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vkerteffährNch 1.80 ML, monatlich 60 Pfg., fl- «artige fffionnenfen mit dem betreff Postauffchla^

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GeNkkal-Auzeiger

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Erscheint tügNch mit Ausnahme der Sonn-und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantwortl. Redakteur: L Schrecker in Hamm

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F er n sp t ech a n schluß Nr. 230 1911

Amtliches. Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Im Hause Marktplatz 18 — seitheriges Amtsgericht — Derben 2 nebeneinanderliegende Läden von je 73 Omtr. Grundfläche mit anschließenden Lagerräumen von je 35 2mtr. Grundfläche eingerichtet, die voraussichtlich bis 1. Januar 1912 vermietet werden können. Jeder Laden erhält 2 Schaufenster mit einer Türe in der Mitte und mit 5,50 Mtr. Elasfront.

Im 1. Stock des Seitenflügels befindet sich eine 3-Zim- merwohnung mit Küche und Zubehör, verbunden durch eine Treppe mit den Lagerräumen.

Die Läden können getrennt, oder zusammen — ohne Trennungswand — vermietet werden.

Nähere Auskunft kann im Stadtbauamt, Zimmer 18, während der Sprechstunden eingcholt werden.

Reflektanten wollen ihre Angebote alsbald schriftlich einreichen.

Hanau den 30. August 1911. 20913

Der Magistrat.

Bekanntmachung.

Die öffentlichen Arbeitsnachweise des jetzt 3 Jahre be­stehenden Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes, der das Großh. Hessen, die Provinz Hessen-Nassau, das Fürsten­tum Waldeck und die Kreise Kreuznach und Wetzlar umfaßt, werden in steigendem Maße von den Interessentenkreisen, besonders der Landwirtschaft und des Handwerks, in An­spruch genommen und erfreuen sich dank der Mitwirkung und Unterstützung staatlicher und kommunaler Behörden, sowie öffentlicher Körperschaften, insbesondere der Land­wirtschaftskammern, immermehr des Vertrauens der In­teressenten. Insonderheit ist es, wie die Tätigkeitsberichte des Verbandes und der einzelnen Arbeitsnachweise be­weisen, gelungen, den Arbeitsnachweis auf dem Lande zu organisieren und den besonderen Bedürfnissen des Landes schon jetzt in erheblichem Umfange gerecht zu werden. Wäh­rend im Jahre 1908/1909 von den Arbeitsnachweisen in Kleinstädten im Verbandsgebiet 2440 Stellen besetzt wur­den, wuchs die Zahl im Jahre 1909/10 bereits auf 10 572, das ist ein Zehntel aller besetzten Stellen im ganzen Ver- handsgebiet. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, daß die landwirtschaftliche Vermittlung immer mehr von den Großstädten auf die Kleinstädte übergeht.

Um den verschiedenartigsten Bedürfnissen in den ver­schiedenen Teilen des Verbandsgebietes besser gerecht wer­den zu können, wurden fast in allen Kreisen Arbeitsnach­

Manöver im Wandel der Zeiten.

Von Wilhelm Schütze.

(Nachdruck verboten.)

Ein altes Sprichwort behauptet: „Was nit seine stete Uebung hat, das in die Länge nit bestat." Ja, Uebung macht den Meister. Das gilt auch in Bezug auf den leidigen Krieg, der, obgleich ihn Schiller noch als „roh, gewaltsam Handwerk" bezeichnet, heute zur förmlichen „Kunst geworden ist. Uebungen, Paraden und Manöver sind darum erforder­lich für den echten Vaterlandsverteidiger, wenn er, ausge­stattet mit den sonstigen soldatischen Tugenden, im Ernstfälle seiner heiligen Pflicht genügen will. Von dieser Ueberzeu­gung ist man aber keineswegs zu allen Zeiten beseelt ge­wesen. Ursprünglich bestanden die kriegerischen Unterneh­mungen eigentlich nur in mehr oder weniger umfangreichen Raubzügen, verbunden mit Metzelei und Blutvergießen. „Ein Schlachten wars, nicht eine Schlacht zu nennen." Erst mi t der beginnenden Völkerkultur erhielt die tierische Kampfesweise einen mehr menschlichen Anstrich. Angriff und Abwehr wurden auch weit mehr als bisher zum Gegen­stände bedächtiger Erwägung. Im alten Nillande bestand bereits eine abgeschlossene Kriegerkaste, deren Glieder auch schon verpflichtet waren, sich im Gebrauch der Waffen zu üben, doch dürfte es sich wohl dabei ausschließlich um Einzel­ausbildung gehandelt haben. Ja, selbst diese wird nicht von Belang gewesen sein, da Aegyptens Streiter in Friedens­zeiten zu allerhand Volks- und landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen wurden. Wenn wir lesen, daß Kleopatra, die letzte Königin des Pharaonenlandes aus dem Hause der Ptolemäer, im Jahre 47 v. Chr. zu Ehren des römischen Diktators Caesar ein Flottenmanöver veranstaltet habe, so oarf man dabei wohl füglich nur an eine militärische Spie- lerei zu Wasser denken. Immer noch gestaltete sich die mor­

weise ins Leben gerufen. Diese haben sich durchweg sehr gut bewährt, wo der Arbeitsnachweis an verkehrsreiche Orte gelegt wurde und wo der ländliche Arbeitsnachweis die Unterstützung und die Benützung der interessierten Kreise gefunden hat. Nach den vorliegenden Erfahrungen konnten eine Reihe von Arbeitskräften der heimischen Produktion erhalten werden, während sonst der stellenlose Arbeiter bei dem Fehlen einer Organisation des Nachrichtenverkehrs über die offenen Stellen im Kreise, gezwungen worden wäre, den städtischen Arbeitsnachweis, in erster Linie den großstädtischen Arbeitsnachweis, aufzusuchen.

Bei der großen Bedeutung einer geordneten Arbeitsver­mittlung für die Stetigkeit der gesamten Produktionsver­hältnisse, ist es notwendig, daß alle Interessenten am Ar­beitsmarkt sich eines zuverlässigen und unparteiischen Or­ganes bedienen und das ist der öffentliche Arbeitsnachweis.

Indem wir Vorstehendes zur Kenntnis bringen, ersuchen wir die Herren Arbeitgeber, sich bei Bedarf von Arbeits­kräften jeder Art der hiesigen städtischen Arbeitsvermitte­lungsstelle — Langstraße 41 — bedienen zu wollen.

Besonders weisen wir noch darauf hin, daß die gedachte Stelle auch weibliches Personal, als Dienstmädchen, Putz- und Monatsfrauen, Fabrikarbeiterinnen, Taglöhnerinnen, Kochfrauen rc., für Haus-, Land- und Eastwirtschaftsbetrieb vermittelt und diesbezügliche Aufträge jederzeit gern ent­gegennimmt.

Die Vermittlung erfolgt kostenfrei.

Hanau den 14. Oktober 1910. 1657

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung über Erhebung der Kirchensteuer.

Die für das Steuerjahr 1911 zur Erhebung kommende Kirchensteuer beträgt wie bisher 8% Prozent der staatlichen Einkommensteuer. In den nächsten Tagen soll mit der Ab­holung der Kirchensteuerbeträge durch Kassenboten begonnen werden. (Gesetz vom 22. 7. 1908.)

Hanau den 5. September 1911. 21203

Die Presbyterien der Marien- und Johanneskirche zu Hanau.

Gefunden auf dem Marktplatz am 5. September:

1 Sonnenschirm. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der

Armenverwaltung. 21223

Gefundene und verlorene Gesieustände re.

Gefunden: 1 schwarze Damentasche mit Aepfeln und Birnen und einem Paar schwarze Damenhandschuhe, 1 weißer Rosenkranz, 6 Schlüssel an einer Kordel (anschei­

genländische Kriegskunst höchst einfach. Man kämpfte, wie auch aus biblischen Berichten hervorgeht, Mann gegen Mann, sobald die ungeordneten gegnerischen Heereshaufen zum „Massenangriff" auf einander losgegangen waren; von einer etwaigen Taktik war nichts zu verspüren, umsoweniger, als man kein stehendes Heer kannte. Selbst die unter Saul vorhandene ständige Miliz von dreitausend Mann war, ebenso wie die jeden König Spätägyptens täglich umgebende Leibwache, nichts weiter als eine Art Polizei, am Nil „Gefolgsmänner des Herrschers" genannt.

Erst auf europäischem Boden treffen wir den zeitweili­gen „Krieg im Frieden" an. So ist erwiesen, daß die spar­tanischen Männer ohne Ausnahme — Schwächlinge und Krüppel wurden sofort nach der Geburt ausgesetzt — von Kindesbeinen an eine förmliche Kriegsschule durchmachen mußten, wobei es an regelmäßigen Massenübungen nicht fehlte. Ja, die alten Griechen sollen überhaupt die Krieg­führung zum Gegenstände wissenschaftlicher Erörterungen gemacht haben. Nach Aristophanes waren Athens wehr­fähige Bürger nicht gerade erbaut über die periodisch statt- findende Heranziehung zu militärischen Uebungen während der friedlichen Zeiten. Es gab im alten Hellas „Muste­rungen des ganzen Korps, die verbunden waren mit Uebun­gen im Speerwerfen, im Eegeneinanderreiten beim Schein­gefecht und im Reiten im Gelände". Philipp von Maze- donien zog seine Truppen in Friedenszeiten oft zu regel­mäßigen Manövern ein, und Perikles soll alljährlich ein ganzes Uebungsgeschwader von 60 Schiffen haben in See gehen lassen. ' Und doch reichten die militärischen Vor­führungen der Griechen keineswegs an die ihrer römischen Zeitgenossen heran. In den ältesten Zeiten rückte das lati- nische Heer ja auch nur dann aus, wenn es galt, einen Feind im offenen Felde zu bekämpfen. Später aber „ging alles nach Kriegessitt'". Da mußten nicht nur tägliche Märsche ausgcführt — unter Belastung des einzelnen Sol­daten mit 60 und mehr Pfund Gevück — und Exerzitien ver­

nend einem Schornsteinfeger gehörend), 1 Double-Eürtel- nadel mit einem grünen Stein und zwei weihen Perlen, 1 altes Portemonnaie mit einer Arbeiter-Wochenkarte der Kleinbahn zur Fahrt Langenselbold-Hanau.

Verloren: 1 Brosche mit Photographie.

Hanau den 6. September 1911.

Zur Marokko-Frage.

Der Wiederbeginn der Marokkoverhandlungen.

Der etwas offiziöse „Lokalanzeiger" enthält einen zwei Spalten langen Artikel über die wieder begonnenen Be­sprechungen, der zur Hälfte offiziöse Informationen und zur anderen Hälfte aus Redaktionsbemerkungen besteht. In dem Artikel stehen folgende bemerkenswerte Sätze:

„Der von dem Botschafter der französischen Republik überbrachte umfassende Vertragsentwurf bietet für eine schnelle Erledigung der Marokkoangelegenheit vorläufig nur geringe Aussichten. So viel wir wissen, ist unsere Regierung zurzeit mit der Ausarbeitung von Gegenvorschlägen beschäf­tigt. Wie es auch in bet französischen Presse seit einiger Zeit betont wird, scheint Frankreich in bezug auf territoriale Kompensationen nicht knausern zu wollen, wenn in Marokko in seinem Sinne reine Bahn geschaffen wird. Soweit wir unterrichtet find, liegen die noch zu überwindenden Schwie­rigkeiten auf anderen Gebieten. Um diese zu finden, muh man auf den Ursprung des Marokkohandels zurückgehen, der ein rein plutokratischer ist und auf die Unternehmungslust und den beinahe unbegrenzten Einfluh zurückzuführen ist, welchen eine rücksichtslose und gierige Oligarchie von Spe­kulanten und Kapitalisten seit Jahren auf alle aufeinander­folgende Regierungen der Republik und durch die Presse auf das französische Publikum ausübt. Wie groß dieser Einfluß ist, kann daraus ermessen werden, daß unter dem Drängen dieser Gruppe die französische Regierung nicht ein­mal den Anschein zu wahren versuchte, sondern den Alge­cirasvertrag schon zu durchlöchern begann, bevor die Tinte getrocknet war, was trotz des Heffers auf der andern Seite des Kanals ein gefährliches Beginnen vorstellen muhte. Im großen und ganzen scheint uysere Regierung von dem Grundsätze auszugehen, daß, wenn schon einmal eine Re­gelung in Marokko stattfindet, diese so gründlich wie möglich sei, und daß den Franzosen, wenn alle übrigen Vorbeding­ungen erfüllt werden, in politischer Hinsicht, soweit Deutsch­land in Frage komme, völlige Handlungsfreiheit gewährt wird. Damit ist aber auch gemeint, daß Frankreich in Ma­rokko mit den politischen Rechten auch die vollste politische Verantwortung übernimmt. Frankreich muh in Zukunft direkt und persönlich in ganz Marokko für Leben und Eigen­tum jedes deutschen Untertanen verantwortlich sein, und

anstaltet werden, sondern jeder dienstpflichfige Mann („Le­gionär") wurde überhaupt „auf eine Weise in Beschäftigung erhalten, die ihm für seine Ausbildung nützlich, in Bezie­hung auf etwaige Ausschweifungen hinderlich und dem Bestehen des Staates förderlich sein mutzte." Alles war im römischen Lager genau nach Vorschriften geregelt. Wirkliche Manöver, wobei die ganze Mannschaft in zwei Parteien ge­sondert war und großzügig angelegte Scheingefechte auf- führen mußte, soll es auf altitalienischem Boden schon ver­hältnismässig früh gegeben haben, wie Livius berichtet. Auf sie bezieht sich auch, was der bekannte jüdische Geschicht­schreiber Josephus sagt, nämlich, daß das Blutvergießen der einzige Umstand sei, wodurch sich das Schlachtfeld vom Exerzierplätze unterscheide. In der späteren Kaiserzeit Roms, als man sich nach langen Friedenszeiten sicher fühlte, nahmen jedoch die militärischen Uebungen an Zahl und Um­fang ab, sodaß schließlich die bisherige Schlagfertigkeit des Heeres erlahmte.

Betrachten wir nun die einschlägigen Verhältnisse unse­rer germanischen Altvordern, so ist bekannt, daß diese rauhen „Barbaren" zwar von Jugend auf abgehärtet und im Gebrauche der Waffen geübt, doch „nicht nach römischer Weise zu allerhand Kriegskünsten abgerichtet" wurden, wie Tacitus berichtet. Kam es zum ernsten Kampfe, so stieß das urkräftige „Volk in Waffen" mit ungeheurer Wucht in keilförmiger Schlachtordnung auf den feindlichen Gegner ein, um ihn so schnell als möglich zu besiegen. Man wendete alle Kraft auf einen ersten Stotz, der ost schnell und glück­lich entschied, oft aber verhängnisvoll wurde, sobald der Feind tatkräftigen Widerstand leistete: es mangelte an der nötigen Uebung zur erfolgreichen Verteidigung. Orga­nisiert und kultiviert, wurde die frühdeutsche Streitmacht und deren Heerfahrten erst durch das Lehnswesen. Aus den karolingischen Tagen wird uns schon über fröhliche Kriegs­spiele berichtet, die als Vorläufer der mittelalterlichen Tur­niere anaeieben werden. Als im Sabre 841 au StrakÜurq