nitt oem ^reisbiatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Jts. 38
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und ^Landwirtschaftliche Bella«-*.
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Marburg
Freitag 14 Februar
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48. Jahrg.
1913.
Erstes Blatt.
Zur Verlobung im Kaiserhause.
Das Brautpaar in Berlin.
Am 13. Februar morgens erfolgte, wie bereits kurz gemeldet, Potsdamer Bahnhof in Berlin die Ankunft des fürstlichen rutpaares, welches vom Kaiser persönlich empfangen wurde, eiter hatten sich zur Begrüßung auf dem Bahnhof eingefunden: ierbürgermeister Wermuth, Bürgermeister Reike und der Stadt- vrdnetenvorsteher. Herr Wermuth hielt unter llebereichung es Orchideenstraußes folgende Ansprache an das Brautpaa-: vie Landes- und Reichshauptstadt, in die Eure Königlichen oheiten, strahlend von Liebe und Glück, ihren Einzug halten, fnet weit ihr Tor und Herz in inniger Mitfreude und bringt in hrerbietung ihr Willkommen dem erlauchten Brautpaare dar, s in seinem eigenen Glück uns zugleich ein herrliches Pfand für utschlands Einheit und Größe beschert.» Alsdann bestieg das aiserpaar nebst der Braut und dem Bräutigam eine offene Eala- fvipage, und unter Vorantritt einer Eskadron der Rathenower »ethenhusaren setzte sich der feierliche Zug in Bewegung. Den »schluß bildeten wiederum Rathenower Husaren, in welches Re- ment der Prinz von Cumberland und künftige regierende Herzog ,n Braunscheig eintreten wird. Der pomphafte Einzug der Ver- 'bten durch das Brandenburger Tor gestaltete stch trotz des reg- erischen Wetters in den Morgenstunden zu einem großartigen Schauspiel. Beim Brandenburger Tor überrannten die zahlreich nK^ncnen Berliner die Schutzmannskette, stürmten bis zur riserequipage und schwenkten ihre Taschentücher bis in den Mgen. Der Kaiser lächelte über diese spontane Huldigung, und
Ma, hsh« Brautpaar i« Begleitung bte Prinzen Oskar auf einem Spaziergang.
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die Braut dankte glückstrahlend. Im Lustgarten hatten die 2. bis 6. Schwadron des Ziethen-Husaren-Regiments mit der Front nach dem Schloß Aufstellung genommen. Auch der Verein ehemaliger Ziethen-Husaren mit Fahne hatte stch etngefunden. Vor dem Portal 4 des Schlosses standen die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Oskar. Rach 9 Uhr verkündeten brausende Hurrarufe das Rahen des Zuges. Die Kapelle der Husaren intonierte ben Torgauer Marsch. Rach dem Abfahren der Front entstiegen die Herrschaften vor dem Portal den vier Wagen. Die dort befindlichen Prinzen überreichten der Kaiserin und ihrer Schwester Blumensträuße. Inzwischen hatte das Offizierkorps der Ziethen- Husaren abgesessen und meldete sich in corpore beim Kaiser, um sodann dem Bräutigam und der Braut ihre Glückwünsche darzu- oringen. — Prinz Ernst August erhielt heute die Ordre, nach der •i beim Ziethen-Husaren-Regiment eingestellt ist. Der Prinz reichte jedem Offizier die Hand. Es folgte der Vorbeimarsch des Ziethen-Husaren-Regiments in Zügen. Hierauf gingen die Herrschaften ins Schloß, wo sie im Pfeilersaale von den Obersten, Ober- vnd Vizeoberhofchargen empfangen wurden, deren Glückwünsche sdas Brautpaar darauf entgegennahm.
Karlsruhe, 13. Febr. Der 18jährige Lehrling, der tz^tern abend, wie gemeldet, von dem Automobil des Prinzen Ernst August von Eumberland überfahren worden ist, starb um £ Uhr abends an den schweren hierbei erlittenen Verletzungen« V - * * ”
f Deutscher Landwirtschaftsrat.
f Der Deutsche Landwirtschaftsret veranstaltete am Mittwoch abend yht Festesten im Hotel Adlon, an dem etwa 150 Personen teilnahmen, Darunter der Reichskanzler, mehrere Staatssekretäre und Minister. Als tzrster Redner sprach der Präsident des Deutschen Landwartschastsrats Graf o, Schwerin-Löwitz, der einen Rück- und Ausblick über die wirt
schaftliche, namentlich die landwirtschaftliche Entwickelung des verflossenen Zahres gab. Er erinnerte daran, wie das Zahr 1912 für die deutsche Landwirtschaft besonders reich an schönen großen Hoffnungen, zugleich jedoch auch an schweren Enttäuschungen gewesen sei und wie namentlich auch die Winzer schwer enttäuscht worden seien. Das deutsche Volk, welches sein ganzes Kapital in gewerblichen und landwirtschaftlichen Unternehmungen anlege, habe es ganz besonders notwendig, sich gegen Kriegsschaden zu versichern. Eine solche Versicherung stelle bte Unterhaltung unseres Volksheeres dar. Reben den nationalen und ideellen Gesichtspunkten seien es daher auch rein praktische, wirtschaftliche Er- wägungen, bte bas beutfdje -ßolf verpflichteten, für bte Versicherung des Nationalvermögens durch eine ausreichende Heermacht zu feigen. Die durch mehrfachen lebhaften Beifall unterbrochene Rede schloß mft einem dreifachen Hurra auf den Kaiser und König, die deutschen Fürsten und die freien Städte. Der zweite Vorsitzende toastete aus die erschienenen Gäste. Sodann erfolgte
eine Rede des Reichskanzlers.
Hock>verehrte Herren! Die freundliche Begrüßung des zweiten Vorsitzenden erwidere ich — und ich bin sicher, im Namen aller Gäste sprechen zu können — mit herzlichem Dank. Ich bin der liebenswürdigen Einladung zu dem heutigen Festmahl mit Freuden gefolgt. Freilich, neben der Ernte — wie soll ich sie qualifizieren! — für den Landwirt ist es ein heikles Ding, zu sagen, wie die Ernte gewesen ist. Zch möchte sagen, neben der guten Ernte brachte uns das Zahr selbst auch einige Meinungsverschiedenheiten. Ich weiß, die Landwirte billigen nicht alles, was ich in letzter Zeit int volkswirtschaftlichen Gebiete veranlaßte. Trotzdem müssen Sie mir gestatten, daß ich gern zu Ihnen komme, daß ich mich wohl bei Ihnen fühle (Beifall). Zn der Einladung sehe ich ein Zeichen, daß es nur die lleberzeugung ist, was uns in den Fällen trennt, wo wir einmal glauben, verschiedene Wege gehen zu müsten. Wir haben die Ernte des letzten Zahres in Frieden bergen können und ich lebe der Hoffnung, daß der deutsche Landmann auch fürderhin ungestört seiner Arbeit wird nachgehen können (Beifall). Das Friedensbedürfnis, das, wie ich glaube, alle Großmächte beseelt und das uns hoffentlich auch über die Balkankrise hinwegbelfen wird, hat bte gesunbeste Grunblage in dem überall lebendigen Bedürfnis, die Kräfte der Nationen in immer fortschreitender Arbeit zu entwickeln. In welchem Maße die deutsche Landwirtschaft darauf angewiesen ist, immer mehr zu schaffen und zu produzieren, um ihren Platz im Volksganzen auszufüllen, das wisten Sie selbst am Besten, das haben uns die letzten Zahre und das haben uns die Verhandlungen von heute Vormittag eindringlich gelehrt. Zch bitte den Deutschen Landwirtschaftsrat wie bisher, so auch fernerhin, diese Entwickelung kräftig zu fördern. Ich hoffe, daß ich in bei großen Frage der inneren Kolonisation int deutschen Landwirtschaftsrat immer einen treuen und starken Bundes- genosten haben werde (Beifall). In dem Jahre, das wir begonnen haben, wird es kein Fest und keine Feier geben, in die nicht Hundert- jahr-Erinnerungcn hinübcrklingen. Lasten sie uns als Bestes davon den Opfermut festhalten, der 1813 unsere Väter erfüllte. Wir werden in diesem Zahre unsere Rüstungen zu Lande verstärken müsten (Lebhafter Beifall). Darin sind alle verantwortlichen Stellen, das will ich hier hervorheben, eines Sinnes (Lebhaftes Bravo) und das Volk, wenn ich es recht verstehe, will, daß, wer wehrfähig ist, auch Soldat wird (Lebhafter Beifall). Reich, Staat, Haus und Hof sind uns mit allem was sie an Hab und Gut für Seele und Leib umschließen, zu heilig, als dal- wir sie nicht mit den äußersten Mitteln gegen den Krieg und die Kriegsgefahr zu sichern und zu verteidigen entschlosten wären (Beifall). Darin ist, davon bin ich überzeugt, die Nation einig und wird es auch bleiben, wenn wir im Reichstag — um Ostern wird es fein — die Vorlagen verhandeln (Beifall). Aber Opfer wird es kosten. Gott hat dem deutschen Volk eine Stelle auf dem Erdball angewiesen und. unsere Geschichte so gefügt, daß Opfer, groß« Opfer unser schweres Erbteil sind. Sie willig zu bringen, sei unser Stolz (Beifall). Sie, meine Herren, und ich darf mich zu Zhnen rechnen, sind als Landwirte mit dem Boden der Heimat besonders eng verwachsen: aus diesem Heimatsboden sprießt nicht nur Korn, das uns nährt, sondern aus ihm sollen sich immer aufs neue, Fleiß, Zähigkeit, Genügsamkeit und Zuversicht verjüngen, die im Wechsel von Zahrzehneten und Jahrhunderten unsere Väter und Urväter im Schweiße ihres Angesichts im Saatkorn in ihn eingesät haben. Halten Sie diese Güter auch fernerhin in fürsorglicher Obhut, dann wird der Boden, auf dem wir stehen, niemals wanken. Daß sich dies bewahrheiten möge, darauf erhebe ich mein Glas mit dem Rufe: Die Deutsche Landwirtschaft lebe hoch! (Lebhafter Beifall).
*'T,* ? ' III.
H. L 5. Berlin, 13. Februar.
Die Tagesordnung des heutigen dritten Verhandlungstages des Deutschen Landwirtschaftsrats wies als erstes Thema auf: „Die Organisation der deutschen Fleischversorgung". Die Referenten v. Stockhausen (Berlin) und Oberbürgermeister v. Wagner (Ulm) legten gemeinsam eine Resolution vor, in der zur Abhilfe die Bildung und der Ausbau von Vieherzeugungs- und Viehverwertungsgenossenschaften empfohlen werden, ferner langfristige Lieferungsverträge und Zusammenschluß der Fleischer tn aenossenschaftlichen Organisationen. Der erste Referent wandte stch entschieden dagegen, daß die Landwirtschaft an der Fletschteuerung des letzten Jahres schuld gewesen sei. Selbst ein Bericht aus gegnerischem Lager habe zugegeben, daß die Schuld an der Dürre und an der Futtermittelknappheit lag. Für diese Tatfachen waren aber die Blätter nicht zu haben, und so setzte die Hetze gegen die Agrarier ein. Die ablehnende Antwort der Städte auf den Vorschlag, langfristige Lieferungsverträge abzuschließen, sei nur eine Ausflucht gewesen und sei auf bas mangelnbe Verständnis bet Städte für die Landwirtschaft zurückzuführen. Der zweite Referent, Oberbürgermeister v. Wagner, empfahl vor allem die Bildung von ländlichen Produttivgenosseuschaften, als deren Abnehmer die Städte in Betracht kommen sollten. In der Diskussion bezeichnete es Ministerialrat v. Braun (München) als falsch, wenn man behaupte, daß die llebernahme der Fleischversorgung seitens der Stabte einen Schritt zum sozialistischen Zukunstsstaat bebeute. Die Städte hatten schon vieles int öffentlichen Interesse übernommen, ohne Schaden gelitten zu haben. Hofbesitzer Bieber (Ochsenwärder) meinte, baß bei wachsende Wohlstand mit an bet Fleischteuetung schuld sei. Di« Arbeiter wollten jetzt nicht mehr bas Fleisch essen, bas sie früher gegessen haben. Was bie australischen Gefrierhammel anlange, fo könne jeder Mensch, der noch etaws Geschmack und Geruch besitze, diese von ein» I heimischem Hammelfleisch unterscheiden. Dabei seien die austtalischen Hammel nut um 10 4 pro Pfund billiget. Landesökonomierat Beckh (Rathsberg bei Erlangen) erblickte di» Ursache der Fleischteuetung in
den hohen Preisen für Mageroieh. — Das folgende Thema bet Tagesordnung betraf bie „wirtschaftliche unb soziale Hebung bet Landarbeiter". Hierzu lag folgende Resolution vor: „Der Deutsche Land« wirtschastsrat hält bie wirtschaftliche unb soziale Hebung bet fimtix arbeiter für eine bet wichtigsten Ausgaben bet landwirtschaftlichen Vtv tretungen unb et empfiehlt, dieselbe auf jede Weise zu fördern, um eine« ausreichenden seßhaften Landarbeiterstand wieder heranzuziehen. Die« um so mehr, als in der Zunahme der ausländischen Arbeiter in Industrie und Landwirtschaft bei gleichzeitig steigender Landflucht eine ernst« Erfahr für die gesamte Volkswirtschaft und die Ernährung des Volke« namentlich str den Kriegsfall erblickt werden muß und eine mißbräuch- liche Ausdehnung der Freizügigkeit auf jungendliche Arbeitskräfte viel- fach Platz gegriffen hat.» Als Referenten zu dem Thema waren be» stimmt Landrat v. Batocki (Bledau) und Reichsrat Freiherr v. Thüngen. Thüngen. Der Letztere bezeichnete es als gradezu unverständlich, baß e« in ben Stabten 40 000 Arbeitslose gebe, während auf dem Lande Arbei- termangel herrsche. Dabei könne man von einer Notlage bet ländliche« Arbeiterschaft im Vergleich zu ben Industriearbeitern garnicht sprechen. — In bet Diskussion wünschte Freiherr v. Getto (Reichardtshausen), daß in ben Schulen bie Bedeutung bet Landwirtschaft ben Schülern gegenüber mehr betont werde, bie zum mindesten ebenso wichtig sei für unser Naterlanb wie die Industrie, wenn nicht noch wichtiger. — Di« zu den heute behandelten Themata vorliegenden Resolutionen wurde« einstimmig angenommen. Vom Kaiser wat ein Danktelegramm für bie Glückwünsche anläßlich der Verlobung der Prinzessin Viktoria Luis« eingegangen. Nach Entgegennahme einiger Berichte übet Handel«, gebrauche wurden bie Verhandlungen auf morgen vertagt.
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Die Beleidigung dis neuen Erzbischofs von Köln vor dem Kaiser.
Donnerstag mittag 12% Uhr fand die feierliche Vereidigung des neuen Erzbischofs von Köln, Dt. v. Hartmann, im Berliner Schloss« statt. Der Erzbischof traf vom Hotel Royal aus um 12% Ugt am Schlöße ein. Im Rittersaal« erwartete der Kaiser ben Erzbischof tn Gegenwart des Reichskanzlers, des Oberstkämmerers Fürsten zu Solms- Baruth, des Ministers des kgl. Hauses Grafen zu Eulenburg, be« Justizministers, bes Ministers bes Znnern, bei brei Kabinettschess, des Kommandanten und der diensttuenden Herren des Hauptquartiers. Der Kultusminister, begleitet vom Unterstaatssekretär D. v Ghapprus, geleitete ben Erzbischof und das Gefolge in den Saal unb stellte ihn dem Kaiser vor Nach der Vorstellung richtete der Erzbischof eine Ansprache an ben Kaiser, in der es heißt: „Daß Eure Majestät geruhen, diesen Gib Allerhöchst selbst entgegenzunehmen, darin erblicke ich dankbaren Herzen« einen neuen Beweis der wohlwollenden Gesinnung, welche Eure Ma- jestät gegen die katholische Kirche hegen, deren Diener zu sein ich btt Ehre habe. Als Erzbischof von Köln werbe ich es mir nach besten Hiaf« ten angelegen sein lassen, die Gesinnungen bei Anhänglichkeit und Tieu« gegen die Dynastie auch in ben Herzen bet meiner Obsorge anvertrauten Gläubigen zu schützen unb zu pflegen. Es erscheint das um so notwendiger, je kühner unb verwegener die Mächte des Umsturzes unb der Verneinung an den Fundamenten des Thrones wie des Altars rütteln. Auf der anderen Seite ist es um so leichter, je einmütiger die begeistert« Liebe und Verehrung gegen den gegenwärtigen Träger der Krone all, Kreise durchbringt. Eure Majestät hatten die Gnade, in diesem Jahr« meiner bisherigen Kathedrale ein prächtiges Glasgemäive zu schenken. Wieder gibt es einen welthistorischen Moment, wo Papst Leo III. de« Kaiser Karl ben Großen im Hoflager in Paderborn aufsucht unb ihn um feine Hilfe bittet. Wenn ich es wage, bei diesem feierlichen Akt bte innige Bitte auszusprechen. Ew. Majestät wolle bei katholischen Kirch« und allerhöchstihren Untertanen katholischen Glaubens bas so oft bewiesene gnädige Wohlwollen immerdar erhalten, so vertraue ich darauf, eine ebenso huldvolle Aufnahme zu finden, wie Papst Leo III. bei Karl dem Großen."
Nach dieser Rede erfolgte die Vereidigung auf das Goangehenbugfc worauf
bet Kaiser
folgende Worte an den Erzbischof richtete: „Zch habe mich bewogen ge- funben, das eidliche Gelöbnis der Treue, welches Sie, hochwurdigei Herr, soeben abgelegt haben, selbst entgegenzunehmen. Die Pflichte« und Mühen bes bischöflichen Amtes, aber auch sein reicher Segen sind Ihnen nicht fremb. Als Bischof von Münster haben Sie schon die Aufgabe erkannt und erfüllt, die Ihrer oberhirtlichen Führung anvertrauten Seelen in allen christlichen Tugenden zu unterweisen, sowie die Ein- tracht unter allen Bewohnern des Landes zu erhalten und zu pflegen. Zch habe daher zu Ihrer Erwählung zum Erzbischof des ältesten Bischof- stuhles in meiner Monarchie gern meine Genehmigung ausgesprochen und erteile Ihnen meine landesherrliche Anerkennung. Sie haben an jenen denkwürdigen Vorgang erinnert, als Karl der Große, von dem Papst Leo III. und Zhrern ersten Vorgänger auf dem bischöflichen Stuhl von Münster in schwerer Gefahr und Bedrängnis um Hilfe angerufen, an der Spitze seines Heeres ben Papst herzlich begrüßte, ihm feinen mächtigen Schutz zusagte unb bann, wie bie Ueberliefeiung meldet, Hand in Hand mit ihm in ben neuerbauten Paderborner Dom einzog, um gemeinsam Gott ben Herrn zu preisen. Dies weltgeschichtliche Ereignis ist ein lehrreiches Beispiel für ben Segen eines verrrouensvollen Verhältnisses bet Kirche zu bem höchsten Träger bet Staatsgewalt unb enthält zugleich eine ernste Mahnung. Ihre bisherige Amtsführung gibt mir bte Zuversicht, daß Sie, biefer Mahnung elngebenf, auch in Ihrer neuen Würde ihre Geistlichen und Gemeinden lehren und anhal- ten werden, mit der Anhänglichkeit an Ihre Kirche zu verbinden treu« Ergebenheit gegen mich und mein Haus, warme Liebe zum deutsche« VaterlaNde und Gehorsam gegen bie von Gott oerorbnete Obrigkeit. Zn diesem Vertrauen will Sie meiner Königlichen Huld und meine« landesväterlichen Wohlwollens für Ihre Diözesanen wie für alle mein« Untertanen katholischen Glaubens in Gnaden versichern unb Ihren Eintritt in bas neue Amt mit meinen besten Wünschen begleiten. Gott«« Segen fei mit Ihnen,"
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- Die Lage .
Die Kämpfe.
Sofia, 18. Febr. Bei Tschataioscha haben gestern eetetw zelte Scharmützel zwischen türkischen und bulgarische« Borpost«, ftattgefunben. Auf Gallipoli befestigt der Feind seine Stellung«, bei Bulair, ohne irgend eine Feindseligkeit zu unternehmen. M ihrem Rückzug nach der verunglückten Landung bei Tscharköj hab« i