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oem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ..Nach Feierabend", ..Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilaa-".

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Die Serhejsische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. L. Hitzeroths, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Montag, 10 Februar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 -3. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 3, für Reklamen die Zeile 60 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erttes Blatt.

JMlmndettieier der Beiliner UniveisitSt.

Am Sonntag mittag hielt die Friedrich-Wilhelms-Universität die Feier zur Erinnerung an die Erhebung der deutschen Nation tm Jahre 1813 ab. Die Feier begann mit dem Vortrag einiger Lieder durch den Akademischen Gesangverein unter Leitung des Geheimrats Friedländer. Geh. Rat Dietrich Schäfer hielt die Fest­rede. Er untersuchte die Ursachen, aus denen Preußen, der von Natur am wenigsten begünstigte Kurstaat Deutschlands, der Grund­stein des neuen Reiches werden mutzte und seine Fürsten Bau­herren. Das Geleistete enthalte für uns die Aufforderung zu neuen Taten, zur Erneuerung aller Kräfte, um den Platz zu behaupten Inmitten der Völker, mit denen wir Schritt halten wollen und müsien, um deutsch, frei und stark zu bleiben.

Der Vorsitzende des studentischen Ausschusses bekräftigte darauf die Verehrung und Begeisterung der akademischen Jugend für die grohe Zeit und ihre berühmten Universitätslehrer. Wenn jetzt wieder der Ruf des Vaterlandes an die Studenten ergehe, so werde es einmütig heitzen:Burschen heraus!" Der Chor fang das Vaterlandslied" von Friedrich Eggers. Dann erhob sich die ganze Versammlung und sang Arndts Lied:Der Gott, der Eisen wachsen lietz". Run betrat der Kaiser das Katheder und hielt eine warm­herzige begeisterte Ansprache, in der er ausführte:

Kommilitonen! Ich möchte am Schluh dieser erhebenden Feier Euch noch ein kurzes Vegleitwort mitgeben. Ich habe in der alten Preutzenstadt Königsberg die Ostpreußen darauf hingewiesen, daß der Kern der großen erhebenden Zeit darin zu suchen gewesen ist, daß das preußische Volk seine sittliche Lebensanschauung, be­gründet auf der Religion, wiedergefunden hat, begründet auf der Religion, die, wie wir wisien, das Verhältnis des Menschen zu Gott bedeutet, mit anderen Worten, den Glauben an seinen Gott wiedergefunden hat. Das heutige Geschlecht, welches in diesem Jahrhundert lebt,, welches leicht dahin führt, hauptsächlich das, was man sieht, oder beweisen, oder mit Händen greifen kann, zu glauben, das dagegen fürTranszendentalesgeringere Fähigkeit zeigt, und dem das WortReligion" Schwierig­keiten bereitet, dieses Geschlecht bedarf wohl eines Hinweises, wie es zu dem alten Glauben seiner Väter kommen kann. Der heutige Tag, der Tag von Königsberg, und alle die Feste, die wir im Laufe des Jahres noch feiern werden in Erinnerung an die große Zeit der Erhebung des Vaterlandes, gibt uns dazu die Möglichkeit. Denken wir doch daran, daß kurz nach dem Hintritt des großen Königs das Preutzenvolk diesen Glauben verloren hatte. Aus­ländisches Wesen griff um sich, und als die große Belastungsprobe des Jahres 1806 kam, brachen die Stützen, und ein Zusammenbruch fand statt, wie ihn die Welt kaum je gesehen hatte, und der die Herzen verzagen lietz. War das Menschentat? Das war Got­tesgericht! Und ebenso hinterher! Eine Wendung in der Weltgeschichte! Es ist schon ein wunderbares Ding um die Wieder­geburt eines Menschen, aber die Wiedergeburt einer ganzen Nation, das ist so gewaltig, dah es wert ist, im Her­zen behalten und nicht vergessen zu werden. Das war auch nicht der Menschen Tat, sondern das war Gottes Tat! So erhob sich, im Glauben an Gott, ein unterdrücktes, zerstückeltes Volk ein Wunder, wie es noch nicht dagewesen und warf alles vor sich her. Das war auch nicht Tat der Menschen, das war Gottes Tat! Nun, Kommilitonen, ich denke, Ihr versteht mich schon. Wenn wir nur an das Greifbare denken, uns nur an das Greifbare halten, um glauben zu können, so haben wir in den Tatsachen der Ver­gangenheit, in den Eeschichtssachen, die sichtbaren Beweise für das Walten Gottes. Wir haben die sichtbaren Beweise, datz er mit uns war und mit uns ist. Und aus diesen Lehren der Vergangen­heit kann sich auch die gesamte deutsche Jugend den im Feuer be­währten Schild des Glaubens schmieden, der nie in der Waffen­rüstung eines Deutschen und Preußen fehlen darf! Und mit solchen Waffen wollen wir, unbekümmert um rechts und links, unseren geraden Weg gehen. Augen empor, Herzen empor, im Vertrauen zu Gott! Dann können wir alle des gewaltigen ersten Kanzlers Wort wiederholen:Wir Deutschen fürch­ten Gott, und sonst nichts in der Welt!" Und deffen zum Zeichen wollen wir auf unser deutsches Vaterland und unser geliebtes Preußen drei Hurras ausbringen. Deutschland und * Preußen Hurra! Hurra! Hurra!"

An der StelleWir Deutschen fürchten Gott" Unterbrach dev Kaiser laute, begeisterte Zustimmung. Ebenso wurde am Schluß der Rede studentisch getrampelt. Der Rektor brachte das Gelübde unwandelbarer Treue dar und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin, das jubelnden Wider­hall fand. An den Festakt schloß sich eine Auffahrt der Studieren­den, wobei am Denkmal Friedrich Wilhelms lll. im Lustgarten ein Kranz niedergelegt wurde.

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l ;< Die Lage

' vom Kriegsschauplatz "

Kegen fetzt Nachrichten von einer beiderseitigen Truppenkonzen­tration auf der Halbinsel Gallipoli vor und lasten für die nächsten Tage hier entscheidende Kämpfe erwarten. Die Truppenverschie- bungen find jedenfalls äußerst interestant. Bei Tschataldscha sind hie Bulgaren rückwärts gegangen und haben alle Truppen bei dem 60 Kilometer westlich von Tschataldscha telegenen Ort Tscherkesköj prsammengezogen. Ob fie damit dem von Enver Bey geplanten tlmgeh»n-,««möver Vorbeugen wollten, ist nicht ersichtlich, denn

die Ereigniste aus Gallipoli haben Envers Plan umgeworfen. Die angeblich für eine Landung bei Rodosto bestimmten türkischen Truppenabteilungen, die von Jsmid (Kleinasien) aus eingeschifft wurden, sind in Rodosto nicht gelandet. Vermutlich sind diese asiatischen Reserven nebst dem 10. türkischen Armeekorps von Kon­stantinopel aus nach Gallipoli dirigiert worden, von wo ein be­drohliches Vorwärtsdringen der Bulgaren gemeldet wird. Ein starkes Bulgarenheer ist im Golf von Saros auf der Halbinsel ge­landet und hat die Türken bis Bulair und Gallipoli zurückgetrte- ben. Hier Ihm der Vormarsch der Bulgaren zum Stehen, da die Schiffsgeschütze der Türkenflotte in den Kampf mit eingriffen und den anrückenden Bulgaren sehr gefährlich wurden. Die Ortschaften auf der Halbinsel sind durch Beschießung von den Kriegsschiffen gänzlich zerstört, und in wilder Flucht strömte die Bevölkerung nach der Hauptstadt Gallipoli, die eigenen Truppen mit sich fortreißend. Rach Erzählungen von Flüchtlingen kam es dabei in den Küsten- orten zu großen Schreckensszenen. Viele Boote mit Flüchtigen kenterten und Hunderte von Personen ertranken, darunter viele Soldaten.

Im übrigen liegen über die letzten Kämpfe noch folgende Nach­richten vor:

Sofia, 8. Febr. Die türkischen Truppen rückten gestern aus der Tschataldschalinie in drei Richtungen vor. Eine aus sechs Ba­taillonen bestehende Kolonne marschierte, unterstützt von der Ar­tillerie des Forts Ciaur-Bajir und den Kanonen zweier Kreuzer und zwei Torpedoboote, welche vor Vujuk-Tschekmedsche verankert waren, morgens um 9 Uhr gegen die bulgarischen Truppen, welche die Positionen bei Arnautköj besetzt hielten. Diese warfen den Feind durch einen energischen Angriff gegen die Brücke von Vujuk- Tschekmedsche zurück. Eine zweite aus zwei Bataillonen bestehende Kolonne rückte vorgestern von Baktscheichköj vor, zog sich aber vor dem Infanterie- und Artilleriefeuer der Bulgaren über Karasu zurück, ohne den Gegenstoß abzuwarten, zu welchem sich die Vul­garen anschickten. Endlich setzte sich ein türkisches Regiment mit einer Mitrailleusenabteilung und Gebirgsbatterie von dem Dorfe Euktscheli her in Bewegung, wurde aber von bulgarischen Truppen mit dem Bajonett angegriffen und zu einem Rückzug in größter Unordnung gezwungen, wobei es die Toten und Verwundeten auf dem Schlachtfeld zurücklietz. Außerdem sind alle Versuche der Türken auf der Linie Jenidzeköj-Laraköj in der Gegend von Derkos zur Offensive überzugehen, gescheitert. Der Feind zog sich überall in seine ursprünglichen Stellungen zurück. Während des ganzen Tages machten bulgarische Flugzeuge Erkundungsflüge über der Tschataldschalinie.

Konstantinopel, 9. Febr. Nach einer Meldung des BlattesJfham" wurden die kürzlich von den türkischen Truppen aufgegebenen Stellungen bei Kawak nach heftigem Kampf wieder­gewonnen. Der Feind ist unter großen Verlusten zurückgeschlagen morden.

Konstantinopel, 8. Febr. Wie verlautet, protestierten die Konsuln in Adrianopel energisch bei den Botschaftern gegen die Art der Beschießung der Stadt, die gegen das Prinzip der Menschlichkeit verstoße. Nach einer Vlättermeldung haben die Minister gestern gleich nach dem Selamlik in der Moschee über die Lage der türkischen Flotte beraten.

Ein Interview des türkischen Ministers des Innern.

Konstantinopel, 8. Febr. Der Minister des Innern, äußerte sich in einem Interview dahin, daß die Gerüchte, nach wel­chen der Ministerrat den Friedensschluß auf Grund der Abtretung Adrianopels unter einfacher Zulaffung des Vertreters des Kalifen beschloßen habe, vollständig unbegründet seien. Er dementierte in kategorischer Weise die Gerüchte von Zwistigkeiten in der Armee, welche in die Welt gesetzt würden, um die Armee als geschwächt darzustellen. Der Geist der Truppen in Adrianopel sei aus­gezeichnet. Der Minister setzte sodann die Erundzüge des int Ministerium des Innern in Vorbereitung befindlichen Entwurfes betreffend die Reformierung der Wilajetsverwaltung auseinander. Das Gesetz sichere die ottomanische Staatseinheit. Die Regierung werde ausländische Fachmänner zur Durchführung von Reformen in alle Ministerien berufen. Der Minister kündigte dann die be­vorstehende Veröffentlichung des Gesetzes über die Anerkennung der Vereine als juristische Person an, welche Eigentum erwerben können. Das Gesetz werde die Schaffung der Bodenkredit-Bank und von Baugenossenschaften erleichtern.

DieNorddeutsche Allgem. Ztg." zur Lage.

V e r l i n, 9. Febr. DieNordd. Stög. Ztg." schreibt in ihrer Wochenrundschau: Der von allen Mächten gehegte Wunsch, die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten in Therazien vermieden zu sehen, ließ sich nicht verwirklichen. Unerschüttert aber blieb das Verhältnis der Mächte untereinander. Nach wie vor geht ihr Be­streben auf möglichste Beschränkung und Abkürzung der kriegerischen Ereignisse, auf zweckdienliche Mitarbeit an dem baldigen Friedens- schlutz und auf die gemeinsame Lösung der sie dabei interessierenden Fragen, die von der Versammlung der Botschafter in London vor­bereitet wird. Zur Erreichung dieser Ziele bleiben die Mächte solidarisch in der Bewahrung der Neutralität und des europäischen Einvernehmens.

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Wien, 9. Febr. Enver Bey erklärt in einem Brief an die Neue Freie Preße": Die Bewegung, welche zum Sturz des alten Kabinetts führte, ist eine rein nationale, auf breitester Grundlage, nicht etwa nur das Machwerk einer einzelnen Partei. Der tiefe Unwille in allen Volksschichten über den schimpflichen Frieden, welcher unserem Vaterlande aufgezwungen werden sollte und die schwache Haltung des alten Kabinetts brachten den Umschwung her­vor und machten «tuen Wechsel ja der Regierung nötig. Auch wir

wünschen den Frieden, aber einen Frieden, welcher mit der Ehre der Nation und unserer Armee zu vereinbaren ist.

Konstantinopel,8. Febr. Seit 8 Uhr abends wütet iM, Stadtteil Beghakechen (Vorstadt Top Hane bei Pera) ein Brand. Das italienische Hospital war vom Feuer bedroht, doch ist es dank des tätigen Eingreifens der Mannschaften der fremden Kriegs­schiffe außer Gefahr. Bis jetzt sind etwa 30 Holzhäuser verbrannt.

Petersburg, 8. Febr. Prinz Hohenlohe ist heute vom Kaiser in Zarskoje Selo empfangen worden. Er kehrte heute abend nach Wien zurück.

Wien, 8. Febr. DasNeue Wiener Tagblatt" stellt auf Grund von Mitteilungen von unterrichteter Stelle fest, daß die Mission des Prinzen Hohenlohe mit den militärischen Maßnahmen, die getroffen worden sind, in keinem Zusammenhang steht.

Politische Umschau.

Die Etatsrede des Staatssekretärs v. Tirpitz

ist in London beifällig ausgenommen worden, und man glaubt in gewißen Kreisen, daß sie den Ausgangspunkt zu einer Verständi­gung in den beiderseitigen Flottenrüstungen werden könne. Die offiziöseWestminster Gazette" betont, daß die auswärtige Laoe die Flottenfrage beherrschen müße. Das Blatt hofft, daß gewisse deutliche und notwendige Tendenzen künftig auf beiden Sei­ten berücksichtigt werden. Es ist besser für uns, so heißt es weiter, daß Deutschland seine Interessen und seine Macht gleich­mäßig über die Welt verteilt hat, wie wir selbst, als daß es in einem einzigen Meere mit seiner gesamten Flotte ein­geschlossen ist, mit der Front gegen die Macht, die ihr den Aus­gang zu verscherren scheint. Andererseits ist es besser für Deutsch­land, daß wir eine Seemacht mit einer kleinen Armee und soweit als möglich mit freien Händen in der euro- Hpärschen Politik bleiben, als daß wir durch seine Seerüstungen ver­anlaßt würden, eine kontinentale Macht mit einem starken Heer und festländischen Bedürfnissen zu werden. Diese Erwäg""gen müßen die Politik beider Länder bestimmen. Wenn man sie im Auge behält, dürfte es nicht schwer sein, an einer beständigen Po­litik festzuhalten, die beiden zusagt." Von dieser Aussicht ist natürlich die französische Presse wenig erbaut. DieLiberty" meint mißvergnügt und mißtrauisch:Wir müssen feststellen, daß die direkte Verständigung zwischen London und Berlin für uns ebenso wenig vorteilhaft ist, wie die direkte Verständigung zwischen Wien und Petersburg, wenn wir darin nicht etwa sogar eine indirekte Drohung gegen Frankreich erblicken sollen. Denn Deutsch­land gibt den Rüstungswettlauf zur See nur auf, um seine mili­tärischen Vorbereitungen zu Lande nachdrücklicher zu betreiben." DerTemps" gibt einen Ueberblick über die bisherigen englisch­deutschen Versuche, zu einer Verständigung in der Frage der Ma- rinerüstungen zu gelangen und meint:Für den Augenblick sind wir der Ansicht, daß die Erklärungen des Staatssekretärs v. Tirpitz lediglich bedeuten, daß Deutschland kein neues Flottengesetz vor- bereitet. Dieser negative Beschluß wird, falls er sich bestätigt, tl England eine ausgezeichnete Wirkung Hervorrufen."

Die Vorberatung des Leuchtölgesetzes.

B e r l i n, 8. Febr. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt zur Vor­beratung des Leuchtölgesetzes durch die Reichstagskommission immer mehr bringe die Ueberzeugung durch, daß die anfangs viel fach geglaubte Behauptung der Standard Oil Co. von der eigener Unentbehrlichkeit unbegründet und nur dazu bestimmt ist, die Widerstände gegen ein gesetzgeberisches Vorgehen des Reiches, dessen Berechtigung an sich kaum irgendwo bestritten wird, hervor­zurufen. Die Reichsverwaltung ist nach wie vor völlig sicher, daß sie selbst bet dem vollständigen, von ihr weder gewünschten noch wahrscheinlich erachteten Abrücken der Standard Oil Co. vom deut­schen Markte den heimischen Bedarf zu den bisherigen Preisen decken kann. Rußland, Rumänien und Oesterreich-Ungarn könnten zusammen ohne Schwierigkeiten mindestens 300 000 Tonnen Leuchtöl an Deutschland liefern, rund 450 000 Tonnen würde man von den amerikanischen Außenseitern beziehen können, von denen bei der Reichsverwaltung Angebote von mehr als 700 000 Tonnen vorlägen. In den westlich des Mississippi gelegenen Feldern habe die Standart Oil Co. weder auf dem Rohölmartt eine überragende Stellung, noch die Macht über die Beförderungswege. So würden sich dann auch keine Schwierigkeiten ergeben, mit den dortigen Raffineuren auf öer Basis der Rohölpreise zu langfristigen Ab­schlüssen zu kommen, wobei die amerikanischen Interessenten sowohl bereit seien, der deutschen Monopolverwaltung das Rücktrittsrecht für den Fall hoher Preise zu geben, als auch eine Obergrenze zu ziehen, wobei die Raffinerien unter allen Umständen liefern nüß- ten, selbst wenn die Rohölpreise noch weiter stiegen. Die B. ürch- tung, daß die künftige Monopolverwaltung auf die Standard Oil Co. angewiesen wäre, ist sonach durchaus unbegründet.

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Deutsches Reich.

Das Hochzeitsgeschenk der deutschen Städte an das Kron- prinzeupaar. Berlin, 8. Febr. Das im Berliner Rathause unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Wermuth zusammengetretene Komitee preußischer Städte, welches mit den Vorbereitungen für das Hochzettsgeschenk der Städte Preußens an das Kronpnnzen- paar betraut ist, nahm den Bericht des Geh. Baurats Hoffmann über den Fortschritt der Arbeiten entgegen und besichtigte die her- gestellten Stücke. Die Arbeiten nähern sich ihrem Ende, und t» darf im Herbst 1913 mit dem Abschluß gerechnet werden. Der sil­berne Tafelschmuck besteht aus 2045 silbernen Stücken und 550 Gläsern. Es find 103 Schmuckstücke, 583 Schüsseln, Brotkörbe, T«,