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Derantwortl. Redakteur: 6. Schreckar in Han«,
«rein. ev. Waisenhauses in Hana«.
Nr. 204 F-ernsprechanschlttst Nr. 230. Freitag den 1. September
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Fernsprechaüschlits; Nr. 230 1911
Amtliches.
Landkreis Ran au«
Der Oberverwaltungsschreiber Louis Böhm zu Pulverfabrik ist an Stelle des Obermeisters Brand zum stellvertretenden Eutsvorsteher für den Eutsbezirk Pulverfabrik bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 29. August 1911. A 3104
Der Königl. Landrat.
J. B.: Karbe.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 27 von Kilianstädten nach Windecken von Nummerstein 8,6 bis 9,6+21 für die Zeit vom 2. bis einschl. 8. September d. Z. für sämtliches Fuhrwerk einschließlich Kraftfahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.
Die Fuhrwerke können für den Verkehr Windecken— Kilianstädten die Feldwege benutzen.
Hanau den 31. August 1911. V 5688
Der Königl. Landrat.
I. V.: Karbe.
Stadtkreis Hanau.
Zwecks Vornahme von Sielbauarbeiten wird in Hanau-Keflelstadt die Hauptstraße und der Salisweg zwischen Feldgasse und Hopfenstraße bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt.
Hanau den 31. August 1911.
Königliche Polizeidirektion.
J. V.: Karbe.
Bekanntmachung.
Die Verwertung der Schlammrückstände aus der Kläranlage in der Gemarkung Dörnigheim soll vergeben werden.
Nähere Auskunft erteilt das Sielbaubureau in Kesselstadt.
Angebote sind ebendahin bis zum 8. September d. J. zu richten.
Hanau den 30. August 1911. 20761
Der Magistrat.
Hild.
Gefundene und verlorene Genenstönde re.
Gefunden: 1 Brille mit Futteral, 1 Paket mit Leinenkragen Nr. 42 (schmutzige Wäsche), 1 weiße llnter- taille, 1 silberne Damenuhr.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 1 Hundertmarkschein und einigen Pfennigen.
Hanau den 1. September 1911.
PolitiTcbe Run dick au.
Kaisermanöver 1912. Die nächstjährigen Kaisermanöver werden, wie das amtliche Torgauer Kreisblatt meldet, in der Torgauer Gegend stattfinden. Nach deren Abschluß wird der Kaiser zur Erinnerung an die Schlacht bei Torgau ein Denkmal Friedrichs des Großen einweihen. Die Sammlungen für das Denkmal haben bisher etwa 13 000 Mk. ergeben.
Der türkische Thronfolger in Berlin. In den umliegenden Straßen des Bahnhofs Friedrichstraße herrschte am Donnerstag nachmittag ein überaus reges Treiben. Der türkische Thronfolger Jussuf Jzzeddin Effendi traf um 41/» Uhr auf dem Bahnhöfe ein und wurde dort vom Kaiser selbst empfangen. Er wird als Gast des Monarchen der großen Herbstparade beiwohnen. Auf dem Bahnhöfe selbst ent- wickelte "sich ein glänzendes militärisches Bild, da der Kaiser einen großen Empfang bestimmt hatte. Eine Ehrenkompanie hatte vor dem Bahnhof selbst Aufstellung genommen, und um 4 Uhr 23 Minuten fuhr der von Breslau kommende fahrplanmäßige v'Zug ein, dem der türkische Salonwagen als letzter angehängt worden war. Der Kaiser begrüßte den Prinzen überaus herzlich, und nach kurzer Vorstellung der beiderseitigen Gefolge bestieg man die bereitstehenden Wagen, uin zum Schloß zu fahren. Auch der Reichskanzler und der Staatssekretär des Auswärtigen hatten sich zu dem Empfange emgesunden. — Der türkische Thronfolger steht im Alter von 53 Jahren. Ueber die Bedeutung der Steife des Thron- folfleiS hat sich der frühere türkische Ünlerrichtsminister einem v ^ »Perl. Tgbl." gegenüber dahin geäußert, daß ie .-teste des Prinzen keinen ausgesprochen politischen Cha> ratter trage. Es handle sich um einen Höflichkeitsakt. Auch
Handschreiben des Sultans enthalte keine wichtigen . -^^""HifR. Trotzdem liegt die politische Bedeutung ver messe des Thronfolgers auf der Hand. Bis vor zwei Ja ,reu war eine solche Reise des türkischen Thronfolgers ein mg der Unmöglichkeit. Das neue Regime hat mit der alten Sitte strengster Zurückhaltung gebrochen. Man er
wartet von der Reise des Thronfolgers einen weiteren günstigen Einfluß auf die Beziehungen der Türkei zu Deutschland. — Der „Reichsanzeiger" meldet t Der Kaiser hat dem türkischen Thronfolger den Schwarzen Adlerorden verliehen.
Soldatentumulte in Norwegen. Fast täglich treffen Nachrichten von neuen Soldatentumulten auf den norwegischen Exerzierplätzen ein. Nachdeni eS am Sonntag auf dem Exerzierplatz Stenkjär zu Demonstrationen gekommen war, fanden am Montag abend in Gardemoen, dem größten Exerzierplatz Norwegens, Tumulte statt. Die Demonstranten waren Dragoner. Die Ursache des Tumults wird wie folgt angegeben: Ein wehrpflichtiger Sergeant wurde wegen Versäumnis im Dienst arretiert. Die Akerhus- dragoner fanden die Strafe zu streng und wollten den Kameraden befreien. Spät abends versammelten sich etwa 100 Dragoner und stürmten, von der Dunkelheit geschützt, das Arrestlokal. Die Wache zog die Säbel, mußte sich aber vor den Steinwürfen den Stürmenden zurückziehen. Der Befehlshaber der Wache wurde von einem Stein verwundet. Dann wurde die Tür gesprengt und der Arrestant befreit. Dieser aber fand die Strafe berechtigt und kehrte in den Arrest zurück, worauf die Aufrührer sich zerstreuten. Am vorigen Freitag hinderten die Soldaten die Ablösung der Wache in Oerstadmoen und demonstrierten vor dem Gebäude des Majors mit Geschrei und Pfiffen. Die Offiziere scheinen den Tumulten machtlos gegenüberzustehen. Ueber die Unruhen, die sich am letzten Sonntag auf dem Exerzierplatz Stenkjär ereigneten, werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Auf dem in der Nähe von Trondhjem gelegenen Exerzierplatz sind etwa 1800 Soldaten zu Uebungen versammelt. Unter den Soldaten herrschte großes Mißvergnügen, weil zwei Mann eine Strafe erhalten hatten, welche die Kameraden zu streng fanden. Einige Jungsozialisten unter den Soldaten verfertigten eine Fahne mit der Inschrift: „Im Namen der Gerechtigkeit fordern wir die Freilassung der Gefangenen!" Sie forderten die Mannschaften zur Meuterei gegen den Befehl auf. Unter die Fahne sammelten sich etwa 500 Soldaten, welche das Arrestlokal stürmten. Die Wache ver» suchte die Aufrührer zu hemmen und setzte die Bajonette auf. Aber die Aufrührer taten dasselbe, und es gelang ihnen, die Gefangenen mit Gewalt zu befreien. Dann zogen sie unter Lärm vom Arrcstlokal. Oberst Aawatsmark, der Vorsitzender des Militärkomitees im Reichstag ist, versuchte die Aufrührer zu beruhigen, wurde aber mit Hohn und Gelächter empfangen. Die Zeitungen fordern strenge Untersuchung und energisches Vorgehen gegen die Tumultuanten.
In der portugiesischen Kammer verlas der Minister des Aeußern eine Note, die am 24. August den auswärtigen Gesandtschaften übermittelt wurde, in der die Aufrechterhaltung des Status quo betreffend die bereits bestehenden fremden Kirchen versichert wird. Der Minister fügte hinzu, er habe niemals die Frage der Separation mit der Anerkennung der Republik zusammengebracht, da die Anerkennung der Republik eine Pflicht der anderen Nationen sei. Die Anerkennung durcb England werde heute oder morgen statt» finden.
Die Schulden der portugiesischen Königsfamilie. Die Times meldet aus Lissabon: Man beschäftigt sich hier immer noch mit der Frage der Schulden, die die königliche Familie gegenüber dem portugiesischen Staate hat. Man erinnert sich, daß bei der Thronbesteigung König Manuel die volle Verantwortlichkeit für die Schulden übernahm, die seine Familie dem Staate gegenüber Halte, speziell für die Vorschüsse, die sein Vater, König KarloS, vom Staate erhalten hatte. Der Finanzminister teilte dem Berichterstatter der Times gestern mit, daß die Gesamtsumme der Schulden sich auf 27 Millionen Frank beziffere. Diese Summe enthält aber nicht die Kosten für die baulichen Veränderungen des königlichen Palastes, die mit 18’/4 Millionen Frank angegeben werden. Sie enthält jedoch gelegentliche Ausgaben, die durch offizielle Besuche des Königs KarloS im Ausland, sowie durch Empfänge ausländischer Monarchen in Portugal entstanden sind, so daß ein Teil der Schulden wohl auf den Staat zurückfallen wird.
Zur Marokko Frage.
Eine neue französische Drohung?
Paris, 31. Aug. Nahezu einmütig, wahrscheinlich auf einen Wink von oben, betont die Pariser Presse aller Parteien, daß die neuen, Cambon mitgegebenen Instruktionen die äußersten Zugeständnisse Frankreichs bedeuteten, über die unter keinen Umständen hinausgegangen werden könne. Wenn Deutschland, wie die letzte Unterredung SchoenS mit de Selves vermuten lasse, noch größere Gebictabtreiungen am Kongo verlange, würde Frankreich die Unterhandlungen abbrechen und auf den Handel (!) verzichten. Kompensationen kämen jedoch nur dann in Betracht, wenn Deutschland die französische Forderung auf völlig freie Hand in Gesamtmarokko erfülle und durch einen genau festgelegten Text jede spätere Einmischung unmöglich mache. Ohne gerade drohend yt
sein, ist die Haltung der Presse in diesen beiden Punkten überaus fest, wobei sie sich auf ähnliche englische Ansichten stützt. Man hofft dennoch eine Einigung durch eine Ermäßigung der deutschen Ansprüche erzielen zu können.
Italiens Wünsche.
Rom, 31. Aug. Dem Ausgange der Berliner Ver» Handlungen sieht man hier mit größter Spannung entgegen. Die öffentliche Stimmung ist Deutschland günstig, erwartet aber auch, daß die italienische Regierung einer Verschiebung der in der Algecirasakte festgelegten Interessen nicht länger untätig zusehen werde.
Die Franzosen in Fes.
Paris, 31. Aug. Aus Versailles ist eine weitere Ab» teilung Genietruppen nach Marokko abgegangen, um in Fes den Telegraphendienst einzurichten.
Eine Kundgebung zur Marokkopolitik.
Leipzig, 30. Aug. Eine vom Nationalliberalen Verein einberufene Bürgerversammlung, in der Oberbürgermeister Dr. Külz-Bückeburg einen Vortrag über Marokko und unser« Kolonialpolitik hielt, beschloß, an den Reichskanzler ein« Kundgebung einzusenden, worin die bestimmte Erwartung ausgesprochen wird, daß das Deutsche Reich kein Abkommen mit Frankreich treffen werde, ohne daß für die Ausdehnung des französischen Einflusses in Marokko Kompensationen in Marokko selbst zugestanden werden. Ein Zurückweichen würde in der jetzigen Lage nach der einstimmigen Ansicht aller nationalgesinnten Kreise nicht nur eine Preisgabe einzelner kolonialer Interessen, sondern eine auf lange Zeit hinaus nicht wieder auszugleichende Schädigung der Weltstellung des Deutschen Reichs bedeuten.
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Ein'altenburgischer Staatsminister über dieMarokko- frage. Eine bemerkenswerte Rede hielt der Staatsminister von Sachsen-Altenburg, Exzellenz D. von Borries, auf dem offiziellen Festmahl, das aus Anlaß des vierzigsten Geburts» kages des Herzogs am gestrigen Donnerstag im Altenburger Zivilkastno stattfand. Auf die Marokkofragt eingehend, sagte er: Die wichtige Frage, die jetzt Europa bewegt, hat ein gesteigertes Empfinden in ganz Deutschland hervorgerufen. In der Marokkostage steht das deutsche Volk in einer Einmütigkeit zusammen, die es in schwerer Schule erlernt hat und nie vergessen wird. Fester, unbeugsamer Wille ist es, der zum Ziele führt, die Einzelmenschen wie die Völker. Schwer im Rate der Völker ins Gewicht fallen soll und muß der Wille eines geeinten und einigen Volkes von 65 Millionen, das seine Ansprüche geltend macht auf gerechten Ausgleich und Anteil an unerschloffenem Weltgebiet. Eine Nation, die sich jährlich fast um eine Million vermehrt, muß in allen ihren Schichten der Verantwortung sich bewußt sein, die sie dem kommenden Geschlecht gegenüber trägt. Uns darf nicht mit Achselzucken das Wort entgegengehalten werden: „Was tun ... . die Welt ist weggegeben." Wir wollen nicht in die höheren Regionen verwiesen werden, in denen der Dichter willkommen ist, ernste Arbeit aber nicht Raum noch Boden findet. Wenn wir solchen Gedanken, die uns alle lebhaft bewegen, heute besonderen Ausdruck geben, so wissen wir unS eins mit unserem Landesherrn, der fern von uns in den Grenzen des Polareises weilt.
Hus Hanau Stadt und Eand»
Ha«au, 1. September.
* Hauptversammlung des Hessischen Volksschullehrer» Vereins. In den Tagen vom 2. bis -4. Oktober d. J. hält der Hessische Volksschullehreroerein in Cassel seine 35. Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen zwei Vor» träge: „Die rechtliche Stellung des Lehrers im Staat und in der Gemeinde" und „Die Arbeitsschule". Mit der Versammlung wird eine Ausstellung von Lehrmitteln, natur» wissenschaftlichen Gegenständen und Jugendschristen verbunden sein.
* Die günstigen Erfolge, die mit dem Beitritt deS Berliner Postscheckamts zur Abrechnungsstelle der ReichSbanl gemacht worden sind (im Monat Juli sind rund 14 000 Postschecks im Gesamtbeträge von über ^t Milliarde Mk. durch die Abrechnungsstelle in Berlin verrechnet worden), haben dahin geführt, daß vom 1. September ab auch die Postscheckämter in Breslau, Köln, Frankfurt (Main) und Leipzig den ui diesen Städten bestehenden Abrechnungsstellen der Reichsbank als Mitglieder beitreten. Im Äbrechnungsverfahren werden insbesondere die Postschecks ausgeglichen, die einer zur Abrechnungsstelle gehörenden Bank zur Einziehung übergeben worden sind. Die durch die Abrechnungsstellen aus» zngleichenden Postschecks dürfen über höhere Beträge al# 10 000 Mk. lauten.
Schlossergesellenprüfung. Anmeldungen zur Herbst» Gesellenprüfung für Schlosser sind bis zum 15. September an den Vorsitzenden der GcscllenprüfungSkommission Herrn Schlossermeister Ja. Peteler, Schnurstr. Id. au richten.