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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei iw verein, es. Waisenhauses in Hana«.

General-Anzeiger

Awlliihts AW fit SW- and Fanäreis Kman.

Erscheint tSgltch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die iigespalken« Petitzetl« oder der« Naum tO $^ tat Netlamentetl bie Zeile Ä Pfg.

Derantwortl. NeSakteur: & Geredet fa Ham«,

^r. 173 Mernsprechanschlitfr Nr. 230.

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Amtliches.

Stadt- und Landkreis F)anau»

In letzter Zeit sind wiederholt die vom Eisenbahn- Regiment Nr. 3 hergestellten und in Betrieb genommenen Bahnanlagen von Zivilpersonen betreten und hierbei die Böschungen teilweise zerstört und der Zugverkehr gefährdet worden.

In dieser Veranlassung mache ich darauf aufmerksam, daß außerhalb der Ueberwege das Betreten der vom Regiment hergestellten Bahnanlagen, sowie jede Be­schädigung derselben und der Fernsprechanlagen ver­boten ist.

Es kommen hierfür, in Frage die vom Nordbahnhof über den Landübungsplatz nach den Uebungsplätzen an der Kinzig und am Main führenden Bahnen, sowie die im Bruchköbeler Wald hergestellte Feldbahn.

Hanau den 25. Juni 1911. V 4711

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

Frhr. Laur.

Eandkreis Ran au.

Untersuchung von eingeführtem Klauenvieh.

Unter Bezugnahme auf meine Kreisblattbekanntmachung vom 14. d. Mts. V. 4255 (Nr. 166 des Hanauer Anzeigers) betr. die Untersuchung von eingeführtem Klauenvieh auf dem Landwege bringe ich hierdurch zur allgemeinen Kennt­nis, daß an Stelle des verstorbenen Tierarztes Teloy in Heldenbergen der Tierarzt Hufnagel in Hanau (Telephon Nr. 465 Amt Hanau) als ständiger Vertreter des Kreistier­arztes mit der Vornahme der Untersuchungen für die Ein­fuhr non Klauenvieh aus der Provinz Oberhessen bezüglich der in Windecken gebildeten Untersuchungsstelle bis auf weiteres von mir beauftragt worden ist.

Hiernach ist für die fraglichen Untersuchungen sowohl hinsichtlich der Untersuchungsstelle Mainkur-Fechenheim als auch Windecken allein der Tierarzt Hufnagel zuständig, an den die von den beteiligten Metzgern, Händlern usw. recht­zeitig zu erstattenden Anmeldungen zu richten sind. Die Herren Bürgermeister in Windecken, Kilianstädten, Eichen und Erbstadt ersuche ich, die vorstehende Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.

Hanau den 27. Juli 1911. V. 4882

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Die Königliche Eisenbahndirektion in Erfurt hat zur Sprache gebracht, daß vielfach Ferkel in Körben oder Säcken als Gepäck nach unbesetzten Stationen aufgegeben würden, und daß in diesen Fällen die Eisenbahnverwaltung nicht in der Lage sei, die Durchführung der die amtstierärztliche Untersuchung bei der Entladung vorschreibenden landespoli­zeilichen Anordnungen zu überwachen. Es läßt sich nicht ver­kennen, daß in den gedachten Fällen eine Umgehung der vorgeschriebenen Untersuchung sehr leicht möglich ist, und ich ersuche daher, die Gendarmen und Ortspolizeibehörden auf diese unbesetzten Stationen ihre ganz besondere Auf­merksamkeit zu richten.

Hanau den 24. Juli 1911. V. 4656

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Die Distriktsstraße Niedersteinbach—Mömbris ist von dem Königlichen Bezirksamt Alzenau für die Zeit vom 1. August bis 9. September er. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt worden.

Als Umgehungsstraße kommt der Ortsverbindungsweg Brücken— Frohnhofen—Mömbris in Betracht.

Hanau den 24. Juli 1911. V. 4800

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Ranau. Steuererhebung.

®ie _ Sr^ebttttct der Steuern und des Schul­geldes für die Monate Juli/September d. Is. hat begonnen.

Es wird auf die auf der Rückseite der Steuer­zettel aufgedruckten Bestimmungen, insbesondere auf gemacht^ ^r* $ derselben Gesagte aufmerksam

Fristgesuche können nur Berücksichtigung finden, wenn sie bis zum Schluß des Fälligkeitstermins

Donnerstag den 27. Juli

— 15. August — eingegangen und gehörig be­gründet sind.

Die Steuerkaffe befindet sich im Rathaus (Neu­stadt), Zimmer Nr. 3, Erdgeschoß rechts, und ist für Einzahlungen täglich, vormittags von 8 bis 12'/, Uhr, geöffnet.

Hanau den 25. Juli 1911.

Stadtkasse. 18165

Bekanntmachung.

Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbeits­nachweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen aller Berufe kostenfrei nutzbar zu machen.

Wlr richten deshalb an alle Interessenten das Ersuchen, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der städtischen Arbeitsver­mittelungsstelle — Langstraße Nr. 41 hier — anzumelden.

Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelungsstelle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern entgegennimmt. Hanau den 31. Oktober 1910. 1119

Der Magistrat.

Hild.

Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 3. Januar d. I., Amtsblatt Nr. 2 vom 11. Januar 1911, wird hierdurch erneut bekannt gemacht, daß der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes hierselbst am Samstag den 9. Sep­tember, vormittags 9 Uhr, in der Lehrschmiede, Wörth­straße 5, wird abgehalten werden.

Cassel am 4. Juli 1911.

Der Vorsitzende der staatlichen Prüfungskommission des Regierungsbezirks Cassel.

Veterinärrat Buch.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Verloren: 1 Fahrkarte Berlin— Hanau und zurück.

Zugelaufen: 1 junge Jagdhündin, weiß mit schwarzen Abzeichen, 1 schwarze trächtige Dachshündin.

Hanau den 27. Juni 1911.

Politische RundTchau.

Des Kaisers Nordlandsreise. Aus Bergen, 26. Juli, wird berichtet: Der Kaiser ging gleich nach dem ersten Frühstück an Bord des Begleitschiffs „Kolberg" und hörte dort die Vorträge des Vertreters des Auswärtigen Amtes, des Chefs des Eeneralstabs und des Generalintendanten der königlichen Schauspiele. Die „Hohenzollern" nahm in­zwischen Kohlen. Das Frühstück nahm der Kaiser mit einem Teil des Gefolges bei dem deutschen Konsul Mohr. Um 4 Uhr erfolgte die Rückkehr an Bord der „Hohenzollern"; die morgen früh zwischen 3 und 4 Uhr Anker aufnehmen und in See gehen wird. Die Ankunft in Swinemünde er­folgt voraussichtlich am Freitag zwischen 5 und 6 Uhr nach­mittags.

Die Besserung im Befinden des Papstes hält an, wie eine Nachricht vom gestrigen Tage aus Rom besagt.

Vom Zentralverband deutscher Industrieller erhalt«» wir nachstehende Zuschrift: Durch eine Anzahl von Tages­blättern find in der letzten Zeit über die Bestrebungen des Zentralverbandes Deutscher Industrieller wiederholt Nach­richten verbreitet worden, die jeder ratsächlichen Begrün­dung entbehren. Um diesen Nachrichten und den unzutreffen­den Behauptungen, welche vom Präsidenten des Hansabun­des, Herrn Geheimrat Dr. Rießer, in einer am 13. Juli d. Js. in Duisburg abgehaltenen Versammlung auf Grund unverbürgter Gerüchte aufgestellt worden sind, entgegenzu- treten, wird hiermit öffentlich und in der bündigsten Form die Erklärung abgegeben: 1. Der Zentralverband Deutscher Industrieller ist nicht gewillt, in eine weitere Erhöhung der Lebensmittelzölle einzuwilligen. Er hat bereits bei der Vor­bereitung für den jetzt geltenden Zolltarif gegen alle zu weit gehenden Forderungen auf Erhöhung der Lebensmittel­zölle mit Entschiedenheit Stellung genommen und wird dieses bei der bevorstehenden Neuordnung der laufenden Handelsverträge in gleicher Weise tun. 2. Zwischen dem Zentralverband Deutscher Industrieller und den Vertretern der konservativen Partei sind, wie dieses von der „kon­servativen Korespondenz", dem amtlichen Organ der kon­servativen Partei, gleichfalls bestättgt worden ist, weder

Fernsprechattschlils; Nr. 230 1911

vor, noch nach dem Hansatage irgend welche Abmachungen über die beiderseitigen Schutzzollwünsche getroffen worden. 3. Der Zentralverband Deutscher Industrieller hat beim Ab­schluß der bestehenden Handelsverträge, insbesondere auch beim Abschluß des deutsch-schwedischen Handelsvertrages, die Anträge der weiterverarbeitenden und der Feinindustrie in der tatkräftigsten Weise unterstützt. Es ist dieses aus dem beim Zentralverbande vorhandenen Aktenmaterial urkund, lich nachweisbar und es würde mit Genugtuung begrüßt werden, wenn sich die Interessenten hiervon durch Einsicht­nahme in die Akten überzeugen würden.

Marokko.

Englands Einmischung in die Marokkoverhandlungen. Obwohl die deutsch-französischen Verhandlungen durchaus geheimen Charakters find, ist die französische und die ihr verbrüderte englische Presse nicht müde geworden, hypothe­tische Behauptungen über den angeblichen Gang der Ver­handlungen als verbürgte Tatsachen auszugeben. Die Lon­doner Presse steht der Pariser in dem aufgeregten Vreit- treten müssiger Spekulattonen wahrlich nicht nach. Di« deutschfeindlichen Schwätzereien finden gerade in den weit­gelesenen Blättern des Zeitungsringes, der beispielsweise die „Daily Mail" herausgibt, sorgsame Pflege. Noch ge­hässiger fast ist der Ton, den ein Blatt von der einzig­artigen Bedeutung, wie sie die „Times“ für England haben, anzuschlagen beliebt. Wenn es auf den inneren Wert dieser deutschfeindlichen Artikel ankäme, so verlohnte es sich nicht, auf sie einzugehen. Die mangelnde Sachlichkeit der Beweis­führung in einer Streiffrage, die im geheimen und ohne irgendwelche direkte Beteiligung Englands verhandelt wird, wird durch Invektiven gegen das „räuberische* Deutschland ersetzt. Aber aus einem anderen Grunde hat man sich mit der herausfordernden Haltung der englischen Presse zu beschäftigen. Das englische Herumraten und die Kommentare über den angeblichen Verlauf der deutsch- französischen Verhandlungen geben den Schlüssel zu der Rede des Schatzkanzlers Lloyd George. Was dieser verant­wortliche Minister in seiner öffentlichen Rede gesagt, hieß nicht einfach und in akademischer Absttaktheit, man dürfte die Existenz Großbritanniens nicht vergessen. Die Worte enthielten vielmehr eine nicht mißzuverstehende Drohung an die deutsche Adresse. Man beobachte nur den Zeitpunkt der Rede. Die englische Presse hatte in der Woche zuvor gemeldet, Deutschland habe als Austauschobjekt für seine marokkanischen Interessen den französischen Kongo verlangt, Frankreich habe diesen Ausweg als unmöglich bezeichnet. Was lag nun näher als zu vermuten, daß man nach den Fehlschlägen des angeblichen Austauschversuches wieder aus den ursprünglichen Plan der direkten Austeilung Marokkos zwischen Deutschland, Frankreich und Spanien zurückge­kommen sei? Allein eine derarttge Erledigung des Marollo- problems hätte mit den Zielen der nordafrikanischen Politik Englands im fchärffte Widerspruch gestanden. Daher die Drohung Lloyd Georges, man dürste nicht vergessen, daß England seine Interessen wahren werde. Die englisch« . Presse gibt zu den offiziellen Motten eine Interpretation, die an Deutlichkeit und Unverschämtheit nichts zu wünschen übrig läßt. Die hier als offiziös bettachtete deutsche Fiktion, der Schatzkanzler habe nur so im allgemeinen und gleichsam philosophierend gesprochen, wird in der englischen Presse mit Hohn abgetan. Es ist in der Tat auch kaum möglich, diese optimistische Auffassung aufrecht zu erhallen, wenn man die Rede Lloyd Georges im Zusammenhang mit der Aeußerung des englischen Premierministers vor vierzehn Tagen und im Rahmen der chauvinistischen englischen Volks­stimmung bettachtet. Daß die Marokkopolitik Englands kein anderes Ziel hat als das, die Festsetzung Deutschlands am Mittelmeer und am Rordatlantik zu verhindern, das ist in Wirklichkeit natürlich in bei Wilhelmstraße genau so bekannt, wie in Downingstreet. Und es find nicht etwa erst die beiden englischen Ministeräußerungen, die dem deutschen Auswärtigen Amte hierüber die Augen geöffnet haben. Schon seit fast zwei Monaten haben leitende diplo- matische Kreise in London von dem negativen Moment in Großbrijanniens nordafrikanischer Politik, d. h. von der beabsichtigten Ausschließung Deutschlands von der nord­afrikanischen Küste geredet. Vielleicht enthielt ein Artifel bej „Leipziger Neuesten Nachrichten" vom 1. Juni den ersten Hinweis auf die englische Haltung. Die Entsendung des „Panther", des „Eber" und der „Berlin" ist zweifellos nicht in Unkenntnis, sondern ungeachtet der widersprechenden englischen Politik erfolgt. Die Reden der englischen Mi­nister klingen nun fast, als ob man in Deutschland die eng­lischen Bedenken vor einem deutschen Marokko nicht gekannt;