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Erscheint »glich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: iS. Schrecke, tu Kana».
$!. 197 ^ernsprechaitschUtsr Nr. 230.
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AinMches.
Landespolizeiliche Anordnung betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.
Meine landespolizeiliche Anordnung vom 8./31. Mai d. J. — A III 2152a/2580 — betr. die Bekämpfung der im Landkreise Hanau ausgetretenen Maul- und Klauenseuche — Amtsblatt Nr. 19/22, 6.140/1/169 — wird hierdurch wie folgt abgeändert:
1. Aus dem Sperrgebiete im § 1 scheidet die Gemeinde Eichen aus und tritt zu dem Beobachtungsgebiet — § 10.-
2. Aus dem Beobachtungsgebiet scheidet die Gemeinde Erbstadt aus. (A'III 4016).
Cassel am 22. August 1911.
Der Regierungspräsident.
Graf von Bernstorff.
Bekanntmachung.
Nach Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in Eichen werden die am 23. Mai d. I., V. 3294, für den Sperrbezirk Gemeinde Eichen und die zum Beobachtungsgebiet gehörende Gemeinde Erbstadt von mir angeordneten Maßnahmen hiermit aufgehoben.
Die Gemeinde Eichen tritt zu dem Beobachtungsgebiet. (Vergl. meine Kreisblattbekanntmachung vom 24. v. M., V. 4813).
Hanau den 24. August 1911. V. 5529
Der Königl. Landrat.
J. V.: Karbe.
Meine landespolizeiliche Anordnung vom 17. Juli d. J. A III 3444a betreffend die Bekämpfung der im Kreise Gelnhausen ausgetretenen Maul- und Klauenseuche, Amtsblatt Nr. 29, Seite 248, wird hierdurch aufgehoben.
Das Verbot des Viehverladens auf der Bahnstation Schlierbach — Absatz 2- meiner landespolizeilichen Anordnung vom 21. Juni d. I. A III 2973a, Amtsblatt Nr. 25, Seite 215 — wird gleichfalls aufgehoben.
Castel den 18. August 1911. A III 3964
Der Regierungspräsident.
Durch vorstehende Anordnung ist das Sperrgebiet der Stadt Bad Orb, sowie das Beobachtungsgebiet, bestehend aus der Stadt und dem Gutsbezirk Schloß Wächtersbach und den Gemeinden Aufenau, Wirtheim, Kastel, Lettgenbrunn mit Villbach und Vurgjoß aufgehoben worden.
Hanau den 22. August 1911. V. 5489
Der Königl. Landrat.
J. V.: Karbe.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbeitsnachweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen aller Berufe kostenfrei nutzbar zu machen.
Wir richten deshalb an alle Interessenten das Ersuchen, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der städtischen Arbeitsver- mittelungsstelle — Langstraße Nr. 41 hier — anzumelden.
Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelungsstelle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern entgegennimmt.
Hanau den 31. Oktober 1910. 1119
Der Magistrat.
Hild.
In das Handelsregister A Nr. 40 ist bei der Firma Naxos — Schmirgelwarenfabrik — Mainknr Georg Rausch & Co. eingetragen worden: In Nürnberg ist eine Zweigniederlastung errichtet, die in der Firma den Zusatz führt: Filialbureau und Musterlager Nürnberg.
Bergen b. Hanau den 17. August 1911.
Königliches Amtsgericht. 20229
Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Hitzkirchen und Dösgesäß erloschen ist, werden die durch Bekanntmachung vom 17. und 19. Juli l. J. gebildeten Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete aufgehoben.
Die Gemeinde Bösgesäß bleibt Beobachtungsgebiet, für das die Vorschriften in Ziffer IV der Bekanntmachung vom 17. Juli l. I. gelten.
Büdingen den 22. August 1911. V. 5505
Großherzogliches Kreisamt Büdingen.
Boeckmann.
Donnerstag den 24 August
politische Auuâschaa.
Der nächste Stapellauf. Am 24. August soll auf der kaiserlichen Werft zu Wilhelmshaven der kleine Kreuzer „Ersatz Condor" vom Stapel laufen. Ein Kreuzerbau ist eine seltene Erscheinung auf der Wilhelmshavener Werft, die in letzten Jahren ausschließlich zur Herstellung großer Schlachtschiffe Verwendung gefunden hat. Auch nach dem Ablauf dieses kleinen Kreuzers; der, wie verlautet, den Namen der „wunderschönen" Stadt erhalten soll, wird wieder ein modernes Kampfschiff, das Linienschiff „8" in Angriff genommen werden.
Der Zentralverband deutscher Industrieller hat sich in einer Eingabe an den Reichskanzler energisch für die Wahrung der deutschen Interessen in Marokko ausgesprochen.
Todesfälle. Der Geh. Kirchenrat Superintendent D. Meyer in Zwickau ist gestern früh gestorben. — Der Reichstagsabgeordnete Domherr Frank, Zentrumsvertreter des Wahlkreises Ratibor, ist gestern gestorben.
Wahlunlust im Reichstagswahlkreise Konstanz-Ueber- lingen. Nach einer Meldung der „Frankf. Ztg." aus Konstanz bereiten die Vorstände der politischen Vereine des ersten badischen Wahlkreises Konstanz-Ueberlingen ein Gesuch an den Reichskanzler vor, von der Ersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Hug bis zu den allgemeinen Wahlen abzusehen. — Man kann es wohl verstehen, daß die Parteien die Last einer Neuwahl für eine Session von èin paar Wochen scheuen. Ihr Gesuch wird aber wohl aus formal-rechtlichen Gründen zurückgewiesen werden müssen.
Ernste Situation in der Metallindustrie. Falls bis zum 23. August kein Nachgeben seitens der Metallarbeiter erfolgte, sollte nach einem Beschluß des Ausschusses des Kartells der sächsischen Dezirksverbânde des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller am 26. August die Aussperrung von 60 Prozent der gesamten Belegschaft vorgenommen werden. Dies ist zur Gewißheit geworden, nachdem die Metallarbeiterschaft Leipzig? bis gestern keinerlei Schritte getan hat, von dem bisher eingenommenen Standpunkt abzugehen. Der Konflikt in der sächsischen Metallindustrie hat eine Verschärfung erfahren. Die Situation in der deutschen Metallindustrie muß als ernst bezeichnet werden.
Der 12. deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag in Düsseldorf. Die Frage der Arbeitslosigkeit führte in der gestrigen Vollversammlung des deutschen Handwerks- und Eewerbekammertages zu einer längeren sozialpolitischen Aussprache. Gegen die von der Handwerkskammer Augsburg vertretenen Leitsätze wandte sich der Vorsitzende der Kölner Handwerkskammer Figge. Er meinte, diese Leitsätze seien ein Schlag ins Wasser und würden dem Handwerk viele Feinde schaffen. Er empfahl eine andere Entschließung, die sich für eine Arbeitslosenversicherung nur dann ausspricht, wenn sie auf der Basis der Selbsthilfe beruhe, fakultativen Charakter habe und die Kosten auf keinen Fall zum Teil auf die Arbeitgeber abgewälzt würden. Der Standpunkt Figges fand aber wenig Freunde. Die Augsburger Leitsätze wurden fast einstimmig angenommen, nur vier Stimmen waren dagegen. — Ueber Monopoltendenzen in der elektrotechnischen Industrie wurde ebenfalls verhandelt. Die Errichtung elektrischer Anlagen ist durch die Tätigkeit elektrotechnischer Eroßfirmen und durch die zunehmende Gründung von Ueberlandzentralen zu einer wichtigen Lebensfrage für große Zweige des deutschen Handwerks geworden. Vor allem handelt es sich um die Erhaltung eines leistungsfähigen wirtschaftlich selbständigen elektrotechnischen Jn- stallationsgewerbes im deutschen Handwerk. Darüber berichtete der Vorsitzende der Straßburger Handwerkskammer, Schleiffer. Er legte eine ausführliche Entschließung vor, deren wesentliche Forderungen in folgendem enthalten sind: In den mit Ueberlandzentralen abzuschließenden Kon- zessions- und Stromlieferungsvertrügen sind Bestimmungen zu treffen, die jedem Gewerbetreibenden, der die Gewähr für eine dem jeweiligen Stande der Technik entsprechende Ausführung der Anlagen bietet, die Möglichkeit offen halten, Anlagen, Konsumentenanschlüffe wie Ortsverteilungsnetze, im Anschluß an die Verteilungsnetze der Ueberlan^ zentrale herzustellen und die dem Gewerbetreibenden auch die völlige Freiheit beim Bezüge der von ihm bei eer Herstellung der Anlagen benötigten Maschinen, Apparate und Materialien gewährleisten, vorausgesetzt, daß diese Maschinen, Apparate und Materialien ebenfalls den an sie vom jeweiligen Stande der Technik aus zu stellenden Anforderungen genügen. Um jedes offene und versteckte ^n- stallations- und Materialmonopol nach I täglich.eit auszu- schleßnistiden geannten Beträgen insbesondere folgendes fest ülegen: a) Die Erteilung und Entziehung der Ee- nebmiauna zur Herstellung von Anschlußanlagen liegt aus- I schließlich der höheren Verwaltungsbehörde ob. b) Die Ab-
Fer»»sprechaitschluk Nr. 230 1911
nahmeprüfung der Anlagen hat von einer unparteiischen Stelle zu erfolgen. Sie hat sich auch auf die von der Ueber- landzentrale selbst installierten Anlagen zu erstrecken. Soll die Abnahmeprüfung durch die Ueberlandzentralen geschehen, darf keine Prüfungsgebühr erhoben werden, c) Eine etwa zu hinterlegende Sicherheitsleistung hat für das gesamte Versorgungsgebiet der Ueberlandzentralen Geltung. d) Besondere Vorschriften, wie Jnstallationsvorschrif- ten oder Stromlieferungsbedingungen, die nicht Teile des Konzessions- oder Stromlieferungsvertrages sind, dürfen von der Ueberlandzentrale nur mit Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde erlaffen werden, e) Hinsichtlich des Ursprungs und der Beschaffenheit der bei der Herstellung von Anschlußanlagen und Ortsverteilungsnetzen (einschließlich der Transformatorenstationen) zu verwendenden Materialien und hinsichtlich der Anordnung und Ve- messung der Anlagen und ihrer Teile darf die lleberland- zentrale keine engern Vorschriften machen, als solche, die sich aus den jeweils geltenden Vorschriften, Normalien und Leitsätzen des Verbanhes deutscher Elektrotechniker ergeben, f) Den Handwerkskammern, in deren Bezirk das Versorgungsgebiet der Ueberlandzentrale eingreift, hat die Ueberlandzentrale auf Verlangen Auskunft über das Bauprogramm, die Termine für den Anschluß der einzelnen Kreise oder Gemeinden, die Stromverhältnisse usw. zu erteilen und Einblick in die Anschlußanmeldungen zu gewähren. Die Handwerks- und Cewerbekammern, auf deren Bezirk sich das Versorgungsgebiet der Ueberlandzentrale erstreckt, sind vor Abschluß der Konzessions- bezw. Stromlieferungs- verträge über deren Inhalt gutachtlich zu hören. Auf Antrag der Handwerkskammer Deffau wurde der Entschließung noch angefügt, daß der Ausschuß des Handwerks- und Gewerbekammertages zu beauftragen sei, im Sinne der vorstehenden Wünsche den Erlaß eines Reichsgesetzes an den zuständigen Stellen zu fordern. Mit diesem Zusatz wurde die Entschließung einstimmig angeommen.
Das französische Kolonialministerium erhielt bisher keine Bestätigung der aus Konstantinopel verbreiteten Meldung, nach der im Wadaigebiet hartnäckige Kämpfe stattgefunden haben, in deren Verlaufe die Franzosen sich auf Kawar zurückgezogen hätten.
Es wird ein neues Bauprogramm für die französische Flotte vorgesehen, das bis 1919 eine Ausgabe,von 1800 Millinonen Francs erfordern wird.
Der Exschah umzingelt. Wie die „Morning Post" aus Teheran meldet, haben die Regierungstruppen die kaspischen Häfen wieder besetzt und den früheren Schah vollständig eingeschloffen. Schua es Saltaneh soll die Gewalt über die Turkmenen verlieren, die am 20. August in großer Zahl plündernd und raubend in Semnan eingedrungen sind. Es sollen bei den Turkmenentruppen des früheren Schahs beträchtliche Desertionen vorgekommen sein. Der Emir Muff- akham kann nicht gegen Salar ed Dauleh vorgehen, aus Mangel an Geldmitteln; Morgan Shuster weigert sich, ihm Mittel zu gewähren, was zu einer starken Reibung zwischen dem Ministerium und Shuster Anlaß gegeben hat.
Trostlose Bilder aus dem ungarischen Abgeordnetenhaus«. Auch die gestrige Reichstagsfitzung war völlig mit technischer Obstruktion ausgefüllt. Von einer Verhandlung der Wehrreform ist überhaupt keine Rede mehr. Das Parlament bietet täglich ein trostloseres Bild gänzlicher Untätigkeit. Die Lage spitzt sich zusehends schärfer zu, zumal auch die Koffuthpartei, die sich bisher passiv verhalten hat, nunmehr an dem Obstruktionskampf gegen die Regierung teilzunehmen beschloß.
Aus Montenegro. Das Ministerium Tomanowitfch gaS seine Entlassung. Der König nahm die Demission an und ernannte Tomanowitfch neuerdings zum Ministerpräsidenten. Auch der Minister des Innern Dschukanowitsch und Finanzminister Vergowitsch behielten ihre Portefeuilles. Kriegsminister wurde Wukowitsch, Justiz- und Unterrichts- minister Staatsrat Doschitsch, Minister des Aeußern der bisherige Konsul in Skutari Eregowitsch.
Deutsche Kolonialgesellschaft in Südwestafrika. Dem Geschäftsbericht entnehmen wir die nachstehenden Angaben: „Der Reichtum der Diamantfelder im südlichen (Sperrgebiet) wie im nördlichen Diamantengebict hat durchweg die gehegten Erwartungen enttäuscht. Es ' ist als feststehend anzuschen, daß ein großer Teil der Südfelder und w»hl sämtliche nördlich des 26. Breitengrades gelegene Diamantfclder bei dem jetzigen fiskalischen Ausfuhrzoll von 33’/3 Proz. des Brutt»- wertes der Diamanten überhaupt nicht abbauwürdig sind. Die bisherigen Versuche, nördliche Diamantfclder zu finanzieren, sind an diesem Umstand gescheitert, und di« Mehrheit der kleineren im Sperrgebiet tätigen Diamant- gesellschaften hat ohne Ertrag gearbeitet/ Während auf dem Weltmärkte die Diamantpreise gestiegen find. haben di«