Wir übergeben hier, was uns fremde, wiewohl für gleichen Zweck mit uns verbundene Völker durch Aufopferung und Anstrengung jeder Art gethan haben, um ihre Unabhängkeit nach aussen, Natio- ualgeist und Würde in ihrem Innern sich wieder zu gewinnen. Was das deutsche Volk dafür gethan hat, und noch thut , berühren wir kürzlich, damit der, welcher besonnen die Gegenwart überdenkt, und thätigen guten Willens ist, an dem Beyspiele vieler Gleichgesinnten sich erfreue; derckiber, welcher noch schläft, und weder den Ernst der Zeit fassen, noch zu ihrer Entscheidung sich thätig beweisen mag, aufwache , und durch das, was seine Brüder für die gemeinsame Sache bereits geleistet haben , beschämt werde: Denn nächst Gott, durch lebendigen, von den rechtmäßigen Herrschern der Völker geleiteten und ermunterten Volksgeist ist alles geschehen, was in der neuesten Zeit Großes geschehen ist.
Hauptsächlich der Vaterlandsliebe des österreichischen Volkes, die sich im Jahre 1809, dem Jahre getäuschter Hoffnung aber großer Vorbedeutungso herrlich bewährt hat, und diè auch im verwichenen Jahre wieder dem Entschlusse der Regierung muthig vorangeeilr war, ist die Grösse und innere Tüchtigkeit des Heeres zuzuschrciben, durch die es in kurzer Zeit der Schrecken der Feinde geworden. Unablässig fließen ihm Beyträge aller Art aus allen Ständen und Provinzen des Reichs zu. Diese Beyträge sind frey-villige Gaben; durchaus unabhängig und verschieden von den großen, fast alle Kräfte in Anspruch nehmenden Opfern, welche der Staat, den Krieg zu bestreiten, seinen Bürgern auflegen muß. Bey jedem Anlasse werden reiche Geschenke an Geld, an Naturalbedürfnissen, Kleidungsstücken u. s. w. von Einzelen und von Gemeinden durch Einsammlung gegeben. Zahlreiche Vereine und Filialvereine von ade- lichen Frauen wetteifern in Unterhaltung und Verpflegung der Kranken. Für die Wittwen und Waisen der Gebliebenen, wird von der Heimath aus aufs rühmlichste gesorgt. Die Deutschen, die unter slavischen Völkerschaften, in Ungarn, Galliciey, Siebenbürgen wohnen, stehen nicht hinter ihren heimischen Landesleuten zurück. Ja, wiewohl die Regierung zu Vermehrung der Mannschaft nicht aufruft, so wird doch ununterbrochen die gesetzlich ausgehobene Landwehr durch viele Freywillige vermehrt; der deutschen Legion und der überaus schönen und zahlreichen Velitencompagnien der deutsch - ungarischen Städte nicht zu gedenken.
Die kühne Ermannung des gesummten preussischen Volkes, (heldenmüthigere und gottesfürchtigere Gesinnungen haben wohl niemals in alter und neuer Zeit ein Volk zu Thaten begeistert), der herrliche Beweis, welchen es gegeben hat, daß ein Volk, solange der sittliche Keim nicht völlig in ihm erstorben ist, zwar erkranken kann, aber nur um verjüngt und gesunder wieder aufzuleben, die Kraft, mit welcher feine Ermannung den größten Theil des Vaterlandes nach sich gerissen; das alles durch siegreiche Schlachten bewährt, liegt noch frisch in eines jeden Gedächtniß. Es ist kein Opfer zu nennen, das Preussen nicht gebracht hat. Die Leistungen aller seiner Städte, an ihrer Spitze des von Kriegsunglück ganz erschöpften Berlins, sind unerhört und unglaublich.
Eben so strömen die Bayern, deren brave Jugend lange, mit verhaltenem Zorne, den Fahnen des ungerechten Eroberers folgen mußte , freudig zu den Fahnen des Rechts und des Vaterlandes. Als der König dazu aufrief, kam ihm der laute Jubel seines Volkes entgegen. Vornehm und Gering , Reich und Arm, alles drängt sich Noth unk Gefahr für das Heil der Zukunft zu theilen. Der Kronprinz, an der Spitze des bewaffneten Landes, kann jedes Opfer von ihm verlangen, welches eine gebieterische Zeit fordert.