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Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker«! des «rein, eo. Waisenhauses t* Hanas.

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Amlliihes Orgll« für Stabt- anb Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die KMgeNmmtt mW * r.NMsWBW

14 Seiten.

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SNntliches.

Landkreis Ran au.

Dem Kreisschulinspektor Metropolitan Baumann in Windecken ist für die Zeit bis Ende November d. I. die Führung der Ortsschulaufsicht über die evangelische Schule in Marköbel von der Kgl. Negierung übertragen worden.

Hanau den 21. Oktober 1911. V. 6984

Der Königl. Landrat.

F r h r. L a u r.

Handelsregister.

1. Firma:

Kilb & Thiele in Hanau.

Der Kaufmann Hermann Knochenhauer in Hanau ist in das bisher von dem Kaufmann Robert Thiele zu Hanau als Einzelkaufmann betriebene Handelsgeschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.

Der Uebergang der in dem Betriebe des Geschäfts be­gründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf die Ge­sellschaft ist ausgeschlossen.

Das Handelsgeschäft wird von den beiden genannten Ge­sellschaftern als offene Handelsgesellschaft-seit dem 1. Oktober 1911 unter der bisherigen Firma mit dem Sitze in Hanau betrieben.

2. Firma:

Theodor Lang in Hanau.

Die Firma war bisher im Handelsregister nicht einge­tragen, der frühere Inhaber des Geschäfts war der Dach­deckermeister Theodor L a n g in Hanau.

Das Handelsgeschäft ist auf seine Ehefrau Lina Lang geb. Golde in Hanau übergegangen, welche es unter un­veränderter Firma zu Hanau als Einzelkaufmann fortführt.

Der Uebergang der im Betrieb des Geschäfts begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten ist bei dem Erwerbe des Geschäfts ausgeschlossen.

Dem Dachdeckermeister Theodor L a n g in Hanau ist Pro­kura erteilt.

3. Firma:

Jean Wunderlich in Hanau.

Der frühere Inhaber, Juwelier Albert Neumetzger, ist gestorben. Das Handelsgeschäft wird von seiner Witwe * Lina Neumetzger geb. Wunderlich in Hanau unter unveränderter Firma zu Hanau fortgeführt.

Die der Ehefrau des Albert Neumetzger erteilte Pro­kura ist durch Uebergang des Geschäfts auf sie erloschen.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1, 2 und 3 vom 18. Oktober 1911. 25525

Stehen geblieben: 1 Korb mit Birnen. Ab­zuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 21. Oktober 1911. 25583

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 wasserdichte Pferdedecke, 1 Leitfaden für den französischen Unterricht, 1 schwarze Damentasche mit Geld, Knöpfen und Band.

Verloren: 5 Automatenschlüssel an 2 Ringen, 1 silb. Herrenuhr ohne Kette, 1 grüner Herren-Lodenhut, 1 schwarz­seidener Pompadour mit folgendem Inhalt: 1 Visitenkarten­täschchen mit Visitenkarten „Frau Helene Kuttig, geb. Wolff", 1 Paar neue bräunliche Glac^-Handschuhe, 1 brau­ner Stielkamm, 1 Taschentuch, 1 Stahlnägelreiniger: 1 gold. indischer Herrenring mit Sternenbilder.

Entlaufen: 1 schwarzer Dachshund.

Hanau den 24. Oktober 1911._________________

Del Krieg zwischen Italien und der Tiirkei.

Nach den Truppenlandungen bei Benghasi, Derna und Homs geht es wieder langsam voran. Und gemeldet werden eigentlich nur Nichtigkeiten. Die Italiener scheinen jedoch aus bestimmten Gründen etwas zurückhaltend mit ihren Meldungen zu werden. Offiziell wird vom Montag be- richtet:

Die allgemeine Lage ist nach wie vor befriedigend. Meldungen aus dem Landesinnern lassen glauben, daß sich die Araber in einem Zustande der Ungewißheit be­finden. wie seinerzeit in Trivolis vor unserem entscheiden-

Dienstag den 24. Oktober

den Vorgehen. Sie zögern, eine bestimmte Partei zu er­greifen, weil sie Vergeltungsmaßregeln seitens der Türken fürchten, solange sie nicht endgültig von ihnen erlöst sind. Zwei Nonnen, die sich nach Derna einschiffen wollten, er­zählten, daß sie von den Türken in Derna gefangen gesetzt und von den Arabern aus Dankbarkeit für früher er­wiesene Pflegerinnendienste befreit worden seien. Sie fügten hinzu, die Araber hätten um die Landung der Ita­liener gebeten, um Plünderungen seitens der Türken un­möglich zu machen. Aus der Türkei treffen noch fortgesetzt chiffrierte Briefe und Depeschen ein, was hier die Ver­mutung veranlaßt, daß die türkische Regierung das Volk glauben machen will, daß Tripolis noch gar nicht von den Italienern okkupiert worden sei. Sonntag früh sprach der griechische Archimandrit der italienischen Regierung seine Ergebenheit aus.

Demgegenüber berichtet aber der Berichterstatter des „Berl. Lok.-Anz." über den letzten Kampf bei Tripolis, wo­nach die Italiener allerdings wenig gut dabei abgeschnitten hätten. Der Bericht lautet: „Ueber den blutigen Kampf, der sich in der Donnerstag Nacht in der Nähe von Tripolis ab­spielte, hat man jetzt endlich Klarheit gewinnen können. Arabische irreguläre Reiter und türkisches Militär hatten sich, durch Sanddünen gedeckt, an die Italiener herange­schlichen und saßen erst auf den letzten 200 Metern zur Attacke auf. Die Italiener wurden vollständig überrascht. Ihre Schützenkette wurde überritten. Beim Eingang zum Pal­menwald kam das Gefecht zum Stehen. Die Angreifer wichen zurück, von den Italienern verfolgt. Inzwischen hatte sich ein kleiner Trupp Türken nach dem Meere zu gewandt, so daß die nachdrängenden Italiener zwischen zwei Feuer kamen. Den italienischen Schiffsgeschützen war es nicht möglich einzugreifen, auch die Scheinwerfer nützen nichts, da der Feind durch den Palmengürtel gedeckt war. In den italienischen Schützengräben wurden 15 Leichen gefunden. Nach den am anderen Tage gefundenen Hülsenhäufchen zu schließen, wurden von den Italienern je 60 Patronen ver­feuert. Die Türken ließen zwei Tote zurück, alle anderen Gefangenen und Verwundeten nahmen sie mit. Fünfhundert Schritte südlicher fand man vier Haufen blutiger Kleidungs­stücke, aber keine Gräber. Die Italiener haben anscheinend die Leichen der dort Gefallenen und die Verwundeten auf die Schiffe gebracht. Sie müssen große Verluste erlitten haben, geben aber nur einen Mann als vermißt zu. Zurzeit rücken Versaglieri mit Train gegen die Wüste zu vor, wobei Maultiere und Wagen tief in den Sand sinken. Der Oasen­gürtel ist dicht mit Infanterie, Zeltlagern und Feldküchen und optischen Stationen besetzt. Täglich kommen Verstär­kungen an. Auf der Reede liegen zurzeit 18 Kriegsschiffe und 19 Kauffahrer. Im Innern des Landes sollen energische Vorbereitungen zum Widerstand getroffen werden."

Davon hat das offizielle Telegraphenbureau freilich nichts zu melden gewußt.

Bei Benghasi richten sich die Italiener anscheinend eine Operationsbasis ein, von der aus sie ins Innere vorstoßen wollen, wenn das überhaupt ernsthaft geplant ist. Offiziell wird vom Montag berichtet:

Die türkischen Truppen, die am 19. und 20. d. M. morgens sich der Landung der italienischen Truppen widersetzten, zogen sich später in Unordnung in das Lan­desinnere zurück, wo sie sich gegenwärtig wieder sammeln. Wie es scheint, sind sie im Besitze einiger Kanonen. Trup­pen und Beduinen beunruhigen zur Nachtzeit unsere vor­gerückten Posten, ohne ihnen Schaden zuzufügen. Unsere militärische Lage ist gut und bessert sich ständig, ebenso unsere politische Lage. Mit der Entwaffnung der Bewoh­ner der Stadt und der Umgebung führt man fort. Die Häupter der Erenzstämme stellen sich jetzt ein, um sich Italien zu unterwerfen. Das Truppenkommando trifft Vorkehrungen, um die verschiedenen Dienste in Ordnung zu bringen und die Landung des Materials zu beschleu­nigen, die wegen der stürmischen See und dem Mangel an geeigneten Hilfsmitteln gegenwärtig ziemlich langsam vor sich geht.

Die Dampfer „Zesiro", „Verona" und „Solunte" sind mit Truppen und Materialien angekommen. Die Aus­schiffung geht schnell vor sich, da die „Solunte" geeignete Boote mit sich führt. Die Lage in Derna ist andauernd gut. Viele Führer und Notabeln haben sich dem Admiral Presbiters unterworfen.

Anscheinend entwickeln die Türken auch in Benghasi eine den Italienern etwas unbequeme Initiative. Das geht auch aus einer Depesche des Generals Briccola, des Kommandan­ten des Erveditionskorvs in Eurenaika hervor, welcher be-

^erttfprechattschlttst Nr. 230

1911

richtet: „In der Nacht vom 19. auf den 20. d. Mts. wurden die italienischen Truppen in Benghasi von den Beduinen mehrmals angegriffen, die Stadt wurde am Morgen des 20. besetzt. Am Nachmittag machten die Beduinen einen Angriff auf das Dorf Sabri, wurden aber zurückgeschlagen. Die an Land gesetzten Truppen sind jetzt um Benghasi gesammelt. Sie haben den Strand bei Euiliana, wo die Ausschiffung der Truppen stattgefunden hatte, verlassen. Die feindlichen Streitkräfte bestanden außer den türkischen Truppen aus wenigstens 2000 Beduinen. Man glaubt, daß die türkischen Truppen sich mit zwölf Kanonen auf die Hochebene zurück­gezogen haben. Die Verluste der Türken werden auf wenig­stens 200 Tote und eine große Anzahl Verletzter geschätzt. Von den italienischen Landungstruppen wurden sieben Offi­ziere und 54 Mann verwundet: ein Unteroffizier, zwei Kor­porale und dreizehn Soldaten wurden getötet."

Die Besetzung Dernas.

Ein Funkentelegramm meldet die Besetzung Dernas. Ein türkischer Kapitän und sieben Matrosen, die in ein Versteck geflüchtet waren, wurden gefangen genommen.

Die türkischen Viindnisabsichten.

Wien, 23. Oktbr. In diplomatischen Kreisen werden die Andeutungen des Großwesirs Said Pascha über Bündnis- absichten der Pforte dahin beurteilt, daß immer noch keine Klarstellung erfolgt sei, da sich die an diese Aeußerungen geknüpften Meldungen von einem Anschlusse der Türkei an England nicht bestätigen. Es ist nicht festgestellt, daß in dieser Richtung bereits irgendwelche Verhandlungen statt­gefunden haben oder gegenwärtig stattfinden.

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Die revolutionäre Bewegung in China.

Aus den ziemlich wortkargen und einander vielfach widersprechenden Meldungen aus Hankau und ihrem offi­ziellen Pekinger Destillat scheint das eine ziemlich klar her­vorzugehen, daß

Erfolge der Rebellen

zu verzeichnen find. Es wird nämlich berichtet:

Das Reutersche Bureau meldet aus Hankau vom 21. Oktober: Die kaiserlichen Truppen haben sich nach einem Gefecht mit den Aufständischen nach dem Norden zurückge­zogen. Nachrichten, die am 22. Oktober in den Konsulaten von Schanghai eintrafen, besagen, daß Tschangscha und Jtschang in die Hände der Aufständischen gefallen seien.

Bei Nanschang wird noch weiter gekämpft. Die Schritte der chinesischen Regierung bei einem Syndikat von vier Nationen wegen einer Anleihe waren erfolglos, da das Syndikat die Hergabe einer Anleihe unter den gegen­wärtigen Umständen nicht mit der Neutralität für ver­einbar erklärte, die die Mächte zu beobachten wünschen.

Anscheinend sind die mehr oder weniger offen einge­standenen Mißerfolge der Regierungstruppen in der Haupt, fache darauf zurückzuführen, daß — trotz aller Reformen — die aus Peking herangeführten Truppen schlecht ausgerüstet und bewaffnet sind. Eine Schanghaier Meldung weiß näm­lich zu berichten:

Während des Gefechtes bei Hankau verfeuerte, in deut» schen Niederlassungen aufgefundene Geschosse erwiesen sich als Holzgeschosse, die mit Metallfarbe bemalt waren. Es zeigte sich, daß die Armeeverwaltung noch ebenso kor­rumpiert .ist, wie sie es während des Krieges mit Japan war. Auch auf der Flotte des Admirals Sah soll Mangel an Munition herschen.

Das ist dann also dasselbe Lied, das überall wieder er­tönt, wo eine scharfe Negierungskontrolle es versäumt, das gelieferte Material durchzuprüfen. Und daß gewissenlose Beamte und betrügerische Lieferanten, wenn sie einmütig Hand in Hand arbeiten, einen Staat in der Stunde der Ge­fahr völlig wehrlos machen können, haben tausendfache Er­fahrungen in den Ländern erwiesen, in denen- die Korrup­tion scheinbar unausrottbar ist.

Die Mächte bleiben neutral.

In Hankau veröffentlichen die Konsuln in chinesischer Sprache eine Bekanntmachung, in der die Neutralität der Mächte erklärt wird.

Die Stimmung in Peking

ist infolge dieses Versagens der Kräfte der Verteidigung gegenüber der Revolution naturgemäß recht flau. Es wird aus der chinesischen Hauptstadt berichtet:

Durch eine Bekanntmachung werden Rekruten für btt kaiserliche Armeve gesucht. Gleichzeitig wird die Verstär­kung der Polizei auf 2000 Mann angeordnet. Eine andere Bekanntmachung beiieblt. die Eetreidesoeicdcr der Reaie-