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Ntü oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Laus" und ^Landwirüchaftliche Beilage".

1913

Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Marburg

Sonnabend, 8. Februar

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M. (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2, J*. frei ins Laus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Liheroths, Markt 21. Telephon 55.

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Erstes Blatt.

TTTumm-u.

Diskretion.

Die Pforte des Kommissionszimmers, in welchem die Budget- kommission des Reichstags tagt, trägt neuerdings ein Plakat, das die Abgeordneten in den bestimmtesten Worten an ihre Diskre­tionspflicht erinnert und insbesondere auch den lediglich zum Zu­horen und event. zu geschäftlicher Ausnützung des Gehörten er­scheinenden Herren das strenge Gesetz auferlegt, sich vor jeder Veröffentlichung darüber zu vergewissern, ob der betreffende Teil der Verhandlungen nicht als vertraulich erklärt worden sei. Man wird abzuwarten haben, ob diese feierliche Beschwörung der er- werbssiichtigen Indiskretion den gewünschten Erfolg zeitigt. Daß ein solches Plakat notwendig geworden ist, ist an und für sich schon ein Beweis dafür, wie schwierig es ist, ein Schweigegebot erfolg­reich durchzuführen.

Tatsächlich waren die Ausführungen des Staatssekretärs des Reichsmarineamts in der Donnerstag-Sitzung ausdrücklich als ver­traulich bezeichnet, und trotzdem hatten einzelne Berliner Morgen-- blätter gewisic Sätze daraus mitgeteilt, Sätze, die den Eindruck machten,, daß sie wohl so oder ähnlich gesprochen sein könnten, daß sie aber jedenfalls aus dem Zusammenhang herausgerisien waren. Und das ist eben das Bedenkliche und Gefährliche in dieser will­kürlichen fragmentarischen Berichterstattung! Eine amtliche Ver­lautbarung war jedenfalls nicht mehr zu umgehen, und es ist er­freulich, daß sie ohne weiteres Zögern erfolgt ist. Natürlich ist sie nicht besonders umfangreich und aufschlußfreudig, aber ihre äußer­lich dürftigen Sätze sind doch allgemeinster Aufmerksamkeit gewiß und werden mithin lebhafte Befriedigung erregen. Es will ja unter den gegenwärtigen Verhältnisien schon etwas heißen, daß der neue Staatssekretär des Auswärtigen Amts unsere Beziehun­gen zu den Mächten,namentlich auch zu England" als gut be­zeichnet, und es will insbesondere etwas heißen, daß der Staats­sekretär des Reichsmarineamts die von englischer Seite für das Stärkeverhältnis der beiden Flatten vorgcschlagene Formel von 16 zu 10 alsfür die nächsten Jahre akzeptabel" erklärt und sich persönlich als einer derartigen Verständigung mit Großbritannien geneigt bezeichnet. Was man aber auch aus dieser Erfahrung wieder lernen kann, ist, daß alle Versuche, politische Aeußerungen, die von einer nicht ganz scharf zu beschränkenden Anzahl von Zu­hörern getan werden, oder politische Ereignisie, die ihrer Natur nach einem weiteren Kreise bekannt werden müffen, der weiteren Oeffentlichkeit vorzuenthalten, aussichtslos sind und daß die amt­liche Bekanntgabe, auf die man ursprünglich zu verzichten wünschte, schließlich doch erfolgen muß. später aber meistens unter un­günstigeren Bedingungen erfolgt, als es ursprünglich der Fall ge­wesen wäre. Man mag diesen Zustand einer alle Schranken durch­brechenden Oeffentlichkeitssucht unerfreulich finden und beklagen, sowohl was die psychologischen Triebfedern, als was die politischen Wirkungen anbelangt, aber die Staatsmänner müffen nun einmal damit rechnen.

Aehnliche Gedanken drängen sich auch im Hinblick auf die jüngste lleberrcichung eines Handschreibens des Kaisers Franz Josef an den Kaiser von Rußland auf. Daß man in Deutschland einen Erfolg dieses Vorgehens mit Freuden begrüßen würde, steht fest, wie es auf der anderen Seite feststeht, daß die deutsche Politik keinen Anteil an diesem Schritte hat, den die Pariser Presse auf unser Konto zu schreiben sich beeilt und sich erst recht beeilen wird, wenn der Schritt sich etwa als erfolglos erweisen sollte. Und diese Möglichkeit eben ist es, die mit einigem Mißbehagen erfüllt. Der direkte Weg von Herrscher zu Herrscher kann außerordentlich wert­voll sein und ist es auch in dem Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland schon oft gewesen, aber es liegt in der Natur eines solchen Schrittes, daß er eigentlich nicht oder erst dann bekannt werden dürfte, wenn er sich als erfolgreich erwiesen hat. Ist er es nicht gewesen, so wird der Eindruck auf die Oeffentlichkeit um so ungünstiger sein, je höher vorher die Erwartungen gespannt waren. Diskretion zu wahren, ist aber heutzutage so schwer, daß alle Mittel, die auf ein besonderes Maßvon Diskretion angewiesen sind, einigermaßen bedenklich werden.

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Die Lage

Die Feindseligkeiten. #

Konstantinopel, 7. Febr. Wie amtlich aus Kalikratia gemeldet wird, besetzten die türkischen Truppen gestern die Station Laktscheiköj an der Bahnlinie nach Tschataldscha sowie die dem rechten Flügel der türkischen Armee gegenüber gelegenen Höhen. Die türkischen Erkundungsabteilungen find mit dem Feinde in Fühlung.

Sofia, 7. Febr. An den gemeldeten Kämpfen südlich des Kawakfluffes nahm auch die türkische Flotte teil. Ihr Feuer fügte den bulgarischen Truppen keine Verluste zu. Bei Tschataldscha gingen mehrere türkische Jnfantertebataillone, von der Forts­artillerie unterstützt, gegen das Dorf Jzzedin vor und versuchten auf das rechte Karasufer zu gelangen, fie wurden aber von den dulgarischen Vorposten zurückgeworfen und kehrten mit empfind­lichen Verlusten in ihre Stellungen zurück. Die Beschießung Adrianopels dauert fort.

Die Anteilnahme bet Flotten.

Parts, 7. Febr. Nach einer Blättermeldung aus Konstan. kinopel begab sich der KreuzerMesfidieh" mit zwei Torpedo- booten nach dem Schwarzen Meer, wahrscheinlich in der Absicht, di« Landung der au» Kleinasien eingetroffenen Truppen bei Midi« I» beschützen.

Konstantinopel, 7. Febr. Aus den Dardanellen ein­treffende Reisende erzählen, daß griechische Transportdampfer ver­suchten, serbische Truppen an der Gallipoli gegenüberliegenden Küste zu landen. Die Truppen seien in Saloniki mit der angeb­lichen Bestimmung für Durazzo eingeschifft worden. Aus Gallipoli find gestern zahlreiche muselmanische Flüchtlinge an Bord des LloyddampfersBukowina" eingetroffen. Das Kanonenboot Zohaf" bombardierte gestern nochmals Myriophito, das die Buk-, garen kurz vorher besetzten. Die bulgarische Artillerie erwiderte das Feuer. Die Vulgaren besetzten auch Scharköj. Die Behörden von Myriophito wurden an Bord desZchaf" gebracht und nach Gallipoli befördert.

Adrianopel und Stuteri.

Sofia, 7. Febr. Die Gesandten einiger Mächte schritten heute bei dem Ministerpräsidenten Geschow wegen des Verlangens der Konsuln in Adrianopel ein, daß eine neutrale Zone festgestellt werde oder daß ihnen und den fremden Kolonien die Ermächti­gung gegeben werde, die Stadt zu verlaffen. Der Ministerpräsi­dent antwortete, daß es keinen Präzedenzfall dafür gäbe, daß Kon­suln oder anderen Personen gestattet wurde, einen belagerten Platz zu verlaffen, und daß auch ernste Gründe das bulgarische General­quartier verhindern, den Konsuln und fremden Kolonien den Auszug oder die Errichtung einer neutralen Zone zu gestatten. Denn niemand könne dafür bürgen, daß nicht versehentlich Gra­naten in diese Zone fielen, was für das Militär große Schwierig­keiten zur Folge haben würde.

Sofia, 7. Febr. Amtlichen Nachrichten zufolge ist die fort­dauernde Beschießung Adrianopels erfolgreich. Vor Tschadaldscha kamen bisher nur unbedeutende Vorpostengefechte vor, welche resultatlos verlaufen sind. Das BlattMir" meldet, daß der Kommandant von Skutari, Effad Pascha, getötet wurde und daß sein Nachfolger seit gestern mit den Belagerern über die Ueber- gaüe Skutaris verhandele. Die Uebergabe sei stündlich zu er­warten.

Die türkischen Finanzen.

Konstantinopel, 7. Febr. Mit Rücksicht auf die finan­ziellen Schwierigkeiten des Staatsschatzes nahm das Finanzmini­ster rmn-in den letzten Tagen in Gegenwart Nogrss- als Bertreter der italienischen Obligationäre die Verhandlungen mit der Dette Publique über die Möglichkeit eines neuen Vorschuffes auf. Der Vorschuß sollte auf den beiden von Italien für den Entgang der Einkünfte in Tripolis und der Cyrenaika der Dette Publique ge­währten Entschädigungen basiert werden, die auf den türkischen Staatsschatz zu entfallen hatten.

Konstantinopel, 7. Febr. Der Finanzminister ver­öffentlichte ein Communiquä, das folgendes besagt: Um den außerordentlichen Kriegausgaben gerecht zu werden, wendet sich die Regierung an die Hilfe aller Ottomanen. Sie hat als wirk­sames Mittel die durch kaiserliches Dekret sanktionierte Emission einer inneren Anleihe beschlossen. Zu diesem Behuf wird die Re­gierung unverzüglich Schatzscheine in Höhe von 5y2 Millionen Pfund ausgeben, die durch eine bprozentige Jmmobiliensteuer garantiert werden sollen. Die Scheine werden im Wert von 1 Pfd. Sterling oder einem türkischen Pfund zu 10y2 Prozent ausgegeben. Die Amortisation erfolgt in fünf Kupons mit dem Verfalltag 13. Dezember. Die Kupons, die an den türkischen Staatskaffen bar eingelöst werden, werden bei der Steuerentrichtung an zahlungsstatt angenommen. Subskribenten erhalten, bevor die Scheine gedruckt find, Empfangsscheine an den Staatskaffen.

Deutsches Reich-

Die Königsberger Kaiserrebe. München, 7. Febr. Die Bayerische Staatszeitung" bemerkt an leitender Stelle zu der Kö­nigsberger Rede Kaiser Wilhelms: Diese kaiserlichen Worte, die in ihrer Bestimmtheit auf jeden, der an dem Gedeihen des Reichs An­teil nimmt, überzeugend wirken müffen, werden im deutschen Volke volle Zustimmung finden. Es gilt nicht nur sich in Dankbarkeit der Opfer zu erinnern, die Deutschland vor hundert Jahren in schwerer Zeit brachte, sondern es gilt, auch wenns nottut, im Geiste des­selben Opfersinnes zu handeln.

Ein Geschenk des Kaisers. Köln, 7. Febr. DieKölnische Zeitung" meldet aus Addis Abeba (Abessinien): Der deutsche Ge­schäftsträger Zechlin überreichte in feierlicher Audienz dem Thron­folger Lidsch Jeaffu ein Gegengeschenk Kaiser Wilhelms. Der Thronfolger drückte seine lebhafte Freude aus

Der Seniorenkonvent des Reichstaars trat am Donnerstag gegen Schluß der Plenarsitzung zu einer kurzen Besprechung zu­sammen. Für Mittwoch ist die Abhaltung eines Schwerinstages in Aussicht genommen. Dabei soll der Wahlrechtsantrag der So­zialdemokraten zur Beratung kommen. Da angenommen wird, daß an einem Tage die Debatten darüber nicht beendet werden, wird ein weiterer Schwerinstag am darauffolgenden Mittwoch anberaumt. Acht Tage später soll der Jesuitenantrag des Zen­trums auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Der Marineetat. Berlin, 7. Febr. Die Budgetkommission des Reichstages setzte heute die Beratung des Marineetats fort. Dabei gab der Staatssekretär des Auswärtigen Amts über die aus­wärtige Lage Erklärungen ab. Er betonte, daß die Beziehungen zu den Mächten, namentlich auch zu England gute seien, eine Er­klärung, die mit Befriedigung ausgenommen wurde und die gestrigen Ausführungen des Staatssekretärs des Reichsmarineamts bestätigte. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts ging dann auf die Ausführungen des englischen Marineministers vom März vorigen Jahres näher ein, daß ein Verhältnis von zehn zu sechs­zehn zwischen der deutschen und bei englischen Flotte für die näch­sten Jahre acceptable sei und vertrat seinerseits den Standpunkt,

daß auch er als Leiter feines Refforts hiergegen keinerlei Bede» ken haben würde. Nach längerer vertraulicher Debatte, in der bi« Redner der einzelnen Parteien zu diesen Erklärungen Stellung nahmen, wurde der TitelGehalt des Staatssekretärs" in Be­ratung genommen.

DasVerfahren gegen Jugendliche". Berlin, 7. Febr. In der 13. Kommission des Reichstags (Verfahren gegen Jugendliche) erklärte auf Ersuchen des Vorsitzenden der Regierungsvertreter, bet Justizausschuß des Bundesrats, nicht das Plenum beschäftigte stch mit der Sache. Das Ergebnis der unverbindlichen Besprechung sek folgendes: Was die bedingte Verutteilung und Rehabilitation, im besonderen die Bestimmungen über den Strafvollzug bei Jugend­lichen betreffe, so ständen die verbündeten Regierungen mit er­drückender Mehrheit auf dem Standpunkt, daß eine Einarbeitung dieser Punkte in den Entwurf diesen absolut unannehmbar machen werde. Was die Heraufsetzung des Strafmündigkeitsalters bis auf das 14. Lebensjahr betreffe, so beständen auch dagegen schwere Be­denken. Immerhin sei dieser Punkt vielleicht annehmbar, wenn der Gesetzentwurf im übrigen eine annehmbar erscheinende Form erhalte.

Herr Wetterlo und die elsässische Geistlichkeit. Straßburg, 7. Febr. DemSchwäbischen Merkur", in welchem die elsaß-loth­ringische Regierung des öfteren Stellung zu den schwebenden po­litischen Fragen nehmen soll, wird von hochstehender katholischer Seite auf das bestimmteste versichert, daß der Straßburger Bischof Dr. Fritzen dem Abb6 Wetterlä nicht nur privatim, wie bis jetzt behauptet worden ist, sondern amtlich über sein Verhalten sehr energische Vorhaltungen gemacht und ihm sein unbedingtes Miß­fallen ausgesprochen habe. Ueberbaupt habe es Wetterlä mit der höheren Geistlichkeit durchweg gründlich verdorben; am fckärMen habe sich der Straßburger Weihbischof Zorn von Bulach über ihn ausgesprochen. Auch von der niederen elsaß-lothringischen Geist­lichkeit aber stehe nur ein kleinerer Teil auf Wetterläs S»>+e.

Ein Zentrumsantrag auf Schutz der Mönchskutte. Im preußischen Abgeordnetenhause hat der Zentrumsabgeordnete Dr. Kaufmann, unter­stützt von der Zentriimsfraktion, den Antrag eingebracht:Die königlich« Staatsregierung auszufordern, Maßnahmen zu treffen, welche geeignet sind, die Tracht der katholischen Or^enspersonen vor Mißbrauch zu schützen/' Rach derGermania" sollen die Anträge bezwecken,Einrich« tungen der christlichen Kirchen, denn das seien die Orden gegen bi« öffentliche Verhöhnung durch den Unglauben zu schützen, möge diese nun gelegentlich des Karnevals oder in Theater- und sonstigen Schaustücken oder in Wirtschaften geschehen."

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Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orgtnalarttkel ist gemäß S 18 des Urheberrecht« nur mkt der deutlichen Quellenangabe Lberbels Ztg " gestattet.)

Marburg, 8. Februar.

* Personalnachrichten. Ernannt: Der Abteilungsarzt auf Probe an der Landesheilanstalt Marburg Dr. med. Weyland end­gültig als Abteilungsarzt für die Irrenanstalten des Bezirks­verbandes. Gestorben: Die Oberpflegerin Albersmeyer an bet Landesheilanstalt Marburg. In den Ruhestand versetzt: Der Oberpfleger Kaiser beim Landeshospital Haina.

* Schwurgericht. Die Friihjahrsschwurgerichtsperiode beginnt am 3. März. Zum Vorsitzenden wurde Landgerichtsrat Heer ge­wählt.

Parolemufik findet bei günstiger Witterung am morgigen Sonntag von 1112 Uhr auf dem Friedrichsplatz statt. Pro­gramm: 1. Zwei hessische Märsche a. d. Jahre 1760; 2. Ouvertüre z. Op.Titus", von W. A. Mozart; 3. Königslied ausSigurd Jorsalfar", von Eduard Grieg; 4.Sei g grüßt du mein schönes Sorrent" (Lied), von Waldmann; 5.Ueber den Wellen" (Wal­zer), von Rosas; 6.Unter Reichskanzler" (Marsch), von Friede- mann.

* Di« Nervosität. Man schreibt uns: Der vorgestrige Vortrag des 1. Vorsitzenden des Deutschen Bundes für Regeneration, Herrn Emil Peters aus Berlin, war so stark besucht, wie wohl kein Vortrag zuvor. Der große Saal im Cafe Quentin war lange vor Beginn Überfiillt, viel« begnügten sich mit Stehplätzen, auch die Eallerien waren besetzt und mancher der im letzten Augenblick noch kam, mußte.wieder umkehren. ®« werden über 400 Zuhörer gewesen sein, die den intereffanten Ausführun­gen des Redners über das ThemaWie gewinne und erhalte ich gesund« und starke Nerven" mit großer Aufmerksamkeit folgten, Das meiste vom Inhalt war wohl völlig neu und gab überraschende Deutungen, in denen zu gleicher Zeit ganz bestimmte Fingerzeige für eine rationelle Nerven­pflege lagen. Der Redner ging von der zentralen Organisation bet Nervensystems aus und stellte den Begriff der Lebenskraft mitten iw das Getriebe des Lebens hinein. Er schilderte die verschiedenen Kurven dieser Lebenskraft und stellte stch damit wiffenschaftlich auf den Boden der bedeutsamen Reizlehri des verstorbenen Dr. med. Alfred Damm. Diese Reizlehre baute Redner dann in großen Zügen aus, kennzeichnet« die verschiedenartigen Menschentypen, welche er in der Hauptsache klaffi- ftziette nach den niet Temperamenten und führte hierbei in interessant ten zum Teil humorvollen Beispielen an, wie notwendig eine Jndi vidualisterung in dieser Beziehung in der Heilweise wie auch in del ganzen Lebensführung geboten ist. Hier zeigte er überzeugend, wie bfc sogenannteNervosität" nur aus unrichtiger Lebensgestaltung entsteht Es war erfreulich, einmal etwas wiffenschaftlich scharf Durchdachtes praktisch glänzend Bewiesenes zu hören. Die Ausführungen über N« Erziehung, über das Sexualleben, namentlich auch über individuelle Tu nährung, über Arbeit, Spott, Luftbad, über Ruhekuren, seensche Behand­lung und dergleichen waren wirklich hochintereffant und bis nach 11 ub« saßen die Hörer mit Unterbrechung einer kurzen Pause zusammen. müffen gestehen, daß man aus diesem Vortrage ungemein mel lernen konnte und bedauern, im knappen Rahmen eines Berichtes nicht aus B» die Einzelheiten der lebendigen Darstellung eingehen zu «nnen. WM Grund langjähriger Erfahrungen, Studien und Beobachtungen dar, man behaupten, daß die vom Vottragenden nertietene Regenerattons- lehre wie keine andere Gesundheit, Leistungsfähigkeit und seelr^eAM friedenhett geben kann, daß man mit ihrer Hilfe bi« Wrenschen r chtigm^