Himmler
B Anzeiger
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General-Anzeiger
Amtliches TW» für Stabt- and Landkreis Km«.
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«e stgèfpalten« Petitzeile oder bete* Nmm»M tat Neklamenteil bU Jette 45 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantwortl. ReLaktem: S. Schreyer fa Samad
Mr. 179 Dernsprechanschfttß Nr. 23V
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Amtliches.
Stadt- und Eandkreis l^anau.
Mit Rückficht auf die Gefahr der Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche werden die für die Monate August und September im Stadt- und Landkreise Hanau anstehenden Viehmiirkte und viehmarktähnliche Veranstaltungen im Auftrage des Herrn Regierungs- Präfidenten zu Gaffel untersagt.
Hanau den 29. Juli 1911. P 8272
Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.
I. V.: Karbe.
Gemäß der Vorschrift in § 5 der Allerhöchsten Verordnung vom 2. April d. Z. — E. S. S. 61 ff. — betreffend die Einrichtung einer Standesvertretung der Tierärzte, liegt die Liste der nach dieser Verordnung zu der im November dieses Jahres stattfindenden Wahl der Mitglieder der Tier- ärztekammer für die Provinz Hessen-Nassau wahlberechtigten Tierärzte aus dem Stadt- und Landkreise Hanau vom 4. bis einschl. den 17. d. M., an den Wochentagen während der Dienststunden im Königlichen Landratsamt, Zimmer des Kreissekretärs, zur Einsichtnahme öffentlich aus.
Einwendungen gegen diese Liste sind unter Beifügung der erforderlichen Bescheinigungen innerhalb 14 Tagen nach beendigter Auslegung bei dem Herrn Regierungspräsidenten in Cassel anzubringen.
Hanau den 1. August 1911. V. 4181II
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
I. V.: Karbe.
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Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Unter dem 10. Juli d. Js. haben wir die Benutzung der Wasserleitung zum Besprengen der Höfe und Gärten mit Rücksicht darauf verboten, daß infolge der Hitze und des außerordentlich hohen Wasserverbrauchs, der bis zu 200 Liter pro Tag und pro Kopf gestiegen war, der Wasserstand in den Brunnm so erheblich zurückgegangen war, daß ein völliges Versiegen der Brunnen zu befürchten stand. Für die Zeit von 11 Uhr abends bis 4 Uhr morgens ist, um den Brunnenwafferstand zu bessern, das Wasser abgestellt.
Unser Verbot wird von einer Reihe von Gartenbesitzern nicht beachtet, so daß wir in die Notwendigkeit versetzt werden könnten, die Wasserabgabe auch während der Tageszeit einschränken zu müssen. Dadurch entsteht die Gefahr, daß Getränke, speziell Milch und besonders die Kindermilch, nicht gekühlt werden können, daß für längere Tagesstunden es an Trink-
Die Erstürmung von Hochstadt am 4. August 1861.
Zum 50jährigen Erinnerungstage von Heinrich Heusohn.
Das freundlich gelegene Dorf Hochstadt, zwischen Frankfurt und Hanau ist schon seit langem seines vorzüglichen Aepfelweins und der guten Handkäse, sowie seiner schönen Lage wegen ein beliebter Ausflugspunkt, besonders der Hanauer, aber auch der Frankfurter und Offenbacher Bevölkerung. Seit 1888 besteht dort ein Turnverein, aber es hat eine Zeit gegeben, in welcher sich ein Hanauer Turner in Hochstadt kaum sehen lassen durfte.
Ueber die Vorgänge hat der verdiente frühere Gau- vertreter Ludwig Stah l-Offenbach in der „Deutschen Turnzeitung" 1878 S. 139 einen auf Mitteilungen von Augenzeugen beruhenden Aufsatz veröffentlicht. Diesen in manchen Punkten ergänzend, sind noch ein gleichzeitiger Bericht im „Wetterauer Boten" vom 10. August 1861 gezeichnet H (jedenfalls Martin Hartmann-Frankfurt), sowie die gleichzeitige Niederschrift in Zieglers Hanauer Chronik unsere Quellen.
Seit 1859 waren viele unterdrückte oder eingeschlafene Turnvereine wieder aufgelebt, so auch die Hanauer Turngemeinde, neue gründeten sich, man hatte am 5. und 6. August 1860 das erste Mittelrheinische Turnfest abgehalten und am 7. Oktober hatten die umliegenden Vereine auf der Mainkur eine Versammlung veranstaltet, die zur Gründung des Maingau-Verbandes führte. Aber den kur- hessischen Turnern waren Verbindungen mit „Ausländern" untersagt und als einmal Aschaffenburger die Hanauer besuchten, stellte die Polizei ein Verhör an, wer dieselben emgelnden habe. Die Genehmigung zur Veranstaltung eines Zuges zur Turnplatz-Einweihung am 5. Mai 1861, würbe wegen der schwarz-rot-goldenen Fahne nicht erteilt
Donnerstag den 3. August
wasser fehlt, daß die Aborte stundenlang nicht gespült werden können und bergt. Wir haben uns deswegen veranlaßt gesehen, Anzeige gegen diejenigen, die trotz unseres Verbotes die Gärten und Höfe besprengen, bei der Amtsanwaltschaft zu erstatten. Wir machen weiter darauf aufmerksam, daß die städtischen Polizeibeamten und Bediensteten des Wasserwerks Auftrag haben, Zuwiderhandlungen gegen unser Verbot unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Wir werden unserm Verbot dadurch Nachdruck verschaffen, daß wir, wenn die Strafen nicht wirken sollten, die Wasserzuführung zu den Gärten und im Notfalle zu den Häusern unterbrechen. Bemerken wollen wir noch, daß das Begießen der Gärten mittels Gießkanne statthaft ist.
Hanau den 3. August 1911. 18706
Der Magistrat.
Dr. Eebeschus.
Bekanntmachung.
Die Arbeiten zur Herstellung eines erhöhten Bürgersteiges in der Lothringerstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathause, Zim- mmer 22, zur Einsicht aus und können von dort zum Preise von 1 Mk. bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Montag den 7. August, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 29. Juli 1911. 18663
Der Magistrat.
Dr. Gebe schus.
Bekanntmachung.
Die Arbeiten zur Regulierung der Hessenstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathause, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 1 Mk. bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Montag den 7. August, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Man frug, warum sie nicht die kurhessische Fahne tragen wollten, tadelte, daß sie auf der Mainkur mit anderen Turnern zusammenkämen, den Geist des Umsturzes verbreiteten usw., („Wetterauer Bote" 4. Mai 1861). Am 22. Mai wurde den beiden Vereinen „Turngemeinde" und „Altstädter Turnverein" eröffnet, daß die Mainkur-Versammlungen „infolge höherer Anordnung" verboten seien und der Ortsvorstand von Fechenheim den Auftrag habe, die demnächst zu erwartende Versammlung zu schließen und die Namen der etwa anwesenden Inländer einzusenden. Man hielt nun diese Versammlungen auf darmstädtischem, nassauischem oder frankfurter Gebiet, zu Vilbel, Offenbach, Höchst und Sachsenhausen ab.
Zum Zweck der Wahlen zu dem auf den 10. bis 12. August 1861 nach Berlin ausgeschriebenen deutschen Turntag hatte man auf dem Turntag in Oberstein am 20. Juli den Mittelrheinkreis in 9 Bezirke eingeteilt. Die Vertreter der Bezirke Frankfurt, Hanau und Offenbach, welche zusammen den Maingau-Verhand bildeten, traten am 4. August in Offenbach zusammen und wählten Dr. Mathes und Vick- hardt von Offenbach, Straus von Frankfurt, Friedr. Kling und Chr. Lautenschläger von Hanau als Abgeordnete, die am 9. nach Berlin abreisten.
Am gleichen Tage, Sonntag den 4. August kamen nun auf Einladung der Turngemeinde Hanau die umliegenden Vereine auf einem außerhalb Hochstadts gelegenen Felsenkeller zu einer geselligen Unterhaltung zusammen, der Herrn Eauff „zur großen Krone" gehörte. In letzerer hatte die Turngemeinde ihr Vereinslokal und Herr Gauff soll die Anregung zu der Sache gegeben haben.
Es sollen an diesem Tage 600—700 Turner*) namentlich aus Frankfurt, Offenbach, Fechenheim, Hanau, Bockenheim, Kesselstadt usw. anwesend gewesen sein. Der Schoppen Aep- felwein kostete 2 Kreuzer und so waren sie bald in ftöhlicher Stimmung.
Der Bürgermeister von Hochstadt — Weber hieß er —
^ernsprechanschlusj Nr. 230 1911
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsftist 4 Wochen.
Hanau den 29. Juli 1911. 18661
Der Magistrat. Dr. Eebeschus.
Bekanntmachung
Am Freitag den 4. d. Mts., vormittags 9 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt. Hanau den 2. August 1911.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Dr. Eebeschus.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Im Schlacht- und Viehhof Frankfurt a. M. ist unter den Schweinen die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
Hanau den 2. August 1911. V 4991
Bekanntmachung.
Das Proviantamt Hanau kauft fortgesetzt Heu und Roggenstroh (Flegel- und Langpreß-Stroh).
PolitiTcbe RundTcbau.
Der Jnvalidenfonds. Der Jnvalidenfonds hat seit seiner Begründung im Jahre 1871 Jahr für Jahr in dem Reichshaushaltsetat eine Rolle gespielt. Aus ihm wurden zunächst sämtliche für die Kriegsteilnehmer entstandenen Kosten, späterhin ihr größter Teil gedeckt. Bis zum Jahre 1910 wurden die auf dem Jnvalidenfonds angewiesenen Ausgaben in einem besonderen Einzeletat aufgeführt. Da am Ende des Rechnungsjahres 1910 die aus dem Fonds stammenden Einnahmen zur Deckung der letzteren nicht mehr ausreichten, wurde diese Einrichtung fallen gelassen, der Jnvalidenfonds fand aber doch auch im Etat für 1911 insofern Erwähnung, als seine Restbestände in Höhe von 7,5 Millionen Mark unter den Einnahmen aufgeführt wurden. Mit dem Rechnungsjahre 1912 wird der Reichsinvalidenfonds überhaupt aus dem Reichshaushalt verschwinden. Das wird zunächst für das kommende Rechnungsjahr eine Einnahmeverschlechterung von 7,5 Millionen Mark bedeuten. Sodann werden von 1912 ab alle für die Kriegsteilnehmer vom Reiche aufzubringenden Kosten aus den ordentlichen Einnahmen zu tragen sein. Zwei große Posten kommen dabei in Betracht. Einmal die jetzt im Etat des
verbot nun den Turnern beim Einmarsch das Trommeln und handelte damit jedenfalls nach der ihm „höheren Orts" gegebenen Vorschrift, allein da sein Bruder auch eine Wirtschaft im Orte selbst hatte, so legte man ihm andere Motive unter, außerdem „wurde es schon bei der Ankunft von Vielen übel vermerkt, mehrere mit Schieß- und Spießwasfen versehene Gendarmen auf dem Felsenkeller aufgestellt zu sehen." (H.) Als nun trotz des Verbotes ein Bockenheimer, namens Ettlinger, lustig einen Marsch trommelte und sich darin auch durch das Verbot des Gendarmen nicht stören ließ, wollte ihm dieser die Trommel entreißen und es entwickelte sich ein regelrechtes Handgemenge, wobei dem Gen- darm der Helm vom Kopf geschlagen und die Waffen zum Teil abgenommen und fortgeworfen wurden.
Die Aufregung auf dem Felsenkeller steigerte sich noch, als ein Turner mit blutender Kopfwunde aus dem Dorfe, woselbst sich auch Streit entsponnen hatte, ankam. Der Bürgermeister ließ nun die damals noch vorhandenen Tore schließen und Sturm läuten. Der zweite Gendarm warf sich aufs Pferd und sprengte nach Hanau, um seiner Behörd- Meldung zu machen.
Da sich das Gerücht verbreitete, in Hochstjadt befände sich noch eine Anzahl Turner den Mißhandlungen der erbitterten Einwohner ausgesetzt, „die gegen die im Dorf zurückgebliebenen Turner mit Steinen, Dreschflegeln und Sensen losgingen und auch mehrere verhafteten" (H.), so er- ëffnete nun, diese zu befreien, ein Teil der Turner (meist Hanauer) ein Steinbombardement gegen das östliche Tor (Richtung nach Hanau), welches sie „mittelst eines Baumstammes öffneten (b. h. einrannten) und das Dorf trotz eines Hagels von Steinen stürmten. Mehrere Häuser, aus denen geworfen wurde, wurden übel zugerichtet." (H.) Mittlerweile hatten die Frankfurter und Offenbacher Turner den Ort umgangen und griffen von Süden an, woselbst das Tor ebenfalls geschlossen war, jedoch auf Androhung! des Bombardements gutwillig geöffnet wurde. Die vor«