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wrlwlii Ifflft IMfittin <l/vXA y vniiiy t) ^'viiuiiy rntt oem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Laus" und Landwirtschaftliche Betlaae".

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DieOberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, «M. frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hitzeroih), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Montag, 6. Januar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 »5, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 de, Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahr^

1918.

Erstes Blatt.

Der Streit um die Zahl.

Man schreibt uns:

Vor einigen Tagen veröffentlichte ein Berliner Blatt einen Auf­satz, in dem sein militärischer Mitarbeiter zu beweisen suchte, daß Deutsch­land ein Mehr von rund 113 700 Mann Frankreich gegenüber besitze und sich in der Zahl der zur Uebung eingezogenen Mannschaften des Beurlaubtenstandes stark den französischen Zahlen nähere. Der mili­tärische Mitarbeiter eines anderen Berliner Blattes versuchte die An­gaben dieses Aufsatzes zu widerlegen, und führte seinerseits Zahlen an, die klipp und klar bewiesen, daß Deutschland Frankreich an Zahl der Streiter unterlegen ist und auch bedeutend weniger Leute des Beurlaub­tenstandes üben läßt. Wer hat nun Recht? Das'ersterwähnte Blatt ist von der Richtigkeit seiner Zahlen überzeugt, denn es hat sie aus dem französischen Etat. Das zweite Blatt nimmt für seine Zahlen die größere Glaubwürdigkeit in Anspruch, denn sie sind denJahrbüchern für die Deutsche Armee und Marine" entnommen. Dieser Streit um Zahlen ist der beste Beweis für die von einem großen rheinischen Blatte kürz­lich aufgestellte Behauptung, daß die Mittel, mit denen viele gegen .Lücken" in unserer Armee kämpften, unkontrollierte und unkontrollier­bare Zahlen seien. Von einer Seite, die sich getroffen fühlte, wurde liefe Behauptung mit dem starken WorteSchamlosigkeit", belegt und e klärt, aus den Etats der einzelnen Staaten könne jeder einzelne Mann trtib jedes Gewehr berechnet werden. Wenn die Sache so furchtbar ein­fach ist, warum dann der fortwährende Stteit um Zahlen? In Wirk­lichkeit ist aber die Sache gar nicht so einfach. Rach dem Etat kann wohl jeder seine Berechnungen anstellen, ob sie aber der Wirklichkeit ent- sprechen, ist eine andere Frage. Jedenfalls hat bisher weder der fran­zösische noch der rusiische Eeneralstab die wirklich in Betracht kommen­den Zahlen veröffentlicht, noch werden sie es je tun; ebensowenig darf die deutsche Heeresleitung die in der Oeffentlichkrit erscheinenden falschen Zahlen über deutsche Verhältnisie richtig stellen. Und darum sollte man den Streit um die Zahl besser ganz unterlaßen. Im deutschen Heere tst, so kann man überall lesen und hören, eigentlich nichts mehr in Ord­nung, in Frankreich ist alles tadellos. In Frankreich hat die unbeab­sichtigte Mobilmachung in einigen Orten an der Ostgrenze vorzüglich funktioniert, wer weiß, so wird tteffinnig gestagt, ob dir deutsche ebenso klappen wird? Dabei ist die deutsche Mobilmachung, so wett es mensch­liche Unvollkommenheit überhaupt zuläßt ,bts auf das letzte Tüpfelchen über dem i aufs Sorgfältigste vorbereitet. Die unerhörten Deserttonen, Drückereien und Disziplinwidrigkeiten in der französischen Armee, die Lei der Beratung des Kadre-Eesetzes in der Kammer zur Sprache kamen, können doch von niemand geleugnet werden. Auch durch den Hinweis auf die Einmütigkeit mit der di« französisch« Kammer das Gesetz ange­nommen hat, werden sie nicht aus der Welt geschafft. Durch Herab­setzung unserer militärischen Einrichtungen wird nur Unruhe, Unsicherheit und Mißtrauen gegen die Heeresleitung In das Volk getragen. Wenn dann bei Ausbruch eines Krieges dem Volke die Siegeszuversicht und das unbedingte Vertrauen zu seinen Führern fehlen wird, wenn ihm das Selbstbewußtsein und das Vertrauen in die eigene Kraft abhanden ge­kommen sein wird, dann wird das die Frucht sein, die aus dieser Saat notwendig aufgehen muß. Damit soll nicht gesagt sein, daß wir die Rüstungen unserer Nachbarsvölker etwa nicht aufmerksam verfolgen sollten, daß wir vor Unvollkommenheiten im einzelnen unsere Augen verschließen sollten! Im Gegenteil! Vor allem sollen wir daftir sorgen, daß die allgemeine Dienstpflicht wirklich allgemein« Pflicht bei «ns wird, was sie bekanntlich zurzeit nicht ist. Aber von der Herab­setzung unseres Heeres, auch der indirekten, soll man die Finger laßen!

Die Lage.

Die Friedensverhandlungen

In London scheinen vor dem Abbruch zu stehen, denn die Türken wollen die Forderungen der Balkanverbündeten nicht erfüllen. Da diese aber ihre letzten Vorschläge in der Form eines Ultimatums formulierten, glaubt man in politischen Kreisen kaum noch an eine sofortige friedliche Beilegung der bestehenden Differenzen, es sei denn die Mächte würden ihren Einfluß in die Wagschale werfen und ihrerseits den beiden feindlichen Parteien den Frieden dik­tieren.

Wie verlautet, soll tatsächlich ein Eingreifen der Mächte zu­gunsten des Friedens bei der Pforte unmittelbar bevorstehen. Die Botschafter sollen bereits in einen Meinungsaustausch eingetreten sein. Man wird hoffen dürfen, daß dieser Meinungsaustausch be­endet ist, ehe die Verhandlungen zwischen den Türken und den Balkanverbündeten endgiltig abgebrochen sind, damit die Mächte dann mit ihren Vorschlägen nicht wieder zu spät auf dem Plan er­scheinen. Schwierig wird es allerdings sein, eine einigende Lösung des bestehenden Konflikts zu finden, denn die Differenzen sind zu einschneidender Natur. Es handelt sich bekanntlich vor um den Besitz Adrianopels und der Aegäischen Inseln, d forte angeblich um keinen Preis aufgeben will. Das kam c - - dnem Ministerrat zum Ausdruck, der am Sonnabend von 10 Uhr vormit­tags bis 4y2 Uhr nachmittags dauerte. Die Sitzung gestaltete sich sehr bewegt. Der Ministerrat spaltete sich dann in zwei Gruppen. Die eine, an deren Spitze der Erotzwestr steht, setzte die Beratung über die Friedensfrage fort; die zweite, welche aus dem Marine-, dem Finanz- und dem Eskafminister und dem Unterstaatssekretär im Großwesirrat besteht, beschäftigte sich mit der Frage der Flotten­aktion. Gegen 4 Uhr telegraphierte das Ministerium des Aeußern den Bevollmächtigten in London die neuen Instruktionen, die be­sagen, die Pforte halte an dem Besitze der Archi­pel-Inseln und an der für das Wilafet Adria- nopel fe st gesetzten Grenze fest. Man ist der Ansicht, daß die Entscheidung des Ministerrates den Abbruch der Friedens- Verhandlungen bedeute; doch wird der Ministerrat sich von neuem versammeln, um die Antwort der Balkandelegierten zur Kenntnis zu nehmen. Nach einer weiteren Meldung beauftragte die Pforte Ihre Botschafter, den Mächten in einem Rundschreiben zu erklären, daß die Türkei, um ihren Wunsch darzutun, den Frieden zum Ab­

schluß zu bringen, alle möglichen Opfer bringen und auf alles Ge­biet westlich vom Wilajet Adrianopel verzichten werde, aber gezwungen sei, aufdenBesitzAdrianopelszu bestehen, das für die Verteidigung der Hauptstadt nötig sei. Die Pforte könne die Inseln des Archipels niemals auf» geben. Um aber die Friedensliebe zu beweisen, verzichte sie auf ihre Rechte auf K r e t a. Die Pforte hofft, daß die Mächte die Logik der Beweisgründe anerkennen.

Diese Hoffnung ist allerdings als reichlich optimistisch anzu­sprechen, denn wie aus folgender offiziellen Bekanntmachung der Balkandelegierten hervorgeht, dürfte es kaum angängig sein, daß die Mächte so ohne weiteresdie Logik der Beweisgründe" der Türken anerkennen. Die Unterhändler der Verbündeten teilten nämlich am Sonnabend dem Reuter-Büro offiziell mit, daß, wenn die Türken, welche Vorschläge sie sonst auch machen mögen, am Mon tag nicht alle Forderungen des Ultimatums der Verbündeten erfüllen, die Verbündeten die Verhand­lungen abbrechen und vier Tage danach entsprechend den Bestimmungen des Waffenstillstandes die Feindseligkei­ten auf der ganzen Linie wieder aufnehmen. Eine etwaige türkische Anregung, die Angelegenheiten den Mächtenzuübertragen, wird als eine nur dieTiirkei angehende Frage angesehen, mit welcher die Verbündeten nichts zu tun haben. Demnach scheint der Abbruch der Friedens­verhandlungen sicher zu sein, und es kommt nur darauf an, ob beide Parteien bei der heute (Montag) nachmittag 4 Uhr tagenden Sitzung auf ihrem Standpunkte beharren.

Die Botschafterreunion

in London tagte am Sonnabend vormittag unter der Teilnahme Sir Edward Greys im Auswärtigen Amt. Sie währte iy2 Stun­den. Nach Schluß blieb der italienische Botschafter noch allein im Auswärtigen Amt zurück. Ein türkischer Delegierter zur Friedens­konferenz stattete darauf dem Auswärtigen Amt einen Besuch ab.

Die rumänischen Forderungen.

P a r i s, 4. Jan. Der rumänische-Minister des Innern Take Jonescu erklärte dem Londoner Sonderberichterstatter des Matin" u. a.: Die Behauptung, daß Rumänien eine Art Trink­geld von Bulgarien verlange, ist unbegründet. Wir fordern eine für uns in geographischer und strategischer Hinsicht wichtige Erenz- berichtigung, denn der Balkankrieg führte uns einen offenkundigen Verlust zu. In Makedonien leben 400 000 Rumänen, die bisher ihre Nationalität bewahren konnten, jedoch unter dem neuen Re­gime ins bulgarische, griechische oder serbische Volk aufgehen wer­den. Diese 400 000 Rumänen gehen also für uns verloren. Aber auch in politischer Beziehung ist unsere Forderung gerecht. Denn wir hätten den Krieg verhindern können. Dank unserer Neutrali­tät konnten die Balkanstaaten ihr Gebiet durch die Länder der europäischen Türkei vergrößern. Auf die Frage des Interviewers, ob Rumänien, falls seine Forderung abgelehnt werden sollte, den Krieg erklären würde, entgegnete Jonescu: Ein Krieg zwischen Rumänien und Bulgarien würde gewiß einen allgemeinen Kon­flikt nach sich ziehen. Sprechen wir aber nicht von solch schlimmen Eventualitäten; hoffen wir, daß Bulgarien, das gleich uns mög­lichst enge bulgarisch-rumänische Beziehungen anstrebt, unsere Wünsche günstiger aufnehmen wird als bisher

London, 4. Jan. Danew teilte einem Vertreter des Reu- terschen Büros mit, daß die zahlreichen Gerüchte über die Be- I ziehungen zwischen Bulgarien und Rumänien jeder Grundlage entbehrten.Unsere Beziehungen", sagte Danew,sind sehr gut, wie sie viele Jahre waren und es ist kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß nicht jede Frage, die nach Schluß des Krieges zwilchen Bulgarin und Rumänien sich ergeben kann, so wie etwa die Berichtigung der Grenzen, in befriedigender Weise geregelt werde."

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Konstantinopel, 4. Jan. Die türkische Flotte ist Sonn­abend früh aus den Dardanellen ausgelaufen und geriet um W/2 Uhr in einen Kampf mit der griechischen Flotte.

Konstantinopel, 4. Jan.Jkdam" stellt fest, daß die Drohung der Balkandelegierten, die Friedensverhandlungen ab­zubrechen, in Konstantinopel große Begeisterung hervorgerufen habe. Nach einer Schlacht an der Tschatcrldschalinie würden die Verbündeten mildere Saiten aufziehen müßen.

Belgrad, 4. Jan. Die Regierung bestellte für einen event. Winterfeldzug in Warschau 80 000 Winteranzüge für die Truppen.

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Deutsches Reich.

Ti« Depeschenwechsel. Rom, 4. Jan. Aus Anlaß der Bei­setzungsfeierlichkeiten für den Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter hat der italienische Minister des Aeußern Marquis di San Giu­liano an den Reichskanzler Dr. v. Bethmann-Hollweg folgendes Telegramm gesandt: Meine Gedanken wenden sich in tiefer Be­wegung der Trauerfeierlichkeit zu, die in diesem Augenblick sich vollzieht. Ich habe die Nachricht vom Tode des Herrn v. Kiderlen- Wächter mit der schmerzlichsten Bewegung empfangen und ich werde den persönlichen Beziehungen zu ihm, der hohen Intelligenz und dem freundschaftlichen und loyalen Geist, den er in die zwi­schen uns erörterten wichtigen Fragen hineintrug, "eine unaus­löschliche Erinnerung bewahren. Das Andenken an diesen hervor- ragenden Staatsmann wird seinen Tod lange überdauern. Das Beileid, das ich Euer Exzellenz heute wiederholt zum Ausdruck bringe, drückt mein und der italienischen Regierung tiefstes und aufrichtigstes Empfinden aus. Reichskanzler v. Bethmann-Holl­weg antwortete: Don ganzem Herzen danke ich Euer Exzellenz I für die Beileidskundgebung, die Sie mit im Augenblick der Bei- I

setzung des Staatssekretärs v. Kiderlen-Wächter zu übermitteln die Güte hatten. Ihre tief empfundenen Worte, die den Verdiensten des Berewigten, der stets seine Kraft der Befestigung der herz­lichen Bande zwischen unseren Ländern geweiht hat, in so wür­diger Weise gerecht werden, sind mir ein wertvoller Trost bei dem schmerzlichen Berlust, den ich durch den Tod dieses hervorragenden Mitarbeiters erlitten habe.

Der neue Staatssekretär. Berlin, 6. Jan. Wie verlautet, wurde Botschafter v. Jagow als Nachfolger des Herrn v. Kiderlen- Wächter zum Staatssekretär des Auswärtigen Amts in Aussicht ge­nommen. Rom, 6. Jan. DasEiornale d'Jtalia", das be­reits gestern abend v. Jagows Berufung als Nachfolger von Kiderlen-Wächters kommentierte und das bisher nicht »erode zu den Bewunderern v. Jagows gehörte, sieht in dem künftigen Staatssekretär auch "den künftigen Reichskanzler. In den diplo­matischen Kreisen Roms beurteilt man Jagows Ernennung sehr objektiv.

Eeneralfeldmarschall Graf o. Schlieffe« -J-. Berlin, 4. Jan. Heute nachmittag ist Generalfeldmarschall Graf von Schlieffen ver­storben. Derselbe war Ritter des Schwarzen Adlerordens and Ehei des Generalstabs der Armee.

Zur Erneuerung des Dreibundes. Rom, 5. Jan. Anläßlich des Austausches der Ratifikationsurkunden des Dreibundvertrages verlieh der König das Eroßkreuz des Mauritius- und Lazarus- ordens dem österreichischen Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh, dem ungarischen Ministerpräsidenten Lukacs. dem österreichischen Botschafter in Rom, Msrey von Kapos-M6re und dem Sektions­chef im Ministerium des Auswärtigen in Wien, Freiherrn von Macchio. Aus demselben Anlaß verlieh Kaiser Franz Josef dem Ministerpräsidenten Eiolitti, dem Minister des Auswärtigen San Giuliano und dem italienischen Botschafter in Wien Herzog von Avarna des Eroßkreuz des Stephansordens.

Verhaftete Deutsche. Oran, 5. Jan. Wie die Blätter mel­den, sind die deutschen Staatsangehörigen Wilhelm Krieger, 22 Jahre alt und Adolf Rienner, 24 Jahre alt, die sich seit einigen Tagen in Oran aufhielten und aus Nizza kamen, unter dem Ver­dacht verhaftet worden, die Desertation von Fremdenlegionären, besonders des Soldaten Lett vom 2. Fremdenregimenj veranlaßt und begünstigt zu haben. Die Haussuchung führte zur Entdeckung einer Uniform der Fremdenlegion, einer umfangreichen, in deutscher Sprache gehaltenen Korrespondenz und mehrerer mili­tärischer Gegenstände.

Verschärfung des deutschen Spionagrgesetzes? Wie ver­lautet, haben neuerdings Erwägungen über eine Verschärfung des deutschen Spionagegesetzes stattgefunden, die durch die bereits seit längerer Zeit beobachtete Häufung von Spionagcf^ilen veranlaßt wurden. Angesichts der Ungleichheit der betr. Rechtsverhält- niffe in Deutschland, wie sie sich z. V. im Falle Dahm heraus­gestellt hat, wäre zu wünschen, daß man einer Verschärfung des deutschen Spionagegesehes ernstlich näherträte.

Eine neue Schiffahrtslinie. Bremen, 4. Ian. DerNord­deutsche Lloyd eröffnete einen wesentlich erweiterten Südamerika­dienst mit dem neuen Doppelschrauben-Paßagier- und Fracht­dampferSierra Nevada", dem in vierzehntägigen Zwischen­räumen zwei weitere neue Dampfer der sogenannten Sierraklaße, die DampferKoburg" undEisenach", folgen. Die neue Linie fährt von Bremen über Antwerpen, Boulogne sur mer, Eoruna, Villagarcia, Lißabon und Madeira nach Rio de Janeiro und Buenos Aires. DieSierra Nevada" befördert etwa 70 Kajütten- paßagiere und annähernd 1100 der dritten Klaffe und Zwischendeck nach Südamerika.

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Ausland.

* Wenn der Bizekönig von Indien reist. Der Bruder des durch einen Mordanfchlag schwer verwundeten Vizekönigs von Indien, Lord Hardinge, hielt wie derD. Tgsztg." gemeldet wird, am Freitag abend in London im Vereine christlicher junger Männer einen Vortrag Über den Erösfnungs-Durbar in Delhi. Er machte dabei eine merkwürdige Mitteilung, indem er erzählte, daß so oft sein Bruder, der Vizekönig, Reisen mit der Eisenbahn unternehme, der Bahnkörper von indischen Polizisten bewacht werde, die längs des Schienenstranges in gewißen Ab­ständen aufgestellt seien. Diese Polizisten pflegen nun mit dem Kopse auf den Schienen zu schlafen, um das Herannahen des Zuges nicht zu überhören. Dabet seien einmal 50 Polizisten glattweg geköpft worden. Lord Eurzon fragte Lord Hardinge, woher er dieses Märchen habe, wo­rauf der Vortragende erzählte, daß ihm sein Bruder selbst davon erzählt habe. Hebei das Attentat selbst berichtete Lord Hardinge, daß der Bom­benwerfer nur etwa zwanzig Schritte von seinem Bruder entfernt gestan­den haben müße.

** Persien. Täbris, 4. Jan. Die Volksmenge belagert noch immer das Telegraphenamt. Aus fünf anderen Städten werden die gleichen Ereigniße gemeldet. Die Bevölkerung dieser Städte erklärte sich solida­risch mit derjenigen von Täbris. Sie richtete an die russische Gesandt­schaft in Teheran die Bitte, ihr Gesuch um Entfernung der Bachtiaren aus der Residenz zu unterstützen.

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LandwiUschaftlicker Kreisverein.

Marburg, 4. Jan.

Die Neujahrssitzung des landwirtschaftlichen Kreisvereins ist von jeher eine der bestbesuchtesten des ganzen Jahres. So war es auch dies­mal wieder, denn der große Saal des Restaurants Pfeiffer (Lederer) vermochte den Teilnehmern kaum Platz zu bieten.

Bei Eröffnung der Sitzung hielt der Vorsitzende, Gutsbesitzer Kaiser- Eißelberg, eine kurze Ansprache, in der er auf den Schutz, welchen die Regierung der Landwirtschaft zollt, hinwies und mit einem Hoch auf unseren Kaiser endigte.

Zu Ehren der verstorbenen Mitglieder, Tonrad Müller-Hachborn, Joh. Grau-Ebsdorf und Jakob Heuser-Riederwalgern, erhoben sich bit