M W SV Uli II r I HMM M II *C r s il 1^1
vezugsprelsi
vierkeljSHrNch 1.80 DL, monatlich 60 Pfg., f5t »«. ivLrtig, Abonnenten mit dem betreff. PostauffchlaG. Die einzelne Nummer kostet 10 Vfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei bei
-eretu. ev. Waisenhauses in Hamm.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stobt- nnb Landkreis sonnn.
Li« bgespakken« Vetitzeil« oder deren Kew tO WA im SreNamenteil die Zell« 48 WA
Erscheint tâgNch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantwort!. Redakteur: 6. 64 tt4ct t» (am
Aèk. 198 Fetnsprech«n»fchs«sr Nr. 330.
Freitag den 25. August
Feri»sprecha»schlütz Nr. 230 1911
Amtliches.
Stadtkreis Ranau.
Mit der Vertretung in den amtsärztlichen Geschäften — mit Ausnahme der gerichtsärztlichen — während der Beurlaubung des hiesigen Kreisarztes Dr. Eichenberg ist neben dem Kreisarzt in Gelnhausen der hier wohnhafte praktische Arzt Dr. Ambrosius für den Rest der Urlaubszeit bis zum 9. k. Mts. vom Herrn Regierungspräsidenten in Kassel beauftragt worden.
Hanau den 23. August 1911. P. 9192
Königliche Polizeidirektion.
J. V.: Karbe.
Landkreis Fjanau.
Es sind, wie mir bekannt geworden, mehrfach Zweifel in den beteiligten Kreisen darüber entstanden, ob mit der von mir verfügten Aushebung der wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche für Sperr- und Beobachtungsgebiete getroffenen Maßnahmen (z. V. für Bischofsheim, Bergen-Enk- Heim, Fechenheim, Dörnigheim, .Hochstadt, Wachenbuchen «. a.) auch die landespolizeilichen Bestimmungen über die Untersuchungspflicht des in den Regierungsbezirk Castel ein- zuführenden Klauenviehs außer Kraft gesetzt seien.
Zur Beseitigung dieser Zweifel mache ich ausdrücklich darauf aufmerksam, daß diese landespolizeilichen Anordnungen durch die Aufhebung von Sperr- und Beobachtungsbezirken keineswegs berührt werden und nach wie vor in Wirksamkeit bleiben.
Im übrigen beziehe ich mich auf meine Kreisblattbe- kanntmachungen vom 14. v. Mts. V. 4255 („Hanauer Anzeiger" Nr. 163) vom 27. v. Mts. V. 4882 (Nr. 173) und vom 7. d. Mts. P. 8169 (Nr. 189) betr. Einrichtung von Untersuchungsstellen für eingeführtes Klauenvieh in Fechenheim-Mainkur, Windecken und Schlachthof Hanau.
Die Ortspolizeibehörden werden hiermit angewiesen, auf diese Bekanntmachungen in ihren Bezirken in ortsüblicher Weise noch besonders hinzuweisen.
Hanau den 24. August 1911. V. 5559
Der Königliche Landrat.
3. V.: Karbe.
ÄmÄttstx£-sc£vx£c?iöK^TÄKÄMsmmmimm8B
Gin Eied.
Ich schreite in trüben Gedanken
Zu sonnigen Gipfeln hinan,
Um Klarheit und Ruhe zu finden — Tief unten aus Schluchten und Schrunden, Steigt leise schon Dâmmrung heran. —
Noch glühen die ragenden Zinnen Und leuchten im ewigen Schnee. — So feierlich ist's in der Runde! — Doch heißer nur brennt mir die Wunde Im Innern mit nagendem Weh. —
Der Schmerz ist's, der Manchen bedrücket, Daß irrend die Menschheit verlor Den Weg, der erlösend sie leite, Aus Neid, Haß und blutigem Streite, Zur Eintracht und Liebe empor.--
Horch! — tönt nicht herauf auS dem Grunde Ein altes, ein herziges Lied, Das über die träumenden Wälder, Die schweigenden Fluren und Felder Im sinkenden Abendrot zieht? —
Ein Waldhorn mit weichem Getöne, Das stimmt so harmonisch mit ein! — Welch frisches, befreiendes Klingen! — Wie mögen, die blasen und singen, So glücklichen Herzens doch sein! —
Wie mächtig die einfache Weise Versöhnend zu Herzen mir dringt! — Ich hemme den Schritt um zu lauschen, Bis fern mit des Abendwinds Rauschen, Sie leise verweht und verklingt.--
Du Lied aus d em Herzen des Volkes, Voll Innigkeit, Klarheit und Ruh: V o n a l l c n d e n h i m m l i s ch e n Gaben, Am irdischen Kampfuns zu laben, Di« edelste, schön ste bi st du! —
Fried. Jac. GeisseIl.
Bekanntmachung.
Nach der Anordnung des Herrn Oberpräsidenten hier vom 3. August 1908, betreffend die Behandlung der Anträge auf Veranstaltung von Eegenstandslotterien innerhalb der Provinz Hessen-Nassau (Regierungs-Amtsblatt von 1908, Seite 262) sind derartige Anträge für jeden Re- | gierungsbezirk besonders bis zum 1. Oktober des vorhergehenden Jahres an den Regierungspräsidenten einzureichen. Mit Rücksicht darauf, daß noch immer Gesuche nach der festgesetzten Zeit eingehen, sehe ich mich veranlaßt, auf diese Bestimmung erneut aufmerksam zu machen. Anträge auf Genehmigung der im Jahre 1912 geplanten Eegenstandslotterien sind also, soweit die Lotterien im Regierungsbezirk Castel veranstaltet werden sollen, bis zum 1. Oktober d. J. bei mir zu stellen. Später eingehende Anträge finden nur in dringenden Ausnahmefällen Berücksichtigung.
Den Gesuchen ist der vorgeschriebene Verlosungsplan in dreifacher Ausfertigung beizufügen.
Castel den 10. August 1911. A n. 7212
Der Regierungspräsident. Graf von Bernstorff.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 21. August 1911. V. 5437
Der Königl. Landrat.
J.V.: Karbe.
Dienstnachrichten ans dem Kreise.
In Hainstadt, Hausen und Dreieichenhein ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
Hanau den 24. August 1911. V 5512
Bekanntmachung.
Mit Rücksicht auf das Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in Klein-Karben und auf den Ausbruch in Melbach und Eriedl ordnen wir auf Grund des § 57 ff. der Reichsinstruktion zu dem Reichsgesetz die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen betreffend vom 23. Juni 1880, 1. Mai 1894 und auf Grund der Ausschreiben Großh. Ministeriums des Innern vom 10. März 1908 zu Nr. M. d. I. II. 1215 und vom 22. Februar 1911 zu Nr. M. d. J. n. 977 die folgenden Maßnahmen an:
I. Sperrbezirke sind von heute ab die Gemarkungen Hel-
Kunst und Eeben.
Das deutsche Festspielhaus in Bad Homburg. Die Verhandlungen mit Professor Reinhardt in Berlin wegen Annahme der Leitung des Deutschen Festspielhauses in Bad Homburg haben zu keinem Ergebnis geführt. Nunmehr hat sich eine Gesellschaft konstituiert, die vorläufig über ein Kapital von zwei Millionen verfügt. Diese Summe wird wahrscheinlich für die Bestreitung der Baukosten des Unternehmens aufgehen. Den Bauplatz stellt die Stadt Homburg kostenfrei zur Verfügung und zwar in der Nähe des Kurparks. Eine weitere finanzielle Beteiligung wird die Stadt nicht übernehmen. Als Spielzeit wird alljährlich ein Zeitraum von drei Monaten angesetzt. Die Entscheidung darüber, ob ein Freilichttheater oder ein Festspielhaus gebaut werden soll, steht noch aus, anscheinend will man sie von der Ansicht des Kaisers abhängig machen, dem die ganze Angelegenheit bereits durch Landrat von Marx unterbreitet worden ist.
Der verdächtige Leutnant. Eine heitere Geschichte hat sich dieser Tage, wie das „Frankenth. Tagebl." erzählt, in einer pfälzischen Stadt zugetragen. Kam da ein Wormser Sommerleutnant in den Ort, um Verwandten und Bekannten seine Aufwartung zu machen. Die seltsame Erscheinung erregte Aufsehen, nicht bloß bei den kleinen Mädchen, auch der Polizei gab's zu denken. Was wollte der Offizier hier, was hatte er zu suchen? Es war doch keine Garnison. Da kommt einem der Sicherheitswächter blitzartig der Gedanke: Vielleicht Graf Schiemangk? Oder gar ein Hauptmann von Köpenick ? Das wäre ein feiner Fang für die Polizei! Also hin zu dem Offizier, der anscheinend von seiner ^llebung etwas mitgenommen war — man soll es sommer- leutnants ja ansehen, daß sie keine richtigen Offiziere sind — und Ausweis verlangt. Ja, du lieber Gott, jetzt soll sich jeder Leutnant, der ein paar Besuche macht, außer Visitenkarten auch noch militärische Legitimationen einstecken? Sicher erwartet man es. Da der Leutnant aber keine Papiere bei sich hatte, war die Polizei nicht überzeugt daß er die Uniform zu tragen berechtigt war, und als er sich gar nadj der Wohnung von alleinftehen-
denbergen, Büdesheim, Eambach, Münzenberg, Wohnbach, Nieder-Wöllstadt, Melbach und Griedel.
II. Beobachtungsgebiet find von heute ab die Gemarkungen Eroß-Karben, Okarben, Rendel, Kaichen, Harheim, Nieder-Eschbach, Astenheim, Bruchenbrücken, Ilbenstadt, Ober-Wöllstadt, Burg-Eräfenrode, Trais-Münzenberg, Pohl-Göns, Kirch-Göns, Butzbach, Rockenberg, Oppershofen, Nieder-Weisel, Ostheim, Wölfersheim, Södel, Dorheim, Steinfurth, Wisselsheim, Rödgen, Schwalheim, Beienheim und Weckesheim.
III. Auf Sperr- und Beobachtungsgebiet finden die Bestimmungen unserer Bekanntmachung vom 14. L Mts. betreffend Maul- und Klauenseuche im Kreise Friedberg unter III, IV, V, VI und VII Anwendung.
Friedberg den 21. August 1911.
Grotzherzogliches Kreisamt Friedberg.
Schliephake.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc. Gefunden: 1 silberne Herrenuhr, 2 Kinderschürzen.
Verloren: 1 Brosche mit 1 Perle.
Entlaufen: 1 weißer Foxterrier.
Zugelaufen: 1 Foxterrier (Hündin).
Hanau den 25. August 1911.
politische Rundschau.
Einen Eisenbahnerlaß gegen die Sozialdemokratie, die sich bemüht, unter den Eisenbahnangestellten festen Fuß zu fasten, hat die Eisenbahndirektion Esten an die ihr unterstellten Beamten und Arbeiter gerichtet. Danach wird jede Betätigung in sozialdemokratischem Sinne unweigerlich mit Entfernung aus dem Amte oder mit Kündigung der Dienst- verhältniste bedroht; alle Beamten und Arbeiter haben durch Namensunterschrift diese Verfügung bescheinigen muffen. — Wie berechtigt dieses Vorgehen ist, hat der große Streik in England gezeigt.
Deutscher Anwaltstag. Wie bereits gemeldet wird der Deutsche Anwaltstag in Würzburg am 11., 12. und 13. September 1911 stattfinden und darüber verhandeln, ob die Zulastung zum Anwaltsberuf beschränkt werden soll (sogenannter nummerns clausus) oder ob sonstige Mittel gegen die Ueberfüllung und die Not des Anwaltstandes vorgeschlagen werden sollen, ferner ob und
den Damen erkundigte, war man überzeugt, daß man es mit einem Gauner zu tun hatte. Gott sei dank kriegt man gleich raus, wen er zu schröpfen beabsichtigt, folgt ungesehen seinen Spuren, und während der Leutnant sich der Dame des Hauses am Hauptportal zum Besuch melden läßt, meldet sich am Seiteneingang ein Schutzmann und bietet seine Hilfe an: Man solle dem Herrn Leutnant ja nicht trauen. — Die Dame soll ein sehr heiteres Gesicht gemacht haben, als man ihr den seit vielen Jahren gut bekannten Offizier als Gauner verdächtigte. Jm Kasino zu Worms aber gab man sich das Versprechen öfter nach der pfälzischen Stadt zu summen, damit die liebenswürdige und hilfsbereite Polizei sich an die „ausländische" Uniform gewöhne.
Gegen die Auswüchse des Tanzes. Bor einiget Zeit wurden in Sachsen'Maßnahmen gegen die Entartung des Tanzes in den Tanzlokalen ergriffen, und insbesondere der sogenannte Schieber verboten. Nunmehr haben auch di« Saalbesitzer Groß-Bersins in der vergangenen Woche gegen das das Anstandsgefühl verletzende Tanzen Stellung ge« nommen und beschlossen, sich mit den Tanzlehrern in Der- bindung zu setzen. Der Verein Berliner Tanzlehrer von 1876 hat in seiner letzten Versammlung energisch gegen die Aus- wüchse des Tanzens Stellung genommen unb beabsichtigt mit den übrigen Vereinen geeignete Schritte zu unternehmen. Man will vorläufig die Polizei noch nicht anrufen, sondern nur den Polizeiverwaltungen Groß-Berlins von dem Beschluß, der in der gemeinschaftlichen Sitzung gefaßt werden soll, Mitteilung machen.
Dèr Hochstapler Graf de Paffy-Schiemaugk würd« — wie der „Bayer. Landesz-itung" berichtet wird — in Kissingen vermutet. Der dortige Oberwachtmeister klopft« vorgestern abend 10 Uhr an der Zimmertür in einem Kurhaus und rief: „Schiemangk. machen Sie auf, die Polizei ist da I" Der vermeintliche Spitzbube lag im Bett, deshalb öffnete die Frau. Der Wachtmeister trat, die Hand am ge» ladener^ Revolver, in das Zimmer und erklärte den vermeint: lichen Schiemangk für verhaftet. An der Zimmertüre standev 1 Krimenalsergeant und 1 Schutzmann mit geladenen Revolvern; im Hauseingang zwei weitere Schutzleute. Der zv Tode Erschrockene legitimierte sich als — Armenrat Kramer Nürnberg, Lorenzerstraße 30. — Auch nicht übell