mtt oem Kreisbiati für die Kreise Marburg und Kirchhain
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und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" and „Landwirtschaftliche Bella«-.
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Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- | unb Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2— Jl frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch sInh.: Dr. C. Httzerothl, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Sonnabend, 11. Januar
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48. Jahrg.
1913.
Blatt.
Ein beufftter NeiEaqsabaeordneter als sran- aöfifter Hetzer.
Wer auch nur einen oberflächlichen Blick in das Elsaß geworfen hat, wird mit Verwunderung die eitle Art festgestellt haben, mit der sich diese nach Stamm und Gesinnung deutschen Leute heute als Pioniere eines Volkes fühlen, das für sie, als sie noch als Unterworfene ihm angehörten, nur spöttische Verachtung übrig hatte. Eie sind „der Angelpunkt zweier Welten" und worauf sie besonders stolz sind, das ist ihre „la doppelt culture", wie sie es nennen. Am besten tut man, wenn man den Französlingen an der Westmark unserer Gaue nicht den Gefallenen tut. viel von ihnen zu reden, manchmal fordert die dumm-dreiste gehässige Form ihrer Agitation es aber geradezu heraus, namentlich wenn sich diese Agitation — in Frankreich abspielt und damit geradezu an die Grenze des Hochverrats streift oder gar diese Grenze noch übers^reitet.
Einen besonderen Namen hat sich darin von jeher der dem elsässischen Zentrum angehörige Abgeordnete (M. d. R.) und Abbä Wetterlä (wohlgemerkt mit Akzent!) gemacht. Zur Zeit begeistert er wieder seine französischen Zuhörer in Paris, Rouen und le Havre auf einer Vortraastourn^e. Er protestiert dagegen, daß die elsässische Frage durch den Frankfurter Frieden 1871 endgil - t i g geregelt sei. Er erweckte, wie berichtet wird, mit diesen „Herrlichen Worten der Empörung und Hoffnung" jubelnde Zustimmung. Die neue Verfassung sei dem Lande nur gegeben, damit man sich ihrer gegen das Land bedienen könne; er verkündete; daß die junge elsässische Generation gegen die deutsche Zivilisation einen noch größeren Abscheu habe als die ältere, schilderte die Härte und die Plackereien, mit denen die Sieger vorgingen, und behauptete, daß sich bisher nicht die geringste Verschmelzung des einheimischen und des eingewanderten Elementes vollzogen habe. Der Havre Eclair berichtet, Herr Wetterlä habe geschlossen: „Unsere Sache ist gut, und sie wird siegen, wofern nicht ..." (darauf setzte er sich). Das Blatt aber gibt den Kommentar: „Die Znhörers^ast, die verstanden hat, aber unterstreicht mit einer ungeheuren Huldigung die Andeutung, die der Satz enthält." Herr Wetterlä ist nämlich schlau, er hat den ganzen Vortrag schriftlich gemacht und las ihn ab, weil er, wie er sagte, „seinem Herzen und seiner Eingebung mißtraue". Diese Vorsichtsmaßregel soll offenbar dazu dienen, hinterher die Verantwortung für die Rede abzuschütteln, die durch den Eindruck wirken soll. Den Eindruck aber gibt der Havre Eclair mit deutlichen Worten wieder. „Die Seele der Zuhörer vibrierte unausgesetzt in einer zugleich schmerzlichen und tröst!icken^Erregung." „Wir können dem tapferen Abgeordneten von Kalmar nur unsere volle Dankbarkeit aussprechen für den edlen Schauer, den er unserem Herzen eingeflößt hat. Mehr als jemals ist in diesen unruhigen Tagen das Bild des gemordeten und lächelnden heldenmütigen und spottenden Elsasses, des Märtyrers, der feinen Henker fragt, mit welchem Recht er bis zu solchem Grade lächerlich ist, unserem Geiste gegenwärtig. Er hat sich — und wie ausdrucksvoll! — in diesem kleinen elsässischen Pfarrer verkörpert."
Sehr richtig schreibt die „Köln. Ztg." zu diesem Vorkommnis „das Bild läßt sich nicht verwischen: Ein deutscher Reichstagsabgeordneter und katholischer Priester erregt französische Herzen zu chauvinistisch-edelm Schauer, und das in diesen unruhigen Tagen, wo. wie uns aus Straßburg geschrieben wird, die Besorgnis eines Krieges elsässische Gemüter bewegt, wo hier und dort, im unterelsässischen Bezirkstag und in öffentlichen Volksversammlunoen die Erhaltung des^Friedens, die Verschonung mit neuen Kriegsgreueln, als der dringendste Wunsch und das vitalste Interesse des Landes bekundet worden ift" So ist es. * Kaum zu ertragen ist es aber, daß im deutschen Reichstage ein Mann sitzen darf, der gegen das Reich in der geschehenen Weise im Ausland hetzt, und daß man ihn nicht einfach wegen Hochverrats fassen kann. —
Der fremde Vater.
Roman von Kurt Maiull.
lFortsetzung.l
„Dann wird aber Dein Vater sehr böse werden und Dich womöglich für die Fensterscheiben schlagen."
„Run ja — meinem Vater wird das nicht angenehm sein, sie zu bezahlen. Aber macht nichts. — Ich mache mir nichts aus Keile, wenn ich weiß, wofür ich sie verdient habe. Doch nun will ich zu meiner Mutter und mit ihr einmal über alles sprechen. Adieu, Anneliese!"
Beide reichten sich die Hände.
Als Hans gehen wollte, drehte er sich noch einmal um und sagte:
„Es ist wirklich schade, daß Du kein Junge bist. Weißt Du, dann wärst Du nicht so feige, dann würdest Du einfach jetzt mit mir durch die Hecke kriechen und Deinem alten Herrn eine Rase drehen."
„Mag sein — Hans. Grüße Deine Mutter."
„Bist Du morgen um die Zeit wieder hier im Park?"
»Ja, Hans."
Anneliese sah ihm noch nach. Geschmeidig, wie eine kleine Schlange ° 'tt er auf dem Bauche durch die Taxushecke und verschwand. Dann ging sie langsam in das Haus ihres Vaters.
trotzdem es am nächsten Tage regnete, begab sie sich in den Garten, *ud kurze Zeit darauf stand Hans von Kyburg bei ihr.
wd Z’®u" — folgte er nach kurzer Begrüßung — „ich soll Dich zu meiner mutter bringen. Sie will mal selbst mit Dir sprechen."
, Anneliese wußte wirklich nicht, ob sie folgen sollte. Dann aber I gte sie sich, daß sie doch wirklich nichts Schlechtes täte, falls sie zu der O au Hauptmann ging und es ihr Vater ihr persönlich ja auch nicht verboten hatte.
ro°®e P* "icht feige vor Hans erscheinen, der ihr immer seine pierkert vorhielt und sich oftmals über sie als Mädchen darüber lustig
Das ^^önllnas- und Ordensfest.
Berlin, 12. Ian. Das volkstümlichste der Hoffeste, das Krönungsordensfest wurde heute auf allerhöchsten Befehl im Königlichen Schloß gefeiert. Um 9 Uhr begann die Anfahrt der neu zu dekorierenden Herren und Damen, der geladenen Generale, Minister, Diplomaten und Fürstlichkeiten. Der Kaiser, welcher Generalsuniform trug, und die Kaiserin begaben sich nach 11% Uhr im feierlichen Zuge mit großem Vortritt in den Rittersaal. Dort waren bereits die Ritter des Schwarzen Adlerordens und die aktiven Staatsminister versammelt. Der Kaiser und die Kaiserin traten vor den Thronbaldachin, die neuen Ritter und Inhaber des Roten Adlerordens, des Kronenordens und des Hausordens von Hohenzollern nahmen in alphabetischer Reihenfolge Aufstellung und defilierten nunmehr. Hiernach schritt der Hof in feker- lichem Zuge, zur zweiten Parade-Dorkammer, wo die Damen des Wilhelms-Ordens, des Luifen-Ordens, des Frauenverdienstkreuzes, des Verdienstkreuzes und der Roten Kreuz-Medaille den Zug erwarteten; auch hier wurden die neu Dekorierten vorqestellt. Sodann begann die Tafel. Gegen 1000 Personen speisten an des Königs Tisch. Der Kaiser brachte den Toast auf das Wohl der Dekorierten aus. Rach Aufhebung der Tafel begab sich das Kaiserpaar mit den übrigen Fürstlichkeiten in den Rittersaal, wo viele der Anwesenden vom Kaiser und der Kaiserin ins Gespräch gezogen wurden. Es sind wiederum zahlreiche Orden und Ehrenzeichen verliehen worden, allerdings befinden sich darunter verhältnismäßig wenig bekannte Persönlichkeiten. U. a. erhielten: den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub der Inspekteur bet Feldartillerie, General Eallwitz, der Staatssekretär des Reichs- Justizamtes Dr. Cisco und der kommandierende General des 5. Armee-Korps, Eeenral von Strantz; die königliche Krone zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und dem Stern: Dom- probst Dr. Berlage in Köln; den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub Dr. von Meister, Regierungspräsident in Wiesbaden, Graf von Schwerin, Gesandter in Luxemburg, Dr. Seitz, Gouverneur von Deutlch-SLdwestafrika, Dr. Steinmeister, Regierungspräsident in Köln und Twele, Oberreichs-Militäranwalt; den Roten Adlerorden 2. Klasse Dr. Bertram, Bischof in Hildesheim; den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife Dr. van Kalter, Reichstagsabgeordneter und Ilniversttäts-Professor in Strossburg, die Landtags-Abgeordneten Schmedding und Schmieding und Ab- gev-dneter Freiherr von Steinäcker; den Kronenorden 1. Klasse der Unterstaatssekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Stieger und der Präsident des Reichseisenbahnamtes, Dr. Wacker- zapp; den Stern zum Kronenarden 2. Klasse Dr. Gruner, Präsident des kaiserlichen Aufsichtsamtes für Privatversicherung, von Reichenau, Gesandter in Stockholm, Dr. Adolf Wagner, Universitäts- Professor in Berlin; den Kronenorden 2. Klasse: Fuchs, Vorsitzender der Bergwerksdirektion in Saarbrücken, von Stumm, Dirigent der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes; den Kro- uenorden 3. Klasse der Landtagsabgeordnete Geheimer Iustizrat Eassel; den Roten Adlerorden 2. Klasse: Kammerherr Freiherr von Dörnberg-Eassel, Professor Wilamowitz-Möllendorff; den Stern zum Kronenorden 2. Klasse: Universitäts-Professor Adolf Wagner in Berlin.
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D-uMes Reich,
— Die Zollerleichterung bei der Fleischeinfuhr vor der Reichstagskommission. Berlin, 11. Ian. Die Rennte Kommission des Reichstags beendete heute die Beratung des Entwurfs betreffend Zollerleichterung bei der Fleischeinfuhr. Bei der Abstimmung wurden sämtliche von sozialdemokratischer und fortschrittlicher Seite eingebrachten Anträge abgelehnt und die Regierungsvorlage mit 24 gegen 4 konservative Stimmen angenommen.
— Marineunfall. Kiel, 11. Jan. Ein Jolle vom Torpedoboot „S. 70" ift beim Versuch, ein bei Schleimünde angetriebenes Torpedo zu bergen, mit drei Mann, dem Torpedobootsmannsmaaten
machte, daß sie nicht auch so viel Courage besaß, auf einen Baum hinaufzuklettern oder von einer Mauer zu springen, wie er als Junge.
Sie folgte ihm. Beide eilten durch den Garten, und nun stand Anneliese der Frau Hauptmann gegenüber.
Die saß in dem Speisezimmer im ersten Stockwerk am Tisch und wartete auf sie mit Kasse und Gebäck. Da es bereits dunkelte, drehte sie das elektrische Licht in der Krone an.
Sie begrüßte Anneliese mit einem mütterlichen Kuß auf die Stirn und wies ihr einen Platz zu ihrer rechten Seite an, während Hans auf feinem gewohnten Stuhl Platz nehmen mußte.
Die Vorhänge des Speisezimmers waren noch nicht zugezogen, und die Hausfrau gab auch keine Sorgfalt darauf, da sie ja ein Vis-a-vis, die Blicke von neugierigen Nachbarn nach ihrer Meinung nicht zu fürcht ten hatte. Und doch war da ein Beobachter, an den sie alle drei nicht dachten. Das war der Vater Annelieses, der von seinem Zimmer aus alles in dem Speisezimmer sehen konnte und mit einem Gesicht hinüberstarrte, als ob es zu Stein geworden wäre.
Er glaubte zuerst, ein Spuk narre ihn. als er feine Tochter drüben in das Zimmer eintreten sah und von der Frau in fast mütterlicher Weist begrüßt wurde. Und dann gab es ihm einen Sttch ins Herz, als er sah, wie dorr drüben fein Kind, seine Tochter, mit glücklich lächelndem Gesicht, die Frau anschaute, und er an den Mienen der übrigen sah, wie sie, das Herz voller Frohsinn, auf Anneliese blickten. Er wünschte,' aus dem Mienenspiel der drei zu erforschen, was sie wohl sprächen.
Und die Frau Hauptmann erklätte Anneliese, daß es wohl nur ein Mißverständnis des alten Leuschner wäre oder daß ihr Vater glaubte, daß ihr Junge, den er von seiner schlechtesten Seite gleich am ersten Tage kennen leinte, eine ungezogene Range wäre. Sie würde an ihren Vater einen Brief schreiben, ihn ausklären und bitten, daß er den Verkehr für die kurze Zeit, die Hans nock im Hause wäre, gestatte.
„Ja. mein Kind — denn Hans kommt in wenigen Wochen nach Groß- Lichterfelde ins Kadettenhaus."
Großmann unb den Matrosen Rademacher unb Schipper, auf noch unaufgeklärte Weise gesunken. Die Nachforschungen nach dem Book unb ben Leuten blieben bisher ergebnislos.
— Eine abermalige Verzögerung des Parzellierungsgesetzes? Der „Post" wirb „von besonderer und durchaus zuverlässiger Seite" mitgeteilt, daß das preußische Parzellierungsgesetz für die Ostmark, das nach wiederholten Erklärungen des gegenwärtigen preußischen Landwirtschaftsministers unverzüglich nach Feststellung dem Landtage vorgelegt werden sollte, wahrscheinlich doch nicht mehr in der gegenwärtigen Session des preußischen Landtags eingebracht werden. Als Grund dafür werden geltend gemacht, daß das Abgeordnetenhaus noch so reich mit Arbeitsstoff versehen sei, daß an eine Erledigung des Parzellierungsgesetzes im gegenwärtigen Tagungsabschnitt nicht mehr gedacht werden könne; ferner sei auch die auswärtige Lage zurzeit eine derartige, daß es nicht angezeigt erscheinen könne, mit einem neuen Kampfgesetz gegen die Polen an die OeffentliHkeit zu treten.
— ®te Enteignungen in Posen. Posen, 11. Ian. Wie das „Posener Tagebl." meldet, hat der Landwirtschaftsminister die Beschwerden gegen die Enteignung der Rittergüter Zlotnik, Dobfka und Koldroma zurückgewiesen. Bezüglich der Enteignung von Lipinken ist ein Bescheid auf die eingelegte Beschwerde noch nicht ergangen.
— Der 1. Vizepräsident des württembergischen Landtages. Bei der Wahl zum 1. Vizepräsidenten der Zweiten Kammer erhielten von Kiene (Ztr.) und Liesching (Vp.) je 44 Stimmen. Da sich auch im zweiten Wahlgang das Stimmenverhältnis nicht änderte, mußte das Los entscheiden, welches für von Kiene entschied. Bei der Wahl des zweiten Vizepräsidenten wurde, wie bei der Wahl des ersten Präsidenten am Freitag, gleichfalls ein Konservativer gewählt, so daß nunmehr der württembergische Landtag ein Präfi. dium der Rechtsparteien besitzt. So besteht das Präsidium der Kammer jetzt völlig aus Vertretern der Rechten, wo früher unumschränkt der Freisinn regierte.
— Spionageprozeß. Leipzig, 11. Jan. Vor dem Reichsgericht wird am 30. Januar ein weiterer Spionageprozeß verhandelt gegen den am 2. Februar 1880 zu Bockenheim-Frankfurt a. M. geborenen Kaufmann Wilhelm Ewald Kiel wegen Verrats militärischer Geheimnisse.
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Ausland.
* ♦ Marokko. Paris, 10. Jan. Da der Kaid Anflus ur.b di« Mahalla Muley Refchids, die die Kolonne Mossoutier und ihr« Aktion gegen den aufrührerischen Kaid Eelluli unterstützen sollten, Verrat begangen haben, so herrscht in der Gegend von Mogador große Aufregung. General Desperey, der in Mogador die not. wendigen Streitkräfte zusammengczogen hat, soll die Gegend bii zum Susgebiet vom Feinde säubern. Seine Operationen werde« demnächst ihren Anfang nehmen.
* * Aufstand. Orense, 11. Jan. Infolge der durch die Trocken- heit verursachten Teuerung brach in Earballino ein Aufstand aus. Die Einwohner bewarfen das Rathaus mit Steinen, drangen in die Weinkeller ein, plünderten die Getreidelager und zogen bann in die benachbarten Ortschaften. Bei ihrem Durchzug verw'stcten sie alles. Militärische Verstärkungen sind erbeten worden.
* * Eine russische Rote an China. Peking, 12. Jan. Die ruf- fische Regierung teilte China mit, sie sähe keine Notwendigkeit, di« aus dem Boxeraufstand an Rußland zu leistenden Entfchi? ’ßungen noch länger zu stunden, da China, trotz seiner Versicherung, über keine Mittel zu verfügen, gegenwärtig bekanntlich große Summen für den Ankauf von Waffen, die Aufstellung und Bewegung der Truppen verwende.
* * Ein Dementi. Wien, 11. Jan. Die Blättermeldung, nach welcher das im Mittelmeer kreuzende deutsche Eef^wader gegebenenfalls sich der Oberleitung der österreichisch-ungarischen Marine zur Verfügung stellen werde, entbehrt, wie die „Militärische Korrespondenz" von maßgebender Seite erfährt, jedweder Grundlage.
„Und da — Anneliese, werde Ich ein Leutnant, und dann — paß mal auf — wenn Du mich dann wiedersiehst — bann--habe ich schon zu
Mama gesagt, bann heirate ich Dich."
„Ader Hans" — rief bie Hausfrau — „dazu brauchst Du noch verschiedene Jahre."
„Ach. Mama, sv lange dauert das nicht. Die Lehrer in der Schule sagen ja immer, daß ich einen hellen Kopf habe. Die Leutnants — sagt Papa — brauchen überhaupt nicht so viel zu können, unb Papa muß es doch wissen. Er war doch auch mal Leutnant."
„Aber Hans, Du wirst Papa ganz falsch verstanden haben. Papa hat eine Menge gelernt."
„Na, ja — Papa. — Aber sonst nichts zu machen. Papa hat mit mir neulich sehr ernst darüber gesprochen. Das richtige Lernen geht erst in bei Leutnantszeit los. Aber — beruhig Dich nur, bummeln tue ich nicht. Du kennst mich doch!"
„Ich weiß, mein Junge. — Aber sieh mal, wenn Du bann zurückkommst unb Anneliese will nicht Deine Frau werden?"
Hans warf einen ernst prüfenden, kritischen Blick auf Anneliese.
„Na hör mal. Anneliese, das glaubst Du doch selbst nicht. Darüber hat mir Papa auch schon Bescheid gesagt. Die Mädels sind froh, wenn sie einen Leutnant kriegen. Nicht wahr, Anneliese?"
Die hatte ttotz ihrer dreizehn Jahre noch niemals stm derartige Zukunftsbilder unb Pläne gedacht. Aber um ihrem Spielgefährten nicht wehe zu tun, sagte sie:
„Du hast recht — Hans — wenn Du Leutnant bist, bann heiraten wir uns.“
Darüber mußte bie Frau Hauptmann so herzlich lachen, weil dieses zukünftige Eheversprechen so drollig klang, daß sie in die Hände klatschte unb ausrief:
„Kinder, jetzt wollen wir uns einen Spaß machen. Ich werbe uns ein Glas Bowle brauen, bann feiern wir Verlobung."
(Fortsetzung folgt.)