mH oem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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und den Beilagen: ..Nach Feierabend", ..Fürs Haus" und «Landwirtschaftliche Beilage^.
Die „Oberhesfifche Zeitung- erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hiheroths. Markt 21. — Telephon 55.
Marvnrg
Mittwoch, 15 Januar
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48. Jahrg.
1913.
«lrttes Blatt.
Zur Laae-
Nach echt orientalischer Weise wird auch bei den schwebenden Fricdensverhandlungen verfahren. Man handelt, sagt das Geschäft ab und zu auf, um den Gegner zu Zugeständnissen zu bewegen, gibt aber selbst nur schrittweise nach. Ein offiziöses Telegramm jagt das andere, wird dann wieder abgeschwächt oder gar dementiert, sodaß die Einzelnen bald selbst nicht mehr wißen können, was sie eigentlich wollen. So verbreitete gestern das W. T. B. eine Reutermeldung folgenden Inhalts:
L o n d o n , 14. Jan. Die Chefs der Delegationen der Balkanstaaten haben heute vormittag in einer Konferenz beschlossen, daß gleichzeitig mit der Ueberreichung der Note der Großmächte an die Türkei die Balkanstaaten der ottomanischen Regierung eine Note überreichen werden, durch die sie die Friedenskonferenz aufheben. Es wurde gleichzeitig beschloßen, Instruktionen an die Kommandanten der Heere zu übermitteln, dem Waffenstillstand ein Ende zu bereiten. — Nach dieser Meldung mutzte man natürlich mi- nehmen, datz nun die Verhandlungen endgiltig abgebrochen seien und der Krieg seinen Fortgang nehme. Dem ist aber nicht so, wie aus folgender abschwächenden, einige Stunden später ein: etrof- fenen Meldung hervorgeht:
London, 14. Zan. In der heutigen Sitzung der Delegierten der Balkanstaaten zur Friedenskonferenz wurde der Beschluß gefaßt, datz gleichzeitig mit der Ueberaabe der Note der Großmächte an die Türkei die verbündeten Balkanstaaten auch ihrerseits eine Note an die ottomanische Negierung richten sollten, in der sie aussprächen, daß sie die Friedenskonferenz abbrechen müßten, falls die Pforte es ablehnen sollte, den Rat der Mächte anzunehmen. Gleichzeitig wurde beschloßen, in diesem Falle bei ihren Regierungen darauf hinzuwirken, daß an die Befehlshaber im Felde Znstruktionen ergingen, den Waffenstillstand zu be- endigen. .
Es wird sich noch Herausstellen müßen, ob die erste so bestimmte Meldung auf ein Bluffen der Türken hinausgehen sollte, oder ob lediglich ein Versehen der betreffenden Depeschcnbüros »orlag. Wahrscheinlich ist jedenfalls das erstere, wenn man sich den bisherigen Gang der Verhandlungen mit all seinen Meldungen und Dementis vergegenwärtigt.
Im übrigen liegen zur Lage noch folgende Meldungen vor:
Paris, 14. Jan. Der Belgrader „Temps"-Korrespondeut meldet, er erfahre aus sicherer Quelle, datz Serbien die angekündigte Erklärung betr. die Zurückziehung seiner Truppen aus den an der adriatischen Küste besetzten Gebieten nicht abgeben werde. Nachdem die serbische Regierung den geringen Eindruck festgestellt habe, welchen die von dem Reuterschen Büro verbreitete Nachricht in Oesterreich-Ungarn hervorgerufen habe, ziehe sie es vor, behnfs Beschwichtigung der Erregung in Serbien ihren ursprünglichen Entschluß zurückzuziehen und auf Erklärung betreffend die Räumung der Häfen und des albaniscksen Gebiets zu verzichten.
Wien, 14. Jan. Die „Polit. Korr." erhält von russischer Seite aus Petersburg die Mitteilung, nach welcher in maßgebenden russischen Kreisen, trotz der bisherigen Haltung der Pforte, die Fortsetzung des Krieges für ebenso unwahrscheinlich gehalten wird, wie die Annahme, daß durch die rumänisch-bulgarische Frage ein neuer Abschnitt der Dalkankrise eröffnet werden könnte. Die Mächte betreiben die Aufgabe, Frieden zu stiften, mit Aufrichtigkeit und Eindringlichkeit, von der man sich die Ueberwindung der
Einfluß der Sonnenfinsternis ans die drahtlose 9?oitriditrn"-'Pitro(tnnq.
Von Dr. P a u l L u d e w i g (Freiberg i. Sachsen). •)
Unter den mannigfachen wißcnschastlichen Untersuchungen, die bei der Sonnenfinsternis vom 17. April 1912 gemacht worden find, nehmen die Versuche einer großen Reihe von Stationen über die Wirkung der Sonnenfinsternis aus die Empfangsstärke einer Funkenstation einen nicht geringen Platz ein. Nachdem jetzt die erhaltenen Resultate von zwölf Empfangsstationen vorliegen, dürfte es nicht uninteressant sein, diese ,zu- fommenrustellen. Als Sendestationen diente einmal die deutsche Station Norddeich, die mit 1650 m Wellenlänge in der Zeit von 12 bis 3 Uhr stündlich viermal ein bestimmtes Kennwort je fünf Minuten lang gab. Als Empfangsstationen beteiligten sich die Station in Emden, zwei Stationen des Telegraphen-Verfuchsamtes in Berlin, eine Station der Tele- funkengefellfchaft in Berlin, zwei Stationenen der C. Lorenz A.-G. in Berlin und die Küstenwachen in Swinemünde und Danzig. Heber die Resultate dieser Versuchsgruppe berichtet der Leiter des Kaiser!. Tele- Sraphen-Berfuchsamtes, Riebitz, im 2. Heft des Jahrbuchs für drahtlose Telegraphie.
Die andere Gruppe erhielt ihre Zeichen von der Station am Eiffelturm, die von 9.40 bis 3.40 mit 2000 m. Wellenlänge Dauersignale von je 10 Sekunden gab. Diese wurden aufgenommen von zwei französischen Stationen, nämlich denen in Saumur und Poitiers, von einer Station tn Marburg und einer in Graz. Eine Uebersicht über die Eesamt^geb- ^iße gibt die nachstehende Tabelle, in der die Stationen nach der überbrückten Entfernung geordnet eingetragen find.
Um die Signale auf einer Sendeslation nach ihrer Stärke aufznneh- "fen, gibt es zwei Methoden. Als Detektor werden heute fast nur °ie Kontaktdetektoren und der elektrische Detektor benutzt. Die Zeichen werden bei ihrer Verwendung mit dem Telephon abgebört. Ein rohes Kriterium für die Stärke der ankommenden Welle ist die Lautstärke des rw Telephon gehörten Tones. Die eine der beiden genannten Merhoden besteht nun darin, daß man diese Lautstarken zahlenmäßig auszudrücken sucht, dazu schaltet man parallel zum Telephon — man verwendet dazu
*) Mit gütiger Erlaubnis des Herr» Berfaßers wieder abgedruckt e*$ der „Frankfurter Ztg."
letzten Widerstände versprechen darf. Bei der Aufsaßung der allgemeinen Lage, die eine günstige Entwicklung in jeder Hinsicht hoffen läßt, wäre für die russische Regierung kein Beweggrund zur Erweiterung der militärischen Vorkehrungen vorhanden. Hinsichtlich der Armee seien weder Verfügungen getroffen worden, noch Erwägungen gewogen worden, welche den Rahmen des gegenwärtigen Zustandes überschreiten.
Köln, 14. Ian. Gegenüber der Meldung des Reuterbüros aus Konstantinopel, nach der Deutschland die Schuld trage, wenn in der Lebermittlung der Gesamtnote der Machte an die Türkei ein Aufschub eintrete, besagt ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg.": Diese Meldung erscheint grundlos und ist in dieser Weise gegen eine einzelne Macht zugespitzt. Wir glauben Grund zu der Annahme zu haben, daß mehrere Regierungen, darunter oi*** die deutsche, für einige Punkte des Entwurfes der Gesamtnote Milderungen ins Ange faßen und daß über solche Anreaunaen zur Zeit von den Kabinetten beraten wird. Der dadurch veranlaßte Aufschub kann nicht erheblich sein, auch tritt kein Zeitverlust ein. da die Zwischenzeit benutzt wird, die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten durch den einen oder den anderen Teil hinauszuschieben.
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Politische Umschau.
Die Wetterlöoffäre.
Am Donnerstag soll in Straßburg eine große Protestversammlung stattfinden gegen das friedstörende Eebahren des Reichs- und elsässischen Landtagsabgeordneten Dr. Wetterle, über das wir berichtet. Es ist eine alte und vielfach recht schmerzliche Erfahrung, daß politische Prozeße woeischneidiae Schwerter find und daß man außerdem einer gewißen Sorte von Politikern nur Vorschub leistet, wenn man sie mit dem Nimbus des Martpriums krönt. Es ist deshalb auch in dem gegenwärtigen Fall nicht zu fordern oder zu empfehlen, daß man Herrn Wetterle vor Gericht stelle. Aber die Schürfe des politischen und moralischen Verdammungsurteils über fein unerhörtes Gebühren wird durch solche Erwägungen nicht 'im mindesten abgeschwächt, und so kann man auch nut hoffen, daß die beabsichtigte Protestversammlung nach Umfang und Zusammensetzung den Tbarakter einer wuchtigen Kundgebung aus dem Reichslande selbst erhalten möchte. Denn, darauf, daß aus dem Reichslande etwas gegen diesen heillosen Hetzer geschehe, kommt es vor allem an. Namentlich das elsässische Zentrum wird das Tischtuch zwischen sich und diesem unverbesserlichen Französling energisch und endgiltig entzweischneiden müßen, wenn es nickt will, daß die Frage, ob die elsaß- lotbringifcke Verfaßungsreform nicht wieder rückgängig gemacht werden müße, ernsthaft auf die Tagesordnung gelange. Es verstand sich ja von vornherein von selbst, daß man auch jetzt wieder würde Geduld hoben und Nachsicht üben müßen und datz das demokratische Elsäsiertum mit seiner ungeheuren Eigenliebe und mit seiner maßlosen S e l b st - Überschätzung die fortdauernden Selbständigkeitsbestrebungen immer mit einem äußerst unsympathischen Beigeschmack durchtränken würde, aber dieses Liebäugeln mit Frankreich, dieses ver-äterische Sumpatbie- fuiel über die Grenze hinüber muß auf hören, koste es, was es wolle. Wetterle scheint unterboten sich selbst vor den Konseguenzen seines Vorgehens zu fürchten, wie aus folgender Meldung bervorgeht: Paris, 14 Jan. Unter dem Vorsitz des Nationalisten Bonvalot sollte Abbe Wetterlö gestern abend seinen Vortrag über den Bischof Supon de Soges wiederholen. Wetterle erschien jedoch nicht und Bonvalot erzählte der zahlreich versammelten Zubörerschait, daß Wetterle von Freunden bestimmt worden sei, den Vortrag abrusagen, da diese befürchteten. Wetterle könnte bei seiner Rückkehr noch dem Elsaß verhaftet werden, weil er 24 Stunden nach der Veröffentlichung des Deliktes durch die parla- mentariicke Immunität nicht geschützt sei. Der Historiker Webschinger los sodann den Vortrag aus dem Manuskript Wetterles ab.
Telephone von 1000 Ohm Widerstand — einen Regulierwiderstand, den man solange verkleinert, bis man trn Telephon den Ton gerade nicht mehr hört und gibt die Größe des parallel geschalteten Widerstandes als Maß für die Empfangsftärke an. Es ist die Lautstärke also umso größer, je kleiner dieser Widerstand ist. Wie man sieht, ist diese Methode sehr ungenau besonders dadurch, daß ei» großer subjektiver Fehler eingeht, der absolute Angaben fast vollkommen zunichte macht.
Versuchsstationen jGebestat>on zuerst)
Leiter bet
Versuche
Entfernung km
Resultat
Dellen länge ni
Empfangs- Methode
Norddeich-Emden
?
27
fein Einfluß
1650
Telephon
($i ffelturm-Sanmur
-lurpatn
. 250
Eiufl. vorh.
2000
(Mirnnom.
Eiffelturm » Saint Benoit . . . .
Turpain
et. 303
Einst öotb.
2000
Galoauom.
Norddeich« Berlin .
Telef.-Ges
453
Eiufl. groß
1650
?
viorddeich - Berlin | Norddeich-Schöne- f
Te'egra _h Versuchs-
450
lein Einfluß
1650
Telephon
berg . . . J Norddeich » Berlin
Amt
C. Lorenz A.-G.
450
fein Einfluß
1650
Telephon
Norddeich - Ebers- roalbe . . .
C. Lorenz A--G.
460
Einfl. vorh.
1650
Telephon
istorddeich - Swine« ntünbr . , .
470
tein Einfluß
1650
Telephon
Eiffelturm-Marburg.
E. Take
530
Einst, groß
2003
Galvmtom.
Nordd ei ck-Danzig .
—
760
Einst. vorh.
Emst. seht gr.
1650
Tekephvtt
Eiffelturm-Graz . .
M. Vor
10.0
2030
Galocutom.
Reben dieser rohen Methode gibt es noch eine feinere, die. aber ein größeres Eiperimentiergeschick ssraussetzt. An Stelle des Telephon wird ein höchstempfindliches Galvanometer eingeschaltet, dessen Ausschlag proportional der Empfangsstärke gesetzt werden kann.
Die Tabelle zeigt, daß sämtliche Stationen, die keinen Einfluß der Sonnenfinsternis konstatieren konnten, mit der ersteren ungenaueren Metbode gemessen haben. Andererseits finden die Station der Tele- funkeirgefellfchaft und die Station in Eberswalde, die di« gleiche Methode benutzten, einen sicheren Einfluß.
Es ist immerhin erstaunlich, daß unter zwölf Stationen vier keinen Einfluß der Sonnenfinsternis Nachweisen konnten, wen» man bedenkt.
Deutsches Reich, -
— Aus de« Reichstagskommiffionen. Berlin, 14. Jan. Di« Budgetkommission des Reichstags beendete die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern und die Erörterung über die Frage der Ausgabe kleiner Banknoten. Der Referent stellte fest, daß die Kommission in überwiegender Mehrheit mit der Aufhebung einer die Banknotenausgabe beschränkenden Grenze einverstanden sei. Die nachfolgende Abstimmung bestätigte diese. Von konservativer Seite wurde die beantragte Resolution auf Vorlegung eines Deposttengesetzes zurückgezogen. Auf eine Anfrage erklärte Staatssekretär Dr. Delbrück, datz bei uns für alle Fälle alle Vorbereitungen getroffen seien und machte hierüber mehrere Mitteilungen, die er als vertraulich bezeichnete. — Die Kommission des Reichstags zur Beratung der Leuchtölvorlage beschloß zu Beginn der Sitzung, entsprechend einem Anträge des Zentrums, ein« Generaldebatte über den Entwurf stattfinden zu lassen. Reichs- schatzfekretär Kühn erklärte, er sei zu ausführlichen Mitteilungen über die Versorgungspreisfrage gern bereit, müsse sich aber in der Vorlegung der getroffenen Abmachungen Zurückhaltung auf« erlegen, da diese den Interessen des Gesetzes und der Gesellschaften, mit denen die Verträge abgeschlossen werden, zuwiderlaufe. Im Laufe der Debatte zeigte sich der Staatssekretär bereit, den Schriftwechsel mit der Standard Oil Company vorzulegen.
— Die Vorkommnisse in Metz. Metz, 14. Jan. Von den in der Angelegenheit des Vizewachtmeisters Naumann verhafteten 5 Personen sind den Blättern zufolge 3 vom Gericht wieder in Freiheit gesetzt worden. Die andern zwei find in Haft behalten worden. Der Zustand Naumanns ist sehr bedenklich.
— Agrarierkoller. Wie ja sattsam bekannt ist, leidet das „Berliner Tagebl." an einem chronischen pathologischen Agrarierkoller, der jetzt wieder eine wunderliche Blüte gezeitigt hat. Man höre und staune über das, was das Blatt zur Verhaftung Ster- nickels zu schreiben wagt: „In Ostelbien untergetaucht, das ist das Kennzeichen dieser denkwürdigen Verbrecherlaufbahn. Im preußischen Ostelbien, wie man hiezufügen muß. Niemand wird uns davon überzeugen können, daß es die falschen Papiere, die sich Sternickel gelegentlich zu verschaffen wußte, allein getan hätten." Das Blatt zieht dann über die Vorschriften der Personenstandsaufnahme her im Gegensatz zu dem Brauch in Ländern, in denen auf die persönliche Freiheit etwas mehr Gewicht gelegt wird, und kommt zu dem verblüffenden Schluß: „Aber daß nun durch alle solche Maßnahmen, unter denen der anständige Teil der Bevölkerung zu leiden Ifcit, die persönliche Sicherheit des Einzelnen besser als anderswo garantiert würde, davon ist nicht int entfernteste« die Rede. Man darf umgekehrt sagen, daß dank dieser genauen Kontrolle der mittelmäßig begabte Verbrecher bei uns sicherer aufgehoben ist als in Ländern, in denen man weniger auf gute Papiere, als auf die einzelne Persönlichkeit sieht." Einen gr . jeten Unsinn kann man sich wohl kaum denken.
Ausland.
** Ein neuer Präsidentschaftskandidat. Paris, 14. Ian. Prinz Napoleon Bonaparte läßt nun feine Kandidatur für den Präsidentschaftsposten der Republik durch das „Echo de Paris" gleichfalls anmelden. Das Blatt veröffentlicht ein Manifest von ihm, worin dargelegt wird, daß mit der Aenderung der republikanischen Verfassung im Jahre 1875 auch ein Bruch mit der republikanischen Ueberlieferung erfolgte, daß die Nation das Recht darauf habe, sich selbst ihr Oberhaupt zu geben. Mit dieser Ver-
daß die Sonnenfinsternis vom 17. April ganz außerordentlich günstig war, da die Verfinsterung in unseren Breiten fast total und genau in die Mittagszeit fiel, in der eine Wirkung her Sonnenstrahlen besonders stark zum Ausdruck hätte kommen müssen. Der Unterschied zwischen her Empfangsstarke am Tage und in der Nacht ist nämlich auch mit der rohen Methode gemessen außerordentlich auffallend: gewöhnlich wird angegeben. daß man in her Nacht eine zwei bis vierfache Empfangsstärke hat.
Die französischen Stationen unter Leitung von A. Turpain haben die Methode des Nebenschlußtelephons sogleich aufgegeben und nur mit dem Galvanometer gemessen. Die Kurven der Messung zeigen ein deutliches Martmum im Zeitpunkt der größten Verfinsterung. Ausfübrliche Angaben liegen von Take und Vos vor, die in Marburg und Graz gleichfalls die Einwirkung mit dem Galvanometer verfolgten. Take findet in Marburg ehre Zunahme her Empfangs!nlenfität von rund 25 Prozent und Vos tu Graz sogar eine solche von 96 Prozent. Bei beiden ist das Maximum der Emvsangsintenfität bann vorhanden, wenn das Marimum der Verfinsterung sich gerade in bet Mitte zwischen Gebe- und Sende-
station befand.
Als Erklärung für den Unterschied in her Empfangsintenfität bei Tag und N a ch t gibt «s zwei Hypothesen. Nach der einen wirken dl« Sonnenstrahlen auf die Lufiletteranorduungen der Stationen selbst, sodaß bei Tag nicht die gleiche Ausstrahlung möglich ist wie bei Nacht. Nach der anderen erfolgt in dem von den Wellen durchlaufenen Luftraum bei Tag eine Absorption der Wellen infolge der durch die Sonnenstrahlen eintretenden Ionisation der Luft. Es ist mm bemerkenswert, daß mr die Entscheidung Mischen diesen beiden Hypothesen die vorliegende Tabelle einen wesentlichen Gesichtspunkt bietet. Wenn auch nicht geleugnet werden darf, daß es nicht ohne weiteres zulässig ist, die Resultate der einzelnen Stationen bei ihren verschiedenartigen Suftlcitcranorbnungen un speziellen Empfangseinrichtungen miteinander zu »“gleiten und wenn auch bas Versagen von 4 Stationen eine neue Unitcherheit bineinbringt, so find wir doch wohl berecktigt, aus der Tabelle zu entnehmen, daß mtt zunehmender Entfernung zwischen Gebe- und Empfangsstation herEin- flnß her Sonnenfinsternis Zunimmt. Dieser Scklnß ward befonhe^ gestützt hurch einen Vergleich der Versuche von Take und Vos, die mit derselben Wellenlänge, derselben Gebestation unb derselben Empfangs- metbode arbeiteten. Dieser Einfluß her Entfernung kann aber nut vor- Hanhen fein, wenn kein nennenswerter Einfluß der Sonnenstrahlen hie Stationen selbst, wohl aber eine Energieabforption >ei Welle« iw durchlaufenen Luftraum vorhanden flt •>
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