niti Dem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Mr U
$•
M
är2-
U
H H
M
ff
1 ■3fr r
5r-
A-
t
D
§
*• i
und den Beilagen: „Nach Fereradend". ..Fürs Saus" und Landwirtschaftliche Bellaae".
M 32
Die „Obrrhrssische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeitungssteNen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei Z. A. Koch (3nf).: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telepbon 55.
Marvnrq
Freitag, 7 Februar
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 .Z. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Reklamen die Zeile 60 4. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
48. Jahrge
1913.
(frrite@ Blatt.
Ter Balkanknell
Die Feindseligkeiten.
Wie bereits zu Anfang des Krieges, so widersprechen sich auch jetzt wieder die Gefechtsberichte der einzelnen Parteien. Jede von ihnen schreibt sich den Sieg zu. So lautet eine amtliche Konstantinopel Meldung über die Kämpfe am 4. Febr.: Der Feind, der mit einem Teil der Streitkräfte im Gelände von Ealipoli steht, verschob mehrere Regimenter von Kadikoei gegen Kawak, wo eine türkische Abteilung stand. Es kam zu einem Kampfe, der bis zum Abend andauerte undzuunferenEunsten endete. Bei Einbruch der Nacht zogen sich unsere Truppen gemäß den vorherigen Befehlen auf Bulair zurück, ohne daß der Feind sie verfolgen konnte. Eine andere feindliche Abteilung rückte gegen Myriophito am Marmarameers vor und besetzte den Ort, der nur von einigen Gendarmen beschützt war.
Ebenso wie die Türken, so schreiben sich auch die Bulgaren den Sieg in dem Kampfe vor Gallipoli zu. Die Agence Bulgare meldet nämlich über denselben Zusammenstoß: Die türkische ArmeevorEallipoli ist gestern von den Bulgaren südlich vom Flusie Kawak geschlagen worden und zog sich, von den Bulgaren verfolgt, in großer Unordnung auf Bulair zurück. Durch diesen Erfolg ist fast die ganze Küste des Marmara- meercs bis Bulair in den Händen der Bulgaren.
lleber weitere Kämpfe berichtet eine Meldung aus K o n - stantinopel vom 5. Febr.: Heute morqen entspann sich zwischen zwei bulgarischen Regimentern und türkischen Tr'wpen bei Kavaklitspe auf der Halbinsel Gallipoli ein Kampf, besten Ausgang noch unbekannt ist. Das türkische Kanonenboot „Zohaf" bombardierte die bulgarischen Stellungen bei Mvriopbito am Marmarameer. Es sollen dabei 300 Bulgaren getötet worden sein.
Paris, 6. Febr. Nach einer Meldung des ..Matin" aus Philippopel haben sich die Vulgaren infolge eines Nachtangriffes eines südwestlich von Arnautköf gelegenen Dorfes bemächtigt. 800 türkisch« Soldaten und mehrere Offiziere feien gefangen-ne, nommen worden. — In mehreren Vierteln Adrianov-'is wurden durch das Bombardement, das von 10 Ubr moraens bis 10 Uhr abends dauerte, Feuersbrünste erzeugt. Zwei bulgarische Aeroplane unternahmen Erkundungsflüge über Adrianopel. — Demselben Blatt wird aus Sofia telegraphiert, daß die bulgarische Regierung das Ansuchen der Konsuln, in Adrianopel für ihre Staatsangehörigen eine neutrale Zone zu errichten oder denselben die Erlaubnis zum Verlassen der Stad» • abgelehnt habe.
Kriegsbegeisterung der Türken.
Konstantinopel, 6. Febr. Die Regierung erhält fortgesetzt aus den Provinzen Telegramme, in denen der Patriotismus der Bevölkerung betont wird, die für Zwecke des Krieges eine Summe in Höhe der Steuereingänge eines Jahres anbietet. In den Hauptmoscheen Konstantinopels sind tausende von Muselmanen versammelt. Die Geistlichen halten Ansprachen an die Gläubigen und verrichten Gebete für den Erfolg der ottomanischen Waffen.
Rußland und der rumänisch-bulgarische Konflikt.
Bukarest, 5. Febr. Die russische Gesandtschaft hat die rumänische Preste gebeten, kategorisch die falschen Nachrichten, die kürzlich über die Schritte, die Rußland in Bukarest gemacht haben soll, in die Preste gebracht worden sind, zu dementieren. Die russische Negierung hatte seit Beginn der Krisis nur das Ziel im Auge, durch freundschaftliche Friedensratschläge sowohl in Sofia wie in Bukarest zu der beschleunigten Beilegung der bulagrisch-ru- mänischen Differenzen und zu einer Lösung beigetragen, die zukünftig die guten Beziehungen zwischen den beiden Landern, den Freunden und Glaubensgenosten Rußlands, befestigen würden.
Politische Umschau.
Der Straßburger Streich
findet natürlich die verschiedensten Kommentare, ernste und heitere. Mit Recht darf man sich wundern, daß kein Mensch einen Zweifel an der Richtigkeit der Depesche gehegt hat, die doch schon formal nicht ganz einwandfrei war. Jedenfalls können derartige Scherze im Ernstfälle auch einmal unangenehme Konsequenzen haben, und schon aus diesem Grunde dürfte es angebracht sein, besondere Vorkehrungen zu treffen. Jedenfalls hat bei der Probemobilmachung der Straßburger Garnison alles geklappt und die Franzosen haben mit ihrem Postbeamten von Luneville, desten Fall immerhin ernster zu beurteilen ist, nichts mehr voraus. Es ifl nur natürlich, daß die Pariser Blätter sich in spaltenlangen Artikeln über den Zwischenfall ergehen. Der Artikel des „Matin" trägt den Titel „Der Witz ist gut". Das Blatt schließt seine Ausführungen mit den Worten: Heute Abend lacht ganz Elsaß über den Vorfall und morgen wird die ganze Welt darüber lachen, daß es gelungen ist, ei*e ganze Stadt in Aufregung zu versetzen, 30 Generale, einen Statthalter, einen kaiserlichen Prinzen in Bewegung -u bringen und außerdem 18000 tapfere Krieger, mit welchen Deutschland sich so brüstet."
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, And lachen wird man überall. Ein Alarm ist aber nichts so Furcht- jbares, daß das Abheben von Bankguthaben, wie in Straßburg geschehen, sich rechtfertigte, und überhaupt find die „18 000 tapferen Krieger", was den Franzosen wohl das unangenehmste D, prompt zur Stelle gewesen. Jedenfalls wäre es bei einiger Aufmerksamkeit möglich gewesen, bet Lärm zu verhindert. Der
Uebeltäter Wolter liegt seit einiger Zeit mit der Militärbehörde in Streitj er war früher Zahlmeisteraspirant. Er hat übrigens schon einmal mit einem gefälschten Telegramm die Militärbehörde düpiert. Nach der „Str. Fr. Preste" hat er Ende vorigen Jahres eine an sich nach Metz auf""^ebene Depesche mit Gummi und Bleistift folgendermaßen geändert: „(Telegramm von Berlin nach Metz). Auf allerhöchsten Befehl ist der ehemalige Vizefeldwebel Wolter sofort nach Berlin zu bringen. (Unterschrift.)" Dieses Telegramm ist an die zuständige Adreste gelangt und am andern Morgen saß Wolter mit einer Ordonnanz im Zuge nach Berlin. Dort kam der Streich des Mannes natürlich heraus. Aber er hatte seinen Zweck erreicht. Die Untersuchung, die mit ihm 6 Wochen lang angestellt wurde, ergab freilich, daß er nicht zurechnungsfähig sei.
Die „Straßburger Post" erinnert daran, daß der Kaiser wirklich einmal die Straßburger Garnison alarmierte. Am 11. Januar 1893, es sind also rund 20 Jahre her, traf der Kaiser urirl2 Uhr 40 Min. mittags gänzlich unvermutet im Sonderzug in Straßburg ein. Selbst seine Umgebung hatte von der Absicht erst erfahren, als der kaiserliche Zug in Appenweier auf das Straßburger Geleise übergeführt wurde. Von Kehl aus ritt der Kaiser mit seinem diensttuenden Flügeladjutanten zur Hauptwache, wozu ein gerade des Weges kommender Einjähriger vom Inf.-Regmt. Nr. 105 als Führer befohlen wurde. Unterwegs bald erkannt, wurde der Kaiser in freudigem Staunen laut begrüßt und war bald von einem wachsenden Menschenstrom gefolgt. An der Hauptwache vorüber ging es zur lllanenkaserne, wo der Kaiser seines Stabes harrte, und dann zum Polygon hinaus. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht von dem gelungenen „Ueberfall" in der Stadt verbreitet. Der Kaiser nahm in Gegenwart der zu tausenden hinausgeströmten Menschenmasten die Parade über die gesamte Garnison ab.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser in Posen. Posen, 6. Febr. Der Kaiser ist um 4 Uhr von Königsberg kommend im Sonderzuge hier eingtrosfen «nd-fuhr sofort in dem bereitstehenden Automobil nach dem Schloß. Hier besichtigte er eingehend unter Führung des Profestors Oetken- Berlin, des Schöpfers der Elisabethkemenate auf der Wartburg, die von ihm hergestellte wunderbare Mosaikauss ^mückvng der Kapelle. Den Tee nahm der Kaiser im Remmter des Schlosses im kleinen Kreise ein. Nach dem Tee fuhr der Kaiser im Automobil, vom Publikum lebhaft begrüßt, zum Hauptbahnhofe, von wo er um 6.15 Uhr im Sonderzug nach Berlin abfuhr.
— Prinz Eitel in Rumänen. Bukarest, 6. Febr. „Moniteur" , veröffentlicht die beiden Trinksprüche, die bei dem Diner zu Ehren des Prinzen Eitel Friedrich gewechselt wurden. Der König von Rumänien dankte dem Kaiser aufs wärmste, „daß er meinem lieben Patensohn den Auftrag gegeben hat, ihn bei der Taufe des jüngsten Sprosten meines Hauses zu vertreten. Ich sehe in der warmen Aufmerksamkeit einen neuen Beweis für die guten Gefühle der Verwandtschaft und Freundschaft." Nachdem die Musik die deutsche Hymne gespielt hatte, erhob sich Prinz Eitel Friedrich zu folgender Antwort: „Ich danke von ganzem Herzen für die gnädigen Worte und den herzlichen Empfang, den Ew. Majestät und Ihre Majestät die Königin mir in der schönen Hauptstadt bereitet haben. Es wird mir ein besonderes Vergnügen fein, das alles meinem Vater zu berichten. Möge Ew. Majestät gewiß sein, daß die herzlichen Gefühle, mit denen ich überall im Lande empfangen wurde, ein Echo finden werden nicht nur beim Kaiser, sondern im ganzen deutschen Vaterlands. Es lebe König Carol, Hurra! Die Musik spielte dis rumänische Hymne. — Das Unglück, das dem Eisenbahnzuge des Prinzen in Ungarn zugestoßen ist, hat in Rumänien lebhafte Erregung hervorgerufen. Die Blätter rühmen das Verhalten des Prinzen und feine Teilnahme am Rettungswerk. — Wie nachträglich bekannt wird, überbrachte Prinz Eitel Friedrich dem König den Stern der Großkomture des Hausordens von Hohen- zollern mit einem Handschreiben des Kaisers.
— Aus der Budgetkommission des Abgeordnetenhatfes. Berlin, 5. Febr. Bei der Beratung über die direkten Steuern erklärte der Finanzminister, daß et auf die Verabschiedung der Steuernovelle den größten Wert lege. Er habe bisher nicht ersucht, die Sache auf die Tagesordnung des Abgeordnetenhauses zu fetzen, weil die verschiedenen Fraktionen sich noch nicht schlüssig gemacht hätten ob sie auf dem Fortfall der bestehenden Steuerzuschläge innerhalb dreier Jahre beharren wollten. Weiterhin erklärte der Finanzminister, daß bei der Vorbildung der Katasterkontrolleure keine Aenderung eintreten solle. Bei den Verhandlungen über die indirekten Steuern erklärte der Finanzminister, daß die Vorbildung der Zollbeamten genüge und nach einer Aenderung dieser Vorbildung keine Bedürfniste vorhanden seien. Der Etat wurde genehmigt. Nach kurzer Beratung wurde der Justizetat und desten Einnahmen bewilligt.
— Der Flottenetat. Berlin, 6. Febr. Die Budgetkommission des Reichstags begann heute die Beratung des Marine-Etats. Der Berichterstatter Thünefeld leitete die Debatte mit der Mitteilung ein, daß der Etat 462,4 Millionen Mark erfordere; dazu kämen 5 Millionen für den Bau des Ersatzes der „Hohenzollern". Der Referent wünschte Aufschluß darüber, weshalb man den Mitteilungen des englischen Lords der Admiralität im Juni 1912 nicht offiziell entgegentrat, in denen das Stärkeverhältnis der beiden Flotten unrichtig dargestellt sei, da zu den fertigen deutschen auch die erst auf Stapel gelegten Schiffe zugezählt gewesen seien. Hebet den Stand unserer Beziehungen zu England wurde ebenfalls Auskunft verlangt. Staatssekretär des Reichsmarineamles führte aus, diese Frage berühre den vorliegenden Etat nicht, da keinerlei
Mehrforderungen über das Flottengesetz hinaus aufgestellt seien; außerdem könne er über diese das auswärtige Gebiet berührende Frage keine Auskunft erteilen. Die Redner des Zentrums, bet Sozialdemokraten, der Fortschrittspartei und der Nationalliberalen erklärten sich mit dieser Auskunft nicht befriedigt. Staatssekretär v. Tirpitz wies in längeren Ausführungen auf das dem Flottengesetz zu Grunde liegende Defensivprinzip hin. Deutschland baue seine Flotte lediglich nach den eigenen Bedürfniste». Die weitere Debatte wurde mit Rücksicht auf die für morgen zu erwartenden Erklärungen des Staatssekretärs des Auswärtigen schließlich ausgesetzt.
— Das Landesökonomiekollegiu« trat am Donnerstag vormittag im Herrenhaus zu Berlin anläßlich der Hundertjahrfeier zu einer Festsitzung zusammen, der u. o. Landwirtschaftsminister v. Schorlemer-Lieser beiwohnte. Der Vorsitzende Graf Schwerin- Löwitz eröffnete die Sitzung und gedachte der Erhebung Preußens vor 100 Jahren. Der Redner betonte besonders, daß unter den preußischen Herrschern die Landwirtschaft stets wesentlich gefördert worden sei, vor allem aber unter der Regierung des jetzigen Kaisers und Königs. Der Landwirtschaftsminister führte nach Worten des Dankes für die herzliche Begrüßung aus, daß die preußische Landwirtschaft es von jeher als eine der vornehmsten Aufgaben betrachtete, das Volk mit Getreide und Fleisch zu versorgen, daß aber leider die Dürre des Jahres 1911 noch nicht ganz überwunden sei. Der Minister teilte mit, daß nach der letzten Viehzählung im Jahre 1912 ein Manko an Schweinen von 13,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr bestehe und betonte dann weitet« daß, solange et an der Spitze der preußischen landwirtschaftlichen Verwaltung stehe, dafür sorgen werde, daß die Landwirtschaft geschützt und gefördert und daß an der bewährten Wirtschafts- und Schutzzollpolitik festgehalten werde. Der Präsident des Statistischen Landesamtes Evert sprach über die natürlichen und historischen Grundlagen der Landwirtschaft und deren Einfluß auf die Entwicklung.
— Zur neuen Wehrvorlage erfährt eine Berliner Nachrichtenstelle: Es ist richtig, daß die neue Wehrvorlage eine möglichst starke Ausnutzung der wehrfähigen Mannschaften bringen wirb ohne vermehrte Heranziehung der Ersatzreserve zu Hebungen. Die Ersatzreserve übt bekanntlich augenblicklich nur in seht gelinget Zahl ohne Waffe.
— Pfarrer Jatho schwer erkrankt. Pfarrer Jatho, der vom Sprucbkollegium abgesetzte Kölner Pfarrer liegt schwer an Blutvergiftung danieder. Am Donnerstag voriger Woche erlitt er auf einer Dortragsreise in Halle infolge Ausrutschens beim Aussteigen aus einer Droschke eine Verletzung am Knie. Bald darauf trat Blutvergiftung hinzu. Der Patient, der in Köln ist, mußte sich bereits dreimal einer Operation unterziehen.
— Gegen die Welschlinge. Straßburg, 6. Febr. In Benfelb (Hnterelsaß) ist der dortige Zweigverein des „Souvenir Alsacien- Lorrain" infolge infolge einer Verfügung der Kreisdirektion aufgelöst worden.
— Der Patfifalschutz. Berlin, 8. Febr. Die Abstimmung übet die Petition betreffend den Parsifalfchutz ergab nur zwei Stimme» für Ueberweisung zur Berücksichtigung und dann nur 5 Stimmen für Ueberweisung zur Erwägung, sodaß ohne weitere Abstimmung die Mehrheit für den llebergang zur Tagesordnung festgestellt wurde.
Ausland.
* * Königin Wilhelmina. Haag, 6. Febr. Die Königin gedenkt demnächst einen längeren Aufenthalt im Taunus zu nehmen, um ihrem Gemahl Gesellschaft zu leisten. Für die Prinzessin Juliana und ihre Gespielinnen ist bereits Quartier gemietet.
♦ ♦ Chinesische Flieger. Paris, 6. Febr. Nach einer Blätter- ' Meldung beauftragte die chinesische Regierung einen französischen Militärflieger mit der Einrichtung des Flugwesens in der chinesischen Armee. In das diesjährige Militärbudget Chinas wurde» die zur Anschaffung von 270 Flugzeugen erforderlichen Kredite eingestellt. Für die Jahre 1914—16 wird der Ankauf von insgesamt 720 Flugzeugen vorgesehen. .....
* * Kriegsmäßige Hebungen. Paris, 6. Febr. Einer offiziösen Meldung zufolge haben die unter der Leitung des Schiffskapitäns Schwerer an Bord des Panzerschiffes „Pothuau" vorgenommenen Versuche zur Erzielung einer tadellosen Geschützrcinigung so günstige Ergebnisse gehabt, daß der Marineminister beschlosien hat, die von seinem Vorgänger Delcastä infolge der Katastrophe auf dem Panzerschiff „Jules Michelet" eingestellten kriegsmäßigen Hebungen wieder aufnehmen zu lasten. Die Kriegsflotte erhielt demgemäß den Befehl, für die int Laufe des Monats Februar statt- finbenben Manöver alle Vorbereitungen zur Durchführung von Schießübungen zu treffen.
Ein Bischof als Segnet bet Boyscouts. Paris, 6. Febr. Der Bischof von Dax hat einen Hirtenbrief erlösten, in welchem et bett katholischen Familien untersagt, ihre Söhne in bte Boyscouts- Bereinigungen eintreten zu laste», ba bieselben interkonfessionell seien unb eine Gefahr für bte katholische Jugenb bilbeten.
• • Politische Gteueltaten. ßonbon, 6. Febr. Das Reutersche Büro melbet aus Calcutta: Das Anwachsen bet politischen Greuel- taten in Ostbengalen beginnt bte Aufmerksamk»it zu erregen. I» bieser Woche wurden vier Ausschreitungen von jungen Leute», vte mit Revolvern und Gewehren bewaffnet waren, verübt. Cs soll sich bubet um Studenten handeln. In einem Falle stellten sich ihnen Dorfbewohner entgegen; bei dem sich entsptnnenden Kampfe würben vier von diesen verwundet.
• * Die Frauen als Advokaten. Petersburg, 5. Febr. Der Retchsrat bettet heute einen Initiaiinantrag der Duma betreffend , die -ulustung bet Frauen zum AbVotatenstande. Der Justiz- i