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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.

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Ml. 271 Aernsprechai, schlich Nr. 230.

Samstag den 18. November

^ernfprechanschlns; Nr. 230 1911

Die KeMeMmmtt Mfü! * r.MMtmMtv

18 Reitern

Amtliches.

Landespolizeiliche Anordnung betreffend

die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.

Meine landespolizeiliche Anordnung vom 27. Sept. 1911 — A III 4595a — betr. die Bekämpfung der im Landkreise Hanau aufgetretenen Maul- und Klauenseuche — Amtsblatt Nr. 39, S. 338 — wird hierdurch, wie folgt, abgeändert:

Aus dem Sperrgebiete im § 1 scheiden die Gemein­den Rüdigheim und der Eutsbezirk Rüdigheimerhof aus und treten zum Beobachtungsgebiet. (A III 5556.)

Cassel am 15. November 1911.

Der Regierungspräsident.

Erafvon Bernstorff.

Eandkreis F)anau.

Infolge Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in Rüdigheim und Rüdigheimerhof werden die am 20. September d. Js., V 6171 Nr. 220 des „Hanauer Anzeiger", für den Sperrbezirk, Gemeinde Rüdigheim und Guts­bezirk Rüdigheimerhof von mir angeordneten Maß­nahmen hiermit aufgehoben.

Die Gemeinde Rüdigheim und der Eutsbezirk Rüdig­heimerhof treten zu dem Beobachtungsgebret.

Hanau den 17. November 1911. V 7750

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Unter dem Viehbestände des Bullenhalters W. H. I. Bernges, des Schmiedes Karl Schneider und des Salomon

L Abonnementskonzert des WeinsHen WnMmus.

Hanau, 18. Novbr. 1911.

Der Weins'sche Gesangverein veranstaltete vorgestern in der Centralhalle sein erstes diesjähriges Abonnements­konzert. Das Programm verzeichnete 21 Nummern, welche allesamt in das Gebiet der V o k a l musik gehörten. Das war etwas, was gegen die Gepflogenheit ging. Denn die hiesigen Gesangvereinskonzerte haben durch Einstellung mindestens eines Instrumentalisten ins Programm mit der Zeit einen gewissen eigenartigen, ausgeprägten Charakter bekommen, einen Typ, der dem Konzertpublikum nicht nur zu einer lieben Gewohnheit geworden, für das es sogar im Laufe der Jahre sozusagen erzogen ist. Zweifellos ist innerhalb einer nach Hunderten zählenden Zuhörerschaft nicht ein und dieselbe musikalische Geschmacksrichtung ver­treten. Der eine konzentriert sein Interesse auf die g e- fanglichen Darbietungen, der andere ist empfänglicher für In strumentalvorträge und der dritte liebt die A b w e ch s e lu n g zwischen beiden. Ist eine solche vor­handen, dann kommen wohl im allgemeinen alle Konzert­besucher auf ihre Rechnung. Deshalb bedeutet es eigentlich ein kleines Wagnis, wenn, wie im vorgestrigen Konzert des Weins'schen Gesangvereins, auf jedwede Verschiedenheit in den musikalischen Ausdrucksmitteln geflissentlich verzich­tet und dadurch jene vorher erwähnte, für ein Konzert jedenfalls sehr günstige Abwechselung programmatisch ausgeschaltet wird. Von Erfolg kann dies Beginnen nur dann begleitet sein, wenn durch eine vielgestaltige I n- haltsverschiedenheit der einzelnen Gesangsnum­mern die durch die Natur der Sache vorhandene Einförmig­keit fortgesetzten, nur durch kleine Pausen unterbrochenen Singens auf ein Minimum beschränkt wird, und wenn ferner der Konzertgeber in der Lage ist, in der musikalischen Gestaltung seiner Darbietungen sich recht vielseitig zu zeigen und dadurch des öfteren neue Momente für neue Interessensphären zu schaffen. Das ist dann das wich­tigste bei der Sache. Daß dies aber keine leichte Aufgabe darstellt, liegt auf der Hand. Umsomehr ist es anzuerkennen, daß in dem vorgestrigen Konzert solche schätzbare Werte ge­prägt wurden. In gleich guter Ausführung hörte man sanfte, zarte Weisen und machtvolle Klänge, stille Hingebung und ü b e r s ch ä u m e n d e n Lebensmut, tiefen Ernst und heiteren Scherz. Vacay und Hau­ser, Wllllner und Stockhausen waren in der Me­thodik und in ihrer Wegrichtung vertreten und viele andere gesangskünstlerische Prinzipien zeigten sich durch lange und #y# Erfahrung abgeklärt und den vorliegenden Zwecken

Strauß in Langendiebach ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.

Zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche ordne ich hiermit folgende Schutzmaßregeln an:

Die Gemeinde Langendiebach bildet einen Sperrbezirk. Innerhalb des Sperrbezirks gelten folgende Bestim­mungen:

1. Sämtliche Wiederkäuer und Schweine unterliegen der Stallsperre.

2. Die Plätze vor den Stalltüren und den Gehostsein­gängen der verseuchten Gehöfte, sowie die gepflasterten Wege an den Ställen und auf dem Hofe sind mehrmals täglich durch Uebergießen mit Kalkwasser zu desin­fizieren.

3. Das Geflügel ist so einzusperren, daß es den Hof nicht verlaffen kann.

4. Die Hunde sind festzulegen.

5. Das Betreten der verseuchten Ställe ist nur den Be­sitzern, den mit der Wartung und Pflege beauftragten Personen und den Tierärzten gestattet.

6. Händlern, Schlächtern, Viehkastrierern und andern in Ställen gewerbsmäßig verkehrenden Personen ist das Betreten der verseuchten Gehöfte strengstens untersagt.

7. Die Abgabe roher Milch sind von Molkereirückständen aus den verseuchten Gehöften ist verboten. Dieses Ver­bot erstreckt sich nicht auf Butter und Käse.

8. Das Verlad-"- "M Vi^b ^nf der Bahnstation inner­halb des verseuchten Ortes ist verboten.

9. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk ohne meine Erlaubnis istperboten. Die Einfuhr von Klauen­vieh zur sofortigen Abfchlachtung kann nur unter der Bedingung gestattet werden, daß die Einführung auf Wagen oder mit der Eisenbahn geschieht. Die Ausfuhr von Klauenvieh aus dem Sperrbezirk und der Durch- ttieb von Klauenvieh durch den Sperrbezirk sind ver­boten.

Die Ausfuhr von schlachtreifem Vieh zu Schlacht­zwecken kann ausnahmsweise und nur in dringenden

nutzbar gemacht. Altes und Modernes vernahm das Ohr, und vieles, was dazwischen liegt, — gut bürger­liche Kost, Leckerbissen und auch weniger Schmackhaftes. Eine lange Reihe in lebhafter Vielgestaltigkeit, wohl geeignet zur Erzeugung von allerhand fesselnden Reflekttonen, von stillen Betrachtungen über das, was unmittelbar ans Herz greift, und jenes, was an und für sich gewiß vornehm sein mag, aber auch in seinem Einreden auf den Hörer von vor­nehm-kühler Zurückhaltung ist! Denn ein in sich abge- schlossenes, eng begrenztes Stimmungsmilieu eines Kon­zertes von der Art es vorgestrigen wirkt auf den Konzert­besucher wie ein geistiger Vann: das Ohr lauscht schärfer auf jeden Tag und verchlingt jeden Hauch, d i e E m p f i n- d u n g entwickelt sich unbemerkbar, aber sicheren Schrittes Zu einem momentan hochgradigen Fein gefühl und, da­mit Hand in Hand gehend, reagiert aber auch die Em­pfindsamkeit rascher und leichter.

Mit M a r t i n B l u m n e r s stilvoll und sehr gesang- lich geschriebene Motette „Sei getreu bis an den Tod" führte sich der Sängerchor vorteilhaft ein und schuf für das Konzert einen ebenso sinnigen, als wirkungsvollen Anfang. Ihm folgte mit der zweiten Programmnummer die Altistin Frau G e r t r u d F i s ch e r - M a r e tz k i aus B e r- lin. Die Solistin ist ein Neuling im Hanauer Konzertsaal ein Neuling in der Kunst jedoch nicht. Ihre Stimme erscheint gut geschult und wohl gepflegt. Die Stimmregister sind im Piano prächtig ausgeglichen, das Forte bedarf in den hohen Tonlagen einiger Zurückhaltung' denn hier wirkte das Forcieren des Tones über dis vorhandenen Mit- tel hinaus teilweise etwas ungünstig auf die Tongebung. Demgemäß lagen ihr die lyrischen, weichen Gesänge ungleich besser wie diejenigen mit dramatischem Accent. Der Höhe­punkt ihrer gesanglichen Stärke zeigte sich deshalb auch in der wundervollen Darbietung des I o h a n n es Brahms- schen „Immer leiser wird mein Schlummer". Auch über eine nicht unbedeutende Konzertroutine verfügt 1 Frau Fischer-Maretzki. Den Beweis dafür lieferte der Umstand, daß sie auch solche Gesänge eindrucksvoll zu j gestalten vermochte, welche nicht unmittelbar anspre- I chen, wie z. V. die im vorgestrigen Programm verzeich- ; neten 5 Lieder von Robert Franz. Mit Richard Strauß erzielte sie besonderen Beifall durch das S t ä n d- ch e n." — Anschließend an das erste Auftreten der Altistin sang der Chor einen der schönsten, vielleicht den schönsten der Männerchöre von Vincenz Lachner „Hymne an die Musi k". Der Vortrag dieses Chores war in hohem Maße wirkungsvoll. Er zeichnete sich du ch schöne Schattie- I ruxgen und durch eine Reihe effektvoller Momente au». !

Fällen mit Genehmigung des Herrn Regierungspräfi. denten, welche bei mir zu beantragen ist, erfolgen.

10. Das Treiben von Wiederkäuern und Schweinen aus öffentlichen Straßen ist verboten.

Hanau den 17. November 1911. V. 7748

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Es werden für stärkere Einquartierungen zur Unter» bringung von Offizieren geeignete Privatquartiere gesucht. Die Vergütung für Quartier mit Morgenkost beträgt 4 Mark.

Angebote wolle man auf Zimmer 14 des Rathauser machen, daselbst wird auch nähere Auskunft erteilt.

Hanau den 25. Oktober 1911. 26513

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

1. Arbeitsuchende: 1 Bierbrauer, 1 Dienstmädchen zum 1. Dezbr., 1 Fahrbursche, 1 Gärtner, 1 Hausburiche, 1 Installateur für Gas und Master, 1 Schlaffer, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Schuhmacher, 5 Tagelöhner.

2. Gesucht werden: 1 junges Dienstmädchen auf das Land zu Lehrersfamilie, 1 Monatsfrau, 1 Mechaniker 1 Silberformer.

Hanau den 18. November 1911. 27633

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Die Mannschaften des Beurlaubtenstandes werden darauf hingewiesen, daß Veränderungen ihrer Wohnungs­bezeichnung, die durch Neubezeichnung der Straße oder neue Regelung der Hausnummern entstanden sind, um« gehend beim Vezirksfeldwebel zu melden sind.

Königliches Hauptmeldeamt Hanau.

Mit zwei neuen Nummern von Max Kirchbach „Fel­fe n st i m m e n" und „D a s L i e d" trat jetzt Herr Adolf Müller auf. Die beiden eigenartigen Kompositionell eines starken Talentes brachte der Solist mit seinen wohl« bekannten, schon oft gerühmten künstlerischen Vorzügen zu einer tiefgehenden Wirkung. Besonders war es „D a s L i e d",mit welchem Herr AdolfMllller einen geradezu faszinierenden Eindruck auf seine Zuhörer ausüben konnte. Mit derselben Liebe und Hingebung an die Sache und mit demselben Maß seiner hohen künstlerischen Fertigkeit nahm sich der Solist bei seinem zweiten Auftreten einet sehr schönen und gehaltvollen Komposition unseres einhek- mischen Tondichters A d ol f S t ü b i n g an. Auch diesen Ge­sang brachte er zu verdienten Ehren, sodaß der anwesende Komponist für den Beifall, der seinem „Stilles Ge­denken" geworden, sich persönlich bei Sänger und Publi­kum bedanken konnte. Selbstredend zeigte sich Herr Adolf Müller audj' mit seinen beiden andern EesanasnummerU „Der Asra" von Anton Rubinstein und „Dahei m" von HugoKaun im besten Lichte seiner hochbedeutenden Kunst. — Der nächste Chor war wieder eine Komposition von Adolf Stübing: „Das Mädchen und bet Schmetterlin g“. Es wollte uns scheinen, daß hierbei der Komponist eine große Zahl harmonischer und kontra- punktischer Mittel aufgewendet hat, die mit der Leichtigkeit der Textdichtung nicht im rechten Einklang steht. Anderer­seits muß jedoch unumwunden anerkannt werden, daß der Autor eine ausgesprochene Neigung und Begabung dafür hat, sich von dem Wege der Alltäglichkeit fernzuhalten unki in seine Partituren seine eigene Handschrift mit festen Zügen zu schreiben. Das ist ein Moment, welches für den weiteren Weg eines ausgesprochenen, vielverheißenden Ta« lentes von unschätzbarer Bedeutung sein kann. Mit dem leichten und musikalisch belanglosen, aber nichtsdestoweniger das Ohr momentan ganz angenehm berührenden Chor „D i e Mühle im Tale" war das Gebiet der f. g. Unterhal­tungsmusik flüchtig berührt. Die Wiedergabe dieses ChoreSs förderte die besten Seiten desselben zu Tage. Durch gute Ausführung und liebevolle Behandlung ernteten auch die Chöre „Phillis , mein Kind" von Fritz Bafelt und „H o h o , d u st o l z e s M ä d e l" von A l f r ed D r e» gert wohlverdienten Beifall. Den Schluß des Konzertes machte K a r l F r. Zöllners „Die Wanderschaft^ in charakteristischer Gestaltung des Vortrags. — Aerr _ u st a v A l t v a t e r, dem mit der Klavierbegleitung der Sologesänge ein weites Feld ersprießlicher Wirksamkeit zugcwiesen war, betätigte sich in gewohnter Werfe auf- Beste.