mit Dem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
_______und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Hau»" und ^Landwirtschaftliche Beilage"
M 13
Die „Oberhessijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 sahne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2.— ««Jret ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch lInh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Donnerstai, 16 Januar
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48. Jahrg.
1913.
Erstes Blatt.
Der Wettelleskandal.
Das Gebühren des Abgeordneten Wetters hat naturgemäß bei den politischen Parteien des Deutschen Reiches sehr starkes Mißfallen erregt. Selbst die freisinnigen Vereine des Reichslandes haben gegen sein Auftreten protestiert, freilich nicht als Deutsche, sondern als Friedensfreunde. Herr Wetter!«! gehört dem elsässischen Zentrum an, es ist darum interesiant, festzustellen, datz hie Zentrumspartei ihn energisch abschüttelt. So schreibt die »Köln. Volksztg.": „Jedenfalls darf man erwarten, datz die Zentrumsfraktion in Elsatz-Lothringen im Einklang mit der Stimme des Volkes mit dem Abgeordneten Wetterls ein deutliches Wort reden wird. Andernfalls wäre der Schaden, den die Fraktion und die Partei von einem untätigen Zuschauen und ruhigen Eeschehen- lassen dieser Dinge erleiden würde, unabsehbar." Aehnliche Stimmen liegen genügend vor. Selbst das „Berl. Tagebl." erkennt, datz Herr Weiter!«!, der gerade zur jetzigen Zeit den französischen Chauvinismus errege, ein Skandal und eine Gefahr sei. Die Blätter und Vertreter der nationalen Parteien sind sich natürlich einig darin, daß sich das Verhalten des Herrn Wetterl6 in nichts von Hochverrat unterscheidet, und vielfach wird daran erinnert, wie Fürst Bismarck den Reichstagsabgeordneten für Metz, Antoine, einfach ausweisen ließ, als er sich in ähnlicher Weife betätigte, wie Wetterlö. Was geschehe, so fragen die „Leipz. Neuesten Nachrichten", wenn ein französischer Deputierter so in Deutschland gegen Frankreich hetzte? Wenn er nicht schon auf der Straße gelyncht wurde, dan würde man ihm im Sitzungssaale oder in den Couloirs einen Empfang bereiten, der ihm unvergeßlich bliebe. Was würde einem Franzosen geschehen, der nach Italien ginge und dort für die Eroberung Nizzas elntreten wollte? Aber das deutsche Blut ist schwerflüssig, es gerät nicht leicht in Erregung, und es ertragt es auch ruhig, daß jetzt, nach der Rückkehr des Herrn Wetter!6, in seinem Blatt die Erklärung erscheint: „Wir werden uns nicht Stillschweigen auferlegen lassen von den unverschämten Sprösslingen der Hungerleider, dir nach dem Unglück von 1870 Über Elsatz-Lothringen hergefallen find." Wir haben dem Drängen des Herrn Wetter!«- nachgegeben und eine Verfassung für das Reichsland geschaffen, fest überzeugt, das Grollen dieses Löwen zu besänftigen, wir haben vorher ebenso rote den Patzzwang, so auch den Diktaturparagraphen ausgelöscht, der uns vorher die Möglichkeit bot, Herrn Antoine in das Land seiner Sehnsucht zu befördern, der uns jetzt die Erlaubnis gäbe, Herrn Wetterlö mit fliegender Soutane zu schauen, rote er „das Land der Griechen mit der Seele sucht". Das Blatt kommt rote viele andere zu dem Ergebnis. daß das schmachvolle Auftreten und die Tatsache, datz man nichts daran andern kann, eine Folge der Versöhnungspolitik des Deutschen Reiches fein, die lediglich.den Französlingen den Rücken starke.
-------4-------- Zur Lage Di« Rote der Mächte.
Die Botschafter-Reunion in London ist mit der Feststellung des Textes der von den Mächten an die Türkei zu richtenden Note immer noch nicht zu Ende. Rach den an zuständiger Stelle in Berlin vorliegenden Nachrichten hat fich die Botschafter Reunion weiter mit der Note beschäftigt. In der Hauptsache dürfte es sich um die von Deutschland bezw. den Dreibundmächten gewünschten Aenderungen an der Note handel», die auf eine Milderung ab- gietettzf Die Richtschnur für das Verhalten Deutschlands in dieser Angelegenheit dürfte das Bestreben sein, sich von keiner andern Macht in Bezug auf die Bemühungen, der Türkei auch in Zukunft eine Sicherung ihrer Existenz in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu gewährleisten, übertreffen zu lasten. Es kann als sicher betrachtet werden, daß die Note her Mächte mit keinerlei Pref- sionsandrohung verbunden fein wird. Trotz der Schwierigkeiten, die zu überwinden find, erwartet man in den maßgebenden Berliner politischen Kreisen, datz die Not« am Donnerstag in Konstantinopel übergeben werden kann.
Die Friedensverhandlungen.
London, 15. Jan. Die Versammlung der Delegierten des Balkanbundes hat befchlosten, die Antwort der Pforte auf die Note der Mächte abzuwarten, bevor sie einen neuen Schritt unternehmen. Der englische Sekretär Norman war in der Versammlung anwesend, da einige Protokolle der Friedenskonferenz unterzeichnet werden mutzten. Nach der Versammlung herrschte lebhafte Bewegung unter den Delegierten, die darauf mehrere Botschaften besuchten.
Unzufriedene Truppen.
Konstantinopel, 15. Jan. Wie verlautet, ist unter den. kurdischen Truppen, die in der bei dem astatischen Vororte Skutari gelegenen Kaserne Selimich garnisonieren, eine meuterische Bewegung entdeckt worden. Die Truppen sollen die sofortige Entsendung auf den Kriegsschauplatz und die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten verlangt haben. Der Sultan entsandte seinen ersten Adjuanten, der den Truppen Grütze des Sultans überbrachte und ihnen zugleich versicherte, datz ihre Ergebenheit in Her augenblicklichen Krisis, die das Land durchmache, den Sultan tief berühre. Der Botschaft des Sultans, welche tiefen Eindruck auf die Truppen machte, gelang es, die Truppen zu beschwichtigen. Einem Gerüchte zufolge wurden einige Rädelsführer verhaftet. — Die finanziellen Schwierigkeiten der Regierung dauern fort. Die Dezembergehälter sind den Beamten noch nicht ausgezahlt worden.
Die Berproviantiernng von Adrianopel.
Die zähe Hartnäckigkeit, mit der die Türken jede Verhandlung über einen Verzicht auf Adrianopel ablehnen, beruht vor allem in der lleberzeugung, daß sich die Festung auch erneuten Stürmen gegenüber noch lange halten könne, und daß ihre von den Bulgaren geplante Aushungerung vorerst wenigstens ein vergebliches Beginnen sei. In diesem Zusammenhang berichtet der Londoner „Observer" aus der türkischen Hauptstadt, daß Adrianopel im Hinblick auf die bevorstehende Belagerung zu Beginn des Krieges außerordentlich reich verproviantiert worden ist. Endlose Eisen- bahnzüge brachten 15 000 Stück Vieh und ungezählte Säcke voll Gerste, Mais und Weizen in die Festung, und um ihr die Beleuchtung zur Winterszeit zu sichern, wurden außer dem erforderlichen Petroleum noch viele tausend fertige Kerzen nach Adrianopel geschafft. Angesichts solcher Vorräte haben die Türken bekanntlich bei den Waffenstillstandsverhandlunoen vor der Tschataldschalinie auch nicht sonderlich auf ihrer Forderung einer Neuverproviantierung bestanden, und dies um so weniger, als der Versand eines selbstgemachten, im Orient sehr beliebten Käse, des Hauptarsfuhr- artikels aus Sldrianopel, alljährlich im November stattzufinden pflegt. Da nun im vergangenen Jahre von einem Versand keine Rede fein konnte,so ergänzen die vorhandenen Käse die Verrate der Festung in erwünschter Weise. Es fei noch hinzugefügt, datz während des bisherigen Feldzuges die Verbindung zwischen Adrianopel und der Pforte keinen Augenblick unterbrochen gewesen ist, und daß die zuversichtlichen, fast heiteren Nachrichten von den Belagerten die Türkei in ihrem Widerstände gegen die von den europäischen Großmächten unterstützten bulgarischen Forderungen nut noch bestärkt.
Konstantinopel, 15. Jan. Das Kriegsministerium veröffentlicht ein Telegramm des Kommandanten von Adrianopel vom 13. Januar, das besagt, die Familien aller Offiziere seien am Leben: der Gehalt sei ausbezahlt und Lebensmittelrationen verteilt worden.
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Deutsches Reich.
— Dee Rachtragsetat für 1912. Berlin, 15. Jan. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses nahm den Gesetzentwurf bett. Feststellung des Nachtragsetats zum Staatshaushaltsetat für 1912 in Höhe von 60 900 000 M einstimmig an. Hiervon find 50 Millionen Mark für die Ausgestaltung der Bahnanlagen zur Beseitigung der bestehenden Betriebsschwierigkeiten bestimmt.
— Wahlprüfung. Berlin, 15. Jan. Die Mahlprüfungskommission des Reichstages beschloß, über die Wahl des Abgeordneten v. Liebert sReichspartei) die Beweiserhebung einzuleiten.
— Di« Reichsverstcherung. Berlin, 15. Jan. In der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstags, die sich mit der Fixierung der für die Reichsverstcherung zu leistenden Beiträge, die auf 57,12 Millionen Mark angesetzt sind, befaßte, brachten die Sozialdemokraten eine Resolution ein, welche neue Berechnungen über die Belastung des Reiches und der Versicherten aus der Hinterbliebenenversorgung und eventuell eine Erhöhung der Renten wünscht. Nach längerer Debatte, an der sich ein Regierungs- Vertreter und die Mitglieder der verschiedenen Parteien beteiligten, wurde die Resolution einstimmig angenommen.
— Di« Erleichterung der Fleischeinsuhr. Berlin, 15. Jan. In der Budgetkommisston des Abgeordnetenhauses erklärte Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schorlemer, daß die Einfuhrerlaubnis für ausländisches Fleisch und lebendes Vieh mit dem 1. April 1913 voraussichtlich nicht auf&öre, vielmehr würde es wohl notwendig fein, diese Erlaubnis bis zum 1. April 1914 best:hen zu lasten. Die Maßregle» der Regierung zur Einschränkung des Fleischmangels und der Fleifcbteuerung bewahrten sich durchaus, ohne datz die Landwirtschaft Nachteile davon gehabt Hütte. Auf eine Anfrage antwortete der Minister, daß eine Ermäßigung der Futtermittelzölle nicht beabsichtigt sei.
— Kein« Zulage für die Ober-Post- und Telegraphen-Assi- stenten. Berlin, 15. Jan. Der Reichstag hatte in einer Resolution den Reichskanzler ersucht, bei den verbündeten Regierungen dahin zu wirken, daß noch in einem Nachtragsetat den Öbcr-Post- und Telegraphen-Assistenten, sowie den Vorstehern der Postämter III, welche vor dem 1. Januar 1900 in den Dienst der Neichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung eingetreten sind, eine pensionsfühige persönliche Zulage von 300 M gewährt werde. Wie aus der dem Reichstage zugegangenen llebetficht der vom Bundesrat gefaßten Entschließungen auf Beschlüste des Reichstages hervorgeht, hat der Bundesrat dem Befchluste keine Folge gegeben.
— Der GeJrdestand der Reichsbank. Berlin, 15. Jan. Am Freitag erklärte in der Budgetkommisston des Reichstags Reichsbankpräsident Havenfiein: Die Bestimmung, kleine Noten nur bis zu 300 Mill. Mark auszugeben, habe sich als Feste! erwiesen, die sobald wie möglich beseitigt werden soll, damit den Bedürfnisten des Handels und Verkehrs, der zunehmenden Bevölkerung ufw. Rechnung getragen werden könne. In den letzten 11 Jahren habe die Reichsbank 2% Milliarden Mark, davon die Hälfte Gold, in den Verkehr bringen müsten. Es sei nötig, den Eeldbestand weiter zu vermehren, solange nicht der ewige Friede gesichert sei. Deshalb sollen die Geldnöten vermehrt werden, auch im Hinblick auf eine stetige Diskontpolitik. Durch die Ausgabe weiterer kleiner Noten sei eine Vermehrung von fast 400 Millionen Mark an Gold erzielt und der Goldbestand der Bank in hohem Matze erhöht worden. Das habe auch im Auslande Eindruck gemacht. Im Interests der Sicherheit des Deutschen Reiches wüste aber der Goldbestand auf mindestens 1200, bester noch auf 1500 Millionen Mark gebracht werden. Die Wirren am Balkan hätten hohe Anforderungen an die Bank gestellt. Manch« Äretfe feien, al» lebten rott noch tu
Alten-Väterszeiten, von einer Panik ergriffen worden, sodaß von September bis Dezember die Bank 507 Millionen Mark Gold, Münzen und Roten gegen 5 Millionen Mark in früheren Iahten hab« zur Verfügung stellen müssen. Durch größere Verwendung von Roten und Silber in Industrie und Landwirtschaft könne bet Goldschatz geschont werden. Die Bedenken, daß bet Vermehrung der Roten die Goldreserve des Landes aufgesogen oder verringert werd«, fei nicht stichhaltig.
— Roch ein „deutscher* Reichstagsabgeordneter. Metz, 15. Jan. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete für Metz, Dr. Weill, hat di« Leitung des Berliner Büros der „HumanliS", der sozialistischen Hauptblattes Frankreichs, Übernommen.
Ausland.
** Die bevorstehende Präsidentenwahl in Frankreich. Paris, 15. Jan. Die Vollversammlung der Republkraner trat heute nachmittag im Palais Louxembourg zusammen, um den Kandidaten für die Präsidentschaft der Republik zu bestimmen. 748 Parlamentarier erhielten Einladungen. Bei der Abstimmung erhielten von 633 abgegebenen Stimmen 180 Poincar6, 174 Ackerbauminister Pams, 107 Senatspräsident Dubost, 83 Kammerpräsident Deschanel, 52 Ribot. — Senatspräsident Dubost hat zugunsten des Ackerbauministers Pams auf die Kandidatur zur Präsidentschaft verzichtet. Kammerpräsident Deschanel hat bedingungslos verzichtet. Ribot kandidiert nicht für den zweiten Wahlgang, behält fich jedoch die Freiheit feiner Entschließung vor. Während der Probeabstimmung wurden unter den Parlamentariern anonyme Schmähschriften verbreitet, die fich gegen die Privatverhältnisse des Ministerpräsidenten Poincarä und des Ackerbauminister» Pams richten. Die Schmähschriften, die auf dem Briefpapier bet Deputiertenkammer gedruckt waren, erregten allgemeine Entrüstung. Rach dem Ergebnis der Probeabstimmung zu schließen, wird sich wohl der Kampf in Versailles auf PoincarS und Pam» beschränken, doch hält man trotzdem Ueberraschungen nicht für vollständig ausgeschlossen.
** Gegen bi« ausländischen Waren. Paris, 15. Jan. Zur Unterstützung bet gegen die fremden und insbesondere die deutschen Waren eingeleiteten Pressetreibereien brachten die nationalistischen Deputierten Denais. Lerolle und Genossen in der Kammer einen Eesetzanttag ein, wonach der öffentliche Gebrauch der Bezeichnung „französisch" in folgenden Fällen untersagt werden soll: 1. wenn die Unternehmung ober Gesellschaft einen oder mehrere ausländische Verwaltungsräte besitzt, wenn sie eine Zweigansialt einer ausländischen Unternehmung ober Gesellschaft ist, wenn fie mehr als 10 Proz. ausländisches Personal beschäftigt ober wenn sie nicht ausschließlich nach französischem Gesotz wirb; 2. wenn bic Waren nicht in Frankreich ober in französischen Kolonien von ausschließlich französischen Unternehmungen ober Gesellschaften erzeugt werben. Zuwiberhanbelnbe sollen, falls sie Aus- länber sind, im Wiederholungsfälle ausgewiesen werden. Den Unternehmungen und Gesellschaften, welche unberechtigterweise di« Bezeichnung „französisch" führen, wirb eine sechsmonatige Frist gewährt, um diese Bezeichnung aus ihren Satzungen, Firmen und Eeschäftspapieren zu entfernen.
“ 5 Jahre Zwangsarbeit. Paris, 15. Ja». Das Rancyer Kriegsgericht verurteilte den Infanteristen Flesche, welcher mehrere seiner Kameraden mißhandelt und mit dem Bajonett bedroht und antimilitaristische Propaganda betrieben hatte, zu fünf Jahren Zwangsarbeit. Flesche gehörte der in letzter Zeit wieder« holt strafrechtlich verfolgten Vereinigung „Le sou du soldat" an.
"Das Befinden Lord Hardinge Delhi, 15. Jan. Der Fortschritt in bet Besserung bes Gesunbheitszustanbes des Vizekönigs Lord Hardinge ist in letzter Zeit im allgemeinen gut gewesen. Es bat sich aber am rechten Arm eine Nervenentzündung eingestellt, die beträchtliche Schmerzen verursacht. Lord Hardinge soll Ende Januar zwecks einer klimatischen Veränderung Delhi verlassen.
" Aufstand. Washington. 15. Jan. Der amerikanische Kreuzer „Denver" erhielt een Befehl von San Dieco, nach Acapulco in See zu gehen, wo die Lage verzweifelt und die Fremden in Gefahr sein sollen.
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Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller ürgtnatarttfel ist gemäß § 18 bes Urheberrecht, nur mit bet deutlichen Quellenangabe ..Dberbefi Zig." aeftattet.)
Marburg, 16. Januar.
♦ «gl. Eymnasialdirektor Prof. Dr. Aly P. Heute vermied, 60 Iahte alt, bet Direktor bes Kgl. Gymn. Philippinum. Am Samstag hatte den bis dahin kerngesunden Mann ein Schlaganfall getroffen, dem er nun heute erlegen ist. Direktor Aly stammt aus Magdeburg, wo er auch als Oberlehrer tätig war. Er wurde bann 3um Direktor des Gymnasiums in Burg ernannt. Von dort kam er im Iahte 1901 als Direktor und Nachfolger des Eymnasial- birektors Buchenau an das hiesige Gymnasium Philippinum. Wissenschaftlich hatte er sich bereits durch seine Arbeiten über Cicero einen Namen gemacht, und in dem Streit um das Gymnasium hat et von Anfang an mit an erster Stelle gestanden. Es war eine Konsequenz der Anerkennung feiner Bedeutung, daß man ihm die Leitung des Deutschen Eymnasialveteins überttug, in dem er bei aller Anerkennung bet Gleichberechtigung aller höheren Schularten mit Wärme unb Eifer für die Erhaltung der Eigenheiten unseres Eymnafialunterrichts eintrat. Die Kgl. Regierung berief ihn zum Vorsitzenden der Wissenschaft!. Prüfungskommission unserer Universität, aus deren Praxis heraus et mit wertvollen Ratschlägen an die Öffentlichkeit trat Direktor Aly war ein Mann, der fich nicht scheute, mit feinen Ansichten herauszutreten, ^lbst wenn et wußte, daß fie Widerspruch hervortiefen. Et war eine,