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M IIIOhIIo llti 010 Kiltlltfl fit 9Fllijl.1 li Jilllllli l ra Jl III Illi <zvvl'UvIll'llUv ^rvUUllIl mtt oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend".Fürs Haus" und ^Landwirtschaftliche Beilage".

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| DieOberhessisch« Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- \ und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 225 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitunasstellen 2, <M frei ins Haus. Druck der Univ.-Vuchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Dienstag, 14 Januar

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48. Jahrg.

1918.

Erstes Blatt.

Zur Lage

London, 13. Zan. Wie das Revterbüro erfährt, verlängern die Delegierten der Balkanstaaten ihren Aufenthalt in London nur mit Rücksicht auf die Großmächte und in der Hoffnung, daß die Rote der Mächte in Konstantinopel Früchte bringen und die Hal» tung der Türken in einigen Tagen andern werde, andernfalls

Der Rücktritt des französischen Kriegsministe's.

Der au« dem Dreifuhhandel bekannte Oberstleutnant du Paty de Elam, der damals entlassen wurde, ist von dem Kriegsminister Millerand wieder in die Landwehr eingestellt worden. Er hatte bekanntlich die Schuldbeweise gegen Dreyfus zusammengebracht, zusammen mit dem Oberstleutnant Henry. Diese Maßregel de« Kriegsministers erregt z. Zt. in Frankreich einen Sturm der Entrüstung. Die sozialistisch-radikale Lanterne erklärt,Millerand darf nicht einen Tag länger an der Spitze der Armee der Republik bleiben. Die republikanischen Offiziere können nicht als Vorgesetzte den Mann haben, der die Armee den Leuten des Generalstabs von 1894 ausliefert. Millerand sucht seine Maßregel durch eine Erklärung zu begründen, daß du Paty de Elam aus patriottschen Erfühlen nach demCoup von Agadir" seine Wiedereinstellung nachge­sucht und ein Ausschuß im Heer die Annahme dieses Gesuchs als gesetz­lich zulässig erklärt habe. Auch du Paty de Elam nimmt das Wort. Er beruft sich in einer Erklärung an die Presie darauf, daß schon der Kriegs- minister von 1911, der radikale Parteiführer Messimy, sein Gesuch nach dieser Einstellung günstig ausgenommen und dessen Erfüllung ihm in Aussicht gestellt habe. Der ehemalige Kriegsminister Messimy beeilt sich, durch eine Note der Presse mktzuteilen, daß das Gegenteil der Fall gewesen sei, daß er nämlich dem Besuch du Paty de Elams Folge zu geben weder dienstlich noch polittsch für zweckmäßig gehalten habe." Wenn man auch in den rechtsrepublikanischen Kreisen Millerand in Schutz nimmt, so dürst« es eine Erörterung im Parlament geben, die ihm nicht sehr günstig sein dürste. Wie wir bereits kurz mitteilten hat Millerand nun seine Entlastung gefordert. Zn einem Ministerrat, der «m Sonntag unter dem Präsidenten Fallitres tagte und an dem Mille- rand nicht teilnahm, verlas Ministerpräsident Poincare einen Brief des Kriegsministers, in dem es heißt: Die administrative Maßnahme, die ich ttaf, um eine Verpflichtung eines Amtsvorgängers zu halten, der ich mich loyaler Weife nicht entziehen konnte, hat Komentare veranlaßt, die sie niemals befaß. Unter diesen Umständen halte ich es nach Rücksprache mit unseren Freunden für meine Pflicht, Sie zu bitten, meine Demisäon durch den Präsidenten der Republik genehmigen zu lasten. Ich bin stolz darauf, seit einem Jahr mit den nationalen und republikanischen Werken des Kabinetts eng verwandt zu sein." Rach der Verlesung des Briefes nahm Präsident Fallieres die Demission Millerands an. Minister­präsident Poincare antwortete auf den Brief des zurückaetretenen Kriegsministers Millerand mit folgenden Worten: Der Ministerrat be­dauert. einmütig anderer Ansicht zu fein als Sie über die Maßnahme, die Sie ergriffen und für die Sie mit Ihrer gewohnten Loyalität die Verantwortung auf sich genommen haben. Der Präsident der Republik glaubte infolgedesten, Ihre Demission, di« Sie so spontan anboten, an­nehmen zu müsten. In dem Augenblick, wo ich so unerwartet gezwungen bin, mich von Ihnen zu trennen, lasten Sie mich Ihnen sagen? daß ich niemals die wertvolle Mitarbeit vergesten werde, die Sie dem republi­kanischen und patriotischen Werke geleistet haben, desten Verwirklichung das Kabinett unter oft schwierigen Umständen durchrufübren stichle

So ist Millerand gestürzt. Der sozialistisch« Kriegsminister, der merk- würdiger Weise um die französische Armee gewaltige Verdienste sich er- worben hat Ebenso merkwürdig ist die Ursache seines Sturzes. Daß der Sozialist und Republikaner, der mit dem Verteidiger Dreyfuß' Eeiie-

Ministerium saß, stürzen muß. weil er Dreifuß' {mmftcnJVeinb du Patn de Elam wieder zu seiner Stellung verhilft. menVi»-6" n^U-tD£Irofltt"9ft vergessene Gestalt aus dem Dreifußhandel wieder ans Licht zu ziehen? Mar es nur b'-n°he Zukunft alle militärische Kräfte m-brauS .J ba5 ®a schlechter Abschluß einet glänzenden Mi- ££ £!« a7r9^e ?Um6eit: benn selbst Herrn Poincare ist der ££ Slieber, als das Eintreten für einen Abaeordneten T 3eifeI b»& b5e französischen

ber Gestalt aus dem Dreifußskandal ffr3um folget Millerands ist Lebrun ernannt worden Seine findet in der Presie ziemlich allgemein Zustimmung Man »blr? methodischen Eeist und feine unaewöbnliche Arbeitskraft SSffXnVf* Hoffnung ausgesprochen, daß er die fruchtbare Tätig- h??7r ? ^ b^ !^lseßen werde. Die Blätter erörtern auch heute eifrig Krike^ Sette der durch das Voraehen Millerands bervorgerufenen ^ i.D'e radikale ..Lanterne" hofft, daß das Ministerium nunmehr wirklich homogen sei. Durch di« einmütige Mißbilligung der von Mille-

.bt5 Sinvernebmens und der vollständigen Solidarität durchdrungen seien. Der ..Radical" schreibt: Die Wutau°briiche Presie 1.6er die Demisiion Millerands sind der beste Beweis für die Be- deutung des von der republikanischen Partei davongetragenen Sieges D.e Petit Republigue« die Millerand eiftig verteidigt hat, meint' nach wie vor werde Poincarö mit unversöhnlichen Gegnern zu kämpfen haben. k,e zu den unlautersten Manövern «ntschlosien seien um seine denil aber bfefc Angriffe würden den Minister- räsi-

7?^nen lasten und die Zahl der Republikaner, len « J7 <.5on?at ibre Stimme geben werden, werde täglich mach. d7/ -"^or" meint, die Art. wie Millerand durch die in den Wan- oekgangen des Parlaments angeiettelten Ränke gestürzt wurde, fei ^tückisch. Welcher Werifchäbung der zurückgetretene Kriegs- bie M ber 3ar sich dem Minister- gegenüber in der schmeichelhaftesten Weise über die Tätigkeit äußert fafe Ub W* »eg-nwärttge Lage der französischen Armee ge-

f? V DemJournal des Debats" wird ans London

Rückwirkiino ^lleronds sei geeignet, eine unangenehme

benS^m* f»r V Nftion Frankreichs auszuüben, da

»i«L X, '0t°0fir b-i seinen Verbündeten und Freunden, wie rm allgemeinen hierdurch geschwächt worden sei

wären die Delegierten, wie sie sagen, gezwungen, Landon zu ver­losten und die Feindseligkeiten würden wieder ausgenommen.

London, 13. Ian. Wie das Reuterbüro erfährt, wird die seit einigen Tagen durch die Botschafter in Konstantinopel vor­bereitete Note durch eine Kollektivibote ersetzt, die am Freitag durch die Botschafter in London im Laufe ihrer Besprechung redi­giert worden ist. Der Text ist am Freitag abend an die verschie­denen Hauptstädte telegraphiert und damit den Regierungen zur Billigung unterbreitet worden.

Paris, 13. Ian. Zu dem bulgarisch-rumänischen Zwist meldet der Londoner Sonderberichterstatter desMatin", der bul­garische Delegierte Dr. Danew habe ihm erklärt, er verbürge sich dafür, daß man sich nicht zu beunruhigen brauche. Bulgarien und Rumänien würden sicherlich zu einer Verständigung gelangen. Von dem rumänischen Minister Take Ionesco hat der Korrespon­dent erfahren, daß der bulgarische Ministerpräsident Gesch'w der rumänischen Regierung mitgeteilt habe, er wünsche lebhaft eine Verständigung und habe in diesem Sinne Weisungen an Danew nach London gelangen lasten.

Paris, 13. Ian. Der wieder in Paris eingetroffene bul­garische Gesandte Stanstow, welcher als Generalstabsoffizier dem Hauptquartier des Königs Ferdinand zuaeteilt war, hatte heute nachmittag eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Poincare.

Petersburg, 13. Ian. Die Nachricht, welche dieNene Freie Presie" angeblich aus russischen Blättern wiedergibt, daß die russische Regierung beschloß, zwei weitere Jahrgänge der Rescrv» einzuberufen, ist vollständig aus der Luft gegriffen. Kein russisches Blatt veröffentlicht eine solche Nachricht, auch traf die russische Ne­gierung eine solche Maßreael nicht. Somit ist die Frage des Blattes, gegen wen die Maßregel aerichtet ist, vollständig müßig.

London, 13. Ian. Die Botschafterkonferenz ist heute nach­mittag im Auswärtigen Amt zusammengetreten.

Politische Umschau.

Der Alldeutsche verband und Herr v. Kiderlen.

®s ist sehr ausgefallen, daß der Alldeutsche Verband, der mit Herrn v. Kiderlen bekanntlich in schlimmer Fehde lebte, auch nach dem Tode des Staatsmannes die Streitaxt nicht ruhen ließ. Gewiß ist, daß auch der Tod nicht sachliche Gegensätze aus der Welt schafft, aber die kühle Art, wie z. B. dieRheinisch-Westf. Ztg." Herrn v. Kiderlen abtat, der doch immerhin mit in der ersten Reihe der Diplomaten marschierte, ließ doch manches an schuldiger Hochachtung vermisien. Jetzt führt das offizielle Organ des Ver­bandes aus, daß der Alldeutsche Verband dem Verstorbenen ohne Voreingenommenheit gegenübergestanden habe: der Verband habe vielmehr die Hoffnung gehegt, daß dieser Staatssekretär dem Vaterlande nach zwanzig mageren Jahren wieder einen Erfolg heimbringen werde. Der Verband habe ihm den Willen und die Kraft zugetraut, unserer auswärtigen Politik den rechten Weg zu weisen. Er sei aber völlig getäuscht worden. Der Mangel an sitt­licher Kraft der eigenen Persönlichkeit habe die Politik des Staats­sekretärs zum Zusammenbruche geführt, seine Tätigkeit habe er­neut den Beweis geliefert, daß nur der Staatsmann nützlich wir­ken könne, der zugleich sittliche Persönlichkeit sei, und daß nur eine sittliche Persönlichkeit Staatsmann im wahrsten Sinne des Wortes sein könne. Es ist zu hoffen, daß der Verband selbst seinem Organ gehörig auf die Finger klopft. Derartige schwerwiegende Vorwürfe, daß jemand keine sittliche Persönlichkeit sei, müsten be­wiesen werden, und das kann der Alldeutsche Verband nicht. Der Verband, desten Tendenzen so viele tüchtige Männer im Deutschen Reiche nahestehen, die so gerne wünschen, was er will, kann sich durch eine derartige Form der Polemik nur schädigen.

Deutsches Reich.

Der Kaiser besuchte gestern vormittag den Reichskanzler.

- Die Landtagswahl-«. Berlin, 13. Jan. In der Bespre- chung zwischen den Abgeordnetenpräsidenten der Parteien wurde mitaeteilt daß die Urwahlen zum Abgeordnetenhaus voraussicht­lich am 14. Mai stattfinden. Ein definitiver Beschluß ist noch nicht^gefaßt bc9 Reichstagsabgeordnrte« Dr. Becker. Ber­

lin 13 Ian. Bekanntlich hat die Wahlprüfungskommfffion mit 8 gegen 5 Stimmen beschlossen, das Mandat bes?ltnattonnmberaten Abaeordneten Dr. Becker für ungültig zu erklären. Dr. Becker hat sein Mandat nicht niedergelegt, sondern will die Entscheidung des Reichstages selbst abwarten. DieD. Tage^tg. schreibt dazu. Das ist auch durchaus verständlich und zwar aus folgenden Grün­den: Die beiden nationalliberalen Mitglieder der Wahlprufungs- kornrnission haben unbegreiflicherweise für die Ungültigkeit ge­stimmt und sich damit in Gegensatz zu der Meinung ihrer meisten Parteigenosten geletzt. Es ist sehr wohl möglich, daß der Reich^ag selbst eine andere Entscheidung fällen wird. Wie wir früher schon darlegten, müßte nach der sonstigen Gepflogenheit der Wahl- prüfunaskommisfion die Wahl Dr. Beckers für gültig erklärt wer­den. Wir behalten uns vor, auf die sehr bedeutsame Angelegen­heit zurückzukommen, nachdem der Bericht der Wahlprüfuugs- kommission erschienen sein wird.

verschärfte Maßregel« gege« de« Mädchenhandel. Kol«, 13 Ian Da sich in letzt« Zeit die Fälle häufen, daß holländische Mädchenhändler im rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk junge hübsche Mädchen durch List oder Gewalt an sich bringen, um sie nach holländischen oder englischen öffentlichen Häusern zu verschleppen, erhielten die Polizeibehörden erneute Anweisung, die nach Holland abgehende« Züge schärfer zv kontrolliere«. I« Vterse« «mrde ei«

|18jähriges Mädchen einer angesehenen Familie von Holländer« über die Grenze gebracht. Seitdem fehlt von dem Mädchen leb« Spur. Speziell an der belgisch-holländischen Grenze werden di« I Durchgangszüge einer scharfen Kontrolle unterzogen.

ReichslSndische Sitten! Metz, 13. Zan. Als in der Nacht zum Sonntag ein Wachtmeister des hiesigen Dragonerregiment« feine Braut nach Hause begleitete, die er vom Bahnhof abgeholt hatte, wurde er von Mitgliedern des Musikvereins La Renaistance, die ein Fest gefeiert hatten, belästigt. Der Wachtmeister verbat sich das. Es kam zu einem Streit. Im Verlaufe desselben versetzte einer aus der Gruppe dem Wachtmeister zwei Schläge ins Gesicht. Dieser zog blank und versetzte dem Angreifer einen Hieb, der ihn am Halse verletzte. Die Spießgesellen des Verletzten zogen nun über den Wachtmeister her, entristen ihm die Waffe, hieben ihm damit mehrere Male auf den Kopf und mißhandelten ihn, als et schwerverletzt zu Boden sank, indem sie auf ihm herumtraten und auf ihn einschlugen. Besinnungslos und mit schweren Hieb- und Stichwunden wurde der Wachtmeister ins Lazarett gebracht. Unterwegs fielen die Burschen nochmals über ihn her. Im Laufe des gestrigen Tages wurden von der Polizei sechs der Burschen fest­genommen.

verschärfte Bestimmungen über die Wandergewerbeschekne für Ausländer. Berlin, 13. Jan. Von den zuständigen Stellen sind, wie mitgeteilt wird, neue schärfere Bestimmungen über die Wandergewerbescheine für Ausländer ergangen. Danach haben über Anträge auf Erteilung solcher Scheine nur die Regierungs­präsidenten zu befinden. Eine Beschwerde gegen deren Entschei­dung ist nur an den Oberpräsidenten zulässig.

Sozialdemokratische Hoflalaien.* An der Eröffnungs­sitzung der württembergischen Kammer haben auch die Sozialdemo, kratischen Abgeordneten teilgenommen, weil die Sitzung ein von der Verfastung vorgeschriebener staatsrechtlicher Akt sei. Und schon beginnt in der sozialdemokratischen Preste des Landes der Streit darüber, die Teilnehmer werden als kgl. württembergische Hof­lakaien bezeichnet usw. Der Streit ist u. E. eine innere Sache bet Sozialdemokratie. An der Stellung und der Art der Sozialdemo­kratie ändert das eine so wenig etwas wie das andere. Man kann den anscheinend so bitter geführten Streit nur humoristisch be­trachten.

Di« Rationalliberal«« und die Flrischteuerung. Im Hinblick auf di« Etatsdebatten im preußischen Abgeordnetenhause schreibt di« Nationalliberale Korrespondenz" über die Fleischnot und ihre Bekämp. fung: Der Standpunkt der Nationalliberalen Partei in diesen Fragen ist klar und unzweideutig festgelegt und in llebereinstimmung mit den schon vor den parlamentarischen Debatten abgegebenen Erklärungen be« Parteiführers Basfermann von den Fraktionsrednern im Abgoerdneten- hause wie im Reichstage dahin zum Ausdruck gebracht worden, daß Deutschland sich in seiner Fleischversorgung nicht vom Auslande abhängig machen dürfe. Bon diesem Standpunkte aus, der sich völlig mft dem des geltenden Schutzzollsystems deckt, war auf eine Reihe der vorgeschlagenen Abhilfsmittel von vornherein zu verzichten: insbesondere lehnt die preu­ßische Landtagsftaktion und der überwiegend größte Teil der Reichstags» frattion jede Aufhebung ober Milderung des § 12 des Fleischbeschau- gesetzes zugunsten des argentinischen Gefrierfleisches ab. Um so nachdrück­licher aber wird die schleunigste Beschreitung aller anderen Erfolg ver­heißenden Wege zu verlangen und deshalb auch beim preußischen Etat vornehmlich die rage der inneren Kolonisation in Verbindung mit bei der Fideikommisse ebenso eindringlich wie eingehend zu behandeln sein.

Ausland-

* * Meuterei. Paris, 13. Ian. Nach einer Blättermeldung aus Diego Suarz hat bie Mannschaft des vor mehreren Wochen bei Nosiy Komba gestrandeten französischen DampfersSalazie" gemeutert und bie vorhandenen Lebensrnittel geplündert, während die schiffbrüchigen Passagiere vier Tage lang sich mit Zwieback und Sardinenkonserven begnügen mußten.

* Marokko. Paris, 13. Ian. Wie aus Tanger gemeldet wird, sind die Kolonnen Eueydon und Rueff am 11. Januar nach Mo- gador zurückgekehrt. Die Gesamtzahlen der von beiden Truppe« abteilungen in den letzten Kämpfen mit den aufrührerischen Ma­rokkanern erlittenen Verluste betragen 23 Tote und 96 Verwundete.

* * Ruhestörung. Paris, 13. Jan. Nach einer Blättermeldung aus Lissabon kam es in Cecibra zu ernsten Ruhestörungen. Ei« Teil der Bevölkerung wollte mehrere Gefangene befreien, worauf die Polizeibehörde einschritt und auf die Menge Schüsie abfeuerte. Zahlreiche Personen wurden verletzt.

* * Unfall eines spanischen Prinzen. Madrid, 13. Jan. Als der Infant Ferdinand von Spanien heute morgen in den Gärten des Königspalastes mit seinem Stallmeister spazieren ritt und als die Wache am Eingang der Garten die Ehrenbezeugungen erwies, ging das Pferd durch. Da der Jnfant fürchtete, die Herrschaft über das Tier zu verlieren und mit dem Pferd in den neben der Allee hinführenden Graben zu stürzen, sprang er ab, wobei er heftig stürzte und den linken Oberarm brach. Im Palais wurden die erforderlichen Verbände angelegt. Sei« Zustand veranlaßt keinerlei Beunruhigung.

Grausame Tötung von Aussätzige«. Schanghai, 10. Ian. Ein Brief der katholischen Mission aus Haining (Prov. Kwangfi) datiert vom 14. Dezember, schildert die grausame Tötung von 39 Aussätzigen auf den Befehl der Provinzialbehörde«. Die Aus­sätzigen lebten jahrelang im Walde, wenige Meilen vom Weichbild der Stadt. Angesichts ihrer erbarmungswürdigen Derlasienhett suchten die katholischen Patres um die Erlaubnis nach, auf eigens Kosten eine Zufluchtsstätte für sie zu errichten. Die Behörde« schlugen dies zunächst ab, später erteilten sie scheinbar die Geneh­migung, ließen aber auf dem Paradefeld vor der Stadt eine Stube graben, ihren Boden mit Petroleum getränktem Holz bedecke« und, nad>bem sie bas Holz angezündet hatten, die ahnungslosen Aus-! sützigen mit dem Bajonett in die Grube hineintreibe«, wo tzr fa 1