt: Es muß bemerkt werden, daß im Gegensatz zu anderen Hauptstädten Berlin geneigt ist, die Lage ziemlich optimistisch zu betrachten und es gilt immer noch, daß die Wilhelmsstraße mit der Doumingftreet Hand in Hand geht in einer Atmosphäre von gegenseitigem Vertrauen und gutem Einvernehmen. Eine wesentliche Aenderung wird sich in den Beziehungen der verschiedenen Mächte vollziehen, sobald der Frieden hergestellt ist, und das ist ein sehr wünschenswertes Ergebnis, das tatsächlich im Laufe der nächsten Tage ein- treten kann.
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Politische Umschau.
; D«, Präsidentenwechsel in Frankreich
hak sich nollzoge». Es wird darüber berichtet:
Paris, 18. Febr. Ministerpräsident Vriand erschien heute nach- mStng tun zwei Uhr in der Privatwohnung Poincares. In seiner Be- L-.glettung befanden sich der militärische und der Zioilgeneralsekretär des neuen Präsidenten und der Ordonnanzoffizier des Präsidenten Fallieres. Poincare nahm darauf mit Briand im Präsidentenwagen Platz, wahrend die Truppen die militärischen Ehren erwiesen. Eine große Menge jubelte Poincare als Präsident der Republik zu. Die Ovationen fetzten sich auf dem ganzen Wege bis zum Elvsee fort, wo Fallieres, umgeben von allen Ministern und den Präsidenten des Senats und der Kammer, Poincare empfing und ihm die Machtbefugnisse des Präsidenten übergab. Hierbei beglückwünschte Fallieres den neuen Präsidenten und feierte Poincare als hervorragenden Mann, der fein ganzes Leben dem Dienst der Republik widmete. Seine Tätigkeit von jetzt an mit bet höchsten Autorität versehen, werde eine gute Wirkung auf die Politik des Friedens, der Freiheit und des Fortschritts haben, an die die Ration fest gebunden sei. Frankreich könne dadurch nur an Ruhm, Kraft und Wohlstand gewinnen. Poincare dankte, indem er Fallieres als treuen Diener der Republik und der Demokratie feierte, dessen sicheres, klarsehendes, patriotisches Urteil er oft bei Regierungsberatungen kennen lernte. Er werde, fügte Poincare hinzu, feine ganze Kraft der Aufgabe widmen, die ihm zugefallen sei und der zu genügen et auf das Vertrauen des Parlaments und des Landes sich stützen müffe. Er schloß mtt der Versicherung, die Präsidenten der beiden Kammern könnten auf seine | unwandelbare Hingabe an die Republik und das Vaterland rechnen. I llm 3.30 Uhr verließ Poincare das Elysee, nm sich nach dem Rathaus zu begeben, wo die Empfänge ftattfinben. Eine große Menge begrüßte den Zug mit unaufhörlichen Zurufen. Aus ave« Fenster«, die mit Reu
Deichches Reich.
— Das Antworttelegramm des Kaisers an den Bund der Landwirte hat folgenden Wortlaut: Ich danke der Eeneral-V.r- fammtung des Bundes der Landwirte bestens für die Huldigung zu meinem bevorstehenden Regierungsjubiläum. Mit besonderer Freude habe ich die Versicherung entgegengenommen, daß der alte Geist der Treue und Opferwilligkeit auch die heutige Generation der Deutschen Landwirte beherrscht. Möge er die deutsche Landwirtschaft stark und kräftig machen, die ihr gestellten gr^-n vaterländischen Aufgaben zu Nutz und Frommen des gesamten deutschen Volkes zu erfüllen. Gott der Herr ober segne alle Zeit di- deutsche Landwirtschaft und ihre treuen Arbeiter! Wilhelm I. R.
— Die Reise nach Gmunden. Köln, 18. Febr. Zu der Meldung über die Reise des Kaiserpaares mit der Prinzessin Viktoria Luise nach Gmunden sagt ein Berliner Telegramm der „Kölnischen Zeitung": Nach unseren Erkundigungen dürste der Kaiser nicht fahren. Dagegen scheint es sich zu bestätigen, daß die Kaiserin mit dem Brautpaar in nicht zu ferner Zeit einen Besuch in Gmunden abstatten wird.
— Bor hundert Jahren. Berlin, 18. Febr. Zur Erinnerung an dr« Gründung des Lützowschen Freikorps vor 100 Jahren legten heute morgen Bürgermeister Neicke und andere Herren im Namen »er Stadt an dem Grabe Lützows aus dem alten Earnisonsfriedhofe tn »et Linien- straße einen prächtigen Kranz nieder.
— Di« »elfischen Neichstagsabgeordneten haben sich in bte im Schlöffe zu Berlin ausliegenden Eratulationslisten zu »er Verlobung der Prinzessin Viktoria Luise mit dem Prinzen Ernst August von Eum- betlanb eingetragen.
— Der Rückzug Erzbergers. Berlin, 18. Febr. Zu Beginn der Sitz- ung der Budgetkommission des Reichstages wurde die Resolution des Zentrums, welche die Tages- und Messe-Gelder nut bei Dienst aus hoher See, aber nicht bei Dienst im Hafen gewähren will, zurückgezogen. Da- fW brachte das Zentrum einen Antrag ein, der nach längerer Debatte gegen dis Stimmen der Nationalliberalen und eines Fortschrittlers in folgender, abgeänberter Fassung angenommen wurde: Nur Offiziere, Fähnriche, Seekadetten, Aspiranten, Deckofsiziere und Beamte, welche an Bord Dienst tun, haben Anspruch auf Verpflegungszulagen. Sogenannte blinde Tafelgelder dürfen nicht gezahlt werden. Die für die Zuständigkeit der Verpflegungsgelder gültigen Vorschriften sind jährlich mit dem Reichshaushaltsetat vorzulegen. — Vor Annahme des Zentrumsantrages betonte Staatssekretär v. Tirpitz im Laufe der Debatte, daß es auch den Ansichten der Marineverwaltung entspräche, daß sogenannte „blinde Tafelgelder" keinesfalls bezahlt werden dürfen. Vorsorge, dies auf dem Verwaltungswege zu verhindern, fei bereits in weitestgehendem Maße getroffen. Der neue Modus, den der von dem Berichterstatter begründete Antrag erfordere, würde auf Schwierigkeiten personeller und materieller Art stoßen, die in gar keinem Verhältnis zu dem gewollten Zweck stünden. Er bäte daher, von der Einführung derartiger Bestimmungen abzusehen und sage seinerseits zu, alles zu tun, daß „blinde Tafelgelder" nicht gezahlt würden. Auf die Frage etnes Fottschrittlers präzisierte der Staatssekretär nochmals seinen Standpunkt dahin, daß er nichts gegen den Antrag habe, er halte jedoch eine Ausdehnung bet Kontrolle nicht für zweckmäßig.
— Ein neu«« elsSsfischer Skandal. Der frühere Abg. Laugel, bet dem elsässischen Zentrum angehörte, macht dieser Partei jetzt noch grS- ßer« Sorge als Wettetle, mit dem sich die nächste Tagung der Pattei befassen will. Er hat tn Belfort dieser Tage einen Vortrag gehalten, der lebhafte Entrüstung hervorrrust, besonders weil er nach dem Fall Wetterle gehalten wurde. In feiner Rede sagte Laugel unter anderem: „In Belfort hat Elsaß den kostbaren Schatz seines Vertrauens in bie Zukunft niedergelegt. Für uns ist Belsott wie eine Hochburg, wo wir unsere heiligsten Erinnerungen und teuersten Hoffnungen eingeschloffen haben, vor bet Sie, unsere Brüder, Wache halten. Elsaß kann nicht vergeben, daß es mit Frankreich vereint war, und bet Vergleich mit den deutschen Sitten, wie die Behandlung, die ihm die brutalen Sieget auferlegen, kann im Volke nur die Ueberzeugung der Ueberlegenheit der französischen Kultur tiefer verankern. Der Frankfurter Vertrag tuhntt sich für die Ewigkeit zu sein. Vielleicht findet Elsatz-Lothringen, daß bte Ewigkeit schon zu lange gedauert hat." Zum Schluß wandte sich Lauget an die jungen Franzosen und bat sie, ihren Kameraden, im Elsaß, bte sich um Erhaltung bet Tradition bemühen, Liebe zu gewahren, ^m Elsaß habe man die Augen auf Frankreich gewandt und ..ihm woue» wir treu bleiben". Das ist natürlich nicht nur ein Skandal, bas t» Hochverrat. Wie man hört, steht beim auch bie Anklage wegen Hochvet- tat Ausficht^^E Mef|),mparUi will bestehen bleiben; chrVmcfitzenber erMtt, baß die Meldung von einet Auslösung tn jeder Beziehung famet{« tiH$eret Marin«. Hebet die „Meffegekdet"
tn unserer Marin«, bie ben Gegenstand des Konfliktes in der Budget- | kommiffion bilden, werden der Korrespondenz „Heer und Pottttt" aes
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