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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Montag den 27. November

Fernsprechaitschltts; Nr. 230 1911

Amtliches.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanan.

Mit Rücksicht auf die Feststellung der Maul- und Klauen­seuche in Bergen und Langendiebach durch den beamteten Tierarzt bestimme ich in Erweiterung meiner landespolizei­lichen Anordnung vom 8. Mai 1911 — A. III. 2152a — Amtsblatt Nr. 19, Seite 140/1 — folgendes:

1. Zu dem Sperrgebiet im § 1 treten die Gemeinden Bergen und Langendiebach.

2. Das Verladen von Vieh — § 7 — auf der Kleinbahn- station Langendiebach ist verboten. (A. III. 5669.)

Castel am 23. November 1911.

Der Regierungspräsident. Erafvon Bernstorff.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau. .

Meine landespolizeilichen Anordnungen vom 19. Sep­tember, 8. November 1911 — A. III. 4435a/5422 — betr. die Bekämpfung, der im Landkreise Hanau aufgetretenen Maul- und Klauenseuche — Amtsblatt Nr. 38/45, S. 328/400 — werden hierdurch wie folgt abgeändert:

Aus dem Spergebiete im § 1 scheiden aus: die Gemeinde Gronau nebst Eutsbezirk Eronauerhof und die Gemeinde Bischofsheim und treten zum Beobachtungsgebiet. (A. III. 5731.)

Castel am 23. November 1911.

Der Regierungspräsident. ErafvonVernstorff.

Eandkrds Hanau.

Infolge Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Gronau nebst dem Eutsbezirk Gronauerhof sowie in der Gemeinde Bischofsheim werden die am 2. Mai 1911 — V. 2753 — bezw. 7. September 1911 — V. 5872 — von mir angeordneten Sperrmatznahmen hiermit aufgehoben. Die genannten Orte treten zu dem Beobachtungsgebiet.

Hanau den 27. November 1911.

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Bekanntmachung.

Das Kurmärkische Dragoner-Regiment Nr. 14 in Colmar i. Els. teilt mit, daß bis Ende August 1912 Dreijährig-Frei­willige für Oktober 1912 angenommen werden. Junge Leute,

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Liturgischer Gottesdienst in der Marienkirche.

Am gestrigen letzten Sonntag des christlichen Kirchen­jahres, welcher uns zum Gedächtnis der lieben, teuren Ent­schlafenen und zu ernsten Betrachtungen über Tod und Gericht gesetzt ist, fand in der Marienkirche unter Mitwirkung des Kirchen - und Knaben-Chorcs ein liturgischer Gottesdienst statt. Dem Rufe der Glocken zu der Abendandacht war so zahlreich Folge geleistet worden, daß die großen Räume des Gotteshauses bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Besonders waren Viele gekommen, um sich an tröstendem Zuspruch zu stärken und an erhebendem Kirchengesang zu erbauen, die am Tage trauernd am Grabe der Gattin, des Gatten, des Kindes, der Eltern, der Schwester, des Bruders oder des Freundes ge­standen hatten. Mit einem Orgelvorspiel wurde der Gottes­dienst eingeleitet, worauf Chor und Gemeinde gemeinschaftlich »Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden ..." fangen. Nach dem Eingangsspruch des Herrn Superinten­dent Fritsch schallte durch den Kirchenchor von der Empore herunter das „Unsere Hilfe siebet im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat" durch das Gottes­haus. Die tiefe Frömmigkeit, die sich hierin offenbart, schwebte weihend über der andächtig lauschenden Gemeinde. So oft der unter der Leitung des Herrn Gg. Wagner stehende Kirchenqesangverein in der Oeffcntlichkeit auftritt, erfreut er durch die Wahrnehmung, daß er an Fülle und Schönheit des Klanges gewonnen hat. Der in den einzelnen Stnnmgruppen gut zu einander abgetönte Chor erzielte auch mit dem Vortrag des Schottischen Kirchenliedes „Das Leben welkt wie Gras . . .", dem 23. Psalm „Gott ist mein Hirt" und dem geistlichen Volkslied „Ein Blümlein nu~ ^. Heide" eine tiefgehende Wirkung, die die andachts­volle Stimmung der Zuhörerschaft noch }U steigern vermochte.

wurde mit reiner Intonation und sicherer Stiunusühnmg

welche bereit und im Besitze eines Meldescheines zum Drei- jährig-freiwilligen Dienst sind, wollen denselben an das Regiment unter Angabe der genauen Adresse einsenden. Handwerker, insbesondere Schmiede, Schneider, Sattler, Schuhmacher, Buchbinder, Musiker, Schreiber PP. haben den Vorzug.

Hanau den 20. November 1911.

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadt- und Eandkreis Hanau.

Auf Grund ministerieller Ermächtigung wird der Ge­werbebetrieb in offenen Verkaufsstellen an dem vorletzten Sonntage vor Weihnachten, am 17. Dezember d. I. bis 8 Uhr abends für die Dauer von 10 Stunden freigegeben.

Am ersten und dritten Sonntage vor Weihnachten, am 10. und 24. Dezember d. I., ist in allen Zweigen des stehen­den Handelsgewerbes die Beschäftigung von Gehilfen, Lehr­lingen und Arbeitern, sowie der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen bis 7 Uhr abends für die Dauer von 10 Stunden zugelasten.

Eine Beschäftigung während der Zeit des Hauptgottes­dienstes an den genannten 3 Sonntagen ist nicht gestattet.

Weiter ist gestattet am ersten Weihnachtsfeiertage:

a) der Handel mit Back- und Konditorwaren, mit Fleisch und Wurst, Vorkostartikeln und mit Milch von 5 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags,

b) der Handel mit Kolonialwaren, mit Blumen, Tabak und Cigarren, sowie mit Bier und Wein während zweier Stunden vor Beginn der Pause für den Haupt­gottesdienst und nicht über 12 Uhr mittags, oie Zei­tungsspedition aber wie an den sonstigen Sonn- und Festtagen.

Hanau den 14. November 1911. P. 12427

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

I. A.: Karbe.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Am 2. Dezember d. Zs., vormittags 10 Uhr, sollen eine an der Kläranlage gelegene Parzelle von etwa 82 ar Flächeninhalt, sowie die Teilparzellen 12 bis 19 in der Feldlage am „Vogelsang" die während ca. 1 Jahr mit Klärbeckenschlamm berieselt wurden, auf die Dauer von 6 Jahren meistbietend verpachtet werden.

Hieran anschließend findet der Verkauf eines an der „Kleinen Hufe" lagernden Komposthaufens aus den gesungen. Wo es erforderlich war, entwickelten die Stimmen Kraft und Fülle, sie ließen es aber auch andererseits nicht an zarter Tongebung fehlen. Frisch und klangschön wieder- gegeben wurde auch der Vortrag des Knabenchores „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben". Die von dem Organisten der Kirche, Herrn P a u l st i ch übernommenen Begleitungen der Gemeindegesänge wurden nach Registrierung und Spiel mit dem Feinempfinden des echten Musikers aus­geführt, auch in dem einleitenden Vorspiel zeigte er technische Zuverlässigkeit. Herr Superintendent Fritsch hielt vor Beendigung des Gottesdienstes eine der Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache, die sichtlich ergriff. Der allgemeine Gesang „Jerusalem, du hochgebaute Stadt", Gebet und Segen und ein Orgelnachspiel bildeten den würdigen Schluß der Abendandacht.

Mskirchellkanzert in der Wanneskirche.

Tausende von Besuchern zählte das gestrige 11. Volks­kirchenkonzert in der Johanneskirche, veranstaltet vom Kir­chenchor der Johanneskirche (Leiter: Herr Wilh. Brei­denbach) unter Mitwirkung geschätzter Solisten und Kunstfreunde hiesiger Stadt. Der Totensonntag am Ende des Kirchenjahres ist ein ernster Tag, dem Gedächtnis der Toten geweiht und zu ernster Einkehr mahnend. Freund­liches Gedenken, bitteres Vermißen wird lebendig in der Seele, aber auch Trauer und trostloser Schmerz tritt zu Tage. Deshalb ist es ein dankbares Unternehmen des Kir­chenchores, in einem Volkskirchcukonzert die Gemeindeglieder zu vereinigen, zu ihrer Erbauung, zum Trost und zu neuem Hoffen beizutragen. Der gewaltige Besuch, den das Gottes­haus aufzuweisen hatte, war der sprechende Beweis dafür, daß die Veranstalter sich auf dem richtigen Wege befinden, die Massen des Volkes heranzuziehen, in den Bann des

Rückständen des Klärbecken-Pumpwerks an den Meist bietenden statt.

Zusammenkunft der Interessenten an der Kläranlage 10 Uhr vormittags.

Hanau den 24. November 1911. 28179

Der Magistrat.

Hild.

Die Mannschaften des Beurlaubtenstandes werden darauf hingewiesen, daß Veränderungen ihrer Wohnung»« bezeichnung, die durch Neubezeichnung der Straße oder neue Regelung der Hausnummern entstanden sind, um­gehend beim Bezirksfeldwebel zu melden sind.

Königliches Hauptmeldeamt Hanau.

Hanauer Ortskrankenkasse.

Für die nächste 1912 beginnende Wahlperiode sind gemäß § 43 des Kaffenstatuts zu wählen:

104 Vertreter der Versicherten und 104 Ersatzleute,

52 Vertreter der Arbeitgeber und 2 Ersatzleute.

Wahlberechtigt sind gemäß § 37 des Kranken-Vers.« Gesetzes alle Kaffenmitglieder, welche großjährig und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind, sowie die Arbeit­geber.

Die Wahlhandlung findet statt:

Für die Arbeitnehmer:

Mittwoch den 29. November, abends 6—8 Uhr

Für die Arbeitgeber:

Mittwoch den 29. November, abends 7—9 Uhr im unteren Saale des Rathauses.

Die Arbeitgeber wählen im Nebenzimmer. Auf Wunsch der Mitglieder wurde die Wahlzeit bis 9 Uhr verlängert.

Hanau den 20. November 1911.

Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse.

Aug. Kiefer, Vorsitzender. 28161

Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 kleiner Perlen-Rosenkranz, 1 Buch (Wolfram v. Eschenbachs Dichtungen; Parzival), 1 Jagd- stock.

Verloren: 1 einteiliges Fernrohr.

Hanau den 27. November 1911.

hehren Gedenktages zu schlagen. Das Konzert wurde ge­hoben durch ein ebenso stimmungsvolles, wie stileinheitliches Programm. Eingeleitet durch ein Choralvorspiel zu dem Choral „Meinen Zesum laß ich nicht" von Max Reger (Or­ganist Herr C. Alt) bot die Feier, die für den Zuhörer Erbauung und Genuß zugleich war, reiche Abwechselung. Außerordentlich wertvoll ist zu bezeichnen die Choralkantate „Meinen Jesum laß ich nicht" für Solosopran, gemischten Chor, Solo-Violine, Solo-Bratsche, Knabenchor und Orgel von Max Reger. Die Sopran-Solopartie hatte ein Mitglied des Vereins, Frl. Ella Krack von hier, übernommen. In gleicher Weise interessant anzuhören war die besonders ein­drucksvolle Kantate „Zur Totenfeier" für gemischten Chor, Baß-Solo, Streichorchester und Orgel von E. Röder. (Baß- Solo: Herr A. Peter, Mitglied des Vereins), die Herr Breidenbach je mit Geschick dirigierte. Weiter bot das Kon­zert a oaxellu-Chöre, ein Orgelspiel „Adagio" von E. Merkel des verdienstvollen Organisten Herrn C. Alt, wohl­gelungene Sologesänge unseres einheimischen Solisten Herrn H. A p p u n n, das für dreistimmigen Knabenchor arran­gierte geistliche Volksli d „Laßt mich gehn" und Gemeinde­gesänge. Herr Pfarrer Fuchs verstand es dann, in einer kurzen, aber gehaltvollen und packenden Ansprache die Her­zen der Besucher noch besonders zu feffeln. Atemlos lauschte die gewaltige Menge seinen Ausführungen, die durchzogen waren von ernstem Mahnen, aber auch freudiger Hoffnung. Und prächtig schloß sich an den Chor mit Orgelbegleitung „Jesus lebt, mit ihm auch ich". Der strebsame Leiter des Jo- hanneskirchenchores, Herr Wilh. Breidenbach, hat mit dem ihm unterstellten sich in wohlgeschulter Verfassung zei« genden Kirchenchor wiederum eine Veranstaltung geboten, die sich würdig den vorangegangenen Darbietungen anschlie» ßen kann.