niti oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und ^Landwirtschaftliche Beilaae*.
M 41
Die „Oberhessische Zeitung- erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2,— J*. frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei Z. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Dienstag, 18 Februar
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j 18. Jayrgr I 1913.
Krites
FrankreiÄ und die deuifchen Heeresw'derungen.
Die bloße Ankündigung bedeutender Heeresforderungen in Deutschland hat, obwohl man im einzelnen Genaueres noch nicht weiß, in Frankreich eine Panik hervorgerufen. Der Wille Deutschlands, sein Menschenmaterial ausnutzen zu wollen, wirkt auf die Fr^izosen niederschmetternd. Die Blätter aller bürgerlichen Richtungen mahnen zu neuen Anstrengungen. Unter Hinweis r,uf die geplante Heeresvermchrung schreibt der „Eaulois", er wünsche, daß die Botschaft, die der neue Präsident der Republik PoincarS in den nächsten Tagen an das Parlament richten werde, ohne jede Herausforderung, aber mit einem Gefühl unbeugsamer Voraussicht den Franzosen sagen würde, daß auch sie „einen Platz auf dieser Erde und eine Geschichte haben, die beständig Opfer verlangt". Wenn das Parlament es wagen sollte, seine Wahlrücksichten höher zu stellen als das nationale “■ dann würde die öffentliche Meinung das Parlament hinu.,,^<.11. Collie aber, was unmöglich erscheint, die öffentliche Meinung sich derselben Pflichtvergessenheit wie ihre Abgeordneten hingeben, dann würde Frankreich einem Unheil schrecklicher als dem von Sedan entgegengehen. — Der „Temps" erörtert die verschiedenen möglichen Maßnahmen: Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit und besiere Ausnützung und Ausbildung der Reserve, und meint: Es ist unerläßlich, die öffentliche Meinung ohne allzu große Verzögerungen von den getroffenen Entscheidungen zu unterrichten. Diese Entscheidungen aber werden uns gestatten, mit Würde friedfertig zu bleiben, was unser Ziel ist, indem wir unsere Verteidigungsmittel auf eine gleiche Höhe mit denen unserer möglichen Gegner stellen. Der Krieg wird darum nicht mehr und nicht weniger wahrscheinlich, aber der Frieden wird um so ehrenvoller fein.“ — Aus diesen Stimmen Höri man deutlich heraus, wie sehr man in Frankreich darauf gebaut hat, daß Deutschland mit der Ausnutzung seines Menschenmaterials innerer Kalamitäten wegen nicht ernst mache. Freilich ist die Frage für Frankreich auch von tiefstem Interesse, da es bei seinen Vevölkerungsziffern uns in Wirklichkeit nicht folgen kann, llmfo eher ist die fertige Rüstung unsererseits die beste Bürgschaft für den Frieden. Was die Franzosen planen, geht aus folgender Nachricht hervor:
Paris, 17. Febr. Der „Temps“ gibt bekannt, daß die Regierung im Laufe der nächsten Woche drei wichtige Entwürfe betr. die Vermehrung des Landheeres bekannt geben werde. Diese seit drei Wochen von den zuständigen Ministerien unter Vorsitz Briands erörterten Proiekte wurden am vergangenen Freitag in einer Sitzung festgestellt, welcher Ministerpräsident Vriand, Kriegsminister Etienne, Finanzminister Klotz, Eeneralsll.. schef Joffre, die Direktoren des Kriegsministeriums, sowie die Obmänner und Berichterstatter der Budget- und der Heeresausschüffe der Kammer und des Senats beiwohnten. Es wird ein dringlicher, außerordentlicher Kredit von 70 bis 80 Millionen Francs verlangt werden, der dazu bestimmt ist, noch vor Jahresschluß die auf mehrere Jahre verteilten Vermehrungen durchzuführen, insbesondere die betreffs der befestigten Plätze, der Umwandlung der Granaten und der weiteren Vermehrung der Artilleriemunition. Ein zweiter Kredit, welcher sich auf mehr als 500 Millionen Francs belaufen dürfte, werde noch vor Ostern vom Parlament verlangt werden, um verschiedene Rüstungsreformen, namentlich die betreffs der festen Plätze, der Artilleriemunition, der schweren Artillerie und der Militärluftschiffahrt zu einer bestimmten Frist möglichst rasch, eventuell mit Hilfe der Privatindustrie, durchzuführen. Ferner wird der Kriegsmtnister in der nächsten Woche ein Programm behufs Vorbereitung der als unerläßlich erachteten Vermehrung der Mannschaftsbestände vorlegen. Alle Vermehrungen, welche durch finanzielle oder administrative Maßnahmen ohne Abänderung der bestehenden Militärgesetze verwirklicht werden können, werden unverzüglich durchgeführt werden. Zu diesem Zweck sollen die gewerblichen, in den Verwaltungsabteilungen als Krankenpfleger, Schneider usw. verwendeten Leute dem Waffendienst zugeteilt werden. Ferner soll das Kapitulantensystem und die Rekrutierung der Eingeborenen in Algerien, Tunis und Westafrika ergiebiger gestaltet werden. Da jedoch die ins Auge gefaßten Reformen nur ein unzureichendes Ergebnis liefern dürften, wurde der Kriegsminister aufgefordert, die notwendigen Gesetzesabände- rungen vorzuschlagen. Diese Anträge werden vom Ministerrat unverzüglich geprüft werden und rascheste Genehmigung erhalten. Die in Betracht kommenden Lösungen sind: 1. die Rückkehr zum dreijährigen Dienst für gewisse Waffengattungen, 2. Einführung eines dreißigmonatigen Dienstes für alle Waffen, oder eine Verquickung dieser beiden Probleme. Das Kriegsministerium ist bereits jetzt für die allgemeine Wiedereinführung bet dreijährigen Dienstzeit. Die Regierung wird vom Parlament eine rasche Erledigung der Beratungen der Vorlage über die Mannschaftsbestände und die Bewilligung der Kredite für die Durchführung des jüngst angenommenen Kadre-Eesetzes verlangen. Hierbei wird erwogen werkten, ob der in dem Kadregesetz vorgesehene Minimalbestand von 115 Mann für eine Kompagnie ausreichend fei. Die Regierung wird bezüglich des gesamten Militarprogramms die Vertrauensfrage pellen.
Die Lage auf dem Balkan.
Was wird werden? So fragt sich alle Welt bekümmert, es ist ja ein offenes Geheimnis, daß der russisch-österreichische Gegensatz nicht aus bet Welt geschafft ist. Das russische Blatt „Rjetsch" führt
aus, „Oesterreich fordere Rußland auf, die Balkanfragen zu vergessen, Rußland aber wolle, seiner ruhmvollen geschichtlichen Aufgabe treu, die Südslawen auch weiterhin unterstützen. Damit sei der Konflikt zwischen den beiden Mächten auf einen Boden gestellt, der die Möglichkeit gegenseitiger Konzessionen stark beschränke, da es sich jetzt nicht mehr um Einzelfragen, sondern um Lebensinteressen handle. Beide Staaten seien aus diesem Wege in eine Sackgasse geraten, aus der als einziger Ausweg ein bewaffneter Zusammenstoß herausführe. Jede Vertuschung dieser Tatsachen wäre gegenwärtig eher schädlich als nützlich.“
Der Korrespondent der „Frkf. Ztg." schreibt dazu: Diese Auslassungen entsprechen durchaus der Stimmung der hiesigen amtlichen Kreise, die selbst im persönlichen Verkehr mit auswärtigen Diplomaten zum Ausdruck kommt." In Oestereich hofft man noch auf eine friedliche Lösung der Fragen und von England her wird kräftig zum Frieden gemahnt. Die „Times" schreibt: „Die andauernde Entschlossenheit der Mächte, die Sache des Friedens zu fördern, ist einer der wenigen hoffnungsreichen Züge der allgemeinen Lage. Diese Entschlossenheit ist sehr deutlich und von der größten Bedeutung. Es wird allerdings zugegeben, daß die Botschafter noch kein vollständiges Einverständnis über die Zukunft Albaniens erreicht haben. Für uns. und wie wir glauben, für alle verantwortlichen Staatsmänner und selbständigen Beobachter ist es einfach undenkbar, daß irgendein Staat sich wegen einer so trivialen Frage in einen Krieg stürzen möchte." Das Blatt lobt dann die kluge Haltung der „Rordd. Allg. Ztg.": „Sie enthält sich jedes törichten Optimismus, aber zugleich ermutigt sie die schüchterne Hoffnung auf den gesunden Sinn und den guten Glauben Europas."
Eine nicht unbedenkliche Note bringt der rumänisch-bulgarische Konflikt in die Verhandlungen. Dazu meldet die „Köln. Ztg." aus Berlin: Die Aussicht auf eine direkte Einigung zwischen Bukarest und Sofia ist nicht ganz geschwunden, doch wäre es natürlich verfehlt, den Ernst der Lage zu übersehen. Die letzten bulgarischen Angebote könnten den Anlaß zu einem weiteren unmittelbaren Meinungsaustausch bieten. Wenn eine Einigung hierdurch nicht zu erzielen ist, so ist als sicher anzunehmen, daß vor dem völligen Abbruch eine Vermittlung eintritt.“ Aus Sofia dagegen wird ihr gemeldet: „Der bulgarisch-rumänische Zwist beginnt scharfe Formen anzunehmen, da Bulgarien sich glatt weigert, Länder und Städte an Rumänien abzutreten und seinem ursprünglichen Standpunkt gemäß nur eine Berichtigung der Grenze zugesteht., während Rumänien beharrlich das große Gebiet bis Tutrakan an der Donau und bis einige Kilometer vor Baldschik am Schwarzen Meer verlangt. Führer aller bulgarischen Parteien erklären, niemals einem solchen Handel zustimmen zu können. Ein rumänisches Ultimatum steht unmittelbar bevor. Die bulgarische Regierung hat bisher nirgendwo bei den Großmächten Schritte getan. Die Politiker und das Volk, die die Vorgänge auf Oesterreich-Ungarns Rechnung schreiben, rechnen mit Rußlands Einmischung. Es haben auch Versuche stattgefunden, die Sache Bulgariens zur Sache des Balkanbundes zu machen, doch ohne Erfolg.“
Dom Kriegsschauplatz liegen folgende Meldungen vor:
Konstantinopel, 17. ebr. Ein offizieller Kriegsbericht besagt: Die gestrige Nacht verlief in Adrianopel ruhig. Am Tage gab der Feind 150 Schüsse gegen die Stadt ab. — Vor Bulair trat keine Aenderung ein. Vorgestern rückte auf der Tschataldscha-Linie eine feindliche Kolonne gegen Tschiftlik Sofas vor und eröffnete ein Artilleriefeuer gegen Ormanly, das sich in unseren Händen befindet. Wir trafen sofort die nötigen Vorkehrungen. Diese feindliche Kolonne begann gestern mit der Befestigung der Hügel westlich Sofas. Sonst ist keine Aenderung zu verzeichnen.
Konstantinopel,16. Febr. Emir Ali, der Sohn Abdulkadirs in Algier telegraphierte aus Damaskus, er sei bereit, mit allen Stämmen gegen den Feind zu ziehen.
Sofia, 17. Febr. Die Bulgaren behaupten ihre Stellungen bei Tschataldscha und Bulair. Die Konstantinopeler Meldung von gestern, nach der ein bedeutender Kampf bei Bulair stattgefunden haben soll, ist unrichtig. In Wahrheit wurde nur eine Sanitätsabteilung, die zur Bergung türkischer Gefallener, die noch seit der Schlacht vom 8. Februar vor der bulgarischen Front lagen, ausgerückt war, aus der türkischen Festung beschossen. Die Abteilung zog sich zurück, worauf das Feuer eingestellt wurde.
London, 17. Febr. Der Korrespondent des Daily Expreß, der sich an Bord des Dampfers Herakles vor Gallipoli befindet, telegraphiert feinem Blatte, daß sich Enver Bey nicht mit Dschawid Pascha habe vereinigen können und zwar aus dem Grunde, weil die Truppen noch immer über die Ermordung Rasim Paschas aufgebracht sind. Enver Bey befindet sich an Bord des türkischen Kreuzers Barabarossa. Seine Mannschaften find auf 27 Transportschiffe verteilt. — Eriechischerseits wird beabsichtigt, Truppen auf Gallipoli zu landen. — Die türkischen Verluste bei Bulair werden jetzt auf 3000 Mann geschätzt. Nach einer anderen Version haben die Türken 5000 Tote und 10 000 Verwundete zu verzeichnen.
Malta, 17. Febr. Nach einer Meldung des Reutcrschen Büros hat der türkische Kreuzer „Hamidije" heute morgen 1 Uhr den Hafen verlassen.
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Generalversammlung des Bundes der Landwirte«
S. & H. Berlin, 17. Febr.
Unter Beteiligung von über 6000 Landwirten aus allen Teilen des Reiches trat heute mittag im Eteinbau des Zirkus Busch der Bund der Landwirte zu seiner diesjährigen Generalversammlung zusammen. Die Versammlung war schon lange vor Beginn überfüllt, sodaß eine Parallelversammlung in der Singakademie
arrangiert werden mußte. Der Versammlung im Zirkus Busch wie in der Singakademie lag folgende Resolution vor:
„Die 20. Generalversammlung des Bundes der Landwirte gibt in Besorgnis um das Vaterland und in Treue zu Kaiser und Reich ihrer lleberzeugung dahin Ausdruck, daß Deutschland unbedingt einer Verstärkung seiner Rüstung bedarf. Unsere Sicherheit oen langt, unser Heer durch volle Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht derart zu verstärken, daß wir auch dem Kriege gegen zwei Fronten gewachsen sind. Dem Gebote der vollen Sicherheit nach außen steht das Verlangen der vollen Sicherung nach innen für eine glückliche Weiterentwicklung unseres Vaterlandes gegenüber« Mit Sorge aber erfüllt uns der Gang der inneren Politik des Reiches. Wir sehen, wie die Demokratisierung auf fast allen Gebieten der Gesetzgebung und des öffentlichen Lebens Fortschritte macht, wie der größere Teil des Liberalismus im Kampfe gegen recht», im Haschen nach der Gunst der Massen — offen im Gegensätze zu seiner eigenen besten Vergangenheit — mehr und mehr demokratische Forderungen aufnimmt, womit er lediglich der Sozialdemokratie Vorspann leistet. Wir sehen, wie unsere Regierung::i die Gefahren dieser Entwicklung nicht deutlich zu erkennen scheinen, es nicht gewahr werden, daß die Sozialdemokratie zusehends einen Staat im Staate bildet und mit ihrem Terrorismus eine Position nach der andern erobert: im wirtschaftlichen Leben, in Stellungen, Aemtern und Mandaten. Demgegenüber fordern wir die gesamte Landwirtschaft, die bürgerlichen Mittelstände und die nationalgesinnte Arbeiterschaft nachdrücklich auf, sich zur Selbsthilfe gegen die Sozialdemokratie in der Politik und im bürgerlichen Leben zusammenzuschließen. Das Ziel solchen Zusammengehens muß (ein: die Weiterführung unserer vaterländischen Wirtschaftspolitik zum Schutze aller deutschen Arbeit, eine gerechte Sozialpolitik, welch« die' Existenzbedingungen des Mittelstandes genau sowie die bet Arbeiterschaft schützt und verbessert und eine paritätische Steuerpolitik, die das Großkapital entsprechend seinen Privilegien im modernen Staate voll zur Besteuerung heranzieht."
Der Vorsitzende des Bundes der Landwirte Freiherr v. Wangenheim eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in welcher er nach Erwähnung der letzten schlechten Ernte auf die angebliche Fleischnot zu sprechen kam. Er bestritt, daß eine solche bestehe, wenn auch das Vorhandensein einer Fleischteuerung in den meisten Großstädten zuzugeben s:i. Die Landwirtschaft sei an die Stadtverwaltungen wegen langfristiger Lieferungen heran- getreten. Die Sache scheiterte aber an dem Mangel an Organisation im Schlächtergewerbe. Schwere Bedenken haben wir gegenüber den Ausnahmemaßregeln der verbündeten Regierungen. An den Kaiser wurde ein Huldigungs- und an die Prinzessin Viktoria Luise ein Glückwunschtelegramm abgesendet.
Hiernach nahm der stellvertretende Vorsitzende Dr. Rösicke (Görsdorf) das Wort. Er rühmte, daß der Bund der Landwirte noch keinen Pakt mit der Sozialdemokratie abgeschlossen habe. Wenn einzelne Abgeordnete mit den Sozialdemokraten zusammengegangen sind, so ist das kein Beweis, es kommt auf dis Eeistesrichtung der Gesamtheit an. Die Maßnahmen der Regierung zur Linderung der Teuerung scheinen sehr bedenklich. Daß es aber möglich ist, daß der deutsche Bauer das deutsche Volk ausreichend mit Vieh versorgt, hat in diesen Tagen erst der deutsche Kaiser anerkannt. Gegen den Terrorismus, mit dem die Sozialdemokratie unser Verfassungsleben vernichtet, gibt es nur eines: Kampf bis zum äußersten. Dieser Kampf gegen Terror und Umsturz ist vielleicht die größte Aufgabe des Bundes. Ich habe das Zutrauen, daß wir in diesem Kampfe siegen werden. Wenn wir aber unterliegen, dann wird unser Vorbild sein die brave Mannschaft auf dem Iltis, die auf dem sinkenden Schiff mit dem letzten Atemzuge des Vaterlandes und des Kaisers gedachten. Wir Landwirte können nicht oft genug betonen, daß wir unsere Ausgaben nur erfüllen können im Festhalten an Gott. Wir jubeln unserem Kaiser zu, daß er in der alma malet Berlins dem deutschen Volke erneut seinen Wahlspruch entgegengehalten hat. Der Bund bet Lanbwirte kann mit bem Bewußtsein bes unerschütterlichen Festhaltens an Gott auch für sich bas Wort in Anspruch nehmen: In diesem Zeichen wirst bu siegen (Anhaltenber Beifall.). — Nach Erstattung bes Kassenberichts unb nach Begrünbung eines Antrages, bet eine Erhöhung bet Beiträge vorsieht, erstattete Dr. Diederich Hahn ben Geschäftsbericht. Er konstatierte, baß der Bund, auch bei einer Auflösung des Reichstages den kommenden Aufgaben gegenüber gerüstet. Wir müssen auf der Hut fein, denn der Caprivimis- mus erhebt wieder fein Haupt. Der ganze Zweck des Hansabundes ist nur die Wiederauflebung der Caprivifchen Politik unter gtoß- kapitalischer jüdischer Führung. In der auswärtigen Politik haben uns die Engländer aus Marokko herausgedrängt und uns dafür ein Stück Backofenland gegeben. Auch Rußland ist gegen uns aufgetreten. In diesen schweren Zeiten hilft uns nut die militätische Ktaft. Dafüt sind mit immer eingetreten, wir haben immer gegeben dem Kaiser und bem Reiche, was ihrer wat, ohn- zu feilschen unb zu hanbeln. (Et. Beifall). — Kammerherr v. DI» benbutg (Januschau) wies batauf hin, baß es bis Konservativen seiner Zeit waten, bie bas Vaterlanb bei bet Misere bet Finanz- reform hetausgetissen haben. Das preußische Wahlre^t ist von eminenter Bedeutung nicht nut für Preußen, fonbern für das ganze Reich. Liberalismus unb Sozialdemokratie nullen Preußen auf bem Umwege übet bas Reich ruinieren. Die kleinen deutschen Staaten radikalisieren ihr Wahlrecht in bet Hoffnung, daß Preußen sie doch schützen werde, wenn es hart auf hart kommt. Vorläufig glauben sie sich aber bei den Massen niedlich machen zu können. Nach Bebel wird sich bet Kampf ums Dasein in Preußen ad- spielen : wir haben also bas eminenteste Interesse daran, daß bi# Machtfülle bes Königs von Preußen nicht geschmälert wird. Jetzt wird alles in bet sozialdemokratischen Presse ohne Scheu herunter