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JMatimtsbniif unb Betlag bei Buchdrâret bee wreta. e». Waisenhaus-, in Hanau.
General-Anzeiger
Amtlicher Organ fit Statt- and FanLKceis Sanaa.
Erscheint ILgNch mit Ausnahme der Senn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 290 ^erttsprechattschlnfr Nr. 230.
Dienstag den 12. Dezember
fyernsprechanschltts; Nr. 230 1911
Amtliches.
Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Stadtkreise Hanau.
Mit Rücksicht auf die noch bestehende Gefahr der Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche verlängere ich hierdurch die Gültigkeitsdauer meiner landespolizeilichen Anordnung vom 10. Oktober d. J. — A. III. 4899 — Amtsblatt Nr. 41, Seite 356/7 — Verbot des Hausierhandels mit Klauenvieh im Stadtkreise Hanau — um weitere 2 Monate bis einschl. 10. Februar 1912. (A. III. 5912.)
Cassel am 5. Dezember 1911.
Der Regierungspräsident.
I. V.: Behrendt.
Candkräs Hanau.
Infolge Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in Oberdorfelden werden die am 12. September d. J. — V. 6007 — für den Sperrbezirk, Gemeinde Oberdorfelden, von mir angeordneten Maßnahmen hiermit aufgehoben.
Die Gemeinde Oberdorfelden tritt zu dem Beobachtungs- gebiet.
Hanau den 12. Dezember 1911. V. 8344
Der Königl. Landrat.
I. V.: Karbe.
Stadtkreis Hanau.
Auf Grund des § 18 des Gesetzes vom 12. März 1881 betr. die Ausführung des Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen sind als Schiedsmänner zur Schätzung des gemeinen Werts der auf polizeiliche Anordnung gefallenen Tiere für den Stadtkreis Hanau die Herren:
Franz Hoffmann, Oekonom hier,
Andreas Schindler, Metzgermeister hier und Friedrich Baader, Vierbrauereibesitzer hier für das Jahr 1912 wiedergewählt worden.
Hanau den 7. Dezember 1911. P. 13311
Königliche Polizeidirektion.
J. V.: Karbe.
Bekanntmachung.
Die Ausführung der Arbeiten zur Regulierung des Holzabfuhrweges' soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 50 Pfg. bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene An-
Stadttheater in Hanau.
„Gespenster".
Familiendrama in 3 Akten von Henrik Ibsen. Caspiel des Herrn Alexander Moissi vom Deutschen Theater in Berlin.
Nachdem uns vor einigen Tagen das interessante Gastspiel des Frankfurter Komödienhaus-Ensembles geboten worden war, hielt gestern wiederum ein Gast an unserer Bühne Einkehr, dessen künstlerischer Ruf längst schon weit über die Grenzen seines ständigen Wirkungskreises gedrungen ist und der heute in der Bühnenwelt als ein Star seines Rollenfaches genannt wird. Daß Herr Direktor Steff- ter unentwegt bemüht ist uns derartige Kunstgenüsse zu vermitteln und somit das künstlerische Niveau unserer Bühne auf eine Stufe zu erhöhen weiß, wie es wohl nicht viele Theater gleicher Größe aufzuweisen haben, dafür sei ihm unsere vollste Anerkennung gezollt. — „Gespenster", das gewaltige dreiaktige Familiendrama Henrik Ibsens, des bedeutenden norwegischen Universalgenies unv bahnbrechenden Vorbildners unserer modernen Dramen rn Bezug auf gegenwärtige soziale Motive, sollte wieder ein- utal, einen tiefen nachhaltigen Eindruck e: v. nd, wahrhaft ergreifend auf uns wirken. In diesem ^erke' geißelt ^bsen in hochdramatisch-erschütternder Art die sogenannte Vererbungstheorie der Generationen, begründet in der alten Weisheitslehre: „Die Sünden der Väter werden heimgesucht an den Kindern". Verglichen und gemessen an Ibsens eigener Produktion tritt dieses Schauspiel in unmittelbaren Vordergrund, da uns hier immer wieder die erstaunliche meisterhafte Technik, die speziell durch den fesselnden und plastischen Aufbau des dritten Aktes unverkennbar zu tritt, von neuem mit Bewunderung erfüllt. Das eigenartig Charakteristische in diesem Werke ist nicht Naturalis-
böte sind bis zum Eröffnungstermin am Montag den 18. Dezember, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 8. Dezember 1911. 29439
Der Magistrat.
Dr. Gebe schus.
Bekanntmachung.
Die Ausführung von Pflasterarbeiten in der Frankfurterlandstraße zwischen Landgrafenstraße und Rosenau soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort aus gegen Entrichtung von 50 Pfg. bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Anbote sind bis zum Eröffnungstermin am Montag den 18. Dezember, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 8. Dezember 1911. 29437
Der Magistrat.
Dr. E e b e s ch u s.
Bekanntmachung.
Die Lieferung von 165 Kubikmeter Mosaiksteinen für den Ausbau des Holzabfuhrweges soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zim- der 22, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 50 Pfg. bezogen werden.
Verschloffene, mit entsprechender Aufschrift versehene Anbote sind bis zum Eröffnungstermin am Montag den 18. Dezember, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 8. Dezember 1911. 29435
Der Magistrat.
Dr. E e b e s ch u s.
Bekanntmachung.
Die Plätze für den am Freitag den 15. Dezember beginnenden Weihnachtsmarkt werden
Mittwoch den 13. Dezember 1911, nachmittags 3 Uhr, auf dem Marktplatz verlost. mus, sondern Symbolik, jene echte Kunst der Versinnbildlichung, die alle größer angelegte Dichtung auszeichnet oder auszeichnen sollte.
Was uns Herr Moissi als „Oswald" bot, war eine Prachtleistung allerersten Ranges. Der Künstler, der von Natur aus einen scharfen, markanten Gesichtsschnitt hat, wodurch sein Mienenspiel in stark ausgeprägter Form zur Geltung gelangt, besitzt eine selten geschulte Rethorik. Jedes Wort und jede Silbe vom stärksten Affekt bis zum leisesten Flüsterton ist gleichmäßig klar und deutlich zu verstehen; sein Organ ist angenehm wohlklingend und in jeder Skala der Empfindungen modulationsfähig. Was und wie er sprach ist durchaus psychologisch fein abgewägt und aus- durcksvoll. Das Sinnen, Lächeln, Schweigen, momentane Verzweifeln und derlei Ausdrucksmittel wirkten äußerlich tief und stark und erleuchteten blitzartig seelische Abgründe. Vielleicht gelingt es der Direktion, Herrn Moissi noch in einer weiteren Rolle für unsere Bühne zu gewinnen. „Pastor Manders", ein Mensch, der durch seine Lebenserfahrungen in allen an ihn herantretenden Schicksalsbestimmungen eine gewisse Abklärung bewahrt, fand in Herrn Heintze einen recht glücklichen Vertreter. Die Ausgeglichenheit in den Uebergängen von einer Stimmung in die andere, traf der Darsteller bestens. Den verstohlenen, vom Dichter aus äußerst treffend gezeichneten Schuft eines Tischlers „Engstrand" machte Herr CarldeEiorgi mühelos zu einer imposanten Erscheinung. Ebenbürtig stand ihm Frl. Arens als „Regine" zur Seite. Die herzgewinnende Schlichtheit ihres Auftretens wirkte ebenso echt, wie der Durchbruch der lange verhaltenen Empfindung. Die schwer geprüfte Frau „Helene Alving", die sorgsame Mutter und seelische Mitbüßerin der Strafgerichte ihres Hauses wurde von Frl. Hammer wiedergegeben. Die Darstellerin beherrschte die Situation voll und ganz. Sie wußte in eingehender Charakteristik die einzelnen stimmungsvollen Momente fein durchdacht zu wahren und ihre künstlerische Auf-
Die näheren Bedingungen werden vor der Verlosung bekannt gegeben.
Hanau den 16. November 1911. 27919
Der Magistrat.
J. A.: Bartmuß.
Dienstnachrichten ans dem Kreise.
Der Landwirt Friedrich Schaub aus Oberdorfelden ist zum Ortsschätzer der Gemeinde Oberdorfelden bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 11. Dezember 1911. V. 7863
Im Schlacht- und Biehhof zu Frankfurt a. M. ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
Hanau den 12. Dezember 1911. V. 8329
Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 weißer Pompadour mit 2 Taschentüchern und Spiegel.
Verloren: 1 Füllfederhalter.
Hanau den 12. Dezember 1911.
PolitiTcbe Rundschau.
Die zukünftige Organisation der französisch-marokkanischen Streitkräfte. Verhältnismäßig rasch tritt man in Frankreich dem Plan einer vollständigen Militär-Reorganisation für Marokko näher. Sie wird zweifelsohne nur mit großen Schwierigkeiten und großen Mitteln durchzuführen sein, denn noch ist man nur Herr des kleinsten Teils des scherifischen Gebietes; andererseits hofft man aber auch allem Anscheine nach durch Einführung der neuen, strafferen Organisation schneller zu der vollständigen Unterwerfung der noch immer aufständischen Stämme zu kommen. Die Neuorganisation soll vollständig nach algerischem Muster durchgeführt werden. Das sogenannte Regierungsland, das blad el machhsen, wird als Zivilterritorium, das Land der Unbotmäßigkeit, das blad es siba, als Militärterritorium eingerichtet. Eine große Anzahl über die unterworfenen Gebiete verteilter, aus Militär- und Zivilpersonen zusammengestellter Geschäftsstellen, sogenannte bureaux arabes, sollen den Verkehr mit den Stämmen erleichtern. Die bisherigen Kommandobehörden für die Polizeitruppen an der Landgrenze und für das Landungskorps von Casablanca sollen aufhören zu bestehen. An ihrer Stelle werden drei Divisionskommandos in Udschda, Mekines und Casablanca neugebildet. Diese Dreiteilung der marokkanischen Truppen erinnert ganz besonders an das, dem 19. Armeekorps entlehnte Muster. Ein Generalkommando, ebenfalls dem bei dem 19. Armeekorps bestehenden nachgebildet, soll nach Fez, d. h. nach der Residenz des Sultans, verlegt werden. Natürlich werden zahlreiche Truppenneuformationen erforderlich sein, denn man kann kaum die aus Tunesien gäbe einheitlich bis zum Schluffe gelungen durchzuführen. So sind wir denn in der angenehmen Lage, unser Referat in dem Bewußtsein schließen zu können, einen künstlerischen Abend seltener Art an unserer Bühne erlebt zu haben, der einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hinterlassen wird. Herr Heintze genügte als Regisseur vollauf seiner Pflicht.
L. 8.
Belter KammermBkabenh her Frankfurter Luartett-
Hanau, 12. Dez. 1911.
Am gestrigen Abend fand in der „Ccntralhalle" bad zweite Abonnements - Konzert der „Frankfurter Quartett- Vereinigung" (Hock, Dippel, Graf und Appunn) statt. Der Schwerpunkt des Programms war auf Werke z^c i t g e n 8 s s i s ch c r Komponisten gelegt. Ewald Straesser kam mit seinem Streichquartett op. 12 Nr. 1 zum Wort. Von Georg Schumann wurde das F-dur«ff[aDierquintett op. 49 geboten sowie dessen Bearbeitung des P h i l i p p E in a n u e l B a ch ' schen Biolin- duetlS in Sonatenfonn. Ferner waren vertreten Max Kirchbach, Paul Schroeck und Richard Strauß mit je einer Licdkomposiiion, deren gesangliche Darbietung der Solistin Johanna H i l l i tz e r - Frankfurt a. M. oblag. Tschaikowsky und Brahms kann man ebenfalls in gewissem Sinne zu den zeitgenössischen Autoren zählen, so daß »on den „Alten" nur Franz Schubert auf dem Programm figurierte, der aber in feiner unver- wustlichen Lebenskraft ja auch immer noch zu den »Jungen" zählt und fraglos und glücklicherweise noch recht lang .iunq* bleiben wird! ' 3
“DaS S t r a e s s e r' scke e-moll - Streichquartett reprä- tumerte lief) als ein Werk von bemerkenswerter Schönheit und Bedeutung. In allen Sätzen zeigt sich die stilvoll« rlrbert eines geschickten Tonjetzers. Der tüchtige Theorie-