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Erscheint täglich mit Ausnahme bet Sonn, und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantwort!. «evattèur: 1 Schreier tu Seeon.

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Donnerstag den 9. November

Fernsprechainchli»K Nr. 230 1911

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14 Seiten.

i Amtliches.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Stadtkreise Hanau.

Meine landespolizeilichen Anordnungen vom 10. und 17. Oktober 1911 — A III. 4899 und 4959 — betr. die Be­kämpfung der im Stadtkreise Hanau aufgetretenen Maul- unb Klauenseuche — Amtsblatt Nr. 41/42, S. 356/7/373 — werden hierdurch, wie folgt, abgeändert:

1. Aus dem Sperrgebiete im § 1 scheidet aus: der Stadt­teil, der durch die Wilhelmstratze von der Ueberführung der Hanau — Friedberger Eisenbahn einschl. Nordbahnhof und Hanauer Kleinbahnhof, Antoniterstratze, Nordstratze bis zur Eberhardstratze, im Schlotzhof, Bogenstratze, Marienstratze, Hainstratze einschl. Kleine Hainstratze, Vorstadt bis Kinzig- brücke, sowie weiter durch den in nordöstlicher Richtung bis zur Kinzig zwischen Kinzig- und Wilhelmsbrücke gelegenen Gebietsteil begrenzt ist, sowie der Stadtteil, der durch die Nordstratze bis zur Wirtschaft „Zum Neubau", Nordstratze 53, die Vadergasse, kleine Dechaneigasse, große Dechanei- stratze, Vangertstratze und Hospitalstratze bis Vorstadt ge­bildet wird und treten zum Veobachtungsgebiet im § 10.

2. Das Verbot des Verladens von Vieh — § 7 — auf den Bahnstationen Hanau-Nord und Hanauer Kleinbahn- hof wird aufgehoben.

Cassel den 7. November 1911. A III. 4959a

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Stadtkreise Hanau.

Mit Rücksicht auf die Feststellung der weiteren Ausbrei­tung der Maul- und Klauenseuche in Hanau durch den be­amteten Tierarzt bestimme ich in Erweiterung meiner landespolizeilichen Anordnung vom 10. Oktober 1911 — A HI. 4899 — Amtsblatt Nr. 41, Seite 356/7 — folgendes:

1. Zu dem Sperrgebiet im § 1 tritt in der Stadt Hanau der Stadtteil, der durch den Stadtgraben und zwar von der Vleichstratze bis zum Kanalplatz, die Krämerstratze bis zur Steinheimerstratze, die Steinheimerstratze bis zur Stern- stratze und letztere bis zur Bleichstratze gebildet wird.

2. Das Verladen von Vieh — § 7 — auf der Bahn­station Hanau-West ist verboten.

Kassel den 7. November 1911. A III. 5437

Der Regierungspräsident.

ErafvonVernstorff.

Eandhreis Hanau.

Der Metzger Salomon Strautz IH. in Wachenbuchen be­absichtigt auf dem Grundstück Kartenblatt 20 Nr. 159 — Haus Nr. 90 — zu Wachenbuchen eine Schlächterei-Anlage zu errichten. Beschreibung und Zeichnung derselben liegen im Bureau des Kreisausschusses zur Einsicht aus. Einwen­dungen sind innerhalb 2 Wochen, vom Tage der Veröffent­lichung dieser Bekanntmachung gerechnet, mündlich oder schriftlich in zwei Ausfertigungen bei dem Unterzeichneten anzubringen. Später eingehende Einsprüche bleiben unbe­rücksichtigt.

Zur Erörterung der Einwendungen steht Termin am Samstag den 25. November d. 5., vormittags 10 Uhr, im Bureau des Kreisausschusses an, zu welchem der Antrag­steller und die Interessenten mit dem Bemerken eingeladen werden, dah auch im Falle ihres Ausbleibens die Einwen­dungen zur Gitterung gestellt werden.

Hanau den 7. November 1911. A. 4576

Der Königliche Landrat.

......... Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Nach Erlöschen der Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestände der Oekonomen Schadt, Hainstratze 27, und Zeiger, Tiefestratze 1 hier, werden die am 5. und 9. v. M.

^0906 — von hier aus angeordneten Matznahmen aufgehoben.

Die Bekanntmachung vom 2. d. M. — P. 11793 — im „Hanauer Anzeiger" vom 3. d. M. wird hierdurch nicht berührt

Hanau den 9. November 1911. P. 11793 Königliche Polizeidirektion.

S. A.: KarbL

Bekanntmachung.

Die Entwürfe zu den Haushaltsplänen

der Höheren Mädchenschule,

der Entwässerungsanlage und Latrinengrubenent­leerung, der Degräbniskasse, der Schlachthofkasse und der städtischen Sparkasse für das Rechnungsjahr 1912 liegen vom 10. November d. 3. an 8 Tage lang im Stadtsekretariat, Rathaus, Zimmer Nr. 11, zur Einsicht der Eemeindeangehörigen offen.

Hanau den 2. November 1911. 26968

Der Oberbürgermeister.

Dr. E e b e s ch u s.

Bekanntmachung.

Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbeits­nachweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen aller Berufe kostenfrei nutzbar zu machen.

Wir richten deshalb an alle Interessenten das Ersuchen, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der städtischen Arbeitsver- Mittelungsstelle — Langstratze Nr. 41 hier — anzumelden.

Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelungsstelle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern entgegennimmt.

Hanau den 31. Oktober 1910. 1119

Der Magistrat.

Hild.

— Bekanntmachung.

Umschulungen von Volksschülern innerhalb des Schul­jahres können bis auf weiteres nicht stattfinden.

Hanau den 7. November 1911. 26959

Der Stadtschulrat.

Hahne.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 55 Pfg.

Stehen geblieben bezw. liegen geblieben: bei Cigarrenhändler Pregler, Nürnbergerstratze 19, 1 Damenschirm ; Empfangnahme daselbst. Im Warte­raum bei Herrn Dr. Weber 1 grauer Herrenschirm und 2 alte Herren-Filzhüte; Empfangnahme auf dem Fund­bureau.

Verloren: 1 goldene Damenuhr, .1 Double- Kneifer.

Entlaufen: 1 Dobermannrüde.

Hanau den 9. November 1911.

politische Rundschau.

Der Kaiser ist gestern um 8 Uhr 15 Min. von Göhrde nach Potsdam abgereist.

Im österreichischen Abgeordnetenhause brachten Malik und Hetlinger einen Dringlichkeitsantrag ein, durch den die Regierung aufgefordert wird, die Annullierung des den Staat um Millionen schädigenden Vertrages mit dem öster­reichischen Lloyd wegen des Verkaufs der Arsenalgründe im Wege des ordentlichen Gerichts anhängig zu machen und gegen den gewesenen Handelsminister Weitzkirchner die An­klage zu erheben.

Die Neichsduma hat gestern auf Antrag der Arbeiter­partei den Artikel 12 der Vorlage betreffend Arbeiter- krankenversicherung in der Fassung der Regierung ange­nommen, der den Fabrikbesitzern auferlegt, für die Arbeiter ärztliche Hilfe zu schaffen.

Die schwedische Akademie der Wissenschaften beschloss, den Nobelpreis für Physik dem Professor Wilhelm Wien (Würz­burg) und den für Chemie Frau Curie (Paris) zuzuer­kennen.

Dem zum Befehlshaber der persischen Zollgendarmerie ernannten Major Stokes hat die anglo-indische Regierung die Erlaubnis zum Antritte dieses Amtes endgültig versagt.

Weitere „Politische Rundschau" im zweiten Blatt und in der Beilage.

Die revolutionäre Bewegnnn in China.

Peking, 8. Nov. Nanking ist zu den Revolutionären übergegangen, da die Regierung dem Vizekönig Anweisung erteilt hatte, den Aufständischen keinen Widerstand zu leisten. Der Talarengeneral Tuanfang zögerte aber, da die ihm zu Gebote stehende Truppenzahl von 4000 Mandschuloldaten

ungenügend war, um den Platz zu verteidigen. Er über­gab die Stadt, nachdem aus Peking weitere Instruktionen eingetroffen waren.

Schanghai, 8. Nov. In Nanking begann um O1^ Uhr vormittags das Feuergefecht. Die Mandschus verschanzten sich auf dem Purpur-Hügel, der die Stadt beherrscht. In der Stadt ist der Typhus ausgebrochen.

Die Ermordung des Generals Wulucheng.

Brüssel, 8. Nov. Der „Frankf. Ztg/ wird gemeldet- Die Ermordung des Generals Wulucheng, hat, wie hier ein- getroffene Telegramme beweisen, eine furchtbare Erbitterung bei den Chinesen gegen die Mandschus hervorgerufen. Sogar hier in Brüssel ist die Erbitterung selbst bei Chinesen von hohem Rang zu beobachten. General Wulucheng war kaum 35 Jahre alt. Er hat noch im vorigen Jahre den deutschen Manövern beigewohnt, ist vom Kaiser Wilhelm ms Gespräch gezogen worden und hat einen hohen deutschen Orden erhalten. Seinen Unterricht erhielt Wulucheng unter Leitung eines deutschen Professors in Wutschang. Er war in Wirklichkeit der geheime Leiter der Militärliga, zu gleicher Zeit aber ein persönlicher, fast intimer Freund der kaiserlichen Prinzen. Er soll in der raschen Verleihung einer möglichst weitgehenden Verfassung die einzige Rettung für die Mandschudynastie gesehen und deshalb durch die Erhebung der Truppen von Prtschili dem Hof die Verfassung abge­zwungen haben. Der Hof sandte ihn dann nach Sckangsi, um mit den Truppen zu unterhandeln. Er hatte sich in Be­gleitung weniger Soldaten dorthin begeben. Noch in der Mordnacht hatte er ein Telegramm an die Regierung aufge­geben, in dem er das günstige Resultat der Verhandlungen anzeigte, gleichzeitig' aber die Bestrafung deS Generals Din- schang forberte, der durch CbineienmassakreS in Hankau und durch die Niederbrennung der Chinesenstadt eine unnötige Grausamkeit an den Tag gelegt habe. Die Folge dieser Grausamkeit sei, wie es in dem Telegramm des Generals hieß, ein allgemein auflodernder Haß gewesen, der die Re­volution weitergetragen habe usw. Um 1 Uhr nachts über» steten Mandschus den schlafenden General und schossen ihn nieder, dann schnitten sie der Leiche den Kopf ab. Gerade in dieser Handlung erblicken die Chinesen den Beweis, daß die MandschuS auf geheimen Befehl deS Hofes gehandelt hätten. Heute eingelaufene Telegramme besagen, daß in chinesischen Kreisen zu Peking fest daran geglaubt wird, Wulucheng sei vom Hofe nach Schangst gesandt worden, um ihn unterwegs ermorden zu lassen. Eine heute nachmittag bei der „Agence d'Extremc-Orient" eingelaufenes Telegramm besagt, daß im Saal der Nationalversammlung eine Bomb- aufgefunden worden sei, was die allgemeine Flucht der Ab geordneten zur Folge hatte. Auch hierin erblickt man ein' verräterische Tat des Hofes. Man verdächtigt hauptsächlich den Prinzen Tsaitsun, der schon vor der Ausführung b** Mordes geflohen ist.

Poß Mb Eiseobali«

warten nicht, sie fordern recht­zeitige Ablieferung des :•:

Hanauer Anzeigers

widrigenfalls eine verspätete Be­förderung eintritt. Infolgedessen müssen auch wir wiederholt die dringende Bitte aussprechen, uns grshere Inserate nicht erst in den Morgenstunden der Erscheinungstages, fonbern

am Tage vorher

zuzustellen