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Hmllllier U Anzeiger

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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hana«.

General-Anzeiger

AwWes Organ fit Stabt and Landkreis Kama.

Erscheint tSgNch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Vie SgèsMkene Petitzeile oder bete* tot« 20 M im Reklamenteil die Zeile « Pf»

verantwort!. Redakteur: L Schrecker in Kana»

Nr. 200 DertMrechauschlttst Nr. 230.

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Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Mit der Vertretung in den amtsärztlichen Geschäften — mit Ausnahme der gerichtsärztlicheri — während der Be­urlaubung des hiesigen Kreisarztes Dr. Eichenberg ist neben dem Kreisarzt in Gelnhausen der hier wohnhafte praktische Arzt Dr. Ambrosius für den Nest der Urlaubszeit bis zum 9. k. Mts. vom Herrn Regierungspräsidenten in Casiel beauftragt worden.

Hanau den 23. August 1911. P. 9192

Königliche Polizeidirektion.

J. V.: Karbe.

Stadt- und Landkreis Hanau.

Polizei-Bevordnung

betreffend den Verkehr mit Milch.

Auf Grund der §§ 5 und 6 der Allerhöchsten Ver­ordnung über die Polizeiverwaltung in den neuerworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 (E.-S. S. 1529) und der §§ 142, 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (E.-S. S. 195) wird mit Zustimmung des Magistrats der Stadt Hanau und des Kreisausschusses des Landkreises Hanau für den Umfang des Stadtkreises und des Landkreises Hanau folgende Polizei-Verordnung erlassen:

Der § 2 der Polizei-Verordnung vom 10. August 1905 (Hanauer Anzeiger Nr. 195 von 1905) wird ab- geändert wie folgt:

§ 2.

Frische Kuhmilch darf nur als Vollmilch oder als Magermilch in den Verkehr gebracht werden. Vollmilch im Sinne dieser Polizei-Verordnung ist solche Milch, die nach Gewinnung durch das Melken in keiner Weise ent­rahmt oder verdünnt ist und die überdies ein spezifisches Gewicht von wenigstens 1,028 sowie einen Fettgehalt von wenigstens 2,8 vom Hundert hat.

Magermilch im Sinne dieser Polizeiverordnung ist: a) solche Milch, die nach Gewinnung durch das Melken in keiner Weise entrahmt oder verdünnt ist, aber ein zu geringes spezifisches Gewicht oder einen zu geringen Fettgehalt oder ein zu geringes spezifisches Gewicht in Verbindung mit zu geringem Fettge­halt hat, als daß sie als „Vollmilch" in Verkehr gebracht werden düfte.

b) solche Milch, die durch Abrahmen des infolge län­geren Stehens der Milch ausgeschiedenen Rahms oder durch Zentrifugieren entrahmt ist.

Frnnlsnrt als Mnsikstadt.

Im „Berliner Lokalanzeiger" bringt Alfred Holzbock nachfolgende Plauderei, die auch hier einiges Interesse er­regen wird:

In Frankfurt a. M. ist eigentlich die deutsche Billett­steuer erfunden worden. In dieser großzügigen Eeschäfts- und Finanzstadt, in der auch das städtische Verwaltungs­wesen großzügig, aber mit weiser Berechnung gehandhabt wird, bildet die Villettfteuer im kleinen den Beweis für die Großzügigkeit, aber auch für das Wohlüberlegte, mit der in finanziellen und kommunalen Dingen vorgegangen wird.

Das neue Opernhaus, das sich auf freiem Platze, nicht eingeengt von der Nachbarschaft profaner Bauten in der Nähe der Verkehrszentren in monumentaler Schönheit er­hebt, ist eine Schöpfung der Stadt, die es auf ihre Kosten errichten ließ. Frankfurt hat seit Jahrzehnten seine The­ater-Intendanten, aber diese sind eigentlich nicht städtische Beamte, sondern Angestellte des Neuen Theater-Aktien- Vereins, jener Vetriebsgesellschaft, der die Theater von der Stadt übertragen wurden. Diese Aktiengesellschaft ist keine Erwerbsgesellschaft, sie trägt das Risiko, rechnet aber nicht mit Gewinn, und hat, wenn es nottat, bedeutende Opfer gebracht.

Die Stadt subventioniert ihre beiden Theater mit Mk. 20 000, aber sie beansprucht auch Gegenleistungen, und aus diesem Anspruch heraus entstand die Villettsteuer, deren Er­trag dem städtischen Theaterkonto gutgeschrieben wird.

Der vornehme, wohlhabende Charakter der Stadt, der Lokalstolz, bringen es mit sich, daß die Mitglieder jener Gesellschaft, der der Betrieb der beiden städtischen Theater übergeben wurde, bestrebt sind, dieser Institution ein hohes, künstlerisches Relief zu geben. — Wohl an keiner Bühne ist der Vorstand einer Theatergesellschaft von solchem Ein­flüsse und von solcher Bedeutung wie hier; die Herren der

Montag den 28. August

Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver­kündigung in Kraft.

Hanau den 23. August 1911. P 9114

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

I. A.: Karbe.

Landkreis Hanau.

Es sind, wie mir bekannt geworden, mehrfach Zweifel in den beteiligten Kreisen darüber entstanden, ob mit der von mir verfügten Aushebung der wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche für Sperr- und Beobachtungsgebiete ge­troffenen Maßnahmen (z. V. für Bischofsheim, Bergen-Enk- Heim, Fechenheim, Dörnigheim, Hochstadt, Wachenbuchen u. a.) auch die landespolizeilichen Bestimmungen über die Untersuchungspflicht des in den Regierungsbezirk Cassel ein- zuführenden Klauenviehs auber Kraft gesetzt seien.

Zur Beseitigung dieser Zweifel mache ich ausdrücklich darauf aufmerksam, daß diese landespolizeilichen Anord­nungen durch die Aufhebung von Sperr- und Beobachtungs- bezirken keineswegs berührt werden und nach wie vor in Wirksamkeit bleiben.

Im übrigen beziehe ich mich auf meine Kreisblattbe­kanntmachungen vom 14. v. Mts. V. 4255 („Hanauer An­zeiger" Nr. 163) vom 27. v. Mts. V. 4882 (Nr. 173) und vom 7. d. Mts. P. 8169 (Nr. 189) betr. Einrichtung von Untersuchungsstellen für eingeführtes Klauenvieh in Fechen­heim-Mainkur, Windecken und Schlachthof Hanau.

Die Ortspolizeibehörden werden hiermit angewiesen, auf diese Bekanntmachungen in ihren Bezirken in ortsüblicher Weise noch besonders hinzuweisen.

Hana« den 24. August 1911. V. 5559

Der Königliche Landrat.

J. V.: Karbe.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 19. bis 25. August 1911 :

4 Fahrburschen, 4 Hausburschen, 1 Putzfrau,

1 Schlosser, 5 Tagelöhner.

Gesucht werden: 1 Bäckerlehrling, 3 Dienstmädchen, 1 Elaserlehrling und 1 Köchin.

Hanau den 26. August 1911. 20487

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Politische Rundschau.

Eine Auslassung des französischen Ministerpräsidenten.

Aus Mamers, 27. Aug., wird berichtet: Bei einem von

Kommission fühlen eine gewiße Verantwortlichkeit in sich gegenüber ihrer Gesellschaft, die selbstlos für die Jnteresien des Theaters eintritt, sowie gegenüber der Bürgerschaft, für die das Opernhaus und das Schauspielhaus zwei Kunst- tempel sind, mit deren Gedeihen und mit deren Geheim­nissen sie sich gar zu gern beschäftigen. Das „vor den Ku­lisien" und das „hinter den Kulisien" läßt sich hier schwer trennen. Oft erscheint ein vielleicht berechtigter künstle­rischer Wunsch von Mitgliedern der Theaterkommission wie eine persönliche Förderung, aber da schließlich dieser Thea- terkommision in erster und letzter Reihe doch nur die große Entwicklung ihrer Theater am Herzen liegt, und man im Leben, besonders im Theatcrleben, nicht ohne Konzession auskommen kann, so werden kleine, im persönlichen wur­zelnde Meinungsverschiedenheiten zu Gunsten des allgemein Künstlerischen in verbindlichster Weise ausgeglichen. Diese Theaterbetriebsgesellschaft, die sich aus besten, fast aus­schließlich bürgerlichen Kreisen zusammensetzt, will schließ­lich nicht nur die Bürde tragen, sondern auch etwas von der Würde haben, denn selbst der Fundus den sie von ihrem Gelde anschafft, wird Eigentum der Stadt. Und da handelt die Stadt sehr klug. Denn ein neuer Intendant findet so stets einen reichen Fundus vor.

Die Frankfurter Theater stehen jetzt im Zeichen des Jn- tendantenwechsels. Direktor Volkner wird im nächsten Jahre Intendant beider Theater, er tritt in eine'Stellung ein, zu der künstlerische, administrative und gesellschaftliche Talente sowie Energie und Unabhängigkeitssinn gehören, Paul Jensen, der Intendant des Opernhauses, verlaßt sein Amt mit Beginn der neuen Spielzeit und der allezeit r'sitige und liebenswürdige Emil Claar wird ein Jahr hindurch beide Theater leiten.

Das neue Opernhaus wurde am 20. September 1880 eröffnet' an diesem Tage begann zu Frankfurt a. M. die Aera der jetzt so modern gewordenen Villettsteuer. Ur­sprünglich war Emil Claar der alleinige Leiter beider

Fiernfprechnnfchlitk Nr. 230 1911

dem hiesigen landwirtschaftlichen Verein gegebenen Fest­mahl hielt der Ministerpräsident Caillaux eine Rede, in der er u. a. sagte: Ihnen, meine lieben Freunde, die mich seit langer Zeit kennen, habe ich kaum nötig zu sagen, daß Sie bei der Regierung, deren Präsident ich bin, vollkommen darauf rechnen können, daß sie Ihnen die Ordnung im In­nern sichern wird. Sie wissen auch, daß alle unsere An­strengungen und daß alle meine Anstrengungen auf die Aufrechterhaltung eines ehrenvollen Friedens abzielen wer­den. Es versteht sich, eines Friedens, der mit eifersüchtiger Sorge über die Würde, Rechte und wesentlichen Jnteresien Frankreichs wacht.

Marakesch, ein Arbeitsfeld deutschen Fleißes. Dr. Ar­ning schreibt der „Deutschen Kolonialztg.": Für den Euro, päer ist Marakesch, die zweite Hauptstadt des Scherifischen Reiches, recht eigentlich erst erschlossen durch den deutschen Handel, seit vor einem Jahrzehnt etwa Herr v. Maur, jetzt unser verdienstvoller Wahlkonsul in Mogador, hier als erster Kaufmann dauernden Aufenthalt nahm. Das ganze Landdreieck Mazagan — Mogador — Marrakesch verdankt seiner nunmehr dreißigjährigen Marokko-Arbeit in erster Linie die Eröffnung für europäischen Handel und Verkehr. Andere Firmen sind ihm gefolgt. Was Marrakesch bringt, geht fast ausschließlich durch deutsche Hände. Fünf große deutsche Firmen sind dauernd an der Arbeit. Nur einige weniger bedeutende englische schließt sich dem an. Und doch streckt Frankreich die begehrlichen Hände auch nach diesem wertvollen Stück Marokko. Nicht gering ist die Zahl der Franzosen, die ihre Regierung nach dort gesandt: eine Mili­tärmission, einen Berufskonsul, Aerzte, und noch manchen anderen, alle erst in den letzten Jahren dort zusammenge- strömt. Zwei Firmen auch haben sich aufgetan, wohl nur politischer Ursache, denn die Geschäfte liegen in deutscher Hand. Der deutsche Kaufmann hat dieses Land der Er­schließung erobert und hat es dem deutschen Handel bis heute erhalten. Doch unablässig ist die politische Macht der Franzosen an der Arbeit, unseren wirtschaftlichen Einfluß zu vernichten, und die heute überall und ausnahmslos vor­handene Neigung der Eingeborenen für Deutschland zu zerstören. Das letztere wird ihnen so schwer werden wie das erstere, aber gelingen wird es, wenn die deutsche Flagge rühmlos abzieht von Agadir, wenn wir die Torheit haben sollten, zu glauben, daß wir wirtschaftliche Erfolge erzielen können bei der ausschließlich politischen Vorherrschaft Frankreichs.

Nordpersien ist von Kotschan bis Kadjur in der Gewalt Mohamed Alis. Eine Truppenabteilung aus Teheran ver­suchte die Truppen des Exschahs zu umgehen, stieß aber auf Turkomenen und kehrte zurück. Die Privatmeldungen aus Teheran, die von einem Siege der Regierungstruppen und

Theater, und trotz des künstlerischen und literarischen Stre­bens und Könnens, das diesen Mann beseelte, erheischte doch die komplizierte Art, in der beide Häuser geführt wur­den, und — frei von allen engherzigen Sparsamkeitsrück- sichten — entsprechend den Intentionen und Zielen der Reuen-Theater-Aktiengesellschaft geführt werden mußten, eine Trennung in der Direktion.

Im Jahre 1900 erfolgte die Berufung von Poul Jensen, den Direktionsrat in der Eeneraldirektion der Dresdener Hofoper. Jensen galt als ein feingebildeter EesangskLnst- ler, als ein ausgezeichneter Kenner des modernen Regie- wesens und hatte auch die Gelegenheit wahrgenommen, sich mit dem Administrativen vertraut zu machen. Er war der rechte Mann für Frankfurt. Allerdings, die Verwirklichung feines Planes, das Frankfurter Opernhaus zu einem aller­ersten Musikinstitut zu gestalten, erforderte im Anfang manches Opfer, und er fand in dem Frankfurter Mäcenaten- tum, das ja erfreulicherweise in der Reuen-Theater-Aktien- gesellschaft heute noch stark vertreten ist, das rechte Ver­ständnis für seine Bestrebungen. Das Frankfurter Opern­haus steht in seiner künstlerischen Bedeutung, in dem Um­fang seines finanziellen Betriebes ungefähr auf der Höhe eines großen Hoftheaters. Es hat pro Saison einen Etat von 1200 000 Mark, und dem entspricht sein künstlerischer Charakter. Das durch lange Zusammengehörigkeit der ein­zelnen Künstler vortrefflich disziplinierte Orchester setzt sich aus 80 fest engagierten Musikern zusammen; seine Künstler­schar wird durch günstige, wirtschaftliche Faktoren an Frank­furt gekettet. Das Orchester hat seinen Extrapensionsfonds, der. ganz unabhängig ist von dem des Reuen Theater- Aktien-Vereins, der allen Mitgliedern beider Bühnen zu gute kommt. Der Chor besteht fest aus 70 Damen und Herren, die Mise en scèue, für die neben Jensen auch der Oberregisseur Kraemer ein Verdienst in Anspruch nehmen darf, ist reich und geschmackvoll, ganz vornehm hoftheater- mäßig, und die Sänger und Sängerinnen, wenn sie auch