MchM Iälmg mtt dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Lau»" und Landwirtschaftliche Beilage".
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Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der llniv.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Donnerstag, 9. Januar
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48. Jahr,.
1913.
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Mmt Ulchiitt enWeilt im Süöpol neues Land. •
Gleichzeitig mit der Hiobspost von der deutschen Spitzbergen-Expedition kommt aus Buenos-Aires ein Telegramm, wonach dort das Expeditionsschiff „Deutschland" der Expedition Filchner eingetroffen ist und gemeldet hat, daß Filchner im 76. Breitengrad ein neues Land entdeckt hat, das er „Luitpold-Land" nannte. Zm Westen wird das neue Land von einem gewaltigen Gletscher begrenzt, den noch keines Forschers Auge sah. Den Gletscher nannte Filchner „Kaiser Wilhelmsland". Gleichzeitig wurde bekannt, dah der Kapitän des Expeditionsschiffes, Kapitänleutnant d. R. Richard Bahsel, während der Reise einem Herzleiden erlag. Bahsel gehörte zu den erprobtesten Polarpionieren und hatte bereits zwei frühere Polarexpeditionen als Kapitän geleitet. . . . Oberleutnant Dr. Filchner wird, nachdem er
sich in Buenos-Aires verproviantiert, von neuem die Polargegenden aufsuchen. Wir bringen aus diesem Anlatz das Porträt des Expeditionsleiters Dr. Filchner und eine Teilansicht seines Expeditionsschiffes „Deutschland". Die Expedition des bayerischen Oberleutnants Dr. Filch- ntr trat bekanntlich am 7. Mai 1911 von Bremerhaven aus die Ausreise in. Das Expeditionsschiff „Deutschland" ist ein früheres Wallfisch- ftingerschiff von außerordentlich starker Bauart und hat sich bisher auch
gut bewährt. Ganz besonders epochemachend wird dabei fetzt in« Gewicht gegenüber allen früheren Expeditionen fallen, daß die deutsch« Südpolarexpedition Filchner» die bisher offenstehende Frage löste, daß zwischen den beiden antarktischen Buchten — dem Rotzmeer im Westen und dem Weddelmeer im Osten — sich festes Land erstreckt und zwar, wie Filchner feststellte, in ganz beträchtlicher Ausdehnung, denn da» „Luitpold-Land" Filchners erstreckt sich vom 67. bis 79. Breitengrad.
Blatt.
Zur Laqe
liegen heute fast ausschließlich günstige Meldungen vor, die, wenn ste sich bestätigen, in kurzer Zeit alle Hindernisse für den Frieden aus dem Wege räumen können. Nach einer Londoner Meldung herrscht in dortigen diplomatischen Kreisen weiter eine hervorragend friedliche Stimmung, da die Großmächte über die Notwendigkeit einig zu sein scheinen, die Schwierigkeiten zu ebnen, die noch die Lage auf dem Balkan umgeben. Dieser Stand der Dinge scheint auf sämtliche Fricdensdelegierte und die anderen Kreise, die dem Verlauf der Verhandlungen folgen, Eindruck gemacht zu haben. Eine weitere Meldung des Reuterbüros besagt, daß die Lage zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland sich in letzter Zeit gebessert hat infolge der offenen Darlegung der Absichten, die zwischen den beiden Mächten bezüglich der non beiden Seiten getroffenen militärischen Maßnahmen stattgesunden haben. Wie ferner das Reuterbüro erfährt, werden die Mächte offiziell benachrichtigt, daß Serbien zum Beweise seines guten Willens im Interesse des allgemeinen Friedens Opfer zu bringen, sich entschloß, unmittelbar nach dem Friedensschluß dieTruppen von der Küste des Adriatischen Meeres z u r ü ck z u z i e h e n. Die serbische Negierung hosfe, indem sie so handele, daß Europa von ihrer Mäßigung Kenntnis nehmen und keine weiteren Opfer verlangen werde, die außerhalb i>er Grenzen ihrer Macht sein könnten. Wie gesagt sind die Meldungen, ihre Richtigkeit vorausgesetzt, woran kaum zu zweifeln sein wird, geeignet, eine optimistische Auffasiung der bestehenden Verhältnisse zu rechtfertigen. Demnach scheint-es nur eine Frage der Zeit noch zu sein, daß die europäische Welt wieder zur Ruhe kommt, allerdings nur, falls nicht neue Konflikte heraufbeschworen werden. Dies zu verhüten aber ist das Amt und die Pflicht der Mächte, die, wenn sie einig sind in dieser Beziehung, alles erreichen können.
Serbische Ersueltaten.
Köln, 8. Jan. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht eine vom 23. Dezember 1912 datierte Korrespondenz ihres Saloniker Vertreters, worin ein angesehener türkischer Kaufmann die Untaten schildert, die im mohammedanischen Orte Doiran verübt wurden. Nachdem der Ort von serbischen Soldaten und zahlreichen bulgarischen Vandenmitgliedern besetzt worden war, bemächtigte man sich sofort der türkischen Aemter und begann zahlreiche Erpresiun- gen. Wer nichts gab, wurde mit dem Tode bedroht. Nachts wurde in die Häuser der türkischen Offiziere eingebrochen, Frauen wurden vergewaltigt. Eine Anzahl auf der Flucht nach Saloniki begriffener unbewaffneter Personen wurde niedergemacht, die hervorragendsten Mohammedaner wurden getötet, viele Ortschaften der Umgegend niedergebrannt, die mohammedanische Bevölkerung abgeschlachtet. In llrgandschilar wurden neunzig Mohammedaner mit den Köpfen aneinandergebunden und niedergestochen. Im Sandschak Serres wurden ungefähr 20 000 Männer umgebracht. •Die Saloniker Konsulate sind von den traurigen Vorgängen benachrichtigt worden.
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Pari», 8. Jan. Bezüglich des von englischen Banken der türkischen Regierung zugehenden Borschusies wird dem „Temps" Nus London gemeldet, daß die Türkei unverzüglich eine Summe von 500 000 Pfund erhalten soll. In dem diesbezüglichen Vertrag verpflichtet sich die türkische Regierung, diese Summe nicht zu militärischen Ausgaben, sondern vor allem zur Bezahlung von Be- «mtengehältern zu verwenden, um so etwaige Ruhestörungen, ««lche die Nichtbezahlung der Gehälter insbesondere in der asia- «schen Türkei Hervorrufen könnte, hintanzuhalten. Nach der «nterzeichnung des Friedens werde die Türkei einen Vorschuß in verstlben Höhe und zu einer »och nicht festgesetzten Frist einen vritten Vorschuß erhalten.
Rom, 8. Jan. Die Zeitungen veröffentlichen folgende De» pesche aus London: Die Meldungen einiger französischer und anderer Blätter über das Schicksal der Inseln und andere Fragen werden in politischen und diplomatischen Kreisen, die gut informiert sind, nicht für vollständig richtig gehalten. Der Dreibund scheint in der Tat darauf zu bestehen, daß außer vier den Dardanellen benachbarten Inseln, nämlich Jmbros, Tenedos, Lemno» und Samothrake auch Chios, Mytilene, Kos und Rhodos der Türkei mit wirksamen Garantien zugunsten der Bewohner verbleiben. Es scheint auch eine vollständige llebereinstimmung zwischen dem Dreibund und der Tripleentente zu bestehen über die Notwendigkeit, Adrianopel an Bulgarien abzutreten mit einigen Klauseln zugunsten der Moscheen, Kirchengüter und Gräber der Khalifen.
Paris, 8. Jan. Nach Blättermeldungen aus London hatte der rumänische Minister Take Ionescu mtt Veniselos eine Unterredung über das künftige Schicksal der kuzowallachischen Gemeinden in den voraussichtlich Griechenland znfallenden Gebieten. Veniselos versicherte, daß diese Gemeinden wie bisher die weitgehendsten Freiheiten in der Ausübung ihres Kultus, sowie hinsichtlich ihrer Schulanstalten genießen würden.
London, 8. Jan. Wie das Reuterbüro erfährt, hat die bulgarische Mission keine offizielle Kenntnis davon, daß die Türket vorgeschlagen hätte, die Gräber und die Moschee in Adrianopel exterritorial zu lasten. Es sei möglich, daß dies in Sofia angeregt worden sei. Man versichert, daß, wenn die Pforte eine derartige Anregung machen wollte, Bulgarien in dem Wunsch, eine noch versöhnlichere Haltung zu zeigen, bereit wäre, dazu seine Zustimmung zu geben.
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Politische Umschau.
Sozialdemokratischer Parteitag für Preußen.
Im Sitzungssaale des Berliner Eewerkschaftshauses begannen Dienstag vormittag die Verhandlungen des vierten Parteitages der Sozialdemokratie Preußens, die im Zeichen der bevorstehenden Landtagswahl und des Wahlrechtskampfes in Preußen stehen. Zwei Anträge Berlin bezw. Esten, welche verlangten, daß die Polenfrage und die Jugendpflege in Preußen auf die Tagesordnung des Parteitages gesetzt werden sollen, wurden abgelehnt, nachdem die Antragsteller dieselben eingehend begründet hatten. Den Bericht der Landtagsfraktion erstattete Landtagsabgeordneter Redakteur Ströbel (Berlin). Darf (Breslau) dankte der Fraktion für ihre Tätigkeit im Abgeordnetenhause und erklärte mit Bezug auf den Fall Vorchardt-Leinert, daß die Sozialdemokraten fordern, daß ihre Abgeordneten im Hause respektiert und nicht belästigt (!) werden. Im Anschluß hieran erstattete Schmidt (Berlin) ein Referat über die Landarbeiterfrage in Preußen. Am Mittwoche wurde die Diskustion über die Landarbeiterfrage fortgesetzt. Hierauf folgte ein Referat des Abg. Hirsch (Berlin) über „Die bevorstehenden Landtagswahlen und der Wahlrechtskamps in Preußen". Er kritisierte die Haltung der verschiedenen Parteien zu der Forderung einer Abänderung des Dreiklaffenmahlsystems und meinte u. a., die Fortschrittler seien in den letzten Jahren entschlossener aufgetreten, man dürfe aber ihre Haltung durchaus nicht überschätzen, denn sie sei nicht ihrer eigenen Initiative entsprungen, sondern nur dem Selbsterhaltungstrieb. Die Behauptung, daß die Sozialdemokratie durch das selbständige Eintreten in den Wahlkampf die Reaktion stärke, sei nicht neu. Rach Ansicht der Fortschrittler werde überall da ein falsches Bild von den Stichwahlen gegeben, wo sie selbst bei den Wahlen ausfallen (!). Die Nationalliberalen seien auch heute noch für eine Einschränkung des Vereinsrechts und des Koalitionsrechts, sie seien nicht zuverlässig in Schulfragen. — In der Diskussion wurden auch die zu diesem Thema mit vorliegenden Anträge m liberalen. Darunter finden sich solche, welche unter Umständen ein Zusammengehen mit dem Freisinn befürworten. Krühs (Magdeburg) hob hervor, daß der Wahlkampf zur Sache des ganzen Volkes gemacht werden müffe und erntete lebhaften Beifall. Es trat überhaupt dabei hervor, daß bei der Angelegenheit für die Genossen nur der Agitatorische Gesichtspunkt maßgebend ist. Wenn die Freisinnigen ih^n dabei helfen wollen gut. sonst sind sie ihnen gleichgiltig. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: In allen Wahlkreisen, in denen dies möglich ist, werden selbstverständlich (!) Wahlmänner aufge- stellt. In den übrigen Wahlkreisen wird für diejenigen bürgerlichen Wahlmänner gestimmt, welche das Versprechen abgeben, datz sie nur Kandidaten wählen, die für die Uebertragung de» Reichstagswahlrechtes auf
den Preußischen Landtag stimmen. Bei den Stichwahlen verlangt di« Sozialdemokratie, wenn sie den Ausschlag gibt, die Abtretung des Manda^. Wird dies bewilligt, fo stimmen die sozialdemokratischen Wahlmänner schon im ersten Wahlgang außer für den fozialdemokratt- schen Kandidaten für die Kandidaten der betreffenden bürgerlichen Parteien, Andernfalls stimmen die Sozialdemokraten tm ersten Wahlgang nur für ihr« Kandidaten und enthalten sich bet der Stichwahl der Stimmen. — In der Mittwoch-Sitzung sprach Werner (Berlin II): Wir schicken doch unser« Abgeordneten nicht zur Leistung parlamentarischer Arbeit ins Abgeordnetenhaus, sondern als geschworene Feind« eb«n dieses Dreiklaffenhauses. .Abgeordneter Leinert (Hannover) besprach «ine Reihe taktischer Fragen und betonte, daß e» für das flache Land bei den Urwahlen schon einen Erfolg bedeute, wenn überhaupt Wahlmänner aufgestellt werden können. Die Resolution der Landes- kommiffion wurde sodann angenommen. Weiter wurde eine Resolution gegen die Fleischteuerung angenommen, desgleichen eine Resolution betreffend die Polen- und Dänenfrage, in welcher der Parteitag auf» schärfste die Entrechtung nichtdeutscher, besonders polnischer und dänischer Staatsangehöriger mißbilligt. (!)
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Deutsches Reich.
— Trauerfeier für Eeneralfeldmarjchall Graf ». Schlieffen. Berlin, 8. Jan. Heute nachmittag sand in der Jnvalidenkirche die Trauerseter für den verstorbenen Eeneraladjutanten, General- feldmarschall Grafen v. Schlieffen statt. Der Trauerfeier wohnten außer der Familie des Entschlafenen die hier anwesenden Prinzen und die Söhne des Kaisers, ferner Prinz Friedrich Leopold, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, die Eeneralfeldmarschälle, Generalobersten und Ritter des Schwarzen Adlerordens mit dem Reichskanzler an der Spitze, sowie viele Damen und Herren der Hofgesellschaft bei. Der Kaiser erschien zur Trauerfeier gegen 3 Uhr tm Automobil vom Neuen Palais und legte einen Kranz an dem vor dem Altar aufgebahrten Sarge nieder.
— Die Wahl in Greifenberg-Kamin. Exeifenberg i. Pomm., 8. Jan. (Amtlich.) Bei der gestrigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Greifenberg-Kamin wurden 247 Stimmen abgegeben. Justizrat Erundmann (Treptowa-Rega) (deutschkons.) erhielt 230, Landrat v. Thadden-Triegkaff (Greifenberg) (deutschkons.) 15 Stimmen, ungültig waren 2 Stimmen. Erundmann ist gewählt.
— Landtagskandidaturen. Berlin, 8. Jan. Die Vertrauensmänner der nationalliberalen Partei haben für den 5. nassauischen Landtagswahlkreis den Landrat Büchting-Limburg als Kandidaten aufgestellt. — Die fortschrittliche Volkspartei und die nationallliberale Partei vereinbarten in Elberfeld-Barmen wieder ein Zusammengeehn bei den bevorstehenden Landtagswahlen. Als Kandidaten werden die bisherigen Abgeordneten Fabrikant ©an» tert (Barmen) und Oberrealschuldirektor Dr. Hintzmann (Elberfeld) aufgestellt.
— Steuerzuschläg« t» Preußen. Nach der „Zeitschrift de» preuß. statistischen Landesamtes" kamen 1911 ohne Zuschläge zur Staatseinkommensteuer die fünf Gemeinden Usedom, Sulmirschütz, Mixstadt, Naumburg t. Hesien und Niedenstein aus. 25 Kleinstädte und eine größere Landgemeinde hatten Zuschläge unter 100 Prozent, nämlich Bärwalde i. Neum. mit 50 Proz., Reetz (90), Jarotschin (65), Busche (75), Wansleben (90), Kemberg (75), Gebesee (70), Schildau (90), Thamsbrück (75), Winterberg (50), Königstein a. Taunus (95), Wolfhagen (60), Steinau a. Kinzig (80), Gudensberg (60), Nastätten (95), Neukirchen, Kr. Ziegenhain, (90), Salmünster (38), Zierenberg (80). 51 Städte und,7 größere Landgemeinden hatten 100 Proz. Zuschlag, nämlich: Berlin, Charlottenburg, Neukölln, Schöneberg, Wilmersdorf, Lichtenberg, Steglitz, Friedenau, Treptow, Tempelhof, Zehlendorf und Martendorf, Templin, Woldenberg, Müncheberg, Biesenthal, Postnow, Ratzebuhr, Neuwarp, Eörchen, Ostrowo, Bunzlau, Patschkau, Reinerz, Pitschen, Liebenthal, Egeln, Gräfenhainichen, Schmiedeberg, Schweidnitz, Hadmersleben, Brilon, Schmallenberg, Nieheim, Hallenberg, Obermarsberg, Wiesbaden, Eltville, Hofheim, Hochheim, Treysa, Fritzlar, Kronberg, Hünfeld, Hesi.-Lichtenau, Westerburg, Wetter, Soden, Borken, Frankenau, Rosenthal, Liebenau a. Diemel, Uerdingen, Bruhl, Jülich, Münstereifel, Sankt Goar, Vilich. 269 Gemeinden erhoben Zuschläge zwischen 100 und 150 Prozent. Von 150—200 Proz. 545 Städte und 30 größere Landgemeinden, über 200 Proz. gingen noch 402 Städte und 46 Land» gemeinden hinaus. Die höchsten Zuschläge hatten die Städte Märkisch-Friedland und Mewe, Berent, Ehristburg, Tolkemit, Pillau, Stuhm und Eorzno, das letztere westpreußische Städtchen steht mit 450 Proz. an der Spitze. Im ganzen zeigt ein Vergleich mit früheren Jahren kein erfreuliches Bild.
— Zunahm« her Seesifchsiinge. Hamburg, 3. Jan. Stark zugenommen haben in den letzten Jahren die Seefischfänge der hamburgischen Flotte und der Absatz an den einheimischen Fischmärkten. Vor fünf Jahren zählte die hamburgische Flotte nur 8 Fischdampfer, heut« sind es 50, und 7 neue Dampfer werden im Laufe dieses Jahres hinzukommen. Die Umsätze an den hamburgischen Fischmärkten sind von rund 3.5 Millionen Mark tm Jahre 1907 auf 7,9 Millionen Mark im abgelaufenen Jahre gestiegen, haben sich also mehr als verdoppelt. Sie find gegen 1911 um über 1100 000 Mark gewachsen. Diese Zahlen tragen dazu bei, die Wertschätzung des Fisches als Volksnahrung in ihrer bemerkenswerten Steigerung zu veranschaulichen.
Koloniales.
Steigerung de» Bedarf» an Forftbeamten für die Kolonien. Im Bedarf an Forstbeamten für die deutschen Kolonien und Schutzgebiete ist in der letzten Zeit eine bedeutende Steigerung eingetreten. Daher find die Aussichten für Anwärter auf solche Stellungen tm gegenwärtigen Zeitpunkte als sehr günstig zu bezeichnen. Besonders günstig sind zur Zeit die Aussichten für die Laufbahn der höheren Forftbeamten, welche bereits die zweit« Staatsprüfung abgelegt haben. Interessenten tun gut, sich rechtzeitig an die Kolonialverwaltung zu »enben. Für die höhe-