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Marburg
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1913
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dies die Besatzung und nahm die Balkanier nach Datum mit. Hie« eröffnete der griechische Konsul und die slawische Kolonie eine Sammlung zugunsten der Ankömmlinge.
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wird ihn dazu drängen. Die Entwicklung wird sich also äußerlich nicht viel anders vollziehen, als sie sich ohne die Verlobung vollzogen hätte, sondern ihren natürlichen Gang nehmen, aber innerlich wird doch ein großer Unterschied sein und wenn die Stunde sich erfüllt, wird man als Wirkung des Herzensbundes unserer Kaisertochter ein politisches Versöhnungswerk begrüßen, bei dem alle Teile gewinnen. Man darf wohl sagen, daß dies srohe Ereignis am Kaiserhofe sich so noch viel systematischer darstellt, als wenn man still annehmen müßte, daß der Verlobung ein politisches Markten und Feilschen vorangegangen sei. Anderseits ist aber auch daran kein Zweifel möglich, daß nicht das geringste geschehen ist oder geschehen wird, was als eine Preisgabe der Interessen Preußens und Deutschlands gedeutet werden könnte. Der Kaiser, sowohl in seiner Eigenschaft als Oberhaupt des Deutschen Reiches wie in seZrer Eigenschaft als König von Preußen, der Bundesrat und die preußische Regierung haben ihre Stellung zu der sogen. „Welfenfrage" wiederholt mit so klaren und bestimmten Worten kundgegeben, daß ein Abweichen von der festgelegten Richtschnur undenkbar ist. In staatsrechtlicher Hinsicht ist also in der Angelegenheit Hannover-Braunschweig nicht die geringste Aenderung eingetreten, es ist nur die Gewißheit geschaffen worden, daß die Frage einer zukünftigen gedeihlichen Lösung entgegengeführt ist.
Mit dieser Gewißheit sollten sich alle begnügen.
Im Hinblick auf jene Gewißheit drängt sich aber die Frage auf, ob sich unter den obwaltenden Umständen noch eine welfische Agitation in dem bisherigen Sinne, d. h. mit dem Ziele einer Trennung Hannovers von Preußen rechtfertigen läßt. Eine solche Agitation würde nur eine staatsrechtliche Fiktion zur Grundlage haben, den wirklichen Tatsachen aber und der realen Lage der Dinge, wie sie durch die Verbindung der Kaisertochter mit dem Welsenhause, durch die Zustimmung des Herzogs von Cumberland zu dieser Verbindung und zu dem mit dem Treueid für den König von Preußen verbundenen Uebertritt des Prinzen Ernst August in das preußische Heer geschaffen worden ist, direkt zuwiderlaufen. Wenn cs sich daher bestätigen sollte, daß die hannoverschen Welfen den Beschluß gefaßt haben, ihr ferneres politisches Verhalten so einzurichten, als ob die jüngsten Ereignisie gar nicht existierten, also ihre Agitation in der alten Weise und mit dem alten Ziele fortzusetzen, so würde das eine bedauerliche Verkennung der Tatsachen sein, die unmöglich geeignet erscheinen kann, die wirklichen Interessen derer zu fördern, denen die Welfen ihre Dienste geweiht haben. Die staatsrechtliche Seite dieser Ereignisie kann mit Recht geleugnet werden, nimmermehr aber ihr politischer Einfluß, und wir halten es für undenkbar, daß sich dieser Einfluß nicht in irgend einer Weise bei dem Oberhaupt des Welfenhauses wie bei seinen getreuen Anhängern geltend machen sollte. Geschieht das, so würden sich daraus Folgerungen ergeben für unser ganzes innerpolitisches Leben und namentlich für das Partetleben, die nur mit Freuden zu begrüßen wären.
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. - Druck der Univ.-Buchdruckerei Z. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Die ScilwIinasfürioM in gvarbnra.
Nachdem durch das denkwürdige Handschreiben Ihrer Majestät der Kaiserin vom 15. September 1904 ein von den zuständigen amtlichen und ärztlichen Kreisen schon seit langer Zeit bearbeitetes Kapitel der Wohlfahrtspflege, die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, erneute Förderung erfahren hat, regt es sich allerorten im Deutschen Reich in praktischer Säuglingsfürsorge: ja es ist geradezu ein Wettkampf unter den einzelnen Städten und Bezirken des Landes entstauben, die am besten organisierte Fürsorge zu besitzen.
Daß die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit zu den wichtigsten sozialen Problemen gehört, dieser Tatsache kann sich eigentlich heute keiner mehr verschließen. Denn die Statistik lehrt, daß die Geburtenziffer in Deutschland während der letzten 40 Jahre in stetem Rückgänge begriffen ist und zwar ist die Geburtenziffer, das ist die Zahl der Geburten auf je 1000 Einwohner am Anfang des Jahres berechnet, von 40,1 im Jahre 1870 auf 31,9 im Jahre 1909, d. h. insgesamt um 8,2 zurückgcgangen. Rur der bisherigen, stetigen, die Geburtenabnahme erheblich übertreffenden Abnahme der allgemeinen Sterbeziffer ist es zu danken, daß Deutschland bisher trotz des Geburtenrückganges noch nennenswert an Bevölkerung gewachsen ist. Indesien auch dies läßt schon nach. Denn die Vermehrung des deutschen Volkes betrug 1908 879 562 Köpfe, 1909 884 061 Köpfe, 1910 879113 Köpfe. Das Säuglingsalter wird von der Abnahme der Sterbezisier nicht wesentlich betroffen, vielmehr hat sich die Säuglingssterblichkeit auf einer beunruhigenden Höhe gehalten. Fast ein Fünftel d. h. zirka 350 000 Kinder ballenden nicht das erste Lebensjahr. Erst in den letzten Jahren sind Fortschritte zu verzeichnen, die wir den an allen Orten ergriffenen Maßnahmen zu verdanken haben. Aber wir dürfen nicht zufrieden hin mit diesem Erfolg, solange noch ein so erschreckend großer Teil des Nachwuchses und damit ein gut Stück unsere» Nationalvermögens ver- loten geht. . ... . , .
Tie Lage
Konstantinopel, 14. Febr. Nach einem amtlichen Kriegsbericht verlief der gestrige Tag ruhig für Adrianopel. An der Tschataldschalinie sind türkische Erkundungen durch Kolonnen eifrig tätig. Der Feind befestigte die nordöstlich von Akala gelegenen Höhen und will durch Artilleriefeuer die Bewegungen der Erkundungskolonnen verhindern. Eine türkische gemischte Abteilung am linken Flügel rückte von Surgunköj vor und zwang den Feind, sich gegen Haratschdschi-Tschiftlik zurückzuziehen. — Dem „Sabnh" zufolge haben die Asiumtionisten in Adrianopel an die hiesigen Asiumtionisten telegraphiert, die Stadt besitze noch Lebensmittel für 8 Monate. Der Schulunterricht werde fortgesetzt, und der Gesundheitszustand der Stadt sei ausgezeichnet. Es mangele bloß an Zucker, Petroleum und Salz. Die Telegraphendirektion nehme außer der offiziellen Korrespondenz auch private Funkentelegramme bis zu 80 Worten an. Ein türkischer Offizier, meldet die „Sabah" weiter, habe seiner Familie funkentelegraphisch mitgeteilt, es seien Lebensmittel und Munition im Ueberfluß vorhanden. — Zn einem neuen Telegramm aus Adrianopel soll Schukri Pascha erklärt haben, er würde bis zur letzten Patrone kämpfen: wenn er zur Kapitulation gezwungen würde, so würde er zuerst die Stadt e i n ä s ch e r n.
Paris, 14. Febr. Bezüglich des Planes der bulgarischen Regierung, den in Adrianopel eingeschlosienen Ausländern die Vorstadt Karagatsch als neutrale Zone anzuweisen, wird hier darauf hingewiesen, daß Karagatsch in dem gegenwärtig von den Bulgaren besetzten Reich liege, daß es sich also um einen Auszug aus Adrianopel handle, unter dem Vorbehalt allerdings, daß die Ausländer innerhalb der bulgarischen Linien bleiben.
K o n st a n t i n o p e l, 14. Febr. Es verlautet, daß der im Marmarameer bei Scharköj gesunkene Dampfer der Dampfer Nr. 41 der Bosporusgesellschaft Schirket sei. Er soll von bulgarischen Geschosien getroffen worden sein, es sei jedoch gelungen, den Dampfer auflaufen zu lasien und alle Truppen zu retten. — Zn Kartal am Marmarameer unweit Konstantinopel ist die Cholera ausgebrochen. Gestern waren 20 Erkrankungen zu verzeichnen.
M a l t a, 14. Febr. Der Kreuzer „Hamidije", der hier nicht erwartet wurde, suchte wegen Sturmes in Malta Zuflucht. Obwohl es unmöglich ist, irgendeine Auskunft zu erhalten, glaubt man, daß „Hamidije" nach dem Zenischen Meer geht; er kehrt jedenfalls nicht nach Konstantinopel zurück. „Hamidije" muß, sofern er keine Beschädigungen erlitten hat, binnen 24 Stunden Malta verlassen.
C e t i n j e, 14. Febr. (Amtlich.) Gestern und vorgestern beschoß die montenegrinische Artillerie die Festung Skutaritepe und die in der Ebene von Skutari aufgestellten türkischen Batterien. Die türkische Artillerie erwiderte das Feuer schwach. Auf der ganzen Linie fanden unbedeutende Scharmützel statt. Die Montenegriner bereiten den Kanonentransport nach Bardanjolt vor. Eine serbisch-montenegrinische Abteikung, die gegen Vrdica operieren soll, errichtet Verschanzungen und erwartet großkalibrige Geschütze, um gegen Brdica vorzurücken. Die türkischen Verluste in der Schlacht von Bardanjolt sind so groß, weil die Türken, als sie die ersten Stellungen bei Bardanjolt verloren hatten, dreimal Gegenangriffe machten, um sie wieder zu gewinnen.
Datum, 14. Febr. Auf dem Dampfer „Bukowina" des Oesterreichischen Lloyd sind 34 Angehörige der Balkanstaaten angelangt, die, wie der Kapitän erzählt, in Konstantinopel von den Türken mit der Bestimmung nach Zneboli, westlich Sinope, eingeschifft waren. Erst auf See erhielt der Kapitän Kenntnis, daß sich fünf türkische Gendarmen als Transporteure der Balkanier an Bord befänden. Er erklärte darauf, der österreichische Dampfer beschäftige sich nicht mit Gefangenentransport und weigerte sich, sie in Zneboli auszuschisfen. Als die Gendarmen versuchten, die Gefangenen in Rizeh mit Waffengewalt auszuschiffen, verhinderte
Leider gibt es noäj immer Leute, die unsere Forderung für unmöglich erklären und sich der Säuglingsfchußbewegung gegenüber passiv verhalten. Sie glauben, daß bei großer Kindersterblichkeit der übrig- bleibende Nachwuchs umso lebensfähiger und kräftiger sei und daher die Kindersterblichkeit eine natürliche Auslese im Sinne bet Darwinschen Lehre darstelle, die zu bekämpfen verfehlt wäre. Wir bcsttzen jedoch eine Reihe von statistischen Arbeiten, die diese Anschauung schlagend zu widerlegen imstande sind. Es ist ein durchaus zufälliges Zusammentreffen, wenn bei hoher Säuglingssterblichkeit, eine relativ geringe Mortalität in den folgenden Kinderjabren oder tner'-g Tuberkulose bei den Erwachsenen gefunden wird. Für die Sterblichkeit im Kindesa *:r sind die häufigen infektiösen Kinderkrankheiten und für die Tuberkulosesterblichkeit die verschiedensten Ursachen verantwortlich zu machen, die Art des Wohnens, die Zahl der Städte, die Ausdehnung der Industrie u. a. Ebenso wird ein geringer Prozentsatz der Militärtauglichkeit durch Stammesunterschiede und schädigende Einflüße, vorwiegend der Berufstätigkeit, nicht aber durch eine niedrige Säuglingssterblichkeit zustande gebracht. Tatsächlich sterben ja auch nicht nur von Geburt kranke und schwächliche Kinder, sondern eine Unzahl blühend aussehender, kräftiger Säuglinge geht an Ernährungsstörungen, Krämpfen u. s. w. zugrunde, Krankheiten, die sich bei zweckmäßiger Ernährung und Pflege mit großer Sicherheit verhüten lasien. Wir haben also allen Grund für eine energische Säuglingsfürsorge einzutreten.
Was auf diesem Gebiete in Marburg geleistet wird, sollen die folgenden Zeilen lehren. Dabei sei auf ein chronologisches Aufzählen der einzelnen Einrichtungen verzichtet, vielmehr systematisch besprochen, was es an offener, was an geschloßener Fürsorge hier gibt.
Die offene Fürsorge hat als erste Ausgabe die Belehrung bes Publikums. Wir haben erkannt, daß bas wichtigste Mittel die Verbreitung des Si'llens ist und ferner, daß die Vorbeugung von Erkan-, fangen in jeder Hinsicht vorteilhafter ist, als ihre Behandlung. Demgemäß müssen die Mütter über die Vorteile de» Stillen» für ihr Kind
Deutsches Reich-
— Vermählung der Prinzessin Viktoria Luise. Obwohl der Zeitpunkt für die Vermählung der Kaisertochter mit dem Prinzen von Cumberland noch nicht festgesetzt ist, dürfte es, wie einer Berliner Korrespondenz geschrieben wird, kaum zutreffen, daß di« Hochzeit bis zum Oktober hinausgeschoben wird. Die Wahrscheinlichkeit spricht vielmehr dafür, daß diese Feier mit dem Regicrungs- jubiläum Kaiser Wilhelms im Zuni d. Z. verbunden werden könnte.
— Prinz Ernst Augnst von Cumberland. München, 14. Febr. Durch ein Handschreiben des Prinzregenten Ludwig vom 13. Febr. wird Prinz Ernst August Oberleutnant im 1. Bayrischen schweren Reiterregiment ä la suite des Regiments gestellt.
— Der Marineetat in der Budgetkommission. Berlin, 14. Febr. In der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstages wurde die Forderung auf Gewährung einer Zulage für den Marineattachee in Buenos Aires durch die Mehrheit, welche aus dem Zentrum, den Polen und Sozialdemokraten bestand, abgelehnt. Während der Weiterberatung der Tafel- und Mestegelder gab der Vorsitzende Spahn bekannt, daß das in Aussicht gestellt« Material bett, die Messegelder eingegangen sei. Er empfahl, di« weitere Debatte bis nach besten Prüfung zu verschieben. Diesem Ersuchen ist stattgegeben worden. Zm Laufe der Beratungen kam jedoch der Staatssekretär auf die Bemerkung eines Sozialdemokraten hin noch einmal auf die Sache zurück und protestiert« auf das entschiedenste dagegen, daß er sich hinsichtlich der Tafelgeldfrage in einer Zwangslage, her« vorgerufen durch eine Agitation der Seeoffiziere, befunden habe. Der Offizier agitiere nicht. Das, was er in. dieser Angelegenheit gesagt habe, entspreche seiner eigenen bieberzeugung und. beziehe sich nur auf di« dienstlich-sachlichen Folgen, die notwendig eintreten müßten, wenn der gestern besprochene Antrag Gesetz werde.
— Zu den Militärvorlagen. Die „Neue polit. Korr." schreibt: Sowohl die große Militärvorlage wie auch die Flugvorlage befinden sich erst in der Arbeit. Alles was bisher darüber veröffentlicht worden ist, ist teils apokryph, teils Kombination. Daß manches in diesen Veröffentlichungen zutreffen muß, liegt auf der Hand, da ja die Lücken in unserer Rüstung hinlänglich bekannt sind und es sich um eine Ausfüllung derselben handelt. Vor Ostern ist die Einbringung der großen Militärvorlage ausgeschlosten. Zndesten ist es nicht unwahrscheinlich, daß der Reichskanzler den parlamentarischen Führern der Parteien bereits in nächster Zeit Mitteilungen über die Vorlage macht.
— Die preußisch«.: Laudtagswahlen. Die Vorbereitungen für die preußischen Landtagswahlen werden von den amtlichen Stellen bereits in Angriff genommen. Bei den letzten Wahlen ist es mehrfach vorgekommen, daß die Gewinnung der zur Durchführung des Wahlgeschäfts erforderlichen Kräfte auf Schwierigkeiten stieß. Znfolgedesten gehen jetzt schon verschiedene Gemeindeverwaltungen daran, die Besetzung der Mahlämter in die Wege zu leiten.
— Folgen des Straßburger Alarms. Straßburg, 14. Febr. Wie die „Deutsche Tagesztg." berichtet, soll für militärische Mitteilungen ein neues Chiffriersystem ausgegeben werden, das, auch abgesehen von Anordnungen ersterer Art, Täuschungen der militärischen Behörden wie den falschen Alarm künftig unmöglich machen soll. Ferner erhält sich das Gerücht, daß demnächst der be- kannte Südwestafrikaner Generalleutnant v. Deimling den Gouverneur von Straßburg, General der Infanterie v. Egloffstein, ersetzen werde.
— Aus der Haft entlasten. Kreuznach, 14. Febr. Der Zahntechniker Bechtoldt, der unter dem Veracht der Werbung für die französische Fremdenlegion verhaftet wurde, ist auf Verfügung der und die Möglichkeit allen den Schädigungen vorzubcugen, durch welche die hohe Säuglingssterblichkeit bedingt wird, auf das eingehendste unterrichtet werden. Ls geschieht dies 1. schriftlich durch Merkblätter, wie sie auf dem Standesamt bei der Anmeldung jeder Geburt verausgabt werden, 2. mündlich durch individuelle Beratung in der sogenannten Mütterberatungsstelle, wo eine Unterweisung unbemittelter Mütter in der Ernährung und Pflege ihrer Säuglinge unter ärztlicher Kontrolle der medizinischen Klinik unentgeltlich stattfindet (Frequenz 1912: 261 Kinder in 751 Vorstellungen), 3. mündlich durch Beratung der Mütter im Haufe, der sich eine mit der Säuglingspflege und Ernährung vertraute Dame widmet. Durch das Entgegenkommen der städtischen Verwaltung werden dieser Dame alle Geburten bekannt gemacht, sodaß schon die Wöchnerin in den ersten Tagen ihren Besuch empfangen und so rechtzeitig Rat und Auskunft erhalten kann (1912 : 425 Kinder in 1844 Besuchen). Die Stadt und der Vaterländische Frauenverein gibt hierzu eine BeihLlse von je 200 M.
In die ärztliche und pflegerische Beauffichtigung sind vor allen Dingen die Haltekinder eingeschlosteu, welche mindestens alle 4 Wochen zur ärztlichen Untersuchung gebracht werden müßen. Die Pflegemütter selbst haben sich durch Untersuchung in der medizinischen Poliklinik al» gesund zu erweisen.
Die offene Fürsorge wird aufs wirksamste unterstützt durch di« Eäuglingsmilchküche des Marburger Milchvereins, dem die zum B» triebe erforderlichen Räume nebst Inventar von der Universität zu- unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung gestellt sind. Die Milchkuch. untersteht in ihrem gesamten Betriebe der Kontrolle des Direktors de» medizinischen Klinik oder seines Stellvertteters. Ihr Hauptzweck ist, Säuglinge der minderbemittelten Kreise mit einer in jeder Beziehung einwandfreien Milch zu versorgen, die unentgeltlich oder zu einem gs» ringen Preis« (4—6 M monatlich) in trinkfertigen Einzelportionen <m verschiedenen (4) kostenfrei zur Verfügung gestellten Abholstellen verausgabt wird. Gleichzettig tarnt auch von bemittelte» Familien, W
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder .Q q, , deren Raum 15 .5. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 H. für 48, Reklamen die Zeile 60 H. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
nttl oem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: ..Nach Feierabend". ..Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Bellaae".
Es kann nunmehr als festgestellt gelten, daß die Verlobung im Kaiserhause kein mühevolles Werk der Staatskunst ist, keine Besieglung langwieriger politischer Verhandlungen, sondern ein durch und durch persönliches Ereignis. Die Lösung der sogenannten braunschweigischen Frage ist nicht unmitelbar damit verbunden und ihr vollends nicht vorausgegangen. Za, die Verlobung der Hohenzollerntochter mit dem Welsensohn wird diese Lösung anscheinend nicht einmal beschleunigen. Wohl aber verbürgt sie für «ine nicht zu ferne Zukunft eine Art Lösung, die auch nicht die leiseste Spur von Verstimmung mehr übrig lasten, sondern ein schwieriges staatsrechtliches Problem in lauter Wohlgefallen und Harmonie auflösen wird. Das jetzige Haupt des Welfenhauses wird offenbar seinen Standpunkt, auf dem er sich durch moralische Verpflichtungen festgehalten fühlt, nicht aufgeben, und niemand
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