not Dem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftüche Beilage".
M 20
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 «M. (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21 - Telephon 55.
Marburg
Freitag, 24. Januar
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48. Jahrg«
1913.
Erstes Blatt.
Ein jangtürkischer Staatsstreich.
Selten wohl hat ein Krieg derartige Ueberraschungen gebracht, selten hätte sich wohl ein Prophet mehr irren können als bei dem gewaltigen Ringen der slawischen Christen und der türkischen Muselmanen auf den blutgetränkten Feldern des Balkans. Schon schien es, als ob mit dem Verzichte der Pforte auf Adrianopel endlich die langersehnte Ruhe, der notwendige Frieden eintreten werde, da überrascht die Welt ein Ereignis, dessen Tragweite nicht im geringsten übersehen werden kann. In den späten Abendstunden des gestrigen Tages mutzte der Draht der Öffentlichkeit mitteilen, datz in Konstantinopel Kräfte am Werke sind, die nicht auf die heihumstrittene Festung Adrianopel verzichten werden und lieber im vabanque-Spiel alles auf eine Karte sehen wollen um ihrer nationalen Ehre willen. Das W. T. V. meldete aus:
W. Konstantinopel, 23. Ian. Um %4 Uhr nachmittags drang Enver Bey mit 300 Mann in die Pforte ein und verlangte den Rücktritt des Kabinetts. Wie das Reutersch« Bureau meldet, ist das Kabinett zurückgetreten. Mahmud Schefket wird Eroßwefier, Talaat übernimmt das Ministerium des Innern. Talaat erklärte, sie wollen di« nationale Ehre retten oder untergehen und Adrianopel unbedingt behalten.
Die Möglichkeit eines derartigen Staatsstreiches der Jungtürken hatten wohl eingeweihte Politiker vorher erwogen, es waren vereinzelt auch Führer derselben verhaftet worden, doch glaubte man, daß es der Partei angesichts des überaus strengen Ueberwachungsdienstes kaum gelingen werde, wieder festeren Futz tn der türkischen Hauptstadt zu fasten, oder sich gar der Regierung zu bemächtigen. Datz der rührige Oberst Enver Vey, der Organisator des türkischen Widerstandes in Tripolis Führer dieser jungtürkischen Bewegung ist, kann nicht weiter überraschen, erwartete man doch immer von ihm, datz er, der sich erst in letzten Stunden mit dem italienisch-türkischen Friedensschlüsse abgefunden hatte, wieder mehr in den Vordergund treten und seinem darniedergeworfenen Vaterlande seine Kräfte auch im Balkankriege zur Verfügung stellen würde. Datz er dies allerdings auf solche Art tut, ist bedauerlich, denn man darf sich nicht verhehlen, datz seine Borgehen beträchtliche Gefahren für den erwarteten Friedensschluss bildet. Im übrigen liegt darüber noch eine ausführlichere Meldung vor, die lautet:
Konstantinopel, 23. Jan. Gegen 4 Uhr nachmittags veranstalteten Enver Bey und der ehemalige Deputierte Dschami Bey an der Spitze von 300 Sofias eine lärmende Demonstration vor der Pforte. Die Demonstranten drangen während des Ministerrats in den Vorhof der Pforte und brachen in regierungsfeindliche Rufe aus, weil die Regierung Adrianopel preisgeben und sogar gegenüber Montenegro nachgeben müsse. Sie verlangten den Rücktritt des Kabinetts. Der Erotzwesir begab sich hierauf in das Polais. Infolge der Kundgebung Enver Beys ist das Kabinett zurückgetreten. Mehmud Schefket ist zum Erotzwesir, Talaat Bey einstweiken zum Minister des Innern und Izzet Pascha zmn Kriegsminister ernannt worden. Talaat Vey erklärte dem Vertreter des Reuter-Büros: Diese Bewegung bedeutet, datz wir die nationale Ehre retten oder bei dem Versuche untergehen werden. Wir wollen keine Fortsetzung des Krieges, aber wir sind entfchlosten, Adrianopel zu behalten, das ist eine unerläßliche Bedingung.
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London, 23. Jan. Das Reutersche Büro erfährt: Sir Edward Grey wird wahrscheinlich zum Montag eine Sitzung der. Friedenskonferenz zusammenrufen, um die Entschliiste der Türkei in das Protokoll zu bringen, ohne jedoch die ottomanischen Delegierten zu ihrer formellen Verlesung zu verpflichten. Die Balkandelegierten erkennen gern an, datz die türkische Antwort die Befürchtungen zur Fortsetzung des Krieges zerstreuen und die baldige Rückkehr eines großen Truppenteiles aus dem Felde ermöglichen werde: indesten blieben noch viele verwickelte Fragen zu lösen. Die Unterzeichnung eines Friedensvertraaes wird nicht vor Ablauf eines Monats erwartet. Es herrscht die Ansicht vor, die Verbündeten könnten einwilligen, 800 Millionen Franken der türkischen Staatsschuld zu übernehmen, indem sie halb so viel als Kriegsentschädigung akzeptierten. (Diese Meldung berücksichtigt den oben erwähnten Umschwung in Konstantinopel noch nicht.
D. Red.)
S u e z, 23. Jan. Der türkische Kreuzer „Hamidieh", der aus dem Suezkanal kam, suchte um die Erlaubnis nach, im Hafen bleiben zu können bis eine Maschinenhavarie ausgebestert sei. Es wurde ihm gestattet, bis zum Sonntag hier zu bleiben.
Politische Umschau. "
Die Tarifverhandlungen tm Baugewerbe.
Bei den Verhandlungen über den neuen Tarifvertrag für das Baugewerbe am 21. und 22. Januar unter Leitung der Unparteiischen Dr. Prenner, Rath und v. Schulz im Reichstagsgebäude, spielte dir von den Arbeitervertretern geforderte Garantie für eine allgemeine Lohnerhöhung wieder die Hauptrolle. Die Arbeitgeber lehnten sowohl diese Forderung al» auch die Anregung der Unparteiischen ab, ihren Mitgliedern eine allgemeine Lohnerhöhung zu empfehlen. Weiterhin erklärten die 'Arbeitgeber: Wir wollen noch immer den Hauptvertrag für das gesamte bisherige Vertragsgebiet vereinbaren, aber nicht zugeben, daß Gebiete vertragslos bleiben. Wo Einigungen über die bezirklich zu regelnden Vertragsbestimmungen nicht zustande kommen, da wollen wir unseren Einfluß zum Abschluß von Verträgen geltend machen, nötigenfalls unter Anrufung bezirklicher Schiedsgerichte, fall» die Arbeitnehmer-Organisation ebenso verfährt. Die Arbeitnehmer erklärten: Unsere Stellung
zum Vertragsabschluß haben wir schon in München festgelegt. Danach sind wir zum Abschluß eines Vertrages in dem bisherigen Umfang bereit. Wir bedauern, daß der Arbeitgeberbund trotz der herrschenden Teuerung die Notwendigkeit einer allgemeinen Lohnerhöhung nicht anerkennt und bei den Unterverbänden nicht befürwortet. Wir lehnen die Verantwortung für die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten ab. Die Anrufung bezirklicher Schiedsgerichte zur Schlichtung örtlicher Streitfragen ist bei der Stellung des Arbeitgeberbundes in der Lohnfrage zur Zeit undiskutabel. Aus Friedensliebe wollen wir für den Abschluß neuer Verträge über die hauptsächlich in Betracht kommenden Frage, z. B. die Arbeitszeit, Arbeitsnachweis. Akkordarbeit usw. besprechen und überlasten es den Unparteiischen, die Reihenfolge dafür zu bestimmen. Wir erklären jedoch, daß erst nach Einigung über alle örtlichen Fragen die endgiltige Annahme des Vertragsmusters und des Hauptvertrages erfolgen kann. Die Arbeitgeber berieten hierauf besonders. Sie erklären' Bei dem beiderseits angrstrebten Vertrage in dem bisherigen Umfang kann eine Lohnerhöhung im ganzen Reiche, infolge des Darniederliegens des Baugewerbes, das durch den ungünstigen Geld- und Hypothekenmarkt verschärft wird, nicht befürwortet werden, ganz abgesehen davon, daß einzelne Lohngebiete durch den Dresdener Sckiedsspruch von 1910 übermäßig belastet sind. Ueberdies steht die Festsetzung des Lohns den Bezirks- und Ortsverbänden zu. Zur Beseitigung der Lohnstreitigkeiten schlugen wir die bezirklichen Schiedsgerichte vor. Wir sind bereit, in eine Beratung des Vertrages einzutreten. Die endgültige Annahme des Vertrages soll erst nach der Erledigung der örtlichen und bezirklichen Verhandlungen erfolgen. Bei der Beratung wurde zunächst die Areibts- zeit geregelt. Die Arbeitgeber wünschten, den bisherigen § 1, wonach «ine Verkürzung der Arbeitszeit unter 10 Stunden nicht eintreten darf, ober für einzelne Orte und angrenzende wirtschaftlich zugehöriger oder gleichartige Gebiete und besonders schwierige Verhältniffe (Wohn- und Verkehrsgelegenheit) über eine allmählige Herabsetzung der Arbeitszeit örtlich verhandelt werden kann, beizubehalten. Die Arbeitnehmer behielten sich vor, auf die allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit hinzu- ivirken. Auch in der Akkordfrage wollten die Arbeitgeber bei dem bisherigen Hauptterttag bleiben, während die Zimmerer jegliche Zulastung von Akkordarbeiten ablehnen, wollen die Bauarbeiterverbände die Akkordarbeit in dem bisherigen Umfange auf Grund örtlich abzuschließender Akkordtarife zulasten: außerdem müste in einzelnen Akkorden der Stundenlohn garantiert werden. Die Regelung des'Arbeitsnachweises durch den Tarifvertrag lehnen die Arbeitgeber ab. Die Arbeitnehmer verlangten eine tarifliche Festlegung in Form eines paritätischen Arbeits nachweises. Einseitige Arbeitsnachweise könnten niemals unter dem Schutz des Tarifvertrages stehen. Zu dem wiederholten Anträge der Arbeitgeber auf Einbeziehung der Betonarbeiter in den Tarifvertrag erklärten die Arbeitnehmer, sich nicht äußern zu können. Abends um 7 Uhr wurden die Verhandlungen abgebrochen. Die Unparteiischen machten nun folgende Vorschläge: 1. Fortsetzung der Verhandlungen am 24. Februar: 2. die Anträge der Parteien zum Hauptvertrag und die Bertragsmuster find jedem Unparteiischen zur persönlichen Kckintnis- nahme bis zum 15. Februar einzureichen: 3. daraufhin soll am 24. Februar über den Hauptvertrag und die Vertragsmuster beraten, eine Einigung erstrebt und über eine Lohnerhöhung verhandelt werden. Dem Arbeitgeberbunde wurde nahegelegt, diese Fragen mit seinen Mitgliedern nochmals zu prüfen; 4. sodann sollen die Orts- und Vezirksverbände über offengebliebene Punkte verhandeln und eine Einigung erstreben. — Nach kurzer Beratung nahmen beide Parteien diese Vorschläge an.
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Deutsches Reich.
— Aus der Bndgetkommisfion. Berlin, 23. Jan. In der Budgetkommisfion des Reichstages erklärte Staatssekretär Kratke bei Beratung des Postscheckgesetzes, die von der Kommission be- fchloffene Herabsetzung der Einzcchlungsgcbühr mittels Zahlkarte von 10 auf 5 Pfennige sei unannehmbar. Er schlage vor, die Einzahlungsgebühr von 5 Pfennig bei Beiträgen bis zu 20 M zu betasten, für Beträge darüber aber eine Einzahlungsgebühr von 10 Pfennig zu erbeben. Außerdem könnte die Stammeinlage von 50 auf 25 M herabgesetzt werden.
— Landtagswahlvorbereitungen. Berlin, 23. Jan. Die Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte für den Wahlkreis Homberg-Ziegenhain hat gestern den seitherigen Abgeordneten v. Gehren einstimmig wieder als Landtagskandidaten aufgestellt. — Die Nationalliberalen in Frankfurt a. M., das bisher nur fortschrittlich vertreten ist, sollen die Absicht haben, einen eigenen Landtagskandidaten aufzustellen.
— Die diesjährige Generalversammlung des Bundes der Landwirte. Berlin, 23. Jan. Wie man hört, findet die Generalversammlung des Bundes der Landwirte am Montag, den 17. Februar d. I. in Berlin statt. Einzelheiten werden noch bekcmntge- gSben.
— Zum Falle Wetterls. Straßburg i. Els., 23. Jan. Nach Zeitungsmeldungen hat der Bischof Fritzen dem Abgeordneten WetterlS ernsthafte Vorstellungen darüber gemacht, datz sein Auftreten in Frankreich dem geistlichen Stande zur Unehre gereichen müste.
— Erfüllung der Wünsche der Eisenbahnassistenten. Der Eisenbahnminister hat einen langjährigen Wunsch der Eisenbahn- asfistenten erfüllt. Dieser Wunsch ging dahin, daß die Eisenbahnassistenten in Preußen den Assistenten der Reichseisenbahnen und den Postasfistenten gleichgestellt werden möchten, d. h. die in den ersten fünf Gehaltsstufen bestehenden Unterschiede beseitigt werden möchten. Schon im Etat für 1912 waren im Unterstützungs- fond Mittel für Beihilfen zu teilweiser Ausgleichung vorgesehen. Die Beihilfen betrugen durchschnittlich 40 Proz. der Unterschiede, wurden aber lediglich verheirateten Beamten der Asststentenklasse zugestanden und auch diesen, wenn fie keine Kinder hatten, nur zur Hälfte. Nunmehr hat der Minister den ausschließlich für die Beamten dieser Klaste bestimmten Betrag so erhöht, daß die Aus- gleichsunlerstützungen in Zukunft durchschnittlich 80 Proz. des Gehaltsunterschiedes betragen werden. Außerdem sollen künftig alle Beamten dieser Klaste, auch die kinderlosen, die gleichen Beträge erhalten und in der untersten EHaltsstufe den »ollen Unterschied. G» erhalten also die Beamten der Gehaltsstufe 1650 «* den vollen
Unterschied (150 «ll), der Gehaltsstufe 1900 M und der Gehalt» stufe 2150 80 Proz. des Unterschiedes, d. h. 120 M., der Gehalts
stufe 2400 c*t ebenfalls 80 Proz., d. h. 80 <A, der Gehaltsstufe 2650 <M 20 cM.. Die letzte Klaste war bisher nicht berücksichtig) worden, der Eehaltsunterschied beträgt 50 M. In Fällen besonderen Bedürfnisten werden die Eisenbahndirektionen auch über diese Beträge hinaus Unterstützungen gewähren.
— Die Angelegenheit Eoxhlet-Wagner. Berlin, 23. Jan. I« Prozeß Soxhlet-Wagner hatte der Staatsanwalt beantragt, tit dem jetzt seit zwei Jahren gegen Profestor v. Soxhlet schwebenden Strafverfahren keine öffentliche Hauptverhandlung stattfinden z« lasten, vielmehr das Verfahren einzustellen. Die Strafkammer de» Landgerichts Darmstadt hat sich durch Beschluß oom 7. Januar 1913 diesem Antrag angeschlosten. Profestor Wagner, desten Antrag auf Eröffnung des Hauptverfahrens somit abgelehnt ist, hat daraufhin das Eroßherzoglich hessische Ministerium ersÄbl das seinerzeit von ihm selbst beantragte Disziplinarverfahren nunmehr durchzuführen.
— Das »erfahren gegen Jugendliche. Berlin, 23. Jan. Die dreizehnte Kommission des Reichstages (Verfahren qegen Jugendliche) lehnte den sozialdemokratischen Antrag ab, das Strafmündigkeitsalter auf 16 Jahre hinaufzusetzen. Angenommen wurde, obgleich der Staatssekretär des Reichsjustizamtes Bedenken gegen eine solche Aendernng bei Gelegenheit dieses öe^enfnwrfes äußerte, der folgende Antrag Kerchensteiner: Wer bei Begehung einer Handlung das 14. Lebensjahr nicht vollendet hat, kann wegen derselben nicht strafrechtlich verfolgt werden.
— Die Auflösung des „Souvenir Alsacien-Lorrain". Metz, 23. Jan. Wie bereits kurz gemeldet, hat der Bezirkspräsident von Lothringen den Verein „Souvenir Alsacien-Lorrain" <"tf Grund des § 2 des Reichsvereinsgesetzbuches aufgelöst, wonach ein Verein aufgelöst werden kann, wenn sein Zweck dem Strafgesetz zuwider- läuft. Aus dem bisherigen Verhalten des Vereins und aus den während des Strafverfahrens gegen dessen Vorsitzenden beschlagnahmten Papieren hat der Bezirkspräsident die lleberzeugung gewonnen, datz der „Souvenir Alsacien-Lorrain" die Fortsetzung de« früheren hier bestehenden „Souvenir Franyais" ist und lediglich unter anderem Namen die gleichen Zwecke in Elsatz-Lothringen verfolgt, wie jener Verein, nämlich: neben der anerkennenswetteir und immer anerkannten Pflege des Andenkens an die gefallenen Krieger unter der Bevölkerung des Landes Sympathien für Frankreich zu erwecken und zu nähren, um sie dadurch dem Deut- schon Reich zu entfremden und eine Loslösung Elsatz-Lothringen« von Deutschland vorzubereiten. Hierin ist ein Verbrechen gegen 8 86 des Reichsstrafgesetzbuches zu erblicken. Der Verein hat diesen Zweck immer zu leugnen und geheimzuhalten versucht. Da ein Vereinszweck, bet gegenüber der Landesregierung geheimgehalten werden soll, die Teilnahme an dem Verein zu einer strafbaren macht, ist auch ein Verstoß gegen den § 128 des Strafgesetzbuches festgestellt. Die Art dieser den Strafgesetzen zuwiderlaufenden Zwecke gebot, von der Auflösungsbefugnis des Reichsvereins-Gesetzes Gebrauch zu machen.
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Ausland.
** Die Frauenwahlrechtsbill. London, 23. Jan. Lloyd George und Sir Edward Grey empfingen eine Abordnung von Arbeiterinnen aus verschißenen Landesteilen, welche das Frauenstimmrecht forderte. Lloyd George erwiderte der Abordnung, datz er sicherlich für den Greyschen Abänderungsantrag zur Wahlrechtsbill stimmen werde, der den Zweck verfolge, das Wahlrecht auch auf bk Frauen auszudehnen. Lloyd George stellte na<bdrücklich die Meldungen in Abrede, die besagen, dah ein Mitglied der Regierung zurücktreten wolle und datz die Mitglieder der liberalen Partei gegen die Bill in der dritten Lesung stimmen würden. Er erklärte namens der Regierung, daß, falls Greys Abänderungsantrag oder ein anderer von ihm abhängiger Abänderungsantrag angenommen würde, dieser Abänderungsantrag damit zu einem wichtigen Teile der Bill würde, welche die Regierung durchzubringen versprach, selbst mit dem Abänderungsantrag für die Wahlberechtigung der Frauen. Grey erklärte der Abordnung, er sei mit der Ausführungen Lloyd Georges einverstanden.
Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalattikel ist gemäß 8 18 de« Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe „Dberbi>fl Ztg " gestattet.)
Marburg, 24. Januar.
* Universität. Die diesjährige Tagung der Deutschen Pathologischen Gesellschaft findet am 31. März und 1. und 2. April hier in Marburg statt. Zur Verhandlung steht als Referatthemal Ueber Herkunft und das weitere Schicksal der Lymphozyten bei entzündlichen Prozessen. Vortragsanmeldungen sind bis zum 1. März an den Vorsitzenden Prof. E. Fränkel in Hamburg, Alster- glacis 12, zu richten.
* Verleihungen Das Allgemeine Ehrenzeichen wurde verliehen dem Krankenpfleger Johannes Weide zu Treisbach, dem Auszügler Heinrich Althainz zu Langenstein, dem Bürgermeister Konrad Faust zu Geismar und dem früheren Former Georg Müller zu Biedenkopf.
* Der Konzert-Verein. Schon mehrfach ist gegenüber dem Konzert-Verein der Wunsch geäußert worden, anderen Vereinen, • deren Mitglieder in größerer Anzahl die Konzerte besuchen möchten, eine Preisermäßigung zu gewähren, zumal es sich vielfach dabei um Musikfreunde handelt, die nicht in der Lage find, für sich und ihre Angehörigen di« sonstigen Einzelpreis« zu zahlen. Set Konzer-Verein hat schon ost den Gedanken erwogen, Oratorien-, ; Orchester- vwb Symphonie-Konzerte gelegentlich au( «I« Volk» !