Bezugspreis»
MerkelfShrNch 1.80 DL, monatlich 60 Pfg., für «m«» «Artige Abonnenten mit dem betreff. Postauffchlag. Sie einzelne Stummes tostet 10 Pf«.
ßtatationsdruck und Verlag der Buchdrucker«! de» «errtn. ev. Waisenhauses in Kanan.
General-Anzeiger
AMtlilher Vrgm für Stobt- und Landkreis Haara.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrSSungsgebShr»
Vie gespaltene PetUzell» oder deren Stemm t0 Pf- tm RellameuteU die Zelle 49 Pfg.
verantwortl. SleSatteur: L. Schreck«« in Kan«.
Nr. 233 ^mth’redwnwitfi Nr. 230. Donnerstag den 5. Oktober
Fernsprechattfchlitsr Nr. 230 1911
Amtliches.
Eandkreis F)anati.
An die Orte olizeibehörden des Kreises.
Die Ortspolizeibehörden ersuche ^ch, wiederholt auf ortsübliche Weise bekannt zu machen, daß diejenigen Personen, welche im Kalenderjahr 1912 ein Gewerbe im Umherziehen betreiben wollen, ^ Ausstellung des hierzu erforderlichen Wandergewerbescheines alsbald unter Vorlage des etwa für 1911 erteilten Wandergewerbescheines dort zu beantragen haben. Bei der Bekanntmachung ist ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß die Säumigen sich die Folgen einer verspäteten Artragstellung selbst Zuzuschreiben haben.
Zur Klarstellung der Verhältniße jedes Antragstellers bezw. seines Begleiters sind bei denjenigen Personen, für welche bereits für das laufende Kalenderjahr ein Wander- gcwerbeschein ausgestellt ist, die in Ziffer 65 der Anweisung Mr Au^füh-ung der Gewerbeordnung vc^ 1. S7 - 1904 (Sonderbeilage zu Nr. 24 dog Amtsblattes für 1904) vorgeschriebenen Formulare Muster C und D anszufüllen, während bei neuen Anträgen die in Ziffer 64 a. a. O. vorgeschriebenen Formulare Muster A bezw. B Verwendung friräen JjaBen. Die in den Formularen von den Orts- Mrbehörden erteilten Bescheinigungen dürfen der Vollständigkeit nicht ermangeln. Namentlich sind auf den For- mr aren alle Fragen zu beantworten und zwar entweder
»l« »"ein". Ein Strich statt der Antwort genügt ?’ }-l lnch^ ist es nicht zulässig, die Frage einfach zu durch- s reichen. Ferner ist auf die richtige und ausreichende Beantwortung der Frage 9 wegen des Unterhalts der Kinder zu achten Unter „Unterhalt" ist nicht nur die bloße Tragung ' r ^I des Unterhalts, sondern die ganze Wartung,
' und Erziehung der Kinder zu veHrh-u.
an, ler ,welche Ansichtskarten allein oder neben anderen èl"^^eten wollen, sind aufzufordern, Muster der An- Ä e ^^i^"^E).vorzulegen. Diese Muster sind in einem Briefumschlag den einzureichenden Unterlagen beizufügen.
Gewerbetreibende, welche Lumpen, Knochen oder rohe St ;dn und gleichzeitig mit Naschwaren pp. handeln sowie auch diejenigen, welche nur Lumpen und vomÄ wollen sind auf die Polizeinerordnung vom 20. Oktober 1893 (Amtsblatt Seite 285), betreffend SHmS^r E Lumpen, Knochen oder rohen Fellen Hin- gllweisen. Auch ist von diesen Gewerbetreibenden auf den &Srerc ^^" A und B bezw. 0 und D die preto- tonanf^e Erklärung abgeben zu laßen, daß ihnen diese Verordnung bekannt ist.
Sämtliche innerhalb der nachbezeichneten Frist (20./10.)
Stadttheater^n Hanau.
„Das süße Mädel",
Operette in 3 Akten von Alexander Landsberg und Leo Stein, Musik von Hch. Reinhardt.
.-.®UJ bem ©eBiete der zugkräftigen Operettenproduktion "'^^ "'El Auswahl, sodaß man, was ja auch ntj« schadet etwas zurückgreifen muß. Infolge dessen hat gestern auch das „süße Mâdel" als Novität seinen Einzug dahier gehalten und ist mit Beifall begrüßt worden. VorauS- ba^ bie Direktion Mühe und Kosten nicht ®'™ h""e, eine wirklich erstklassige Aufführung zu er- mäglichen und daß unsere Operettenkräfte auf der S» 'h"r, ^g°be standen. Die Operette Rein- Hardts zeugt dafür, daß in Wien der Sinn lebensfrohe, ja in manchen höchst ustige Musik noch nicht ansgestorbcn ist. Selbstredend darf man auch hier der Partitur oder dem Lexibuch nicht mit den scharfen Waffen des kritischen Rüst-
— t . fid) um ein „Süßes rcavci handelt, dem man überhaupt nichts übelnehmen darf, .^'dichter haben eine launige Verwcchslunqskomödie geschrieben, wobei cs sich um die Geschichte des süßen Mädels, "^rettl -Sängerin handelt, die nach manchen Wirr- 'âü'cßlich ihren jungen Grafen, trotz seines reichen N-ik„n' ertttn fönn. Die Operette hat überall reichen aeliinden und den Ruf als Kassenzugstück äiiücrli^ f ^^ ^âlt sich in dem gelungenen und auch STninrSuf^1' ^'^ungsvollen Ausdruck der flotten Wiener Melodik d'e in all den Märschen, Walzern x. Hübsche ( 6 .,! Ü"t klingender Instrumentation verbinden. Der Kok..- Sfb"ltenc, mit dem üblichen Refrain versehene (Sliirf ist s” "^tn ^âdel", die Tcnorstelle „launische Dame, de, m n" ^amc ' ""e noch manches andere gehören mit M dem Besten der Partitur, slirl. Mia A d a m aab dar
eingegangene Anträge sind in eine Nachweisung (vergk. meine Kreisblatt-Verfügung vom 20. September v. 8. G. 119 — Nr. 224 des Hanauer Anzeigers) aufzunehmen und zwar alphabetisch geordnet. Bei Antragstellern, die das 25. Lebensjahr noch nicht voll ndet haben oder deren Begleiter noch keine 25 Jahre alt sind, ist in der Nachweisung in Spalte 12 „Bemerkungen" anzugeben, ob und aus welchen Gründen die Erteilung des Scheines ausnahmsweise befür- wr-tet wird.
Der Einreichung der Nachweisung über die beantragten Wandergewerbescheine, zu welcher Formulare bei der hiesigen Waisenhausdruckerei zu haben sind, nebst Anlagen sehe ich bis zum 20. Oktober d. J. entgegen.
Hanau den 4. Oktober 1911. 6544
Der Königl. Landrat.
F r h r. L a u r.
Stadtkreis Hanau. Verdingung.
Die zum Einbau einer Warmwasserheizung in den städtischen Gebäuden Marktplatz 14,16 und 18 erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführungen von Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer Nr. 18 aus und können von dort zum Preise von 1 Mark bezogen werden.
Verschloßene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Mittwoch den 18. Oktober, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 3. Oktober 1911. 23897
Der Magistrat.
. Dr. Eebeschus.
Bekanntmachung.
Die Wohnung im 1. Obergeschoß des Hauses Kleine Sandstraße 10, böstehend aus Stube, Kammer und Küche, ist vom 1. November ds. Js. ab gegen einen monatlichen Mietpreis von 8 Mark zu vermieten.
Etwaige Bewerber wollen sich Neustädter Rathaus, Zimmer Nr. 11, während der Sprechstunden (vormittags von 10—12% Uhr) melden.
Hanau den 29. September 1911. 23823
Der Magistrat.
_____________________Hild._________ stellerisch und gesanglich der Titelrolle was diese an Tem- perament und Humor verlangt, ihrer Leistung ist die Zensur zu geben: „von Anfang bis zu Ende ausgezeichnet". Namentlich im ersten Aki verstand sie es, durch ihr Auftreten bezaubernd zu wirken. Nicht endenwollender Beifall war der Lohn für ihre vorzüglichen Darbietungen. Ihr standen trefflich zur Seite Herr Haase als Maler Florian, der in jeder Beziehung famos spielte, sowie Herr Fünf- geld als Grafen-Neffe, der bei der Darbietung der Tenorstelle „Launische Dame" den Beweis für seine Leistungsfähigkeit in gesanglicher Hinsicht erbringen konnte. Es war dies eine Glanzleistung, die ihm stürmischen, wohlverdienten Beifall erbrachte. Seine Stimmittel sind weiten Ansprüchen gewachsen. Eine hübsche Vertreterin der „Fritzi" schuf Frl. Harves, auch Herr W a l l b r ü ck war als verliebter, schüchterner „Sekretär" auf seinem Posten. Mit Humor und lebendigem Spiel gestaltete Herr G i o r g i die Partie des „Grafen Balduin". Die Ausführung der kleineren Partien war ebenfalls durchgehend eine gute.
Herr Direktor Steffi er batte für eine hübsche Inszenierung der beiden ersten Akte Sorge getragen, die großen Ensembleszenen am Schluffe des ersten und am Anfang des zweiten Aktes klappten vorzüglich. Zweifellos fällt gegenüber den wohlgeformten beiden ersten Akten der letzte Akt ziemlich ab, denn selbst das englische Parodieduett, in welchem Frl. Harves und Herr H aase ihr bestes Können in die Wagschale warfen, sowie die Massierszene sind nicht geeignet, hier noch sonderlich Wandel zum Besseren zu schaffen. Alles in allem genommen, ist jedoch die Operette geeignet, frohe Stunden zu vermitteln und deshalb wert, gehört und gesehen zu werden. Wir zweifeln nicht daran, daß das „Süße Mädel" auch bier noch Zugkraft ausüben wird. Zum Schluß- wollen wir auch Herrn Kapellmeister Kähler Anerkennung nicht vorenth-lleu, der mit der Ulanenkapelle geschickt und erfolgreich smnes Amre» waltete.
Bekanntmachung.
Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbettsnachweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen aller Berufe kostenfrei nutzbar zu machen.
Wir richten deshalb an alle Jntereßenten das Ersuchen, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der städtischen Arbeitsver- mittelungsstelle — Langstraße Nr. 41 hier — anzumelden.
Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelungsstelle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern entgegennimmt.
Hanau den 31. Oktober 1910. 1119
Der Magistrat.
Hild.
Dienstnachrichten ans dem Kreise.
In Hainstadt, Kreis Offenbach, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau den 4. Oktober 1911. V. 6465
In Lützelhausen, Kreis Gelnhausen, ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
Hanau den 4. Oktober 1911. V. 6465
Polizei-Verordnung
Auf Grund § 5 r^d 6 ^r Allerhöchsten Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 und des § 143 des Landesverwaltungsgesetzes vom 30. Juli 1883 wird mit Zustimmung der Gemeindevertretung, für den Bezirk der Gemeinde Gronau folgendes verordnet:
§ 1.
Die am nördlichen Ausgang des Ortes nach Rendel zu, über die Nidder führende Brücke darf nur von Einwohnern der Gemeinde Gronau befahren werden.
s 2.
Zuwiderhandlungen gegen diese P- 'izeivero-ffnung wer» den, soweit nicht höhere gesetzliche Strafen einzutreten haben mit Geldstrafen bis zu neun Mark, im Unvermögensfall mit verhältnismäßiger Haft bestraft.
§ 3.
Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver» öffentlichung in Kraft.
Gronau den 3. Oktober 1911. 23885
Die Ortspolizeibehörde.
Wenzel, Bürgermeister-
Konzert -es GessUveMS „Gemilma".
Hanau den 5. Oktober 1911.
Die jüngst vergangene, ermüdend lange Reihe heißer Sonimertage scheint auf die Arbeit im Uebungszimmer der Gesangvereins „Germania" keinen hemmenden Einfluß ausgeübt zu baden. Denn die für das vorgestrige Konzert vorbereiteien Chöre traten aufs vorteilhafteste in die Erscheinung. Sie zeugten von ausdauerndem und hingebendem Fleiße, an welchem zwar mit dem Löwenanteil der Dirigent des Vereins, Herr GeorgWagner, partizipiert. Jedoch auch den Sängern war bei dieser Arbeitsteilung ein rechtschaffenes Maß zugefallen, und ihre Pflicht haben auch sie getan. Dem allen gebührt Anerkennung. Hiermit sei sie öffentlich ausgesprochen. Kleine Unebenheiten im Dortrag eines Chores können hin und wider zu Tage treten. Sie sind belanglos für den G e s a m t e i n d r u ck, der die Leistungsfähigkeit eines Sängerchors dartut und den in ihm herrschenden Geist eifrigen Strebens. Was wollen z. B. unwesentliche Accordschwankungen bedeuten, wenn sie vereinzelt vorkommen? Der Kenner weiß, wie eine ganz« Reihe von Zufälligkeiten, die weder der Dirigew noch der Sänger in der Hand hat, manchmal hier die Ursache bilden für sehr weitgehende Wirkungen. Trübungen, sogar Verdrängungen von Tonarten, sind sehr oft auf ihr Konto zu setzen. Dabei denke ich noch nicht einmal an bie empfindliche Störung durch das Zischen und Sausen unkontrollierter elektrischer Bogenlampen — eine Störung, welche int Konzert faal sowohl, als auch auf dem Konzert- p o d i u m in gleicher Weise einen sehr wichtigen Faktor be- einträchtigen kann: die innere Sammlung und die volle, durch nichts abgelenkte Hingebung an dir Sache. — Oder ivas bedeutet bei bestimmten Stellen das zeitweilige Hervor- tretcn dieser oder jener charakteristischen und klangvollen Einzelstimme, ivenn dieselbe taktelanges Zurückhalten übt und nach solcher Schonung etivaS z u weit hervorschreiter? Daß