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mtl oem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ..Nach Feierabend".Fürs Haus" undLandrvirtschaftüche Beilage".

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DieOberhessijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 255 M. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, Ji frei ins Haus. Druck der Unio.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. T. Hitzeroth), Markt 21. - Telephon 55.

Marburg

Dienstag, 11. Februar

Der Anzeigenpreis beträgt für dir 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, fiii Reklamen die Zeile 60 «?. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg<

1913.

Erstes Blatt.

Die Verlobung der P inz ffin Vikroiia Luise.

B e r l i n, 11. Febr. DerReichsanzeiger" gibt in seiner Extraausgabe die am Montag in Karlsruhe vollzogene Ver­lobung der Prinzessin Viktoria Luise von Preußen mit dem Prinzen Ernst August. Herzog von Braunschweig und Lüne- bürg, bekannt.

Wir nahmen gestern von der Vermutung, die sich nun als Tatsache herausgestellt hat, Notiz. Wer ist nicht schon alles als künftiger Gatte der einzigen Tochter des deutschen Kaisers genannt worden. Nun hat das Rätselraten ein Ende und um es gleich vorweg zu sagen: das deutsche Volk kann sich des Ergebnisses von Herzen freuen. Die Bersöhnungspolitik, die ja schon in der Heirat unseres Kaisers mit einer Tochter aus dem schleswig- holsteinischen Fürstengeschlecht so glücklich begonnen wurde, wird hier fortgesetzt. Man mag über die welfische Agitation denken wie man will, vom Standpunkte des Reiches aus kann man nicht anders, als sie verurteilen, und trotzdem wird man den Männern, die ihrem Königshause die Treue nicht so schnell versagten, alle Achtung zollen miisien. Wenn es jetzt gelingt, das alte han­noversche Königsgeschlecht mit den Hohenzollern zu versöhnen und zu vereinigen, so wird damit ein großer Schritt vorwärts getan in der inneren Festigung unseres Reiches. Wie die Schleswig- Holsteiner heute zu Kaiser und Reich in ein neues Verhältnis ge­kommen sind, so geschieht es hoffentlich auch mit den alten Han- noveranern. Freilich wird man nicht von heute auf morgen eine Aenderung hier erwarten. Hat doch gerade die welfische Agitation an Verbiffenheit zuweilen seltsame Blüten getrieben. Aber das steht doch fest, daß der Agitation, die sich doch gerade an die Person des Prinzen Ernst August klammerte, mit den neuesten Ereignissen der Boden entzogen wird. Als selbstverständlich betrachten wir es dabei, daß der Aussöhnung des Welfenhauses mit den Hohen- zollern der endgiltigr Verzicht des gesamten Welfenhauses in Hannover folgen wird. Wenn so die dynastischen und nationalen Interessen zusammenstimmen, so ist der Verlobungstag der Prin­zessin Viktoria Luise zugleich ein hoher Festtag für das deutsch« Volk. Die Nachricht, daß auch der Herzogsregent von Braun­schweig nach Karlsruhe kommen wird, zeigt, daß auch die Frage des Einzugs der Welfen in Braunschweig erörtert wird.

Das Welfenhaus ging durch den Krieg 1866 seines Thrones auf Hannover verlustig. Der König Georg V. verlegte seinen Hof nach Gemünden in Oesterreich und hielt ausdrücklich seine An­sprüche auf Hannover aufrecht. Dasselbe tat sein Sohn, als Georg V. 1878 starb. Als im Jahre 1884 mit dem Tode des Her­zogs Wilhelm von Braunschweig die ältere Linie des Welfentumes erlosch, ergriff der Cumberländer von Braunschweig durch ein Patent Besitz. Weil er jedoch seine Ansprüche auf Hannover auf­recht erhielt, erklärte der Bundesrat, daß eine Regierung des Cum- berländers in Braunschweig nach der Reichsverfasiung nicht mög­lich fei. Im Jahre 1892 erklärte der Herzog persönlich dem Kaiser, daß er die bestehenden Zustände imDeutschen Reiche nicht anfechten wollte. Er erhielt darauf die Einkünfte des Welfenfonds aus­bezahlt. Es hat dann nicht an Gelegenheiten gefehlt, den Kaiser mit Mitgliedern des Hauses Cumberland zum Zwecke der Ver­söhnung zusammenzubringen. Bereits 1888 hatte der Kaiser eine Unterredung mit dem Herzog von Cumberland, die aber ergebnis­los verlief, und es ist bekannt, datz noch im Jahre 1910 der Herzog bei der Taufe des Erzherzogs von Mecklenburg noch vor dem Ein­treffen des Kaisers in Schwerin abreiste. Das schwere Schicksal, das die Familie des Herzogs mit dem Tode des Prinzen Georg Wilhelm traf, hat dann dazu beigetragen, die Stimmung ver­söhnlicher zu gestalten. Prinz Ernst August war damals persönlich in Berlin anwesend, um dem Kaiser für seine Teilnahme zu danken..

PrinzessinViktoriaLuise wurde am 13. September 1892 im Marmorpalais bei Potsdam geboren. Sie ist der zweite Chef des 2. Leibhusaren-Regiments Königin Viktoria von Preußen Rr. 2.

PrinzErnstAugust wurde am 17. November 1887 in Penzing geboren und ist Oberleutnant im 1. Schweren Reiter- Regiment Prinz Karl von Bayern.

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Karlsruhe, 10. Febr. Heute mittag fand Familienkrüh- stückstafel bei der Großherzogin Luise im großherzoglichen Schloß statt. Den Tee nahmen die Herrschaften bei dem Prinzen Max von Baden ein, zur Abendtafel werden dieselben im großherzoglichen Palais erscheinen.

Braunschweig, 10. Jan. Das Regentenpaar von Braun­schweig tritt morgen abend eine achttägige Steife nach Südeutsch- land an. Es fährt zunächst nach Kolmar im Elsaß. Dort begrüßt der Regent am Mittwoch sein Jägerregiment. Am Donnerstag wird die Reise nach Karlsruhe fortgesetzt, wo die Hoheiten den großherzoglichen Hof besuchen. Daran schließt sich am Sonnabend ein dreitägiger Besuch des Hofes in Darmstadt. Am 18. Februar lehren die Herrschaften nach Braunschweig zurück.

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Die Laae -Hs

f 'c....... Die Feindseligkeiten.

Sofia, 10. Febr. Zu den vorgestrigen Kämpfen bei Bukair »eldet dieAgence Bulgare" ergänzend: Der Kampf am Sonn­abend war sehr erbittert. Nach einem stürmischen Angriff der Bulgaren wurden die Türken, die in beträchtlicher Stärke am Kampfe teilnahmen, zur Flucht in der Richtung auf Bukair ge­

zwungen. Die Wirkung der bulgarischen Artillerie und des Sturms der Infanterie auf die Feinde war vernichtend. Die Feinde erlitten außerordentlich schwere Verluste und ließen auf dem Schlachtfeld eine Fahne, Geschütze,Maschinengewehre, Waffen und viele Munition zurück. Zahlreiche Tote und Verwundere be­deckten das Schlachtfeld. Unter den Toten befanden sich 20 tür­kische Offiziere. Auf bulgarischer Seite wurden 412 Soldaten und 5 Offiziere verwundet, 2 Offiziere sind tot. Die Zahl der getöteten Soldaten konnte noch nicht festgestellt werden, doch scheint sie un­bedeutend zu sein.

C e t i n j e, 10. Febr. Aus amtlicher montenegrinischer Quelle wird gemeldet: Nach dreitägigen erbitterten Kämpfen, die um die Einnahme von Bardanjolt geführt wurden, belaufen sich die Verluste der Montenegriner auf etwa 2500 Tote und Verwundete. Auf Seiten der Türken sind etwa 4000 gefallen, die auf dem Schlachtfelde liegen. Auf dem Berge Tarabosch bei Prditza wütet der Kampf seit drei Tagen. Obwohl die Truppen gegen Befesti­gungen zu kämpfen haben, die mit starken Drahtzäunen umgeben sind, rücken sie doch schrittweise und mit Erfolg vor. Mehrere Ver­schanzungen mürben genommen. Die beiderseitigen Verluste sind empfindlich, doch sind die genauen Verlustziffern mit Rücksicht da­rauf, daß die erbitterten Kämpfe noch fortdauern, noch nicht fest­gestellt.

Konstantinopel, 10. Febr. Seit Sonnabend nacht sind keine amtlichen Mitteilungen über die kriegerischen Ereignisie er­schienen. Die Blättermeldungen stellen übereinstimmend fest, daß die Lage für die türkischen Truppen überall gut sei. Nach der Be­schießung der bulgarischen Stellungen bei Silivri zogen sich die Bulgaren in das Innere der Stadt zurück. Dieselbe wird jetzt durch die PanzerkorvetteJdjlalije" beschossen.

Eine Bitte um Intervention bet Machte.

Paris, 10. Febr. Aus London wird demTemps" bestätigt, datz der türkische Botschafter Sir Grey gebeten habe, eine Ini­tiative der Mächte zugunsten des Friedens herbeizuführen. Auf die Erklärung Greys, datz er dazu bereit sei, falls die Türkei ein amtliches Ansuchen stelle, antwortete der türkische Botschafter, er sei nicht angewiesen, ein formelles Ansuchen auszusprechen, sondern lediglich eine Initiative bei den Mächten anzuregen, deren Sache es sein würde, diese Initiative zu ergreifen oder nicht. Grey be­merkte, daß unter diesen Umständen ein genau gefaßtes türkisches Ansuchen notwendig sei.

Rumänien und Bulgarien.

W i e n, 10. Febr. Von zuständiger Stells wird mitgeteilt, es fei zu erwarten, daß die Verhandlungen zwischen Rumänien und Bulgarien, welche in Sofia geführt werden, bis Ende der Woche zu einem befriedigenden Resultat gelangen.

S o f i a, 9. Febr. Das BlattMir" drückt, wenn es auch die Wahl des Zeitpunktes für die Aufrollung des bulgarisch-rumäni­schen Streitfalles bedauert, seine Befriedigung über den Beschluß aus, die Londoner Verhandlungen in Sofia fortzusetzen. Es gibt der Hoffnung auf eine rasche Erledigung dieser Frage Ausdruck, damit dem niedrigen Verdachte ein Ende gemacht werde, der aus der rumänischen Nation den Verbündeten eines hundertjährigen Feindes mache, der seit hundert Jahren die Bulgaren, Griechen und Serben und ebenso die Rumänen bedrückt habe. Alle beson­nenen Rumänen, sagt das Blatt, leiden sicherlich unter dem Ver­dacht und weisen die Hoffnung zurück, die die Türken auf sie grün­den, als für ihre Ehre und nationale Würde verletzend. Die rumänisch-bulgarische Freundschaft datiert von so langer Zeit her, daß man sicher sein kann, daß sie auch diesmal allen Versuchen, sie zu trüben, widerstehen und datz jene, die ihre Trübung wünschen, nicht nur enttäuscht, sondern vielleicht ihre Fehler büßen muffen. Denn der gesunde Sinn der Völker und ihr Erhaltungsinstintt können nicht verschwinden, um einer künstlichen Politik und falschen nationalen Bestrebungen Platz zu machen.

Die Verteilung der türkischen Staatsschulden.

Daris, 10. Febr. Einer offiziösen Meldung zufolge wurde auf Grund der letzten Beratung der Londoner Botschafter-Reunion beschlossen, in Paris eine internationale aus dem französischen Minister des Aeußern und den hier beglaubigten Botschaftern bestehenden Kommission einzusetzen, welche die Frage der Ver­teilung der türkischen Schulden unter die Türkei und die Balkan­staaten sowie verschiedene andere mit dem Balkankrieg zusammen­hängende Fragen zu prüfen haben wird.

Der Aufstand in Mexiko.

Mexiko, 9. Febr. Rach längeren Stratzenkämpfen hat die Regierung teilweise wieder die Oberhand gewonnen. Bis jetzt dürften etwa 150 Mann getötet sein. Präsident Madro befehligte zeitweise persönlich die ihm ergebenen Truppen. Der größere Teil der Armee scheint der Regierung treu geblieben zu sein. Die Hal­tung der Artillerie ist zweifelhaft. Die Regierung hat wieder von dem Nationalpalast Besitz ergriffen. Die Insurgenten setzten Felix Diaz und den General Bernardo Reyes in Freiheit.

Mexiko, 10. Febr. Später ging die Artillerie und der größte Teil der Truppen zu Diaz über, der Herr der Situation zu sein scheint. Diaz ist ein Neffe des Expräfidenten.

Mexiko, 10. Febr. Felix Diaz, der am Sonntag noch ein zum Tode verurteilter politischer Gefangener war, ist jetzt tat­sächlich der Herrscher in Mexiko. Er besetzte drei bis vier Waffen- arsenals und Pulverfabriken. Madero wurde am Sonntag bis 10 Uhr abends im Nationalpalast belagert, den er um diese Zeit mit den Ministern verließ. Seine Familie floh auf die japanische Gesandtschaft. Schon ftüher wurde in diplomatischen Kreisen als offene Tatsache eqählt, daß Madero nicht imstande sei, die Aus­

länder mit den ihm zur Verfügung stehenden Kräften zu schützen. Es verlautet, daß Diaz dem Präsidenten Madero ein Ultimatum gestellt habe in der Form, daß er ihn wiffen ließ, wenn et sich nicht ergebe, würde er den Palast in die Luft sprengen. Die Stadt ist ruhig, jedoch sollen in der Sonntag-Nacht 250 Personen getötet und mehrere hundert verwundet worden fein. Nach späteren Mel­dungen ist Madero mit seiner Familie auf die Nachricht, daß General Blanquet, der mit einer Streitmacht angekommen war, sich weigere, gegen Diaz zu kämpfen, westwärts an die Küste zu geflohen. Die Brücken zwischen Mexiko und Toluka sind verbrannt, M e x i k o, 10. Febr. Ueber die gestrigen Kämpfe wird weiter gemeldet: Es fanden während des Tages vier gesonderte Gefechte statt, von dem das blutigste sich vor dem Palais abspielte und mit der formellen llebergabe der Truppen endete. Die meuternden Truppen, an deren Spitze Schüler der Kriegsschule von Tlalpam marschierten, zogen dann zum Gefängnis, wo sie, wie schon ge­meldet, Felix Diaz befreiten. Madero erklärte den fremden diplo­matischen Vertretern auf eine Anfrage, er könne für die Sicherheit der Ausländer keine Garantie übernehmen, da es ihm unmöglich sei, zu ihrem Schutze Mannschaften von Polizei und Artillerie­truppen, von denen er über 23000 verfüge, abzuzweigen.

Deutsches Reich.

Begegnung zwischen dem Kaiser und dem König von Italien. Die in der Preffe verbreitete Meldung, der Kaiser werde am 15. Februar mit dem König von Italien auf seiner Mittel­meerreise zusammentreffen, ist unrichtig. Der Kaiser wird seine diesjährige Reise nach Korfu nicht vor Anfang März antreten. Vom 24. bis 26. wird das dänische Königspaar zu Besuch am Ber­liner Hof weilen. Schon aus diesen Dispositionen ergibt sich, datz eine Begegnung zwischen dem Kaiser und dem König Viktor Emanuel nicht vor Beginn des nächsten Monats in Aussicht ge­nommen ist.

Freiherr Heyl zu Herrnsheim. Worms, 10. Febr. Aus Anlaß der Feier des 70. Geburtstages des Freiherrn Heyl zn Herrnsheim -wurden dem Jubilar zahlreiche Glückwünsche dar­gebracht, u. a. vom Kronprinzen, dem Eroßherzog und den hie­sigen drei Ministern. Die Gemeinde Herrnsheim verlieh dem Jubilar das Diplom als Ehrenbürger. Freiherr v. Heyl stiftete für die Wohlfahrtseinrichtung der Arbeiterschaft der Firma Cor­nelius Heyl 200 000 zum Besten der Beamtenschaft der Firma 100 000 M. Ferner schenkte er der Stadt Worms einen Monu» mental-Siegfrieds-Brunnen, entworfen von Profeffor Hildebrandt- München.

DieBayrische Staatszeitung" zur Heeresvorlage. Mün­chen, 10. Febr. DieBayr. Staatsztg." bemerkt am Schluffe eines Artikels, der sich mit der bisherigen Stellungnahme der Parteien zur Heeresvorlage beschäftigt: Unter den Verhältnissen, wie die gegenwärtigen, und gegenüber den Fragen, wie die bevorstehenden gibt es nur eine unseres nationalen Ansehens würdige Lösung: die des vertrauensvollen Zusammenwirkens der bürgerlichen Par­teien. Jede hat ihre Opfer zu bringen, jede weiß aber auch, datz die übrigen Parteien zu ähnlicher Entsagung genötigt sind. Sich gegenseitig mehr oder minder des zu Opfernden vorrechnen zu wollen, hieße die Bedeutung der Situation verkennen. Auch was da und dort an Groll leben mag, muß zurücktreten. Es werden wieder andere Zeiten kommen, in denen jede Partei ihre Packen Mißvergnügen auf dem Tisch des Hauses gemächlich auspacken kann. Gegenwärtig ist aber für derartige Dinge kein Raum. Di« Pflicht der bürgerlichen Parteien ist es, an die bevorstehenden nationalen Aufgaben mit dem entschiedenen Willen heranzutreten, sie ihrer Lösung zuzuführen. Unter dem Zeichen des einmütigen Entschlusses wird sich die FrageWie?" in besonnener Aussprache erledigen lassen.

Französischer Werber. Münster a. Stein, 10. Febr. Gestern wurde hier der in Kirn wohnhafte Zahntechniker Vechtoldt unter dem dringenden Verdacht, für die Fremdenlegion als Werber tätig ju sein, verhaftet. In der Begleitung Bechtolds befand sich ein junger Mann aus Frankfurt a. M., der mit einer Fahrkarte nach Belfort versehen war. Heute früh weilte ein Polizeibeamter aus Münster am Stein in Kirn, um in der Wohnung des Bechtoldt eine Haussuchung vorzunehmen.

Das Luftschiff für unsere Armee. Nach der Meldung eines Blattes sollte sich der Zuwachs an Luftschiffen für unsere Armee in dem laufenden Jahre auf 2 Zeppeline und 1 Schütte-Lanz Luft­schiff beschränken. Von gut unterrichteter Seite wird diese Mel­dung für unzutreffend erklärt. Wenn auch die Zahl der Luftschiffe, um die der Luftschiffpark unseres Heeres im laufenden Jahre ver­größert werden wird, noch nicht unbedingt festgelegt ist, so dürste doch der Zuwachs die oben angegebene Zahl nicht erheblich über­schreiten.

Ausland.

** Ein Luftfahrtsgesetz in England. London, 10. Febr. Di« Regierung hat im Unterhaus eine Bill zur Regelung der Lust« schiffahrt eingebracht. Diese Bill ermächtigt die Behörden, im Interesse bei Sicherheit oder der Verteidigung des Landes das Fahren von Luftschiffen über bestimmte Bezirke zu verbieten und auch die Zonen vorzuschreiben, in denen die Luftschiffe, die rom Auslande kommen, landen müssen. Wenn ein Luftschiff über ein« verbotene Gegend fliegt oder zu fliegen versucht, oder den Lan­dungsvorschriften nicht nachkommt, soll ein Warnungssignal ge­geben werden. Wird dieses Signal nicht beachtet, soll es gestattet fein, auf das Luftschiff zu feuern oder anderweite Mittel anzu­wenden, die die Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen sicher stellen.