Erstes Blatt.
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Die heutige Nummer umW Mn H.NutnWm-M
18 Seiten.
Amtliches.
Eandhreis Fjanati*
Bekanntmachung.
Unter dem Viehbestände des Landwirts Kaspar Stein 6. und des Schuhmachers Johs. Mankel in Wachenbuchen ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.
Zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche ordne ich hiermit folgende Schutzmatzregeln an:
Die Gemeinde Wachenbuchen bildet einen Sperrbezirk. Innerhalb des Sperrbezirks gelten folgende Bestimmungen:
1. Sämtliche Wiederkäuer und Schweine unterliegen der Stallsperre.
2. Die Plätze vor den Stalltüren und den Eehöftsein- gängen der verseuchten Gehöfte, sowie die gepflasterten Wege an den Ställen und auf dem Hofe sind mehrmals täglich durch Uebergietzen mit Kalkwasser zu desinfizieren.
3. Das Geflügel ist so einzusperren, datz es den Hof nicht verlassen kann.
4. Die Hunde sind festzulegen.
5. Das Betreten der verseuchten Ställe ist nur den Besitzern, den mit der Wartung und Pflege beauftragten
x Personen'und den Tierärzten gestattet.
6. Händlern, Schlächtern, Viehkastrierern und andern in Ställen gewerbsmäßig verkehrenden Personen ist das Betreten der verseuchten Gehöfte strengstens untersagt.
7. Die Abgabe roher Milch und von Moltereirückständen aus den verseuchten Gehöften ist verboten. Dieses Verbot erstreckt sich nicht auf Butter und Käse.
8. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk ohne meine Erlaubnis ist verboten. Die Einfuhr von Klauenvieh zur sofortigen Abfchlachtung kann nur unter der Bedingung gestattet werden, datz die Einführung auf Wagen oder mit der Eisenbahn geschieht. Die Ausfuhr von Klauenvieh aus dem Sperrbezirk und der Durchtrieb von Klauenvieh durch den Sperrbezirk find verboten.
Die Ausfuhr von schlachtreifem Vieh zu Schlachtzwecken kann ausnahmsweise und nur in dringenden Fällen nfit Genehmigung des Herrn Regierungspräsidenten, welche bei mir zu beantragen ist, erfolgen.
Kmjttt te WWNM „EintlM".
— Hanau, 21. Oktober.
Der Gesangverein „Eintracht" veranstaltete am vorigen Donnerstag in der „Centralhalle" fein diesjähriges Konzert. Dem Abend lag ein Programm zu Grunde, das in Bezug auf Inhalt und Umfang des Guten eigentlich zu viel bot. Jedoch der Umstand, daß neben dem Chore zwei Solisten tätig waren, die zu den erstklassigen Vertretern ihres Faches zählen, ließ weder ein Abflauen des Interesses, noch eine Verminderung der Aufnahmefähigkeit auf feiten der Hörer eintreten, was immerhin in einem zweistündigen Konzert leicht geschehen kann. Außerdem war ein gewichtiger, in sich abgeschlossener Teil des Programms dem Andenken Franz Liszts gewidmet. Dadurch erschienen gleich 4 Nummern zu einem einheitlichen Ganzen zusammengelegt, das, von den übrigen Piecen abgezweigt, als ein kleines, selbständiges Festprogramm aufgefatzt werden mutzte und entgegengenommen wurde. Es liegt ja Liszt's Bedeutung bekanntlich auf einem anderen Gebiete, als auf dem des Männerquartettes. Wenn trotzdem ein Männergesang- verein an der Hundertjahrfeier von des Meisters Geburtstag nicht mit Stillschweigen vorübergeht, so ist dies gewiß ein schönes Beginnen. Andrerseits aber ist es auch eine Aufgabe, welche bezüglich des Chorgesanges nicht gerade ' zu den sog. dankbaren Aufgaben gehört. Denn die schöpferische Individualität Franz Liszts stellt vielfach unter Verneinung aller Kunstform und mit einer an und für sich genialen Uebergehung aller Regeln und Gesetze der harmonischen Entwickelung eines Tonsatzes (s. „Saat en grün") Anforderungen an den Männerchor, die gar manche Schwierigkeiten in sich Bergert und keinen geringen Aufwand von Mühe und Ausdauer im Vorbereiten und Ueben verlangen. Hieran
Samstag den 21. Oktober
9. Das Treiben von. Wiederkäuern und Schweinen auf öffentlichen Straßen ist verboten.
Hanau den 20. Oktober 1911. V. 6963
Der Königliche Landrat.
F r h r. L a u r.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende:
1 Dienstmädchen, 3 Fabrikarbeiterinnen, 1 Fahrbursche, 1 Former, 1 Heizer und Maschinist, 1 Mechaniker und Dreher, 1 Packer, 1 Silberschmied, 5 Taglöhner.
Gesucht werden:
1 Dienstmädchen, 3 Schneider, 1 Silberpoliseuse, 1 Glaser.
Lehrstellen-Bermittelung.
Gesucht werden:
1 Lehrmädchen als Verkäuferin, 1 Vijouterielehrling, 1 Dachdeckerlehrling, 3 Formerlehrlinge, 1 Friseur- lehrling, 4 Maschinenschlosserlehrlinge, 1 Metzgerlehrling, 1 Modellschreinerlehrling, 2 Schlößer- und Schmiedelehrlinge, 1 Schneiderlehrling, 1 Schreinerlehrling, 2 Silberschmiede- und Formerlehrlinge, 1 Spenglerlehrling, 1 Weitzbinderlehrling.
Für jungen Mann wird kaufmännische Lehrstelle zu Ostern n. J. gesucht.
Hanau den 21. Oktober 1911. 25385
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
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Bekanntmachung.
In Hainstadt, Klein-Auheim und Wèiskirchen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. In Seligenstadt ist die Seuche erloschen. Die Gemarkungen Seligenstadt, Mainflingen, Klein-Welzheim, Zellhausen sind für die Folge freies Gebiet. Die Gemarkung Groß-Steinheim ist in das Beobachtungsgebiet einbezogen.
Die Erklärung von Grotzwelzheim als Veobachtungsge- biet wird zurückgenommen.
Danach bestehen im Amtsbezirke weder Sperrbezirke noch Beobachtungsgebiete mehr.
Das Verbot der Einfuhr von Wiederkäuern und Schweinen aus Hessen in den Amtsbezirk (Amtsbl. S. 124, 129) bleibt bestehen, desgleichen selbstverständlich die Maßnahmen nach der Min.-Bek. vom 2. März 1911 (vgl. Bez. A. Bl. S. 65).
Die Ortspolizeibehörden haben Vorstehendes sofort ortsüblich öffentlich bekanntzugeben, auch die Metzger und Vieh-
hat es der Gesangverein „Eintracht" und sein Dirigent, Herr Wilhelm Hamburger, offenbar nicht fehlen lassen. Denn nicht nur auf den Liszt'schen, sondern auf allen Chorgesängen des vorgestrigen Abends lag das Gepräge einer ungewöhnlichen, aufopfernden Mühewaltung, der Stempel einer Unsumme angespanntester Tätigkeit. Der Chor des konzertgebenden Vereins ist zu einem verhältnismäßig massigen Tonkörper angewachsen. Es ist ganz selbstverständlich — denn es liegt in der Natur der Sache — daß der leichten Beweglichkeit und dem Ausgleich des Ensembles bei einem solchen Chor fortgesetzt die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Eine weiche und gedeckte Klangfarbe tut hier außerordentlich hübsche Wirkungen, was vorgestern bei der Volksliedergriippe („Die b r e: Röselein", „Das stille T a l" und „O D i a r n I e 1 i a f d r u n t' im Tal") augenfällig in die Erscheinung trat.
Eine für das Ohr sehr angenehme Wiedergabe erfuhren auch die zwei M e n d e l s s o b n - C h ö r e, von denen die „W a s s e r f a b r i" an erster Stelle rangiert. Mit „Sabbatfrüh e" von Lothar Ke m pter war dem Chore eine außerordentlich schwierige Aufgabe gestellt worden, über deren Lösung man sich sehr anerkennend aussprechen muß. Trotz der Anstrengungen, und die zu zeitweiligen Neberanstrengungen Veranlassung gibt, die diese Komposition erfordert, blieb die Frische und Kraft der Stimmen unvermindert bis zum letzten Ton. Das K r c u tz e r 'sche „Abendfcie r" beschloß das Programm in würdiger Weise.
Als Solisten traten auf die Violinistin M m e. Renée C h e m e t, aus Paris und Herr Kammersänger Friedrich Strathmann (Bariton) aus Weimar.
M m e. C hem et ist eine hochsympatische Erscheinung im Konzertsaal, eine Künstlerin, welche in ihrer Mission vollständig aufgeht. Mit der G e f ü h l « f e i n h e i t und -i n n i g k e i t des sensiblen FrauengemütcS verbindet sie eine fast männliche Entschlossenheit in ihrer Kunstbetätiaung.
ërmthn*e<0sti«Wttl5 Nr. 230 1911
Händler gegen Nachweis zu den gemeindlichen Akten zu ver» ständigen.
Alzenau, 12. Oktober 1911.
Kgl. Bezirksamt.
J. A.: Dr. Wetzel.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
In Frankfurt a. M.-Oberrad, in Obertshausen und Klein-Steinheim, Kreis Offenbach, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
In Frankfurt a. M.-Vonnames ist dieselbe erloschen.
Hanau den 20. Oktober 1911. V. 6912
Der Krieg zwischen Italien und der Türkei.
Nachdem seit Anfang des Monats auf dem sogenannten Kriegsschauplätze außer ein paar belanglosen Vorpostengefechten überhaupt nichts mehr passiert ist, scheinen die Italiener mit der jetzt eingetroffenen zweiten Staffel ihres Expeditionskorps — die erste ist in Tripolis konzentriert — etwas energischer vorgehen zu wollen. Und zwar sind sie gleichzeitig an zwei weiteren Punkten der tripolitanischen Küste gelandet.
Die Landung in Benghasi.
Unter Bedeckung des HaUptteiles der italienischen Flotte — sie befindet sich also nicht im ägyptischen Meere — sind Truppen des Expeditionskorps zunächst in Benghasi an Land gegangen. Benghasi, das alte Berenice, ist die Hauptstadt der Provinz Varka, der alten Kyrenaica, des östlichen Teils Tripolitaniens. Ueber die Landung wird von italienischer Seite berichtet:
Am 18. Oktober vormittags erschien vor Benghasi die zweite Staffel des italienischen Expeditionskorps, begleitet von den Linienschiffen „Vittoro Emanuele", „Rom r", „Napoli", Regina Elena", dem Panzerkreuzer „Amalfi", den geschützten Kreuzern „Estruria" und „Pi emo Ue" so wie „Liguria", den Torpedobootszerstörern „Ostro", „Be'-- sagliere", „Eranatiere", sowie zwei Hochseetorpedoflottillen. Admiral Aubry forderte den Platz sofort zur Ueber- gabe auf. Die türkischen Behörden jedoch verweiaerten dies. Infolge des schlechten Wetters räumte der italie- nische Admiral noch eine Frist bis 6 Uhr früh für die Uebergabe ein. Die ganze Nacht über war das Meer bei Wind und Regen sehr bewegt. Gegen Morgen begann das Wetter sich zu beruhigen. Um 6 Uhr, als die der Garnison von Benghasi zur Uebergabe gewährte Frist ergebnislos verlaufen war, schritt man zur Beschießung der Festungswerke, diè nur kurze Zeit andauerte, bis man mit der .Ausschiffung, zuerst der Matrosenkompanien, dann der
Dennoch will es uns erscheinen, daß das lyrische Moment den Kern ihres Wesens trifft und daß die in ihrem Spiel zu beobachtende Entwickelung strotzender Kraft und Fülle kein anderer, als ein logischer Heroismus ist, ein Heroismus, wie ihn Dichter und Denker bei ihren Geistesaufflügen über das Durchschnittsleben bet' Mensch- heit konstruiert haben und wie ihn auch die Geschichte der Menschheit aufweist — schon lange vorher, ehe der Be. griff „Emanzipation" mit seinen Schatten das Wesen echten und wahren Frauentums zu verdunkeln droht. Don dieser hohen Warte aus müssen wir diese seltene Frau, diese hochbegabte Solistin C h e m e t betrachten, nur f o ist fu ganz zu verstehen und — zu würdigen. In sicherer Beherrschung alles dessen, was die Technik für die B e m e i st e r u n g ihres Instrumentes erheischt, führt Mme. C h e m e t mit einer ungewöhnlichen Vortragsweise, besonders durch ihr portamentreichcs Cantilene, ihre Hörer aufwärts zu hochaufstrebenden Pfaden. Dort bieten sich Ausblicke, an denen das Auge sich labt, und der ge- weitete Horizont vermittelt Eindrücke, welche das Herz erheben und- stärken. —. Es geht eben Höhenluft bor* oben, die die Atmosphäre reinigt von allem Dunst und Druck der Niederungen 1
In Herrn Kammersänger Friedrich Strathmann lernten wir einen Solisten kennen von abgeklärter Kunst. Die Sicherheit seiner Tonansatzes, das wohl- klingende, charakteristisch ausgeprägte Baritontimbre seiner Stimme, mit dem zarten, aber ausgesprochenen Anflug der männlich-schönen Klangfarbe des Bassisten, die Leichtig- keit in bei souveränen Handhabung seines Organs durch alle Register hindurch^ die wohltuende Lautbindung, die seinem Gesänge eine festgefügte, fertige Eigenart anheftet — das alles sind Vorzüge, welche Herrn Strathmann aui« zeichnen. Dazu kommt eine wunderschöne Deklamation, voller .tatürlfihkcit und Selbstverständlichkeit, wie sein Gesang. Herr Strathmann gehört zu jenen begabten Sänaern,