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»râtionsdrmk und Verlag der Buchdruckerei M verein, «,. Waisenhaufe» tu Hamm.

General-Anzeiger

AMcher GlAM für Stillt- uni Fan-Kreis Maan.

EinrSlkungsgeLSHrt

Vic ^gespaltene Petitzetle ober deren Raum tQ Pf» im Neklamentell die Seile 45 Pf».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilag«, verantwort!. Redakteur: & Schr«S«r in v-m».

Nr. 267 Wètttsprechattschlitsr Nr. 230.

Dienstag den 14. November

^erusprechauschlttsr Nr. 230

1911

Amtliches.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die Versteigerung des Laubes im Bezirk Kesselstadt findet am Donnerstag den 16. November 1911, nach­mittags 2 Uhr, statt.

Zusammenkunft: Burgallee vor dem Schießplatz des Schützenvereins.

Hanau den 11. November 1911. 27179

Der Magistrat.

J. A.: Bartmuß.

Bekanntmachung.

Mit Zustimmung der Königlichen Polizeidirektion haben wir die Bezeichnung „Bebraerbahnhofstraße,, in „Ostbahn- Hofstraße" umgeändert.

Außerdem gaben wir der Straße Nr. 5, zwischen LamLoy- straße und Straße Nr. 10, den Namen „Eneisenaustraße", während wir in Hanau-Kesselstadt die Straße Nr. 131a, zwischen Salisweg und Huttenstraße, mit „Sickingenstraße" und Straße Nr. 139, zwischen Salisweg und Kastanienallee, Mit „Am Weihergraben" bezeichneten.

Hanau den 2. November 1911. 27255

Der Magistrat.

Hild.

Der Saatenstand Anfang November 1911.

Regierungsbezirk Cassel, 'Land-Kreis Hanau. Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 — gut, 3 = mittel (durchschnittlich), 4 = gering, 5 =. sehr gering.

Fruchtarten usw.

Durch­schnittsnoten für den

Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten.

Winterw eizen

2,7

2,3

Winterspelz (Dinkel)

2,0

_

Winterroggen

2,7

2,1

Winterraps und -Rübsen

2,9

3,2

Klee

4,0

4,1

Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.

Evert, Präsident. V 7530

Stadttheater in Hanau.

„Der Nastelbinder".

Am Sonntag abend ging vor ausverkauftem Hause diese stimmungsvolle, melodische Operette von L6har.zum zweiten Male in Szene. Im Aufbau an den „Fidelen Bauer" er­innernd und im letzten Akt unverkennbare Aehnlichkeit mit „Mamzelle Nitouche" aufweisend, entbehrt die Operette doch nicht des charakteristischen Eigengepräges, ganz beson­ders auch in musikalischer Hinsicht. Eigentlich arm an soge­nannten „Schlagern", finden wir dennoch eine Fülle an­sprechender Melodien in der Operette und an manchen Stellen wächst die Musik über das Niveau des leichten Genres hinaus, so z. V. in dem sehr schönen Duett der bei­den Tenöre im 2. Akt. Im Vorspiel ist die Poesie der Armut und ihre Stimmungen sehr hübsch getroffen und an lustigen Situationen und grotesken Effekten ist nirgends Mangel. Die im allgemeinen vorzügliche Ausführung wurde durch einen sehr bedauerlichen Unfall getrübt: Frl. Adam erlitt auf offener Szene einen Ohnmachtsanfall, so daß die Vor­stellung auf kurze Zeit unterbrochen werden mußte. Die ge­schätzte Künstlerin erholte sich zwar bald wieder und führte ihren Part mit heroischer Selbstverleugnung durch. Die lebhafte Anteilnahme bei Darstellern und Publikum an dem beklagenswerten Zwischenfall dominierte aber zu sehr und ließ keine rechte Stimmung mehr auskommen. Dies ist um so bedauerlicher, als die übrigen Vertreter der Haupt­partien ausgezeichnet disponiert waren, wie Frl. Harves als Mizzi, Herr W a l l b r ü ck als Janka, Herr F ü n f g e l d als Milosch, Herr Giorgi in der glänzenden Rolle des Juden Pfefferkorn rc. rc. Wir wünschen Frl. Adam recht baldige Erholung und der sympathischen Operette demnächst eine fröhliche Auferstehung unter günstigeren Umständen.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge­markung Langenselbold belegene, im Grundbuchs von Langenselbold zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs­vermerkes auf den Namen der Ehefrau des Landwirts Wil­helm Sahler, Henriette geb. Schultheis in Langenselbold eingetragene Grundstück

Ktbl. 69 Nr. 26, Kreuze Nr. 2 gleich 4 Ar 24 Omtr.

a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten,

190 Mark Nutzungswert,

b) Stall,

c) Stall

am 12. Januar 1912, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Eerichtsstelle — versteigert werden.

Langenselbold den 11. November 1911. 27289

Königliches Amtsgericht.

LiümrWtWtt Kreisnereiii Nou.

Nächste Versammlung Samstag den 18. November 1911, nachmittags ^3 Uhr, im Gasthaus „z u m goldnen Löwen" hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Besprechung über den gemeinschaftlichen Bezug von Frühjahrssaatkartoffeln.

3. Besprechung über den Ausfall der diesjährigen Ernte.

4. Mitgliederausnahme.

5. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Be­kanntmachung in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen lasten.

Hanau den 14. November 1911.

Der Vorsitzende.

Frhr. L a u r, Landrat.

Gefundene nnd verlorene Geoenstönde re.

Gefunden: 1 Damenschirm (auf der Messe), 8 Brötchen-Beutel, 1 altes schwarzes Portemonnaie mit 31 Pfg. und 6 kleinen Schlüsseln.

Verloren: 1 ovaler Henkelkorb, 1 neues Herren­portemonnaie mit 2 Mk. und 1 Pfandschein über eine Uhr.

Zugelaufen: 1 brauner Jagdhund.

Hanau den 14. November 1911.

* Stadttheater. Die heutige Aufführung des Dramas „Faust" von Goethe wird bei volkstümlichen Preisen ge­geben, wieder mit dem Vorspiel auf dem Theater und dem Prolog im Himmel. Anfang 7 Uhr; um pünktliches Er­scheinen wird gebeten. Morgen Mittwoch kommt im Abonne­ment B zum letzten Male die Operette „Don Cesar" zur Aufführung und am Donnerstag gastieren (außer Abonne­ment) die Tanzkünstlerinnen und Prima Ballerinen Louise Stolze und Luzie King von der Frankfurter bezw. Karls­ruher Oper, über deren Bedeutung und Tänze an anderer Stelle berichtet wird. Eine der bedeutendsten, älteren Ope­retten „Der arme Jonathan" von dem altberühmten Meister der Operette Carl Millöcker wird für Freitag mit Herrn Alfred Haase in der Titelpartie unter der Regie des Herrn Direktor Steffter vorbereitet. (Abonn. A.) Für die Schüler und Schülerinnen hiesiger Lehranstalten geht am Samstag nachmittag bei kleinen Preisen „Wallensteins Tod" in Szene und am Sonntag nachmittag wird vielfachen Wün­schen Folge gebend neu einstudiert das preisgekrönte Werk Carl Schönherrs „Glaube und Heimat" ebenfalls bei kleinen Preisen aufgeführt. Am Sonntag abend ist im Abonn. B das packende Schauspiel „Dorothys Rettung".

* Ein „Tanzabend" im Stadttheater. Die Damen Stolze und King, welche, wie wir bereits mitteilten, Donnerstag .den 16. November im hiesigen Stadttheater gastieren, und „Der Tanz" eine Neubelebung antiker und moderner Tänze zeigen werden, sind kürzlich in Frankfurt a. M. bei der „Gesellschaft für ästhetische Kultur" ausgetreten. Die „Frkf. Zeitung" bringt hierüber nachstehende Besprechung: Seit ein deutscher Professor ein leidlich dickes und sogar geistreiches Buch über den Tanz geschrieben hat, ist es ja nicht verwun­derlich daß auch die Tänzerinnen anfangen, auf „streng wissenschaftlicher Grundlage" den Fortschritt zu betreiben. Was dabei gewonnen werden kann, sah man am gestrigen Abend in der „Gesellschaft für ästhetische Kultur". Frl. M.

L. Stolze und Luzie King führten eine Reihe antiker und

Politische Rundschau.

Im Schwarzburg-Rudolstädtischen Landtage haben die Sozialdemokraten durch die Wahlen dieser Tage die Mehr­heit errungen.

Die bayerische Krisis. Der Vorsitzende der Zentrums- fraktion des bayrischen Landtags Lerno, gab in der Sams­tags-Sitzung der Zweiten Kammer die Erklärung ab, daß die Ausführungen des Ministerpräsidenten Grafen Pode- wils keineswegs geeignet seien, seine politischen Freunde zu befriedigen. Unrichtig sei daran, daß der seinerzeitige Beschluß des Finanzausschusses von unzutreffenden Voraus­setzungen ausgehe. Das Zentrum habe eine befriedigende Erklärung des Ministerpräsidenten und des Verkehrsmi­nisters erwartet. Da solche bisher nicht abgegeben sei, sei das Zentrum nicht gewillt, der vom Grafen Podewils aus­gesprochenen Erwartung auf Wiederaufnahme der Verhand­lungen über den Verkehrsetat nachzukommen. So lebhaft das Zentrum die Beseitigung des Konflikts wünsche, müsse es doch auf der Wahrung seiner Rechte bestehen. Man rech­net mit der Möglichkeit einer Auflösung des Landtags. — Wie jetzt bekannt wird, hat der Prinzregent dem Eesamt- ministerium mitgeteilt, daß man auf seine Person und sein Alter bei den Entschließungen in der Angelegenheit des Konfliktes zwischen der Staatsregierung und dem bayrischen Zentrum absolut keine Rücksicht nehmen soll. Er wünscht, daß darüber auch in der Oeffentlichkeit kein Mißverständnis aufkomme und sehe den Entschließungen des Ministeriums entgegen dem er die Entscheidung vollkommen überlaste. Der Regent hat dies auch am Sonntag bei der Tafel, bei der er außerordentlich frisch und rüstig aussah seinen Gästen gegen­über erklärt und dabei noch besonders betont, man solle nicht etwa glauben, daß er krank oder von den Vorgängen der letzten Tage nicht genau unterrichtet sei.

Der Krieg zwischen Italien nnd der Türkei.

Neue Kämpfe bei Tripolis haben am Sonntag stattgefunden. Der offiziöse italienische Telegraph berichtet darüber:

In den ersten Morgenstunden wurde die südliche Front der italienischen Stellungen zwischen der Kavallerieka­serne und dem Dumilianabrunnen angegriffen. Der An­griff wurde von einem Bataillon regulärer Truppen, die von Artillerie unterstützt waren, ausgeführt, kam jedoch 600 Meter vor der italienischen Stellung infolge des Ar­tilleriefeuers zum Stehen. Die Türken verloren 5 Tote, darunter einen Offizier und nahmen zahlreiche Verwun­dete mit sich. Gegen 2 Uhr nachmittags wurde ein neuer ähnlicher Angriff gemacht, der ebenfalls von den italieni-

moderner Tänze in historischer Reihenfolge vor und wußten damit den ganzen Abend recht anmutig und farbenfroh zu beleben. Sie kamen uns ägyptisch, hebräisch, etruskisch, eine hellblaue Tanagrafigur gaukelte vorüber, ein griechisches Paar schlang den Reigen, eine altitalienisch-steife Pavane, ein altdeutsch munterer Bauerntanz, ein preziöses Menuett folgten und eine Gavotte samt Wiener Walzer machten den Beschluß nach den Takten einer kleinen Orchestermusik, die zumeist erst eigens für diese Tänze geschrieben worden ist. Alle Achtung vor dem Fleiß, dem Geschmack der beiden Damen, die es verstanden, die einzelnen Tänze stilistisch klar zu begrenzen und Wiederholungen zu vermeiden. Vorzüglich gelungen schien mir der strenge ägyptische Gebärdentanz, der lustige Bauernreigen und der zierlich ausgestaltete Walzer, dem nicht nur die reizende altwiener Weise von Lanner, sondern auch die duftigen Biedermeier-Fähnchen einen ganz echten Charme verliehen. Dafür mußten wir freilich in an­dern Teilen eine programmatische Trockenheit in den Kaus nehmen, die vielleicht im Hebräischen und Etruskischen nicht zu vermeiden war. Das zahlreiche Publikum belohnte die Künstlerinnen mit wachsendem Beifall und forderte mehr­fach Wiederholungen.

Albumblätter.

Willst du, daß der Schönheit Gunst

Ganz sich dir erschließe, Sieh mit Künstlerblick die Kunst Grüble nicht, — genieße!

Die ihr schätzt nur, war vergangen,

Die ihr nur der Zukunft harrt, Ach, vergeßt nicht, traumbefangen, Daß das Leben Gegenwart. Halm.

Ein gut Wort, gut gesagt und auch gut ausgenommen, Dazu gut angewandt, mag uns zugute kommen.