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2— j( frei ins Sjatts. — Druck der Univ.-Buchdruckerei Z. A. Koch
1913
sZnh.: Dr. E. Hitzerothf, Markt 21. — Telephon 55.
i
Erstes Blatt
I
Marburg und Umgegend
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Die „Oberhessifche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch
die Heimat zurücktransportiert zu werden. Man mißt jetzt dem Gerücht Glauben bei, daß eine größere türkische Truppen-Abtei- lung aus Tschataldscha auf Konstantinopel marschieren witb, um das jungtürkische Kabinett zu stürzen. Mögen diese Nachrichten auch sensationell übertrieben sein, einen wahren Kern, nämlich den, daß die jungtürkische Regierung nicht, wie sie erhoffte, die gesamte Armee hinter sich hat, werden sie wohl enthalten.
stellte fest, daß der Angeklagte sich von der englischen Admiralität als Spion anstellen ließ und sieben Berichte und Zeichnungen über geheimzuhaltende Gegenstände auslieferte.
— Erenzmatzregeln gegen Flieger. Berlin, 30. Zan. Wie gemeldet, ist kürzlich von der russischen Regierung das Ueberfliegen der russischen Westgrenze ausländischen Fliegern verboten worden mit der Drohung, daß etwa zuwiderhandelnde Luftfahrzeuge heruntergeschosien werden würden. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." jetzt bestätigt, hat die preußische Regierung ein entsprechendes Verbot gegen s^<5 Ueberfliegen der preußischen Ostgrenze durch ausländische . ziere erlasien. Zuwiderhandelnde haben sofort zu landen, widrigenfalls sie von der Polizei mit allen ihr zu Gebots stehenden Mitteln dazu gezwungen werden sollen.
- Amtliche Maßnahmen zur Zeitungslektüre der Jugend. An zuständiger Stelle find amtliche Maßnahmen in Vorbereitung, die beit Zweck haben, bei den Eltern eine bessere Beaufsichtigung der Lektüre de« Schuljugend anzuregen. Es haben sich immer wieder verhängnisvoll« Wirkungen gezeigt, die hauptsächlich als Folgen einer schlechten Lektüre der Jugend anzusehen sind. Die Schule tut bereits alles, was in ihre« Macht steht, um die Lektüre der Kinder zu beaufsichtigen. Die Schule aber ist machtlos, wenn sie nicht im Elternhause ausreichende Unterstützung findet. Bon diesem Gesichtspunkte aus sollen die Eltern gebeten werden, die Lektüre ihrer Kinder künftig bester zu beaufsichtigen. Ru< wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahr und im Bewußtsein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder einschließlich der Tagcspreste sorgsam überwachen, das versteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verbieten und verhindern, das Betraten aller Buch- u. Schreibwarenhandlungen, in denen Schundliteratur feilgeboten wird, nicht gestatten, und selbst überall gegen die Schundliteratur tatkräftig Stellung nehmen, ist Hoffnung vorhanden, daß dem llebel gesteuert werden kann. Es wäre sehr zu wünschen, wenn diese Anregung in weitestem Umfange befolgt würde.
Die Ausstchten der Türkei
km Falle der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten find nach den letzten Meldungen wenig verlockend. Es scheint sich zu bestätigen, daß in der Tschataldschastellung tiefgehende Zwistigkeiten zwischen jungtürkischen Ofifzieren und den Anhängern des gestürzten Kabinetts ausgebrochen find. Es wird sogar als unzweifelhaft bezeichnet, daß schwere Kämpfe zwischen den türkischen Truppen in der Tschataldschalinie stattgefunden haben. Man meldet von 42 Toten und 170 Verwundeten. Die Demoralisierung der türkischen Truppen in Tschataldscha und in Konstantinopel ist groß. In maßgebenden Kreisen herrscht infolgedefien große Aufregung. Die Iungtürken ermordeten in Tschataldscha eine Anzahl Offiziere, die gegen das Kabinett agitierten. Die anatolischen Rekruten in Pera und Skutari befinden sich in offenem Aufstand und verlangen in
Politische Umschau.
Dir Polenfragr vor drm Reichstage.
Berlin, 30. Zan. Zm Reichstag wurde der polnische Znterpella- tionsantrag, die „Zulastung der Enteignung polnischer Gutsbesitzer für die Zwecke b^r preußischen Anfiedelungskommisfion durch den Reichskanzler entspricht nicht der Auffassung des Reichstages", mit 213 gegen 97 Stimmen bei 43 Stimmenthaltungen angenommen. Dieser Vorstoß des Reichstags gegen den Reichskanzler und prevk'sck>en Ministerpräfi- dent ist natürlich nichts anderes als ein Schlag ins Master, höchstens eine komische Art. Parlamentarismus zu mimen; denn der deutsche Reichstag hat in keiner Weis« das Recht, sich in innerpreußische Angelegenheiten zu mischen. Man zieht ihn ja nur deshalb auch heran, weil man weiß, daß die Mehrheitsverhältnisse einem so betrübenden Beschluß, wie den gestrigen, günstig find. Daß die Regierung einem Druck des Reichstages gegen den Willen der Mehrbeit des preußischen Landtages in der Polenfrage nachgeben könne, daran ist nicht zu glauben. Sie vertritt bei dem preußischen Standpunkte auch in Wahrheit die deutschen Znteresten, die die Mehrheit des gestrigen Tages irgend welchen anderen Znteresten und Zdeen zu Liebe verletzt. Ein nicht besonders schönes Schauspiel bildete bei der Abstimmung die Fortschrittspartei. Sie bekam Angst vor der eigenen Courage und wagte es nicht bei aller ..Betonung" des prinzipiellen Standpunktes" Farbe zu bekennen Niemand wundert sich darüber. Das Gesetz aber, gegen das gestern Sturm gelaufen wurde, ist nach verfassungsmäßigem Rechte zustande gekommen. Die beiden Häuser des preußischen Landtages haben es beschlossen, das Staatsministerium und die Krone habe ihre Zustimmung gegeben. Der Reichskanzler verteidigt geltendes Recht.
DeuMes Reich.
— Aus dem Bundesrat. Berlin, 30. Jan. Der Bundesrat überwies die Vorlage betr. den Entwurf von Bestimmungen für die land- und forstwirtschaftlichen Aufnahmen im Jahre 1913 dem zuständigen Ausschuß. Die Wahl der höheren Beamten für die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte ist vollzogen. Dem Entwurf des Gesetzes über die Verlegung der deutsch-österreichischen Grenze bei Hammer-llnterwiesenthal-Weipert wurde zugestimmt.
— Ungiftige Wahl. Berlin, 30. Jan. Die Wahlprüfungskommission des Reichstages erklärte in ihrer fr*"'.:gen Sitzung die Wahl des Abgeordneten Kölsch (natlib.) für den 7. badischen Wahlkreis (Offenburg-Kehl) einstimmig für ungiltig.
— Die Fleisch-Enquetekommission. Berlin, 30. Jan. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, trat die Fleisch-Enquetekommission unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Delbrück zu ihrer dritten Tagung zusammen. Auf der Tagesordnung steht die Fortführung der Sächverftändigenoernehmung für das Versorgungsgebiet Berlin. und zwar soll die Frage des Fleischverkaufes durch Warenhäuser, Konsumanstalten und Kommunen sowie das Nachrichtenwesen und die Statistik zur Erörterung kommen. In letzterer Hinsicht soll insbesondere geprüft werden, ob sich durch zweckmäßigere Gestaltung des Nachrichtenwesens eine größere Gleichmäßigkeit der Preise herbeiführen läßt, ferner, ob sich der Anschlag des Preises im Laden empfiehlt und welcher Einfluß auf die Preisbildung ihm zukommt. Die Verhandlungen, zu denen vierzig Sachverständige erschienen, wurden vertraulich geführt. Auch die Bundesregierungen entsandten Vertreter.
— Zum Geburtenrückgang. Berlin, 30. Jan. In der gestrigen Abendsitzung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses wurde beim Titel „Ministeigehalt" die Frage des Geburtenrückganges besprochen. Der Minister des Innern v. Dallwitz erklärte: Um den Gründen des Geburtenrückganges nachzugehen, sind Erhebungen eingeleitet worden. Berichte sind erst teilweise eingegangen, aber es kann schon jetzt gesagt werden, daß nicht ungenügende Lebenshaltung der Gründ hierzu ist, sondern es liegt eine gewollte Erscheinung vor. Die aus der Kommission gewünschte Erhöhung des zur Förderung des Hebammenwesens ausgeworfenen Betrages wurde einstimmig angenommen.
— Das Leuchtölgesetz. Berlin, 30. Jan. Bei der Abstimmung der Reichstagskommission zur Vorberatung des Leuchtölgesetzes (Petroleummonopol) wurde infolge Durchkreuzens von Anträgen Absatz 1 des 8 1, der das Prinzip des Gesetzes enthält, abgelehnt. Da hierdurch entgegen den Absichten der Mehrheit eine Lücke entstanden ist, nahm die Kommission, um eine Unterlage für die zweite Lesung zu gewinnen, die Einleitung und die Ueberschrist des Entwurfes an und beschloß, nächste Woche in die zweite Lesung einzutreten. Irgendeine sachliche Entscheidung ist bisher nicht erfolgt.
— Wegen Spionage verurteilt. Leipzig, 30. Jan. In dem Spionageprozeß gegen den Kaufmann Wilhelm Ewald wurde der Angeklagte vom Reichsgericht wegen Verrats militärischer Ge- heimnifie zu sieben Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust »nd Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Die Verhandlung
London, 30. Jan. Das ReuterbLro meldet aus Delhi: Eine Versammlung von Muselmanen nahm eine Tagesordnung an, in der die englische Regierung gebeten wird, sich während der Friedensverhandlungen an keiner Zwangsmaßregel gegen die Türkei zu beteiligen und das türkische Volk wie die Regierung äuf- gesordert wird, den Ruhm des Islam aufrechtzuerhalten oder unterzugehen.
Ausland-
** Paty de Elam. Paris, 30. Jan. Nach einer offiziösen Mitteilung hat sich der Ministerrat im Hinblick auf die morgige Kammerdebattzp über die Angelegenheit des Oberstleutnants du Paty de Elam dahin ausgesprochen, daß das Wiederanstellungsdekret nicht zurückgezogen werden könne, doch werde du Paty de Elam mit keinem Dienstbrief versehen werden und nur im Falle einer Mobilisierung irgend einen Posten erhalten.
** Reue Tumulte der Stimmrechtlerinnen. Dundee, 30. Jan. Während der Feierlichkeit anläßlich der Verleihung des Ehren« bürgerrechts der Stadt an Asquith kam es zu Tumulten. Als Asquith auf die an ihn gerichtete Ansprache erwiderte, wurde er andauernd von Anhängerinnen des Frauenstimmrechts unterbrochen. Eine Frau, die Asquith Verräter nannte, wurde unter großem Lärm hinausbefördert. Als man fortfuhr, die Demonstrantinnen hinauszuweisen, packte die Frauen der Schrecken, sie flüchteten und wollten von der Galerie 20 Fuß tief hinabspringen. Man hielt sie im letzten Augenblick zurück. Schließlich ließ der Tumult nach und Asquith sprach weiter.
Tie Laae.
Die Antwortnote der Pforte auf den Kollektivschritt der Mächte ist am Donerstag vormittag 11 Uhr von dem Eroßwesir dem österreichisch-ungarischen Botschafter überreicht worden. Die Note ist in einem gemäßigten Tone gehalten. Ueber ihren Inhalt verlautet folgendes:
Die Pforte besteht darauf, diejenigen Teile von Adrianopel zu behalten, in welchen die heiligen Orte der Muselmanen liegen. Sie ist bereit, das rechte Maritza-Ufer abzutreten. Was die Inseln im Aegäischen Meere anbetrisft, so wünscht die Türkei aus strategischen Gesichtspunkten ihre Souveränität über diejenigen Inseln aufrechtzuerhalten, welche in der Nähe ihrer Küsten liegen, doch überläßt sie den Mächten die Bestimmung des Regimes, unter welches diese Inseln gestellt werden sollen. Sie nimmt Kenntnis von der Zusage der Mächte, sie in der Entwicklung des Landes zu unterstützen. Zum Schluß kommt sie noch einmal auf die religiösen und historischen Gründe zurück, welche die Türkei zwingen, den Teil von Adrianopel zu behalten, welcher die den Muselmanen heiligen Orte enthält, jedoch erklärt sie sich bereit, die Vesestigungen von Adrianopel zu schleifen.
Rach einer Meldung des „Wiener Corr.-Büros" soll in der Note für Adrianopel Tundscha als Grenze vorgeschlagen sein, wobei den Bulgaren ein Teil der Stadt überlasten würde. Bezüglich der Inseln soll es in der Note heißen, daß die vier Inseln vor der Einfahrt in die Dardanellen der Türkei verbleiben müßten. Was die anderen Inseln betreffe, so sei die Pforte bereit, ihnen Autonomie nach der Art von Libanon oder der Insel Samos zu gewähren. - - -- -
Keine Wiederaufnahme der Berhandlunge«?
Dr. Danew, der Vertreter Bulgariens auf der Londoner Konferenz, hat nicht umhin gekonnt, sofort bei Abgabe der türkischen Note seine Meinung in die Oeffentlichkeit hinausposaunen zu lasten. Er erklärte einem Vertreter des Reuterschen Büros namens der Verbündeten, die Antwort der Türkei sei nicht geeignet, die Grundlage für neue Verhandlungen zu bilden. Die Verhandlungen würden ohne die Abtretung Adrianopels und der Inseln nicht wieder ausgenommen. Im übrigen müsse die Abtretung vor der Wiederaufnahme des Krieges gemacht werden. Der erste Kanonenschuß ändere die Bedingungen der Verbündeten.
Man wird diese Erklärungen des bulgarischen Unterhändlers wohl nicht allzu ernst zu nehmen brauchen, hat er doch schon verschiedene Male derartige kategorische Aussprüche getan, die aber einem Etnlenken in so manchen Fragen durchaus nicht hindernd im Wege standen. Danew fühlt sich eben berufen, ein wenig den Sendling zu spielen, der Krieg und Frieden in den Falten seiner Toga birgt und glaubt wohl durch seine Gebärden die Türkei und am Ende auch die Mächte für die Forderungen seines Landes gefügiger zu machen. Was das — außer der Abtretung Adrianopels — für Forderungen sind, plaudert der bulgarische Finanzminister Theodorow einem Redakteur des „Temps" gegenüber aus. Er erklärte u. a., Bulgarien werde die Forderung nach einer Kriegsentschädigung aufrechterhalten. Es habe 25 000 Tote auf den Schlachtfeldern verloren und es werde dadurch allein 20—30 Jahre 10 Millionen für Pensionen auszugeben haben. Bulgarien habe jetzt 550 000 Mann. Die Türkei, welche Bulgarien dazu zwinge, diese Streitkraft auf dem Kriegsfuß aufrecht zu halten, möge auch die Kosten bezahlen. Im Prinzip seien die Balkanverbündeten bereit, einen Teil der türkischen Schuld zu übernehmen: aber sie könnten keine willkürliche Einschätzung zulassen. Die Balkanverbündeten könnten seiner Ansicht nach von den drei Milliarden der türkischen öffentlichen Schuld 400 Millionen übernehmen, wozu noch gewiste besondere Verpflichtungen, wie die Kilometer-Garantie in den von den Balkanstaaten annektierten Provinzen käme.
Die Kündigung des Waffenstillstandes ist am Donerstag abend 7 Uhr erfolgt. Wie nun der Londoner Korrespondent des „Matin" aus angeblich gut unterrichteter Quelle erfahren haben will, ist nach den seinerzeit zwischen General Sawow und Nazim Pascha getroffenen Waffenstillstandsvereinbarungen die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten, indem die bulgarische Regierung den Waffenstillstand gestern kündigte, am nächsten Montag um 7 Uhr zu erwarten.
Nachdruck oller Orgtnalarttfel ist gemäß tz 18 des Urbeberrechts nur mit der deulltchen Quellenangabe „Oberbefs Ztg/ gestattet.)
Marburg, 31. Januar.
e * Trauerfeier. Eine würdige Trauerfeier für den verstorbenen Vorsitzenden unserer Stadtverordnetenversammlung, Justizrat Wilhelm Dörffler, fand gestern nachmittag in der dekorierten Halle des Friedhofes statt. Es hatten sich außer den Angehörigen eine große Anzahl Bürger aus allen Gesellschaftskreisen, die verschiedenen Behörden, die städtischen Beamten sowie die Burschenschaften eingefunden. Pfarrer Eisenberg hielt die Trauerrede, anschließend widmeten Oberbürgermeister Troje und der stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Justizrat Rohde, dem Verblichenen warme Nachrufe, indem sie desien große Verdienste um unser städtisches Gemeinwesen würdigten und Kränze niederlegten. Unter den Trauerweisen der Jägerkapelle bewegte sich dann der Leichenkondukt nach der auf dem alten Friedhof befindlichen Begräbnisstätte der Familie Dörffler, wo die Bestattung unter den üblichen Formalitäten vor sich ging. Hier wurde von einem Vertreter der Burschenschaft „Arminia", welcher der Verblichene angehörts, ein Kranz niedergelegt.
• Ernennung. Der Direktor der Berliner Nationalgalerie, Mitglied des Senats der Königlichen Akademie der Künste, Professor Dr. Ludwig Justi (aus Marburg) wurde zum' Mitglied der künstlerischen Sachverständigen-Kornmisiion der Reichsdruckerei ernannt.
• Bon der Poft. Hinficbilicb des Verdingungswesens weist das Reichs- Postamt in seinem neuesten Amtsblatt darauf hin, daß zahlreiche Der- bandstage der Vertretungen des gewerblichen Mittelstandes sich in neuerer Zeit mit dem von Reichs- und Staatsbehörden beobachteten Verfahren der Vergebung von Leistungen und Lieferungen befaßt haben. Schon dies zeigt die große Bedeutung, die das Verdingungswesen für Gewerbe und Handwerk gewonnen hat. Deshalb hätten es auch die bei der Vergebung von Leistungen und Lieferungen beteiligten Reichs-Post- und Telegraphenbehörden als vornehme Aufgabe zu betrachten, den Bedürfnissen des Gewerbes, insbesondere des Handwerks, gerecht zu werden, soweit es irgend möglich sei. Ebensowenig wie rein fiskalische Interessen es rechtfertigen könnten, Rechte und Pflichten zum einseitigen Vorteile der auftraggebenden Behörde fcstzusetzen, ebensowenig dürfe auch sonst ein Verfahren eingeschlogen werden, das billige Forderungen des Gewerbes und des Handwerks unberiicfficbtigt läßt. Es mime in Anspruch genommen werden, daß alle bei der Vergebung von Leistungen und Lieferungen beteiligten Beamten sich damit vertraut machen, welche allgemeinen Wünsche hinfichilich dieser Vergebung in den beteiligten Kreisen bestehen. Die Handelskammern, Handwerkskammern, Innungen vsw .wären gewiß gern bereit, hierbei unterstützend mitzuwirken. Ganz besonders fei auch dahin zu streben, daß sich die kleineren Gewerbetreiben-
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder .Q deren Raum 15 *3, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für 4ö, Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
Marvurg
Freitag, 31. Januar
mit Dem Kreisbiatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Fereradend", „Fürs Haus" und „Landwirllchaftüche Beilage".