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mit oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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und den Beilagen: ..Nach Feierabend".Fürs Laus" und Landwirtschaftliche Bella«*.

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DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 Jl (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch sJnh.: Di. E. Hitzeroths, Markt 21. Televbon 55.

Marburg

Donnerstaa, 6 Februar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 A. für Reklamen die Zeile 60 A. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Grttes Blatt.

Iahrlumdertteier der Provinz Ostpreußen.

Die hundertste Wiederkehr der denkwürdigen Zeit, in der in der Provinz Ostpreußen die glorreiche Erhebung gegen die Fremd­herrschaft ins Werk gesetzt wurde, wird in diesen Tagen in der gan­zen Provinz in freudiger Erinnerung festlich begangen Und wie vor einem Säkulum den Hauptpunkt jener an Paterlandsliebe und Opfermut so unvergleichlichen Zeit der von einmütiger Begeiste­rung getragene Februarbeschluß der Ostpreußischckn Stände bildete, so ist auch in den Mittelpunkt der jetzigen Erinnerun ^feier der 5. Februar gesetzt worden, an dem der ostpreußische Provinzial- kandtag im Landeshause nach vorausgegangenem Gottesdienst im Dom zu einer feierlichen Sitzung zusammentrat, um eine Ansprache des Kaisers und Königs entgegenzunehmen. Auf den Straßen, di« der Kaiser während seiner Anwesenheit berührt, waren schlanke Masten errichtet uyd durch Tannenguirlanden miteinander ver­bunden. Die öffentlichen Gebäude und viele Privathä' ser waren gleichfalls mit frischem Tannengrün geschmückt. Ueberall wehten Fahnen und Banner und im Hafen hatten die Schiffe über die Toppen geflaggt.

Den Anfang der festlichen Veranstaltungen bildete eine Fest­sitzung beider städtichsen Behörden vormittags 9 Uhr im Junker­hofsaale. Um 10 Uhr wurde in Gegenwart des Kronprinzen und von Offizieren des Bezirkskommandos Königsberg das auf dem Walter Simonplatz errichtete Pork-Denkmal eingeweiht.

Um 12.20 Uhr traf der Kaiser mit der Kronprinzessin in Königsberg ein. Die Fürstlichkeiten begaben sich im Automobil «ach dem Dome zum Festgottesdienst. Die Straßen am Domplatz und dieser selbst waren mit einer dichten Menschenmenge besetzt; überall sah man die historischen Vivatbänder von Jung und Alt getragen. Hohe Offiziere, selbst Schutzleute trugen die buntfarbi­gen Erinnerungsbänder. Dicht an dem Dome hatte auch eine Ab­teilung von Jungdeutschland Ausstellung genommen. Bald nach 12 Uhr begannen die Glocken des Doms zu läuten. Hurrahrufe kündigten die Ankunft des Kronprinzen an, der sich in das Dom­portal begab. Darauf erschollen von neuem stürmische Hurrarufe nnd der Kaiser mit der Kronprinzessin traf im offenen Automobil vor dem Eotteshause ein mit ihm der Fürst zu Dohna-Schlobitten. der das Band des kurz vorher verliehenen Schwarzen Adlerordens angelegt hatte. Der Kaiser, der über dem Mantel gleichfalls das Band des Schwarzen Adlerordens ttug, schritt, nachdem der Pra- fentiermarsch verklungen war, die Front der Ehrenkompagnie ab und begab sich dann zum Domportal, in dem der Kronprinz und der Oberpräsident den Monarchen empfingen. Um 12 Uhr begann ein feierlicher Gottesdienst im Dom. Ueber 1000 Personen waren in dem altehrwürdigen Eotteshause anwesend. Der Kaiser hielt beim Orgelklang unter Vorantritt der Geistlichkeit seinen Einzug in den Dom. Ein Ehor, gebildet von der musikalischen Akademie trug den 100. Psalm:Jauchzet dem Herrn alle Welt" in der Komposition Mendelssohn-Bartholdys vor, während der Hof in den Logen rechts tfot dem Altar Platz nahm. Die Festpredigt hielt Generalsuper­intendent Schöttler, der seine von warmem Patriotismus getra­genen Gedanken mit von Herzen kommender Beredsamkeit vortrug. Der Vortrag des Niederländischen Dankgebets, zuletzt von Orgel und Posaunen begleitet, schloß die Feier. Beim Ausgang spielte die Orgel die Nationalhymne. Gegen IV/4 Uhr war der Gottes­dienst bendet. Der Kaiser verließ mit dem Kronprinzenpaar die Kirche, dann bestieg er mit der Kronprinzessin das Automobil und fuhr unter stürmischen Kundgebungen der Menge, die die Häuser bis auf die Dächer besetzt hielt, ins Schloß, wo Frühstückstafel stattfand. Im zweiten Automobil folgte der Kronprinz.

Nach der Frühstückstafel begaben sich der Kaiser und das Kronprinzenpaar mit Gefolge nach dem Landeshause zur feier­lichen Eröffnung des Landtags. Auf der Fahrt dahin wurden die Fürstlichkeiten von einer ungeheuren Menschenmenge stürmisch begrüßt. Im Landeshause hatte sich der Provinziallandtag ver­sammelt und dem Thron gegenüber aufgestellt. Der Kaiser, in der Uniform seines Grenadier-RegimentsKönig Friedrich Wil­helm I., 2. ostpreußisches Nr. 3, trat vor den Thron, den Helm im Arme haltend. Der Kronprinz in der Uniform seines Husaren- Regiments trat neben die Stufen des Thrones, die Kronprinzsfin und die Damen des Gefolges traten in und neben die Logen. Der Kaiser verlas nunmehr eine Rede, die lautete:

Es ist mir eine besondere Freude, Ihrem Wunsch zu entsprechen und den Landtag meiner getreuen Provinz Ostpreußen hiermit in Person zu eröffnen. Bevor Sie Ihre geschäftlichen Arbeiten und Beratungen für das Wohl der Provinz beginnen, lasten Sie uns der Tat gedenken, welche von der heute vor hundert Jahren hier in Königsberg zusammen­getretenen Versammlung der Deputierten der Provinz ausging und den ersten Schritt vor Wiederausrichtung und Befreiung des darnieder­liegenden Vaterlandes bildete. Schwer ist es, das volle Maß des Un­glücks und der Wirrniste jener Zeit uns vor Augen zu führen. Da setzte die göttliche Vorsehung dem Siegeslauf des kühnen Korsen ein jähes Ziel. Die schwer aus Europa lastende Heimsuchung schien ihrem Ende entgegenzugehen. Jetzt oder nie konnte das Sehnen jedes Preußen­herzens in Erfüllung gehen, konnten die Festeln der langjährigen Knecht­schaft cbgeworfen werden. So dachte Pott, als er sich unter dem ge­waltigen Zwang der Verhältniste zu dem Entschluß durchrang, das ihm anvertraute Korps von dem Schicksal des Restes der großen Armee zu trennen und wieder unter den Oberbefehl des Königs zu stellen. So dachten auch jene wackeren Männer, die als Vertreter des Adels, der Stadt und der Bauernschaft ihrer Provinz hier zusammentraten. Sie waren die ersten im Lande, die dem Gedanken die Tat folgen ließen, indem sie einmütig beschlosten, auf eigene Kosten eine Bewaffnung des Volkes vorzunehmen und dem geliebten König zur Verstärkung feiner aktiven Truppen eine Landwehr darzubringen. Und als bald darauf

der König den langersehnten Augenblick für den so vorbereiteten Schtttt zur Rettung des Vaterlandes für gekommen hielt und sein Volk zum Kampf für Ehre und Freiheit aufrief, da scharte sich um ihn alt und jung, hoch und niedttg mit zielbewußter Entschlossenheit, das letzte an Gut und Blut freudig auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern. Heute schreiben wir wieder die Jahreszahl 13. Wie glücklich hat sich das Zeit­bild gewendet! Vor uns steht der festgefügte Bau des Deutschen Reiches, geachtet im Rat der Völker und wohlgerüftet gegen jeglichen Angriff. An die Stelle der kriegerischen Taten sind segensreiche Friedenswerke getreten. Handel und Wandel blühen und Wistenfchaft und Technik schreiten fort. Stadt und Land erfreuen sich des Wohlstandes. Aber die Ereigniste vor hundert Jabren mabn<*n uns eindringlich daran, daß nicht kriegerische Lorbeeren Wohl st and, Macht und Ansehen am letzten Ende das Schicksal und die Zu­kunft eines Volkes sichern, sondern allein die sitt­liche Kraft, die ihm innewohnt. Die Wurzel dieser Kraft ruht in der Gottesfurcht, der Pflichttreue und der Liebe zu König und Vaterland. Das gemeinsame Unglück hatte um Fürst und Volk ein starkes Band opferwilliger Treue und gegenseitigen Vertrauens ge­schmiedet. Gerade die Bewohner Ostpreußens batten in den voraufge­gangenen Jahren tiefster Erniedrigung das größte Leid des Königs und der Seinen mit angesehen. Das Herz der geliebten Königin war über den Schmerz des Vaterlandes gebrochen. Sie aber lebt als guter Genius Preußens in ihrem Volke fort. Wir können den beutigen Gedenktag nicht schöner begehen, als durch das erneute Gelöbnis, uns unserer Vergangen­heit und unserer Väter allezeit würdig zu erweisen, und die uns als kost­barstes Erbe überkommenen Ideale und religiösen Güter zu pflegen und zu mehren für den opferfreudigen Dienst am teuren Vaterland. Das sei der heutige Beschluß Ihres Landtages! Dann wird b<e Provinz Ostpreußen wie vor hundert Jahren auch in Zukunft ein Vorbild für ihre Schwestern im Lande fein und Männer der Tat stellen, wenn, was Gott verhüten wolle, der König wieder einmal gezwungen sein sollte, zum Kamnf für Ehre und Vaterland au hu rufen!

Nach Beendigung der Rede verneigte sich der Kaiser und er­klärte den Landtag der Provinz Ostpreußen für eröffnet. Fürst Dohna-Schlobitten erwiderte in einer Rede auf die Ansprache des Kaisers, in der er die Fürstlichkeiten willkommen hieß und ihnen Dank sagte dafür, daß sie zu den Festlichkeiten erschienen, waren. Er betonte, daß die Ostpreußen besonders eng mit ihrer Scholle verwachsen seien und daß sie sich in der Treue und Dankbarkeit gegen das angestammte Haus der Hohenzollern von ni-'-'andem überflügeln ließen, kam dann auf die ruhmreiche ^-"-<mngenbeit der Provinz Ostpreußen zu sprechen und gelobte im Namen aller aufs neue, den Geist der Treue und Liebe auch in Zukunft wach zu erhalten und auf Kind und Kindeskind zu vererben. In das Hoch am Schluffe der Rede stimmten alle Anwesenden begeistert ein. Der Kaiser reichte dem Fürsten die Hand und nahm hierauf die Vorstellung der Militärs, des Provinziolansfch'iffes und des Provinziallandtages, sowie diejenige der Nachkommen der Stände­delegierten vor hundert Jahren entgegen; endlich in einem an­deren Raume diejenige einer Anzahl Vet-ranen, be*-*« Vorväter die Befreiungskriege mitgemacht hatten. Im Ausschußsaale unter­zeichneten der Kaiser, der Kronprinz und die Kronprinzen die Urkunden über den Besuch im Landeshause. Unter Hochrufen be­gaben sich der Kaiser und die anderen Herrschaften nach der Aus­stellung.

Gegen ßy2 Uhr abends versammelte sich im inneren Schloß­hofe die gesamte Studentenschaft der Albertina« zu einem Fackel­zug. Im Halbkreise nahmen die Chargierten der einzelnen Kor­porationen mit den Bannern vor dem Fenster, von dem aus der Kaiser den Fackelzug entgegenzunehmen gedachte, Aufstellung. Auch die altehrwürdige llniversitätssahne wurde mitgefübrt. Ordner zu Pferde trafen die erforderlichen Anordnungen. Als die Aufstellung beendet war, erklang aus Hunderten von jugend- frischen Burschenkehlen das feierlicheGaudeamus igitur", dann durchbrausten den weiten Raum.ein dreifach donnerndes Hurra auf den Kaiser und die getragenen Klänge der Nationlhymne. Der Kaiser empfing sodann eine Abordnung der Studentenschaft unter Führung des Prorektors der Universität, Geheimen Rat Dr. Winter, und trat dann an das geöffnete Fenster, um sich den Um­zug der Fackelträger anzusehen. Hierbei wurden ihm wiederholt Ovationen dargebracht, bis der lange Zug den Schloßhof unter den Klängen des Preußenmarsches verlaffen hatte. Um 7 Uhr begab sich der Kaiser mit den kronprinzlichen Herrschaften zum Festmahl in der Stadthalle. Die Studentenschaft versammelte sich M einem gemeinsamen Kommers im Tiergarten.

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Die Adrianopeler Fragen.

P a r i s, 8. Febr. Nach einet Konstantinopeler Meldung des Matin" hätte der Botschafter einer Dreibundmacht dem Groß- wesier den Rat gegeben, er möge sich an den russischen Botschafter wenden, damit dieser über den Verzicht aus Adrianopel verhandele unter der Bedingung, daß dem Sultan, wie dies bezüglich Tripolis geschehen sei, eine religiöse Vertretung gewährt werde. Mahmud Schefket Pascha habe bishr eine Antwort auf dies Anerbieten nicht gegeben.

Die Beschießung der Festung Adrianopel.

Konstantinopel, 5. Febr. Der Kommandant von Adria­nopel sandte gestern abend ?y2 Uhr folgendes Telegramm: Die Feinde bombardieren die Stadt. 38 Granaten und elf Schrapp- nels sind in die Stadt gefallen. Acht Einwohner wurden getötet und 10 verletzt. 53 Häuser find in Brand geraten. Das Bombarde­ment dauert an.

Rumänien und Bulgarien.

Bukarest, 5. Febr. Das Protokoll über die rumänisch-bul­garischen Verhandlungen ist hier eingegangen. Das Angebot Bul­gariens soll Kvar, wie an unterrichteter Stelle verlautet, die rumä­

nische Regierung nicht befriedigen, jedoch die Grundlage zur Fort­führung der Verhandlungen bieten. Gegenwärtig finden Besprech­ungen statt, die bezwecken, eine Einigung über die Modalitäten fit die weiteren Verhandlungen zu erzielen sowie darüber, ob die Ver­handlungen in Sofia oder Bukarest fortgesetzt werden sollen.

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Politische Umschau.

Der Sieg des deutschen Flugzeuges im Ausland«.

Als in der ersten Zeit der flugtechnischen Entwicklung die französisch« Flugtechnik gewaltige Fottschritte machte, da wurde in Deutschland von vielen Seiten eifrig dafür eingetreten, daß Deutschland unbedingt auf der Stelle diese Entwicklung ein- und überholen solle. Demgegenüber warnten zahlreiche Fachleute vor einer überstürzten Entwicklung. 61« vertraten die Meinung, daß es noch nicht an der Zeit wäre, dem fran­zösischen Vorbild nachzufolgen. Sie wiesen daraus hin, daß diesem ersten französischen Plan naturgemäß eine Reaktion folgen müsse und daß den Vorteil eines Tages diejenigen haben würden, die ohne Hast in ver­nunftmäßiger Arbeit abwarten würden. Dieser Zeitpuntt ist jetzt ein­getreten. Im fanzösischen Flugwesen hat sich eine ganz unverkennbare Reaktion eingestellt, und die großen Hoffnungen, die man in Frankreich für die Filmindustrie hegte, haben sich zum sebr großen Teil als trügeriMj! erwiesen. Anders ist es in Deutschland. Wenn auch die Lage unserer Flugindustrie keine glänzende ist, fo trug sie doch von vornherein ein viel geringeres Risiko. Um so größer dürfte künftig ihr Aufschwung werden. Noch vor kurzer Zeit beherrschte die französische Fliigmaschin« den Weltmarkt. Bereits heute ist darin eine große Wandlung vor sich gegangen. Wäbrend das Ausland früher überhaupt nicht au! den Ge­danken kam, außerhalb Frankreichs Flugzeuge zukaufen, ist schon seit dem vorigen Jahre ein ansehnlicher Teil des französischen Umsatzes auf Deutschland übergegangen. Eine bedeutende Anzahl von Großmächten kauft beute bereits auch in Deutschland Flugzeuge. Italien bat sich im Tripolis-Kriege mit gutem Erfolge deutscherTauben" bedient. Bulgarien und die Türkei baben auf dem Kriegsschauplätze deutsch« Makchlnen in Dienst gestellt. Rußland, wo die deutschen Maschinen gegen die ganze ausländische Konkllrrenz im Heeresflugreug-Wettbewerb Sieger bat 37 Wrigbt-Ffugzeuge und eine Anzahl Fakker-Eindecker für fein SSeer getauft, auch in Dänemark. Schweden und Norwegen sind deutsche Flugmaschinen im Betriebe. Besondere Beachtung verdient bet Ankauf deutscher Flugzeuge durch Oenerreich, das bekanntlich die Mars- 5ffuq»euae der deutschen Flugreua-Werke in Leipzig in größerem Maß­stabe erwerben will. Um so mebr ist dies bemerkenswert, als Oester­reich selbst über eine ausgezeichnete Flugtechnik verfügt. In Oesterreich werden die Original-Etrich-Tauben und die Pfeil-Zweidecker von Labner-Daimler erzeugt, die mit zu den allerbesten Flugzeugen der Welt gebören, trotzdem geht man an den Ankauf des deutschen Typs heran. <stni>l'ch kam vor kurzem die Mitteilung aus Argentinien, daß dieser Staat eine größere stabl deutscher Flugzeuge kaufen wolle. Die Erfolge, die der Flieger Lübbe dort auf Rumpler-Taube erzielte, gefielen der Regierung so ausgezeichnet, daß man dem deutschen Fabrikat vor dem ausländischen den Vorzug geben will. Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich deutlich, genug, daß man schon heute bereits von einem Siegt » des deutschen Flugzeuges im Auslande reden kann.

D-utsches Reich»

Der Eifenbahnunfall des Prinzen Eitel Friedrich. Wie wir bereits kurz meldeten ist der Schnellzug, mit welchem Prinz Eitel Friedrich aus Rumänien nach Berlin zurückkehrte, am Dienstag nachmittag mit einem Lastzug zusammengestoßen. Der Heizer und ein Paffagier des Schnellzuges sind tot, mehrere Paffagiere verletzt. Mehrere Waggons des Schnellzuges sind stark beschädigt. Der Salonwagen des Prinzen Eitel Friedrich ist unversehrt. Der Prinz und das Gefolge nahmen rüstig an der Hilfeleistung für die Ver­wundeten teil. Die Fahrt wurde durch Ankoppeln des Salon­wagens des Prinzen an einen anderen Zug fortgesetzt. Die übrigen Paffagiere sind gleichfalls in einen anderen Zug umaestiegen. Einem offiziellen Communiquö der Ungarischen Statsbahn zufolge ereignete sich der Unfall dadurch, daß der Eilgüterzug, dem ein Licht an der Lokomotive ausgegangen 'war, auf offener Strecke an­gehalten hatte. Der Schnellzug, in dem Prinz Eitel Friedrich fuhr, geriet in diesen Lastzug hinein. Der Zusammenstoß brachte die zwei letzten Zisternenwagen des Eüterzuges, welche Petroleum enthielten, zur Erplosion.

Aus der Budgetkommisston. Berlin, 5. Febr. In der Bud­getkommission des Reichstags besprach Minister v. Breitenbach die Verhältnisse des Eisenbahnpersonals. Seit 1908 seien die Löhne der Arbeiter um 20 Prozent gestiegen. Die Meldungen zum Eisen­bahndienst überstiegen den Bedarf. Die Lage der Stationsdiätare sei nicht als ungünstig anzusehen. Akademisch gebildete Beamte kämen erst viel später in feste Stellungen Dem Antrag, neue Assistentenstellen zu schaffen, könne er nicht beipflichten, da kein Bedürfnis dafür bestehe. Aus den Erklärungen der Arbeiteraus- schüffe gehe hervor, daß das neue Akkordsystem die Zustimmung der Arbeiterschaft finde.

Deutschland und Rumänien. Bukarest, 8. Febr. Die An­wesenheit des Prinzen Eitel Friedrich und seiner Begleitung lieh hier den besten Eindruck zurück. Man erkennt an, daß sowohl die selbst für Souveräne ungewöhnlich hohe Ordonsauszeichnung des Königs an Eitel Friedrich die bei dem Ealadiner gehaltenen Re­den, wie die Zusammensetzung der Begleitung des Prinzen, der der Generaladjutant des Kaisers angehörte, über den Rahmen dessen hinausging, was seitens der Paten bei Prinzentaufen üblich ist. Man sieht hierin einen neuerlichen Beweis der freundschaftlichen Beziehungen nicht nur zwischen den Herrscherhäusern sondern auch den Völkern, der von dem rumänischen Volk im gegenwärtigen Augenblick hochgeschätzt wird.

Falscher Alarm in Straßburg. Straßburg, 5. Frdr. Durch eine gefälschte Depesche wurde heute mittag die gesamte Garnison Straßburg und ein namhafter Teil der Bevölkerung zwecklos in Bewegung gesetzt. Vormittags traf beim kaiserlichen Gouverneur ein Telegramm ein au» Weißenburg, das etwa besagte, der Kaiier