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AMihts Orga» für Stolt- Mi fanikrtis Ham«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die «gespaltene Petitzeil« oder bete* Raum Ä Vf» hx rleSameateü die geile Ä Pf»

verantwort!. Skevatteur: S. Schrecker tu Hana».

Mk. 254 jiymn>red)(Mnd)htfo Nr. 230.

Msntllg den 30. Oktober

^etnh‘rcdjanfd)luß Nr. 230 1911

Amtliches.

Bekanntmachung.

Die Jagdverordnung vom 9. September 1909, wonach bis auf weiteres die Schonzeit für Rehkälber im Regierungs­bezirk Cassel — mit Ausnahme des Bezirks der Oberförsterei Haste im Kreise Grafschaft Schaumburg — auf das ganze Jahr ausgedehnt ist, wird in Erinnerung gebracht.

Der Bezirksausschuß in Cassel.

B e r n st o r f f.

Eandkreis Ranau.

Mit Rücksicht auf die zur Zeit bestehende Gefahr der Verbreitung der Maul- und Klauenseuche werden die Orts- polizeibehörden aus die genaue Beachtung der Vorschriften der Polizeiverordnung des Herrn Realer,rngspräsidenten vom 15. August 1887 — Amtsblatt Seite 192 betr. die Wan­derschafherden — hingewiesen. Wenn eine Wanderschafherde in einer Gemeinde die Winterweide bezieht, so ist sofort dem Herrn Kreistierarzt Mitteilung zu machen.

Hanau den 28. Oktober 1911. V. 7227 Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Ran au.

Am Dienstag den 14. November d. I, vorm. 11 Uhr, werden im Kreishaus, Hainstraße 10, hier 38 ausrangierte Tuchröcke der Schutzmannschaft und 5 ausrangierte Tuchmäntel gegen bare Zahlung versteigert, wozu Kaufliebhaber einge­laden werden.

Hanau den 20. Oktober 1911. P. 11765 Königliche Polizeidirektion. .

J. A.: Karbe.

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Bekanntmachung

Am Donnerstag den 2. November 1911, vormittags 9 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rat­hauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbe- gerichts statt.

,, Hanau den 27. Oktober 1911. 25627 Der Vorsitzende des Eewerbegerichts. Hild.

Bekanntmachung.

Nach Beschluß des LanbeSausschuffes vom 19. September b. Js. soll für das Jahr 1912 die Erhebung ciyer vier­fachen Viehseuchen-Abgabe für Rindvieh — 20 Pfg. für

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Schlacht bei Ranau.

Zum 30. Oktober.

Um die Mauern alle Felder Dicht mit Roß und Mann bedeckt, Truppenzüge durch die Wälder Stundenweit zum Kampf versteckt.

Hornsignale, Waffenblitzen,

Hanaus Dächer flammend rot, Feuerschlünde, Feldhaubitzen

Spei'n Verderben: Brand und Tod!

Schwarzer Quakn wogt um die Wälle,

Donner dröhnen Schlag auf Schlag

Und die klare TageShelle

Wandelt sich zur Nacht am Tag.

Wrede ließ zum Rückzug blasen,

Hiiigestreckt im blut'gen Staub

Viele deckten schon die Erde

Freund und Feind — des Todes Raub.

Wagentrümmer auf den Fluren,

Schutt und Branddunst in der Stadt;

An den Häusern Kuaelspuren,

Wo der Kampf gewütet hat.

Statt ihm Aus'nau zu besetzen,

Bot man ihm die Feldschlacht an,

Und so schritt er mit Ergötzen Weiler auf der Siegesbahn.

Wrede wollt den Weg ihm hemmen, Doch der Korse brach sich Bahn;

So errang vor Hanaus Dämmen Letzten Sieg der weffchc Hahn.

Wrede dacht' den Leu zu fangen, Der Bellona großen Sohn;

Doch statt Siegruhm zu erlangen, War der cig'ne Tod jein Lohn.

Dr. Carl Ltukch-

jedes Stück — stattfinden. Von der Erhebung einer Abgabe für Pferde, Fohlen, Esel, Maultiere und Malileiel ist mit Rücksicht auf die Höhe des Reserve-Fonds Abstand ge­nommen worden. Zur Feststellung der Abgaben, sowie zu statistischen Zwecken ist eine Zählung des Viehstaudes er­forderlich, die am 2. November d. Js. bewirkt werden soll.

Das Verzeichnis über den Viehbestalid ist zur Einsicht der Beteiligten vom 6. bis einsckl. 19. November d. Js. im Stadlsekretariat, Rathaus, Zimmer Nr. 12, aufgelegt. An­träge auf Berichtigung sind bis zum 20. November d. Js. bei der unterzeichneten Behörde, etwaige Reklamationen gegen deren Entscheidungen bis einschl. 9. November d. Js. bei dem Herrn Regierungs-Präsidenten zu Cassel anzubringen.

Hanau den 27. Oktober 1911. 25645

Der Magistrat.

I. A.: B a r t m u ß.

Verdingung.

Die zum Neubau des Schuldieuer-Wohnhauses in der Röderstraße erforderlichen Weißbinderarbeiten sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 17, aus und können von dort zum Preise von 50 Pfg bezogen werden.

Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am 4. November 1911, vormittags 11 Uhr, im vorgenannten Dienstzimmer cinzu- reichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Hanau den 27. Oktober 191]. 25647

Der Magistrat.

________________ Dr. G e b e s ch u s.______________________

Aufgebot.

Der Kaufmann Gustav Waltz in Hanau als Pfle­ger über das Vermögen desJacobChristianPrior und der Sensal Friedrich Rauscher in Hanau als Pfleger über das Vermögen der Johanna Jacobine Katharina Julie Knödler geb. Prior haben beantragt,

die verschollenen 1. Jacob Christian Prior, geboren am 18. März 1847,

2. Johanna Jacobine Katharine Julie Knödler geb.

Prior, geboren am 18. Januar 1837,

beide zuletzt wohnhaft in Hanau für tot zu erklären.

Stadttheater in Hanau.

„Meyers",

Schwank in 3 Akten von Fritz Friedmann-Fredrich.

Friedmann-Fredrich, ein an unserer Bühne nicht unbe­kannter Autor, kann mit dem gestrigen Erfolg seines jüngsten heiteren Musenkindes recht zufrieden sein. Kleinliche Schwä­chen oder gelungene Vorzüge bei diesem lustigen Werke zu konstatieren, soll der Kritik heute absolut nicht als Grad­messer dienen, denn hier begnüge man sich mit der Satzung: „Der Zweck heiligt die Mittel", ergo wenn sich das Publikum nur amüsiert, wenn nur gelacht w ird, und das ge­schah denn auch in vollem Mäße, wenn man die mit allen möglichen und unmöglichen Situationen verflochtenen Er­lebnisse der verschiedenen amüsanten Gestalten — der biederen, ehrlichen Meyers — auf der Bühne verfolgen sonnte. Mit kurzen Worten sei die Disposition des Schwankes skizziert. Jacques Meyer, ein junger eleganter Lebemannn jüdischer Abkunft, hat seinen Glauben aufgegeben, um, wie noch ver­schiedene andere seiner Familie, durch eine Einheirat in eine adelige Familie zu größeren Ehrenämtern zu gelangen. Jacques feiert Geburtstag und fürchtet die Angriffe seiner g l a n b ens t re u e n Anverwandten, die ihn an diesem Tage besuchen werden. Wie soll er sich seinem Onkel Moritz Meyer, dem ehrwürdigen alten Geheimrat Meyer gegenüber, rechtfertigen, ohne bei diesem in Ungnade zu fallen. Kurz entschlossen, offenbart er sich seinen Ver­wandten und erwartet bittere Vorwürfe! Aber anstatt einer starken Maßregelung, erfährt er zu seinem großen Erstaunen, daß die werte Familie schon bereits vor ihm getauft ist. Nun kommt aber ein zweiter Missstand für Jacques, indem er um die Hand der Tochter eines ostpreußische» Gutsbesitzers unmöglich als „Jacques Meyer" anhalten will und kann, da tue vorurteilsvolle Mutter seiner Angebeteten nur einen ihr gleichstehenden adeligen Schwiegersohn begehrt. Durch einen eigentümlichen Zufall macht nun Jacques die Bekannt­schaft eines verbummelten, verkommenen französischen Chevaliers, der sich als Weinreiseuder in »ornebme aeieU»

Die bezeichneten Verschollenen werden aufgefordert, sich spätestens in dem auf

den 8. Mai 1912, vormittags 9 Uhr,

vor dem unterzeichneten Gericht, Nußallee 17, anberaumten Aufgebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklä­rung erfolgen wird.

An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Ver­schollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermin dem Gericht Anzeige zu machen.

Hanau den 20. Oktober 1911. 25635

Königliches Amtsgericht, Abt. 2.

Schulnachrichten.

Oberrealschule zu Hanau.

Anmeldungen zur Oberealschule für das Schuljahr 1912 nimmt der Unterzeichnete von Montag den 30. Oktober bis Samstag den 4. November er., vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Erimmstraße 25, entgegen.

Hanau den 27. Oktober 1911.

Der Direktor der Oberrealschule. Dr. Schmidt.

Städtische Höhere Mädchenschule.

Anmeldungen zur Höheren Mädchenschule für das Schul­jahr 1912 werden von Montag den 30. Oktober bis Sams­tag den 4. November er., vormittags von 11 bis 12 Uhr, iw Schulgebäude, Steinheimerstraße 37, entgegengenommen.

Hanau den 27. Oktober 1911.

Der Direktor der Höheren Mädchenschule. Bungen st ab.

Bei den Anmeldungen sind die Geburtsurkunde oder oas Familienftammbuch und der Impfschein vorzulegen.

Mittel- und Volksschulen.

Die Anmeldung der am 1. April n. J. schulpflichtig wer­denden Kinder findet in der Zeit vom Montag den 30. Ok­tober bis Samstag den 4. November er., vormittags von 11 bis 12 Uhr, statt.

Dabei sind die Geburtsurkunde (das Familienstamm­buch) und der Impfschein vorzulegen.

Die Anmeldung derjenigen Kinder, welche die Mittel­schule besuchen sollen, werden im Gebäude der Eberhard­schule entgegengenommen. Knaben sind bei Herrn Rektor Bartmuß, Mädchen bei Herrn Rektor I ck l e r anzu­melden.

Die Anmeldungen für die Volksschule erfolgen:

1. für alle Knaben, deren Eltern in der Altstadt und nördlich der Linie Kanaltor, Kanalplatz, Neustädter schastlichc Kreise einzuschmuggeln versteht. Gegen eine ent­sprechende Vergütung willigt der mittellose Chevalier ein, Jacques Adoptivvater zu spielen, wodurch Jacques rechtmäßig sich Chevalier de la Roche nennen kann. Nur entwickeln sich auf dem ostpreußischen Gute urbrollige Ver­wirrungen und Verwicklungen, die ihren Höhepunkt dadurch erreichen, daß nebst Kindern der abenteuerlustige Adoptiv­vater von Jacques, ebenfalls ein sonderlicher Chevalier, dort auftauchen. Den verworrenen Knoten weiß der Autor recht geschickt wieder zu lösen. Am Schluffe finden wir Jacques als glücklichen Bräutigam des Gutsbesitzer- töchterchenS am Ziele seiner Wünsche angelangt. Seine Schwiegermutter hat inzwischen cinsehen gelernt, daß man mit den Namen Meyer doch ein rechtschaffener, ehrlicher Mensch sein kann und Jacques legt den Titel seines Pseudonyms schließlich wieder ab. So geht denn

Familie Meyer ruhmvoll aus dem ganzen Konflikt her­vor und das Schwankthema ist wirksam erschöpft. Die Aufführung stand unter einem günstigen Stern. Den alten, liebevollen, gerechten Moritz Meyer gab Herr Carl de Giorgi. Der geschätzte Darsteller entwickelte eine der­art muntere Spielweise, vereint mit vornehmen, nie über­triebenen Bewegungen, wozu die Rolle leicht Anlaß gibt, daß diese kreierte Figur in vollstem Maße unserer Sympathie sicher sein konnte. Herrn Krahe gelang es, dem in alle möglichen verzweiflungsvollen Situationen getriebenen „Jacques Meyer" zu einem recht achtbaren Erfolge zu ver­helfen, und auch Herr Heinze fand sich mit dem herunter­gekommenen Kueipgenie, „César de la Roche”, zufrieden­stellend ab. Recht gut gefiel uns die ausgeklügelte, wirk­same Spielweise, mit welcher Herr K I i e w e r den groß­spurigen „Chevalier Erneste de la Roche" ansstattete. Gewandt und sicher im Spiel stellte Frl. Michel den Back- fisch „Edith" in best gelungener Art auf die Bühne. Was uns an dieser Leistung besonders gefiel, war neben der aus innerstem Herzen herausquellenden Drolerie die ungezicrU natürliche Aussprache, die der jungen Darstellerin eigen ist Ferner konnte man mit dem grobkörnigen, fidelen Guts­besitzer „Stresemann" des Herrn Grundmann zufrieden Kin. Von den kleineren Partien möchten mir besonder»