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MerkE^rNH 1.80 ML, monatlich 80 Pfg., ffc 6W> tvârtige Abonnenten mit dem betreff. Postouffchla-. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Ziotationsdruck und Verlag der Buckdruckerei des «rein. es. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtlicher Organ für Stoib uni fanikrtis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

TlnrSckungsgebShrik

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Nr. 227 W-rttsprsMnfchlitk Nr. 230. Donnerstag den 28. September ^-rnsprechanschltitz Nr. 230 1911

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Die KelltrgeNmmtt uM nute d.NkttthsltriOM

14 Seiten.

Amtliches.

Landkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Unter dem Viehbestände des Metzgers Wilhelm August Rupp in Erbstadt ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.

Zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche ordne ich hiermit folgende Schutzmatzregeln an:

I. Sperrbezirk.

Die Gemeinde Erbstadt bildet einen Sperrbezirk.

Innerhalb des Sperrbezirks gelten folgende Bestim­mungen :

1. Sämtliche Wiederkäuer und Schweine unterliegen der Stallsperre.

2. Die Plätze vor den Stalltüren und den Gehöftein- gängen der verseuchten Gehöfte, sowie die gepflasterten Wege an den Ställen und auf dem Hofe sind mehrmals täglich durch Uebergietzen mit Kalkwasser zu desin­fizieren.

3. Das Geflügel ist so einzufperren, datz es den Hof nicht verlassen kann.

4. Die Hunde find festzulegen.

5. Das Betreten der verseuchten Ställe ist nur den Be­sitzern, den mit der Wartung und Pflege beauftragten Personen und den Tierärzten gestattet.

6. Händlern, Schlächtern, Viehkastrierern und andern in Ställen gewerbsmäßig verkehrenden Personen ist das Betreten der verseuchten Gehöfte strengstens untersagt.

7. Die Abgabe roher Milch und von Molkereirückständen aus den verseuchten Gehöften ist verboten. Dieses Ver­bot erstreckt sich nicht auf Butter und Käse.

8. Das Verladen von Vieh auf der Bahnstation inner­halb des verseuchten Ortes ist verboten.

9. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk ohne meine Erlaubnis ist verboten. Die Einfuhr von Klauen­vieh zur sofortigen Abschlachtung kann nur unter der Bedingung gestattet werden, daß die Einführung auf Wagen oder mit der Eisenbahn geschieht. Die Ausfuhr von Klauenvieh aus dem Sperrbezirk und der Durch­trieb von Klauenvieh durch den Sperrbezirk sind ver­boten.

Stadttheater in Hanau.

Mein erlauchter Ahnherr.

Lustspiel in 3 Akten von Alfted Schmieden.

_ Mit dem gegenwärtig an einer großen Anzahl aus­wärtiger Bühnen in Szene gehenden Lustspiele „Mein erlauchter Ahnherr« wartete am gestrigen Abend auch die Direktion unseres Stadttheaters an hiesiger Bühne auf. Das lustige Werk ist, wenn man vielleicht von einigen Längen und von einer ab und zu schwäch­lichen psychologischen Motivierung absieht, durch eine recht bühnensichere Gestaltung des Lustspielstoffes und durch die heitere Stimmung, die über den einzelnen Szenen liegt, sowie durch eine Menge lustiger, amüsanter Einfälle, die der Verfasser aus der Fachkenntnis des Theaterlebens hervorgeholt hat, für gerade nicht allzu anspruchsvolle Hörer recht wirksam. Dazu kommt ferner, daß das Werk eine Reihe von dankbaren, tragenden Herrenrollen hat, wie auch einige individuelle, gut ent­worfene Nebengestalten kurze amüsante Szenen aufweisen, die recht ergötzlich interessieren. Es ist, wie sich hieraus ergibt, eine genügende Fülle von wirksamen Elementen in diesem liebenswürdig-harmlosen Lustspiel vorhanden, die ihm dann auch einen hübschen Erfolg an unserer Bühne sicherten. Der Inhalt wurde bereits in der Vor­anzeige mit kurzen Worten treffend klar gelegt. Be­züglich der Darstellung dieser Novität sind wir in der angenehmen Lage ein recht günstiges Urteil fällen zu können. In erster Linie sei Herr Alfred Haase ge­nannt. Aus dem galanten, humanen, liebenswürdigen »Herzog Anno« verstand der Künstler eine ganz vorzüglich getroffene Figur zu gestalten, indem er bestimmt uno sicher des imponierende Wesen zur Schau zu bringen wüste, das die Nolle zur äußerst glücklichen Vollenduna

Die Ausfuhr von schlachtreifem Vieh zu Schlacht­zwecken kann ausnahmsweise und nur in dringenden Fällen mit Genehmigung des Herrn Regierungspräsi­denten, welche bei mir zu beantragen ist, erfolgen.

10. Das Treiben von Wiederkäuern und Schweinen auf öffentlichen Straßen ist verboten.

Ein Beobachtungsgebiet ist nicht zu bilden, da sämtliche umliegenden Ortschaften Sperrbezirke sind.

Hanau den 25. September 1911. V. 6379

Der König!. Landrat.

Frhr. Laur.

Der zum 1. Oktober d. Js. von Steinau nach Hanau versetzte Stratzenmeister Schwarze ist seitens des Herrn Landeshauptmanns in Cassel widerruflich zum Verfiche- rungsschätzer und Vrandschadensschätzer der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt für den Bezirk I und zum stell­vertretenden Versicherungsschätzer und stellvertretenden Vrandschadensschätzer für den Bezirk III des Kreises Hanau bestellt worden.

Diese Bezirke bestehen aus folgenden Ortschaften: Bezirk T.

Bischofsheim, Dörnigheim, Dottenselder-Hos, Gronau, Gronauer-Hof, Hochstadt, Mittelbuchen, Niederdorfelden, Wachenbuchen, Wilhelmsbad mit Wilhelmsbaderhof, Euts- bezirk.

Bezirk m.

Windecken, Baiersröderhof, Butterstadt, Eichen, Erb­stadt mit Naumburg, Kilianstädten, Marköbel mit Hirz­bacherhof, Niederissigheim, Oberdorfelden, Oberissigheim, Ostheim und Roßdorf.

Mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom 22. März 1910 — V. 1811 — in Nr. 4 der amtlichen Beilage pro 1910 — bringe ich dies zur öffentlichen Kenntnis.

Hanau den 26. September 1911. V. 6320

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Ausschreiben.

Für die Armenverwaltung find ungefähr 200 Malter Kartoffeln zu liefern.

Angebote mit Proben sind bis zum 5. Oktober d. Js. in Zimmer 2 der Armenverwaltung einzureichen. Dort liegen auch die Bedingungen zur Einsicht auf.

Hanau den 25. September 1911. 23149

Der Magistrat.

Hild.

erheischt. Den biederen, grundehrlichen „Hofrat Professor Münzenmeier" gab Herr K l i e w e r. Seine sehr wohl­durchdachte Leistung interessierte durch feine Einzelzüge. Herr Philipp Spohn als „Intendant, Freiherr von Luck", widmete sich mit guter Laune seiner dankbaren Rolle, Herr Grundmann als der systematische Disziplinarmensch „Dr. Sauerland" wirkte durch seine eindringliche und vor allem kraftvolle Darstellungsweise trefflich. Auch die Maske des Darstellers war charakteristisch gewählt. Wie Herr Carl d e G i o r g i, der sich bereits in „Polnische Wirtschaft" an unserer Bühne recht vorteilhaft einführte, den stets „verschwiegenen Kammerdiener Josenhauns" einfach, vornehm und wirksam auf die Bühne stellte, so zeichnete auch Herr C. A. Wagner den „Dichter Friedrich Schwempp" recht glücklich. Mit ber vornehmen, verliebten Hofschau­spielerin „Ruhl Rutbardl" erzielte Frl. Ballin einen recht achtbaren Erfolg, wie auch Frl. Arens aus ihrer „Her­zogin Meta" eine allerliebste Lustspielfigur gestaltete. Von den Vertretern kleinerer Rollen traten die Herren H e i ii z e, N a d e l r e i ch , soivie Frl. Hammer gelungen in Vorder­grund. Herr Carl d e G e o r g i als Regisseur des Lust­spieles sorgte für eine recht abgerundete Vorstellung. L. S.

Menschliches Allznmenschliches mm Bnhnenmlkchen.

Von Paula Gura-Ewald (München).

(Nachdruck verboten.)

Man sagt oft, daß die Bühnen Mitglieder große Kinder seien, und daran ist viel Wahres.

Hatte ich da einmal einem kranken Kiv^« mehrere sehr kniffliche Geduldspiele gekauft und kam mit meinem Paket- chen am Theater vorbei, wo einige Mitglieder eben ihre freie Zeit während einer Probe benutzten, frische Luft zu schöpfen. „Woher des Wegs? Wohin? Was ist da drin?" so wurde ich bestürmt, das Päckchen ungeniert aufgemacht und untersucht. Mit Feuereifer gab man sich nun den Geduld­

Landwirtschaftliche Winterschule ZU Gelnhausen.

Der Unterricht für das kommende Winterhalbjahr be­ginnt Montag den 6. November d. I., vormittags um 9 Uhr.

Aufnahme als Schüler finden junge Leute im Alter von 15 bis 20 Jahren. Aeltere Landwirte können als Hospitan­ten ausgenommen werden. Bei der Aufnahme ist das Schul­zeugnis, die Geburtsurkunde und ein Leumundszeugnis von der Ortsbehörde vorzulegen.

Das Schulgeld beträgt 30 Mk. für Schüler und Hospi­tanten.

Der vollständige Lehrkursus umfaßt 2 Winterhalbjahre. Im dazwischenliegenden Sommerhalbjahre auf Wunsch Stellennachweis auf gut geleiteten Wirtschaften. Tüchtigen und fleißigen Schülern, welche die Verwalterlaufbahn ein­schlagen wollen, können nach Absolvierung des ganzen Lehr- kursus unentgeltlich Verwalterstellen vermittelt werden.

Kost und Wohnung finden die Schüler bei guten Bür- gersfamilien in hiesiger Stadt, (ca. 40 Mk. pro Monat).

Die Wahl der Schülerwohnungen darf nur mit Geneh­migung des Direktors geschehen, welcher auch bei der Aus­wahl behilflich, sowie zu jeder weiteren Auskunft bereit ist.

Anmeldungen find möglichst zeitig an den Direktor der Anstalt, Herrn A. Wagner, hierfelbst, zu richten.

Gelnhausen den 19. September 1911. V. 6276

Der Vorsitzende

des Ortskuratoriums der landwirtschaftlichen Winterschule.

Graf von Wartensleben.

Fortgesetzt kauft: Hafer, Heu nnd Roggenstroh (Flegel- und Preßlang-Stroh) 21445

Proviantamt Hanau.

Gefundene und verlorene Gegenstände re«

Gefunden: 1 Schülermäppchen mit Schreibutensilien und Visitenkarten für Käthe Schmidt, 1 Korallenohrring, 1 Quittungskarte Nr. 3 für Josef Scherpf aus Diebach, Amt Hammelburg.

Verloren: 1 schwarzer Sammetgürtel mit ovaler Schnalle, 1 schmutzige schwarz- und weißgestreiste Schürze. Hanau den 28. September 1911.

Politische RtxndTchau,

Ein Prinz von Preußen als Landrat. Der Kreistag des Kreises Frankenstein beschloß, die Staatsregierung zu er­suchen, den bisherigen kommissarischen Landrat Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, den Sohn des als Re­genten von Braunschweig verstorbenen Prinzen Albrecht

spielen hin. Man mutzte es doch herauskriegen l Zauberet gabs doch nicht. Hin und her wurde probiert und schon ein bißchen mit dem Fuß aufgestampst. Da erschien der Inspi­zient auf der Bildfläche und sagte erstaunt: „Na nu? Wir warten oben — die Melchthalfzene ist längst dran, und der Mensch, statt sich über seinen armen geblendeten Vater auf- zuregen, steht hier und macht Geduldspiele!" Ra, da hieß es aber Beine machen! Ich stand plötzlich solo auf der Straße mit meinen Schätzen und konnte sehen, wie ich mit dem Einpacken fertig würde.

Ein andermal hatte unser Junge zu Wethmuhten eine Eisenbahn mit allem Zubehör, Bahnhof und Signalhäuschen bekommen. Wir luden am ersten Festtag die kinderlosen Kvllegen mit und ohne Frauen, so weit der Vorrat reichte, ein und ließen sie „Eisenbahn spielen". Da hätte sich nun dem Publikum ein komischer Anblick geboten! Der Heldenvater mit dem immerhin schon ganz netten Embonpoint kroch als Weichensteller am Boden herum, und der vergötterte erste Held machte am Elockenturm mit sehr viel Geschick und Eifer Bim-bim, wenn ein Zug heranbrauste, während der Tenor­buffo mit so ernster Miene Billette knipste, als handle es sich um die tragische Aktion auf der Bühne. Selten haben wir uns so gut unterhalten, wie an dem Nachmittag; doch nicht von solchen Dingen wollte ich heute plaudern, sondern nur zeigen, was für große Kinder es unter dem Theater­völkchen gibt. Das zeigt sich auch in den vielen verschiedenen Angewohnheiten der Künstler am Tage einer Vorstellung, sei es nun, ihre Nerven zu beruhigen oder irgendein Mittel zur Anfeuchtung der Stimme zu gebrauchen.

Der eine hält es vor Aufregung zu Hause nicht aus und läuft stundenlang auf einsamen Wegen spazieren, fortwäh­rend seine Rolle leise memorierend, den ganzen Tag keine Silbe laut sprechend. So gab z. B. der berühmte Baritonist Beck in Wien mit seiner mächtigen Stimme an einem Tag, wo er zu singen hatte, keinen Ton von sich. Das ging so weit, daß er von Fremden. denen seine Gepfloaenüett unbekannt