Erstes Blatt.
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Nr. 245 ffernspr-chanschlttd Nr. 2.30.
Donnerstag den 19. Oktober
^ernsprechanschlnsr Str. 230 1911
Die beMNunnntt «msstzi Kvier d.UMsAsBM 14 Seiten.
Slitttliches.
Landespolizeiliche Anordnung, betreffend
die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Stadtkreise Hanau.
Mit Rücksicht auf die Feststellung der weiteren Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in der Stadt Hanau durch den beamteten Tierarzt bestimme ich in Erweiterung meiner landespolizeilichen Anordnung vom 10. d. Mts., A III 4899 — Amtsblatt Nr. 41, Seite 356/7 — folgendes:
Zu dem Sperrgebiet im § 1 tritt in der Stadt Hanau der Stadtteil, der durch die Nordstraße bis zur Wirtschaft „Zum Neubau", Nordstraße 53, die Badergasse, Kleine Dechaneigasse, Große Dechaneistraße, Bangertstraße und Hospitalstraße bis Vorstadt gebildet wird. (A III 4959) Cassel am 17. Oktober 1911. P 11381
Der Regierungspräsident.
Graf von Bernstorff.
Stadtkreis Fjan au.
Bekanntmachung.
^ Es wird beabsichtigt in der Nähe der Teiche zwischen Clausen- und Fasanerieweg auf einem städtischen Grundstück bis zum Frühjahr 1912 Schrebergärten mit einem Flächeninhalt von 200 bis 250 qm anzulegen.
Am die erforderliche Anzahl dieser Schrebergärten festzustellen, werden bis zum 1. n. Mts. Pachtanmeldungen auf Zimmer Nr. 13 des Rathauses, werktäglich vormittags von 10 bis 121/a Ahr, entgegengenommen. Anmeldungen, die nach dem 1. n. Mts. eingehen, werden nicht mehr berücksichtigt.
Hanau den 13. Oktober 1911. 25183
Der Magistrat.
Dr. Eebeschus.
Bekanntmachung.
Die Arbeiten zur Regulierung der Hainstraße zwischen Kinzig- und Marienstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort zum Preise von 1 Mk. bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin, am Samstag den 21. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 12. Oktober 1911.
Der Magistrat.
Bekanntmachung.
Die Arbeiten zur Regulierung der Frankfurterlandstraße zwischen Teichweg und Landgrafenstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Wimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von. 1 Mk. bezogen werden.
Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin, am Samstag den 21. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 12. Oktober 1911.
Der Magistrat.
Bekmmtmachtmft.
Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbeitsnachweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen auer Berufe kostenfrei nutzbar zu machen. _ .
Wu richten deshalb an alle Interessenten das Eriuckien.
ihren Bedarf an Lehrlingen bei de? städtischen Arbeitsvermittelungsstelle — Langstraße Nr. 41 hier — anzumelden.
Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelungsstelle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern entgegennimmt.
Hanau den 31. Oktober 1910. 1119
Der Magistrat.
Hild.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen des Delikatessenhändlers Wilhelm Schoder in Hanau wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 25. August 1911 angenommene Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 26. August 1911 bestätigt und die Schlußrechnung des Verwalters gelegt ist, hierdurch aufgehoben. Hanau den 13. Oktober 1911. 25163
Königliches Amtsgericht 5.
LiMrtschtstlllhtt SrtiSitrtii Hmu.
Nächste Versammlung Samstag den 21. ds. Mts. um halb 3 Uhr, im Gasthaus „Zum goldenen Löwen" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Besprechung über die Maul- und Klauenseuche und ihre Bekämpfung.
3. Beteiligung der Söhne kreiseingeseffener Landwirte am Unterricht der landw. Winterschule in Gelnhausen.
4. Vortrag des Herrn Professor Dr. Haffelhof van der Versuchsstation ^ar^^hausen bei Caffel über „Acker- und Wiesendüngung".
5. <TT?ffr,'TT(>h!'rrnifna1?mC.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins in t :n Gemeinden in artyHNUcher W-^e bekannt machen.
Hanau den 16. Dotier 1911.
Der Vorsitzende.
Frhr. L a u r, Landrat.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 schwarze Straußfeder, 1 silberner Anhänger mit 2 Kinderphotographien, 1 Quittungskarte Nr. 549 vom Sanitätsverein Hanau für A. Kretschmar, 1 Legitimationskarte für Familienversicherung von der Hanauer Ortskrankenkaffe für Wilhelm Grammig.
Abhanden gekommen: 1 Stoßkarren.
Hanau den 19. Oktober 1911.
Der Kaiser hei der hfljlMti des Kaiser Friedrilh- Denkmals in Aachen.
In Aachen wurde am Mittwoch das Kaiser Friedrich- Denkmal in Gegenwart des Kaisers enthüllt. Bei prächtigem Wetter und herrlichem Festschmuck bot die Stadt einen farbigen, heiteren Anblick. Fahnenbanner und Blumengewinde sah man allenthalben. Alle Balkons und ganze Häuserfronten verschwanden unter reichem Tannengrün, aus dem rote, blaue und gelbe Blumen hervorleuchten. Auf dem Bahnhofsplatz, dem Elisenbrunnen, und vom Karserplatz bis zum verhüllten Denkmal verdichteten sich die bunten Wimpel. Wuchtige Ehrenpforten, mit Tannengrün bekleidet, erhoben sich am Münster und am Rathaus und schloffen die Architektur wirksam ab. Der Zustrom der Bevölkerung aus der Provinz und von jenseits der Grenze war gewaltig. Zum Spalier traten über 30 000 Mitglieder von Vereinen, Innungen, Schulen, Kriegervereinen und Truppen an.
Die Ankunft des Kaisers.
Der Kaiser traf mit Gefolge im Sonderzuge um halb 11 Uhr vormittags in Aachen ein, stieg am Bahnhof zu Pferde und hielt unter dem Jubel der Bevölkerung und dem Läuten aller Glocken seinen Einzug in die Stadt. Eine Schwadron Deutzer Kürassiere eskortierte den Zug.
Aachen, 18. Oktbr. Auf dem Denkmalplatz, wo eine Ehrenkompanie des 25. Regiments aufgestellt war, gab der Kaiser, der vor dem Denkmal Kaiser Friedrichs zu Pferde hielt, nach der Rede des Oberbürgermeisters das Zeichen zur Enthüllung des Denkmals, an dessen Fuß im Auftrage des Kaisers der Generaladjutant Generaloberst v. Pleffett einen mächtigen Lorbeerkranz nieder. Der Kaiser ritt dann um das Denkmal herum und zog dessen Schöpfer, Bildhauer Lederer, ins Geivrach, dem er die Große Goldene Medaille
für Kunst verlieh. Hierauf nahm der Kaiser am Denkmal den Ropport der Kriegervereine durch den Vorsitzenden des Kreiskriegerverbandes, den Ersten Beigeordneten Geheimen Regierungsrat Ebbing, entgegen. Darauf ritt er mit feinem Gefolge und der Küraffiereskorte zum Münster, wo er durch die Stiftsgeistlichkeit empfangen und zum Chor geleitet wurde. Hier richtetet der Stiftsprobst, Prälat Dr. Bellesheim, nach einem Vorttag des Domchores eine Begrüßungsansprache an den Kaiser. Der gesamte Domschatz war zur Besichtigung ausgestellt. Auf die Ansprache des Stifts- probstes erwidette der Kaiser, er sei sehr zufrieden mit dem Fortgang der Restaurationsarbeiten. Mit Recht habe der Stiftspropst seinem Schmerz über das Hinscheiden des Pro- feffors Schaper, den er, der Kaiser, bewundere und verehre, Ausdruck gegeben. Da indeffen die Arbeiten dieses Meisters, wenn auch nicht in der Ausführung, so doch auf dem Papier erledigt seien, so würde es wohl gelingen, die Arbeiten Schapers zu vollenden. Es mache auf ihn stets einen tiefbewegenden Eindruck, wenn er seinen Fuß ins Münster setze. Er werde es auch ferner in seinen Schutz nehmen und die Restaurationsarbeiten fördern. Vom Stiftspropst geführt, besichtigte der Kaiser sodann den Leopardusschrein, den Karlsschrein, die herrliche gotische Kapelle, die goldenen Altartafeln, das Lotharkreuz und bett übrigen Schatz, wobei er die Herren seines Gefolges auf Einzelheiten aufmerksam machte. Im Otogon erklärte der Regierungsbaumeister Schmidt die in der letzten Zeit vorgenommenen Ausgrabungen. Hierauf übernahm der Stiftspropst Dr. Bellesheim wieder die Führung zum Hochmünster, wo der Kaiser die herrlich ausgestattete Kaiserloge sowie die Kartons zu den weiteren musivischen Arbeiten besichtigte. Der Kaiser versprach, dem Münster eine neue Kanzel zu schenken. Sodann begab er sich über den Katschhof, wo die Höheren Mädchenschulen Aufstellung genommen hatten, zum Rathaus, auf dessen Freitreppe er stillstand, um für den Jubelruf der Tausende, die auf dem herrlich geschmückten Markt- platz Aufstellung genommen hatten, zu danken. Im Rathaus kleidete sich der Kaiser um und betrat gegen 1K Uhr den Kaisersaal, wo ein Festmahl von etwa 260 Gedecken stattfand. Der Kaiser führte beim Eintritt die Prinzessin Viktoria zu Schaumburg-Lippe, der Prinz zu Schaumburg- Lippe die Fürstin Wied. Ihm gegenüber saß der Oberbürgermeister Deltman. Die Rede des Oberbürgermeisters auf den Kaiser wurde mit begeistertem Jubel ausgenommen, ebenso folgende Ansprache des Kaisers:
Mein lieber Oberbürgermeister! Sie haben mit Ihren freundlichen Begrüßungsworten den herzerhebenden Eindruck noch verstärkt, den ich heute durch den festlichen Empfang in Ihren Mauern erhalten habe. Ich danke Ihnen, den städttschen Behörden und der Bürgerschaft aufs wärmste für diesen unvergeßlichen Tag. Schöner könnte der heutige 80. Geburtstag meines uns allzu früh entrissenen Herrn Vaters nicht begangen werden, als durch die feierliche Enthüllung des seinem Andenken gewidmeten Reiterstandbildes, welches wir der opferwilligen Verehrung der Aachener Bürgerschaft für den Liebling des deutschen Volkes verdanken. Ich beglückwünsche die Stadt zu dem neuen Schmuck, an dem noch ferne Geschlechter sich erfreuen und erkennen werden, daß ttotz aller politischen, sozialen und konfessionellen Parteiungen und Reibungen unserer Zeit ein festes Band der Liebe und des Vertrauens Fürst und Volk umschlingt und zusammenhält. Wenn ein Fürst gerade in Aachen ein Denkmal verdient hat, so war es mein in Gott ruhender Herr Vater. Von meiner Kindheit an habe i^ beobachten können, mit welchem Jntereffe er sich dem Studium der deutschen Kaiser und ihren Tradittonen hingab und wie er von der Macht ihrer Stellung und von dem Glanze der alten deutschen Kaiserkrone erfüllt war. Wenn .ch als Knabe in seinem Zimmer weilte und mein Wohlverhalten einen Lohn verdient hatte, ließ er mich in einem Prachtwerke blättern, in dem die Kleinodien, Insignien, Gewänder und Waffen der Kaiser und schließlich die Krone selbst in bunten Farben dargestellt waren. Wie leuchteten ihm die Augen, wenn er dabei von den Kro- nungsfeiern in Aachen mit ihren Zeremonien und Mühlern erzählte. Von Karl dem Großen, von £ai;e< V tr= baroffa und ihren Herrlichkeiten! Stets schloß er damit: „Das alles muß wiederkommen, die Macht des Reiches muß Wiedererstehen und der Glanz der Kaiserkrone muß wieder aufleuchten! Barbarossa muß aus dem Kyffhäuser wieder erlöst werden!" Und ihm war es von der Vorsehung beschieden, an der Ausführung des großen Werkes hervorragenden Anteil zu nehmen. Auf blutiger Wahl- statt half er dem ehrwürdigen Vater die Kaiserkrone und dem deutschen Volke die Einiguna errinaen. Vom Vater