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rntt oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend".Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

M 19

DieLberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betrügt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <«. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Donnerstaa, 23 Januar

Der Anzeigenpreis betrügt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 »3. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 -3, für Reklamen die Zeile 60 «3. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

liniere alten Krieger.

Fast täglich kann man jetzt in den Tagesblättern lesen, das; diese »der jene Stadt aus Anlatz des Regierungsjubiläums des Kaisers den in ihr lebenden alten Kriegern pekuniäre Zuwendungen in irgend einer Form machen will. Ebenso mehren sich die Stimmen, die größere Auf­wendungen als bisher vom Staate für die Veteranen verlangen. Was bisher von diesem getan ist, hat leider infolge der ewigen Finanznot unzulänglich bleiben müssen, und so befindet sich tatsächlich die Mehr­zahl der Veteranen in recht bemitleidenswerter Lage. Die durchaus anzuerkcnnenden und gut gemeinten Ehrengaben der einzelnen Städte find doch immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein, die Privatwohl­tätigkeit kann einzelne schwere Fälle wohl vorübergehend lindern, aber fie kann nicht dauernd helfen. Es gibt ja auch mehrere unter dem Protekorate des Kaisers stehende Stiftungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Los der Veteranen und deren Hinterbliebenen zu verbessern. Außer den vom Kriegsministerium verwalteten Fonds für die Krieger von 1848/50 und 1804, besteht für die Veteranen von 1860 die Viktoria-National-Jnvaliden-Sltftung und für diejenigen von 1870/71 die Kaiser Wilhelm-Stiftung. Die erstere hat bisher über 12 Millionen Mark, davon in den Jahren 1910 und 1911 noch über 50 000 ,.4£ jährlich an Unterstützungen verausgabt, letztere den Kriegern von 1870/71 bisher 23 320 41" <«, davon in den bezeichneten Jahren 600 903 M zugewandt. Diese Ziffern erscheinen an und für sich sehr hoch, sie miifien aber an Bedeutung verlieren, wenn man die Zahl der noch lebenden bedürftigen Veteranen in Betracht zieht. Dann sei auch auf die großartigen Bemühungen des Deutschen Kriegerbundes um die Veteranen hi'^ewiesen, die jährlich nicht weniger als durchschnitt­lich 25 000 Unterstützungsgcsuche an ihn richten. Schließlich hat es in jüngster Zeit auch der Deutsche Wehrverein übernommen, die Oefsentlich- keit über die Notlage der Veteranen aufzuklären und an der Besserung ihrer Lage mitznwirken. Der ihm angeschlosscne Veteranendank in Leip­zig Hot die Absicht, eine große, umfassende Veteranenfürsorge einzurichten. An Arbeit wird cs ihm nicht fehlen, denn von den 800 000 Mann, die am Ende des Krieges im Jahre 1871 auf französischem Boden standen, leben noch ungefähr 425 000. Von diesen erhalten 250 000 eine geringe staatliche Unterstützung, die ost ihre einzige Einnahme ist. All. Ach­tung vor diesen patriotischen und gemeinnützigen Bestrebungen, aber cs kann keinem Zweifel unterliegen, daß eine ausreichende Unterstützung aller Veteranen über ihre Kräfte geht, ganz abgesehen davon, daß es schließlich doch nicht jedermanns Sache ist, bitten zu gehen und die oft recht peinlichen Nachforschungen über sich ergehen zu lassen, ob auch tatsächlich Bedürftigkeit uno Würdigkeit vorliegt Nachforschungen, auf die derartige gemeinnützige Einrichtungen freilich gar nicht verzichten können, wenn sie sich nickt argen Täuschungen aussetzen wollen. Dau­ernde Hilfe kann nur dadurch gewährt werden, daß man die nötigen Mittel in den Reichshaushalt einstellt. Es muß schließlich dahin kom­men. daß diesen Leuten, die ihr Leben und ihre Gesundheit für die Größe und Einigkeit des Deutschen Volkes eingesetzt haben, ein wenig­stens einigermaßen erträglicher Lebensabend vom Staate bereitet wird.

Tie Laoe

Ist noch immer nicht recht geklärt, obgleich die Pforte bereit ist Adrianopel aufzugeben. Die offizielle Antwortnote der Türkei ist den Mächten noch nicht zugestellt worden, man hofft aber, daß dies heute oder morgen geschehen wird. Unterdetz werden am Bosporus andauernd Beratungen abgehalten. Gestern mittag 12*4 Ahr be­gann im Palais Dolmbagtsche in Konstantinopel der Rat der Pforte sich zu versammeln und über die künftige Haltung der Re­gierung Beschluß zu fasten. Das gesamte Kabinett, sowie der frühere Eroßwesir Hakki Bey, der Mahmud Schefket und Prinz 6cib Halim wohnten u. a. der Versammlung bei. Nach längerer Beratung sprach sich der Rat der Pforte für Annahme der Note der Mächte und den Abschluß des Friedens aus. Demnach scheint nun definitiv der Krieg seinem Ende ent- gegcnzugehen. Man kann nur wünschen, daß die Perhandlungen die dem endgiltigen Frieden noch vorausgehen werden, sich nicht allzusehr in die Länge ziehen, damit endlich wieder einmal Ruhe und Sicherheit auf dem Balkan sowie in dem übrigen Europa herrscht. Im übrigen liegen zur Lage folgende Meldungen vor:

Konstantinopel, 22. Jan. Nach Blättermeldungen richtete die Pforte an ihre Botschafter zur Uebermittlung an die -Kabinette ein Rundschreiben, in welchem sie gegen die griechischen Ansprüche auf die Aegäischen Inseln Widerspruch erhebt. Die Pforte betont, daß eine militärische Besetzung niemals ein defini­tives Vesitzrecht in sich schließe und zieht als Beispiele die Besetzung Thessaliens im Jahre 1897 und im Kriege 1877 die Besetzung der Aegäischen Inseln durch Italien heran. Das Nationalitätsprinzip fei nicht ausreichend, um die definitive Inbesitznahme der Inseln durch Griechenland zu rechtfertigen. Wenn dieses Prinzip Anwen­dung finden sollte, so gäbe es bedeutende Umwälzungen auf der Karte von Europa. Zum Schluß weist die Pforte darauf hin, daß bei der Annektion der Inseln durch Griechenland die zum Schmug­geln ermutigen würden, die Begründung eines dauerhaften Frie­dens keineswegs garantiert fei. Auf diese Weise werde vielmehr eine ständige Neibungsfläche zwischen den beiden Ländern unter­halten.

Salonik, 22. Jan. Die an der Küste von Kastandra sowie vor der Einfahrt in den Golf von Salonik befindlichen Leuchtfeuer sind aus Vorsicht seit zwei Tagen nicht angezündet, obgleich mau nicht annimmt, daß es den türkischen Kriegsschiffen noch möglich wäre, einen neuen Ausfall aus den Dardanellen zu versuchen und die Fahrt bis hierher auszudehnen. Der Wachtdienst am großen Kap Karaburnu wird strengstens gehandhabt.

Konstantinopel, 22. Jan. Ein hiesiges Blatt erfährt, daß der KreuzerHamidije" zwischen Syra und Aegypten ein russisches Schiff durchsucht und eine Ladung Zucker sowie Konserven «l» Kriegskonterbande beschlagnahmt bat.

Konstantinopel, 22. Jan. Ein hiesiger Finanzier ist gestern nach Wien gereist, um dort türkische Schatzscheine im Be­trage von 10 Millionen Francs, von denen nur die Hälfte in Sil­ber zahlbar ist, unterzubringen.

L o n d o n, 22. Jan. Die Botschafter traten heute nachmittag zu einer Beratung zusammen.

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Politische Umschau.

Der Abgeordnete Wetterle

wird jetzt auch von seinen nächsten Parteigenosten abgeschllttelt. Der Zentrumsabgeordnete Herold erklärte im Landtag: Wir mißbilligen die Ausführungen Wetterles aufs schärfste. Gegenüber einer Bemerkung des Abgeordneten Liebknechts muß ich hervorheben, daß der Abgeordnete Wetterle mit der Zentrumsfraktion des Deutschen Reichstages nichts zu tun hat und nicht zu derselben gehört, und daß die elsaß-lothringische Zentrumspartei, der der Abgeordnete Wetterle angehört, völlig selb­ständig dasteht. Das hat auch ein Vertreter der elsaß-lothringischen Partei im Reichstage anerkannt." Man kann diese offizielle Abschütt- lung Wetterlesdurch das Zentrum nur gutheißen im Interests eines wirkungsvollen Protestes gegen das gefährliche Treiben des streitbaren Abgeordneten. Interessant ist übrigens, woran dieNeue Preußische Korrespondenz"!-erinnert: Wetterle hatte in Paris einen Vortrag über den Bischof Dupont des Loges gehalten, der seinerzeit bei dem lieber« gang der Reichslande an Deutschland mit übernommen worden war und keine Gelegenheit Doriibr'-gcben ließ, seinen Deutschenhaß zum Ausdruck zu bringen. Der Bischof wurde seinerzeit die Veranlassung, daß der da­malige Statthalter der Reichslande, der Eeneralfeldmarschall von Man­teuffel von seinem Posten abberufen wurde. Dies tarn folgendermaßen: Manteuffel hatte bereits durch sein allzu großes Entgegenkommen gegen­über dem französischen Teile der reichsländischen Bevölkerung viel von sich reden gemacht. Mit Mißbehagen verfolgte man in Berlin, von wo Manteuffel auf Betreiben Bismarcks entfernt worden war. in welcher Weise der Statthalter seines Amtes waltete. Eines Tages aber war das Maß voll, und Manteuffels Abberufung war beschlosten. Manteuffel hatte nämlich für den Bischof Dupont des Loges, der Franzose war, einen hohen Orden beantragt. Von Berlin aus wurde dem Statthalter be­gegnet. daß man zwar bereit fei, dem Anträge stattzugeben, man be­fürchte nur, daß der also Ausgezeichnete den Orden nicht annehmen werde. Die AvteyNuNZ würde aber Hu t irrer Kundgebung Anlaß geben, die der Siaatsautorität alles andere als förderlich fein würde. Manteuffel wußte diese Bedenken zu zerstreuen, und so erfolgte durch den Reichsan­zeiger die Veröffentlichung der Verleihung des Roten Adlerordens 1. Klaffe au den Bischof von Metz. Das, was man in Berlin befürchtet hatte, trat ein, der Bischof lehnte die Auszeichnung ab, indem er auf seine Gefühle als französischer Patriot hinwies, denen er keine Zu- mutungen machen könne. Das war das Ende der Statthalterschaft Man­teuffels, der wenige Monate später von seinem Posten abberufen wurde, obgleich man sich nicht im Zweifel darüber war, daß er völlig guten Glaubens gehandelt hatte und von Dupot des Loges absichtlich in eine Falle gelockt worden war.

Deutsches Reich-

Audienz. Berlin, 22. Jan. Der Kaiser empfing heute mit­tag den Gesandten Frhrn. v. Ionisch, welcher auch zur Friihstücks- tafel geloben war.

Die Konkurrenzklausel. Berlin, 22. Jan. In der Sitzung der Kommission zur Beratung der Konkurrenzklausel wurde seitens der Regierung erklärt, daß die Verbündeten Regierungen der gänz­lichen Abschaffung der Konkurrenzklausel durchaus ablehnend gegenüberständen.

Landtagswahlvorbereitungen. Berkin, 22. Jan.Die Post" gibt folgende zusammenfassende Uebersicht über die zwischen den Parteien der Rechten und den Nalionalliberalen bisher ge­troffenen großenteils schon bekannten Abmachungen über ein ge­meinsames Vorgehen bei den preußischen Landtagswahlen: Zwi­schen den Rechtsparteien und den Nationalliberalen in den Wahl- ' kreisen Altona und Süderdithmarschen ist ein Wahlabkommen dahin getroffen worden, daß die Rechtsparteien die Na'ionallibe- ralen in Altona, umgekehrt die Nationalliberalen die freikonser­vative Kandidatur Peters in Süderdithmarschen unterstützen. Auch für die meisten übrigen Wahlkreise der Provinz Schloswig- Holstein sind zwischen den Rechtsparteien und den Nationallibe­ralen Wahlabreden zustande gekommen, welche eine gegenseitige Bekämpfung ausschließen. Ausgenommen sind allein die Kreise Etormann und Lauenburg. Die freikonservativen Abgeordneten aus der Provinz Schleswig-Holstein werden, mit Ausnahme des Abgeordneten Wendroth-Segeberg, sämtlich wieder kandidieren. Ebenso ist im Kreise Mors der Äbgeordnete Geh. Kommerzienrat Vorster von den Rechtsparteien und den Rationattiberalen, und von den Rechtsparteien des Kreises Sangerhausen-Eckartsberga der Abgeordnete Scherrer wieder aufgestellt worden.

Landtagswahleu in Lippe. Detmold, 22. Jan. Bei den lippischen Landtagswahlen sind gewählt: 10 Konservative, 2 Na­tionalliberale, 3 Freisinnige. 1 Christlich-Sozialer und 1 Sozial­demokrat. Außerdem find vier Stichwahlen zwischen den Frei­sinnigen und Sozialdemokraten erforderlich. Der bisherige Land­tag setzte sich aus 10 Konservativen, 2 Nationalliberalen, 7 Frei­sinnigen, 1 Christlich-Sozialen und 1 Sozialdemokraten zusammen.

Abgeordneter Hestermann. Berlin, 21. Jan. Wie kürzlich mitgeteilt wurde, hat der Abgeordnete Hestermann vom Deutschen Bauernbunde, der neuerdings der nationalliberalen Reichstags­fraktion als Hospitant angehört, demjenigen einen Preis von 1000 cK in Aussicht gestellt, der ihm nachweisen könne, daß er die Stichwahlbedingungen der Sozialdemokratie eigenhändig unter­schrieben habe. Daraufhin wurde von sozialdemokratischer Seite erklärt, daß der sozialdemokratische Parteisekretär einen Brief mit der Unterschrift des Herrn Hestermann erhalten habe, in dem die sozialdemokratischen Stichwahlbedingungen anerkannt wurden. Herr Hestermann behauptete dagegen, daß er einen solchen Brief

nicht unterschrieben habe, so daß die Unterschrift gefälscht fein mässe. Die Sozialdemokraten wollen nun unter Beweis stellen, daß der Leiter des Wahlbüros für die Kandidatur Hestermann das Schreiben an den sozialdemokratischen Parteisekretär gesandt und mit Hestermanns Namen unterzeichnet habe. Man wird abwarten muffen, was Herr Hestermann zu dieser Behauptung z» sagen hat.

Zum Angestelltenverficherungsgesetz. Berlin, 22. Jan. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht die Bekanntmachung betreffend die Ausführung des Paragraphen 392 des Bersicherungsgesetzes fit Angestellte.

Marinebefehl. Berlin, 22. Jan. Anläßlich des Ablebens des Admirals v. Hollmann erließ der Kaiser folgenden Marins» befehl: Der Admiral a la suite des Seeoffizierkorps von Hollman» ist aus dem Leben abberufen worden. Mit ihm ging ein treuer Mann dahin, der überall, wohin immer das Vertrauen seines Kaisers ihn stellte, seine ganze Kraft einsetzte für das Wohl u d die Förderung der Marine und der mir in dem gemeinsamen Wirken zum Freunde gegeben war. Zur Ehrung seines Andenkens be­stimme ich: Sämtliche Flaggoffiziere meiner Marine sowie die Offiziere des Reichsmarineamts legen auf drei Tage Trauer an. An den Beisetzungsfeierlichkeiten nehmen teil: der Staatssekretär des Reichsmarineamts und eine Abordnung von Offizieren dieser Behörde.

Reform des Strafgesetzes. Berlin, 22. Jan. In der Subgeb kommission des Reichstages erklärte Staatssekretär Lisco, nachdem der Entwurf der Reichsstrafprozeßordnung vom Reichstage nicht verabschiedet worden sei, solle zuerst die Strafrechtfrage gelöst wer­den. Ende des Sommers 1913 werde die Kommission den Entwurf des Strafgesetzbuches beendet haben. Der Entwurf werde dann an den Bundesrat und etwa 1916 an den Reichstag gelangen. Hefter die eventuelle Abänderung des Spionagegesetzes schwebten Er­wägungen.

Jubiläums-Briefmarken. Berlin, 21. Jan. Wie dieVoffische Zeitung" mitteilt, sollen im Frühjahre Jubiläums-Briefmarken zum Negierungsjubiläum des Kaisers zur Ausgabe gelangen. Die Marke« sollen an Stelle der Germania das Kopfbild des Kaisers in mehrfarbi­gem Drucke »eigen. Die Ausgabe soll nur in beschränkter Zahl erfolgen.

P« rsisal-Schutz. Berlin, 22. Jan. Dem Reichstage ist eine Petition der Vereinigten Ausschüfie für den Parsisal-Schutz zu Berlin, Leipzig und Dresden auf Abänderung des § 29 des Urheberrechtsgesetzes zugegangen. Darnach soll der genannte Paragraph folgende Zusätze er­halten: Absatz 2: Ist ein erschienenes dramatisches Merk bis zum Ablaufe der vorbezeichneten Fristen zufolge ausdrücklicher Verfügung des Urhebers der bühnenmäßigen Aufführung entzogen geblieben, so erlischt die aus­schließliche Befugnis zur bühnenmäßigen Ausführung mit Ablauf der Schutzfrist. Absatz 3: Das Gleiche gilt, wenn bis zum Ablaufe der Frist der ausdrücklichen Bestimmung des Urhebers zufolge bühnenmäßige Auf­führungen nur an einem vom Urheber bestimmten Orte veranstaltet wor­den sind. Absatz 4: Im Falle des Absatzes 2 erlischt das Aufführungsrecht 10 Jahre nach der ersten von dem Berechtigten gestatteten Aufführung, im Falle des Absatzes 3 zehn Jahre nach der ersten von dem Berechtigten außerhalb des Bestimmungsortes gestatteten Aufführung. Im Falle des Absatzes 3 erlischt es auch durch Nichtausübung innerhalb von 10 Jahren. Die Petition ist insgesamt von über 18 000 Personen aller Stände unterzeichnet worden. Darunter befinden sich regierende Fürsten, so der Eroßherzog von Hessen und der Herzog von Anhalt, eine große Anzahl fürstlicher Persönlichkeiten und führender Männer auf allen Gebieten. Es ist wohl dem Reichstage kaum jemals eine Petition zugegangen, di« von so vielen bedeutenden und hervorragenden Persönlichkeiten unter­zeichnet war.

Der Begriff derLehranstalt" im Berficherungsgesetz für Ange­stellte Der preußische Handelsminister hat in einem Erlaß den Begriff derLehranstalt" im Sinne des Versicherungsgesehes für Angestellte ausführlich erläutert. Der Erlaß bestimmt, daß als staatlich anerkannte Lehranstalten im Sinne des Paragraphen 59 Ziffer 4 des Gesetzes 3« gelten haben: Diejenigen Fortbildung?- und Fachschulen, sowie Meister­kurse, in denen Tagesunterricht an Vorschäler erteilt wird, sofern sie ent­weder vom Staat unterhalten oder unterstützt oder von sonstigen Körper­schaften des öffentlichen Rechts (Gemeinden, Innungen, Handels- oder Handwerkskammern ufro.) unterhalten werden. Bei Erfüllung dieser Bedingungen fallen von den Fortbildungs- und Fachschulen unter die bezeichnete Vorschrift insbesondere folgende Gattungen: 1. Die Naviga­tionsschulen, die Navigationsvorschulen und die Schiffersckulen für Bin­nenschiffer (Elbe-Schifferfachschulen). 2. Die Baugewerkschulen. 3. Die Maschinenbauschulen und sonstigen Fachschulen für die Metallindustrie, sowie die Fachschulen für Seedampsschiffsmaschinisten. 4. Die Kunst­gewerbe-. Handwerker- und ähnlichen Fachschulen. 5. Die Tertilsach- schulen. 6. Die Handelsvorschulen, Handelsschulen, höheren Handels­schulen und Handelshochschulen. 7. Die gewerblichen und kausmännifchen Fortbildungsschulen.

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Koloniales.

Strafexpedition. Berlin, 22. Jan. DieNorddeutsche Allge­meine Zeitung" meldet: Es gelang am 27. November einer Pa­trouille der 7. (Kamelreiter) Kompagnie der südwestafrikanischen Schutztruppe unter Führung des Hauptmanns Mansfeld die Busch­leute, von denen am 26. September der Reiter Müller von der 9. Kompagnie, in den Dünen bei Hunirob ermordet worden war, auf­zufinden. Bei der Verfolgung wurde die Patrouille zweimal im Busch beschossen, ohne Verluste zu erleiden. Bei dem zweiten Zu­sammenstoß am 29. November ist der Mörder des Gefreiten Müller gefallen. Die übrigen Mitglieder der an dem Mord beteiligten Bande sind gefangen genommen worden.

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Ausland.

** Fürst Lichnowskq begab sich gestern nach Windsor und legte im Auftrage des Kaisers einen Kranz an dem Grabe der Königin Viktoria anläßlich ihres Todestages nieder.

** Rauferei der Camelots. Paris, 22. Jan. An 60 Camelots du Roy, die gestern abend eine Versammlung auf de« Mont