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und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und «Landwirtschaftliche Beilaae".
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch dir Post bezogen 2.25 <M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei z. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Sonnabend, 4 Januar
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48. Jahr-, 1913.
Erstes Blatt.
Die Lage.
j f Die Friedensverhandlungen.
London, 2. Jan. Ein Vertreter des Neuterschen Büros hatte eine Unterredung mit Dr. Danew, der erklärte, daß sich die Lage gestern nicht so sehr gebessert habe, wie einige Personen anscheinend glauben. Wir erwarten morgen die neue Karte bezüglich Adrianopels. Wenn wir finden, daß diese Karte nicht den Bedingungen der Verbündeten entspricht, so werden die Verhandlungen abgebrochen werden. — Sehr ruhig betrachtet dagegen die „Times" die Lage. Sie schreibt: Alle Welt weiß, daß keiner der Etreipunkte, an denen die ganze Balkanfrage überreich ist, einen europäischen Krieg wert ist, während die Türkei und die Verbündeten sich darüber klar sind, daß durch einen erneuten Kampf nichts zu gewinnen ist, was nicht durch einen geschäftlichen Abschluß erreicht werden könnte. Niemand will kämpfen, und deshalb sind wir überzeugt, daß niemand kämpfen wird, falls nicht ein sehr unglücklicher Zwischenfall eintritt oder ein sehr grober Fehler begangen wird. Die großen Worte, die Dr. Danew gestern gebraucht haben soll, werden diese Aussichten nicht stören. Er weiß ganz genau, daß die Türken die vollständigen Bedingungen der Verbündeten nicht annehmen können oder werden, ebenso wie Reschid Pascha weiß, daß die Verbündeten die türkischen Gegenvorschläge nicht so, wie sie dastehen, akzeptieren können.
Zu dem Entgegenkommen der türkischen Delegierten in der letzten Sitzung der Friedenskonferenz schreibt die „Vosi. Ztg.": „Die europäische Türkei umfaßte bisher 169 300 Quadratkilometer mit etwas über sechs Millionen Einwohnern. In der gestrigen Sitzung der Friedenskonferenz erklärte sich die Türkei bereit, 125 000 Quadratkilometer mit 3 870 000 Einwohnern aus der Hand zu geben. Es würden ihr alsdann noch 44 300 Quadratkilometer mit 2130 000 Einwohnern übrig bleiben. Aber auch diesen Rest wollen ihr die Verbündeten nicht ungeschmälert lasten. Sie verlangen noch einen Teil des Wilajets Adrianopel mit Einschluß der Festung. Welche Entscheidung schließlich darüber getroffen werden wird, ist in diesem Augenblick nicht abzusehen. Das eine aber ist klar, daß die Türkei sich selbst außerstande fühlt, den Krieg von neuem aufzunehmen. Nach dem Ergebnis der gestrigen Londoner Sitzung kann mit Bestimmtheit behauptet werden, daß der Balkankrieg endgültig verbei ist."
Einigkeit unter den Verbündeten.
London, 2. Jan. Erkundigungen, die das Reutersche Büro unter den nichtbulgarischen Balkandelegierten eingezogen hat, ergaben übereinstimmend eine Bestätigung des von Danew eingenommenen Standpunktes. Die Delegierten erklärten, von einem besonderen serbisch-griechisch-montenegrinischen oder von einem besonderen bulgarischen Standpunkt könne nicht geredet werden. Cie seien alle durchaus einig in der festen Entschlossenheit, ihre Forderungen durchzusetzen. Wenn die Türken sich weigern sollten, hinsichtlich Adrianopels nachzugeben, so würden sie (die Balkandelegierten) die Konferenz verlosten.
Das entschlostene Rumänien.
Bukarest, 8. Jan. König Carol äußerte sich während der gestrigen Audienz zu einem Deputierten aus Jassy folgendermaßen: „Meine Regierung hat ihre Ansprüche an Bulgarien in Sofia bekannt gegeben und gleichzeitig daran die Bemerkung geknüpft, daß Rumänien unter allen Umständen auf deren rückhaltloser Erfüllung bestehe, wiedrigenfalls es zu allem entschlosten sei!" Diese Aeußerung des Königs macht hier großes Aufsehen.
Die albanefische Frage.
London, 2. Jan. Da die Großmächte sich im Prinzip geneigt erklärt haben, die Autonomie für Albanien und die Albaner anzuerkennen, ist eine aus drei Arnauten bestehende Abordnung Jn England eingetroffen, um über die Einzelheiten des zu diesem Zweck zu entwerfenden staatsrechtlichen System» Verhandlungen anzuknüpfen. Heute nachmittag statteten die Delegierten im Auswärtigen Amt einen Besuch ab, wo sie mit dem ständigen Unter- staatssekretär Sir Arthur Nicolson, dem sie durch ein Mitglied de» Balkankomitees des Unterhauses vorgestellt wurden, eine Unter- redung hatten.
Wien, 8. Jan. Der Londoner'Botschafter-Konferenz liegen bezüglich der Abgrenzung Albanien» drei Pläne vor, ein serbisch, ! montenegrinischer, ein österreichisch-ungarischer und ein vermit- stelnder französischer. Dieser fordert die Einsetzung einer Kom- Mission von Unparteiischen zur Festlegung der nationalen Ver- hältniste in der Erenzbevölkerung. Frankreich will nicht gegen jda» Neutralitätsprinzip verstoßen und England scheint ebenfalls nicht unbedingt gegen Oesterreichs Vorschlag zu opponieren.
Rom, 8. Jan. Nach dem „Secolo" erklärte der serbische General Popowitsch in Durazzo, alle serbischen Soldaten und ^Offiziere seien fest entschlosten, Durazzo nicht aufzugeben und sich ^Nicht vom Meere zurückzuziehen. Die albanefische Autonomie sei Mn Erzeugnis der österreichischen Kabinettspolitik. Die Oester- reicher hätten die katholischen Malistoren, die zuerst serbenfreund, fltch gewesen wären, gegen die Serben aufgehetzt. Die Politik .Montenegro« gegen Serbien sei unklar und da» Verhalten de» ^Königs Nikolaus sehr verdächtig. Er tntriguiere auf jede Weise Hegen Serbien» Adttapolitik.
Belgrad, 8. Jan. In Regierungskreisen wird die Mel« Mng über General Popowitsch'» Aeutzerungen betr. Albanien al» serbenfeindliche Jntrigue bezeichnet. Die Armee sei zu diszipli. Kirrt, um gegen die eigene Regierung oder die Botschafterkonferenz
zu frontieren. Durch einen Ukas sind Monastir, Prizrend und Dibra als Sitz serbischer Kreisgerichte bestimmt worden. Serbien dürfte daher nicht leicht in die Abtretung dieser Städte an Albanien einwilligen.
Die Lage in Adrianopel.
Sofia, 3. Jan. Zwei von Adrianopel eingetroffene geflüchtete Offiziere melden der „Franks. Ztg." zufolge, daß in der Festung die Rot ihren höchsten Grad erreicht habe. Die aller Lebensmittel entblößte Bevölkerung der Stadt, in der wegen des Mangels an Petroleum am Abend tiefste Finsternis herrsche, versuche durch tägliche Bittgesuche auf den Kommandanten der Festung einen Druck dahin auszuüben, daß dem furchtbaren Elend baldigst ein Ende gemacht werde.
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Saloniki, 2. Jan. Aus Jenidsche-Wardar wird gemeldet, daß die Bulgarenbanden wieder beginnen, von den Bauern Geld zu erpresten. Diese Banden, deren Verfolgung von den griechischen Behörden angeordnet ist, suchen sich wie früher in der sumpfigen Umgebung von Jenidsche zu verbergen. — Eine starke aus Lasen bestehende Bande soll die Ortschaft Kesaban in Thrazien niedergebrannt und die christlichen Einwohner niedergemetzelt haben.
Bukarest, 3. Jan. Nach Meldungen aus London findet dort eine wichtige Unterredung betreffs der Dobrutschagrenzregu- lierung zwischen dem Vertreter Rumäniens Mischu und dem bulgarische Sobranjepräsidenten Danew statt.
London, 3. Jan. Die griechische Gesandtschaft erhielt ein Telegramm aus Athen, daß die aus 2000 Mann bestehende türkische Besatzung der Insel Chios sich ergeben habe.
Wien, 8. Jan. Es ist nicht unmöglich, daß die Marineverwaltung mit Rücksicht auf die internationalen Ereigniste im nächsten Ministerrat am Sonnabend auf ihre Forderung zurückkommen wird, die Schiffe der „Monarch-Klasse" vor dem Jahre 1915 in Dreadnoughts umzubauen.
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Ausland.
* • Das Befinden Lord Hardinges. Delhi, 3. Jan. Nach einem Bulletin hat der Vizekönig Lord Hardinge wieder mehrere Stunden Fieber gehabt. Möglicherweise wird eine weitere Operation zur Entfernung der Fremdkörper nötig werden. An der Schulter besteht noch immer eine große offene Wunde.
* * Der Kampf gegen fremde Waren in Frankreich. Paris, 3. Jan. Infolge der von einem Teile der hiesigen Preste gegen die fremden, namentlich die deutschen Waren geführten Campagne, wurde hier auf Anregung des Eemeinderatsmitgliedes Payer ein Komitee zum Schuhe der französischen Artikel und Erzeugniste sowie eine Liga französischer Käufer und Konsumenten gebildet, die es sich zur Aufgabe machen will, den ausländischen Wettbewerb zu bekämpfen und für die Schaffung einer für die französischen Artikel bestimmten Schutzmarke einzutreten. Den beiden Vereinigungen sind bereits zahlreiche Mitglieder des Eemeinde- rats und des Generalrats des Seinedepartements beigetreten.
* * Tripolis. Rom, 2. Jan. Die „Agenzia Stefan!" meldet aus Beygyasi: Beduinen von Zeiana befchosten die vorgerückte Stellung in dem nördlichen Sektor an der Küste. Sie wurden von zwei Kompanien erythräifcher Schützen, die von Truppen des 68. Infanterie-Regiments und einer Abteilung eingeborener Truppen unterstützt wurden, zerstreut. Die Feinde hatten große Verluste. Ein Italiener und fünf erythräische Soldaten wurden getötet, dreizehn verwundet. Ein Kriegsschiff bombardierte später die Küste bei Zeiana.
* * Rabiate Syndikalisten. Paris, 3. Jan. Gestern abend drangen die beiden Hauptanführer der Syndikatsbewegung Jouvion und Pataud in das Bureau der „Bataille Syndicaliste" ein, versetzten einem Mitarbeiter des Blattes einen Faustschlag und erhoben gegen die Redakteure den Vorwurf, daß sie von den Royalisten Geld erhielten. Hierauf entfernten sich die beiden unbehelligt.
* * Zur Präsidentenwahl in Frankreich. Paris, 3. Jan. Im „Evenement" tritt der radikale Deputierte Vourelly dafür ein, daß der Präsi- dent der Republik von dem Versailler Kongreß in öffentlicher Abstim- mung gewählt werde. Denn in einer Versammlung, die in ihrer überwiegenden Mehrheit republikanisch sei und dem Willen, der ungeheuren republikanischen Mehrheit des Landes gehorchen müste, könne die geheime y^’mmung nur eine Gefahr für das Regime bilden.
Marburg und Umgegend.
Rachdruck oller Orginalarttkel ist gemäß 8 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Lberhesi Ztg." gestattet.)
Marburg, 4. Januar.
* Universität. An dem Jubiläum der Höchster Farbwerke nehmen, wie wir erfahren, auch mehrere Vertreter der hiesigen Universität teil, um den vielfältigen Beziehungen zwischen ihr und diesem umfangreichsten Unternehmen der chemischen Großindustrie in der Provinz durch Glückwünsche Ausdruck zu geben. Prof. Dr. Troeltsch wird al» Rektor der Universität deren Grüße überbringen, Prof. Dr. Reifiert das chemische Laboratorium ver- tteten. Auch Exz. v. Behring, besten Diphtherieheilserum seit langen Jahren von den Höchster Farbwerken hergestellt wird, wird an der Feier teilnehmen. Die Philosophische Fakultät hat au» Anlaß dieses Jubiläums einem der drei Mitglieder des Vorstandes der Farbwerke, dem Justizrat Haeuser, die Würde eines Doktors der Philosophie Ehrenhalber verliehen.
* Parolemusik findet bei günstiger Witterung am morgigen Sonntag von 12—1 Uh« auf der Keherbach statt. Programm: 1. Finnländischer Reitermarsch (a. d. 30jähr. Krieg); 2. Ouver- tute z. Op. „Garalda", von C. A. Adam; 8. Fantasie a. d. Operette „Orpheus in der Unterwelt", von Offenbach; 4. Feldeinwärts flog ein Vöglein (Lied), von Fr. Curschmann; 5. Walzer a. d. Operette „Ein Walzerttaum", von O»k. Sttauß; 8. Joseph Lanner-Marsch, von I. Wagner.
* vom Kreisarbeitsnachwei«. Beim hiesigen Kreisarbeits. Nachweis suchten im Dezember 884 Personen nm Arbeit nach, ver
mittelt wurden 6 landwirtschaftliche Arbeiter, 3 Hausdiener, 1 Schlosser, 1 Sattler, 1 Schreiner, 1 Spengler und 1 Schneider.
* Der Landwirtschaftliche Kreisverein hielt heute mittag im Rest. Pfeiffer (Lederer) ein Sitzung ab. Wir werden darüber in nächster Nummer berichten.
* Ein neuer Güterwagentyp. Wie die Wiesbadener Handelskammer mitteilt, ist unter Führung der preußisch-hessischen Eisenbahnverwaltung der Versuch, einen einheitlichen Güterrragentyp für den europäischen Verkehr einzuführen, jetzt als gelungen zu betrachten. Der Güterverkehr wird damit eine erhebliche Erleichterung und Verbilligung erfahren.
* Eine neue „Berichtigung" sendet uns heute der Parteisekretär der Fortschrittlichen Volkspartei, Herr Poersch, die, wie die meisten sogenannten Berichtigungen, dem § 11 des Preßgesetze» nicht entspricht. Unsere Leser wird es auch nicht interessieren, wie es bei dem Zwist auf der Redaktion der „Hessischen Landeszeitung" zugegangen ist. Herr Poersch will Herrn Köhler gegenüber nach der heftigen Auseinandersetzung sich in einem Schriftstück bereit erklärt haben, auszutreten unter der Bedingung der Weiterzahlung des Gehalts, was ihm auch zugesagt sei. Uns bleibt es unverständlich, wie jemand, der seinem Chef hat „eine runter hauen" wollen, sich überhaupt in eine Erörterung der Angelegenheit ein« lassen kann. Daß das „Nunterhauen", eine sonst nicht übliche Gepflogenheit auf deutschen Redaktionen, ein völlig ausreichender Grund zur Entlassung, ja sogar zur Verweigerung der Gehaltszahlung ist, dürfte keinem zweifelhaft sein. Wir haben uns notgedrungen mit der Persönlichkeit des Herrn Poersch öfter beschäftigen müssen. Unsere Leser werden sich seiner widerwärtigen fortgesetzten Angriffe gegen unser Blatt erinnern, die wir hin und wieder mehr humoristisch abzutun hatten. Sein Verfobi-en gegen« über Herrn v. Eerlach als Besitzer der „Hess. Landesztg." war gleichfalls so, wie man es in anderen deutschen Redaktionen nicht gewöhnt ist. Daß Herr Poersch heute unser Blatt mit der Erörterung seiner persönlichen und keineswegs besonders anziehenden Angelegenheiten beehrt, stellen wir als besonders interessant fest. Damit ist der Fall für uns aber auch völlig erledigt.
* Ein Kinderlnftballon. Zu unserer gestrigen diesbezüglichen Notiz wird uns mitgeteilt, daß ein anderer Kinderlnftballon, der ebenfalls hier abgelassen wurde, in Watzdorf bei Bad Blankenburg aufgefunden wurde.
* Stiftungsfest. Im Saale des Caf4 Quentin hielt gestern abend der Ortsverein Marburg des Deutschen Kellnerbundes sein 16. Stiftungsfest, bestehend in Theater, Vorträgen und anschließendem Ball, ab.
* Gefundene Gegenstände. Als gefunden wurden im Monat Dezember gemeldet: Mehrere lose Geldbeträge, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 2 Schirme, 2 Brillen mit Etui, 1 gold. Kettenarmband, 1 kleines Messer, 2 Pompadure, 1 Täschchen mit Schreibeffekten, 1 Kinderschuh, 1 Paar Handschuhe, 1 Schirmüberzug; ferner in den Wagen der elektrischen Straßenbahn: 1 Paar graue und 1 Paar braune Handschuhe, 1 gelber Kinderstock und ein weißes Säckchen. Als zugelaufen ist gemeldet: 1 dunkelgrauer Hund (Doggenart). Die rechtmäßigen Eigentümer wollen sich zwecks Geltendmachung ihrer Rechte alsbald im Polizeisekretariat (Kiliangebäude, Zimmer Nr. 9) melden, andernfalls anderweit über die Sachen verfügt wird.
* Strafkammer. Wegen schwerer Urkundenfälschung hatte sich u. a. in gestriger Sitzung ein Einwohner aus N. zu verantworten, weil er gelegentlich einer Erbauseinandersetzung bei einer Quittung aus 30 M 230 M machte. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis. — Ein Einwohner aus einem Nachbarorte stand unter der Anklage, in einer Wirtschaft einem anderen Gaste das Portemonnaie entwendet zu haben. Die Verhandlung wurde schließlich ausgesetzt, weil festgestellt werden soll, ob der Angeklagte zurechnungsfähig ist. — Von zwei Bettlern, die zur Ueberweisung an die Landesheilanstalt verurteilt worden waren und die Berufung hiergegen eingelegt hatten, erzielte der eine Aufhebung des Urteils.
veriammlunnen, Konzerte, Theater, vergnügungsnachrichten ufw.
* Wissenschaftliche Vorlesungen. Der Oberhessische Lehrerbund veranstaltet in diesem Jahre seinen 10. Vorlesungskursus, in welchem Herr Prof. Dr. W. B u f ch in zwei Vortragsreihen über „Bismarck" sprechen wird. Bei der gegenwärtig politisch ebenso interessanten wie ernsten Zett dürfte für einen Vorlesungskursrs über jenen genialen Staatsmann gerade der rechte Boden vorhanden sein. Es sind darum auch Nichtlehrer zu den Vorträgen freundlichst eingeladen. Die erste Vorlesungsreihe, für die da« Honorar 2 M beträgt, findet am 1L, 18. und 25. Januar, nachmittags 4%—6 Uhr im Auditorium Maximum der Kgl. Universität statt und wird behandeln: „Bismarcks menschliche und staatsmännische Entwicklung bis zum Eintritt ins Ministerium 1662". Jede nähere Auskunft erteilt bereitwilligst Herr Lehrer Trieschmann, Savagnystraße 9, woselbst auch die Anmeldungen entgegen- genommen werden.
• Stadttheoter. Nochmals sei auf die Volksvorstellung am nächsten Montag hingewiesen, die in Gutzkow'« „Königsleutnant" ein Stück bringt, das weitere Kreise interessieren dürste, da es bekanntlich den jungen Goethe zum Mittelpuntt der Handlung hat und sich an Beschreibungen in „Dichtung und Wahrheit" und „Aus meinem Leben" anlehnt. Eine Wiederholung dieser Vorstellung findet nicht statt. — Direktor Steingoetter hat Herrn Geheimrat Theodor Birt's neues vaterländischer Schauspiel „Aus eiserner Zeit" zur Uraufführung angenommen. Die Premiere dürste Ende dieses Monats erfolgen.
# Der Marburger Konzerivereiu hat für das nächste Abonnemenis- konzett den bekannten Pianisten Karl Friedberg aus Köln gewonnen, der uns ja hier in Marburg ebenfalls schon in bester Erinnerung ist. E» erübrigt sich daher, die ausgezeichneten Qualitäten Friedberg» noch besonders hervorzuheben. Sicherlich wird er auch diesmal die gleiche Anztehungskrast wie bet frühere, Klavierabenden ansüben. Die Ausgabe der Einzelkattrn hat begönne®,