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Hanauer W Anzeiger

Serugapret«

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Stotattansbtiuf und Verlag der Buchdrâei bei «rein. eo. Walsenhauss, in Kanas.

General-Anzeiger

AMiher Grgna für Lindt- and Landkreis Kanan.

Erscheint tSgltch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Di« Sgelpaltene Petttzetl« oder deren Amr« Ä $& t* «etlamentett bh Stil« 46 vis.

verantwort!. KsLaktenr: S, Schee«»» te Kana».

Nr. 261 B-rnsprechanschlltst Nr. 230.

Die beMgeNumer mW scher KtoMNtW 12 Seiten.

Hierzu „Amtliche Beilage Nr. 9".

Amtliches.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Der mit Seiner Königlichen Hoheit dem Landgrafen von Hessen abgeschlossene Vertrag über die Verpachtung der Jagd in der Gemarkung der Stadt Hanau liegt vom Mitt­woch den 8. November 1911 ab 2 Wochen lang im Zimmer Nr. 11 des Rathauses öffentlich aus.

Während dieser Auslegungsfrist kann nach F 23 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 jeder Jagdgenosse gegen den Pachtvertrag Einspruch erheben. Der Einspruch darf sich jedoch gegen die Art der Verpachtung und gegen die Pacht­bedingungen insoweit nicht richten, als dieselben durch das Verfahren nach § 21 der Jagdordnung festgestellt sind.

Hanau den 3. November 1911.

Der Jagdvorsteher. 26767

J. V.: Hild.

Pferdevormusterung.

Die Pferdsbesitzer von Buchstaben A bis einschließlich K haben ihre Pferde am 9. November, vormittags 10 Uhr, und diejenigen von Buchstaben L bis Z ihre Pferde am 10. No­vember, vormittags 11 Uhr, zur Musterung zu gsstellen. Eine Stunde vor dem Eestellungstermin müssen die Pferde zwecks Verlesung auf dem Eestellungsort, Viehmarktplatz, sein.

Hanau den 6. November 1911. 26769

Der Magistrat.

Hild.

Dienstnarhrichten aus dem Kreise.

In Frankfurt a. M.-Eschersheim ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.

Hanau den 6. November 1911. V. 7384

Stehengeblieben auf dem Marktplatz: 1 Kord mit Kartoffeln und Gemüse. Abzuholen auf dem Geschäfts- Limmer der Armenverwaltung. 26757 Hanau den 4. November 1911.

Liegengeblieben im Stadttheater: 1 Paar Glace­handschuhe. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armen­verwaltung. 26771

Hanau den 6. November 1911.

Die revolutionäre Bewegung in China.

Die Revolution ist in Schanghai auf der ganzen -inte siegreich. Sie hat sich jetzt auch fast widerstandslos auf feine Umgebung ausgebreitet. Es wird darüber gemeldet:

Die Umgebung von Schanghai, Wufung, Hangtschou und Sungkiang ist in den Händen der Revolutionäre. Sutschou ist zu ihnen übergegangen. Die Aufständischen erließen eine Proklamation, durch die die Likinzölle auf­gehoben werden und die Seezölle aufrechterhalten bleiben.

Im übrigen scheint die Revolution in Schanghai keines­wegs das abschreckende Aeußere zu haben, das man in der Vorstellung mit ihr zu verbinden pflegt. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus wurde die Ordnung in Schanghai bisher nicht gestört. Im Arsenal wurden Waffen und Mu­nition unter die Rekruten der Aufständischen verteilt, die allen Schichten der Bevölkerung, besonders aber studentischen und Handelskreisen angehören. Es sind wahre Knaben unter ihnen, die meisten wissen mit Feuerwaffen überhaupt nicht umzugehen. Die Straßen, in denen die Menge sich in fröh­lichster Stimmung bewegt, bieten mehr das Bild eines öffentlichen Feiertags als das einer Revolution. Die Frem­den werden höflich gegrüßt.

Auch unter den kaiserlichen Truppen macht die Revolu­tion immer weitere Fortschritte. So meldet das „Reutersche Bureau":

Drei kaiserliche Kanonenboote von der Flotte des Admirals Sah liefen am Sonntag in den Hafen von

Dienstag den 7. November

Schanghai ein, um Lebensmittel und Munition an Bord zu nehmen, und gingen Montag früh zu den Rebellen über. Als die Flagge der Rebellen hochging, sah man, wie die Mannschaften der Schiffe Freudentänze aufführten und einander die Hände schüttelten.

Wie ein Telegramm der „Deutschen KabelgrammgeseN- schaft" meldet, sind vier Kriegsschiffe des Admirals Sah von Nanking auf dem Hwangpu eingetroffen, um Kohlen und Munition einzuholen. Die Schiffe liegen unterhalb Schanghais.

Die Haltung Puanschilais.

Wie Reuter meldet, weigert sich Puanschikai noch immer, das Amt des Premierministers zu übernehmen. Indessen scheint er zur Uebernahme des Amtes entschlossen zu sein Ein Telegramm der „Deutschen Kabelgrammgesellschaft" meldet aus Schanghai:

Puanschikai wird am 7. November in Peking erwartet. Er steht in keinem Gegensatz zu dem Reichsausschuß, son­dern er ist nur gegen die vom Ausschuß gewünschte Unter­suchung des Brandes von Hankau. Ein Edikt des Kaisers genehmigte die Aenderung des Parteinamens Koming- tang in Tschengtang und erklärt sich einverstanden, daß die Eröfffnung des Reichstages sofort nach der Fertig­stellung des Wahlgesetzes und der Wahl der Abgeordneten erfolgen soll.

Hankau der völligen Zerstörung geweiht?

Dem „Reuterschen Bureau" wird über Wuhu vom 4. No­vember aus Hankau gemeldet:

Verschiedene den Fremden gehörige Häuser außerhalb der Konzessionen wurden bei der Feuersbrunst am Sonn­tag und Montag zerstört. Der Schaden wird auf vier bis fünf Millionen Taels Gold geschätzt. Bei dem Bom­bardement von Hanyang, des am Donnerstag erneuert wurde, wurde auch die englische Niederlassung von meh­reren Geschossen getroffen. Zwei Geschosse schlugen in das Hospital des „Roten Kreuzes" ein. Es wurde niemand verletzt. Nachts brach neuerdings eine Feuersbrunst aus, die ein Areal von zwei Meilen Länge und einer halben Meile Breite verwüstete. Offiziere teilten der Gesellschaft vom „Roten Kreuz" mit, sie beabsichtigen, Hankau völlig zu zerstören. Man glaubt, sie werden weder das Zollge­bäude, noch das Postgebäude und die Schiffsetablissements verschonen. Nach einem Telegramm aus Jtahang wurden 17 Mandschufrauen gefangen, von denen 5 getötet wur­den. Die Führer der Aufständischen erklärten, sie seien gezwungen gewesen, diese Hinrichtungen zu gestatten, um ihre Soldaten und den Pöbel zufriedenzustellen und ver­sprachen, keine Mandschus mehr töten zu lassen.

Aus derselben Quelle wird berichtet: Ein japanischer Offizier erklärte, die Kaiserlichen hätten ohne Begeisterung gefochten. Ihre Taktik habe bewiesen, daß sie gegen eine gleiche Anzahl von Europäern keine Aussicht auf Erfolg haben würden.

Der Krieg zwischen Italien and derTiirkei.

Aus Tripolis und der Cyrenaika.

Tripolis, 6. Nov. (Agenzia Stefani.) Die Generale Frugoni und Dechaurand sind in Tripolis angenommen. Frugoni übernahm das Kommando des ersten Armeekorps. Cavena behält seine zivilen Funktionen und den Oberbefehl des gesamten Okkupationsheeres. General Pecori Giraldi behält das Kommando der ersten Division des ersten Armee­korps. Dechaurand übernahm das Kommando der zweiten Division. Hauptmann Gastaldi entdeckte acht in einem Hause verborgene Personen, wovon fünf verwundet waren. Da diese stark verdächtig sind, an der Empörung am 23. Ok­tober teilgenommen zu haben, steckte man sie vor daS Knegs- gericht. Verstärkungen der Mannschaften und Material irrsten ständig ein. Die Stadt nimmt wieder normales Aussehen an. Auf Grund eines Dekrets der Negierung vom 4. November sind die Zivil- und Handelsgerichte wieder hergestellt. Einige Regengüsse kündigen den Eintritt der Regenzeit an.

Tripolis, 6. Nov. (Agenzia Stefani.) Gestern vor- mittng 7 Uhr eröffnete gegenüber dem Fort sidi Meßri die bei dem Dorfe Fornasi aufgestellte feindliche Artillerie das Feuer gegen die italienische Aufstellung. Der italienischen Artillerie war es gelungen, durch den Flieger Kapitän Moizo die Stellung der gegnerischen Artillerie festzustcllcn. Lie er- öffnele darauf ein heftiges Feuer, das Kapitän Moizo als wirksam bezeichnete. Die türkische Batterie war bald. zur Einstellung des Feuers gezwungen. Nachmittags eröffnete die türkische Arnckerie das Feuer aus eiper anderen Stellung östlicv der uaUenilchen. Einige zu weitgehende Schube

Fernsprechanschlitß Nr. 230 1911

schlugen zwischen den italienischen Schützengräben und der Stadt ein, ohne Schaden anzurichten. Bald nachher ent­wickelte sich einer der gewöhnlichen Angriffe gegen die italienische linke Flanke und wiederholte sich mehrfach ohne große Energie bis 9 Uhr abends. Der Feind setzte sich in einem Haus gegenüber unseren Stellungen fest. Er wurde von dort durch die 11. und 12. Kompanie der Gre­nadiere vertrieben. Die beiden Kompanien waren durch einen Zug Gebirgsartillerie unterstützt worden, welche das Haus vollständig zerstörte. Die Patrouille fand das Haus verlassen und unter den Trümmern Blutspuren und blutige Kleiderfetzen, alles Anzeichen einer eiligen Flucht.

Tripolis, 6. Novbr. (Agenzia Stefani.) Die italienische Artillerie fügte der feindlichen Artillerie und Infanterie vor­gestern ernstliche Verluste zu. Die Türken hatten sicherlich Kenntnis von der Ankunft italienischer Verstärkungen; ihre Offiziere erkennen, daß die italienischen Stellungen gegen­wärtig uneinnehmbar sind. Die Türken müssen die Araber ernähren, wenigstens versuchen sie, sie zusammen bei sich zu halten. Die Schwierigkeit der Lage offenbart sich nicht nur in Klagen und anderen mündlichen Kundgebungen seitens der Araber, sondern auch in Taten offenen Aufruhrs gegen die Türken. Vorgestern plünderte eine Gruppe von Arabern eine kleine Karawane mit Lebensmitteln, die für die Türken bestimmt waren. Diese versuchten sie in ihren Besitz zu bringen und die Plünderer zu bestrafen, aber die Araber setzten sich mit ihren Waffen zur Wehr und die Türken sahen sich gezwungen, einzulenken. Die Kapitäne Moizo und Piazza unternahmen gestern Erkundigungsausflüge. Moizo gelangte über Ainzara hinaus und warf zwei Bomben in das feindliche Lager. Er fand die Streitkräfte des Feindes stark vermindert. Auch Piazza konnte mit Erfolg zwei Bomben in feindliche Abteilungen werfen. Die Flieger fanden, daß sich das Oberkommando der arabisch-türkischen Truppen in Suk-el-Giama befindet. General Driccola meldet aus Benghast, daß der Platz und die anderen von seiner Diviston besetzten Orte zur Verteidigung eingerichtet seien. Infolge der letzten kleinen Gefechte zogen sich die vor unseren vor­geschobenen Posten umherstreifenden Maroeeure der Beduinen zurück. Die italienischen Truppen beherrschen jetzt das Ge­lände bis zum Fuß des Barkaplateans.

Der Wahrheitswert dieser italienisch-offiziösen Darstellungen wird durch folgende Meldunq gekennzeichnet:

Die Londoner „Westminster Gazette" erhält via Malta eine Schilderung ihres bisher in Tripolis weilenden Korre­spondenten Mc Cullagh, welche die schärften Anklagen gegen die italienische Armee enthält. Herr Mc Cullagh, der mich für die „New Park World" tätig ist, hat, wie er nunmehr bestätigt, mit Herrn v. Gotiberg, dem Korrespondenten des „Berliner Lokalanzeigers", zum Protest gegen die italienischen Barbareien dem General Cancva seine offiziellen Papiere zurückgegeben. Beide Herren sind dann am Samstag abge­reist. Weiter sollen noch alle englischen Berichterstatter bis auf einen abreisen. Mc Bullagh versichert, die Italiener hätten vierhundert Frauen und Kinder und viertausend Männer erschossen, von denen noch nicht hundert schuldig gewesen seien. Unter den vorsätzlich Erschossenen hätten sich Krüppel, Kranke, Blinde und Bettler befunden. Die Szenen bei den Massencrschießungen seien schlimmer gewesen als jeder russische Pogrom oder die armenischen MassakreS. Erst nach den Schlächtereien der Italiener hätten die Araber angefangeu, die Körper der Gefallenen zu verstümmeln; anfangs hätten sie sich sehr gut benommen. Nach der Darstellung Mc Cullaghs haben die. Angriffe der Araber, obwohl sie nur von rund fünfzehnhundert Mann äusgeführt wurden, bei den Italienern die größte Panik hervorgerufen. Den lächerlichen italienischen Berichten zum Trotz, wonach die Verluste des FeindeS nach Tausenden zählen sollen, ist absolut Teint Aussicht vorhanden, daß die Italiener aus der Stadt nach der Wüste gegen die feindliche Hauptmacht unter Fehti Bey Vorstößen können. Sie sind vollkommen belagert und zwar auf einem ganz kleinen Gebier. Die Araber sind so nahe, daß ihre Kugeln die Konsulate treffen; der deutsche und der amerikanische Konsul mußten ihre Gebäude bereits verlassen. Die Cholera verbreitet sich rasch, da auf beiden Seiten die Leichen der Gegner nicht beerdigt werden. General Cancva hält sich ausschließlich in der bombensicheren Zita­delle auf und ist an der Front nicht mehr sichtbar; der Divisionsgeneral tut das Gleiche. Unter solcher Führung würde jede Armee demoralisiert; die italienischen Truppen sind cs bereits in hohem Grade.

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Paris, 6. Nov. Die „Agence HavaS" meldet aus Malta: Der Gesundheitszustand in Tripolis schein! sich zu verschlechtern. Gestern wurden in den Straßen der Stadt ' imaefäbr 50 Leichen von durch Cholera oder Hunaer ver-