Kweit-ß Nlatt
Nr. 24
Mittwoch. 29. Januar
Abg. Dr. v. Cakk-r (ntl.) weist auf die
915^. Hiisch (kons.) stimmt der fortschrittliche« Ration zu. Stell.W läßt sich auch in einem Preu.
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Am liebsten hätte Annelies« den Brief gekützt. Immer wieder las sie ihn und freute sich über die wirklich treuen Worte, die ihr die Frau Hauptmann sandte.
An dem Abend schrieb sie in ihr Tagebuch:
„Wenn ich an die Mutter von Hans denke, so ist mir, als hätte ich mein Mütterchen wieder gefunden. Ich habe sie sehr, sehr lieb."
An den Berliner Börsen war der Name „Holten" noch nicht ver- gehen trotz der fünfzehn Jahre, die er sich von allem Geschäftsleben zurück, gezogen. 'Selbst die alten Bankhäuser — Bleichröder und Mendelssohn — kannten und fürchteten den kaltblütigen Rechner und feinfühlenden Börsenpolitiker.
Franz Holten, der ihnen in früheren Jahren trotz all ihrer kauf- männischen genialen Tüchtigkeit so ost eine Niederlage beigebracht hatte.
Für längere Zeit bildete daher seine Neuetablierung das Tages- gcspräch in den interessierten Börsen kreisen, und man war neugierig, welchen Eeschäftsweg Holten einschlagen würde. Wie erstaunten sie alle, als er von der Geld- zur Warenbörse überging und dort anscheinend nach einem genau überlegten und wohl berechneten Plan einen Feldzug gegen eine bestimmte Warengattung eröffnete. Alle Geschäfte, welch« ihm von feiten der Geldbörse vorgeschlagen, lehnte er ab.
In strengster Geschästsform stand Franz Holten seiner neuen jungen Firma vor, war der pünktlichste in den Büros der Stadt, der letzt«, der noch spät abends in seinem Privat-Arbeitszimmer im Grünewald mit dem Sekretär Korrespondenzen und Berechnungen erledigte.
Das ging wie eine gut konstruierte und tadellos bediente Maschine. Kaufmannskreise, welche ftüher mit dem Namen Holten in keinerlei Verbindung gestanden, wurden fetzt durch die Nennung aufgeschreckt und fühlten die schwere Hand des sieggewohnten Erotzspekulanten schneller als wie sie es wünschten.
Allerdings nur Kaufleute der Baumwollbranche. Und dann die Großhändler der in- und ausländischen Plätze, die das Rohmaterial für den Markt besaßen, die erfuhren plötzlich, daß da ein Eroßherr auftrat, der ihnen, was sie nie erwartet hätten, Preise diktteren wollte. Die gesamten Interesientenkreise des In- 6'nb Auslandes waren nach einjähriger Tätigkeit Hottens mit ihm geschäftlich liiert. Es war geradezu wunderbar, wie dieser Mann gleich einem riesenhaften Oktopus, «inem jener sagenhaften Ungeheuer der Tiefsee es verstand, mir seinen Fang- armen nach allen Setten zu langen und das-Geschäft an sich zu ziehen.
Aber niemand wußte, welchen Zweck Franz Holten mit der anscheinend nach amerikanischem Muster angelegten Großspekulatton verfolgte. Auch Anneliese wußte von alledem nicht das Geringste. Sie hatte sich mehr und mehr in das Luxusleben der Genfer Pension eingewöhnt und
Präsident Bum« erklärt, da«, der B kämpfung der Maul- und Klauenseuche große Aufmerksam. leit geschenkt wird. Das von' Professor Hoffman« oorgeschlugene Mittel habe vollkommen versagt. Ter Erreger der Maul- und Klauenseuche fei noch »ccht gefunden.
Das HauS Vertagt sich.
Mittwoch 1 Uhr: Polnische Interpellation Üb« vaS EnteignungSgesetz.
Schluß 6-/i Uhr.
solution zu. Btell.icht lützt sich auch in einem pren- gischen Zentralinstitut das noch Fehlende finden.
gölten, der Kommerzienrat Eckert. Bereits seit drei Jahren fegte rote ein vernichtender Sturmwind der Kampf zwischen der alten Baumwollfirma und dem gegen sie mit allen Künsten und Kräften kämpfenden Feind Franz Holten. Bereits im vorigen Jahr war die age dem alten Kommerzienrat derartig schwierig geworden, daß er infolge des in Han- den Franz Haltens kontrollierten Rohmaterials und der von Holten be- stimmten Preise eine Niederlage nach der anderen erlitt.
Damals, als Holten seinen Feldrug eröffnete, wußte der bisherige Baumwollkönig noch nicht, daß ihm ein gewalttger Feind gegenüberstand und hatte den Zeitpunkt verpaßt, sich durch Verträge mit dem Rohmartt für die nächsten Jahre genügend Material zu sichern. Holten aber hatte nicht gewgert. mit England und Amerika, den Hauptproduzenten der Baumwolle, Verträge auf Millionen abzufchließen. Verträge, welch« ihn, falls sich beizeiten eine Kontreminr gebildet, unter Umständen übe, Nacht zum armen Manne machen konnten. —
Das war nicht geschehen. Auf lange Jahre wurde Holten der Be- sitzer des größten Teils der Baumwollproduktion, die Amerika und England nach Deuischland importieren konnte. Außerdem aber hatte er, bei den kleinen Spinnereien anfangend und die größeren mit Gewalt zwingend, einen Ring geschlossen, der die ihm gelieferte Baumwolle seinen Bestimmungen gemäß verarbeitete und nach seinen Preisnotierungen verkaufen mußte. Wenn die Namen Mendelssohn, Bleichröder und Rotschild mit riesenhaften Lettern auf dem Geldmarkt dasianden, so ragte Franz Holten wie ein Gigant auf dem Baumwollmartt hervor. Und nun sollte der letzte Schlag kommen. Der Sieg, den er erkämpfen wollte. — Nicht des Goldes, sondern des Hasies wegen. —
Die bisherige stolze Hochburg, die ihm allein noch standgehalten, der alte Kommerzienrat Eckert, sollte fallen und mit seinem Fall ein mehr als hundertjähriges Geschäft nichts weiter als ein Haufen Trum- nter fein.
Es war kurze Zeit vor Weihnachten und die Frau Hauptmann war für diese Weihnachten mit ganz besonderer Freude erfüllt, denn da sollte ja Hans aus dem Kadettenhause entlasten und als Fähnrich in das Elisabethregiment zu Charkottenburg eintreten. Und einen Brief hatte lle ietrt wenige Tage vor Weihnachten von Anneliese erhalten, in dem sie ihr jubelnd schrieb, daß ihr Vater ihr erlaubt habe, fetzt zu Weihnachten nach Hause zuruckmkehren. IFortletzung folgt.)
wer sie mit ihren nun bald 16 Jahren in irgend einer Gesellschaft traf, der vermochte sich nur über die ausgezeichnete Bildung und den vor- nehmen gesellschaftlichen Tatt, den sie wie eine vollendete Dame beherrschte. wundern. Und doch besaß sie trotz des äußeren blendenden Scheines, den man ihr rote einem Diamanten angeschliffen, ein Seelenleben, das so ganz in Widerspruch dazu stand.
Sie war alles andere, rote eine Salondame. Gewiß — sie machte das alles, weil sie es im späteren Leben brauchte, mit, und bemühte sich, all' den Wünschen, welche ihr Vater betreffs ihrer Bildung für die Zukunft hegte, gerecht zu werden. Aber des Abends, wenn sie Herrin für sich selbst war und an ihrem kleinen Schreibtisch saß, dann war es ihre liebste Stunde, sich mit ihrem nach Backfischart weitergeführten Tagebuch zu beschäftigen, in den alten Seiten zu flattern, zu lesen, wie ihre Stirn* mung an dem Tage gewesen und Vergleiche anzustellen, wie sich die Wünsche der Vergangenheit zu der Gegenwart stellten.
Und dann öffnete sie einen Ebenholzkasten, den ihr die Frau von Kvburg zu ihrer Einsegnung geschickt und auf besten Deckel mit silbernen Buchstaben die Worte eingelasten waren: „Liebe Erinnerungen".
In dem Kasten hatte sie alle die Briefe, welche Hans von Kyburg und seine Mutter ihr geschrieben, und wenn sie in den Briefen, welche voller guter und treuer Worte waren, las, bann sprangen die goldenen Gittertore ihres Lurusgefängnistes, wie sie das Pensionat scherzhaft nannte, weit auf und führten sie in frühlingprangendes Land.
Hier und da hegt« sie die Furcht, und das hatte sie auch Hans von Kyburg mehrmals geschrieben, daß die langen Jahre, in welchen sie sich nicht sehen würden, das Zusammensein mit anderen Menschen und all die vielen tagtäglich neuen fremden Eindrücke eine Entfremdung zwischen ihnen beiden zur Folge haben würden.
Das hatte er sich höflichst verbeten und in einem Ton, wie er wohl als Leutnant feine Rekruten anreden würde, geschrieben, daß sie solche Anschauungen sich alleine in die Suppe stippen möge. Er blieb der Mensch, der dr stets gewesen und eines Tages würden sie ja beide aus der Zwackmühle befreit fein.
Und die Zeit, von der so oftmals die Menschen wünschen, daß sie still stehe, die rollte unaufhaltsam vorwärts. Ein Jahr nach dem anderen verging, und aus dem Backfisch war eine Achtzehnjährige geworden, eine vollendete Dame, ein neuer Mensch, und aus dem Knaben Hans von Kyburg ein ernster junger Mann, der sich für das Fähnrichsexamen vorbereitete. —
Und aus dem kleinen Bankgeschäft Franz Holten war eine gewaltige Firma in den vier Jahren entitanben, eine kaufmännische Hochburg, auf dessen Wacht schirmend und ttotzend wie ein Riese der Herr der Burg stand und Tausenden tagtäglich seine Befehle und Wünsche diktierte.
Man nannte ihn den „Deutschen Baumwollkönig". In diesen Herbstragen sollt« endlich offenbar werden, warum Holten mit zäher Entschlossenheit die Jahr« hindurch die große Arbeitslast auf sich genommen und gegen wen er seine Spekulation richtete.
Dort unten in Schlesien faß der Feind, den er besiegen wollte. Derjenige Mann, der bisher als der Herrscher der Baumwollindusttie ge-
(Nachdruck »erboten.)
Der fremde Daler.
Körnen von Kurt Matull.
(Fortsetzung )
Etat des Stetchsamt« des Innern.
11. Tag.
Die Beratung wirb fortgesetzt betnt Reichsaefnndheitsamt.
ländischer Weine.
Abg. Sollnski (Pole) bet langt eine Untersuchung der gemndheirli.chen Verhältnis;« der ®ergarbetter, besonders in Ooerschlesien. Die Bergarbeiter haben eS schlechter als die Zuchthäusler.
Abg. «htrtfrtrtrt (wtrtsch. Sag.): Die Regierung sollte ihr Augenmerk auch den Mas eusen zuroenden die oft eine recht zweifelhafte Nebenbeschäftigung betreiben. In den forenannten Damen Heimen finde, oft geradezu ein Mäochenhandel statt. Eine Ver- staailichung der Apotheken wäre angebracht.
Deutscher Reichstag.
Stimmungsbild aus dem Reichstage.
— Berlin, 28. Januar.
Mit kurzen Anfragen begann heute dir Sitzung. Eine ganze Serie stand wieder an. Bert Bafsermann erkundigte sich nach dem Schicksal des deutschen Ansiedlers Stössel rn Ma- roklo, nach dem Schicksal der deutschen Sprache in China, und weiter wollte er wissen, ob der Dreiverband", England, Frankreich und Rußland, sich in die wichtigeren türkischen Besitzungen Asiens teilen wolle. Die Regierung erklärte in allen Fallen auf dem Posten zu fein, sich des Deutschen Stössel durch Vorstellung in Pari- angenommen zu haben, nicht minder auch für die Berücksichtigltng der deutschen Sprache in den chinesischen höheren Schulen sich verwandt zu haben, und endlich erklärte die Regierung in bezug auf die Aufteilung der kleinasiatischen Türkei: „Ausgeschlossen!" Endlich wollte Dr Gradnauer, der Dresdner Sozialdemokrat, einer von den ehemaligen „Edlen Sechs" aus der ,,Porwärts"-Redaktion, wissen, was die Militärdorlage alles bringen werde. Da war die Regierung schon etwas stärker zugeknöpft. Die Vorlage wird kommen, ja, getoifc, aber „über den Umfang können zurzeit noch keine Mitteilungen geinacht werden, da der Bundesrat noch nicht darüber beschlossen hat". Dann grng die Debatte über den Etat des Neichsgesundheils- amtes weiter, und es mag gleich gesagt werden, daß sie sich bald ins Uferlose verlor. Alle Verhältnisse von Industrie und Landwirtschaft, die auch nur entfernt mit dem Reichsgesund- heitsantt zusammenhängen, kamen zur Sprache, und cs gab hin und wieder auch mal rein ge- fundheitliche Angelegenheiten. Abg. Antrick, der 8-Stundenredner von 1902, sprach über die Säuglingssterblichkeit, Abg. Giesberts verlangt energische Einführung des Achtstundentages sowie bessere Arbeitsverhältnisse in der Schwer. Industrie, Abg. Blankenhorn brach eine Lanze für die Verwendung von Obst-- nnb Tresterwein für den Haustrunk, Abg. Fleischermerster öenbe wünscht die Ausnahmebestimmung bet der Untersuchung von geringeren Mengen Fleisch utch aus leicht zu untersuchende innere Organe ins gedehnt zu sehen. Abg. Poppe trat für das durch die hohen Kosten der Seuchenbekämpfung geschädigte Publikum ein. Abg. Dr. Thoma und Abg. Husch (fünf.) sprachen für die wissenschaftlichen Erforschungen der Milchwirtschaft, und Abg. Jäckel schilderte Mißstände bei der Lum- pensortierere! in der Heimarbeit. Den Schluß machte heute der „Angeklagte", der Chef des Etats, dessen Beratung heute die Verhandlungen beherrschte, Präsident Dr. Bumm vom Reichsgesundheitsamt. Zunächst vernichtete er die Hoffnungen, die man in den Kreisen der Land- wirtschaft aus das neueste Mittel gegen die Maul- und Klauenseuche gesetzt hatte, durch Mitteilung ungünstiger Ergebnisse der Untersuchun- •itiicf). Darnach richtete er einen ent« Ichtedenen Appell an die Presse, doch dxe berüchtigten Anzeigen über die Verhütung der Emp- «ängnis nicht mehr aufzunehmen. — Morgen Lebt die Polen-Enteianunas-Antervellatton m«*
oer Tagesordnung. Zwar sollen von den Na. tionalliberalen und Konservativen nur kurze Erklärungen abgegeben werden, doch sind von den Interessierten Parteien durchweg mehrere Redner gemeldet.
SitznneHbericht auS de« Reistage.
99. Sitzung vom 28. Januar.
Am Tische des Bundesrats: Dr. Delbrück. Bumm.
Präsident Dr. eröffnet die Sitzung uni l Uhr und teilt mit: Sr. Majestät dem Kaiser jabe ich gestern in Gemeinschaft mit den beiden Vizepräsidenten bte Glückwünsche des Reichstage* übermittelt. Se. Majestät Halen dafür ihren Daul »uSgesprochen.
Kurze Anfragen.
506g. Bnfl inuann (ntl.) fragt an, ob dem Reich» kanzler die Vergewaltigung le; deutschen Ansiedler! §tö sei in Marokko durch französische Truppen be kanut ist, und w lebe Schritt« im Interesse des Ge schädigten getan sind.
Geheimrat L erwidert, daß sich Stössel m Sicherheit und Freiheit t e indet. Die Verhaue lungen mit Frankreich schiveden gegenwärtig utV werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da voraussichtlich noch Erhebungen erforderlich fern werden.
«H< deutsche Sprach« in China.
Weiter fragt
Abg. »n f rmanA (ml.) fragt an ob dem N ich« (er bekannt ist, da» die neue chinestsche Elementar schnlordnung vo. sieht, dar in jeder höheren Eie menkarschule eine ternbe ..rache, und zwar Der Regel dir englische, getetyrt roeroen muß, und ob bet Reichskanzler für eine Gleichstellung der deutschen Sprache ein treten will.
Geheimrat Dr. L.chmann teilt mit, daß nach der chinesischen Elementarschulor. u mg in den höheren Schulen fremder Sprachunterricht eingeführt werden kann, aber nicht eingeführt werden muß. Es find bereit» Schotte zugunsten der deutschen Sprach« getan.
Tie Anterefs ustchäve Engl « s, FrankretebS und RaßlandS in »er asiatisch«« Türkei.
Abg. Bass rmanu (ntl.) fragt an, ob dem Reich«, kanzler Mitteilungen darüber ge nacht worden sind, daß, zwischen England, Frankreich und Rußland bestimmte Vereinbarungen ß er eine Abgrenzung der gegenseitigen In e essensphäten in den armenischen, syrischen und arabischen Gebietsteilen der Türkei getroffen worben sind.
Geheimrat Lch«««: Dem Reichskanzler fhts Die Gerüchte bekannt, nach denen mehrere Mächte sich über Die Abgrenzung der Jnter-sienPhären in der asiatischen Titelet geeinigt haben sollen. (Hört hört!) Irgendwelche amtlichen Berichte liegen dar über nicht vor. Umgekehrt lassen dagegen unzweideutige und vertrauenswürdige Erklärungen der Vertreter der gerannten Großmächte das Vorhanden sein derartiger Vereinbarungen al# ausgeschlossen erscheinen. (Lachen der Soz.) _ .
Abg. Dr. «radnaner (Soz.) fragt nach der neuen Militärvorlage.
Major Hoffmann: Die verantwortlichen Steller 5er Reichsregierung sind sich darüber einig, bau un l’ere Rüstung zu Lande erneut einer Verstärkung be >arf. (Hört, hört!) Heber ben Umfang der vor ^schlagenden Verstärkung können zurzeit noch keine Mitteilungen gemacht Werren, da der Buntesra roch nicht darüber beschilften hat. (Lachen be. soz.) ________
Kyangfit Welse bekämpft yaven, fnneryarv ene außerhalb des Hauses.
Vizepräsident äww ruft bett Redner zur DtW tuntg.
Abg. «ntrtck (Soz.): Wir hören immer Versprechungen, aber gegen die Mitzsiände wir» iS nichts. Der Redn-r begründet bann bte fo»tafa demokratische Resolution, die verschiedene Forderungen zugunsten der Krankenpfleger bringt.
in einigen Berlin-r Kraittenhüusern müssen die ter im Keller wohnen.
Abg. «icSberts (Ctr.) schlldert die gesundhett» schädigenden Zustände in der Großeisenindustrte: z» lange Arbeitzeit, Urbe.ftunten ustv. Die Bundesratsverordnung hat nur wenig geholfen. An de» vielen Unfällen sind die mangelhaften Sicherhetts» Vorschriften und die Ueberanftrengung infolge zu langer Arbeitszeit schuld. Auch der Arbeiter hat ein Recht auf Lust und Licht und auf die Errungenschaften unserer Kultur.
Abg. Blantenhorn (ntl.) verlangt, datz in de« Ausführungsbestimmungen zum Weingesetz ausdrücklich bestimmt wird, datz dem Obstwein Wasser »um Haustrunk zugesetzt tgerben darf.
Abg. L.ube (Vp.) wünscht Ausdehnung der Au», nahmen des Fleischbefchaugefttzes von den Vie» Nlostücken auf leicht zu untersuchende Organe, auch wenn sie weniger wiegen.
Abg. Fackel (Soz.) weist darauf hin, datz w der Weberei zahlreiche Krankheiten durch daS Schiff' chen übertragen werden.
Prä idetn des Reichsnsundheitsamtes Dr. Bumm teilt mit, daß eW reichsge'etzliche Regelung des Hebammenwesens nicht al) *me mäßig erachtet wird. ES sollen aber einheiilidje Grundsätze über Ausbildung und Zulassung der H.bammen in den einzelnen Bundesstaaten aufgestellt werden. Es ist eine Umfrage bei den Sieg erringen erfolgt, von deren Ergebnis es abhängen wird, ob die Jnoalidenver- sicherung auch auf die Hebammen ausgedehnt wird. Der Krankenpstege^eruf »rforbert ein großes Matz körperlicher Ausdauer und ft t iher Pflichterfüllung. Im allgemeinen besteht eine starke Ueberlaftung. Die weiblichen Pfl-rer stehen schlechter da als bte männlichen. Wegen der Verschiedenheit der Anstal ten stoßt eine
einheitliche reichs-testtzlite-' Regelung auf Schwierig!, iten. Trotzdem mutz versucht werden, Abhilfe zu schaffen. DaS Reichsgesundheitsamt hat Vorschläge gemacht vezltzlich einer grundsätzlichen Regelung des Tag. und Rach ^lenstes, eine: Mmdeslruhezeit sowie les Jahreserholungsurlaubes Die Vorschläge sind den Einzelstaaten übermittel, worden. Von ihren Aeußerun,en wird eS abfjen gen, ob eine Rege ung durch Reichsgesetz, Bundes ra.sverordnung o. er Landesge'etz versucht wird. Dac wichtigste ist zunächst die Regelung der Arbeitszeit. Die Prüfung des Personals ’r‘ schon in 15 Bundes (tauten einheitlich geregelt. D.. Bekampfung der SäuqlingsstervtV^-tt ist von Erfolg. Die Mißstände auf dem Gebiete des GeheimmittellvesenS werden weiter bekünL-i.
Abg. «nr-ttck (Soz.): Vor zwölf Jahren habe ich schon die Witz ünde in der Krankenpflege besprochen. Da,ür bin ich in der niederträchtigsten und gemeinsten Weise angegriffen worden, no tetttlich tn der national!'beraten Pr-,'e.
Vizepräsident Tov«: Di'se Cyarartertskerung de- zieht sich doch wohl nur auf bte Presse?
Aba. Antrick igoaJ: Auf alle, die mich ist dies«
Abg. Poppe (Ctr.): DaS Reichsviehseuchenge- etz wird vielfach nicht tn bet richtigen Weife ge» handchmfl, namentlich die Bestimmungen über die tierärztliche Beaufsichtigung der Ställe. Den flet» neu landwirtschaftlichen Betfleten un) Viehhändlern werden oft zu große Unkosten verursacht.
Abg. Dr. Thoma (ntl.) empfiehlt als Vertret« eines Wahlkreises, in dem der milchwirtschastlich« Betrieb Millionen umfaßt, die fvrtschrtttltche R» olutton auf
Errichtung einer milchwirtschaftlichen i
। Instituts
zur wissenschaftlichen Erforschung der Milchwirt, schäft. Der Redner weist bann die Vorwurfe, bte ier Abg. Antrick gegen die Haltung der National- liberalen im Jahre 1900 erhe, en bat, zurück, ver- lieft das Stenogramm der ba.naligen Verhandlungen und erklärt, entweder habe Herr Ant ick bie’e Verhandlungen durchg lesen, dann wäre eS mehr als fahrlä.fig, derartige tniamterente Vorwürfe gegen rxine Freunde zu erheben, oder er hab« es nicht getan, dann Überla,f; er die Qualifizierung eines solchen Verhaltens dem Urteil des Hauses. (Beifall.)
Abg. Dr. Blnnck ($».): Ein Institut zur Erforschung der Milchwir shast ist dringend notwendig. Wir danken dem Vorredner für se ne zustimmende« Worte.
■ vn . haben sich zahlreiche
ÄufHaifmiM tsT’fsr.s.’; mitzunehmen. Die staubige Luft das rasche Atmen, greltt die Kehle an, sie wird trocken, der Hals raun und die Stimme heiser, besonders wenn man sicn noch von der Fahrt erhitzt dem Zuge ausgesetzt at. ö» Dann wirken ein paar W ybert-Tbaletten
der: wie sie im Mnnde zergehen lindem sie die Heiserkeit und . einen freien Hals. Der Preis ist in allen Apotheken und Drogerien pro Schachtel. ___________________
Abg. Dr. v. Cakk-r (ntl.) weist auf die lange arbeitszeit des Krankenpflegeperkonals hin. Hier nutz gesetzgeberisch vorne taugen werden. DaS Per- onal darf nicht zum Zimmerreinigen ustv. verwen- )et werden, damit sich wieder mehr Mädchen aus ;ebildeten Krei en diesem Berufe zuroenden.
Abg. Baron Knigge (kons.) verlangt zur Be- Ampfung der SäuglingSsterbl'chkeit und der Förderung des H-bamm-nwe ens grStzere Mittel im nächten Etat. Der Geburtenrückgang in Deutschland ist flne große Gelahr. Di« Sozialdemokraten aber prellen Schntzmaßregcln gegen allzu großen Kindersegen an. Da» Volk ist dem Untergang geweiht, nenn die Frauen nicht mehr stolz darauf sind, der Welt Kinder geschentt zu haben.
Abg. «nnßer «BP.): Erfreulich ist eS, daß durch das letzte Wflngesetz die Weinverfälschung-n stark ab* genommen haben. Eine neue Gefahr entsteht aber dem Winzerstand in der vermehrten Einfuhr aus-
Sie
„Uschafti
siesisidi^5----
■OTT