Hanauer K Anzeiger
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Wtâasdruck und Verlag der Luchdruckerri De» •etetu. es. Waisenhaus« in Seite«.
General-Anzeiger
Anltlicher Organ für Stabs- Mb Fan-Kreis Kanas.
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Erscheint ILgttch mtt Ausnahme der Som». und Feiertag«. mit belletristischer Bellag«. verantwerS. AÄattenr: •. Schrecker ta Sewrn
Nr. 275 F^ernsprechattschlitf; Nr. 230.
Freitag den 24. November
^er»»spr-chanschlusj Nr. 230
1911
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung
Lehrftellen-Vermittelung betr.
Von einer Anzahl der zu Ostern n. I. zur Schul- entlaffitng kommenden Knaben werden Lehrstellen gewünscht und zwar von
5 als Bijoutiers, 1 als Diamantschleifer, 3 als Juweliere, 10 als Kaufleute, 3 als Maschinenschlosser, 1 als Mechaniker, 6 als Schlosser, 1 als Schreiner.
Die Herren Arbeitgeber, welche Lehrlinge durch unsere Vermittelung zu erhalten wünschen, werden gebeten, ihren Bedarf an Lehrlingen Lei der unterfertigten Stelle an- zumelden.
Zugleich weisen wir darauf hin, daß für nachverzeichnete Berufe Lehrlinge gesucht werden:
1 Bauspenglerlehrling, 1 Bijoutierlehrling, 1 Dachdeckerlehrling, 1 Gärtnerlehrling, 1 Glaserlehrling, 1 Sattler- und Tapezierlehrling, 1 Schlosserlehrling, 1 Schlosser- und Schmiedelehrling, 1 Schreinerlehrling, 2 Schneiderlehrlinge, 2 Silberschmiede- und Formerlehrlinge, 2 Silberschmiede- und Ciseleur- lehrlinge, 1 Tapezier- und Dekorateurlehrling, 2 Weißbinderlehrlinge.
Hanau den 18. November 1911. 27965 Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Bekanntmachung.
Die Wohnung im 1. Obergeschoß des Hauses Kleine Sandstraße 10, bestehend aus Stube, Kammer und Küche, ist sofort gegen einen monatlichen Mietpreis von 8 Mk. zu vermieten.
Etwaige Bewerber wollen sich Neustädter Rathaus, Zimmer Nr. 11, während der Sprechstunden (vormittags von 10— 121/s Uhr) melden.
Hanau den 18. November 1911. 27967 Der Oberbürgermeister.
I. V.: Hild.
Bekanntmachung.
Die Entwürfe zu den Haushaltsplänen
der Mittelschulen und der Armenpflege
für das Rechnungsjahr 1912 liegen vom 25. November d. Zs. an 8 Tage lang im Stadtsekretariat, Rathaus, Zimmer Nr. 11, zur Einsicht der Eemeindeangehörigen offen.
Hanau den 17. November 1911. 27945
Der Oberbürgermeister.
Dr. Eebeschus.
Dienstnachrichten ans dem Kreise.
In Hintersteinau, Kreis Schlüchtern, ist die Schweineseuche festgestellt. Diese Gemeinde bildet einen Sperrbezirk. Das Beobachtungsgebiet besteht aus den Ortschaften Neustall, Reinhards, Uerzell mit Klesberg und Wallroth. Schlüchtern den 13. November 1911.
Der Königliche Landrat. Valentiner.
Unter den Pferden in Bönstadt, Kreis Friedberg, ist die Brustseuche (Pferde-Jnfluenza) ausgebrochen.
Hanau den 23. November 1911. V. 7856
Vereinsregister.
Eingetragen ist am 16. November 1911 in das Vereinsregister
„Geflügelzucht-Verein Keffelstadt a. M." eingetragener Verein mit dem Sitze in Hanau. 27947
Königliches Amtsgericht 5 in Hanau.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Erundbuche von Hanau Band 29 Artikel 1813 antet Nr. 125 des Verzeichnisses zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Firma Z. E. Jäger & I. M. Rumpf zu Hanau eingetragene Grundstück
Ktbl. B. Nr. 11 Wiese im Milch, 12,73 Ar,
3 Mark Reinertrag,
— Gruttdsteuermutterrolle Art. 2063 —
am 5. Januar 1912, vormittaas 9 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Nußallee 17 — Zimmer Nr. 13 — versteigert werden.
Hanau, 16. November 1911. 27957
Königliches Amtsgericht, Abt. 2.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Rückingen belegenen, im Grundbuchs von Rückingen Blatt 501 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bäckermeisters Friedrich Wilhelm Eckert in Rückingen eingetragenen Grundstücke:
Krtbl. B Nr. 546/90, Hauptstraße Nr. 29 = 7,26 ar, a) Wohnhaus mit Hofraum, 240 Mk. Nutz.-Wert,
b) Backhaus mit Hofraum, 45 Mk. Nutz.-Wert,
c) Waschküche, 12 Mk. Nutzungswert,
d) Scheune mit Kuhstall,
e) Schweinestall mit Abort,
Krtbl. B Nr. 541/80, Hauptstraße Nr. 31 — 0,55 ar,
a) Wohnhaus mit Hofraum, 75 Mk. Nutz.-Wert,
Krtbl. B Nr. 542/80 rc., Hausgarten, 11,01 ar,
am 19. Januar 1912, nachmittags 3 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in der Lang'schen Saft' wirtschaft in Rückingen versteigert werden.
Langenselbold den 21. November 1911. 28001
Königliches Amtsgericht.
Bekanntmachung.
Die Leihbank in Hanau gewährt zur Zeit
Darlehen gegen Hypothek zu 4% %,
Darlehen gegen Verpfändung von Wertpapieren (Lombard) au 5 %. 27973
Der Zinsfuß für Spareinlagen beträgt 3% %, im Konto- Korrent-Verkehr für Guthaben 3% %, für Schuld 5 %.
Roggenstroh (Flegel- und Preßlangstroh) sowie Hafer kauft fortgesetzt
Proviantamt Hanau. 26795
LMmWftlicher Kreisierei« Hm«.
Nächste Versammlung Samstag den 25. November 1911, nachmittags i/s3 Uhr, im Gasthaus „zum goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Besprechung über den gemeinschaftlichen Bezug von Frühjahrssaatkartoffeln.
3. Vortrag des Herrn Landwirts Heinrich Lind aus Niederissigheim über das neue Reichsviehseuchengesetz.
4. Besprechung über den Ausfall der diesjährigen Ernte.
5. Mitgliederaufnahme.
6. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden ill ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 21. November 1911.
Der Vorsitzende.
Frhr. Laur, Landrat.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 graues Kinderjäckchen, 1 brauner Herren-Handschuh (rechter), 1 Quittungskarte für freiw. Mitglieder der Hanauer Ortskrankenkaffe für Paula Aschenbrenner.
Stehengeblieben bei Seilermeister Dietz, Langstraße 44: 1 Herrenschirm. Empfangnahme daselbst.
Verloren: 1 Paar braunwollene Handschuhe, 1 brauner Kinderpelz.
Entlaufen: 1 junger weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen, 1 roter Rattenfänger.
Eingefangen: 1 verletzte Taube.
Hanau den 24. November 1911.
Politische Rundschau.
Zm englischen Unterhause erklärte in Erwiderung auf eine Anfrage bezüglich der Entsendung russischer Truppen nach Persien Sir Edward Grey: Wie ich höre, besteht jetzt die Absicht, den russischen Forderungen zu willfahren, aber es ist nicht wahrscheinlich, daß dies in wenigen Tagen durch- geführt wird. Inzwischen haben sich die russischen Truppen in Bewegung gesetzt; einige Abteilungen sind bereits in Rescht eingetroffen. Wir haben uns mit der russischen Regierung in Verbindung gesetzt, worauf uns versichert wurde.
daß die Entsendung der russischen Truppen lediglich eine vorübergehende Maßnahme sei, um die gewünschte Genugtuung sicherzustellen.
Die englische Kriegsgefahr. Den „Leipz. N. N." wird geschrieben: Die englischen Blätter bringen eine ganze Anzahl interessanter Einzelheiten über die Kriegsvorbereitungen, die England im September im Hinblick auf die Zuspitzung der internationalen Lage getroffen hatte. Die Veröffentlichung der Nachrichten über die so kurz zurückliegende Gefahr eines deutsch-englischen Krieges erfolgte plötzlich und wird systematisch durch die Preffe und durch Vorträge bekannter Parlamentarier betrieben. Hiernach liegt es ganz klar auf der Hand, daß die Indiskretionen auf eine Quelle zurückzuführen sind. Wer hinter den Kulissen die Fäden gezogen hat, läßt sich noch nicht sagen. Jedenfalls ist es aber charakteristisch, daß die Enthüllungen über die Schärfe des deutsch-englischen Gegensatzes gerade in dem Augenblick gemacht wurden, da in London wie in Berlin gewisse offizielle Kreise für eine Annäherung eintreten und wo Deutschland glaubte, durch seine Nachgiebigkeit in der maroKanischen Angelegenheit die Wege für eine Verständigung mit England geebnet zu haben. Offenbar hat dieser Umstand den antideutschen Politikern Englands ein gewisses Unbehagen erzeugt. Der Gegenzug ist durchaus richtig in seinen Wirkungen berechnet. Veröffentlichte man Tatsachenmaterial, das ein rücksichtsloses Eintreten Englands für Frankreich bewies, so erschwerte man dadurch naturgemäß die Anbahnung eines Einvernehmens mit Deutschland. Und vollends wurde dem gegenwärtigen Kabinett der Draht von Berlin abgeschnitten, als man seit den letzten Tagen gar begonnen hat, bis ins Detail die Stellungnahme der einzelnen Kabinettsminister während der kritischen Septembertage bloßzulegen. Man brauchte diese ganzen „Enthüllungen" über die englischen Kriegsvorbereitungen und über die deutsch-feindlichen Strömungen im Kabinett ja nicht so tragisch zu nehmen, wenn man nicht leider sehr guten Grund hätte, anzunehmen, daß die Darstellung in allen wesentlichen Punkten den tatsächlichen Vorgängen entspricht. Selbst die dem bekannten Preßkonzern der „Daily Mail" und der „Times“ fernstehenden Zeitungen und Monatsschriften gestehen die kriegsdrohende Lage des September ohne weiteres ein. Und jetzt muß sogar der als deutsch-feindlich geltende und in der äußeren Politik stets gut unterrichtete „Daily Graphit" zugeben, daß man zu einem bestimmten Zeitpunkte im September den Ausbruch der offenen Feindseligkeiten, d. h. des Krieges zwischen Deutschland und England im britischen Ministerrate stündlich erwartet habe. Die deutsch-feindliche Stimmung hätte damals im Kabinett die Oberhand gewonnen. Die ängstlichen Gemüter unter den Ministern neigten zwar zu einem Abrücken von Frankreich, das durch den Zug nach Fez dem englischen auswärtigen Amte eine ähnliche unangenehme Ueberraschung bereitet hatte, wie später Italien seinem deutschen Bundesgenoffen. Aber nun kam das Jntereffante: Ausgerechnet die drei Minister, die man stets als die drei verläßlichsten Freunde Deutschlands angesehen hat, übernehmen die Führung des nach Frankreich neigenden Flügels des Kabinetts. Unter der Leitung des Schatzkanzlers Lloyd George, des damaligen Ministers des Inneren Winston Churchill und des Kriegsministers Lord Haldane wurde die deutschfreundliche Ministergruppe überstimmt. Man beschloß, völlig auf die französische Seite überzugehen und im Falle von Komplikationen den damals durchaus nicht so unwahrscheinlichen Kriegsausbruch zwischen Frankreich und Deutschland als casus foederis anzusehen. Durch diesen Schritt wurde die politische Entente der beiden Westmächte tatsächlich in ein Bündnis umgewandelt. Offenbar fürchtete das englische Kabinett, Deutschland werde diese enorme und sehr ostentative Rückenstärkung Frankreichs während der marokkanischen Verhandlungen als einen unfreundlichen Akt ansehen und möglicherweise mit dem Beginn der Feindseligkeiten gegen England beantworten. So erklärt sich auch die Furcht der englischen Flotte vor einem deutschen Torpedoangriff, die sogar schon zum Aushängen der Torpedonetze führte. Aber mit dieser diplomattschen Aktion Englands, die Frankreich Waffenhilfe versprach, war es noch nicht genug. Lord Haldane traf alle Vorbereitungen, um die unmittelbare Einschiffung des englischen Expeditionskorps in Stärke von 150 000 Mann nach dem Kontinent zu ermöglichen. Es war beabsichtigt, diese britische Hilfsarmee an der belgischen Grenze in Aktion treten zu lassen. Doch es lag in der Absicht der obengenannten drei deutsch-.,freundlichen" Minister Deutschland ganz offen zu demütigen. Man plante, eine
Kation der englischen Land- und Mari nestln tkrafte zu inszenieren. Dieser Herausforderung, die un- bedlngt zum Kriege hätte führen müssen, wenn Deutschland El nur auf einen Funken Nationalgefühl Anspruch macht, widersetzte sich aber der damalige Marineminister Mc Kenna aus das entschiedenste. Ueber die so bedeutsamen Vomäuck«