Marburg
1913
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Postscheckamtes Frankfurt a. M.
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Vrttes Blatt
Man weiß auch noch nicht, wann die Note überreicht
Die „Obrrhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch
wurden getötet. Bundestruppen die aus Mexiko Mann zählen.
20 Mann von den zur Unterstützung geschickten wurden aufgerieben, ebenso weitere 100 Mann, geschickt waren. Die Rebellen sollen 500—1000 Die Einwohner von Ayotzingo sind unversehrt.
betrachtet, wird.
— Das im neuesten
— Förderung des deutschen Schriftstellertums. Auch das deutsche Schriftstellertum soll durch den neuen preußischen Etat ekne Förderung erfahren. In den Kultusetat sind 83 000 eingestellt, um die Königliche Bibliothek zu Berlin in den Stand zu setzen, die Erzeugnisie der deutschen Literatur in möglichster Vollständigkeit zu erwerben.
London, 10. Zan. Das Reuterbüro erfährt von dem Minister Take Ionescu, daß die Londoner Verhandlungen zwischen Rumänien und Bulgarien wieder ausgenommen worden seien. Der rumänische Gesandte Mishu verhandelte gestern mit Dr. Danew, der nach der Unterredung nach Sofia depeschierte, Ionescu erklärte, er könne Einzelheiten über die Unterredun""n nickst mitteilen, da derartige Besprechungen den Unterhändlern strengste Verschwiegenheit auferlegten.
Paris, 10. Zan. Die französische Regierung stiftete 10 000 Franks zur Unterstützung der türkischen Flüchtlinge in Saloniki, die unter Hunger und Kälte leiden. Aehnliche Maßnahmen sind bereits in Monastir getroffen worden.
Konstantinopel, 10. Jan. Die Botschafter redigierten bei der gestrigen Zusammenkunft den Entwurf der Kollektivnote, die der Pforte überreicht werden soll und ihr zum Abschluß des Friedens rät. Der festgestellte Text wird noch nicht als definitiv
Die Negierung sandte eiligst weitere Verstärkungen.
** Marokko. Mogador, 10. Jan. Die Kolonne Gueydon, welche die Kasbah des treugebliebenen Kaids Knblan befreien und außerdem freie Zugänge für die Verproviantierung Mogadors mit Vieh und für sonstige Transporte schaffen wollte, trieb gestern Angehörige einer Harka auseinander, die ihren Marsch hindern wollten. Die Marokkaner hatten 500 Tote, die Kolonne Gueydon 12 Tote und 60 Verwundete. Sie erreichte die Kasbah.
A Damm. 10. Ian. Am 6. Juli findet hier das Fahnenweihfest bet hiesigen Kriegervereins statt. Näheres wird noch mitgeteilt.
# Kirchhain, 10. Jan. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde zunächst die Gültigkeit der Wahl des neugewählten Stadtverordneten Altbainz beschlosien und dieser in sein Amt eingeführt. — Von dem Beschlüsse des Prooinzialrotes, wonach die Kirchendienstvergütung für den lutherischen und den reformierten Organisten auf 300 <* festgesetzt worden ist. wurde Kenntnis genommen. — Die vom Magistrat dem Landwirt Deubert bewilligte Entschädigung für Verletzung einer Kuh gelegentlich des Weideganges wurde genehmigt. Es wird bemerk^ daß die Stadt dieserhalb gegen Haftpflicht versichert ist. — Die Angelegenheit betreffend Regelung des Bekanntmachungswesens wurde ausgesetzt. — Als Mitglieder der Verlosungskommission für das Jahr 1913 wurden gewählt Heinrich Thielemann II. und Wilhelm Römer II. Das Ortsstatut über Festsetzung der Tagegelder und Reisekosten städtische» Beamten sowie dasjenige über Reinigung öffentlicher Straßen wurde endgültig genehmigt. — Dem Verkauf einer kleinen Parzelle an Bauunternehmer Lang wurde zugestimmt.
Kirchham, 10. Ian. Die Automobilpostverbindung von Kirchhai» nach Kirtorf und Ehringshausen, welche durch eine G. m. b. H. am 1. Dezember v. I. den Verkehr eröffnete, hatte, wie der „Hesi. Post" geschrieben wird, in letzter Zeit mehrfach unter Betriebsstörungen zu leiden. Erst am vergangenen Sonnabend erlitt das Auto, welches nachmittags hier eintrifst, in hiesiger Gemarkung einen Achsenbruch und mußte mittels Wagen nach hier geschasst werden. Durch diese verschiedenen Unfälle veranlaßt, hatten schon etlickie hiesige Mitglieder ihren Austritt aus der G. m. b. H. erklärt. Es fand deshalb am letzten Sonnabend eine Versammlung statt, worin beschlosien wurde, ganz aus dem Verband mtt Kirtorf auszutreten. Nunmehr soll jedoch dem Vernehmen nach der Vorsitzende der Gesellschaft in Kirtorf den Konkurs der E. m. 6. H. angemeldet haben. Es wäre dies leider ein trauriges Ende für das Unternehmen, welches mit so viel Hoffnung gegründet wurde. Auch sind die weiter geplanten Autoverbindungen hierdurch stark gefährdet, da nach den gemachten Eriahrungen die besten Fürsprecher kein Vertrauen gut Sache mehr erwecken können.
-ss- Klrinseelheim, 10. Ian. Am Dienstag hielten die Herren Lehrer Flor au» Schweinsberg und Bürgermeister Grün aus Kirchhain im hiesigen Kriegerverein Vorträge. Ersterer sprach über landwirtschaftliche Fragen und letzterer über die stanzösiscke Fremdenlegion.
$ Niederwald, 10. Jan. In der ersten diesjährigen Versammlung des hiesigen Kriegervereins wurde der seitherige Vorsitzende, Herr Weber, wiedergewählt.
Ernfthausen, 10. Ian. Der von der Gemeinde langersehnte und wiederholt verlegte Termin der Einweihung der neuerbauten schmucken Kirche ist endlich herangerückt. Am Sonntag, den 19. d. M., soll das Gotteshaus in feierlicher Weise eingeweiht werden. Die Hauptteier beginnt um 11 Uhr vormittags und eichet mit einem Festmahl im Borne- mannschen Easthause.
Au» dem Kreise Ziegenhain, 10. Ian. Das durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre vom 1$. Juni 1908 gestiftete Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen ist laut „Ziegenh. Ztg." den nachbenannten Personen in Anerkennung ihrer während einer 23jährigen Zugehörigkeit zur Ottsseuerwehr geleisteten Dienste Allerhöchst verliehen und in feierlicher Weise durch den Königlichen Landrat und Kammerherrn v. Schwertzell in Ziegenhain behändigt worden: 1. Bürgermeister Vetter zu Breitenbach, 2. Zimmermeister Waldeck zu Niedergrenzebach, 3. Klemp- nermeister Dreißigacker zu Treysa, 4. Schlosser Schuch zu Oberaula. 5. Bürgermeister Weber zu Neukirchen, 6 Seifensieder Kohl zu Neukirchen, 7. Musikus Schmitt zu Neukirchen, 8. Bürgermeister Thamer zu Berfa, 9. Auszüger Obermann zu Berfa, 10. Bürgermeister Heerdt zu Lingel- bach, 11. Bürgermeister <t. D. Hämel zu Lanertshausen, 12 Bürgermeister Schneider zu Oberaula, 13. Bürgermeister Hörner zu Schorbach, 14. Bürgermeister Bornschier zu Ibra. 15. Bürgermeister Kern zu Görzhain, 16. Schreiner Daum zu Breitenbach a. H., 17. Schmied Siemon zu Asterode, 18. Klempner Mantz zu Ziegenhain, 19. Arbeiter Oppermann zu Treysa, 20. Pflasterer Stroh zu Treysa, 21. Landwirt Konrad Vogel T. zu Frielendorf.
Geismar, 10. Ian. Dem nach 34jähriger Dienstzeit wegen vorgerückten Alttrs aus dem Amte scheidenden hiesigen Herrn Bürgermeister Faust ist von Sr. Majestät dem Kaiser das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber verliehen worden. Die Auszeichnung wurde ihm, wie die „Frankenb. Ztg." schreibt, am Mittwoch durch Herrn Landrat Dr. Stapenborst vor versammelter Gemeindeverttetung mit Worten der Anerkennung überreicht. Diese galten nicht allein der langjährigen pflickttreuen Ausübung des Bürgermeisteramtes, sondern auch den Verdiensten um das Vaterland, die sich der Gefeierte als Mitkämpfer im Feldzuge 1870/71 erworben. — Die Bestätigung des neu gewählten Bürgermeisters Landwirt Seibel erfolgte am selben Tage durch den Kgl. Landrat.
Ausland.
** Mexiko. Rewyork, 10. Jan. Aus Mexiko wird amtlich gemeldet: Am Donnerstag griffen die Rebellen die 25 Meilen von der Hauptstadt entfernte Stadt Ayotzingo an und zerstörten ste. Von der 18 Mann starken Besatzung entkamen nur 2, die andern
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Wiesbaden, 10. Ian. Räuberische Ueberfälle wurden an drei verschiedenen Stellen zur Ausführung gebracht. In einem Geschäft in bet Schiersteinerstraße hielten die drei Räuber der Verkäufettn mtt de» Rufe: Hände hoch! einen Revolver vor die Stirn und raubten die Laden» kasie aus. An den unrechten kamen sie aber, als sie auf offener «ttah» einen Raubanfall versuchten, indem sie im Villenviertel einen Offizier; unter Borhaltung von Dolchen und Revolvern zur Herausgabe feitet: Gelbes und seiner Wertsachen zu Veranlasse« suchte«. Der Offizier m»!
Deutsches Reich.
bevorstehende Regierungsjubiläum des Kaisers wird auch preußischen Etat erwähnt. Aus Anlaß dieses Jubiläums
' gleich lußM zu bei Hendel
pflegt. „Appelschnut" ist der Inbegttsf srühlingsfroher, sonnenhelle» Kindheit. Fern von allen Kämpfen weilen wir mit der jungen Seele in ihrem Paradies." Otto Ernst hat hiettn für das deutsche Familienleben, für die Liebe eines Vaters zu den Kindern Töne gefunden, die an Innig, kett und Echtheit nicht zu übertreffen find. Es ist zu hoffen, daß dieser deutsche Dichter auch bei uns am Montag eine andächtige große Zuhörerschar findet. Er verdient es.
• Sport. Morgen nachmittag 2.20 Uhr findet auf dem Sportplatz am.Dammweg das letzte Spiel in dieser Saison auf dem hiesige« P l atze statt. Herkules-Easiel und B. f. B. Marburg sind die Gegner, Die Marburger Mannschaft wird hoffentlich dieses Mal pünktlicher antreten und nicht noch wertvolle Punkte wegen zu späten Antretens preisgeben. .Herkules ist eine flinke eifrig spielende Mannschaft, die schon manche lleberraschnng gebracht hat. B. f. V. muß sich daher nach dem Tanzkränzchen, das am Abend vorher stattfindet, sehr in Acht nehmen, um nicht zu verlieren.
sollen mit der Großen Berliner Kunstausstellung 1913 eine rückschauende Abteilung und eine große Architekturabteilung verbunden werden. Um die Ausstellungen voll zur Geltung zu bringen und den Ausstellungsräumen ein besieres Aussehen zu geben, werden Umbauten und um- fasiende Erneuerungsbauten im Innern de» Landesausstellungsgebäudes erforderlich. Hierzu wird ein staatlicher Zuschuß von 80 000 M in Aussicht genommen.
— Kleine Anfragen. Berlin, 9. Jan. Dem Reichskanzler ging folgende Anfrage des Abgeordneten Müller-Meiningen zu: Ist die öffentlich aufgestellte Behauptung richtig, daß Verabredungen mit der römischen Kurie oder einer anderen Kirchenbehörde über die Besetzung der Lehrstellen oer philosophischen Fakultät der Universttät Straßburg nach konfessionellen Rücksichten bestehen? Für den Fall der Bejahung: Was gedenken die verbündeten Regierungen zu tun, um die Aufhebung einer solchen Abmachung zu erlangen? Dem Reichskanzler ging ferner eine Anfrage des Abgeordneten Henke (Soz.) zu, die folgenden Wortlaut hat: Begannen Verhandlungen mit dem Norddeutschen Lloyd wegen des 1914 ablaufenden Subventionsvertrages und wieweit find dieselben gediehen? Beabsichtigt der Reichskanzler, die Verhandlungen auf andere Reedereien und zwar nach dem Gesichtspunkt der Mindestforderung für gleiche Leistungen auszudehnen? Auf die Anfiage des Abg. Werner-Gießen (Wirtfch. Vereinigung) antwortete der Reichskanzler: Es wird nicht beabsichtigt, ein reichsgesetzliches Verbot des Schachtens in die Wege zu leiten.
— Aus Württemberg. Stuttgart, 10. Jan. Die erste Kammer hat zum ersten Vizepräsidenten Staatsrat v. Buhl und zum zweiten Vizepräsidenten Staatsrat Freiherr« v. Ow gewählt. Durch die Wahl v. Buhls sollte, da bisher stets ein standesherrliches Mitglied des Hauses erster Vizepräsident war, den veränderten Verhältnissen in der Zusammensetzung und Verfassung des Hauses Rechnung getragen werden. — Die zweite Kammer hat den konservativen Abgeordneten v. Kraut mtt 45 Stimmen zum Prästanten gewählt. Haußmann (fortschr. volksp.) erhielt 32 Stint» *«n, dis übrigen Stimmen waren zersplittert.
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Zur Lage
Die Pforte und ihre Vertreter beglücken die Oeffentlichkeit fast täglich mit kategorischen Erklärungen, in denen auf den Besitz von Adrianopel bestanden wird. So hat neuerdings wieder der erste türkische Delegierte in London, Reschid Pascha, dem Sonderberichterstatter des „Matin" gegenüber ausgeführt, er habe von seiner Regierung eine Depesche erhalten, in der unzweideutig erklärt würde, daß die Türkei, welchen Schritt und welche Pression auch immer die Großmächte unternehmen sollten, fest entschlossen sei, Adrianopel und die Inseln nicht abzutreten. Die Depesche fügt hinzu, die Pforte halte es für wenig paffend, daß die türkischen Delegierten den Aufenthalt in London verlängern. Was eine etwaige Drohung der Großmächte mit einer Flottendemonstration vor Konstantinopel anlange, so hätten die Vertreter erklärt: Welchen Eindruck sollte eine derartige Demonstration auf uns machen. Seit zwei Monaten befinden sich Kriegsschiffe fast sämtlicher Mächte auf der Reede von Konstantinopel, und die Bevölkerung der Hauptstadt ist an diesen Anblick bereits gewöhnt. Diese Demonstration mag ein unfreundlicher Akt und ein Beweis für die Einmütigkeit der Großmächte in der Frage von Adrianopel fein, aber sie wird uns gleichwohl gleichgültig lasten. Man kann Konstantinopel nicht bombardieren und man wird dies niemals wagen. Die Pression der Mächte mit oder ohne Flottendemon- stration wird vollkommen wirkungslos bleiben. Auch die türkische Preffe besteht einmütig auf dem Besitze Adrianopels und betont, die Türkei muffe den Krieg ohne Zeitverlust wieder aufnehmen, falls der Schritt der Mächte auf eine Abtretung Adrianopels abzielen sollte. In der Festung selbst soll die Lage nach verschiedenen Meldungen türkischer Blätter recht gut und der Geist der Truppen ausgezeichnet fein. Darauf scheinen sich die Türken auch zu ver- laffen, indem sie hoffen, daß Adrianopel noch längere Zeit dem Ansturm der Bulgaren Widerstand zu leisten vermag.
die Post bezogen 2.25 M. (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen
2,— J*. frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch ^ntltKlhrtlh 11
sInh.: Dr. E. Hitzeroih), Markt 21. - Telephon 55. ovniim tliu, Al. xVUlUUl
mtt oem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und «Landwirtschaftliche Beilage-.
Marburg und Umgegend.
Nachdruck aller Orginalarttkel ist gemäß 5 18 des Urheberrecht» nut mtt bet deutlichen Quellenangabe jDberhrfi '-tta “ gestattet)
Marburg, 11. Januar.
* Lyzeum. Auf Antrag des Direktors, dem das Kuratorium zustimmte, bat das Königl. Provinzialschulkollegium genehmigt, daß die Anstalt den Namen Elisabethschule (städtisches Lyzeum) führt.
* Kreistaassitzuug. Im Fürstenhause fand heute eine Sitzung des Kreistags für den Kreis Marburg statt. Wir werden darüber in nächster Nummer berichten.
* Der Neubau des Marburger Altert«msmufenms, der an d-r Stelle des seitherigen Arbeitshauses geplant ist, befindet sich nach Entwürfen unseres früheren Baurates Vewig z. Z. bei Elwert im Schaufenster ausgestellt.
* Turnverein 1860. Nach der Statistik der Deutschen Turnerschaft vom 1. Januar 1913 hat der Verein Turn- und Spielabteilungen für Männer und Zöglinge, ferner eine Eesangsabteilung, eine Damenturnabteilung, eine Fechterabteilung und eine Oberjägerturnabteilung. Die Mitgliederzahl betrug am 1. Januar 1913 547. Der Besuch aller Hebungsstunden war ein sehr reger.
• Militärische Winterübungen. Aus allen Landesteilen im Bezirk des 11. Armeekorps find jetzt eine größere Anzahl von Mannschaften des Beurlaubtenstandes zu einer achtwöchigen Hebung in geschloffenen Reserveformationen eingezogen worden. Durch diese Hebung, die auf dem Truppenübungsplatz zu Ohrdruf jetzt begonnen hat, sollen die Mannschaften der Infanterie mit der Handhabung von Maschinengewehren vertraut gemacht werden, damit auch für die Maschinengewehrabteilungen die nötigen Reservemannschaften künftig vorhanden sind. Die zu diesen Hebungen erforderlichen Maschinengewehre und die dazu gehörenden Fahrzeuge find von den Regimentern des 11. Armeekorps, die bereits Maschinengewehr-Abteilungen besitzen, bereits nach Ohrdruf Überführt worden.
Versammlungen, Konzerte, Theater, Vergnügungsnachrichten «sw.
* Fortbildungsoerein. Wie schon im Inserat mitgeteilt, findet morgen im Vereinshaus der dritte Abend für Volksbildung und Jugendpflege statt. — Am folgenden Montag beginnen die dieswinterlichen Vortragsabende. Im zoologischen Institut spricht Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Korschelt über „Tierkörper, Zelle und Leben". Der Vottrag ist nur für Mitglieder.
* Kurhessischer Verein für Luftfahrt, Sektion Marburg. Wie bereits Anfang November in dem Eesamtinserat der nationalen Vereine Marburgs angekündigt, finden am Freitag, den 17. Ian., Lichtbildervorträge im physikalischen Institut statt. Hnd zwar wird Herr Dr. med. Schröder sprechen über: Meine Fahrt nach Island und Spitzbergen und meine Begegnung mit Dr. Robitzsch, und Herr Oberlehrer Dr. Brand über: Die Island-Durchquerung von Dr. Alfred Wegener und die letzten von ihm vor seiner Krönland-Durchguerung eingetroffenen Nachrichten. Zahlreiche Originalaufnahmen werden die höchst aktuellen Berichte illustrieren, sodaß ein außerordentlich genußreicher Abend zu erwarten ist. Durch Mitglieder eingeführte Gäste sind herzlichst willkommen.
• Liederkranz-Konzert. Wir weisen noch einmal auf das morgen, Sonntag, den 12. d. M.. abends 8 Hhr stattfindende Konzert des Männer- gefangoereins „Liederkranz" hin. Bekanntlich leistet der Verein Hervorragendes. sodaß auch diesmal ein Kunstgenuß ersten Ranges sicher ist.
* Otto Ernst-Abend. Der vierte und letzte Dichterabend verspricht entschieden der interesianteste und für Marburg gewissermaßen ein literarisches Ereignis zu werden. Ist doch Otto Ernst, der im vorigen Oktober 50 Jahre alt wurde, eine der markantesten Persönlichkeiten unter unseren heutigen Dichtern. Wer lange kämvft, bleibt lange frisch. Das paßt auf niemand richtiger als auf Otto Ernst (lagt fein Biograph Otto- mar Enking), in besten Seele neben den feinsten und zartesten Regungen eines weltentrückten Lyrikers eine wahre Freude daran lebt, sich mit aller Entschiedenheit in den Streit des Tages zu begeben und unbekümmert um das, was ihm feine Widersacher in den Weg werfen, feine Meinung herauszusagen. Wir müsten es besonders in einer Zett wie der unsrigen, die keine Träumer dulden will, sondern alle geistigen Kräfte zur Arbeit aufruft, einerseits als Männertat und andrerseits als Bereicherung unseres Volkstums begrüßen, wenn roh Dichter unter uns haben, die sich nicht damit begnügen, die Welt nut in ihren nach Jbem engsten Begriffe poetischen Werken widerzuspiegeln, sonder« die wachen Auges immer berett find, mit fester Hand und mit tteffenden Worten in das Ringen der Ansichten einzugreifen und der Forderung der Gegenwart zu gehorchen, wo es not tut." Von den zahlreichen Schöpfungen Otto j Ernsts, die hier aufzuführen bet Raum verbietet, fei noch besonders I I , Appelschnitt" genannt, woraus der Dichter mtt vorlieb« »orzuttagen ■
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