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MchM ZÄMg mti Dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Saus" undLandwirtschaftliche Beilage-.

M 17

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2. M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Dienstag, 21. Januar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gefpaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabalt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48, Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Vor de'. Entscheidlmg.

Die türkische Regierung will für die Antwort, die sie auf btt Note der Mächte zu erteilen gedenkt, eine Rückenstärkung haben, und so hat sie auf Dienstag nun doch noch die Nationalversamm­lung einberusen, von der in der vorigen Woche die Rede war. Diese Vorsichtsmaßregel ist so begreiflich und natürlich, daß es Schwierigkeiten hat, einen Schluß auf den mutmaßlichen Inhalt der Antwort aus ihr zu ziehen. Denn mag man sich nun für den Frieden entscheiden, der mit so schweren Opfern erkauft werden soll, oder für den Krieg, der das Schicksal Konstantinopels und der asiatischen Türkei in Frage stellt, die Verantwortung ist ungeheuer groß, und niemand kann es dem 85jäbrigen Kiamil verdenken, wenn er einen Teil davon auf andere Schultern abzuladen sucht. Vielleicht kann man aber doch sagen, daß die türkische Regierung zu dieser Vorsichtsmaßregel nicht greifen würde, wenn sie ernstlich an die Möglichkeit einer Fortsetzung des Krieges glaubte. Die Leidenschaften der mohammedanischen Bevölkerung zu entzünden, die grüne Fahne des heiligen Krieges zu entrollen und den Ver- zweiflungskampf um Ehre und Existenz zu proklamieren, das wäre wenigstens für den Augenblick eine einfache Sache, für die sie weder einer Rückendeckung noch einer Indemnität bedürfen würde. Denn geht es schlecht, so kommt ja ohnedies die Sintflut. Die Wahrscheinlichkeit spricht also doch dafür, daß die Regierung wirk­lich den Frieden will und die Nationalversammlung einberuft, um ihr die Notwendigkeit einer Unterwerfung unter den Willen der europäischen Großmächte darzulegen und diese Notwendigkeit wo­möglich auch von ihr anerkennen zu lasten. In diesem letzteren Mo­ment liegt freilich auch heute noch die Unsicherheit. Der Begriff einer türkischen Nationalversammlung steht ja nicht fest, der Groß- wesir ist also in der Auswahl der Persönlichkeiten, die ihr ange­hören sollen, ziemlich frei, und Kiamil Pascha wird im allgemeinen schon Leute 'n finden misten, bei denen er auf Zustimmung rechnen zu können glaubt. Aber die Entscheidung einer so wblreichen Ver­sammlung ist dach niemals vorauszusehen. Das Bewußtsein der Verantworlichkeit vermindert sich mit der Zahl der Köpfe, und es liegt im Wesen der Mastensuggestion, daß sie extreme Schritte be­günstigt.

Fällt die Entscheidung trotzdem im Sinne des Friedens aus, so wird sie nach türkischer Sitte doch sicherlich nicht als einfache Zu­stimmung zu der Note der Großmächte formuliert werden. So klare Verhältniste liebt nun einmal die orientalische Diplomatie nicht. M-r« wird vielmehr immer noch zuhandeln" suchen, aber an der . npiellen Bedeutung der Entscheidung vom 21. Januar wird es nicht viel ändern. Am Dienstag abend wird man tatsäch­lich wissen, ob die orientalische Frage zunächst zu einem provisori­schen Abschluß kommt, dem wieder einige Jahre der Ruhe und des Friedens folgen müssen, oder ob eine Erneuerung des Krieges die­ses Einschieben einer Etappe verhindert und die ganze Fülle der Probleme von neuem entrollt, in deren Mittelpunkt die ungeheuer schwierige Entscheidung über die Zukunft Konstantinopels steht. In dieser Alternative liegt auch die Rechtfertigung für das Vor­gehen dec Mächte. Es hat keinen Sinn, sich sentimentale Gedan­ken darüber zu machen, ob der Türkei nicht vielleicht doch zu übel mitgefpielt werde, den hier stehen wirklich die höchsten Jnteresten Europas und der Kulturwelt auf dem Spiele. Dem deutschen Einflüsse ist es zuzuschreiben, daß der Schritt der Mächte in Kon­stantinopel den Charakter eines freundschaftlichen, aber freilich dabei strhr dringenden Rates behalten hat und daß alle Zwangs- maßrcgeln verworfen worden sind. Es mag dahingestellt bleiben, ob Rußland unter der Hand doch einen etwas stärkeren Druck aus­zuüben sich entschlosten hat, indem es der Pforte hat erklären lasten, daß es im Falle der Wiederaufnahme des Krieges seine Neutrali­tät nicht aufrechterhalten könne. Jedenfalls ist das deutsche Znter- cste an dem Zustandekommen des Friedens durch Nachgeben der Türkei nicht minder groß, als das irgendeiner andern Macht. Deutschland hat eben nur seine alte Freundschaft und ein gewisses Vertrauen dadurch zum Ausdruck gebracht, daß es der Türkei die Freiheit des Entschlustes gewahrt wissen wollte, und betrachtet man die Lage unter diesem Gesichtspunkte, so gewinnt man doch wieder den Eindruck, als ob Kiamil Pascha und Noradunghian diesem Eodankengange sich anschlössen und sich bemühten, dieses Vertrauen zu rechtfertigen und dem harten Gesetze der Stunde in Selbstüberwindung zu gehorchen, damit nicht alles verloren gehe. In der Tat steht ja jetzt für die Türkei alles auf dem Spiele. Es ist sehr leicht, unter Berufung auf den bekannten erfolglosen Rat an die Balkanstaaten das Wort der Großmächte zu ironisieren, und es ist auch klar, daß das, was die Mächte finanziell für die Türkei tun, nicht ausschließlich und nicht in erster Linie der Türkei zu Liebe geschieht. Aber daß die Türkei verloren ist, wenn sie sich jetzt dem Rate der Großmächte widersetzt, darüber kann doch wohl fein Zweifel bestehen.

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Konstantinopel, 19. Ian. Rach sicherem Vernehmen soll sich fast der gesamte Ministerrat für den Frieden ausgesprochen haben. Nur einige Minister hätten für den Krieg gestimmt, seien aber inder Minderheit geblieben. Man glaubt, daß die Antwort der Pforte, ohne eine kategorische Ablehnung zu enthalten, anlatz B« einem schriftlichen Verkehr mit den Mächten bieten wird.

Konstantinopel, 20. Jan. Die inspirierte türkische Presse bereitet die öffentliche Meinung auf die Antwort vor, I welche der Note der Mächte entgegenkommt.Ieni Gazetta" hebt hervor, welche großen Schwierigkeiten für die Türkei angesichts

der Mächte durch die Ablehnung entstehen würden, und erklärt, es sei in einem solchen Augenblick nicht geboten, Rechtsprinzip'm und Verträge zu prüfen. Die Rettung des Landes fei nur möglich, wenn man mit den Tatsachen rechnete und ohne Zaudern vernunft­gemäße Entschlüsse fasse.Ikdam" behandelt die Mitteilungen einiger Zeitungen, in denen erklärt wird, die Pforte würde durch fortgesetztes Nachgeben ihr Prestige verlieren und durch Opfer nichts erreichen und sagt, die Pforte müßte die politische und mili­tärische Lage berücksichtigen und nicht zaudern, den durch die Um­stände ihr auferlegten Opfern zuzustimmen und versuchen, die von den Großmächten gemachten Versprechungen auszunützen.

London, 20. Ian. Wie das Reuterfche Büro erfährt, er­mächtigte der bulgarische Premierminister Eeschow die Delegierten in London dem Oberkommandierenden General Sawow direkt zu telegraphieren, die Feindseligkeiten wieder aufzunehmen, wenn sie meinen sollten, daß für den Friedensschluß keine begründete Aussicht mehr bestehe. Im Zusammenhang damit wird darauf hingewiesen, daß die Soldaten der Balkanverbündeten spätestens im Februar zur Bestellung ihrer Aecker zurückkehren müssen, da sonst eine Hungersnot unvermeidlich wäre. .

Saloniki, 20. Ian. Kronprinz Konstantin ist mit den Mitgliedern des Generalstabs an Bord der JachtAmphitrite" nach dem Kriegsschauplatz in Epirus abgefahren, um den Ober­befehl über die griechische Armee zu übernehmen.

Deutsches Reich.

Der Kaiser hat gestern im Schloß den Statthalter von Elsaß-Lothri ngen Grafen v. Wedel empfangen.

Cine Verlobung im Hause Hohenzollcrn. Potsdam, 20. Jan. Ihre königliche Hoheit die Prinzessin Viktoria Margarethe von Preußen, die einzige Tochter des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen hat sich heute mit dem Prinzen Heinrich Reuß verlobt.

Dr. Sols. Hamburg, 20. Jan. Staatssekretär Dr. Solf ist - hier eingktroffen und im HotelZu den vier Jahreszetten'-'Abger stiegen. Er besuchte die Handelskammer und machte einen Rund- gang durch die Börse. Ferner wird er das Kolonialinstitut ein* gehend besichtigen. Morgen gibt die Deutsche Ostafrikalinie an Bord eines Reichspostdampfers zu Ehren des Staatssekretärs ein Frühstück. Am Abend folgt ein Eastmahl der Handelskammer.

Die neuernanuten Ritter des Schwarzen Adlerordci.ö sind Admiral Graf Baudissin, Staats- und Kriegsminister General der Infanterie v. Heeringen, Admiral v. Holtzendorff, General der Infanterie v. Prittwitz u. Eaffron und General der Infanterie v. Ploetz.

Verliehen. München, 20. Jan. Der Prinzregent verlieh dem Nuntius Dr. Frühwirth das Großkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone.

Aus der Budgetkommission. Berlin, 20. Ian. Die Vudget- kommission des Abgeordnetenhauses beschloß in ihrer Nachmittags- sttzung, bei der Etatsbera^ung der Eestütsoerwaltung alle die Ver­legung des Eraditzer Vollblutgestüts nach Straußfurt in der Ein­nahme und Ausgabe betreffenden Positionen zu streichen und die Staatsregierung aufzufordern, im künftigen Etat und im Extra- ordinarium für die Ecstütsverwaltung Mittel anzufordern für den Ankauf eines geeigneten Gestüts für Vollblutzucht.

Die Fortschrittliche Volkspartei hat nun auch ihren Preu- ßentag abgehalten. Zur Landtagswahl will sie in erster Linie mit den Nationalliberalen zufammengehen. Andrerseits hat sie sich freilich wieder einmal mit aller Wärme für die liebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen au- ge ochen. Dieser letztere Punkt bedeutet wohl eine Verbeugung'für die Sozialdemokratie, deren Forderung der schriftlichen Verpflichtung zu einer bestimmten Taktik den Herren sehr unangenehm war. Fischbeck nannte sie ein kaudinisches Joch, durch das man öffentlich ja auch nicht zu kriechen braucht, wenn wie die Dämpfung bei den Reichstagswahlen ge­zeigt hat es Mittel und Wege gibt, sich mit den Genossen zu verständigen, die das Volk weniger über die wahre Natur des Bündnisses aufklären. Vorläufig wenigstens!

Ein deutsches Kabel. Köln, 20. Jan. Die Deutsch-Süd- amerikanische Telegraphengesellschaft teilt mit, daß das neue Kabel MonroviaLomeDuala eröffnet ist. Damit ist eine unab­hängige deutsche Kabelverbindung zwischen Deutschland und seinen Schutzgebieten Togo und Kamerun über Teneriffa und Monrovia geschaffen. Mit der Inbetriebnahme des Kabels tritt eine Er­mäßigung der Wortgebühr nach Togo und Kamerun auf 3,65 ein.

Die Einnahmen der deutschen Eisenbahnen. Berlin, 20. Ja»- Die Verkehrseinnahmen deutscher Eisenbahnen für den Mo­nat Dezember betragen nach der im Reichseisenbahnamt aufgestell­ten llebersicht im Personenverkehr 68 071 309 M (ein Mehr gegen das Vorjahr von 5 988 531 im ganzen oder 8.47 Proz. auf 1 Km.) ; im Güterverkehr 164 884 792 M (ein Mehr gegen das Vorjahr von 11 457 401 J*. im ganzen oder 6.20 Proz. auf 1 Km.). Für die Bahnen mit dem Rechnungsjahr April bis März in der Zeit vom 1. April 1912 bis Ende Dezember 1912 im Personenverkehr 608 547 420 (ein Mehr gegen das Vorjahr von 36115 291 M im ganzen ober 5.01 Proz. auf 1 Km.); im Güterverkehr 1377 858 290 Mark (ein Mehr gegen das Vorjahr von 82 171 600 -« im ganzen oder 4.95 Proz. auf 1 Km.). Für die Bahnen mit dem Rechnungs­jahr Januar bis Dezember in der Zeit vom 1. Januar 1912 bis Ende Dezember 1912 im Personenverkehr 113 024 797 (ein Mehr gegen bas Vorjahr von 4 314 687 M im ganzen ober 3.25 Proz. auf 1 Km.): im Güterverkehr 216134588 M (einMehr gegen das Vor­ahr von 10 569 462 M im aonien oder 4.19 Proz. auf 1 Km.).

Ausland.

** Erkrankung des Erzherzogs Rainer von Oesterreich. Wie«, 20. Jan. Erzherzog Rainer erkrankte vor einigen Tagen an fiebe­rischer Influenza. Das ganze Krankheitsbild deutet auf den Fall eines akuten Darmverschlusses hin. Das Sympton ist bis heute nicht behoben. Demgemäß gibt der Zustand zu ernsten Besorg­nissen Anlaß, zumal besonders Darmlähmungserscheinungen ein­traten. Der Kaiser und die Mitglieder des Kaiserhauses erkun­digten sich im Laufe des Tages wiederholt nach dem Befinden bes Erzherzogs.

** Die Bildung des neuen Kabinetts i« Frankreich. Paris. 20. Jan. Briand besprach sich im Laufe des Vormittags insbe­sondere mit Jonnart, Pichon, Andr6, Lefevre und Etienne. Er wird die Bemühungen, ein neues Kabinett zu bilden, heute nach­mittag fortsetzen. Er ist bestrebt, möglichst viele der zurückgetrete­nen Minister zu gewinnen, da das Kabinett Poincar6 angesichts der Wahl feines Führers zum Präsidenten sozusagen an dem Uebermaß des entgegegengebrachten Vertrauens gestorben ist. Aber Bourgois weigert sich, Poincarss Nachfolger für das Auswärtige zu werden, DelcaM will weder die Marine behalten, noch Kriegs­minister werden, obgleich Briands wiederholtes Ersuchen an dis beiden von Falliöres und Poincarä warm unterstützt wird; Bour­geois und Delcassö begründen ihre Weigerung mit ihrer erschütter­ten Gesundheit. Lebrun endlich lehnt das Kriegsministerium aus Gründen ab, die anscheinend nur der Bescheidenheit entspringen. Trotz allem hofft Briand, dem Präsidenten noch heute t^enb eine definitive Antwort geben zu können.

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Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orginalarttkel ist aernäh 8 18 des Urhebern*! 9 nur mit bei deutlichen QuellenangabeOderhesi Ztg/ gestattet.)

Marburg, 21. Ian.

a- * NniverfitStsfeier zur Erinnerung * ISIS^Vikhiesige versität wird die Fefer von Kaisers Geburtstag gleichzeitig mit einer Feier zur Erinnerung an das Jahr 1813 verbinden. Die Festrede hält Herr Geh. Rat Prof. Dr. Bitt Mer 1813. Et»» von dem gleichen Herrn gedichtete Kantate wird in einer Kom­position von Herrn Prof. Jenner zur Aufführung gelangen. Die Festrede und der Text der Kantate erscheinen unmittelbar nach der Feier in der Elwertschen Univ.-Buchhandlung im Druck.

* Oberlandesgerichtspräfident v. Hassel f« Oberlandes- gerichtsprästdent Wirkt. Geh. Oberjustizrat v. Hassel in Cassel ist infolge eines Schlaganfalls im Alter von 71 Jahren gestorben, v. Hassel war feit 1900 Präsident des Oberlandesgerichtsbezirks Cassel. Fast bei jeder Schwurgerichtsperiode, so auch bei der letz­ten, weilte er hier in Marburg und wohnte der einen oder anderen Sitzung bei.

* Fortbildungsverein. Am gestrigen Abend sprach Herr Prof. Dr. A. Thiel im Fortbildungsverein über das Thema Quellen und Wandlungen der Energie. Unter Energie können wir uns etwa bas vorstellen, was Arbeit liefern kann. Eine Neuschaffung oder Zerstörung von Energie ist unmöglich, wohl aber läßt sich dieselbe auf mannigfache Weise aus einer ihrer Formen in eine andere überführen. So sahen wir z. B. die Umwandlung mechanischer Energie in Wärmeenergie und umgekehrt, wie Wärme durch einen Heißlustmotor übergeführt wurde in mechanische Energie und diese mittels Dynamomaschine in elektrische Energie, welch letztere z. B. dazu dienen konnte, bas Wasser in seine gasförmigen Elemente zu zerlegen. In biefen war die ausgewandte Energie in chemischer Form enthalten und wurde durch Entzünden als Wärme und Knall (Luftstoß) zurückerhalten. Andrerseits läßt sich aber auch Wärme in chemische Energie umroanbctn, ein unter Wasser brcnnenber Lichtbogen zerlegt dasselbe ebenso wie der elek­trische Strom in seine Elemente. Das neuerdings in der Technik so vielseitig benutzte Thermit sahen wir unter gewaltiger Wärme­entwicklung (ca. 3500 Grad) mit hellstem Licht verbrennen. Ein sehr wichtiger Vorgang ist auch die Umwandlung chemischer Energie in elektrische, wie er in den elektrischen Elementen und Akkumulatoren benutzt wird. In den Glühlampen wird die elek­trische Energie benutzt, einen "-ht zu erhitzen, der dann Helles Licht ausstrahlt. Bei Erzeugu...j dieser strahlenden Energie geht in der Regel ein großer Teil als Wärme verloren: das Ziel, brauchbare kalte Beleuchtungsmittel verwenden zu können, haben wir noch nicht erreicht, das Licht des kalt leuchtenden Phosphors war, wie wir erkennen konnten, dazu wenig geeignet. Als reichste Ausgangsquelle für Energie bezeichnete der Vortragende di« chemische Energie, auf der z. B. die Er eugung von Wärme durch Verbrennung beruhte. Da jedoch die Wärme vor anderen Energie­formen den großen Nachteil hat, sich beständig zu zerstreuen, ist sie eigentstch am wenigsten geeignet, bei der Umwandlung von Energie mitzuwirken: doch fehlt uns bisher ein besserer Weg. Zu den größten technischen Problemen unserer Zeit gehört es daher, der Verschwendung der Kohlenvorräte Einhalt zu tun durch Auf­findung einer besseren Methode zur Ausnützung unserer chemischen Energiequellen und ferner die reichliche strahlende Energie der Sonne so aufzuspeichern, daß sie wie die elektrische Energie in einer Art Akkumulator Derzeit in geeigneter Weise verwendet werden kann.

* Mitteldeutscher Arbeitsnachweisverband. Dem Bericht übet die Lage des Arbeitsmarktes in Hessen, Hessen-Nassau und Waldeck im De­zember 1912 entnehmen wir folgendes: Im Metallgewerbe hat sich die Lage des Arbeitsmarktes gegen den Bormonat nicht unwesentlich ge­ändert. Nach dem Bericht der Arbeitsvermittlungsstelle Frankfurt a. M. konnten fast alle Arbeitsuchenden untergebracht werden. Die Nachftage nach Sattlern und Tapezierern war sehr gering. In Offenbach a. M. j wurden Militärsattler nach Oesterreich gesucht: der Bedarf konnte gede.lt *