Mll oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilaa«*.
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Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« \ und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdrucker-i I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Sitzeraths. Markt 21. — Telephon 55.
Marvurg
Dienstaq, 4 Februar
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48. Jahrg.
1913.
Crites Blatt.
Deutschlands Rolle und Anteil.
Daß dte große Ueberraschung vom 23. Januar der lieben Pariser Presse wieder einmal Gelegenheit geben würde, zu behaupten, wir hätten hinter dem jungtürkischen Berschmörerosen gefleckt, verfland sich von selbst und lohnt keine eingehendere Widerlegung, als sie schon von amtlicher Seite erfolgt ist. Allerdings gibt es Leute bei uns, die da meinen, Deutschland brauche diese jüngste Entwicklungsphase nicht zu beklagen, denn die bekannte Kollektivnote habe doch im Grunde eine Verleugnung der in früheren Zeiten für unsere Orientpolitik maßgebenden Gesichtspunkte bedeutet. Wir zweifeln aber sebr ernstlich daran, daß diese Auffassung richtig ist. Das es uns hätte erwünscht sein können, wenn alles ganz anders gekommen wäre, als es tatsächlich gekommen ist, darüber ist nicht zu streiten, aber zu aussichtslosem Widerstand zu ermutigen, ist von jeher schlechte Freundschaft gewesen, und lo bat Deutschland seine echte und aufrichtige Freundschaft denn auch in Wabrheit ganz anders betätigt, nämlich dadurch, daß es der Kollektivnote eine Gestalt gab, die der Türkei ermöglichte, sie in Ehren amunehmen. Es war im wesentlichen Deutschlands Werk, daß die geplante Flottendemonstration zur Unterstübung der Note uirterblieben ist: Deutschlands Werk, daß die Uebergabe Adrianopels an den Bolkanbund bezw. Bulgarien nur unter der Bedingung der Schleifung der Festungswerke für aste Zeiten erfolgen sollte. Ja. man will sogar wissen, Deutschland habe dafür gesorgt, daß die Rote erst überreicht wurde, als man ihrer Annahme durch das Kabinett Kiamil flcher war! Daraus geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß der Sturz dieses Kabinetts und der dadurch herbeigeführte jähe Umschwung der Lage auch für Deutschland eine schmerzliche Ueberrafch- »ng war.
Das war er aber nicht nur, weil für den Augenblick die Kreise unsrer Staatskunst zerstört wurde, sondern auch noch aus viel tieferen Gründen Die sentimentale Parteinahme für den Schwachen als solchen, oder die kindliche Bewunderung für eine heldenhafte Geste, weil sie eines menschlichen Reizes nicht entbehrt, ist ein Lurus, den wir uns nicht leisten kön- ttn. „Ich war — sprach der Poet — bei Dir!" — im Geiste dieses Dichterwortes ist das Volk der Dichter und der Denker gar okt bei den ..Helden" gewesen: bei den Polen, bei den Griechen, bei den Buren. Wir boben Ober weing Dank davon gehabt und es hat auch nicht viel geholfen. Sollen wir seht nach demselben Grundsatz verzückt den tapferen Soldaten Enver Bai anschwärmen und feine impulsive Politik fördern, die nicht nur den Balkankrieg wieder zu entfeffetn droht, sondern auch den Frieden zwischen den Großmächten aufs neue gefährdet, die Frage der Zukunft Konstantinopels und der Meerengen aufrollt und Rußland vielleicht veranlaßt, in Kleinasien einzumarschieren? Wir müßten von Sinnen sein, Venn wir das tun wollten! Nicht, weil wir den Krieg fürchten oder Unter allen Umständen wenigstens scheuen würden, sondern weil wir ihn als das alleräußerste Mittel anfehen, das wirklich nur angewendet werden darf, wenn Ehre und Eristenz auf dem Spiele stehen! Diese gefährliche äußerste Zuspitzung der orientalisckien Fragen, wenn es irgend geht, zu vermeiden, das war die Rolle und Aufgabe unsrer Staatsmänner Und sie waren auf dem besten Wege, dieses Ziel zu erreichen. Jetzt türmt sich unmitteI6ar an dem Ziel ein neues schweres Hindernis auf! Hoffentlich gelingt es auch fotzt, das Schlimmste zu verhindern und — das darf und muß ausgesprochen werden — uns unsren Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung Kleinasiens mit friedlichen Mitteln zu erhalten. Denn wer uns diesen Anteil nehmen oder verkümmern wollte, der würde nicht nur unseren Interessen, sondern auch unserer Ehre zu nahe treten. Daß das aber irgend femand wage, da sei Gott vor und unser Schwert!
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Die Laae
ivefst nach der Londoner „Times", falls der Krieg von neuem aus- jbrechen sollte, zwei hoffnungsvolle Punkte auf. Der Krieg, schreibt das Blatt, wird wahrscheinlich kurz sein und die Mächte scheinen in ihrer Haltung dazu absolut einstimmig zu sein. Mit Rücksicht auf den zweiten Punkt verdient die Rede des deutschen Botschafters Fürsten Lichnowsky vom Sonntag besondere Beachtung. Fürst Lichnowsky sprach in Ausdrücken, die wir gerne herzlich erwidern, von den freundschaftlichen Beziehungen, die jetzt zwischen Deutschland und England bestehen und von ihrem Zusammenhang in der Sache des Friedens. Das Blatt weist auf den Artikel der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" hin, der die Notwendigkeit in dem Zusammenhalten der Mächte in Worten betone, die die „Times" selbst'gebraucht habe. Die interesianteste und hoffnungsvollste Nachricht aber sei, daß der Kaiser Franz Josef ein versöhnliches Handschreiben an den Zaren gerichtet habe. — „Daily News" sagt: Daß p>ir eine Verständigung mit Deutschland erreicht haben, die nicht hüt augenblicklich befriedigt, sondern auch viel für die Zukunft verspricht, bedeutet etwas mehr als die Früchte eines wohlwollenden Pacificismus. Dr. Danew, der listenreiche Unterhändler und «eschwähige Politiker, der tagtäglich seine gewichtigen Aeußerun- hen in die internationale Presie zu lancieren versteht, hat einem Redakteur des „Temps" ein Interview gewährt, bei dem er erklärte: „Wenn nach der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten die Türkei unsere Friedensbedingungen nicht sofort oder nicht zur Iiälste annchmen sollte, dann werden wir in territorialer und inanziell^s Hinsicht Nachtragsforderungen stellen. Wir werden inen Zugang zum Marmarameer verlangen und die Ziffern der don uns geforderten Kriegsentschädigung erhöhen. Im übrigen werde es, welche Anerbieten die Türkei auch stellen möge, keinen Waffenstillstand mehr geben. Wir haben bereits zwei Monate verloren, wir wollen das nicht von neuem anfangen. Wir werden unseren Armeen erst nach Unterzeichnung des endgültigen Friedens Einhalt gebieten. Bezüglich der bulgarisch-rumänischen Berhand- sungen sagte Dr. Danew: Wir haben den Rumänen das Anerbieten gemacht, daß wir unsere Grenzen nicht befestigen wollen, ohne Ihnen das Recht zu bestreiten, ihre eigenen Grenzen zu befestigen. Wir haben ihnen sogar versprochen, die südlich von Silistria gelegenen, übrigens wenig bedeutenden Forts zu schleifen. Das ist ein Entscheidender Beweis für unsere bona fides, das ist eine teilweise
Preisgebung unseres Souveränitätsrechts, das bedeutet, daß wir eine örtliche, militärische Inferiorität hinnehmen. Das zeigt unwiderleglich, daß wir keine bösen Absichten hegen. Wir haben Rumänien einen Gebietsvorteil angeboten durch die Abtretung zweier Dreiecke, welche in das rumänische Gebiet hineinreichen, sowie durch die Abtretung eines Küstenstriches südlich von dem rumänischen Hafen Mangalia. Schließlich haben wir alle Forderungen Rumäniens betreffend der Kutzowallachen in Mazedonien bewilligt, und haben sogar zugeoeben, daß deren Schulen und Kirchen in dem neuen bulgarischen Gebiet mit den Unterstützungen der rumänischen Regierung erhalten werden können. Wir hoffen, daß wir auf diese Weise einen neuen Patriotismus, einen Balkanpatriotismus schaffen werden, daß Griechen, Bulgaren, Serben und Rumänen überall auf dem Balkan sich zuhause fühlen können."
L o n d o n , 3. Febr. Das Rcntersche Büro ist zu der Erklärung ermächtigt, daß Bulgarien durchaus bereit ist, den Vorschlag der Mächte anzunebmen, daß ein Vertreter des Kal., n in Adrianopel ernannt wird, der nach der Uebergabe der Stadt an die Verbündeten in Adrianopel residieren soll.
P a r i s, 3. Febr. Der türkische Delegierte Reschid Pascha erklärte dem Londoner Sonderberichterstatter des „Matin": Niemals ist ein Besiegter mit größerer Härte behandelt worden. Wir haben keinerlei Beweise von Sympathie, keinen Akt, der Unparteilichkeit gesehen, kein Wort der Freundschaft gehört! „Vas victis"! Das wat der einzige Ruf, der an unser Ohr klang. Europa wird die Haltung, die es uns gegenüber beobachtet hat, noch bedauern. Der Friede, den es uns aufgedrängt, wird ihm später einmal teuer zu stehen kommen.
Der Wiederbeginn der Feindseligkeiten.
Sofia, 3. Febr. Wenn die Regierung bis 7 Uhr abends nicht davon verständigt ist, daß die Türkei die Kollektivnote der Mächte unverändert annimmt, werden vor Adrianopel unverzüglich die Feindseligkeiten wiederbeginnen. Die Häfen Warna und Burgas wurden für die Handelsschiffahrt als geschloffen erklärt, da in der Nähe der beiden Häfen fchwimmnede Minen ausgelegt sind.
Paris, 3. Febr. Trotz der verschiedenen amtlichen Dementis behauptet der Konstantinopeler Korrespondent des „Matin" in einer von gestern datierten Depesche, daß in der Tschataldscha- Armee feindliche Zusammenstöße zwischen den Gegnern und den Anhängern des jungtürkischen Komitees erfolgen. Letzthin hätten sich Enver Bey und Fethi Bey nach Hademköj begeben, wo sie vor den Soldaten politische Reden halten wollten. Die Anhänger Rasim Paschas hätten sie jedoch hieran gehindert. Eine blutige Rauferei sei die Folge gewesen, der mehrere Offiziere, darunter ein Major und ein Hauptmann zum Opfer fielen. Enver Bey und Fethi Ben hätten unverrichteter Dinge nach Konstantinopel zurückkehren müsien.
K o n st a n t i n o p e l, 3. Febr. Der Scheich ul Islam ttchtete an die geistlichen Behörden ein Rundschreiben, in dem er sie auffordert, auf die Bevölkerung einzuwirken, zur Verteidigung dos Vaterlandes durch Spenden beizutragen. Ein Komitee zur Verteidigung des Landes, das sich in Smyrna bildete, stellt fünf Bataillone auf. Unausgesetzt schreiben sich Freiwillige für den Kriegsdienst ein. Frauen der türkischen Gesellschaft bieten Spenden für die Truppen an und melden sich als Krankenpflegerinnen.
Durazzo, 3. Febr. Gestern sind 1300 Serben mit reichlichem Proviant eingefchifft worden. Man nimmt an, daß sie sich nach Alessio begeben, um sich mit den anderen Streitkräften zu vereinigen, aus Skutari vorzurücken und im Sturm gegen die Stadt vorzugehen.
Das Handschreiben Kaiser Franz Josefs.
W i e n, 3. Febr. Oberstleutnant Prinz Hohenlohe, der Ueber- bringer des Handschreibens des Kaisers an den Zaren Nikolaus ist nach Petersburg abgereist.
Wien, 3. Febr. Das „Neue Wiener Tageblatt" schreibt: Gestern gaben wir der Zuschrift Raum, daß von politischen Kreisen angenommen werde, daß das kaiserliche Handschreiben an den Zaren auf die albanesische Abgrenzunassrage und die Frage der Anhäufung russischer Truppen an der österreichischen Grenze Bezug nimmt. Wie wir von kompetenter Stelle erfahren, ist diese allerdings vielfach verbreitet gewesene Annahme irrig. Richtig ist, daß das Handschreiben eine Folge der bewegten Zeiten und der allgemeinen Lage ist.
Politische Umschau. - '
Di« vorläufigen Dispositionen für dir Reisen des Kaisers im Frühjahr und Sommer 1913.
lieber die bisherigen Dispositionen für die Reifen des Kaisers im Frühjahr und Sommer 1913 werden folgende Mitteilungen gemacht: Die erste diesjährige Kaiferreife erfolgt am 5. Februar. An diesem Tage trifft der Kaiser um 12 Uhr 20 Minuten mittags in Königsberg i. Pr. ein, um dort einer Festsitzung des Provtnziallandtages, der Eröffnung der Jahrhundert-Ausstellung in der neuen Kriegsausstellungshalle und einem Festmahl in der Stadthalle beizuwohnen. Damit beginnen die großen diesfährigen offiziellen Jahrhundertfeiern. Die nächste Reife führt den Kaiser nach Wilhelmshaven. Er wird dort voraussichtlich in der letzten Februarwoche zur Vereidigung der Marinerekruten eintreffen, und an Bord des Linienschiffes „Kaiser", seines neuen Wohn- schiffes, Wohnung nehmen. Es wird dies das erste Mal, daß dieses Schiff dem Kaiser als Wohnung dient. Die Räume für den Aufenthalt des Kaisers find bereits fertig instand gefetzt, das Inventar für die Räume des Kaisers, d. h. Möbel, Ausstattung und Silberzeug, ist bereits von der „Deutschland" auf das Linienschiff „Kaiser" überführt worden. Nach der Beendigung des Aufenthaltes in Wilhelmshaven wird der Kaiser vermutlich den üblichen Ausflug nach Helgoland machen, dte Rückkehr dürfte über Bremen erfolgen, wo der Kaiser zn einet Besichtigung des Rathausneubaues erwartet wird. Als nächste Reise dürfte die Fahri nach Korf» folgen, ks ist Mnzunehmen, daß der Kaiser wieder
die Osterfeiertage auf seinem Sommersitz im Süden verbringen wird. Von den weiteren Dispositionen find bisher die folgenden bekannt: Im Juni wird der Kaiser an der Jubelfeier des Klosters Loccum teilnehmen, das jetzt auf ein 750jähriges Bestehen zurückblicken kann. Dieses bei Hannover gelegene Kloster wurde durch den Grafen Wulbrand den Alten von Hallermund vor 750 Jahren gegründet. Seit 1770 ist das Kloster ein Predigerfeminar, in dem ständig zwölf Kandidaten des Predigt» amtes ihre letzte Ausbildung erhalten. Die nächste Reise führt bei Kaiser nach Kiel zur Teilnahme an der Kieler Woche, die diesmal vom 24. Juni bis einschließlich zum 6. Juli dauern soll. Auf der Reife dorthin wird der Kaiser, wie alljährlich, dem deutschen Derby in Hamburg beiwohnen. Die Kieler Woche ist gegen früher diesmal um eine Woche nach dem Juli zu verschoben worden, mit Rücksicht auf Hamburger Wünsche. Infolge der Verschiebung der Termine der großen Pferderennen mußte auch das Derby verlegt werden, und um der Hamburger Bevölkerung ihren „Kaifertag" zu erhalten, bat man um Verlegung der Kieler Woche. An die Kieler Woche dürfte sich wieder die Nordlandreist des Kaisers anschließen, die, wie alljährlich, ungefähr drei bis vier Wochen währen dürfte. Die letzte der bisher bekannten diesjährigen Reifen des Kaisers wird im Oktober stattfinden und den Kaiser nach Leipzig zur Teilnahme an den großen Festlichkeiten bet der Einweihung des Völkerschlacht-Denkmals führen. An dieser großen Feier wird bet Kaiser in Gemeinschaft mit sämtlichen anderen deutschen Bundesfürste« teilnehmen.
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Deutsches Reich.
— Der neue Botschafter für Rom. Wie die „N. p. E." hört, ist der neue Botschafter für Rom, Freiherr von Jenisch, leider durch eine Herzaffektion verhindert, schon in dieser Woche, wie es seine Absicht war, seinen neuen Posten zu übernehmen. In diplomatischen Kreisen wird dies lebhaft bedauert: doch nimmt man an, daß die Störung in dem Befinden des Botschafters nur eine vorübergehende sein wird.
— Eine offiziöse Erklärung der badische« Regierung. Karlsruhe, 3. Febr. Die „Karlsruher Zeitung" schreibt halbamtlich: Nach Zeitungsberichten hat in der Sitzung des Preußischen Abgeordnetenhauses vom 31. Januar der freikonservative Abgeordnete von Kardorff sich geäußert, Baden habe sich auf die schiefste Ebene in der demokratischen Wahlreform begeben und während seit 1903 im ganzen Reiche die sozialdemokratischen Stimmen um rund 30 % wuchsen, wuchsen sie in Baden mit seiner volkstümlichen Politik um 05%, dazu kommt, daß die Sozialdemokratie in Baden zur ausschlaggebenden Partei geworden ist und daß ihr von einem badischen Minister Lorbcerkränze gewunden wurden. Wenn diese Aeußerung so gelautet hat, so muß sie als eine unbefugte Einmischung in badische Landesangeleqenheiten zurückgewiesen werden. Sie entspricht aber überhaupt nicht den Tatsachen, ebenso auch, daß ein badischer Minister der sozialdemokratischen Partei Lorbeerkränze gewunden habe. Diese Bemerkung bezieht sich offenbar aus eine Wendung in der Rede des badischen Minister des Innern in der Ersten Kammer vom 13. Juli 1910, aber der Sackwerbalt ist durch die Rede des Ministers in der Zweiten Kammer am 31. Ian. 1912 so eingehend klar gelegt worden, daß sich nochmals ein Eiiu gehn darauf erübrigt.
— Herr Pachnicke auf Filzpantosfekn. Die sozialdemokratische „Schleswig-Holsteinische Volkszeitung" entwirft von ihrem srei- sinnigen Kampfesgenosien, Herrn Pachnicke, folgendes Bild bei Gelegenheit der Besprechung der M'ßtrauenserklärung gegen den Kanzler in der Polenfrage: „Die 43 Freisinnigen sind ja nur wieder einmal Taktiker gewesen. Wie immer in solchen Fällen, hat auch diesmal Herr Pachnicke die Führung an sich gerisien. Sßein der Freisinn einen Staatsmann nötig hat, dann erscheint der lieblich säuselnde Vertreter von Parchim-Ludwigslust auf dem Plai. Auf Filzpantoffeln umschleicht er das Problem, belauert's v« rechts, belauert's von links, und das Ende ist immer der Trinmp' — der Erbärmlichkeit."
— Abgeordneter Wetterlä. Berlin, 3. Febr. Nach der Mit teilung eines Pariser Blattes hat die elsaß-lothringische Zentrums Partei beschlossen, von der Ausschließung des Abgeordneten Wet terl6 Abstand zu nehmen, obwohl mehrere einflußreiche Persönlich ketten sich dafür ausgesprochen hatten. Für die Richtigkeit dieser Mitteilung können wir irgendwelche Gewähr nicht übernehmen.
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Ausland.
** Kaisers Geburtstag in Liberia. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Monrovia: Am Geburtstag des deuts^en Kaisers besuchten der Präsident und der Staatssekretär von Liberia den „Panther". Der Präsident und die Minister von Liberia nahmen an dem Festmahl bei dem deutschen Konsul teil. Die guten Beziehungen der Regierung zu bem deutschen Kriegsschiff sind wiederhergestellt. Der Kommandant des „Panther" erhielt einen liberi-
schen Orden.
♦* Streikende Offiizere. Paris, 3. Febr. Aus Marseille wird gemeldet, daß die Offiziere der gegenwärtig daselbst vor Anker liegenden Schiffe „Cyprien", „Fabre", „Modena" und „Germania" einem Ausstand in den die Offiziere des Dampfers „Canada" getreten find, sich anschließen werden. Man hält es für wahrscheinlich, daß auch die Offiziere der Compagnie Transatlantique sich der
Streikbewegung anschließen. .
** Prinz Eitel Friedrich in Bukarest. Bukarest, 2. Febr. Prinz Eitel Friedrich wohnte heute früh dem Gottesdienst in der protestantischen Kirche bei und nahm darauf an dem Frühstück im engsten Kreise im Königlichen Palais teil. Um 5 Uhr f°"d im Königlichen Palais die Taufe des jungen Prinzen Mircea statt. Anwesend war die gesamte königliche Familie nut Ausnahme der Kronprinzessin, die sich leidend fühlt, feinet bie Mitglieder be, biplomatischen Korps, bie Minister unb bte Spitzen bet Militär- an» Zivilbehörden. Abend, fand Ealadinet in der deutichen Ge-