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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der Herein, e». Waisenhauses in Hanau.

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Erscheint tSglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. NSakteur: S. Schrecker in Sana*,

$L 193 ?y-r«svrecha«schl«st Nr. 230.

Samstag den 19. August

Fernsprechanschlufr Nr. 230 1911

Die belltigtRllMM nmföM * d.WertâMlK 14 Seiten.

Altttliches.

Eandkreis Hanau. Beknnntmttchnnq.

Einstellung von dreijährig Freiwilligen für das 3. See­bataillon (Marine-Infanterie) in Tsingtau (China).

Einstellung: Oktober 1911, Ausreise nach Tsingtau: Ja­nuar 1912, Heimreise: Frühjahr 1914. Bedingungen: Min­destens 1,65 Meter groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1892 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung). Es werden junge Leute aller Berufsarten ein­gestellt, Handwerker erhalten jedoch den Vorzug.

In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täg­lich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.

Meldungen mit genauer Adresie sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausge­stellten Meldescheines zum freiwilligen Diensteintritt auf drei Jahre zu richten an:

Kommando des 3. Stammseebataillons Wilhelmshaven.

Hanau den 7. August 1911. M. 2670

Der König!. Landrat.

K I. V.: Karbe.

s Stadtkreis Hanau. Verdingung.

Die zum Umbau des Hauses Marktplatz 18 erforderlichen Erd- und Maurerarbeiten sollen unter Zugrundelegung der „allgemeinen Bestimmungen für Vergebung städtischer Ar­beiten und Lieferungen" öffentlich verdungen werden.

Bedingungen und Angebotsunterlagen sind vom Stadt­bauamt, Zimmer Nr. 18, während der Sprechstunden, gegen Entrichtung von 1 Mk. zu beziehen.

Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Samstag den 26. d. M., vormittags 11 Uhr, bei der vorbezeichneten Dienststelle einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote statt- findet.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Hanau den 18. August 1911. 19961

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 12. bis 18. August 1911 :

2 Fahrburschen, 2 Hausburschen, 1 Kernmacher,

4 Tagelöhner.

Gesucht werden 4 Dienstmädchen, 1 Elaserlehrftng, 1 Bäckerlehrling und 1 Lehrmädchen als Verkäuferin.

(Sonnn hon Auault 1911. 19959

Hanau den 19. August 1911.

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Bekanntmachung.

Die öffentlichen Arbeitsnachweise des jetzt 3 Jahre be­stehenden Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes der das Großh. Hessen, die Provinz Hessen-Nassau, das Fürsten­tum Waldeck und die Kreise Kreuznach und Wetzlar umfaßt, werden in steigendem Maße von den Interessentenkreisen, besonders der Landwirtschaft und des Handwerks in An­spruch genommen und erfreuen sich dank der Mitwirkung und Unterstützung staatlicher und kommunaler Behörden, sowie öffentlicher Körperschaften, insbesondere der Land­wirtschaftskammern, immermehr des Vertrauens der In­teressenten. Insonderheit ist es, wie die Tätigkeitsberichte des Verbandes und der einzelnen .Arbeitsnachweise be­weisen, gelungen, den Arbeitsnachweis auf dem Lande zu organisieren und den besonderen Bedürfnissen des Landes schon jetzt in erheblichem Umfange gerecht zu werden. Wäh­rend im Jahre 1908/1909 von den Arbeitsnachweisen in Kl-intädt-nim Verbandsgebiet 2440 Stellen besetzt wur­den, wuchs die Zahl im Jahre 1909/10 bereits au 10 572, das ist ein Zehntel aller besetzten Stellen im ganzen Ver­bandsgebiet. Diese Tatsache ist darauf zurückzufuhren, daß die landwirtschaftliche Vermittlung immer mehr von den Großstädten auf die Kleinstädte übergeht .

Um den verschiedenartigsten Bedürfnis n in den ver­schiedenen Teilen des Verbandsgebietes besser gerecht wer­

den zu können, wurden fast in allen Kreisen Arbeitsnach­weise ins Leben gerufen. Diese haben sich durchweg sehr gut bewährt, wo der Arbeitsnachweis an verkehrsreiche Orte gelegt wurde und wo der ländliche Arbeitsnachweis die Unterstützung und die Benützung der interessierten Kreise gefunden hat. Nach den vorliegenden Erfahrungen konnten eine Reihe von Arbeitskräften der heimischen Produktion erhalten werden, während sonst der stellenlose Arbeiter bei dem Fehlen einer Organisation des Nachrichtenverkehrs über die offenen Stellen im Kreise, gezwungen worden wäre, den städtischen Arbeitsnachweis, in erster Linie den großstädtischen Arbeitsnachweis, aufzusuchen.

Bei der greß"n Bedeutung einer geordneten Arbeitsver­mittlung für die Stetigkeit der gesamten Produktionsver­hältnisse, ist es notwendig, daß alle Interessenten am Ar­beitsmarkt sich eines zuverlässigen und unparteiischen Or­ganes bedienen und das ist der öffentliche Arbeitsnachweis.

Indem wir Vorstehendes zur Kenntnis bringen, ersuchen wir die Herren Arbeitgeber, sich bei Bedarf von Arbeits­kräften jeder Art der hiesigen städtischen Arbeitsvermitte- lungsstellc — Langstraße 41 — bedienen zu wollen.

Besonders weisen wir noch darauf bin, daß die gedachte Stelle auch weibliches Personal, als Dienstmädchen, Putz- und Monatsfrauen, Fabrikarbeiterinnen, Taglöhnerinnen, Kochfrauen rc., für Haus-, Land- und Eastwirtschastsbetrieb vermittelt und diesbezügliche Aufträge jederzeit gern ent­gegennimmt.

Die Vermittlung erfolgt kostenfrei.

Hanau den 14. Oktober 1910. 1657

Der Magistrat.

__Hild._______

BeknintMâ^mtm.

Aus Anlaß des Umzuges des Amtsgerichts in den Neu­bau Nußallee 17 wird die Gerichtskasse am Montag den 21. August 1911 geschlossen.

Hanau den 18. August 1911. 19903

Königliches Amtsgericht.

Grundstücks-Verpachtung.

Die zu Martini d. I. pachtfrei werdenden, der Präsenz Hanau gehörigen Grundstücke (Aecker und Wiesen) in der Gemarkung Bruchköbel sollen

Donnerstag den 24. August d. I., nachmittags 2 Uhr, in der Gastwirtschaft von Philipp Baumann in Bruchköbel neu verpachtet, werden.

Hanau den 17. August 1911. 19955

Die Verwaltung der Präsenz Hanau.

Schneider.

Politische KunâMau.

Deutsche Arbeitslose in Südwest. Im Juli hat in Wind­huk eine Versammlung deutscher Arbeitsloser stattgefunden, zu der sich etwa 40 Personen, durchweg frühere Angestellte einer Eisenbahnbaufirma, eingefunden hatten. Die Klagen gingen zwar in erster Linie gegen die Firma, und es hat den Anschein, als ob die Mehrzahl davon der Berechtigung nicht entbehren. Für diejenigen im Mutterlande, die Nei­gung haben, in die Schutzgebiete, besonders nach Deutsch- Südwest zu gehen, ergibt sich aber hieraus erneut die Mah­nung, dies nicht zu tun, ehe ihnen eine feste Stellung sicher ist. Bei dieser Gelegenheit sei wiederum erneut darauf hin- gewiesen, daß jede Auskunft über die Zustände unserer Schutzgebiete, besonders über die Arbeitsgelegenheiten, von der Zentralauskunftsstelle für Auswanderer, Berlin W. 35, Am Karlsbad 10, Afrikahaus, erteilt wird, sowie von den einzelnen Zweigauskunftsstellen, die von verschiedenen Ab­teilungen der Deutschen Kolonialgesellschaft dankenswerter­weise unterhalten werden.

Grenzfestlegung in Deutsch-China. Die Grenzfestlegung, an der seit dem Anfang dieses Jahres von einer deutsch- chinesischen Kommission längere Zeit gearbeitet wurde, ist nach einer Meldung aus Tsingtau nunmehr durch Auf­stellung und Festlegung der Grenzsteine beendet. Augen­blicklich geht die Auswerfung des Erenzgrabens ihrer Voll­endung entgegen. Nach einem Bericht, den der Tautai Liu dem Gouverneur von Schantung vorgelegt hat, soll der Grenzgraben um die Kiautschou-Bucht 62 767,62 Mtr. lang sein. Die Aushebung des Grabens ist einem Chinesen aus dem chinesischen Gebiet übertragen worden. Die Kosten trägt jede Regierung zur Hälfte. Zwei chinesische Ver­messungsbeamte aus Tsinanfu sind damit beauftragt, die ganze Grenze nochmals zu vermessen und aufzunehmen. Ihre Arbeiten sollen dann mit den Aufnahmen des Ka­

tasteramtes in Tsingtau verglichen werden. An der deutsch­chinesischen Grenze wird daher jetzt lebhaft gearbeitet. Die chinesischen Beamten ziehen mit Meßtisch und Stangen, be­gleitet von einem Heer von Meßgehilfen, längs der Hoch­wassergrenze hin und tragen die Grenzsteine auf ihren Karten ein.

Ueber die Fahnenangelegenheit von Aix-les-Bains wird noch berichtet: „Der Mann, der die deutsche Fahne vom Restaurant herabriß, ist der Schuhwarenfabrikant aus Nancy, Bernot. Die Zuschauer klatschten Beifall. Bernot ließ hierauf von der Zigeunerkapelle des Restaurants die Marseillaise spielen. Dann fuhr er mit seinen Freunden im Automobil davon und nahm die Fahne mit sich. Die Polizeibehörde und die Präfektur haben im Auftrage des Ministerium des Innern sofort eine Untersuchung einge­leitet. Bernot, der von dem Polizeikommissar von Aix-les- Bains verhört wurde, erklärte, daß er in plötzlicher Er­regung gehandelt habe, seine Handlungsweise tief bedauere und bereit sei,alle Entschuldigungen auszusprechen, die man von ihm verlangen sollte. Die Fahne mit der zerbrochenen Stange wurde beschlagnahmt und der Staatsanwaltschaft in Chambây übergeben." — Danach hat es sich also um eine regelrechte Demonstration gegen Deutschland gehandelt. Dem patriotischen Wüterich scheint aber sein Herz sofort in die Hosen gefallen zu sein. Und mit einer Reihe von Ent­schuldigungen dürste die Sache beigelegt werden.

Weitere „Politische Rundschau" ht der Beilage.

Hus Fun au Stadt und Eand.

Oana«, 19. August.

* Höhere Mädchenschule. Durch Allerhöchsten Erlaß vom 25. Juli d. J. ist dem Leiter der Anstalt, Herrn Direftor Bun gen stab, der Rang der Räte vierter Klasse ver­liehen worden.

* Verliehen. Dem Kirchenältesten Bürgermeister Ludw. Klemann in Bergen ist das „Allgemeine Ehrenzeichen" verliehen worden.

* Kirchenchor der Johanneskirche. Die Mitglieder werden hiermit zu der am nächsten Montag den 21. d. M. stattfindenden Uebungsstundc mit dem Bemerken eingeladen, daß die regelmäßigen Uebungen von jetzt ab wieder ihren Fortgang nehmen.

* Hessische Pfarrer gegen Jatho. Daß die öffentlichen Erklärungen von 87 hessischen Geistlichen und von 4 Professoren der Landesuniverfitât gegen die Entscheidung des preußischen Spruchkollegiums im Falle Jatho nicht ohne Gegenerklärung bleiben würde, war vorauszusehen. Etwa 45 hessische Pfarrer haben bereits sich der Erklärung der von einer großen Anzahl Geistlicher der preußischen Landeskirche erlassenen Kundgebung angeschlossen und schon in den nächsten Tagen hofft man auf weit mehr als 100 Unterschriften. Die von den hessischen Geistlichen unterschriebene Kundgebung lautet: „Wir stehen fest auf dem Boden des biblischen Christentums und bitten unsere Gemeinden, mit uns bei dem Ernst der Zeit um so entschiedener dem Bekenntnis unserer evangelischen Landes­kirche Treue zu halten."

* Hanauer Kriegerverein. Die Kameraden werden auf das heute abend von 814 Uhr ab auf den Terrassen der „Schönen Aussicht" stattfindende Vereins - Keller» f e st nochmals aufmerksam gemacht. Die Terrassen werden festlich beleuchtet. Herr Obermusikmeister Urbach hat ein prächtiges Konzertprogramm zusammengestellt. Nach Ab­wicklung des konzertlichen Teiles wird der Jugend Gelegen­heit zum Tanzen geboten.

* Hanauer Kriegerverein. Morgen Sonntag, vormittags von 7 Uhr an, Scheibenschießen auf Stand 3.

* Gardeverein. Morgen nachmittag, von 3 Uhr ab, Schießen auf Stand 1 der Earnison-Schietzstände.

* Schwedische Krone. Heute und morgen findet Schram­mel-Konzert der lustigen „Allgäuer Vuam", Sänger- und Tänzertruppe, sowie Sonntag im Saale Tanzmusik statt. (Siehe heutige Annonce.)

* Centraltheater. Der Kunstfilm „Das Fegefeuer", wel» cher von heute bis inkl. Freitag den 26. August gebracht wird, gehört zum Besten, was in dieser Hinsicht geboten wird und fesselt den Zuschauer während der ganzen Vor­führungsdauer. Auch das übrige Programm ist ein sehr vielseitiges; wir heben aus demselben hervor die Manö­verbilder, das historische Kunstdrama „Norma" und die komische Szene „Babylas, der mutige Forscher". Außer den angeführten Nummern tragen noch mehrere als Einlagen gebotene prächtige Aufnahmen zur Unterhaltung der Be, sucher bei.